Wespen: Panik macht es nur noch schlimmer

Wespen: Panik macht es nur noch schlimmer

Wer Situationen besser einschätzen kann, trägt zum friedlichen Miteinander bei, denn Wespen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Auf der Website des NABU (Naturschutzbundes) gibt es viele Tipps, wie unser Verhalten einem Wespenstich vorbeugen kann und zusätzlich viele Hinweise für Hausbesitzer, die ein Wespennest auf dem Grundstück haben.

Die sechsbeinigen Insekten sind in drei Gruppen eingeteilt: Langkopfwespen, Kurzkopfwespen, und Echte Wespen/Hornissen. Die in Deutschland unter Naturschutz stehenden Tiere sind draußen stets präsent, erst recht, wenn süße Nahrungsmittel ihre lockenden Düfte verbreiten. Die nützlichen Tiere sorgen für die Bestäubung von Blüten und fressen Blattläuse, Fliegen, Stechmücken, Spinnen, Raupen und andere Schädlinge. Der schlechte Ruf der Wespen wurde vorrangig von der Gemeinen Wespe und der Deutschen Wespe „erarbeitet“, dabei haben wir hier insgesamt acht heimische Arten, von denen die meisten friedlich sind. Nur zwei Wespenarten fliegen auf Fleisch und Limonaden.

Tipps zum richtigen Umgang mit Wespen

Um friedlich mit den für uns wichtigen Tieren durch den Sommer zu kommen, gibt der NABU u. a. folgende Hinweise:

  • Süße Nahrungsmittel sollten im Freien abgedeckt und die Essensreste zeitnah abgeräumt werden.
  • Vorsichtshalber sollte Kindern nach dem Essen der Mund abgewischt werden.
  • Es gilt, heftige Bewegungen zu vermeiden und nicht nach fliegenden, kriechenden oder sitzenden Tieren zu schlagen.
  • Als hilfreich hat sich eine Ablenkfütterung in ca. 5 – 10 Metern Entfernung erwiesen. Dabei sind jedoch sind Marmelade oder Honig keine gute Idee, da sie die Insekten aggressiv machen.
  • Wespen sollten nicht angepustet werden. Das Kohlendioxid in der Atemluft löst beim Tier ein Alarmsignal aus.
  • Wespen fliegen gern auf bunte Kleidung und werden zum Teil von Gerüchen wie Parfum und Cremes, aber auch Holzpolitur angelockt.
  • In der Nähe eines Wespennestes, ist es sinnvoll, eine Distanz von 2 – 3 Metern einzuhalten und die Flugbahn der Tiere nicht zu versperren. Das verhindert, dass sich die Wespen bedroht fühlen.  
  • Auch Angstschweiß kann Wespenangriffe auslösen.
  • Verirrt sich mal eine Wespe in die Wohnung, solltest Du ein Glas über das Insekt stülpen, vorsichtig ein Blatt Papier unter den Boden schieben und das Tier so gesichert wieder in die Freiheit entlassen.

Sollte man trotz aller Umsicht doch einmal gestochen werden, hilft eine halbierte Zwiebel, die auf den Einstich gedrückt wird. Das lindert den Schmerz und verringert die Schwellung.

Weitere Informationen

Alle Details und viele weitere Informationen für den Umgang mit Wespen, Bienen und Hornissen im und um das Haus herum, findest Du auf der Seite des NABU unter diesem Link: Kein Grund zur Panik, Hornissen und Wespen sind friedlicher als allgemein gedacht.
Auf dieser Seite kannst Du auch die Broschüre „Bienen, Wespen und Hornissen“ bestellen.

NABU Artikel: Vielfalt der heimischen Wespen – Missverstandene Garten- und Hausbewohner

Artikel auf bauabendteuer.de: Sind Wespen nützlich? Wissenswertes über die Insekten

Die Vielfalt ist Realität – Wir sollten lernen, damit umzugehen

Die Vielfalt ist Realität – Wir sollten lernen, damit umzugehen

Katharina Schultejans M.A. gibt Kommunikations-, Gleichstellungs- und interkulturelle Trainings in Unternehmen. Für die in Deutschland und Polen aufgewachsene Unternehmenskommunikatorin sind Vielfalt und Diversity keine Trend- oder Modeerscheinungen; ihrer Meinung nach begleiten die Themen unsere gesamte Arbeits- und Lebensrealität. Vom Aufbau der Genderkompetenz über interkulturelle Teambuildings bis zum Verhandlungstraining unterstützt sie Mitarbeitende und Führungskräfte beim Abbau von Stereotypen, dem Verständnis für vorurteilsfreie Beurteilungen und der Rhetorik für Gleichstellung am Arbeitsplatz. Dabei sind ihre Begeisterung und ihr Humor deutlich zu spüren.

