Von Reishi bis Frauenmantel: Pilze und Pflanzen als Schlüssel zu natürlicher Gesundheit

Von Reishi bis Frauenmantel: Pilze und Pflanzen als Schlüssel zu natürlicher Gesundheit

In den letzten Jahren erleben wir ein wachsendes Bewusstsein für die Balance in unserem Körper. Wir vertrauen unserer Intuition und treffen selbstbestimmtere Entscheidungen für unsere Gesundheit.

Dieser Wandel spiegelt einen Zeitgeist wider, der von Gesundheitsbewusstsein, Natürlichkeit und Selbstfürsorge geprägt ist. Viele Frauen spüren, dass ein ursprünglicher, naturverbundener Lebensstil guttut: naturbelassene Lebensmittel, Bewegung an der frischen Luft, Zeit für liebevolle Selbstfürsorge und ein möglichst „artgerechtes“ Leben.

Die Kraft, Verantwortung zu übernehmen

Zu diesem Bewusstsein gehört für viele inzwischen auch, das Wohlbefinden nicht allein in die Hände der konventionellen Medizin zu legen, sondern selbst aktiv zu werden – mit naturheilkundlicher Unterstützung, hochwertigen pflanzlichen Präparaten und natürlichen Nahrungsergänzungen. Es geht nicht darum, die Schulmedizin zu ersetzen, sondern sich selbstwirksam zu fühlen, den eigenen Körper zu verstehen und zu stärken. Natürliche Substanzen eignen sich hervorragend, um den Organismus auf sanfte Weise zu begleiten.

Besonders wenn es um hormonelle Schwankungen, zyklusbedingte Beschwerden oder den Schutz der eigenen Zellgesundheit geht, gibt es ein reiches Repertoire aus der Natur, an dem wir uns bedienen können.

Neben Heilpflanzen, die viele bereits kennen, rückt dabei eine Heilkraft ins Zentrum, die in Europa lange im Schatten der Kräuterheilkunde stand und schlicht übersehen wurde: Heilpilze. Während Heilpflanzen in Europa traditionell verwurzelt sind, blicken besonders in Asien Heilpilze auf eine jahrtausendealte Anwendung zurück. Die heilende Wirkung wird dort bis heute sehr umfangreich erforscht.

Heilpilze, auch Vitalpilze genannt, werden in der naturheilkundlichen Mykotherapie genutzt und können uns in jeder Lebensphase unterstützen – von PMS bis zu Wechseljahresbeschwerden und bei Belastungen durch HPV-Infektionen oder Cervix-Dysplasien.

Heilpilze – verborgene Verbündete für weibliche Vitalität

Heilpilze sind reich an bioaktiven Stoffen, die das Immunsystem, den Stoffwechsel, die Hormonbalance und die Zellgesundheit regulieren können. Dazu zählen Polysaccharide wie Beta-Glucane, Triterpene, Ergothionein, Sterole sowie Phenolverbindungen und Flavonoide, die man auch als Radikalenfänger und Antioxidantien aus vielen anderen Pflanzen kennt. Heilpilze werden außerdem wegen ihrer antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt – zwei Bereiche, die für die allgemeine Zellgesundheit und das Immunsystem eine wichtige Rolle spielen.

In den letzten Jahren sind zudem zahlreiche vielversprechende Studien erschienen, die untersuchen, wie Heilpilze begleitend zu konventionellen Krebstherapien eingesetzt werden können. Dabei wird insbesondere erforscht, inwiefern sie das Immunsystem unterstützen – ein System, das durch Chemo- oder Strahlentherapie oftmals stark belastet wird. Diese Forschung steht noch am Anfang, zeigt jedoch, dass Heilpilze ein spannendes naturheilkundliches Potenzial besitzen, wenn es um ganzheitliche Unterstützung geht.

Ein Heilpilz, der derzeit international stark an Aufmerksamkeit gewinnt, ist Lions Mane (Hericium erinaceus). Er gilt in vielen Gesundheitskreisen als regelrechtes „Superfood“, weil er traditionell zur Unterstützung der kognitiven Leistungsfähigkeit, der geistigen Klarheit und des Nervensystems genutzt wird. Viele Menschen schätzen ihn im Alltag, um Konzentration, Fokus und mentale Energie zu fördern – ein Trend, der seine Wurzeln sowohl in asiatischen Traditionen als auch in modernen Forschungsansätzen hat.

Zu den in der Frauenheilkunde besonders relevanten Heilpilzen gehören:

Heilpilze und ihre traditionelle Anwendung

Reishi – innere Ruhe, hormonelle Balance, entgiftend, Leberstoffwechsel

Coriolus (Schmetterlingstramete) – Unterstützung der Immunbalance und Darmgesundheit, wissenschaftlich untersucht bei HPV und Krebstherapie-Begleitung

Maitake – Zyklusregulation, Stoffwechsel, Unterstützung bei PCOS-Tendenzen

Cordyceps (Schlauchpilz) – Energie, Libido, Zyklusregulation, Stimmungsbalance

Hericium (Stachelbärte) – Nervensystem, Verdauung, Haut/Schleimhaut, Stress-Regulation

Pilze neu gedacht: Von Pulver bis Pilzkakao

Heilpilze werden üblicherweise als Pulver aus dem Fruchtkörper angeboten – entweder pur oder in Kapselform. Für eine höhere Wirkstoffkonzentration stehen auch Extrakte, Tinkturen oder Flüssigextrakte zur Verfügung. Immer beliebter werden zudem moderne Zubereitungsformen wie Pilzkakao oder Pilzkaffee (meist ohne Koffein), bei denen Mischungen aus Heilpilzen und wärmenden Gewürzen – oft im Chai-Stil mit Zutaten wie Kurkuma – als sanfte, wohltuende Alternative den klassischen Kaffee ersetzen und das allgemeine Wohlbefinden unterstützen.

Tipp:
Achte auf zertifiziert biologischen Anbau und kombiniere idealerweise Extrakt + Pulver, um das volle Spektrum der Inhaltsstoffe zu nutzen. Pulver enthält den gesamten getrockneten Fruchtkörper des Pilzes, unter anderem auch wertvolle Ballaststoffe. In Extrakten hingegen werden bestimmte bioaktive Substanzen – vor allem Polysaccharide wie Beta-Glucane oder Triterpene – aus dem Pilz herausgelöst und konzentriert. Während Pulver also das natürliche Gesamtprofil des Pilzes abbildet, liefern Extrakte einzelne Wirkstoffgruppen in intensivierter Form.

