Ein bisschen möchte ich, Iris, Redakteurin bei Woman Life Health, heute aus meinem persönlichen Nähkästchen plaudern. Früher war Sport ein fester Teil meines Lebens. Faustball, Volleyball, Tennis, Badminton – ich bin allem hinterhergerannt, was irgendwie durch die Luft flog. Dass ich schon immer ein bisschen übergewichtig war, spielte für mich damals keine große Rolle. Ich fühlte mich lebendig, wenn ich mich bewegte. Hauptsache Sport, Hauptsache dieses Gefühl, den eigenen Körper zu spüren.
Irgendwann, so ungefähr mit 40, meldeten sich dann die Knie. Erst nur leise. Ein Zwacken hier, ein Stechen da. Nichts, was mich wirklich erschreckt hätte. Also machte ich weiter, wie man eben weitermacht, wenn man nicht wahrhaben will, dass sich etwas verändert. Mitte 40 wurden die Beschwerden deutlicher, und ich ging zum ersten Mal zum Orthopäden. Seine Antwort traf mich damals härter, als ich zugeben wollte: „Nehmen Sie erstmal 30 Kilo ab und kommen Sie wieder, wenn Sie 60 sind.“
Ich habe ihm geglaubt. Ich habe abgenommen, mich eingeschränkt und den Sport reduziert, der mir so viel bedeutet hatte. Doch die Hoffnung, dass es dadurch besser würde, erfüllte sich nicht. Im Gegenteil: Irgendwann wurde jeder Weg zur Überlegung, jede Treppe zur kleinen Herausforderung. Schmerzfrei fühlte ich mich nur noch mit sechs Schmerztabletten am Tag. Rückblickend macht mich das traurig, weil ich viel zu lange blind vertraut habe, statt mir wirklich helfen zu lassen.
Nach einem Wohnungsumzug in eine andere Stadt fasste ich mir ein Herz und suchte mir einen neuen Orthopäden. Am 16. April 2018 hatte ich dort meine erste Untersuchung. Dieser Arzt sagte nicht, ich solle erstmal abnehmen. Er fragte mich nur, warum ich so spät gekommen sei. Allein dieser Satz hat etwas in mir gelöst. Zum ersten Mal fühlte ich mich nicht auf mein Gewicht reduziert, sondern als Mensch gesehen, der Schmerzen hat und Hilfe braucht. Schon am 25. April 2018 wurde mein stärker betroffenes linkes Knie operiert. Ich bekam ein Teilimplantat eingesetzt. Und dann passierte etwas, das ich kaum glauben konnte: Schon einen Tag nach der OP konnte ich wieder laufen. Vorsichtig und mit Gehhilfen, ja. Aber ich konnte laufen. Nach all der Zeit war das ein unbeschreibliches Gefühl. Die Reha brachte mich danach Schritt für Schritt zurück in ein Leben, das ich fast schon abgeschrieben hatte.
Elf Monate später war dann auch das rechte Knie dran, wieder beim gleichen Arzt und wieder mit einem Teilimplantat. Auch danach ging es direkt in die Anschlussheilbehandlung. Heute erinnern eigentlich nur noch die langen Narben an diese Zeit. Lang sind sie nur, weil mein Körper den Meniskus völlig zerrieben hat und das Material dann am Unterschenkelknochen ablagerte. Für mich sind sie kein Makel, sondern Zeichen dafür, wie weit ich gekommen bin. Ich laufe fast normal, fahre Rad und habe keine Schmerzen mehr. Manchmal meldet sich noch ein Knie, und dann lächle ich innerlich fast ein bisschen, weil ich weiß: Mit inzwischen 63 darf ich ruhig achtsamer mit mir sein. Aber ich darf mich auch wieder bewegen, und genau das ist ein großes Geschenk.
Deshalb liegt mir dieser Rat am Herzen: Warte nicht zu lange, wenn Deine Knie Probleme machen. Und lass Dir nicht einreden, dass Schmerzen automatisch nur am Gewicht liegen. Hol Dir im Zweifel eine zweite Meinung, auch wenn es Mut kostet. Vor einer OP musst Du keine panische Angst haben. Natürlich ist es ein Eingriff, und natürlich gehört Heilung dazu. Aber die Schmerzen danach waren für mich kein Vergleich zu den Bewegungsschmerzen davor. Vor allem aber bekam ich etwas zurück, das unbezahlbar ist: Vertrauen in meinen Körper und ein Stück Lebensfreude. Und damit kommen wir zum ZDF-Beitrag „plan b: Was macht uns gesund? – Neustart fürs Knie“.
Wenn das Knie plötzlich mitredet
Es beginnt oft unspektakulär. Beim Treppensteigen zwickt es. Nach dem Sitzen fühlt sich das Knie steif an. Der Spaziergang, der früher nebenbei lief, bekommt plötzlich eine innere Stoppuhr. Viele Frauen kennen diesen Moment, in dem der Körper nicht dramatisch streikt, aber unmissverständlich sagt: Bitte hör mal kurz zu. Genau hier lohnt es sich, nicht in Panik zu verfallen, aber auch nicht tapfer alles wegzulächeln. Kniearthrose, medizinisch Gonarthrose genannt, bedeutet, dass der schützende Knorpel im Knie dünner wird und seine Stoßdämpferfunktion schlechter erfüllt. Das kann weh tun, muss aber nicht automatisch das Ende von Sport, Reisen, Gartenarbeit oder Tanzen bedeuten. Entscheidend ist, wie stark die Beschwerden den Alltag einschränken und welche Möglichkeiten individuell passen. Moderne Medizin spricht heute viel weniger von „da kann man nichts machen“ und viel mehr von einem klugen Mix aus Bewegung, Schmerzmanagement, Gewichtsregulation, Physiotherapie und – falls nötig – operativen Eingriffen.
Der Knorpel ist kein Radiergummi – aber er lebt
Lange hielt sich die Vorstellung: Ist Knorpel einmal weg, ist er weg. Ganz so einfach ist es nicht. Gelenkknorpel ist zwar schlecht durchblutet und regeneriert sich nicht so unkompliziert wie Haut nach einem Kratzer. Aber er ist auch kein totes Material. Er wird über die Gelenkflüssigkeit versorgt, und dafür braucht er im Wechsel Druck und Entlastung. Anders gesagt: Das Knie mag Bewegung, nur eben nicht jede Art von Belastung und nicht immer im gleichen Tempo.
Das ist eine der wichtigsten Botschaften für Betroffene. Schonung fühlt sich bei Schmerzen zunächst vernünftig an. Auf Dauer kann sie aber Muskulatur abbauen, das Gelenk instabiler machen und die Angst vor Bewegung vergrößern. Wer dagegen die passenden Bewegungen findet, stärkt die Muskeln rund ums Knie und gibt dem Gelenk so wieder Halt. Radfahren in niedrigen Gängen, Schwimmen, gezieltes Krafttraining, sanfte Mobilisation und physiotherapeutisch angeleitete Übungen sind oft gute Verbündete. Der Trick liegt nicht im Heldinnentum, sondern in der Regelmäßigkeit.
Warum Frauen besonders genau in sich hinein spüren sollten
Arthrose ist keine reine Frauenkrankheit, aber Frauen sind im höheren Lebensalter häufig betroffen. Das hat viele Gründe: hormonelle Veränderungen, Muskelmasse, Körpergewicht, frühere Verletzungen, Fehlstellungen und die ganz normale Lebensgeschichte eines Körpers, der jahrzehntelang getragen, gehoben, gearbeitet, versorgt und funktioniert hat. Gerade Frauen neigen dazu, Schmerzen lange „wegzuorganisieren“. Erst kommt die Familie, dann der Job, dann die To-do-Liste, und irgendwo ganz hinten liegt die Meldung des eigenen Knies.