Hallo Katharina, herzlichen Dank für Deine Zeit, schön dass Du da bist. Du bist deutschlandweit unterwegs und trainierst in Unternehmen den sensibilisierten Umgang mit Themen wie z. B. Genderkompetenz oder Gleichstellung. Bitte korrigiere mich, aber ich erlebe immer wieder, dass manche der Themen bei vielen Menschen deutliche Ermüdungserscheinungen hervorrufen. Wie nimmst Du das in der Gesellschaft oder auch in den Unternehmen wahr?

Bei meinen Teilnehmenden ist manchmal eine erste Skepsis da, besonders wenn die Begriffe „gendersensible Sprache“ oder „interkulturelle Kompetenz“ fallen. Doch das ändert sich schnell und weicht einem echten Interesse. Ich stelle steile Thesen auf und „sprenge“ damit die vorhandenen Denk-Schubladen, damit beginnt die von mir gewünschte Diskussion – und dann kommt die Neugier ins Spiel und die Skepsis rückt in den Hintergrund.

Wie müssen sich unser Leser:innen das vorstellen?

Zum Beispiel zeige ich den Teilnehmer:innen eines Trainings, wie sie aus ihrer Perspektive in eine andere wechseln, ganz bewusst und zielorientiert. Dadurch ebne ich den Weg zu einem toleranten und respektvollen Miteinander.

Im Training geht es um die Gestaltung vorurteilsreduzierter Beziehungen zu anderen Menschen. Zielsetzung ist, dass bereits im ersten Kontakt Beziehungen entstehen, in denen jeder annehmen kann. Eine Frage wäre: „Wie kann ich mit Kund:innen umgehen, die mir fremd sind und mich triggern?“ oder: „Wie gehe ich auf Kund:innen zu, die andere Wertvorstellungen haben und die, ohne es zu wollen, meine Werte durch ihr Verhalten angreifen?“

Für solche Situationen entwickle ich mit den Teilnehmenden Handlungsleitfäden, die im täglichen Umgang eingesetzt werden können und der Unternehmenskultur entsprechen. Daraus entsteht eine flüssige Kommunikation mit Kolleg:innen oder Kund:innen, das wiederum verbessert die Zusammenarbeit oder die Geschäftsbeziehung. Ich drohe nicht mit dem erhobenen Zeigefinger und ich missioniere nicht. Ich denke, dass Unternehmen und Unternehmer:innen sich zwangsläufig weiterentwickeln müssen, denn die Vielfalt in Unternehmen ist schon lange da. Doch häufig wird sie nur auf dem Papier als Unternehmenswert dargestellt. Erst wenn die Vielfalt wirklich akzeptiert und in die Kommunikation transportiert wird, ist es ein Mehrwert für die Unternehmen, der an verschiedenen Kennzahlen messbar ist.

Verstehe ich das richtig, dass der Mehrwert die „neue Art“ der Kommunikation ist?

Nein, der Mehrwert greift viel tiefer in die betrieblichen Prozesse ein. Es fängt u. a. bei besseren Teamleistungen an, geht über die Reduzierung des Stresslevels bei den Mitarbeitenden und verbessert die Bewerbungsquoten.

Die Kommunikation ist das Instrument, das Menschen miteinander verbindet. Hat dieses Instrument einen angenehmen Klang, werden viele Menschen innehalten, hinhören und sich dabei wohlfühlen. Dann erst erfolgen daraus folgen positive Reaktionen, sowohl in der Innen- als auch in der Außenwirkung.

Liebe Katharina, welche Berührungspunkte hattest Du mit den Themen, die Du heute schulst? Was interessiert Dich und wie bist Du zu dem gekommen, was Du heute mit vollem Engagement und großer Leidenschaft tust?

