Wenn man die Stille mag. Wenn man gern für sich ist. Wenn man die Einsamkeit willkommen heißt. Der Artikel der introvertierten Eva Lohmann im Onlinemagazin Edition F zeigt eine Perspektive auf, die im Alltag unsichtbar bleibt.
Introvertiert zu sein fühlt sich zum Teil an, als wäre man falsch, so ganz anders als alle anderen um einen herum. Warum? Weil man anders agiert als ein großer Teil der Mitmenschen. Wie zieht man sich zurück? Wie erklärt man seiner Familie, dass man Zeit für sich und auch wirkliche Ruhe braucht? Welcher Druck baut sich in einem auf, wenn sich auf der Suche nach Stille Gedanken breit machen, die ein schlechtes Gewissen der Familie gegenüber heraufbeschwören?
Eva las den Artikel „Caring for your Introvert“ von Jonathan Rauch im „the Atlantic“ und gewann eine wichtige Erkenntnis. Introvertierte Menschen verlieren beim Zusammenkommen mit anderen Menschen ihre Energie, da sie viele Eindrücke aufnehmen und verarbeiten müssen. Um wieder aufzutanken, sind das Alleinsein, die Konzentration auf sich selbst, notwendig. Extrovertierte Menschen gewinnen Kraft aus der Anwesenheit und dem Austausch mit anderen Menschen. Sie verlieren Energie, wenn sie allein sind.
In der Familie ist es doppelt schwer, sich die Freiräume zum Auftanken der Kraftreserven zu schaffen – und das, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Eva Lohmann hat das Buch „So schön still“ (Rowohlt-Verlag) geschrieben und berichtet darin über die Stärke introvertierter Kinder und Eltern. Sie macht deutlich, dass es auch gute Wege für Introvertierte gibt, die in der Familie funktionieren können.
38 Rinder leben bei Karin Mück und Jan Gerdes auf dem Hof Butenland. Die beiden haben im Jahr 2001 ihren „Lebenshof für Rinder“ gegründet.
Das Tierschutzprojekt ist auf dem Hof von Jan Gerdes angesiedelt. Jetzt genießen ehemalige Hochleistungskühe, die in ihrem Leben bereits über 100.000 Liter Milch gegeben haben, ihren Lebensabend.
Mittlerweile leben über 100 Tiere unterschiedlichster Spezies auf den Weiden und in den Ställen zusammen, viele davon sind dem Schlachthof nur knapp entkommen. Ole ist ein junger Ochse, der von Hand aufgezogen und dann beim Zirkus gelandet ist. Die meiste Zeit seines Lebens wurde allein gehalten, ohne den Schutz einer Herde – er kannte keine Artgenossen. Nach der Ankunft auf Hof Butenland musste er sich in die große Herde eingliedern und lernen, sich wie ein echter Ochse zu verhalten. Dank der liebevollen Unterstützung von Karin und Jan ist ihm das gelungen. Heute genießt er sein Leben.
Jan Gerdes haderte mit seinem Gewissen und ist nach einem Burnout aus der Viehwirtschaft ausgestiegen. Für 12 Kühe der fehlte der Platz auf dem Tiertransporter. Er entschied sich mit seiner Partnerin Karin, die Tiere auf dem Hof zu behalten – das war der Startpunkt von Hof Butenland. Jetzt dürfen seine Tiere so sein, wie sie sind: intelligente, fühlende und liebenswerte Wesen, die ihren Instinkten folgen, sich frei und selbstbestimmt bewegen. Dank Jan und Karin ist dabei eine Tier-Mensch-Beziehung mit einem respektvollen Umgang entstanden.
Übrigens: auf dem Hof genießen neben den Rindern auch Pferde, Schweine, Hunde, Katzen und allerlei Federvieh ihre Freiheit und ihr Leben.
