Unbekannte Welten: Intimpflege bei Frauen

Unbekannte Welten: Intimpflege bei Frauen

Mit den Unsicherheiten zum Thema Intimpflege ist jetzt Schluss, denn die beiden Gründerinnen von DEO DOC, einer Marke für Intimpflege und Hygieneprodukte, haben sich vor acht Jahren entschieden, gesunde Produkte zu entwickeln und für eine bessere Aufklärung zu sorgen.

In der „Welt“ haben wir einen wunderbaren Artikel zur Entstehungsgeschichte von DEO DOC entdeckt, der über die Geschwister Dr. Hedieh und Hasti Asadi berichtet, die das Tabuthema „Intimpflege“ nicht hinnehmen wollten.

Aus der Lösungssuche für ein Geruchsproblem hat sich ein Business entwickelt. Ihre damalige Marktbeobachtung und Analyse haben ergeben, dass es kaum vernünftige Produkte zur Pflege des Intimbereichs gibt. Es lag wohl nicht allein daran, dass häufig Männer an der Entwicklung beteiligt waren, auch an die Frauengesundheit wurde nicht immer gedacht. Es gibt zum Beispiel Tampons aus synthetischen Materialien, deren Fasern sich im Gebärmuttereingang ablagern, oder Seifen, deren pH-Wert nicht an das Milieu der Vulva angepasst ist.

Die Geschwister wollen gesunde Produkte entwickeln. Produkte, die auf die Bedürfnisse des weiblichen Intimbereichs eingehen und dadurch Frauen helfen, sich in ihrem Körper wohlzufühlen. Das haben sie zusammen mit der Gynäkologin Gunvor Ekman-Ordeberg sehr erfolgreich umgesetzt und verkaufen die schön gestalteten Produkte über ihren Shop. Das Sortiment ist mittlerweile breit aufgestellt und beinhaltet Waschgele, Deotücher und Rasierschäume bis zu Baumwoll-Tampons bzw. -Binden, Badezusätze und Gleitmittel.

Hedieh und Hasti Adadi machen sich auch für die Aufklärung stark. Mit der „Vulva-School“ auf der Website und viel Aktivität in den Social-Media-Kanälen haben sie sich eine dankbare Fangemeinde aufgebaut. Sie posten Videos, geben Tipps und Anregungen rund um die Intimpflege, damit das Tabuthema weiterhin im Gespräch bleibt und Frauen wissen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind.

Den ganzen Artikel vom 03.09.2021 findest Du hier 

Website DEO DOC 

MGG Sozialprojekt „Helden gesucht“ beginnt bei einem gesunden Selbst

MGG Sozialprojekt „Helden gesucht“ beginnt bei einem gesunden Selbst

Die „Meine Gesundheit-Genossenschaft eG“ (MGG) in Dortmund und ihre Vorstandsvorsitzende Heidi setzen sich erfahren und engagiert für die bezahlbare Weiterbildung von arbeitslosen Menschen ein, die Personen ganz praktisch (wieder) für den 1. Arbeitsmarkt qualifiziert.

Um der Demografie und dem Fachkräftemangel etwas entgegenzustellen, hat sie, zusammen mit ihrer Kollegin und stellvertretenden Aufsichtsvorsitzenden, Anke Vierow, ein Projekt auf die Beine gestellt, um erwerbslose Menschen auf ihrem Weg in Arbeit zu begleiten. Gesundheit spielt bei Mitarbeitenden in Betrieben und bei „Helden gesucht“ eine herausragende Rolle.

Hintergrund des Sozialprojekts

Heidi Nickel erklärt: „Worüber reden wir eigentlich, wenn wir über Arbeitslosigkeit sprechen? Wir reden über Menschen, denen eine Erwerbstätigkeit fehlt. Wir reden von Frauen und Männern, die nicht für ihren eigenen Lebensunterhalt aufkommen können. Wir reden über Armut, besonders wenn sie Kinder oder ältere Personen betrifft. Im Grunde sprechen wir immer über die Abwesenheit von Geld.“