Ich bin stets interessiert an der Begegnung mit dem Fremden und mit Angelegenheiten, die unser Verständnis sprengen, den Dingen, die sich außerhalb unserer Vorstellungskraft abspielen. Während meines Studiums der Ethnologie, Sozialanthropologie und Germanistik habe ich viel Zeit in Polen und der Türkei verbracht. Diese Zeit hat mich in viele Perspektivwechsel gezwungen. Als wirklich hochgewachsene Frau, die ihre Haltung mit klarer – und nicht gerade leiser – Stimme vertritt, bin ich häufig aufgefallen und angeeckt. Einer Diskussion bin ich jedoch nie aus dem Weg gegangen. Manche gesellschaftlich, unübliche Perspektiven haben mich schon mehrfach ins Stolpern gebracht und ich kenne das Gefühl der Schwere, die das erneute Aufstehen bereitet.

Meine Kinder bekam ich während des Studiums und eine akademische Karriere, wie ich sie mir immer erträumt hatte, war damit ausgeschlossen. Denn mit der Bekanntgabe der Schwangerschaft wurde mir der Zeitvertrag als Mitarbeiterin des Lehrstuhls nicht verlängert. Die Tür war zu und das Verfolgen meiner eigenen Ziele wurde von äußeren Umständen wesentlich verkompliziert. Das hat mich darin bestärkt, diesen Weg, den ich heute gehe, einzuschlagen.

In meinem Erwerbsleben kam ich zur Gleichstellungspolitik, stand für Interkulturalität ein und war als Inklusionsbeauftragte im Jobcenter tätig. Ich habe mich um die Schwerbehinderten gekümmert und auch Menschen begleitet, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hatten. Ich war im Haus dafür zuständig, mit den Menschen zu sprechen, die einen Bedarf an Barrierefreiheit hatten, dabei ging es um vielfältige Themenbereiche. Die Schwierigkeiten sind zwar in der Kommunikation aufgetaucht, ihr wahrer Ursprung lag aber in der sozialen Wertung, der kulturellen Brille oder der Gleichstellungthematik begründet.

Aus dieser Tätigkeit heraus habe ich viel mitgenommen, zu den Bedürfnissen von Mitarbeiter:innen und Kund:innen. Ich habe gelernt, wie Vorurteile und Klischees eine fast unüberwindbare Hürde aufgebaut haben und wie sich die individuell erarbeiteten Lösungen in der Arbeitswelt erfolgreich umsetzen lassen.

Ich denke, dass wir alle schon einmal mit Klischees und Vorurteilen konfrontiert wurden. Meiner Erfahrung nach wird es dann kompliziert, wenn sich eine persönliche Betroffenheit einstellt. Welche Erfahrungen hast Du damit gemacht?

Das kann ich bestätigen. Sobald etwas persönlich genommen wird, ist es schwieriger sich selbst zu reflektieren. Beim Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Kulturen erschwert die eigene Sichtweise den Wechsel auf die Meta-Ebene, denn jeder sieht seine Kultur als den richtigen Maßstab an.

Wir Deutsche haben eine sehr direkte Art der Kommunikation. Dieses kulturell gewachsene Merkmal wird in vielen Teilen der Welt als unhöflich angesehen, zusätzlich sind wir noch individualistisch geprägt, d. h. wir haben keinen starken, hierarchisch geprägten Familienzusammenhalt, bei uns wird nicht der Älteste gefragt. Das löst in anderen Kulturen Unverständnis aus, weil dort die Familienhierarchie, der Respekt und die Wertschätzung des Alters ein sehr hohes kulturelles Gut sind.

Aus dieser Perspektive entsteht dann ein Problem, das sich auf der Kommunikationsebene niederlässt und häufig falsch interpretiert wird. Ich möchte das am Beispiel der Personalbeurteilung verdeutlichen.

Kann ich als Beurteilender bei der Bewertung eines Mitarbeitenden nicht bewusst auf die Meta-Ebene wechseln, ist eine korrekte Personalbeurteilung fast unmöglich. Ich muss mich reflektieren und von den vorhandenen Klischees lösen können, ohne die Bedürfnisse des Mitarbeitenden zu vernachlässigen. Nur dann versetze ich den Mitarbeitenden in die Lage, sein Bestes zu geben und den Mehrwert der Vielfalt im Unternehmen auch vollumfänglich nutzen zu können.