Amazon hat 22.000.000 Kunden und mittlerweile mit den unterschiedlichsten lieferbaren Produkten und angebotenen Dienstleistungen ein wahres Fliegennetz aufgebaut, das die Kunden immer tiefer hineinzieht.
Für einige ist der Service und dass man alles „problemlos zurückschicken“ kann das entscheidende Argument. Für andere ist es die Vielfalt. Streaming, Warenlieferungen und Servicefreundlichkeit werden mit permanenten PR-Kampagnen, die das Unternehmen in einem tipptop Zustand abbilden, gepusht. So fällt es vielen Menschen schwer, sich dem Giganten zu entziehen.
Aber wie ist das wirklich? Wie steht es um die Nachhaltigkeit und was passiert mit zurückgeschickter, originalverpackter Ware? Amazon steht durchaus in der öffentlichen Kritik. Greenpeace hat einen Mitarbeiter eingeschleust, der sich auf die Suche gemacht hat – und fündig geworden ist.
Wie ist es um die CO²-Neutralität bestellt, die vom Online-Händler für 2040 angepeilt wird und von der E-Mobilität der Lieferfahrzeuge unterstützt wird? Ist Amazon der günstigste Anbieter, wie es bei vielen Menschen in der Wahrnehmung verankert ist? Der SWR hat über 5 Wochen ein Preismonitoring durchführen lassen – der daraus entstandene Bericht spricht eine andere Sprache.
Und das ungeliebte Thema Datenschutz. Natürlich sammelt auch dieser Händler sämtliche Daten, die seine treuen Kunden ja auch freiwillig liefern. Angefangen bei den Suchanfragen bis hin zu den (erlaubten, weil vom Anrufer freigegebenen) Aufzeichnungen der Hotline-Anrufe. Bei einer Familie, über die berichtet wird, würde all das seit 2005 etwa 8.000 Seiten eng bedrucktes Papier füllen. Eine Datenschutzexpertin erklärt, dass alle Daten über einen viel zu langen Zeitraum gespeichert werden.
Ursprünglich als Revolution eines Online-Buchhandels gedacht, ist Jeff Bezos, Eigentümer und Chef von Amazon, heute einer der reichsten Männer weltweit. Es ist offensichtlich, dass „ein solches Unternehmen nicht von Nachhaltigkeitsüberlegungen geprägt ist, sondern von ökonomischen Überlegungen.“
Fazit
Die Entsorgung von Neuware spart Lagerkosten. Das Preismonitoring im Bericht macht deutlich, dass Amazon nicht immer der günstigste Händler ist, auch nicht für Prime-Kunden, die für diesen Service zusätzlich noch eine „Gebühr“ zahlen. Die Eigenmarke des Konzerns ist ebenfalls nicht frei von kritischen Anmerkungen. Doch ebenso deutlich wird: der Online-Händler hat den besten Kundenservice. Ob das die Kritikpunkte aufwiegen kann, ist fraglich. Ob das die Messlatte ist, an der sich andere Händler messen lassen müssen? Sehr wahrscheinlich.
Schade eigentlich.
Wir finden, der Beitrag ist absolut sehenswert! Was meinst Du dazu?
Leider ist der Beitrag in der ARD Mediathek nur bis zum 17.08.2022 verfügbar gewesen, aber Du kannst Dir die Sendung auf YouTube anschauen.
Dieses Jahr war doch irgendwie anders als erwartet: Corona war sehr präsent und ich denke, es ist eine gute Idee, mal eine kleine Reise durch unsere diesjährigen Themenschwerpunkte anzutreten – und ich stelle fest, es war ziemlich bunt. Wie Du weißt, haben wir uns Tabuthemen auf die Fahne geschrieben, doch auch „normale“ Themen haben uns begleitet.
Während ich das Jahr Revue passieren lasse, fällt mir auf, wie viele Facetten das Leben hat und wie sich diese Vielfalt immer wieder zeigt. Oft fällt es mir schwer, mich dem Fokus der Nachrichten zu entziehen, doch es gibt so viele interessante, spannende, bereichernde und wissenswerte Dinge zu erfahren.