Sie führt weiter aus: „Wenn wir den Menschen aus dem Blickfeld nehmen, dann verdecken wir auch die Schwierigkeiten, mit denen er zu kämpfen hat: Arbeitslose Menschen haben nicht nur wenig Geld, sie haben auch wenige soziale Kontakte und häufig keine Perspektive. Für viele ist es schwierig einen Grund zu haben, gut zu sich selbst zu sein und ein gesundes Selbst zu entwickeln. Mit der Zeit etablieren sich nachteilige Essgewohnheiten. Bewegung bleibt auf der Strecke. Für Sportkurse fehlt das Geld und die Motivation.“ 

Innovative Wege für Menschen ohne Erwerbstätigkeit

Und genau an dieser Stelle setzt das Sozialprojekt „Helden gesucht“ an. Erwerbslose Menschen finden hier das, was sie am dringlichsten benötigen: eine nachhaltige Perspektive auf ein Berufsleben über „Arbeit & Gesundheit“.

Die Initiatorinnen Heidi Nickel und Anke Vierow beschreiten dabei einen innovativen Weg. Sie bestärken die Teilnehmenden darin, sich zuallererst mit sich selbst auseinanderzusetzen. Sie sprechen mit ihnen über ihre Hemmnisse und Barrieren. Der Austausch ist dabei von Wertschätzung und gegenseitiger Anteilnahme geprägt: Gespräche, Rollenübungen und viel Bewegung schweißen die Teilnehmenden erlebnisreich zusammen. Die Stärke der Gruppe baut die jungen wie auch die älteren Menschen auf. Sie setzt den Selbstzweifeln und der Ablehnung, die sie bislang erfahren haben, ein starkes und effektives Gefühl entgegen, nämlich Hoffnung.  

Gesundheit und Bewegung

Das Thema Gesundheit wird bei den beiden Expertinnen für betriebliches Gesundheitsmanagement und Resilienz großgeschrieben: Mit Blick auf eine Tagesstruktur ebenso wie auf die eigene Gesundheit läuft die Gruppe regelmäßig für den guten Zweck. Soziales Engagement erhält zusätzliche Bedeutung. Für jeden erlaufenen Schritt geht von der MGG ein Euro an eine wohltätige oder soziale Einrichtung. In diesem Jahr sind auf diesem Wege Spenden für den Kinder- und Jugendhospizdienst Emscher-Lippe und das Klara-Hospiz zusammengekommen. Auch der Hof Feuler, mit seinen Therapiepferden und Alpakas, wurde mit einem vor Ort-Besuch von den Teilnehmenden aktiv in Augenschein genommen, denn auch hier spendet die MGG für jeden Schritt der Helden.

Kleine Workouts begleiten die digitalen und analogen Begegnungen der Teilnehmenden. Achtsamkeit und Resilienz werden besprochen und gelebt. Themen wie Suchtprävention und Stress spielen eine wichtige Rolle. Und was nicht fehlen darf, ist die Ernährung. In gemeinsamen Koch-Sessions erklären Heidi und Anke, gemeinsam mit einer Ökotrophologin, den Helden, wie eine gesunde Ernährung in ein kleines Budget passt.

Wissensvermittlung: anschaulich und auf Augenhöhe

Heidi und Anke vermitteln ihr Wissen und ihre Erfahrungen stets anschaulich und auf Augenhöhe. In diesem Sommer haben sie mit den teilnehmenden Helden z. B. den Hof Schulte-Scherlebeck besucht. Im Fokus standen, nach einer ausführlichen Hofbesichtigung durch den Junior Jan, nicht nur das Pflücken, sondern auch die nachträgliche Verarbeitung frischer Erdbeeren – als Beere eine der 10 wichtigsten Lebensmitteln. Auch der nachhaltige Umgang mit Lebensmitteln ist wichtig. Die Teilnehmenden kreierten Kuchen, Marmeladen, Puddings und vieles mehr.

Während die köstlichen Leckereien schnell vertilgt werden, bleibt das Wissen um den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln, vor allem aber mit dem eigenen Körper. Als erfahrene Trainerin für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) kennt Heidi Nickel den hohen Stellenwert einer positiven Beziehung zu sich selbst. Ihre Strategie in der Arbeit mit den erwerbslosen Menschen beruht auf einem empathischen Miteinander und einem starken Füreinander. Sie zeigt ihnen, was es bedeutet, achtsam mit sich und anderen umzugehen. Diese Inhalte werden durch Anke und Heidi aktiv vorgelebt.