Verschiedene Pulver und Kapseln, hergestellt aus einem Pilz namens Hericium erinaceus - deutschen Name "Löwenmähne"
Verschiedene Pulver und Kapseln, hergestellt aus einem Pilz namens Hericium erinaceus – deutschen Name „Löwenmähne“

Ich habe Dir einige Beispiele mitgebracht.

Heilpilze für hormonelle Balance

Unser Hormonsystem ist fein abgestimmt und reagiert sehr sensibel auf Stress, Ernährung und Lebensstil.

Cordyceps wird traditionell genutzt, um die Energieproduktion und die körpereigene Hormonbalance zu unterstützen. Er reguliert die Östrogen- und Progesteronbildung sowie die Cortisolausschüttung und fördert die Säureausscheidung. Viele Frauen berichten über mehr Vitalität und bessere Stimmung.

Reishi stärkt die Leber, balanciert den Hormonstoffwechsel, ist stark entgiftend, immunaktivierend. Pflanzliche Ergänzungen wie Mönchspfeffer, Frauenmantel oder Johanniskraut können zusätzlich harmonisieren.

Hericium (Igelstachelbart) baut das Darmmikrobiom auf, wirkt auf Haut- und Schleimhaut-Integrität, Präbiotikum, Erinacine. Er hat eine entspannende, stress-reduzierende Wirkung (-> schlaffördernd) und unterstützt die Regeneration der Nervenzellen.

HPV & Cervix-Dysplasien

Viele Frauen sind überrascht zu erfahren, dass Belastungen durch HPV und Cervix-Dysplasien nicht nur schulmedizinisch begleitet werden können.

In der naturheilkundlichen Praxis wird häufig ein ganzheitlicher Ansatz gewählt, der das Immunsystem stärkt und die Zellen unterstützt.

Coriolus (Schmetterlings-Tramete) steht hier im Zentrum:

  • wird in Studien untersucht im Zusammenhang mit HPV
  • traditionell eingesetzt zur Stärkung der Immunantwort
  • viele Frauen berichten von besseren Kontrollbefunden im Verlauf

Ergänzend werden oft Reishi und Maitake genutzt, die Stoffwechsel, Stressregulation und Zellgesundheit unterstützen.

Phytotherapeutische Begleiter sind beispielsweise Grüntee-Extrakt, Frauenmantel und Curcuma.

Wichtig: Diese Begleitung ersetzt keine gynäkologische Behandlung, sondern ergänzt sie.

PMS & Zyklusbeschwerden

Stimmungsschwankungen, Wassereinlagerungen, Krämpfe, schmerzende Brust, Überforderung – viele Frauen kennen die prämenstruellen Symptome (PMS) gut. Hier kann ein naturheilkundlicher Ansatz helfen, den Zyklus wieder als Ressource statt Belastung zu erleben.

Mögliche Unterstützung:

  • Reishi & Hericium für innere Ruhe und nervliche Stabilität
  • Maitake & Cordyceps zur Zyklusregulation
  • Frauenmantel, Ingwer, Schafgarbe als pflanzliche Begleiter

Wechseljahre

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein Übergang. Trotzdem können Hitzewellen, Schlafstörungen, Nervosität oder Müdigkeit herausfordernd sein.

Reishi wird traditionell genutzt, um Schlaf, innere Ruhe und hormonelle Balance zu unterstützen.

  • Reishi wird traditionell genutzt, um Schlaf, innere Ruhe und hormonelle Balance zu unterstützen.
  • Cordyceps kann Vitalität, Libido und Stimmung fördern. Pflanzlich begleiten hier oft Salbei, Traubensilberkerze und Rotklee.
  • Maitake fördert den Knochenstoffwechsel und wird zur Unterstützung eines ausgeglichenen Fettstoffwechsels und eines gesunden Körpergewichts verwendet.

Dies sollen nur einige Beispiele sein. Wenn Du Dich eingehender mit dem Thema Heilpilze befassen möchtest, kannst Du auf eine große Auswahl an Büchern, Fachartikeln und Onlinequellen zurückgreifen, die das Wissen über Heilpflanzen und Heilpilze gut verständlich vermitteln. Sich zu informieren ist ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zu mehr Selbstwirksamkeit und Bewusstsein für den eigenen Körper. Eine übersichtliche Einstiegsmöglichkeit bietet die Webseite der Gesellschaft für Vitalpilzkunde, auf der die wichtigsten Heilpilze und ihre traditionell beschriebenen Eigenschaften kompakt dargestellt sind.

Bei konkreten gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden ist es sinnvoll, sich an erfahrene Ärztinnen, Ärzte oder Heilpraktiker:innen zu wenden, die sich mit Mykotherapie und naturheilkundlicher Begleitung auskennen – so lässt sich der persönliche Weg zu mehr Balance und Wohlbefinden sicher und individuell gestalten.

Auf mehr Lebenskraft im Alltag – und ein bisschen Pilzmagie!

Herzlichst

Deine Ana


Die Autorin: Ana Orias Balderas, Inhaberin von Ana’s Pilzfarm

Ana Orias Balderas hält einen großen Pilzstock in der Hand.

Ana Orias Balderas, Jahrgang 1985, ist studierte Bio-Geo-Wissenschaftlerin und Mutter eines Sohnes. In ihrem Bioland zertifizierten Bio-Pilzzuchtbetrieb „Ana’s Pilzfarm“ im Hunsrück widmet sie sich dem Anbau von Heil- und Gourmetpilzen. In ihrem Online-Shop vertreibt sie zudem natürliche Nahrungsergänzungsmittel und Pilzprodukte.

Kontaktdaten:

Ana Orias Balderas
Ana‘s Pilzfarm (Bioland zertifiziert)

Instagram
Website: https://anas-pilzfarm.de/
Shop

Die Brust: Wissen statt Kategorisierung und Bewertung

Die Brust: Wissen statt Kategorisierung und Bewertung

„Als Gesellschaft haben wir einen übertriebenen Fokus auf die weibliche Brust. […] Es ist nicht erklärbar, warum die Brust so oft genutzt wird, um Frauen zu bewerten und kategorisieren und unfrei zu machen.“, so Professorin Mandy Mangler, Chefärztin für Gynäkologie und Geburtsmedizin an zwei Vivantes-Kliniken in Berlin.