Lass Deine Tage immer schön bunt sein und starte nach einer entspannten und friedlichen Weihnachtszeit in ein wunderbares neues Jahr 2022.
Alles Gute für Dich und Deine Lieben!
Hier geht es zu den Filmen auf unserem YouTube-Kanal
Im Beitrag von ZDF „Volle Kanne“ (Video nicht mehr verfügbar)wird deutlich, dass weitaus mehr Kinder und Jugendliche eine Pflegetätigkeit in der Familie ausüben, als bekannt ist. Über 500.000 Kinder und Jugendliche pflegen ihre Eltern, das sind 6% aller 10 – 18-Jährigen, statistisch betrachtet zwei Kinder pro Schulklasse.
Rollentausch in der Fürsorge
Dahinter steht ein Rollentausch: Während die „Young Carers“, wie sie genannt werden, selbst noch elterliche Fürsorge bekommen sollten, sehen sie sich in der Verantwortung, sich um ihre Eltern kümmern zu müssen. Dabei geht es nicht nur um die medizinische Versorgung und Unterstützung bei der täglichen (Intim-)Pflege. Häufig übernehmen sie Aufgaben wie Haushaltsführung, die Versorgung der Familienmitglieder und die Erziehung von jüngeren Geschwistern.
Unterstützung gibt es nicht. Sie sind allein mit den Problemen, die sich aus dieser Verantwortung ergeben. Sie stehen stets auf Abruf bereit, haben keinen zum Reden und leben ständig in der Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren. Der Beitrag macht deutlich, dass die emotionale Belastung enorm ist: Von einem Notfall-Verhaltensplan für eine 8-jährige am Kühlschrank bis zu Scham und auch Ekel, wenn man die eigenen Eltern wie Kleinkinder windeln muss. Dazu kommt, dass die Spätfolgen der Young Carers unterschätzt werden. Sie reichen vom Schulversagen bis zur psychischen Überlastung – und das noch viele Jahre später.
Mangel an offizieller Hilfe
Frau Prof. Sabine Metzing, Pflegewissenschaftlerin an der Universität Witten-Herdecke, hat das mit einer Langzeitstudie belegt und fordert die notwendige Vernetzung der Sozialsysteme und Hilfsangebote für die Young Carers. Während das Jugendamt nur aktiv wird, wenn das Kindeswohl offensichtlich gefährdet ist, sehen die Krankenkassen nur die erkrankten Eltern. Es gibt keine Institutionen oder Träger, die eine Familie als Ganzes betrachten und die pflegenden Kinder unterstützen. Und auch die Politik reagiert langsam. Ein erstes Angebot ist die Website „Pausentaste“. Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht erklärt dazu, dass die Plattform Aufklärungsarbeit leistet und den jungen Menschen aufzeigt, dass sie nicht bis an ihre Grenzen gehen müssen. Sie erklärt die Möglichkeiten, eine Pflegestufe zu beantragen, was in der Folge die Unterstützungsleistungen der Krankenkassen für z. B. Pflege oder eine Haushaltshilfe nach sich zieht.
Austausch und Sichtbarkeit
Doch an praktischer Unterstützung mangelt es weiterhin. Lena Rebhahns Vater erkrankte als sie 7 Jahre alt war. Seit dieser Zeit pflegt sie ihn tagsüber, da ihre Mutter arbeiten muss. Sie fühlte sich alleingelassen und überfordert. Aus diesem Grund hat im Alter von 14 Jahren die Website „Young Carers“ in Leben gerufen. Darauf sammelt sie hilfreiche Informationen und ermöglicht eine gegenseitige Unterstützung der jungen Menschen untereinander. Zusätzlich ermöglicht dieses Netzwerk eine bessere Sichtbarkeit in der öffentlichen Wahrnehmung.