Zielsetzung: Wunscharbeitsverhältnisse

Das Sozialprojekt hat ein großes Ziel: Die Vermittlung der Teilnehmenden in den 1. Arbeitsmarkt. Dabei werden tiefliegende Hebel im Selbstbild der Menschen bewegt, etwas, das andere Maßnahmen nicht berücksichtigen. Dadurch bildet sich ein starkes Netzwerk, das sich selbstwirksam darstellt und lernbereit ist. Heidi und Anke haben verstanden, dass der Mut und die Haltung, um einen beruflichen Neuanfang beschreiten zu können, von innen kommt. Deswegen setzen sie genau hier an. Als Vorbilder, als Mentorinnen und als Expertinnen begleiten sie die Menschen in ein neues Leben, in dem ein gesundes Selbst der Ausgangspunkt aller guten Entwicklung ist. Und das Ergebnis des gesunden Selbst gibt ihnen Recht: ALLE bislang ausgebildeten Helden kennen ihren Wunschberuf und sind bei den zu ihnen und ihren Werten passenden Arbeitgebern.


Die Autorin: Heidi Nickel – Vorstandsvorsitzende der Meine Gesundheit-Genossenschaft eG

Die Kontaktdaten:

Heidi Nickel
Meine Gesundheit-Genossenschaft eG
Emil-Figge-Str. 43
44227 Dortmund

E-Mail
Website MGG eG
Facebook

Website Helden gesucht

Gefährlicher Loverboy

Gefährlicher Loverboy

Der Begriff „Loverboy“ klingt süß, doch der Schein trügt, denn es geht um Menschenhandel. Betroffen sind überwiegend Mädchen und junge Frauen im Alter ab 14 bis zu über 18 Jahren.

Viel Aufwand wird betrieben, um junge Menschen der Prostitution zuzuführen und sich persönlich daran zu bereichern. Sie werden sorgfältig ausgewählt und systematisch vom Familien- und Freundeskreis isoliert. Daraus entwickelt sich ein massives Abhängigkeitsverhältnis, das vom Loverboy forciert wird, denn so kann er wesentlich leichter emotionalen Druck auf- und nach Bedarf ausbauen. Das Schlimme daran ist, dass die jungen Frauen keine Alternative sehen und zusätzlich noch glauben, dass sie selbst schuld an ihrer Situation sind.

Junge Mädchen in schlechten Händen

Im ersten Moment denkt man, das könne nicht funktionieren und die Mädchen bzw. jungen Frauen müssten es durchschauen. Allerdings zeigen die Beratungsgespräche der Dortmunder Mitternachtsmission e.V., dass die Betroffenen keine Chance haben, die Situation aus ihrer Perspektive zu erkennen.

Die Sozialarbeiterin Hanna Biskoping führt viele dieser Gespräche und berichtet, dass die Mädchen mit dieser Masche in Situationen getrieben werden, in der sie oft keinen Ausweg mehr sehen. Sie sind nicht mehr in der Lage, die vorgespielte „Notsituation“ ihres Loverboys als Lüge zu durchschauen.

Wie gehen die Männer vor?

Männer, die sich zum Teil jünger machen als sie sind, halten sich an Treffpunkten auf, wo sich junge Menschen begegnen, z. B. an der Schule, in Jugendtreffs, in Clubs, im Internet oder in Social-Media-Chats. Sie suchen nach geeigneten Opfern und nehmen selbst – oder über dritte Personen – Kontakt auf. Die Wahl fällt häufig auf junge Mädchen, die (noch) nicht richtig in einer Clique angekommen sind, die ein geringes Selbstwertgefühl haben oder neu an der Schule sind. Also junge Menschen, deren soziales Umfeld nicht stabil ist und wo mit Lob, Anerkennung, gemeinsamer Zeit, Geschenken und ähnlichen Dingen schnell eine Beziehung aufgebaut werden kann.

Die Männer nehmen sich Zeit, hofieren das Opfer und erschaffen in den Köpfen der Mädchen eine Traumwelt, in der sie sich verstanden, begehrt und geliebt fühlen. Sie sprechen von gemeinsamer Zukunft und „malen“ Bilder von gemeinsamen Urlauben, einer Eigentumswohnung oder der perfekten Ehe – und untermauern diese Bilder mit Geschenken und Komplimenten. Für junge Frauen fühlt es sich wertschätzend und gut an. Sie wirken auf Gleichaltrige plötzlich interessanter, weil sie von einem „älteren“ Mann umworben werden.