Die Brust – kein anderes Organ hat eine so wichtige Funktion, aber sie darf nicht einfach mal sein. In der SWR-Dokumentation „Mein Körper. Meine Brüste. – Was soll der Hype?“ dreht sich alles um das weibliche Organ, dass eine lebenswichtige Funktion hat und das permanent reglementiert und sexualisiert wird.

Für eine Studie wurden 18.500 Frauen in 40 Ländern – auch Deutschland – befragt. „Wie zufrieden bist du mit Deinen Brüsten? Findest Du sie schön? Würdest du was verändern?“ Das Ergebnis besagt, dass ca. 25 % der Frauen mit ihrer Brust zufrieden sind – und über 70% der Befragten unzufrieden. 54 % der befragten Frauen aus Deutschland wünschten sich eine größere Brust.

Die Brust

Die Brust sitzt auf dem Brustmuskel, besteht aber selbst nur aus Drüsengewebe und Fett; sie hat keine eigene Muskulatur und lässt sich nicht trainieren. Ihren Halt hat sie ausschließlich durch Haut und Bindegewebe.

Brüste bewegen sich unabhängig vom Körper, quasi wie eine wabernde Masse, auf die G-Kräfte einwirken, wie auf einen Formel-1-Fahrer in einer Kurve. „Die Bewegung geht vor und zurück, zu den Seiten, nach oben und unten – alles gleichzeitig“, sagt die Dr. Nicola Renwick von der Universität Portsmouth. Die Biomechanikerin filmt die Brustbewegungen beim Sport mit High-Speed-Kameras und erklärt, dass das einer der Gründe ist, warum junge Mädchen aufhören Sport zu machen. „Sie schämen sich, weil die Brüste so stark wackeln.“ Dr. Renwick vergleicht die Aufnahmen ohne und mit verschiedenen Sport-BHs und kann genau sagen, wie das Bekleidungsstück einen guten Halt bietet. Für eine „starke Unterstützung“ muss sich die Brustbewegung um 70% verringern.

Kaum eine Frau weiß, wann ein Sport-BH wirklich gut sitzt. Viele denken, dass ein guter Halt durch Kompression entsteht, doch das funktioniert im besten Fall noch bei kleineren Brüsten. Größere Brüste brauchen bessere Unterstützung, einen Halt, der vom Unterband des BHs kommt. Teilweise ist sogar die Unterstützung jeder Brust einzeln sinnvoll, um seinem Leben und seinem Sport schmerzfrei nachgehen zu können. Kleiner (Fun-)Fact: Es gibt sogar Studien, die nahelegen, dass sich das Verletzungsrisiko am Kreuzband für Frauen erhöht, wenn sie einen Sport-BH tragen, der sie nicht genug stützt.
Natürlich hängt die richtige Auswahl der Sport-BHs immer von Sportart und Brustgröße ab. Während beim Yoga ein Soft-BH genügen kann, bietet der jedoch bei einem 10-km-Lauf keine ausreichende Unterstützung.

„Mein Körper. Meine Brüste. – Was soll der Hype?“

In der sehr empfehlenswerten Dokumentation finden unterschiedliche Perspektiven ihren Platz. Von Schwangerschaft bis (Leistungs-)Sport, von der evolutionären über die medizinische bis zur gesellschaftlichen Betrachtung bieten die verschiedenen Blickwinkel zum Teil erschreckende Wahrheiten, denen wir zukünftig im Alltag besser begegnen könnten.

Louise (Lou), eine junge Frau, die beide Brüste wegen einer Krebserkrankung abnehmen lassen musste und sich gegen einen Brustaufbau bzw. eine -rekonstruktion entschieden hat. Sie versucht sich in ihrem Körper wieder wohlzufühlen und kämpft gleichzeitig gegen eine Gesellschaft, die bewertet, verletzende Fragen stellt und sie auf ihre (fehlenden) Brüste reduziert. Lou möchte anderen jungen Frauen Hoffnung geben, dass Frau ohne Brüste leben und sich trotzdem noch weiblich fühlen kann. Dabei erfährt sie wichtige Unterstützung von der Sexologin Johanna Pantel.

Jenna, ist eine 28-jährige Hip-Hop-Tänzer- und Trainerin mit Körbchengröße G. Sie erzählt von ihrem Weg, sich nicht mehr für ihre Brüste zu schämen und wünscht sich, dass Mädchen die Unterstützung zum „richtigen“ Umgang mit ihren Brüsten bereits im Sportunterricht lernen würden.

Auch Almuth Schult, 3-fache Mutter, Fußballerin und Welttorhüterin, stellt klar, wie unangenehm und schmerzhaft es sein kann, seinen Sport ohne die richtige Ausrüstung machen zu müssen. Dazu gehört ihrer Meinung nach auch ein gutsitzender Sport-BH. Denn wenn man sich darum keine Gedanken machen muss, ist das volle Potential der eigenen Leistungsfähigkeit abrufbar.

Die hochschwangere Annika, Produktmanagerin und Ingenieurin der Elektrotechnik, und ihre Hebamme Maike Campen, kommen ebenfalls zu Wort. Sie sprechen über die hormonell bedingte Brustvergrößerung während der Schwangerschaft, über die Pflege und über die Herausforderungen, die mit dem Stillen auf die junge Mutter zukommen.

Fazit

Die Sendung hat mich mit dem Wissen und den unterschiedlichen Perspektiven auf die weibliche Brust begeistert und berührt. Es ist offensichtlich, dass wir gesellschaftlich noch einiges zu tun haben, damit eine Brust „nur“ eine Brust ist. Die Bewertung von anderen, die Kategorisierung und die Sexualisierung sollten längst nicht mehr die Gewichtung haben, die aktuell stets spürbar ist.

Mit den Worten von Jenna möchte ich schließen: „Es geht darum, ein gesundes Mindset zu besitzen. Je mehr wir darüber reden und es nicht mehr zu einem Tabu- oder sexuellen Thema machen, sondern wirklich zu einem Thema wie Fingernägel, Haare und Make-up, wird jede Frau viel glücklicher damit sein, ihre Brust genauso zu haben, wie sie ist.