Doch auch andere Themen, wie Gleichstellung und Chancengleichheit und der Abbau von Geschlechtsstereotypen spielen in das Thema Vielfalt hinein. Als Basis dient die Kommunikation, um Vorurteilen entgegenzuwirken und eine bessere Zusammenarbeit zu erzielen. Mit Rollenspielen versetze ich die Teilnehmer:innen meiner Trainings in die Lage, sich die Situation aus anderen Perspektiven anzusehen und damit zielgerichtet auf die Meta-Ebene wechseln zu können.

Das klingt sehr einprägsam und Du erzielst damit sicher große Erfolge für die Unternehmen, für die Du tätig bist. Doch was ist Dir an Deiner Arbeit das Wichtigste? Woran hängt Dein Herz?

Eine Erfahrung in meiner Jugend hat mir verdeutlicht, wie sehr wir von gesellschaftlichen Glaubenssätzen beeinflusst sind. Mir liegt daher die Gleichstellung sehr am Herzen: Gender-Gap, Care-Gap, das sind alles Indikatoren für eine Trennung nach Geschlechtern – und das mag ich nicht. Lieber stelle ich provokante Thesen auf und biete so einen Diskussionsansatz, in den alle Anwesenden völlig wertfrei einsteigen können. Mit viel Humor erarbeiten wir uns dann weitere Perspektivwechsel. Ich möchte wohlwollend auf diese „Missstände“ aufmerksam machen und biete eine ideale Mischung aus Wissensvermittlung, Entertainment und Selbstreflektion.

Entertainment klingt in diesem Kontext absolut ungewöhnlich … Doch nach unserem Gespräch kann ich gut verstehen, warum Unternehmen Dich buchen. Wir haben schon einiges von Dir gehört, was gehört noch zu Deiner Expertise?

Ich möchte das kurz klarstellen: Unternehmen buchen mich nicht wegen des Entertainments, sondern weil sie ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachgehen möchten. Das machen sie, indem sie die Gesprächskultur verbessern, weil sie ein Statement für Toleranz, Offenheit und für Diversität abgeben wollen und weil sie verstanden haben, dass Interkulturalität und die Gleichstellungsarbeit für unsere Zukunft immer wichtiger werden.

Gerade die Personalpolitik in Unternehmen spiegelt häufig die Kund:innen wider. Und indem ich mich als Unternehmen öffne, wird sich das positiv auf die Klientel auswirken und für eine wertebasierte, langfristige Verbindung sorgen. Darauf muss der Mikrokosmos des Unternehmens ausgerichtet werden.

Nun zurück zu Deiner Frage. Übergeordnet bringe ich Klarheit in komplexe Themen, die das Unternehmen betreffen, damit am Ende eine deutliche Botschaft bei allen Beteiligten ankommt. Ich biete einen niederschwelligen Zugang zu den Themen mit hohem Wissenstransfer und vermittle diese auf Basis der Kernmethoden.

Des Weiteren biete ich Genderkompetenz, Verkaufs- bzw. Telefontrainings und einen bedürfnisorientierten Einsatz der Kommunikation, nachdem die Stärken und Schwächen erkannt wurden. Ich stehe dafür, durch die Kommunikation die Akquise und Suche nach neuen Mitarbeitenden zu verändern. Damit können wir fremde Kulturen in unseren Unternehmen etablieren, denn ich sehe eines ganz deutlich:

DIE VIELFALT IST REALITÄT!

Katharina Schultejans
Liebe Katharina, Entertainment finde ich trotzdem klasse und freue mich, dass es Menschen wie Dich gibt, die herausragen und andere Herangehensweisen anwenden. Ich danke Dir ganz herzlich für das Gespräch.


Katharina Schultejans
Vielfalt Spricht

Unternehmenstrainings für Kommunikation, Interkulturalität und Genderkompetenz

Kaiserstraße 68
44135 Dortmund
Mobil: +491746472980
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ADHS – Aufklärung tut immer noch not!

ADHS – Aufklärung tut immer noch not!

Die häufig auftretende, psychische Auffälligkeit der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird meist Kindern und Jugendlichen zugesprochen, die sehr unruhig und zappelig sind – oft sogar auch ohne ärztliche Diagnose.

Weltweit sind etwa 6% der Kinder und Jugendlichen betroffen, bei den Erwachsenen sind es etwa 2,5%. In den letzten Jahren hat sich schon einiges getan, um Falschdiagnosen zu verhindern, doch Aufklärung ist weiterhin notwendig.