Dabei ist frühes Gegensteuern überhaupt kein Zeichen von Schwäche, sondern sogar ziemlich klug. Wer frühzeitig ärztlich abklären lässt, warum das Knie schmerzt, kann gezielter handeln. Nicht jeder Schmerz ist Arthrose, und nicht jede Arthrose sieht auf dem Röntgenbild so aus, wie sie sich im Alltag anfühlt. Manchmal ist ein Knie auf dem Bild deutlich verändert und macht wenig Beschwerden. Manchmal sind die Schmerzen groß, obwohl die Bildgebung eher harmlos wirkt. Darum zählt immer die ganze Geschichte: Beschwerden, Beweglichkeit, Alltag, Belastungen, Wünsche und Ziele.
Die neue Lust am konservativen Weg
Konservativ klingt ein bisschen nach „wir warten mal ab“. Bei Kniearthrose ist damit jedoch ein aktiver Therapieplan gemeint. Die aktuelle medizinische Leitlinie zur Prävention und Therapie der Gonarthrose betont Bewegung, Aufklärung, Eigenverantwortung und Gewichtsmanagement als zentrale Bausteine. Das ist keine Schuldzuweisung an Betroffene, sondern eine Einladung: Es gibt Stellschrauben, an denen man selbst drehen kann, ohne auf das nächste Wundermittel warten zu müssen.
Physiotherapie oder Osteopathie spielen dabei eine Schlüsselrolle. Gute Physiotherapeuten oder Osteopathen erklären, warum eine Übung sinnvoll ist, und helfen, die richtige Dosis zu finden. Denn zu wenig Training bringt kaum Erfolge, zu viel Training kann frustrieren. Besonders hilfreich sind Programme, die Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Alltagsschulung verbinden. In einigen Ländern wird das von Krankenkassen geförderte GLA:D-Programm eingesetzt, das Menschen mit Knie- und Hüftarthrose Wissen und Training vermittelt. Die Idee dahinter passt gut in die heutige Arthrosebehandlung: Wer versteht, was im Gelenk passiert, kann sicherer entscheiden, was ihm guttut. Auch kleine Gewichtsveränderungen können einen Unterschied machen, wenn Übergewicht das Knie zusätzlich belastet. Das muss nicht nach Diätkampf klingen. Oft geht es eher um entlastende Routinen: regelmäßige Mahlzeiten, genug Eiweiß für die Muskulatur, Gemüse, gute Fette, weniger stark verarbeitete Lebensmittel und ein Umgang mit Essen, der nicht noch mehr Stress erzeugt. Das Knie profitiert am Ende nicht von Perfektion, sondern von einem Körper, der etwas leichter, stärker und besser versorgt durch den Tag kommt.
Kälte, Kräuter, Hagebutte: Was sanfte Helfer können
Die ZDF-Dokumentation schaut bewusst über den klassischen Praxisraum hinaus. Da geht es um Eisbaden, Kältekammern, Hagebutte und heimische Heilpflanzen. Solche Ansätze wecken Hoffnung, weil sie niedrigschwellig wirken: etwas, das man fühlen, ausprobieren und leicht in den Alltag holen kann. Wichtig ist nur, dabei aufmerksam zu bleiben. Kälte kann Schmerzen vorübergehend lindern und Entzündungsgefühle dämpfen. Manche Menschen lieben den Frischekick, andere verspannen schon beim Gedanken daran. Wer Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat oder unsicher ist, sollte Kälteanwendungen vorher medizinisch abklären.
Bei pflanzlichen Mitteln ist der Wunsch nach Natürlichkeit oftmals die Basis. Hagebuttenpulver wird bei Gelenkbeschwerden häufig diskutiert, ebenso entzündungshemmende Ernährungsmuster. Doch wie immer ist nicht alles für jeden wirksam und nicht automatisch frei von Wechselwirkungen. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte mit Nahrungsergänzungsmitteln vorsichtig sein. Als Ergänzung zu Bewegung, ärztlicher Beratung und Physiotherapie oder Osteopathie können solche Maßnahmen durchaus ihren Platz haben. Jedoch taugen sie nicht als Ersatz für eine fundierte Diagnose oder eine notwendige Behandlung.
Hightech fürs Gelenk: Wenn Medizin Neues wagt
Besonders spannend wird die Dokumentation dort, wo sie neue medizinische Verfahren zeigt. Ein Beispiel ist die sogenannte Knie-Distraktion. Dabei wird das Kniegelenk für eine bestimmte Zeit mit einem äußeren Gestell minimal auseinandergezogen. Die Idee: Wenn die Gelenkflächen nicht mehr ständig aufeinander reiben, entsteht Raum, in dem sich Gewebe erholen kann. In den Niederlanden wird dieses Verfahren erforscht, und auch in Deutschland wird es von einzelnen Spezialisten es angewendet. Es ist kein Wellness-Treatment, sondern eine Operation mit klarer Indikation sowie Aufwand und Nachsorge. Gerade für jüngere Menschen könnte es interessant sein, wenn der Ein künstlichen Gelenks möglichst lange hinausgezögert werden kann.
Noch futuristischer klingt die Knorpeltherapie aus der Nase. Forschende in der Schweiz entnehmen Knorpelzellen aus der Nasenscheidewand, vermehren sie im Labor und setzen das daraus gezüchtete Gewebe in geschädigte Kniebereiche ein. Die Nase als Ersatzteillager fürs Knie – das klingt wie ein guter Magazintitel, ist aber ernsthafte regenerative Medizin. Auch hier gilt: Solche Verfahren sind nicht für jede Arthrose geeignet, sie sind spezialisiert, aufwendig und brauchen sorgfältige Abwägung. Trotzdem verändern sie den Blick. Arthrose bedeutet nicht mehr automatisch: erst leiden, dann Prothese. Dazwischen entstehen neue Möglichkeiten.
Und wenn doch ein künstliches Knie nötig wird?
Ein künstliches Kniegelenk ist für viele Menschen ein Segen, wenn die Schmerzen dauerhaft stark sind, Schlaf, Arbeit, Wege und Lebensfreude eingeschränkt werden und andere Therapien ausgeschöpft sind. Gleichzeitig ist es eine große Operation. Sie sollte nicht aus Ungeduld befürwortet und ebensowenig aus Angst vor jedem weiteren Schmerz vermieden werden. Gute Entscheidungen entstehen im Gespräch: Wie stark sind die Beschwerden seit Monaten? Was wurde bereits versucht? Welche Ziele hat die Patientin? Welche Risiken bestehen? Und gibt es Anlass für eine zweite ärztliche Meinung?
Gesundheitsinformationen desIQWiG betonen, dass ein Gelenkersatz vor allem dann infrage kommt, wenn Bewegungstherapie, Schmerzmittel, Gewichtsabnahme und andere konservative Maßnahmen über längere Zeit nicht ausreichende Wirkung erzielen und die Lebensqualität deutlich leidet. Das ist ein wohltuend realistischer Maßstab. Es geht nicht (mehr) darum, möglichst lange tapfer auszuhalten. Es geht auch nicht darum, möglichst schnell zu operieren. Es geht darum, den richtigen Zeitpunkt für den eigenen Körper zu finden.