Verlinkung:

ARD Mediathek, SWR: Mein Körper. Meine Brüste. – Was soll der Hype? (verfügbar bis 17.11.2029) 

Weitere Beiträge aus unserem unserem Blog:

Diagnose Brustkrebs: Plötzlich steht das Leben still

Brustkrebs: Fragen und Antworten

Alt werden – ein Prozess auf unserem Lebensweg

Alt werden – ein Prozess auf unserem Lebensweg

Wie lange können wir fit und gesund bleiben? Was passiert mit uns, wenn wir ein Pflegefall werden? Ist unsere Wohnung dann noch von uns bewohnbar? Die Dokumentation des Bayrischen Rundfunks mit dem Titel „Senioren: Wie werde ich gut und zufrieden alt“ setzt sich mit der Frage des Altwerdens auseinander. Die BR-Redakteurin Anke Klingemann ist quer durch Deutschland gereist, um Antworten zu finden. Auch unsere Frauengesundheits-Redakteurin Iris hat sich zum Altwerden schon einige Gedanken gemacht. Sie ist in diesem Jahr 63 Jahre alt geworden und fragt: „Bin ich mit 63 schon alt? Ich bin mir nicht sicher. Äußerlich bin ich noch immer dieselbe, aber mein Denken an die Zukunft hat sich verändert, langsam und schon seit ein paar Jahren. Heute denke ich eher an Rente als an Fernreise und eher an altersgerechtes Wohnen als an Bergwanderung.“

Alt werden – ein Schritt weiter in ein endliches Leben

Alt werden beginnt nicht an einem bestimmten Tag, sondern ist langsam fortschreitender Prozess. Es ist kein Zustand, der plötzlich über einen hereinbricht, sondern eine Reihe kleiner Übergänge, in denen sich Körper, Geist und Alltag verändern. „Senior:in“ ist man nicht plötzlich, man wird es mit der Zeit.

Viele Menschen wünschen sich, gesund zu bleiben, kein Pflegefall zu werden und möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben zu können. Über das Älterwerden selbst denken viele erst spät nach. Dieses Zögern ist einerseits beruhigend, andererseits verliert man dabei die Zeit, sich bewusst auf die Veränderungen des Alterns einzustellen.

Der Alterungsprozess trifft Frauen auf besondere Weise. Sie tragen meist über viele Jahre Verantwortung für Familie, Beruf, Haushalt und Pflege anderer – und wenn die Kinder aus dem Haus sind oder der Partner nicht mehr da ist, ändert sich das eigene Leben noch einmal grundlegend. Viele Frauen erleben den Erkennungsmoment als Zäsur: Plötzlich haben sie Zeit für sich selbst und die Fragen nach Sinn, nach Zukunft und nach der eigenen Kraft stehen im Raum. Altwerden ist für Frauen nicht nur eine biologische Entwicklung, sondern ein Prozess, in dem Rollenbilder aufbrechen und neue Möglichkeiten entstehen.

Körperliche Veränderungen verstehen und annehmen

Mit zunehmendem Alter verändert sich unser Körper: Unsere Haut bekommt Falten, die Muskelkraft und Beweglichkeit nehmen ab, unser Immunsystem arbeitet anders. Bei Einigen stellen sich Krankheiten ein, die früher kein Thema waren. Diese Veränderungen sollten wir nicht beklagen, sondern sie als Teil unseres Lebens erkennen und ihnen mit Achtsamkeit begegnen.

Regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, bewusste Entspannung und turnusmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen nicht nur, die Beschwerden zu mildern, sondern auch das Gefühl der Selbstbestimmung dauerhaft zu erhalten. Wenn wir lernen, auf unseren Körper zu hören, können wir leichter erkennen, wann Ruhe nötig ist – und wann wir trotz kleiner Einschränkungen aktiv bleiben können.

Reife Frau in den Wechseljahren, die zu Hause unter Hitzewallungen leidet und sich mit einem an den Laptop angeschlossenen Ventilator abkühlt.

Für Frauen ist der Übergang ins höhere Alter eng mit der Menopause verknüpft. Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Gewichtszunahme können belastend sein, doch ebenso sie sind ein Signal zur Neuentdeckung unseres Körpers. Frauen berichten häufig, dass sie lernen müssen, die enger werdenden Grenzen zu akzeptieren, ohne gleich den Mut zu verlieren.

Wer versteht, dass nicht Perfektion, sondern Wohlbefinden das Ziel ist, entdeckt auch neue Seiten an sich – Stärke, Gelassenheit und eine innere Schönheit, die nicht am Geburtsdatum hängt.

Psychische Stärke: Wie wir Zufriedenheit kultivieren

Ein guter Umgang mit dem Alter(n) hängt nicht allein vom Körper ab. Was wir psychisch erleben, wie wir denken, worauf wir unseren Fokus richten, wie wir mit Verlusten umgehen – all das bestimmt maßgeblich, wie zufrieden wir sind. Einsamkeit, der Abschied von geliebten Menschen, veränderte Rollen (z. B. wenn Kinder flügge werden) können belastend wirken.

In der Dokumentation wird deutlich, dass Beziehungen wichtig sind – zu Freunden, zu Familienmitgliedern, aber auch zu neuen Kontakten und Gemeinschaften. Wer sich in Gruppen engagiert, wer Hobbys nachgeht, wer sich selbst neue Ziele setzt, kann sich seine Lebensfreude bewahren und gelegentliche Sorgen leichter relativieren.

Frauen sind Meisterinnen darin, sich anzupassen und Lebenskrisen zu meistern. Gleichzeitig stehen sie im Alter vor besonderen Herausforderungen: Sie sind oft verwitwet, leben allein und habe eine geringere Rente. Umso wichtiger sind Freundinnen, Nachbarinnen, Frauenkreise – das sind nicht nur soziale Kontakte, sondern ein Netz, das Tragfähigkeit beweist. Wer neugierig bleibt, Neues ausprobiert und auch einmal „Nein“ sagt, stärkt seine innere Widerstandskraft.

Viele Frauen berichten, dass sie im Alter ein neues Selbstbewusstsein gewinnen: Die Angst, nicht zu genügen, tritt zurück, und an ihre Stelle tritt das Wissen, dass man in seinem Leben schon so vieles geschafft hat.