Die Grenzen werden ausgelotet

In dieser Phase lotet der Menschenhändler bereits die Grenzen der Mädchen aus: Wie weit gehen sie auf seine Wünsche ein? Wie reagieren sie auf die Konfrontation mit Alkohol und Drogen? Wie reagieren sie auf seine sexuellen Forderungen? Wie experimentierfreudig sind sie? Sind sie neugierig, steigert er seine Forderungen, lehnen sie etwas ab, lenkt er ein: „Nein, das mit den Drogen war nur mal ein Versuch. Mir hat das auch nicht gefallen.“ Die Mädchen fühlen sich in guten Händen und das Vertrauen in den Loverboy wächst.

Es wirkt auf sie wie Verbundenheit, doch in Wirklichkeit ist es der gezielte Aufbau einer Abhängigkeit, denn parallel arbeitet er daran, sie vom Freundes- und Familienkreis zu isolieren. Er sagt z. B., dass die Familie ihre Beziehung nicht anerkennt oder dass er keine Lust auf ihre Freunde hat, die noch so kindlich sind und will lieber mit ihr alleine sein. Die Schmeichelei zeigt Wirkung und die jungen Frauen vertrauen auf den älteren „Partner“, der sein profitables Ziel wesentlich leichter erreichen kann, wenn die sozialen Bindungen zerstört sind.

Schrittweise in die Prostitution

Plötzlich ist es so weit. Der Loverboy steckt vermeintlich in finanziellen Schwierigkeiten. Es droht ihm eine Gefängnisstrafe, wenn er nicht zahlen kann oder die gemeinsame Zukunft ist in Gefahr. Er stellt es so geschickt dar, dass sich die Betroffene mitverantwortlich fühlt und hat auch schon eine Idee, wie sie das Problem aus der Welt schaffen können. Er geht sensibel und empathisch vor. Da er die Grenzen seines Opfers kennt, kann es „harmlos“ anfangen, mit z. B. „Kannst Du im Club als Escort-Service mal aushelfen? Du musst nur ein schönes Kleid und hohe Schuhe tragen, dann können wir die Schulden bald ausgleichen …“ Die Mädchen denken sich meist noch nichts dabei, doch dann möchte ein „Kunde“ doch mehr – und es ist doch nur das eine Mal. Es tut ihm doch so leid, aber sie ist seine Rettung, ohne sie ist er verloren, doch damit kann er die Schläger, die ihm auf den Fersen sind in Schach halten.

Lassen sich die jungen Frauen erst mal darauf ein, wird der Druck weiter gesteigert; die Schulden sind doch höher und er hat ein gutes Angebot bekommen, denn sein Freund würde gern für viel Geld mit ihr schlafen. Ob sie das wohl für ihn tun könnte.

Wenn sie sich weigern, wird psychische und physische Gewalt ausgeübt, von Drohungen die Fotos und Videos von sexuellen Handlungen an Familie und Freunde zu schicken bis zu körperlichen Übergriffen. Die Scham nimmt zu und die Betroffenen werden immer tiefer in die Spirale hineingezogen.

Wollen sie von ihm weg, findet er immer einen Weg, der sie an ihrer Entscheidung zweifeln lässt. Sie fühlt sich wieder wie am Anfang, geliebt und umworben. Er entschuldigt sich und malt erneut das strahlende Bild einer gemeinsamen Zukunft. Viele Mädchen halten an dieser Liebe fest, weil sie nichts anderes kennen, doch der Loverboy spielt nur mit ihnen und hat es einzig und allein auf den eigenen Profit abgesehen, während die Opfer der Prostitution nachgehen müssen.

Wie fühlt sich Liebe an?