Pilotprojekt
An einer Berliner Schule startet das erste Pilotprojekt. Während die Young Carers in anderen Ländern, wie z. B. Österreich und England, von der Öffentlichkeit unterstützt werden, hoffen wir darauf, dass sich in naher Zukunft auch Deutschland dazu zählen kann.
Warum wir um 3 Uhr morgens häufig aufwachen und nicht mehr einschlafen können!
Alfred Wiater, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin und Mitautor des Buchs „Ticken Sie richtig“ erklärt, dass viele Menschen nachts zu einer bestimmten Uhrzeit wachwerden und danach nicht mehr einschlafen können.
Das hängt mit unserem Schlaf-Wach-Rhythmus zusammen, der unter anderem von drei Hormonen bestimmt wird: vom Schlafhormon Melatonin, vom Wohlfühlhormon Serotonin und vom Stresshormon Cortisol.
Unser Körper bildet Cortisol, um sich vor Stress zu schützen, indem es den Stoffwechsel anregt. Um diese Wirkung zu erreichen, sollte der Cortisol-Spiegel aber nicht zu hoch und auch nicht zu niedrig sein. Ähnlich ist es bei Melatonin. Ist der Wert des Schlafhormons zu hoch, kann keine Balance im Zusammenspiel mit den anderen Hormonen hergestellt werden, d. h. es wird zum Störfaktor für einen guten Schlaf-Wach-Rhythmus.
Die Wolfsstunde
Im Verlauf der Nacht sinkt unsere Köpertemperatur ab und hat ihren Tiefstand um 3 Uhr erreicht. Gleichzeitig werden bestimmte Hirnbereiche nur gering durchblutet, der Melatoninwert ist sehr hoch, während Cortisol nur sehr gering vorhanden ist. Dieses Phänomen – auch als Stunde des Wolfs bezeichnet, kann ein Auslöser für das Aufwachen sein, häufig mit der Folge, nicht wieder einschlafen zu können.
Das Ungleichgewicht der Hormone und die verringerte Hirndurchblutung sorgen dafür, dass man sich dann eher dünnhäutig fühlt und Situationen eher pessimistisch betrachtet. Das ist häufig der Startschuss für endlose Gedankenspiralen, wie der Psychologieprofessor Greg Murray in einem Beitrag im Wissenschaftsjournal „The Conversation“ beschreibt. Viele nennen es auch ihr „Kopfkino“.
Licht bewirkt Veränderungen
Um in dieser Stimmung nicht lange wachzuliegen und sich den Grübeleien hingeben zu müssen, ist es – so Alfred Wiater – hilfreich, für einen kurzen Moment aufzustehen. Das sollte eher langsam geschehen, da die bessere Durchblutung des Hirns noch „in Arbeit“ ist. Dann bewirkt das kurze Einschalten des Lichts ein Ansteigen des Cortisols und eine Reduzierung des Melatoninwertes. Damit wird die Balance wieder hergestellt und das leichtere Einschlafen wieder möglich.
Psychologische Ursachen fürs Grübeln
Zu den psychologischen Ursachen der Einschlafschwierigkeiten schreibt der Australier Greg Murray, dass die körperlichen und kognitiven Ressourcen nachts um 3 Uhr erschöpft sind. Damit ist die Möglichkeit neue Lösungen zu finden, fast ohne Aussicht auf Erfolg. Erschwerend kommt hinzu, dass wir durch diese Konstellation Situationen viel dramatischer wahrnehmen, als sie – bei Tageslicht betrachtet – wirklich sind, was die Ausweglosigkeit ebenfalls erhöht.
Er rät dazu, sich wie in Achtsamkeitsübungen auf den Atem zu konzentrieren. Wenn das nicht hilft, sollte man spätestens nach 15 – 20 Minuten aufstehen, das Licht anmachen und sich mit anderen Dingen beschäftigen, z. B. etwas lesen.