Selbstbestimmung, Autonomie und Teilhabe

Ein häufig genanntes Ziel in der Dokumentation: Solange wie möglich im eigenen Zuhause bleiben können. Das klingt erstmal einfach, kann aber im täglichen Leben mit vielen Anforderungen verbunden sein: barrierefreie Wohnung, persönliche Betreuung, erreichbare Läden und ärztliche Versorgung – insgesamt ein Umfeld, das hilft statt einschränkt. Wer früh daran denkt, dass Wohnung und Alltag altersgerecht gestaltet werden können, hat später mehr Sicherheit und ein gewisses Maß an Freiheit.

Auch die Entscheidungsmöglichkeit über medizinische Versorgung oder Pflege ist zentral. Immer öfter fragen sich ältere Menschen: Wie will ich im Alter leben? Wer trifft Entscheidungen für mich, wenn ich sie selbst nicht mehr treffen kann? Das bewusste Auseinandersetzen mit solchen Fragen macht nicht nur praktische Dinge leichter, sondern gibt das Gefühl, über das eigene Leben zu bestimmen. Hier ist es – vielleicht nicht angenehm – aber absolut hilfreich, sich so früh wie möglich mit Themen wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Testament oder seinem digitalen Erbe auseinanderzusetzen.

Oft ist die Unabhängigkeit von Frauen hart erarbeitet. Im Alter stellen sie sich dann trotzdem die Fragen: Wie lange kann ich mein eigenes Zuhause bezahlen? Wie organisiere ich meine Versorgung, wenn ich Hilfe brauche? Auch hier gilt: Wer sich früh Gedanken macht und rechtzeitig plant, baut ein gutes Netzwerk auf oder trifft klare Absprachen mit Familie und Freundeskreis.

Gerade Frauen, die viele Jahre für andere gesorgt haben, müssen lernen, an sich selbst zu denken. Teilhabe heißt, nicht nur passiv versorgt zu werden, sondern aktiv am Leben teilzunehmen – ob im Ehrenamt, in einem Verein oder einfach durch das Treffen mit anderen.

Gesellschaftliche Rahmenbedingungen für Leben im Alter

Altwerden ist keine rein private Angelegenheit. Viele Bedingungen dafür – gute Pflege, barrierefreier Wohnraum, eine Gesundheitsversorgung, die für weniger mobile Menschen funktioniert, ein soziales Umfeld ohne Ausgrenzung – sind gesellschaftliche Aufgaben. Die Dokumentation macht deutlich, dass Wünsche und Bedürfnisse der Älteren oft unterschätzt oder spät wahrgenommen werden. Frauen haben oft geringere Rentenansprüche, weil sie in Teilzeit gearbeitet oder unbezahlte Sorgearbeit geleistet haben. Altersarmut trifft sie daher besonders häufig.

Eine alte Frau zählt die Münzen in ihrer Hand. Das Bild ist düster und es sind nur wenige Münzen.

Es braucht Politik, Nachbarschaften, Institutionen, die zuhören, gestalten und unterstützende Strukturen schaffen: bezahlbarer Wohnraum und betreutes Wohnen, wohnortnahe und sichere Pflegeangebote, Angebote für Gemeinschaft, Möglichkeiten zur Teilhabe und eine bessere Rentenpolitik. Nur so kann das Alter nicht zur Phase werden, in der Menschen nur in ein System gepresst werden, sondern eine Phase, in der sie weiterhin wirken, mitgestalten und genießen können.

Die Chance, sich neu zu erfinden

Schließlich zeigt die Dokumentation, dass Altwerden nicht nur Verlust bedeutet, sondern auch Gewinn. Erfahrung, Gelassenheit, eine andere Perspektive aufs Leben. Wer gelernt hat, was wirklich zählt, wer Prioritäten neu bewertet hat, sieht oft klarer, worauf es ankommt: Beziehungen, Zeit, Wertschätzung. Viele Ältere berichten davon, dass sie sich freier fühlen, bewusster genießen, weniger in Eile sind – und dass es möglich ist, in späteren Jahren Frieden mit sich selbst zu schließen. Alt sein heißt also nicht resignieren, sondern neu definieren, was Lebensqualität ist.

So sehr das Alter mit Verlusten verbunden sein kann – es bietet auch Chancen. Altwerden bedeutet für Frauen nicht, unsichtbar zu werden, sondern sichtbar für das, was sie sind: stark, erfahren, voller Geschichten und voller Leben. Viele Frauen entdecken in späteren Jahren Hobbys, die sie früher nie ausprobiert hätten. Sie reisen, lernen Sprachen, malen, singen, tanzen. Sie erlauben sich, Dinge zu tun, die vielleicht jahrzehntelang hintenangestellt waren. Altwerden kann ein Neubeginn sein: Die Erfahrung aus all den Jahren schenkt Sicherheit, die Freiheit von Verpflichtungen öffnet Türen. Das, was bleibt, ist oft das Wesentliche: Freundschaften, Liebe, der Genuss von Zeit, die man nicht mehr hetzend verbringen muss.

Aktiv werden – ein leichter Weg

Auch ohne große Veränderungen im Umfeld kann man selbst vieles tun, damit das Altwerden einfacher gelingt. Kleine Rituale, neue Gewohnheiten, Offenheit für Veränderung helfen. Mehr Bewegung, geistige Herausforderungen durch Lesen oder Lernen, bewusst den Kontakt zu Mitmenschen suchen, aber auch Grenzen setzen: nicht zu viel erwarten, nicht zu viel vergleichen. Es kann hilfreich sein, über Wünsche und Ängste offen zu sprechen. Freundschaften, Hobbys, Sinn stiftende Tätigkeiten sind keine Luxus-Extras, sondern wichtig für das innere Gleichgewicht.

Hast Du noch Gedanken oder Tipps für unsere Leser:innen, dann hinterlasse uns gern einen Kommentar.