Nur so lassen sich Vorurteile ausräumen und die Bereitschaft erzeugen, tägliche Abläufe – auch im Berufsleben – auf das Krankheitsbild abzustimmen. Den Betroffenen kann eine große Last abgenommen und das stetige Anecken verringert werden. Zudem unterstützt ein erweitertes Schulungsangebot für Lehrer:innen und Betreuer:innen, die Kinder und Jugendlichen gut in ihrer Situation aufzufangen.

Du interessierst Dich für diese Krankheit? Wir haben für Dich einige Links mit weiteren Informationen zum Thema ADHS zusammengestellt:

https://www.adhs.info/

https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/das-solltest-du-ueber-adhs-wissen/

https://www.netdoktor.de/krankheiten/adhs/

https://www.adhs-ratgeber.com/

https://www.zentrales-adhs-netz.de/regionale-netze/

https://www.klinik-friedenweiler.de/methoden/online-selbsttests/adhs-selbsttest/

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/kindergesundheit/aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.html

https://www.adhs-deutschland.de/Home.aspx

Mehrwert Mietkleidung: Shopping war gestern

Mehrwert Mietkleidung: Shopping war gestern

[Ein Erfahrungsbericht und damit auch unbezahlte Werbung]

„Mietkleidung … ist das Dein Ernst?“ „Ja!“, sage ich, „macht mein Leben leichter und ist nachhaltiger.“ Ein kritischer Blick von der Seite lässt mich weiter ausholen: „Ich gehe nicht gern einkaufen und wenn doch, lande ich eh immer bei den gleichen Farben und Schnitten. Mit der Mietkleidung kann ich mich neu sehen und einkleiden, habe Abwechslung im Schrank, bin bei neuen Farbtrends flexibel, habe Designerstücke und fair produzierte Kleidung.“

Ich war nicht überrascht, denn ich habe ähnlich reagiert, als ich das Gespräch, noch als „Unwissende“, mit einer Kollegin geführt habe. Doch das Konzept des 2018 gegründeten Unternehmens FAIRNICA hat mich überzeugt.

Das Konzept der Mietkleidung

FAIRNICA hat zwischen 5 – 8 Designer-Bekleidungsstücke in sogenannten „Kapseln“ zusammengestellt, die auf monatlicher Basis vermietet werden. Insgesamt haben sie unterschiedliche Kapseln in verschiedenen Größen zur Auswahl. Der Begriff kommt aus der „Capsule Wardrobe“ Bewegung und bedeutet, dass die Garderobe aus wenigen Kleidungsstücken besteht, die aber alle untereinander kombinierbar sind.

Aus einer Kapsel lassen sich bis etwa 30 Outfits kreieren, doch dazu sollte man „die Basics“ bereits im Schrank haben. Mit einer blauen und einer schwarzen Jeans, einem schwarzen und einem weißen T-Shirt lassen sich viele unterschiedliche Stile zusammenstellen, doch auch mit den anderen Kleidungsstücken kann fleißig kombiniert werden.

Vermeiden von Fehlkäufen

Meine Testphase ist sehr spannend verlaufen und für mich liegen die Vorteile auf der Hand.

  • keine Fehlkäufe
  • andere Farben kombinieren
  • neue Lieblingsstücke
  • überraschende Kombinationen
  • für Übergangsphasen wunderbar geeignet

Die Abwicklung ist einfach und niederschwellig. Das mitgelieferte Waschmittel ist auch für Allergiker geeignet und ich habe es auch schon für meine „normale“ Wäsche bestellt.

Mein Fazit: Die Idee ist super und es lohnt sich, das Konzept auszuprobieren – im Sinne der Nachhaltigkeit und auch, um mal über den eigenen „Kleiderrand“ zu schauen.

Falls Du interessiert bist, mehr darüber zu erfahren, kannst Du bei Fairnica GmbH selbst nachschauen.

Einen Hinweis noch:

Ähnliche Mietmodelle gibt es auch von anderen Anbietern.

Wie siehst Du das? Hast Du schon Erfahrungen gesammelt? Hinterlasse uns doch einen Kommentar.

Beate Rupietta: Der Mitarbeiter ist König!

Beate Rupietta: Der Mitarbeiter ist König!