Schmerzmittel: Helfer, nicht Dauerlösung aus der Handtasche
Manche Frauen haben eine kleine Apotheke in der Handtasche: Kopfschmerztabletten, Pflaster, etwas für den Magen, vielleicht ein entzündungshemmendes Schmerzmittel. Bei einem Arthroseschub kann ein Teil der Medikamente sinnvoll sein, weil sie Schmerzen lindern und Bewegung wieder ermöglichen. Aber sie sollten die Ausnahme sein und kein Bonbon. Entzündungshemmende Schmerzmittel können Magen, Leber, Nieren, Blutdruck und Herz-Kreislauf-System belasten. Deshalb gehören Dosierung und Dauer in ärztliche oder pharmazeutische Beratung, besonders bei Vorerkrankungen oder in Verbindung mit der Einnahme anderer Medikamente.
Spritzen ins Gelenk werden ebenfalls häufig angeboten. Cortison kann kurzfristig helfen, ist aber nicht für beliebig häufige Anwendung gedacht. Für andere Injektionen wird viel versprochen, doch wissenschaftlich überzeugend belegbar sind nur wenige. Wer Geld für Selbstzahler-Leistungen ausgeben soll, darf freundlich, aber bestimmt nachfragen: Was ist der Nutzen? Welche Risiken gibt es? Welche Studienlage? Mit welchen Folgen ist zu rechnen – unabhängig von der Entscheidung? Gute Medizin hält solche Fragen aus.
Der Alltagstest: Was dem Knie wirklich hilft
Der beste Therapieplan ist der, der morgens um halb acht funktioniert, wenn die Küche ruft, der Hund raus muss oder der Bus gleich kommt. Kniegesundheit findet nicht nur in der Praxis statt, sondern auf Treppen, im Supermarkt, am Schreibtisch und beim Einsteigen ins Auto. Wer lange sitzt, kann kleine Bewegungspausen einbauen. Wer Treppen fürchtet, kann mit Physiotherapie an Kraft und Technik arbeiten. Wer Spaziergänge liebt, kann Strecke und Tempo so anpassen, dass das Knie gefordert, aber nicht ausgeknockt wird.
Hilfsmittel können ebenfalls entlasten, ohne dass man sich gleich „alt“ fühlen muss. Gute Schuhe, passende Einlagen, ein Gehstock für längere Wege oder eine Kniebandage können den Alltag leichter machen. Das ist kein Rückschritt, sondern manchmal genau der Trick, mit dem wieder mehr Bewegung möglich wird. Entscheidend ist, Hilfsmittel fachlich anpassen zu lassen und sie nicht als Ersatz für Muskelaufbau zu missbrauchen. Das Knie braucht Unterstützung und Training, nicht entweder oder.
Was macht uns also gesund?
Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Wissen, Mut und freundlicher Hartnäckigkeit. Gesund macht nicht die eine Wunderübung, nicht die eine Tablette, nicht die eine Kältekammer und auch nicht automatisch die modernste Operation. Gesund macht ein System, das den Menschen ernst nimmt: mit Schmerzen, Hoffnungen, Ängsten, Termindruck und dem Wunsch, nicht auf das Körperliche reduziert zu werden.
Der Neustart fürs Knie beginnt oft mit einem kleinen Perspektivwechsel. Nicht: Mein Knie ist kaputt. Sondern: Mein Knie braucht einen neuen Umgang. Es braucht Muskeln, passende Belastung, Pausen, medizinische Begleitung, manchmal Medikamente, manchmal Hightech, manchmal Geduld. Und es braucht eine Besitzerin, die wieder Lust bekommt, sich zu bewegen. Nicht gegen den Schmerz, sondern mit Verstand, Neugier und einem Plan.
Am Ende ist ein gutes Knie nicht unbedingt eines, das nie wieder knackt, zieht oder meckert. Ein gutes Knie ist eines, das uns trägt: zum Bäcker, ans Meer, durch den Garten, auf die Tanzfläche, in ein Leben, das wieder größer ist als der Schmerz.
Erfahre in diesem Beitrag, warum Dein Zyklus Dein Verletzungsrisiko beeinflussen kann.
Ein unterschätztes Risiko
Wenn Du regelmäßig Sport treibst – egal ob Fußball, Handball, Fitness oder funktionelles Training – ist Dein vorderes Kreuzband (ACL) einer der wichtigsten Stabilisatoren deines Knies.
Was viele nicht wissen:
Als Frau hast Du ein deutlich erhöhtes Risiko, eine ACL-Verletzung zu erleiden – je nach Sportart bis zu achtmal häufiger als Männer. Ein zentraler, häufig unterschätzter Einflussfaktor ist dabei Dein Menstruationszyklus.
Was passiert bei einer ACL-Läsion?
Das vordere Kreuzband stabilisiert Dein Knie insbesondere bei:
geringere Aktivierung der hinteren Oberschenkelmuskulatur
Dominanz des Quadrizeps
Bewegungsmechanik
ungünstigere Landemuster
höhere Belastungsspitzen
Zudem sind hormonelle Einflüsse entscheidend im Kontext des Zyklus.
Dein Zyklus als entscheidender Faktor
Dein Körper ist kein statisches System. Im Laufe des Zyklus verändern sich Bandstrukturen, Muskelsteuerung und Koordination. Die Range of Motion (der Bewegungsumfang) erweitert sich in den Gelenken. Die beteiligten Hormone sind Östrogen, Progesteron und Relaxin. Diese beeinflussen direkt die Stabilität Deines Bewegungsapparates.
Kritische Phase: Deine Periode
Während der Menstruation (Tage 1 bis 5) ist das Progesteron sehr niedrig, das Östrogen beginnt anzusteigen und der Kollagenstoffwechsel verändert sich.
Das führt zu erhöhter Bandlaxität, geringerer Gelenkstabilität und erhöhter Verletzungsanfälligkeit.
Verletzungsrisiken während der Menstruation – im Überblick
Die Infografik zeigt eine sportlich aktive Frau mit hervorgehobenen Risikobereichen am Körper. Besonders dargestellt sind Knie, Sprunggelenk, Muskulatur, Beckenregion sowie neurologische Einflüsse. Die Grafik verdeutlicht, dass das Verletzungsrisiko während der Menstruation den gesamten Bewegungsapparat betrifft.
Welche Körperbereiche sind besonders betroffen?
Während Deiner Periode steigt das Verletzungsrisiko nicht nur im Knie, sondern systemisch:
Knie: Kreuzband, Meniskus, Patella
Sprunggelenk: erhöhte Gefahr umzuknicken
Muskulatur: Zerrungen durch schnellere Ermüdung
Sehnen: reduzierte Belastbarkeit
Becken / Rumpf: verminderte Stabilität
Schulter: Schulterverletzungen, wie z. B. Bandrupturen (Bänderrisse), erhöhte Luxationsgefahr (Gefahr ein Gelenk auszukugeln)
Nervensystem: schlechtere Reaktionsfähigkeit
Entscheidend ist das Zusammenspiel dieser Faktoren.
Neuromuskuläre Veränderungen
Während der Menstruation kann es zu folgenden Veränderungen kommen:
reduzierte Muskelaktivierung
schlechtere Koordination
verzögerte Reaktionszeiten
Zusätzlich häufig: Müdigkeit, Schmerzen und Konzentrationsabfall. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für Fehlbewegungen deutlich.
Was sagt die Wissenschaft?
Studien zeigen:
erhöhtes ACL-Verletzungsrisiko in der frühen Zyklusphase
besonders bei Sportarten mit Sprüngen und Richtungswechseln
Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass die hormonellen Veränderungen in Kombination mit reduzierter neuromuskulärer (Nerven und Muskeln betreffende) Kontrolle die Verletzungsanfälligkeit erhöhen.
Was kannst Du konkret tun?