Hab einen leichten Übergang ins neue (Zeit-)Alter

Deine Iris


Hier noch die Links mit weiteren Informationen

Bayrischer Rundfunk
„Senioren: Wie werde ich gut und zufrieden alt?“ (verfügbar bis 18.07.2029)

Beiträge zum Thema „Altwerden“, die wir schon veröffentlicht haben

Die Vorsorgevollmacht – Entscheidungen für den Fall der Fälle
Die Patientenverfügung, das verbindliche Recht auf Selbstbestimmung
Die Betreuungsverfügung und der Grundsatz der Erforderlichkeit
Digitales Erbe – Was passiert mit Deinen Online-Daten nach dem Tod?
Mein letzter Wille – Warum ein Testament so wichtig ist und was Du beachten solltest

Gelbsucht bei Neugeborenen: Neue Methode zur Früherkennung

Gelbsucht bei Neugeborenen: Neue Methode zur Früherkennung

Neugeborenen-Gelbsucht (lateinisch Ikterus) ist eine bekannte Erkrankung, die sich durch eine Gelbfärbung der Haut, Schleimhäute und Augen äußert. Zudem geht häufig eine Braunfärbung des Urins und heller Stuhlgang damit einher. Unbehandelt kann sie zu schweren Schäden am Gehirn führen und sogar tödlich verlaufen.

Nach der Geburt entsteht durch den Zerfall von überschüssigen roten Blutkörperchen der Farbstoff Bilirubin, der sich in der Haut und den Augäpfeln ablagert und die Verfärbung verursacht. Typischerweise tritt die Gelbsucht zwei bis drei Tage nach der Geburt auf, da die Leber den Abbau des Bilirubins erst nach und nach bewältigen kann, und klingt meist innerhalb einer Woche wieder ab.

Durch die frühzeitige Erkennung lässt sich eine notwendige Behandlung rechtzeitig einleiten, das allein bietet Schutz vor dauerhaften Schädigungen. Dabei könnte eine neue Screening-Technologie hier eine entscheidende Rolle spielen.

Darüber sprechen wir mit Gerald Kaasen von der Medizintechnik Kaasen GmbH in Lünen.

Herr Kaasen, Ihr Unternehmen blickt auf über 20 Jahre Erfahrung in der Unterstützung junger Familien zurück und bietet innovative Produkte wie Milchpumpen und Beckenbodentrainer an, um den Alltag von Eltern und Kindern zu erleichtern. Nun sind Sie Vertriebspartner für ein neuartiges Gelbsucht-Screening für Neugeborene. Was hat Sie dazu bewogen, diese Technologie in Ihr Portfolio aufzunehmen?

Schätzungsweise sterben weltweit jedes Jahr mehr als 114.000 Neugeborene an den Folgen einer Gelbsucht (Quelle: https://picterus.com/jaundice/ ). Zum Glück haben wir in Deutschland eine deutlich bessere Versorgungslage. Jedoch werden Mutter und Kind bei uns tendenziell immer früher aus dem Krankenhaus entlassen, was mit der Kostenstruktur zusammenhängt. Vor der Entlassung wird die Bilirubin-Konzentration noch überprüft. Ist diese tendenziell erhöht, werden Mutter und Kind für den Folgetag wieder zur Überprüfung ins Krankenhaus einbestellt.
Also anstatt die beiden zur Ruhe kommen zu lassen, um sich einzugewöhnen, müssen sie am nächsten Tag wieder ins Krankenhaus, damit der Wert überprüft wird. Hat er sich verbessert fährt man wieder nach Hause. Ist er gleichbleibend, kann die gleiche Prozedur am darauffolgenden nächsten Tag wiederholt werden. Ein Stress, der letzten Endes nicht mehr sein muss.

Als medizintechnisches Unternehmen ist es unsere Herzensangelegenheit, Lösungen anzubieten, die dazu beitragen, die Versorgung von Neugeborenen und ihren Familien zu verbessern. Das Gelbsucht-Screening ist aus unserer Sicht eine sehr vielversprechende Maßnahme, um die Familie keinen unnötigen Belastungen auszusetzen.

Wie funktioniert dieses Screening genau?

Das norwegische Unternehmen Picterus AS hat eine innovative Methode entwickelt, die Gelbsucht mithilfe einer Smartphone-Kamera und einer speziellen Farb-Kalibrierungskarte erkennen kann. Dabei wird eine App verwendet, um den notwendigen Abstand und die richtige Positionierung zu gewährleisten. Die App erfasst automatisch sechs Bilder (von einem kleinen Ausschnitt des Brustbereichs des Neugeborenen und der Farbkarte) und analysiert diese mithilfe eines patentierten Berechnungsmodells.

Innerhalb weniger Sekunden liefert das System einen Messwert, mit etwa derselben Sicherheit, wie eine transkutane Messung an der Schläfe des Kindes mit einem speziellen Gerät. Vereinfacht gesagt, erfolgt ein Abgleich der Hautfarbe und der Gelbfärbung mit einem definierten Farbschema.

Das klingt nach einer innovativen und gleichzeitig einfachen Methode. Kann jede Person mit einem geeigneten Smartphone dieses Screening durchführen?

Ja, die App ist gemäß ihrer MDR-Zulassung nicht nur für medizinisches Fachpersonal, sondern auch für die Nutzung durch Eltern zugelassen. Die App liefert jedoch nur einen Messwert. Dieser muss fachlich eingeordnet werden, d. h. er muss von fachkundigen Personen, wie Hebammen, Ärzten und Ärztinnen oder Kinderkrankenpfleger:innen ausgewertet werden, um gegebenenfalls weitere Untersuchungen oder eine Behandlung einzuleiten.

Der Vollständigkeit halber muss dazu gesagt werden, dass die App zwar kostenfrei ist, aber die Farbkarte bei Picterus AS kostenpflichtig bestellt werden muss (aktuell ca. 8,00 € zzgl. Versand im Einzelbezug). Zusätzlich wird jeder Scan mit ca. 8,00 € berechnet. Und nicht zu vergessen, die Abstimmung mit fachkundigen Personen muss dann noch zusätzlich erfolgen.
Dennoch sehen wir den Mehrwert darin, dass Mutter und Neugeborenes deutlich weniger Aufregung durchmachen müssen, wenn die Messung zu Hause durchgeführt werden kann.

Sind bereits die Krankenhäuser in Deutschland mit dieser Technologie ausgestattet?

Leider noch nicht. Das System ist mittlerweile für alle Hauttöne zugelassen und noch so neu, dass viele Kliniken dieses Verfahren noch nicht kennen. Deshalb gehört es zu unseren aktuellen Aufgaben, Aufklärungsarbeit zu leisten und die Technologie in Deutschland bekannter zu machen.