Das ist das Motto von Beate Rupietta, Geschäftsführerin der Assum GmbH. Der Dortmunder Personaldienstleister ist im Gesundheitswesen tätig und hat sich auf Fachkräfte für den OP- und Intensiv-Bereich spezialisiert. Die Gesundheitsökonomin weiß, wovon sie spricht. Sie legt großen Wert darauf, dass ihre Mitarbeiter* einen Einsatzort bekommen, den sie mit ihrem „privaten“ Leben gut vereinbaren können. Wie sie das macht und warum sie dieses Konzept entwickelt hat, berichtet sie in diesem Interview.

Hallo Beate, Du vertrittst den Standpunkt „Der Mitarbeiter ist König!“ Gerade im Gesundheitswesen sticht diese Aussage deutlich hervor. Wie bist Du zu dieser Betrachtungsweise gekommen?

Als Personaldienstleister haben wir das Konzept „Der Kunde ist König“ verworfen. Meine Mitarbeiter sind mir wichtig und ich möchte gerade in unserer Branche mit gutem Beispiel vorangehen. Grundlegende Ursachen für den fortschreitenden Pflegenotstand lassen sich nicht ignorieren und die Mitarbeitergesundheit ist ein wichtiger Aspekt. „Der Mitarbeiter ist König!“ ist gelebte Realität und ich stelle mich der Verantwortung, meine Mitarbeiter mit den zu ihnen und ihrem Leben passenden Einsatzstellen zu versorgen. Dabei sprechen wir über einen festgelegten Zeitraum von mindestens einem Monat bis zu maximal 18 Monaten, um Bedarfe in den Kliniken abzudecken. Dabei ist die individuelle Bewertung des Einsatzes vom Mitarbeiter der limitierende Faktor.

Mein Personal besteht aus fest angestellten Gesundheits- und Krankenpflegern (m/w/d) mit Fachweiterbildungen oder Berufserfahrung im OP-Dienst, auf Intensivstation und im Intermediate Care Bereich (IMC), in der Anästhesie, im Aufwachraum und in der Notaufnahme. Das sind harte Berufe, die viel verlangen und in denen die Menschen bereit sind, viel zu geben. Dagegen ist nichts einzuwenden, denn die Patienten profitieren davon. Doch häufig wird vergessen, an die Bedürfnisse des Pflegepersonals zu denken, das geht oft auf Kosten der Gesundheit und des Engagements. Die Missstände werden auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen und das ist in meinen Augen in den heutigen Zeiten nicht mehr tragbar.

Der Ansatz ist sehr spannend und Deine Mitarbeiter sind vermutlich begeistert. Doch wie können sich unsere Leserinnen die praktische Umsetzung vorstellen?

Ich habe zu meinen Mitarbeitern ein persönliches Verhältnis und ich sehe sie unter der ganzheitlichen Perspektive. Was sind ihre Sorgen und Nöte? Was machen sie gern? Was ist ihnen wichtig – sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich?

Mit diesem Kenntnisstand führe ich die Verhandlungen mit den Krankenhäusern, um die richtigen Einsätze zu finden. Sei es, dass ein Mitarbeiter keine Nachtschicht machen kann, Teilzeit arbeiten oder einen Tag in der Woche aus persönlichen Gründen nicht zur Spätschicht eingeteilt werden möchte. Damit stelle ich sicher, dass meine Mitarbeiter eine echte Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Pflegeberuf haben. Hierbei hat die Kinderbetreuung oder Pflege der Eltern den gleichen Stellenwert, wie ein Yogakurs, eine Bandprobe oder Weiterbildungswünsche. Der Urlaub und gewünschte freie Tage sind heilig und nicht verhandelbar. Das klingt vielleicht ungewohnt, doch im Ergebnis profitiert das Krankenhaus davon, wie meine langjährige Kundschaft belegen kann: Sie bekommen exzellente Mitarbeiter, die ihre Freude an ihrem Beruf über ihre allgemein gesteigerte Resilienz nach außen tragen.

Das ist ein attraktives Modell für potenzielle Mitarbeiter, klingt aber auch nach viel Arbeit für Dich. Wie hast Du dieses Konzept entwickelt?