Passe Intensität und Trainingsinhalte an Deine Zyklusphase an, trainiere zyklusbewusst. Baue Stabilität auf und trainiere gezielt die hinteren Oberschenkel, die Gesäßmuskulatur und den Rumpf. Optimiere Deine Bewegungen. Achte auf saubere Landungen und eine stabile Knieachse. Integriere die Prävention in Dein Training mit Koordinations- und Technikübungen sowie kontrollierter Plyometrie (eine Art des Schnellkrafttrainings). Verstehe Deinen Körper und beobachte oder tracke Deinen Zyklus und Deine Leistungsfähigkeit, passe Dein Training individuell an.
Fazit
Dein Körper verändert sich im Laufe Deines Zyklus‘ – und genau das beeinflusst auch Dein Verletzungsrisiko. Gerade während Deiner Periode kann Dein Körper beweglicher, aber gleichzeitig instabiler sein. Wenn Du diese Zusammenhänge verstehst, kannst Du gezielt gegensteuern und Dein Risiko für Verletzungen deutlich reduzieren.
Kurz gesagt: Dein Zyklus ist kein Hindernis – sondern ein Trainingsfaktor, den Du aktiv nutzen solltest.
Der Autor: Benjamin Krupitza, Physiotherapeut
Benjamin Krupitza ist Physiotherapeut und Inhaber von Neokinetik – Praxis für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie in Gaggenau.
Sein Schwerpunkt liegt auf Rehabilitation, Leistungsoptimierung und Prävention im Sport. Als aktiver Strongman und Coach verbindet er evidenzbasierte Therapie mit praxisnaher Trainingssteuerung.
Kontakt
Benjamin Krupitza Neokinetik – Praxis für Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie Standorte: Gaggenau & Hörden
Sie ist Direktorin der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität Bielefeld am Klinikum Lippe/Detmold. Als Gynäkologin mit onkologischem Schwerpunkt ist sie vor allem in der Behandlung von Frauen-Krebserkrankungen wissenschaftlich und klinisch tätig.
In Deutschland erkranken jährlich etwa 7.000 Frauen an Eierstockkrebs – doch über Symptome und Risikofaktoren wissen viele nicht Bescheid.1 Worauf Frauen achten sollten und wann ärztliche Abklärung ratsam ist, erfährst Du in diesem Beitrag.
Eierstockkrebs – die stille Erkrankung
Völlegefühl, allgemeine Müdigkeit oder häufiges Wasserlassen – diese Symptome kennen viele Frauen. Doch dass die alltäglich wirkenden Beschwerden Symptome von Eierstockkrebs sein können, vermuten die wenigsten. Das hat zur Folge, dass die Erkrankung häufig erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt wird. Gerade deshalb ist es wichtig, genau hinzuschauen: „Eierstockkrebs verursacht lange Zeit keine eindeutigen Symptome, sondern eher unspezifische Beschwerden, die auch mit anderen Dingen im Leben verbunden sein können. Umso wichtiger ist es, diesen eher harmlos anmutenden Symptomen nachzugehen, insbesondere dann, wenn sie längere Zeit bestehen bleiben“, bestätigt Prof. Dr. Beyhan Ataseven.
Mögliche Beschwerden bei Eierstockkrebs
Entscheidend ist oft nicht ein einzelnes Symptom, sondern: tritt es wiederholt auf, hält es an oder ist es neu/unüblich? Mögliche Hinweise können sein:
Verdauungsbeschwerden (z. B. anhaltendes Völlegefühl, Blähungen)
Verstopfung
Zunahme des Bauchumfangs
Unerklärliche Gewichtsabnahme
Blutungen außerhalb der Regel oder Blutungen nach den Wechseljahren
Anhaltende Schmerzen im Becken/Unterleib
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Häufiges Wasserlassen
Allgemeine Müdigkeit/Erschöpfung
Wichtig: All diese Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Trotzdem gilt: Wenn sie wiederholt auftreten und anhalten (über Wochen oder gar Monate), ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll – insbesondere bei Frauen ab etwa 50 Jahren.2
„Als Faustregel kann man sich merken: Alle Beschwerden, die nicht innerhalb einer absehbaren Zeit von alleine wieder verschwinden, sollten spätestens nach einer Dauer von drei bis fünf Wochen ärztlich untersucht werden.“
Prof. Dr. Beyhan Ataseven
Viele Frauen haben schon erlebt, dass ihre Symptome nicht ernst genommen werden oder sie sich mehrfach an Ärzte wenden mussten, um Beschwerden abklären zu lassen. Hier rät Prof. Dr. Ataseven: „Wenn die betreuenden Haus- oder Frauenärzte dem Ganzen nicht weiter nachgehen können oder wollen, kann man sich selbstverständlich eine zweite Meinung einholen. Wichtig ist auch, sich in dieser Zeit selbst noch einmal zu vergegenwärtigen: Hängen die Symptome mit einer bestimmten Situation zusammen? Treten sie nach einer bestimmten Nahrungsaufnahme auf? Könnte es damit zu tun haben? Oder sind sie ganz unabhängig davon, sodass eigentlich gar keine klare Verbindung zu erkennen ist?“
Das persönliche Erkrankungsrisiko einschätzen
Über mögliche Symptome von Eierstockkrebs Bescheid zu wissen, ist wichtig – mindestens genauso hilfreich kann es sein, die Risikofaktoren zu kennen, die das Erkrankungsrisiko erhöhen können. Denn Eierstockkrebs lässt sich nicht auf eine einzige Ursache zurückführen.
Bekannte Risikofaktoren sind:
Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 68 Jahren.1
Familiäre Vorbelastung: Wenn nahe Verwandte (z. B. Mutter, Schwester) Eierstock-, Brust-, Gebärmutterkörper- oder Darmkrebs haben oder hatten, kann das Risiko erhöht sein.1
Genetische Veranlagung (erbliche Faktoren): Eine Veränderung (Mutation) der BRCA1/2-Gene kann das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, deutlich erhöhen.1-3 Bei entsprechenden Hinweisen kann eine genetische Beratung in spezialisierten Zentren helfen, das individuelle Risiko besser einzuschätzen.
Endometriose: Endometriose wird in Studien mit einem erhöhten Risiko bestimmter Eierstockkrebsarten in Verbindung gebracht.1,3
Keine Schwangerschaften / Unfruchtbarkeit: Frauen, die nie schwanger waren oder nicht schwanger werden können, haben ein erhöhtes Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken.1,2,4
Hormonersatztherapie nach der Menopause: Es gibt Hinweise, dass die Einnahme von weiblichen Geschlechtshormonen (Hormonersatztherapie) zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden vor, während und nach der Menopause das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, erhöhen kann.1,4 Eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung mit der Ärztin/dem Arzt ist entscheidend.
Übergewicht (Adipositas): Übergewicht im Erwachsenenalter wird mit einem erhöhten Risiko für Eierstockkrebs in Zusammenhang gebracht.1,4
Hinweis: Studien zeigen auch, dass bestimmte Faktoren das Risiko für Eierstockkrebs senken können. Dazu gehören Schwangerschaften, Stillzeiten und eine längere Einnahme hormoneller Verhütungsmittel, da sie die Anzahl der Eisprünge reduzieren.1
3 Kvaskoff M et al. Endometriosis and cancer: a systematic review and meta-analysis. Hum Reprod Update. 2021 Feb 19;27(2):393-420. doi: 10.1093/humupd/dmaa045. PMID: 33202017.
Atmen ist mehr als nur Luftholen: Bewusstes Atmen löst viele Prozesse im Körper aus – von denen es gut wäre, sie zu kennen. Wir atmen circa 21.000 mal am Tag, ohne es bewusst zu steuern: das ist schade!