Wenn das Verfahren noch so neu ist, bietet es überhaupt die nötige Sicherheit?

Ja, sonst wäre die Zulassung nicht erfolgt.
Auch wenn die Anwendung heute sehr einfach ist, war es ein langer Weg bis zu diesem Punkt. Picterus wurde bereits vor 10 Jahren gegründet. In vielen langjährigen Forschungsprojekten in Norwegen, Schweden und der ganzen Welt (u. a. Philippinen, Uganda, Mexico, USA) wurden Erkenntnisse gewonnenen, die zu einer konsequenten Weiterentwicklung geführt haben. Dadurch ist es zu dem qualitativ hochwertigen, verlässlichen System geworden, das es jetzt ist.

Das neue Screening-Verfahren zur Früherkennung von Gelbsucht bei Neugeborenen stellt einen bedeutenden Fortschritt in der medizinischen Versorgung dar. Durch die einfache Anwendung und schnelle Auswertung bietet es eine zusätzliche Sicherheit für Eltern und medizinisches Fachpersonal, ohne die Familien durch (ggf. unnötige) Arzt- oder Klinikbesuche weiter zu belasten. Dennoch bleibt die flächendeckende Einführung in deutschen Kliniken eine Herausforderung, aber wir bleiben am Ball.

Herr Kaasen, vielen Dank für das informative Gespräch!

Der Autor:

Ein Mann, Gerald Kaasen, stehen an seinem Messestand und schaut in die Kamera.

Kontaktdaten:

Medizintechnik Kaasen GmbH
Zum Gewerbepark 4
44532 Lünen

Telefon: 02306 30609-0
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Weitere Links:

Website Picterus AS

Kinder- & Jugendärzte im Netz: Neugeborenen-Gelbsucht (Neugeborenen-Ikterus)

Wikipedia: Neugeborenengelbsucht

Schmerzen, ein Überblick: von der Entstehung bis zur Linderung

Schmerzen, ein Überblick: von der Entstehung bis zur Linderung

In der WDR Sendung Quarks „Aua! Die Wissenschaft vom Schmerz“ wird das Thema Schmerz genauer unter die Lupe genommen. Zum einen sind Schmerzen ein Warnsignal des Körpers, zum anderen behindern sie uns im Alltag. Sie schränken unsere Bewegungsfreiheit ein, verursachen einen dichten „Nebel“ im Kopf oder treiben Menschen in die Isolation. Wie ist der aktuelle Stand der Medizin und welche anderen Möglichkeiten stehen heute zur Verfügung, mit (dauerhaften) Schmerzen umzugehen?

Die kurzweilige Sendung ermöglich einen guten Einblick in den aktuellen Stand von Medizin und Forschung – von der Entstehung der Schmerzen, über die Wirkung von Schmerzmitteln und Placebos bis zu neuen Therapiemöglichkeiten bei chronischen Schmerzen.

Im Beitrag werden u. a. diese Fragen beantwortet:

  • Wie entsteht Schmerz?
  • Was ist der Unterschied zu chronischen Schmerzen?
  • Was passiert bei Akkupunktur?
  • Wie wirksam ist Hypnose zur Schmerzlinderung bei Endometriose?
  • Wie kann VR (Virtuelle Realität) bei der Schmerzreduktion unterstützen?
  • Wie wirkungsvoll ist die geistige Forderung, die Konzentration auf andere Themen (also quasi eine Ablenkung), hinsichtlich des Schmerzempfindens?
  • Wie gut funktionieren Placebos bei echten Schmerzen?

Mach Dich schlau und erfahre in knackigen 45 Minuten viel Wissenswertes rund um das Thema Schmerz.

Hier findest Du die gesamte Dokumentation:

ARD Mediathek – WDR Quarks vom 12.06.2025: Aua! Die Wissenschaft vom Schmerz (verfügbar bis 12.06.2030)

Wir haben uns bereits mit einem Schmerzthema beschäftigt. Lies gerne unseren Beitrag im Blog: Endometriose: Betroffene fordern Anerkennung und Bekanntheit!

Hebamme – Ein unverzichtbarer Beruf mit großen Herausforderungen

Hebamme – Ein unverzichtbarer Beruf mit großen Herausforderungen

Hebammen haben eine wichtige Aufgabe in der Geburtshilfe und der Betreuung werdender Mütter. Für werdende Mütter wird es immer schwieriger, eine Hebamme zu finden, die sie durch ihre Schwangerschaft begleitet. Dabei ist der Hebammenmangel längst kein neues Thema mehr. In ländlichen Regionen gibt es oft nur wenige Hebammen, die eine große Anzahl an Frauen versorgen müssen. Die freiberuflichen Hebammen haben mit schwierigen Arbeitsbedingungen zu kämpfen, darunter hohe Versicherungskosten, unzureichende Honorare und unregelmäßige Arbeitszeiten.

Gerade die Geburtshilfe ist für viele Hebammen nicht mehr tragbar, weil die Kosten für die Berufshaftpflichtversicherung immens hoch sind. Das führt dazu, dass immer weniger Hebammen Geburtshilfe anbieten und den Fokus auf die Vor- und Nachsorge legen. In vielen ländlichen Regionen gibt es mittlerweile kaum noch Hebammen, sodass Hebammen und Schwangere weite Strecken fahren müssen, um eine entsprechende Betreuung rund um die Geburt zu geben und zu erhalten. Auch die Arbeit in abgelegenen Regionen ist häufig mit großen Herausforderungen verbunden. Während die Hebammen in den Städten meist in Kliniken oder Geburtshäusern arbeiten, müssen sie auf dem Land oft lange Wegstrecken zurücklegen, um Frauen in der Schwangerschaft, unter der Geburt oder im Wochenbett zu betreuen. Das bedeutet nicht nur eine hohe zeitliche Belastung, sondern auch eine große logistische Herausforderung.