Hanna Biskoping arbeitet in der Beratungsstelle der Dortmunder Mitternachtsmission e.V. und erklärt, dass die jungen Mädchen ihre Identität noch nicht gefunden haben und nicht wissen, wie sich echte – bedingungslose – Liebe anfühlt. Hanna zeigt Präsenz und baut eine soziale Bindung zu den Betroffenen auf, indem sie da und ansprechbar ist. Sie bietet Beständigkeit in einer wackeligen Welt, die von emotionalen Berg- und Talfahrten bestimmt wird. Die Sozialarbeiterin weiß, nicht der Ausstieg, sondern das wachsende Vertrauen ist ihr Erfolg. Sie ist da, wenn die Mädchen sie brauchen, egal wie sie sich entscheiden. Denn auch die Loverboys haben Durchhaltevermögen. Sie hatte schon Klientinnen, bei denen der Beziehungsaufbau über ein Jahr gedauert hat. Erst dann kamen die ersten „Notlagen“ und darauf folgte der Einstieg in die Prostitution.

Schwerer Ausstieg

Häufig fällt es den Mädchen und jungen Frauen schwer, sich aus diesen (Höllen-)Beziehungen zu lösen. Die zwei Gesichter des Loverboys und die massive Abhängigkeit bringen sie immer wieder ins Zweifeln. Zudem erhöhen die Menschenhändler den Druck permanent, wenn sie Gefahr laufen, ihre Einnahmequelle zu verlieren.

Hanna Biskoping unterstützt die jungen Frauen mit Wertearbeit, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken und ihnen andere Perspektiven aufzuzeigen. Das ist ein langwieriger Prozess, doch die Arbeit lohnt sich: Betroffene melden sich während des Abnabelungs- oder Ausstiegsprozesses bei ihr und bitten um Hilfe.

Sie begleitet die jungen Frauen ganz individuell. „Nicht für jede ist eine Strafanzeige und ein Gerichtsprozess ein gangbarer Weg. Das Opfer rückt damit in den Fokus, Scham, Schuld und Hilflosigkeit wirken schwer: „Ich habe das mit mir machen lassen …“. Hanna vermittelt Therapiemöglichkeiten und ist eine wichtige Stütze, weil sie die Handlungen der Opfer nicht verurteilt. Sie berichtet, dass eine Richterin am Ende eines Prozesses zu der Betroffenen gesagt hat: „Du trägst keine Schuld!“ Was dieser Satz in der jungen Frau bewegt hat, können Außenstehende kaum ermessen.

Prävention in Schulen

Hanna Biskoping gibt Präventionskurse in allen Schulformen, da sich eine Eingrenzung der Zielgruppe nicht vornehmen lässt. Die Opfer kommen aus sämtlichen sozialen Schichten und einer großen Altersspanne.

Die Kurse ziehen häufig Reaktionen von Freunden und Freundinnen der Betroffenen nach sich. Sie hinterfragen, wie sie helfen können. Hanna erklärt ihnen, dass der Zugang zum Opfer über Angehörige oder Freunde wichtig ist, denn damit bleibt der Kontakt zum sozialen Umfeld bestehen. Hanna berät auch Angehörige. Wie kann die Familie positive Signale senden und wie gehen sie mit dieser Situation um. Sie haben kaum die Möglichkeit aktiv einzugreifen und stehen „nur“ hilflos am Rand. Denn eins ist sicher, der Loverboy wird alles dafür tun, um den Kontakt zu unterbrechen und die Betroffene weiter zu isolieren.

Woran ist eine solche Beziehung erkennbar?

Die Täter sind bis zu 30 Jahre alt, machen sich aber oft jünger. Sie haben häufig Verbindungen ins Milieu und statten die Betroffenen mit einem zweiten (Prepaid)Handy aus, um so die Beweise des Menschenhandels leichter vernichten zu können.

Die soziale Isolation von Betroffenen, Veränderung im Wesen und blaue Flecken können weitere Indizien sein.

Hilfsangebot

Information und Unterstützung leistet die Dortmunder Mitternachtsmission e.V. Die Beratung rund um das Thema Sex, Liebe und Loverboys kann anonym per Chat oder telefonisch, per Videochat oder vor Ort erfolgen.

Hanna steht für die Präventionsarbeit in den Schulen zur Verfügung und kann Kontakte zu Beratungsstellen in ganz Deutschland herstellen.

Online-Beratungsangebot der Dortmunder Mitternachtsmission e.V.

Website

E-Mail an Hanna Biskoping 

Telefon: 0231/14 44 91

Buch: Sexuelle Gewalt an Kindern in familiären Lebenswelten – Zugänge und Hilfen (bekommt man in den Kinderschutz-Zentren)

Bundeslagebild Menschenhandel 

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