Bewusste Atemführung mit Bauch und Beckenboden
Der Atemvorgang ist so wichtig und komplex. Ohne Atem leben wir nicht lange. Wir können drei Wochen ohne Essen, drei Tage ohne Trinken, aber antrainiert nur etwa drei Minuten (trainiert bis zu zehn Minuten) ohne Sauerstoff überleben. Wir atmen so oft und doch ist uns meistens nicht bewusst, wie wir es machen und wie es optimal wäre.
Die Frage ist: Schaffen wir die optimalen Voraussetzungen, damit unser Atem frei fließen kann? Nehmen wir die optimale Haltung ein, um effektiv zu atmen? Im stressigen Alltag meistens nicht. Müssen wir erst krank werden, bevor wir die Wirkkraft unseres Atems schätzen können?
Schlau sein – die Verbindung zwischen Körper, Spannung, Stress kennen
Es ist schlau, zu wissen, wie wir ticken. Wenn die Effektivität unseres Sauerstofftransfers zunimmt, passiert Folgendes:
Muskeln arbeiten effizienter – egal ob beim Leistungssport oder beim Treppensteigen mit 50+.
Der Fokus wird schärfer, wir sind in anderen Gehirnregionen unterwegs und können anders denken.
Wenn wir ausatmen, wird langfristig unsere Stresshormonproduktion gestoppt. Das für sich ist schon unglaublich:
Wir können Spannung bewusst dort platzieren, wo sie uns stärkt, statt sie unbewusst (und ggf. schmerzhaft) im Nacken, im Kiefer oder im Schulterbereich zu „parken“.
Es geht darum, dass wir uns selbst gut und gesund einstellen und bewusst führen können. Auch in einem Bereich, den wir Frauen oft stiefmütterlich behandeln: unserem Bauch und noch tiefer gelegen – unserem Beckenboden.
Den Bauch lösen – Das Schönheitsideal loslassen
Meistens mögen wir unseren Bauch nicht – leider! „Bauch rein, Brust raus“ ist ein Spruch von früher. Doch hier liegt die Gefahr: Um optimal zu atmen, müssen wir den Bauch bewegen. Wenn wir einatmen, will und muss sich unser Zwerchfell ausdehnen. Dafür brauchen wir weiche und durchlässige Muskulatur. Ein weicher, durchlässiger Bauch ist kein Makel, sondern auch eine Grundvoraussetzung für klares Atmen – eine stabile Rückenmuskulatur als Gegenpol ist dafür genauso wichtig und notwendig.
Wichtig ist die Richtung: Wenn wir einen Luftballon zusammendrücken, entweicht die Luft. Genau das macht unsere Bauchmuskulatur beim Ausatmen: Wenn der Bauch nach innen geht oder wir ihn bewusst einziehen, entweicht die Luft nach oben und draußen – ohne dass sich die Schultern mitbewegen. Der Merksatz ist immer wieder: Bauch rein = Luft raus!
Wenn wir unter Stress stehen, übernimmt unser „Steinzeitgehirn“ die Organisation innerer Abläufe. Es will uns retten und schaltet auf Alarm. Die Atmung bewegt sich plötzlich in die gegengesetzte Richtung und wird plötzlich paradox: Wir ziehen den Bauch beim Einatmen ein. Damit verkleinern wir den inneren Raum, in dem neue Luft sich ausbreiten sollte. Das verschiebt den Schwerpunkt nach oben, begrenzt die Lungenbeweglichkeit, hebt damit den Kehlkopf und unsere Stimme wird eng. Das ist vom Körper gut gemeint, um uns beweglich und handlungsfähig zu halten, aber auf Kosten unserer Substanz. Wir sind in Daueranspannung, haben einen erhöhten Cortisolspiegel und schwächen damit unseren Körper langfristig – wenn dieser Zustand nicht bewusst aufgeflöst wird.
Um das zu ändern, gehen wir „tief“!
Team-Work: Zwerchfell und Beckenboden
Zwerchfell und Beckenboden sind ein eingespieltes Duo. Sie sind ähnlich als horizontale Muskel-Ebenen im Körper angelegt, reagieren aufeinander und wir können beeinflussen, wo wir gezielt positive Spannung ansetzen. Das braucht Training, Zeit und Geduld. Eine Ebene höher liegen die Stimmbänder, die ein Teil der Stimmlippen sind, ebenfalls auf der horizontalen Ebene.
Wenn wir Atmung und Beckenbodenspannung bewusst kombinieren können, wirkt sich das sogar auf unsere Stimme und den Stimmklang positiv aus. Und so geht das:
Beim Ausatmen: Wir ziehen bewusst den Beckenboden nach oben – diese Anspannung zu fühlen und regulieren zu können, ist trainierbar. Zur Unterstützung atmen wir dabei aus und ziehen den unteren Bauch mit ein. Diese Bewegung können wir bald als Einheit trainieren. WICHTIG: Zunge, Unterkiefer und Nacken trennen wir von dieser Bewegung, damit sie locker bleiben können. Wir bestehen aus Muskelketten, d. h. eine Bewegung strahlt weit bis in andere Körperbereiche aus.
Beim Einatmen: Wir lösen die Spannung im Bauch, lassen sich den Bauch nach vorne ausweiten, atmen dabei ein. Das Zwerchfell senkt sich ab, Beckenbodenspannung lösen wir auf, so dass er sich etwas – und nicht ganz – nach unten absenken kann. Diese Intensität dosieren zu können, ist richtig gut!
Im Zwerchfell sind Traumata gespeichert. D. h. wenn wir diese Bereiche plötzlich wieder neu und auch intensiver bewegen, können alte Gefühle frei werden. Also wir sind vorsichtig – in guter Dosierung und achtsamer Führung!
Sich „in diesen Tiefen“ zu bewegen, hat viel mit „gefühltem“ Vertrauen zu tun – mit dem Lockerlassen und Bewegen im Intimbereich lösen wir auch eine Art Schutzmechanismus und können uns dadurch verletzlich und verletzbar fühlen. Das kann sich als Kontrollverlust bemerkbar machen und schlimm anfühlen. Aber es gibt einen Unterschied zwischen dem Gefühl der Ohnmacht und dem bewussten Loslassen, um sich sicher und selbstbewusst zu fühlen: „Kontrollierter Kontrollverlust“ ist schlau! Ich werde mir meiner Kraft und meiner Selbst-Bestimmung bewusst. Denn ich bestimme, ob ich Bewegungen initiiere oder stoppe, wenn aufkommende Gefühle oder Erinnerungen zu intensiv werden.
ÜBUNGEN für Veränderungen
1. Der Ball im Bauch: Bauch-Atmung in die richtige Richtung
Beide Hände liegen tief auf dem Unterbauch, die Fingerspitzen positionieren wir dabei am besten auf die Schambeinmuskulatur, ein paar Zentimeter über dem Schambeinknochen, den man sehr gut fühlen kann: damit wird der Bezug zum Beckenboden leichter wahrnehmbar.
Wir nehmen den oben beschriebenen Bewegungsablauf des Atmens (beim Ausatmen – beim Einatmen) zur Grundlage. Als Hilfe stellen wir uns vor, im Unterbauch liegt ein weicher Ball. Wir schieben mit Händen und Fingern den Bauch nach innen – wie bei einem Luftballon entweicht dadurch die Luft: Das ist die richtige Richtung – BAUCH REIN = LUFT RAUS! Es ist schlau, täglich immer wieder hinzuspüren, wahrzunehmen, zu erkennen und uns zu regulieren.
2. Die Zehen steuern mit: wir bestehen aus Muskelketten
Wir stehen auf einem langflorigen Teppich, einem weichen Kissen oder auf Yoga-Blöcken (mit den Zehen in der Luft).
Wir rollen die Zehen nach innen ein und atmen aus.