Hebamme untersucht Bauch einer schwangeren Frau mit CTG-Scan in der Praxis

Daniela Becherer – Hebamme mit Herz und Haltung im Schwarzwald

​In der SWR-Dokumentation „Friederike klopft an: Daniela – die Hebamme auf dem Land“ gibt Daniela Einblicke in ihren Alltag. Sie spricht über die Herausforderungen, die mit ihrer Arbeit verbunden sind, und darüber, wie sie versucht, sich selbst dabei nicht zu verlieren. Die Dokumentation zeigt, mit wie viel Herzblut sie sich für die bestmögliche Versorgung schwangerer Frauen auf dem Land einsetzt.​

Wer Daniela Becherer kennenlernt, merkt schnell: Diese Frau ist ganz in ihrem Element. Seit über 20 Jahren begleitet sie Frauen rund um Geburt, Schwangerschaft und Stillzeit – mit viel Engagement, medizinischem Wissen und menschlicher Wärme. Doch Daniela ist nicht nur Hebamme, sondern auch Mutter von zwei Töchtern. Sie weiß also genau, was diese Zeit für die Frauen bedeutet.

Familie als Rückhalt – und Herausforderung

Danielas Lebensmittelpunkt ist ihre Familie. Mit ihrem Mann und den zwei Kindern lebt sie in einem kleinen Ort im Schwarzwald. Ganz in der Nähe, in St. Georgen, hat sie gemeinsam mit einer Gynäkologin und einer Hebammen-Kollegin Praxisräume gemietet. Ihre Kinder sind inzwischen im Schulalter, was den Familienalltag abwechslungsreich – und manchmal auch chaotisch – gestaltet. Die morgendlichen Abläufe gleichen einem kleinen Orchester: Brotdosen packen, Turnbeutel kontrollieren, Kinder motivieren, anziehen, verabschieden. Und dann: ab ins Auto, oft direkt zum ersten Hausbesuch. Doch das System Becherer funktioniert. Klare Absprachen, feste Rituale und die Bereitschaft aller, mitanzupacken, helfen dabei, dass sich niemand verliert. Daniela und ihr Mann teilen sich die Care-Arbeit so auf, dass Freiräume entstehen – auch wenn spontane Notfälle manchmal alles über den Haufen werfen. „Flexibilität ist bei uns kein Schlagwort – sondern gelebte Realität“, sagt Daniela mit einem Schmunzeln.

Hebamme sitzt im Auto auf dem Weg zu einer Patientin

Berufung mit System

In ihrer Hebammenpraxis bietet Daniela viele Leistungen an: Von der Schwangerenvorsorge über Geburtsvorbereitung bis zur Wochenbettbetreuung, Rückbildung und Stillberatung. Die Kurse finden entweder vor Ort oder – je nach Bedarf – auch online statt. Neben ihrem fachlichen Wissen hat sie eine zusätzliche Qualifikation als Krankenschwester, was ihr ermöglicht, über die Geburtsvorbereitung und -nachsorge hinaus, Müttern weitere Angebote zu machen

Auch die Naturheilkundliche Begleitung ist ihr wichtig. Akupunktur gehört für Daniela zur Vorbereitung der Mütter auf die Geburt dazu – nicht nur zur Linderung von Beschwerden, sondern auch zur mentalen Stärkung. Ihre Philosophie: Frauen in ihrer Selbstwirksamkeit zu unterstützen, deren Vertrauen in den eigenen Körper aufzubauen und Geburt nicht nur als medizinischen Vorgang, sondern als Lebensereignis zu begreifen.

Logistik trifft Herzarbeit

Der Alltag als Landhebamme bedeutet: viele Kilometer auf der Straße. Ihre Patientinnen wohnen weit verstreut in der ländlichen Region um Triberg, Schönwald und St. Georgen. Manchmal sind es täglich über 100 Kilometer, die sie zwischen Kursen, Hausbesuchen und Notfällen zurücklegt. In der Doku „Friederike klopft an“ schildert Daniela, wie ihre Arbeit sie manchmal bis an die Grenze der Erschöpfung bringt – weil sie nicht nur ihren Beruf liebt, sondern auch spürt, wie dringend sie gebraucht wird. Die Gesundheitsversorgung auf dem Land ist lückenhaft, Hebammen sind rar. Daniela steht oft unter Druck – emotional wie organisatorisch. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen. Um nicht auszubrennen, hat sich die Familie kleine, aber wirkungsvolle Routinen geschaffen: Gemeinsame Abendessen, Waldspaziergänge am Wochenende, Zeitfenster ohne Handy oder Dienstbereitschaft. Daniela nennt das „Anker im Alltag“. Und wenn ihr alles zu viel wird, geht sie zu ihren Bienen. Hier findet sie die Ruhe, die sie braucht, um ihre Akkus wieder aufzuladen.

Imkerin versorgt ihre Bienen am Stock, einige Biene schwirren aus

Politisches Engagement als Teil der Lösung

Über ihre Arbeit hinaus engagiert sich Daniela für bessere Rahmenbedingungen in der Geburtshilfe. Sie war mehrere Jahre im Vorstand des Landesverbandes der Hebammen Baden-Württemberg tätig. Ihr Ziel: die Arbeitsbedingungen für Hebammen zu verbessern und die Versorgungslage auf dem Land weiter auszubauen.

Stimmen der betreuten Familien: Nähe, die bleibt

Wer mit Daniela gearbeitet hat, bleibt oft lange mit ihr verbunden. Die Rückmeldungen der Eltern sind voller Dankbarkeit – für ihre ruhige, stärkende Art, für die offenen Gespräche, die praktischen Tipps und den Humor, wenn’s mal schwierig wurde. Und nicht selten hört Daniela beim Hausbesuch ein fröhliches Kinderlachen: „Mama, die Hebamme ist wieder da!“

Zwischen Kraftakt und Herzenssache

Daniela Becherer ist eine Frau, die mit ihrer Arbeit einen echten Unterschied macht. Als Mutter, Partnerin, Hebamme und Netzwerkerin lebt sie ein Modell, das zeigt: Mit Organisation, Teamgeist – und ganz viel Herz – lässt sich auch ein scheinbar unmöglicher Alltag meistern. Ihre Geschichte ist eine, die Mut macht. Sie zeigt, wie wertvoll Hebammenarbeit ist – für jede einzelne Familie und für unsere Gesellschaft.


Für mehr Infos und persönliche Einblicke besucht gern Danielas Website: www.hebamme-becherer.de
Dokumentation Daniela – die Hebamme auf dem Land (SWR) (verfügbar bis 27.3.2027)
oder auch auf YouTube