Dass ich mein Unternehmen so aufgestellt habe, liegt in meiner Historie. Es ist auch weniger eine Konzeptentwicklung, als die Umsetzung meiner eigenen Wünsche, die ich als Arbeitnehmer an meine Arbeitgeber hatte. In meiner Ausbildung als Krankenschwester wollte ich unbedingt Ärztin werden. Ich war dann erst im OP tätig, dann eine Weile in der Anästhesie und während des Medizinstudiums habe ich nebenbei als Nachtwache auf der Intensivstation und in der häuslichen Beatmungspflege gearbeitet. In dieser Zeit sind mir viele Missstände in der Personalführung aufgefallen, die keinem verborgen bleiben, der in Krankenhäusern tätig ist. Mein Wunsch Ärztin zu werden verringerte sich zusehends, es hätte sich im Kern für mich auch nichts geändert und vor dem Start des praktischen Jahres, mit allen Scheinen in der Tasche, habe ich das Medizinstudium beendet. Ich orientierte mich neu und machte meinen Master im Gesundheitsmanagement und habe als „Gesundheitsökonom“ und MBA (EBS) meinen Abschluss.

Mit der Gründung der Assum GmbH im Jahr 2010 sah ich als Unternehmerin die Möglichkeit, Dinge zu verändern. Ich konnte als Arbeitgeber für bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Im Gesundheitswesen werden medizinische Fachkräfte in der Gesamtbetrachtung häufig nicht als Menschen, sondern als „Leistungsposten“, zuweilen als Inventar, angesehen. Bei uns ist das anders. Mir geht es um den Menschen, denn geht es dem Menschen gut, wirkt sich das an der richtigen Stelle aus – beim Patienten. Der Mitarbeiter ist König!

Seit dem Jahr 2010 stehe ich fest zu meinen Mitarbeitern. Gibt es Beschwerden spreche ich mit dem Krankenhaus und mit dem Mitarbeiter. Ist der Einsatz problematisch und wird seitens des Krankenhauses keine Abhilfe geschaffen, ziehe ich den Mitarbeiter ab. Lieber habe ich finanzielle Einbußen, als dass meine Mitarbeiter in einen Kreislauf geraten, der ihnen nicht guttut. Ich merke, dass das von den Mitarbeitern gesehen und geschätzt wird und ich bekommen viel zurück: von positiven Rückmeldungen, über Empfehlungen für neue Kollegen und ein großes Engagement, als bei Google eine schlechte Bewertung auftauchte – von Jemandem mit dem wir noch nie zu tun hatten.

Liebe Beate, Personaldienstleister sind nicht überall in einem positiven Fokus. Da wird von geringen Gehältern und schlechter Arbeitsleistung gesprochen. Doch Deine Aussage, auf Kunden zu verzichten, wenn sie Deine Mitarbeiter nicht wertschätzen, spricht eine ganz andere Sprache. Kannst Du unseren Leserinnen das noch etwas verdeutlichen?

In unserem Bereich, der Vermittlung von Fachkräften, ist die Struktur etwas anders, als im rein technisch-gewerblichen Zeitarbeitsbereich. Meine Mitarbeiter beziehen höhere Gehälter als die Festangestellten im Krankenhaus. Das hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen. Meine Fachkräfte müssen sich immer wieder auf neue Einsatzstellen, neue Teams und neue Organisationsstrukturen und Standards einlassen können. Sie sind offen, legen eine große Lernbereitschaft an den Tag und passen sich flexibel an die Einsatzstelle an, das muss sich auch in der Entlohnung widerspiegeln, es ist definitiv eine Mehrbelastung.

Vielleicht noch ein Satz zum negativen Image der Branche: Meine Mitarbeiter sind fest angestellt und bekommen ihr Gehalt durchgängig, egal ob es gerade einen Einsatz gibt oder nicht. Die Urlaubsregelung ist Standard – und damit meine ich nicht die gesetzliche Regelung von 26 Tagen. Dazu gibt es nach der Probezeit eine betriebliche Altersvorsorge, eine private Zusatzversicherung, ggf. einen Dienstwagen und noch weitere Vorteile, die nicht zwangsläufig mit dem Begriff Zeitarbeit assoziiert werden.

Ich sehe uns als eine kleine Familie, in der ich sehr nah an den Menschen dran bin. Ich sorge für Weiterbildungsmöglichkeiten, biete bei Bedarf individuelle Coachings an und meine volle Unterstützung, wenn es mal Probleme gibt. Vor Corona hatte wir regelmäßige Teamevents, um meinen Mitarbeiterin, die im Einsatz meist Einzelkämpfer sind, eine Art berufliche Heimat zu geben. Wir waren im Kletterwald, haben uns selbst Messer geschmiedet, hatten ein Krimidinner, Mittelalterevent oder eine GPS-Ralley. Ich möchte den Rückhalt deutlich machen, den meine Mitarbeiter von mir bekommen. Bei allen Fragen und Nöten bin ich für meine Mitarbeiter da und sie danken es mir mit einer hervorragenden Arbeitsleistung, die in den Krankenhäusern für sich spricht. Das macht mich wirklich stolz.