Wir kippen das untere Becken mit nach vorne oben und rollen den Rücken ein. Damit unterstützen wir die Reaktion unserer Muskelketten – der Beckenboden wird mit aktiviert, sich anzuspannen. WIEDER WICHTIG: Kiefer und Zunge locker lassen. Dafür hilft es, bewusst die Zungenspitze leicht an die unteren Schneidezähne zu legen und dort zu lassen.
Beim Einatmen lösen wir die Spannung im Bauch auf, kippen im Becken zurück in eine Art Hohlkreuz und strecken die Zehen nach vorne und öffnen den Mund sehr weit.
Das Einrollen und Ausstrecken der Zehen im Wechsel, reguliert sehr gut und schnell.
3. Lippenbremse kommt dazu
Wenn wir noch eine weitere Ebene mitnehmen wollen, kombinieren wir die Bewegungen aus Übung 1 und 2 mit bewusster Formung der Lippen. Ist uns bewusst, dass wir Lippen – Stimmlippen – und Schamlippen besitzen, die ähnlich agieren – wie im Bild als Linien zu sehen?
Das gleichzeitige Anziehen von Lippen kann sofort die Bewegung der Schamlippen im Beckenboden unterstützen.
Lippen zusammenkräuseln und ausatmen. Die Ausatmenluft wird dadurch verlangsamt und wir können die Spannung besser in Bauch und Beckenboden bündeln.
Als Gegenpol, um die Anspannung in der Lippenmuskulatur wieder zu lösen, beim Einatmen den Mund weit öffnen, Bauch rausstrecken.
Jetzt führen wir uns auf drei Ebenen gleichzeitig: Lippen – Schamlippen im Beckenboden und Zehen: das stärkt unsere Resilienz!
Deshalb ist es ein so wichtiger Schritt zur Selbstführung: sich selbst fühlen zu können.
Bevor wir Körperteile bzw. Muskeln isoliert bewegen können, müssen wir sie wahrnehmen, also spüren und gezielt fühlen. Im Alltag ist das die eigentliche Kunst: sich selbst fühlen als auch führen zu können.
Und wenn uns das gelingt, können wir bestimmen, in welchen Bereichen wir Spannung aufbauen und in welchen Bereichen wir Spannung bewusst auflösen möchten. Das ist oft herausfordernd – doch wir bleiben dran, es immer wieder zu üben. Denn positive Veränderung wirkt sofort!
Also: Viel neugierige – und vielleicht auch ein bisschen verrückte – Freude beim Ausprobieren!
Deine Claudia
Die Autorin: Claudia Duschner, STIMMSTUDIO Mülheim an der Ruhr
Präsentations- und Stimmtraining, Sopranistin, Germanistin, mit 30 Jahren Erfahrung in Kultur, Bildung, Lehre, Gesundheit, Wirtschaft, Politik.
Sie blickt auf über drei Jahrzehnte Erfahrung in der Arbeit mit Menschen zurück. In dieser Zeit hat sie unzählige Stimmen gefördert, Potenziale entfaltet und Menschen dahin begleitet, ihre individuelle Ausdruckskraft zu stärken – mit Vorträgen, Seminaren und Einzeltrainings, national und international.
Claudia Duschner StimmStudio Mülheim an der Ruhr Duisburger Str. 276 45478 Mülheim an der Ruhr Tel. 0208 – 69 89 811
Kommende Webinar-Reihe für Frauen – 3-teilig: VOM WAS UND WIE – unserer Haltung. unserer Worte. unserer Wirkung!
Mit Elke Gulden, Bewegungs- und Humor-Expertin und Claudia Duschner, Stimm- und Präsentations-Expertin am 07.05.2026 + 02.06.2026 + 01.07.2026, jeweils 18:30 – 20:00 Uhr Alle Informationen und Buchung
Stell dir vor, jeden Monat gehen Millionen Liter einer Ressource verloren, die im besten Fall mehr kann als nur „lästig“ zu sein. Klingt das nach einem ökologischen Skandal oder einem verpassten medizinischen Durchbruch? In der neuen ARTE-Doku „Verschwenden wir Periodenblut?“ wird genau diese Frage gestellt: Wieso schmeißen wir eigentlich etwas weg, das uns so natürlich begleitet, aber vielleicht so viel mehr sein könnte als nur der nervige Teil des Monats? Kann es sein, dass es nicht erforscht oder genutzt wird, weil es „aus“ einer Frau kommt? In der Vergangenheit standen die Männer im Fokus, wenn es zum Beispiel um die Entwicklung von Medikamenten oder Untersuchungen zu Heilungsmöglichkeiten ging.
Menstruationsblut, dieser rote Fluss, der immerhin 43 Mio. Frauen in Deutschland monatlich über viele Jahre begleitet, gilt in unserer Gesellschaft meist als lästig, eklig oder schlichtweg als Abfall.
Grundlegendes
Frauen verlieren während ihrer Periode zwischen 30 und 120 ml Blut, jeden Monat; rund 400mal, bevor die Menopause einsetzt. Sie verlieren also 12 bis 48 Liter Blut in ihrem Leben. Monatlich landen weltweit mehr als 100 Millionen Liter des sogenannten Periodenbluts im Müll oder im Abwasser – nur, weil wir es nicht anders kennen und es als „unnütze Flüssigkeit“ betrachten. Dabei ist es längst klar, dass wir hier etwas völlig unterschätzt haben.
Ein kleiner Blick ins Grundlegende sei gestattet: Menstruation, die sogenannte Regelblutung oder schlicht „Periode“, ist ein ganz natürlicher Teil des weiblichen Körpers und seines Zyklus. Der Begriff beschreibt eine periodisch wiederkehrende Blutung aus der Gebärmutter, bei der die vorher aufgebaute Schleimhaut abgestoßen wird – ein Vorgang, der im Durchschnitt vier bis fünf Tage dauert und etwa einmal im Monat stattfindet.
Screenshot aus der Dokumentation – Copyright: ARTE
Period Shaming – warum wir uns immer noch schämen
Menstruation ist biologisch banal, gesellschaftlich aber noch immer aufgeladen. Der Begriff „Period Shaming“ beschreibt genau dieses Phänomen: das Beschämen, Tabuisieren oder Lächerlich machen von Menschen, die menstruieren. Period Shaming führt weltweit dazu, dass Betroffene ihre Periode verstecken, nicht darüber sprechen oder sogar von Bildung und Arbeit ausgeschlossen werden. In manchen Kulturen gelten menstruierende Frauen als „unrein“, dürfen bestimmte Orte nicht betreten oder werden sozial isoliert. Aber auch bei uns zeigt sich das, nur subtiler: blaue Flüssigkeiten in Werbespots, peinliches Schweigen auf der Arbeit oder das reflexartige Verbergen des Tampons auf dem Weg zur Toilette. Diese Scham befeuert das Mindset, dass Menstruation ein Störfaktor ist – und genau das bremst Forschung, Aufklärung und medizinischen Fortschritt.
Screenshot aus der Dokumentation – Copyright: ARTE
Fortschritte durch intensive Forschung
Besonders spannend ist die Frage nach dem, was dieses Periodenblut sein könnte. Forscherinnen und Forscher schauen genauer hin: Was, wenn sie ein unterschätztes medizinisches Potenzial erkennen? In der Doku erzählen Medizinerinnen, Start-ups und Wissenschaftlerinnen von Projekten, die genau das versuchen.
Da ist zum Beispiel die Ärztin, die eine Menstruationsbinde entwickelt hat, die mehr kann, als nur Blut aufsaugen: Sie misst damit den Blutzuckerspiegel – ein völlig neuer Blick auf einen Alltagsgegenstand. Oder die Idee, dass Periodenblut helfen könnte, Krankheiten wie Gebärmutterhalskrebs oder sogar Endometriose leichter zu erkennen.
Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen und gleichzeitig eine der am schlechtesten verstandenen. Es handelt es sich dabei um eine Krankheit, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst. Dieses Gewebe reagiert auf den Zyklus, blutet mit – kann aber nicht abfließen. Die Folge sind oft starke Schmerzen, Entzündungen, Verwachsungen und in manchen Fällen Unfruchtbarkeit. Das Bittere daran: Viele Betroffene hören jahrelang, dass ihre Schmerzen „normal“ seien. Die durchschnittliche Zeit bis zur Diagnose liegt bei fünf bis sieben Jahren. Gerade hier könnte Periodenblut künftig eine Schlüsselrolle spielen, weil es Hinweise auf Entzündungen, hormonelle Veränderungen oder krankhafte Prozesse liefern kann, die bisher unsichtbar sind.
Gerade bei für Endometriose-Betroffene liegt eine großartige Verbesserung darin, wenn die Forschenden etwas im Periodenblut finden könnten, das auf solche Erkrankungen hinweist. Dann wäre das nicht nur ein medizinischer Fortschritt – es wäre ein sozialer Fortschritt für alle, die jahrelang leiden mussten und nicht ernst genommen wurden.
Dass die Forschung dieses Potenzial erst jetzt entdeckt – oder besser: ernsthaft erforscht – liegt nicht nur an der Wissenschaft selbst, sondern auch an gesellschaftlichen Hürden. Jahrhunderte lang galt Menstruationsblut als giftig oder gefährlich. Selbst renommierte Mediziner:innen des frühen 20. Jahrhunderts gingen davon aus, dass ein sogenanntes Menotoxin existiert, ein „Gift“, das im Blut menstruierender Frauen stecken könnte. Für diese Theorie gab es keinerlei wissenschaftliche Belege und sie gilt heute als überholter Irrglaube.
Wissenschaftlich betrachtet ist Menstruationsblut weit mehr als nur Blut. Es enthält auch Teile der Gebärmutterschleimhaut, die während des Zyklus aufgebaut und wieder abgestoßen wird, gemischt mit Schleim und weiteren Zellen. Diese Mischung macht es zu einem einzigartigen Biomaterial, das Forscherinnen und Forscher inzwischen mit neuen Augen sehen. Ein bisschen verrückt klingt es ja: Wir haben jahrzehntelang einen Teil unseres Körpers einfach als Abfall betrachtet, während sich darin vielleicht Hinweise auf unsere Gesundheit verbergen, vielleicht sogar Bausteine, die zur Heilung beitragen könnten. In Australien haben Studien gezeigt, dass Periodenblut bei der Wundheilung helfen kann. In Berlin untersucht man darin gefundene Stammzellen für mögliche therapeutische Anwendungen bei Arthrose.
Und dann ist da noch dieser Gedanke, der nach dem Schauen der Doku bleibt: Warum hat sich überhaupt so lange niemand ernsthaft darum gekümmert? Ein Grund ist sicher, dass medizinische Forschung lange Zeit männlich dominiert war. Dieser Umstand hat auch bei anderen Gesundheitsbelangen von Frauen dazu geführt, dass Untersuchungen als nachgelagerte Prioritäten eingestuft wurden. Vieles klingt ein bisschen nach Zukunftsmusik. Aber genau darin liegt der Reiz: Dieses vermeintlich „lästige“ monatliche Ereignis könnte uns helfen, Krankheiten früher zu erkennen, Schmerzen zu lindern und ein Stück weit mehr Verständnis für unseren eigenen Körper zu entwickeln. Und je mehr wir dieses Thema enttabuisieren, desto eher verlässt es die Ecke des „Schamvollen“ und geht dorthin, wo es hingehört: ins Licht der Forschung, ins Gespräch und mitten in unser Leben.
Denn am Ende ist Periodenblut nichts anderes als ein natürlicher Teil unseres Körpers – erstmal eben Menstruation, ein Zyklus, der uns begleitet und formt. Und vielleicht bald auch ein Schatz, der uns besser verstehen lässt, was in unserem Körper passiert. Wir verlieren jeden Monat ein kleines Stück von uns selbst – und gewinnen zukünftig neue, weitreichende Erkenntnisse, die das Leben ein Stück besser machen.
In den letzten Jahren erleben wir ein wachsendes Bewusstsein für die Balance in unserem Körper. Wir vertrauen unserer Intuition und treffen selbstbestimmtere Entscheidungen für unsere Gesundheit.
Dieser Wandel spiegelt einen Zeitgeist wider, der von Gesundheitsbewusstsein, Natürlichkeit und Selbstfürsorge geprägt ist. Viele Frauen spüren, dass ein ursprünglicher, naturverbundener Lebensstil guttut: naturbelassene Lebensmittel, Bewegung an der frischen Luft, Zeit für liebevolle Selbstfürsorge und ein möglichst „artgerechtes“ Leben.
Die Kraft, Verantwortung zu übernehmen
Zu diesem Bewusstsein gehört für viele inzwischen auch, das Wohlbefinden nicht allein in die Hände der konventionellen Medizin zu legen, sondern selbst aktiv zu werden – mit naturheilkundlicher Unterstützung, hochwertigen pflanzlichen Präparaten und natürlichen Nahrungsergänzungen. Es geht nicht darum, die Schulmedizin zu ersetzen, sondern sich selbstwirksam zu fühlen, den eigenen Körper zu verstehen und zu stärken. Natürliche Substanzen eignen sich hervorragend, um den Organismus auf sanfte Weise zu begleiten.
Besonders wenn es um hormonelle Schwankungen, zyklusbedingte Beschwerden oder den Schutz der eigenen Zellgesundheit geht, gibt es ein reiches Repertoire aus der Natur, an dem wir uns bedienen können.
Neben Heilpflanzen, die viele bereits kennen, rückt dabei eine Heilkraft ins Zentrum, die in Europa lange im Schatten der Kräuterheilkunde stand und schlicht übersehen wurde: Heilpilze. Während Heilpflanzen in Europa traditionell verwurzelt sind, blicken besonders in Asien Heilpilze auf eine jahrtausendealte Anwendung zurück. Die heilende Wirkung wird dort bis heute sehr umfangreich erforscht.
Heilpilze, auch Vitalpilze genannt, werden in der naturheilkundlichen Mykotherapie genutzt und können uns in jeder Lebensphase unterstützen – von PMS bis zu Wechseljahresbeschwerden und bei Belastungen durch HPV-Infektionen oder Cervix-Dysplasien.
Heilpilze – verborgene Verbündete für weibliche Vitalität
Heilpilze sind reich an bioaktiven Stoffen, die das Immunsystem, den Stoffwechsel, die Hormonbalance und die Zellgesundheit regulieren können. Dazu zählen Polysaccharide wie Beta-Glucane, Triterpene, Ergothionein, Sterole sowie Phenolverbindungen und Flavonoide, die man auch als Radikalenfänger und Antioxidantien aus vielen anderen Pflanzen kennt. Heilpilze werden außerdem wegen ihrer antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt – zwei Bereiche, die für die allgemeine Zellgesundheit und das Immunsystem eine wichtige Rolle spielen.
In den letzten Jahren sind zudem zahlreiche vielversprechende Studien erschienen, die untersuchen, wie Heilpilze begleitend zu konventionellen Krebstherapien eingesetzt werden können. Dabei wird insbesondere erforscht, inwiefern sie das Immunsystem unterstützen – ein System, das durch Chemo- oder Strahlentherapie oftmals stark belastet wird. Diese Forschung steht noch am Anfang, zeigt jedoch, dass Heilpilze ein spannendes naturheilkundliches Potenzial besitzen, wenn es um ganzheitliche Unterstützung geht.