Dein Konzept ist modern und sicher ein guter Weg, eine höhere Qualität am Patienten zu etablieren. Wie findest Du neue Mitarbeiter und was sind gute Gründe, sich bei Dir zu bewerben?

Etwa 2% aller Erwerbstätigen sind Zeitarbeitnehmer. Ein Großteil davon ist im Helferbereich tätig, eine kleinere Anzahl sind die hochqualifizierten Berufe, zu denen auch meine Fachkräfte gehören. Manchmal hört man den Begriff „Rosinenpicker“, da sie sich bestimmte Bedingungen aussuchen. Aber sie leisten im täglichen Betrieb das gleiche wie andere, stellen sich dabei jedoch viel größeren Herausforderungen.

Die Gründe in die Zeitarbeit einzusteigen sind vielfältig: Manche wollen mehrere Kliniken kennenlernen oder nicht (mehr) um einen respektvollen Umgang bzw. Anerkennung der Leistung kämpfen müssen, der sich in einer langjährigen Tätigkeit im Krankenhausalltag verliert. Manche wollen einfach nur ihren Beruf machen, also sich um die Patienten kümmern, und sich nicht mit dem ganzen Nebenaufgaben beschäftigen müssen, die im Krankenhaus anfallen und sie aufreiben, und wieder andere finden die Abwechslung spannend, unterschiedliche Einsatzorte und neue Teams.

Meine Mitarbeiter kommen oft auf Empfehlung, aber natürlich haben wir unsere offenen Stellenangebote auch auf unserer Website . Aktuell wollen wir noch wachsen und suchen weitere Mitarbeiter. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist bekannt und nicht wenige Krankenhäuser fragen unsere Mitarbeiter explizit an, weil jeder Mitarbeiter nach seinem Einsatz eine exzellente Visitenkarte hinterlassen hat. Daher möchte ich den Mitarbeiterstamm ausbauen. Am bestehenden Konzept „Der Mitarbeiter ist König!“ ändert sich nichts und das Persönliche ist mir extrem wichtig, damit ich die richtigen Einsatzorte für meine Mitarbeiter finde. Assum wird niemals eine kritische Größe erreichen, bei der diese Qualität zwangläufig hinten runterfällt. Auch diese Erfahrung durfte ich selbst als Arbeitnehmer machen und werde das zu verhindern wissen.

Welche Menschen suchst Du aktuell, für wen ist es sinnvoll, zumindest ein Gespräch mit Dir zu führen?

Ein Gespräch ist ein guter Anfang, um die grundsätzlichen Vorstellungen abzuklären. Interessant ist ein Gespräch für medizinische Fachkräfte, die mit ihrer aktuellen Situation nicht zufrieden sind oder Abwechslung suchen. Tätig werden wir im gesamten Bundesgebiet, problematisch sind nur die Standorte Hamburg und Berlin:

  • (Fach)Gesundheits- und Krankenpfleger/innen im OP-Dienst
  • Operationstechnische/r Assistent/in (OTA)
  • (Fach-)Gesundheits- und Krankenpfleger/innen für die Intensivpflege
  • (Fach-)Gesundheits- und Krankenpfleger/innen für die Anästhesie
  • Gesundheits- und Krankenpfleger/innen
Liebe Beate, das war ein wunderbares Gespräch mit neuen Einblicken in die Welt der Zeitarbeit, herzlichen Dank für Deine Zeit. Wir wünschen Dir tolle Bewerbungen und hoffen, dass weitere Unternehmen Deinem Beispiel als ein so attraktiver Arbeitgeber folgen werden.

Die Kontaktdaten von Beate Rupietta

Assum GmbH
Wandweg 1
44149 Dortmund
Fon: 0231 / 6181 0090
Fax: 0231 / 6181 0093
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*Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel verzichtet auf Bitte der Gesprächspartnerin Beate Rupietta zugunsten der Lesbarkeit und der Verständlichkeit auf eine gendersensible Sprache. Das verwendete grammatikalische Geschlecht versteht sich ausdrücklich wertfrei in Bezug auf das biologische Geschlecht.