Ein Heilpilz, der derzeit international stark an Aufmerksamkeit gewinnt, ist Lion’s Mane (Hericium erinaceus). Er gilt in vielen Gesundheitskreisen als regelrechtes „Superfood“, weil er traditionell zur Unterstützung der kognitiven Leistungsfähigkeit, der geistigen Klarheit und des Nervensystems genutzt wird. Viele Menschen schätzen ihn im Alltag, um Konzentration, Fokus und mentale Energie zu fördern – ein Trend, der seine Wurzeln sowohl in asiatischen Traditionen als auch in modernen Forschungsansätzen hat.
Zu den in der Frauenheilkunde besonders relevanten Heilpilzen gehören:
Heilpilze werden üblicherweise als Pulver aus dem Fruchtkörper angeboten – entweder pur oder in Kapselform. Für eine höhere Wirkstoffkonzentration stehen auch Extrakte, Tinkturen oder Flüssigextrakte zur Verfügung. Immer beliebter werden zudem moderne Zubereitungsformen wie Pilzkakao oder Pilzkaffee (meist ohne Koffein), bei denen Mischungen aus Heilpilzen und wärmenden Gewürzen – oft im Chai-Stil mit Zutaten wie Kurkuma – als sanfte, wohltuende Alternative den klassischen Kaffee ersetzen und das allgemeine Wohlbefinden unterstützen.
Tipp: Achte auf zertifiziert biologischen Anbau und kombiniere idealerweise Extrakt + Pulver, um das volle Spektrum der Inhaltsstoffe zu nutzen. Pulver enthält den gesamten getrockneten Fruchtkörper des Pilzes, unter anderem auch wertvolle Ballaststoffe. In Extrakten hingegen werden bestimmte bioaktive Substanzen – vor allem Polysaccharide wie Beta-Glucane oder Triterpene – aus dem Pilz herausgelöst und konzentriert. Während Pulver also das natürliche Gesamtprofil des Pilzes abbildet, liefern Extrakte einzelne Wirkstoffgruppen in intensivierter Form.
Verschiedene Pulver und Kapseln, hergestellt aus einem Pilz namens Hericium erinaceus – deutschen Name „Löwenmähne“
Ich habe Dir einige Beispiele mitgebracht.
Heilpilze für hormonelle Balance
Unser Hormonsystem ist fein abgestimmt und reagiert sehr sensibel auf Stress, Ernährung und Lebensstil.
Cordyceps wird traditionell genutzt, um die Energieproduktion und die körpereigene Hormonbalance zu unterstützen. Er reguliert die Östrogen- und Progesteronbildung sowie die Cortisolausschüttung und fördert die Säureausscheidung. Viele Frauen berichten über mehr Vitalität und bessere Stimmung.
Reishi stärkt die Leber, balanciert den Hormonstoffwechsel, ist stark entgiftend, immunaktivierend. Pflanzliche Ergänzungen wie Mönchspfeffer, Frauenmantel oder Johanniskraut können zusätzlich harmonisieren.
Hericium (Igelstachelbart) baut das Darmmikrobiom auf, wirkt auf Haut- und Schleimhaut-Integrität, Präbiotikum, Erinacine. Er hat eine entspannende, stress-reduzierende Wirkung (-> schlaffördernd) und unterstützt die Regeneration der Nervenzellen.
HPV & Cervix-Dysplasien
Viele Frauen sind überrascht zu erfahren, dass Belastungen durch HPV und Cervix-Dysplasien nicht nur schulmedizinisch begleitet werden können.
In der naturheilkundlichen Praxis wird häufig ein ganzheitlicher Ansatz gewählt, der das Immunsystem stärkt und die Zellen unterstützt.
Coriolus (Schmetterlings-Tramete) steht hier im Zentrum:
wird in Studien untersucht im Zusammenhang mit HPV
traditionell eingesetzt zur Stärkung der Immunantwort
viele Frauen berichten von besseren Kontrollbefunden im Verlauf
Ergänzend werden oft Reishi und Maitake genutzt, die Stoffwechsel, Stressregulation und Zellgesundheit unterstützen.
Phytotherapeutische Begleiter sind beispielsweise Grüntee-Extrakt, Frauenmantel und Curcuma.
Wichtig: Diese Begleitung ersetzt keine gynäkologische Behandlung, sondern ergänzt sie.
PMS & Zyklusbeschwerden
Stimmungsschwankungen, Wassereinlagerungen, Krämpfe, schmerzende Brust, Überforderung – viele Frauen kennen die prämenstruellen Symptome (PMS) gut. Hier kann ein naturheilkundlicher Ansatz helfen, den Zyklus wieder als Ressource statt Belastung zu erleben.
Mögliche Unterstützung:
Reishi & Hericium für innere Ruhe und nervliche Stabilität
Maitake & Cordyceps zur Zyklusregulation
Frauenmantel, Ingwer, Schafgarbe als pflanzliche Begleiter
Wechseljahre
Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein Übergang. Trotzdem können Hitzewellen, Schlafstörungen, Nervosität oder Müdigkeit herausfordernd sein.
Reishi wird traditionell genutzt, um Schlaf, innere Ruhe und hormonelle Balance zu unterstützen.
Reishi wird traditionell genutzt, um Schlaf, innere Ruhe und hormonelle Balance zu unterstützen.
Cordyceps kann Vitalität, Libido und Stimmung fördern. Pflanzlich begleiten hier oft Salbei, Traubensilberkerze und Rotklee.
Maitake fördert den Knochenstoffwechsel und wird zur Unterstützung eines ausgeglichenen Fettstoffwechsels und eines gesunden Körpergewichts verwendet.
Dies sollen nur einige Beispiele sein. Wenn Du Dich eingehender mit dem Thema Heilpilze befassen möchtest, kannst Du auf eine große Auswahl an Büchern, Fachartikeln und Onlinequellen zurückgreifen, die das Wissen über Heilpflanzen und Heilpilze gut verständlich vermitteln. Sich zu informieren ist ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zu mehr Selbstwirksamkeit und Bewusstsein für den eigenen Körper. Eine übersichtliche Einstiegsmöglichkeit bietet die Webseite der Gesellschaft für Vitalpilzkunde, auf der die wichtigsten Heilpilze und ihre traditionell beschriebenen Eigenschaften kompakt dargestellt sind.
Bei konkreten gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden ist es sinnvoll, sich an erfahrene Ärztinnen, Ärzte oder Heilpraktiker:innen zu wenden, die sich mit Mykotherapie und naturheilkundlicher Begleitung auskennen – so lässt sich der persönliche Weg zu mehr Balance und Wohlbefinden sicher und individuell gestalten.
Auf mehr Lebenskraft im Alltag – und ein bisschen Pilzmagie!
Herzlichst
Deine Ana
Die Autorin: Ana Orias Balderas, Inhaberin von Ana’s Pilzfarm
Ana Orias Balderas,Jahrgang 1985, ist studierte Bio-Geo-Wissenschaftlerin und Mutter eines Sohnes. In ihrem Bioland zertifizierten Bio-Pilzzuchtbetrieb „Ana’s Pilzfarm“ im Hunsrück widmet sie sich dem Anbau von Heil- und Gourmetpilzen. In ihrem Online-Shop vertreibt sie zudem natürliche Nahrungsergänzungsmittel und Pilzprodukte.
Kontaktdaten:
Ana Orias Balderas Ana‘s Pilzfarm (Bioland zertifiziert)