Ich bin Anfang sechzig und seit vielen Jahren geschieden – von meiner großen Liebe. Aber war sie es wirklich, die große Liebe? Sind wir nicht alle mal, mehr oder weniger verliebt? Wie wird aus dem Verliebtsein Liebe und wie wird diese Liebe groß?
Alles beginnt und die Welt steht still
Ich weiß noch genau, wie es war, als ich zum ersten Mal dachte: Das ist sie – die große Liebe. Dieses Gefühl, wenn das Herz bis zum Hals klopft, die Welt stillsteht. Er war groß, sportlich, gutaussehend … und 10 Jahre jünger als ich. Da waren sie, meine Schmetterlinge. Und sofort auch mein zweiter Gedanke: viel zu jung und unerfahren, das wird nie was mit uns.
Wir Frauen neigen dazu, solche Momente zu analysieren – Männer erleben sie einfach anders. Für viele von ihnen ist die große Liebe weniger ein Feuerwerk, sondern das beruhigende Gefühl, angekommen zu sein. So war es auch bei mir: In meinem Bauch feierten Schmetterlinge eine Party und mein Mann war froh, nicht mehr nach einer Partnerin suchen zu müssen.
Meine Geschichte ist nur eine von vielen, genauer gesagt von vielen ähnlichen. Das ZDF ist der Frage „Was macht die große Liebe aus?“ nachgegangen. Die Dokumentation zeigt: Die große Liebe ist kein Ziel, an dem man ankommt, sondern eine Reise. Sie entsteht, wächst, verändert sich – und fordert. Denn sie lebt von Nähe, Vertrauen und dem Mut, sich immer wieder aufeinander einzulassen.
Romantik trifft Realität – Zahlen, die berühren
Trotz aller Dating-Apps, trotz Schnelllebigkeit glauben wir an die Liebe. Laut einer ZDF-Umfrage sagen 79 Prozent der Menschen in Deutschland, dass Liebe der wichtigste Grund für eine Partnerschaft ist. Das ist doch schön, oder? Gleichzeitig empfinden 67 Prozent, dass die Beziehungen anders sind als früher – offener, aber auch komplexer.
Liebe ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Sie braucht Zeit, Kommunikation und die Fähigkeit, mit Konflikten umzugehen. Sie macht Arbeit, verlangt Kompromisse. Für mich ist die große Liebe kein Dauerrausch gewesen, sondern dieses leise, verlässliche Gefühl, wahrgenommen zu werden – mit all meinen Stärken und Schwächen. Mein Mann beschrieb es nüchterner, aber nicht weniger tief: „Weil ich Dir vertraue, auch wenn ich still bin“, sagte er mir einmal. Vielleicht ist das der Kern: Wir fühlen unterschiedlich, aber wir meinen dasselbe.
Der Alltag – das Herzstück der großen Liebe
In der ZDF-Doku erzählen Paare, dass sich die wahre Liebe nicht in großen Gesten zeigt, sondern in den kleinen Momenten. In einem Kaffee am Morgen, im Blick über den Küchentisch, im Zuhören oder im Schweigen. Große Liebe ist oft erstaunlich unspektakulär – und gerade deshalb so stark.
Zahlen belegen das Bedürfnis nach Verlässlichkeit: 78 Prozent der Befragten glauben, dass die monogame Beziehung auch in Zukunft die wichtigste Form des Zusammenseins bleibt. Wir suchen Abenteuer, ja – aber wir sehnen uns nach einem Zuhause. Nach jemandem, der da ist, wenn der Alltag schwierig wird.
Männer sind da pragmatischer. Mein Mann sagte einmal: „Für mich ist große Liebe, wenn ich weiß, dass Du da bist – auch wenn wir beide gerade schweigen.“ Vielleicht steckt darin die (ganze) Wahrheit.
Zwischen Sehnsucht und Selbstbestimmung
Wir leben in einer Zeit, in der Liebe viele Gesichter hat. Offen, polyamor, monogam, lesbisch, schwul, digital – alles scheint möglich. Und doch sagen 66 Prozent der Befragten, dass die gesellschaftlichen Rollenbilder (aus der Zeit unserer Eltern) immer noch Druck erzeugen. Besonders junge Menschen spüren das: Sie sollen unabhängig sein und gleichzeitig tief lieben, frei bleiben und dennoch Nähe leben.
Ich kenne dieses Spannungsfeld nur zu gut. Man will stark sein und trotzdem weich, eigenständig und doch verbunden. Es ist nicht immer einfach, in dieser Mischung authentisch zu bleiben. Aber vielleicht macht genau das die Liebe heute aus, sie darf Freiheit und Verbindlichkeit zugleich sein.
Wenn die große Liebe sich verändert
Nicht jede große Liebe bleibt, wie sie begann. Manche trennen sich nach ein paar Jahren – in meinem Fall waren es vierzehn. Andere Paare trennen sich, manche finden sich wieder. In der ZDF-Sendung erzählte ein Ehepaar, das seit 30 Jahren zusammen ist: „Wir haben uns dreimal getrennt – und jedes Mal wieder füreinander entschieden.“ Das ist vielleicht das schönste Bekenntnis zur Liebe: Sie ist wandelbar, aber nicht flüchtig.
Manchmal sehne ich mich nach dem Anfang – nach diesem elektrischen Knistern, nach dem Gefühl, dass alles neu ist. Doch dann denke ich: Liebe muss nicht immer brennen. Manchmal reicht es, wenn sie wärmt. Und vielleicht ist das eine erwachsene Form der großen Liebe – die, die ruhig, beständig und frei von Drama ist.
Was bleibt, wenn die Schmetterlinge fliegen
Mein bester Freund sagte mir einmal: „Liebe ist wie ein Muskel. Wenn man sie nicht benutzt, verkümmert sie.“ Große Liebe ist kein Zufall, sie ist eine Entscheidung – immer wieder. Sie zeigt sich im Dranbleiben, im Vertrauen, im gemeinsamen Wachsen.
Wir sollten aufhören, die große Liebe mit Perfektion zu verwechseln, wir sind einfache Menschen, keine ausgereiften Maschinen. Liebe ist kein Film, kein endloser romantischer Film. Sie ist echt, manchmal unbequem. Sie kann laut sein oder leise, jung oder alt, zärtlich oder wild, aber ehrlich. Die große Liebe ist kein Zustand, den man einmal erreicht und dann immer hat. Sie ist eine Reise. Ein Abenteuer mit Anker.
Am Ende ist die große Liebe das, was bleibt, wenn die Schmetterlinge längst weitergeflogen sind – und man trotzdem lächelt, wenn man den anderen ansieht.
Er sagt es so: „Große Liebe ist, wenn sie nicht weggeht, obwohl sie könnte.“ Ich finde, schöner kann man es nicht sagen.
Für Dich, liebe Leserin: Erlaube Dir Junge-Mädchen-Romantik und Alltagstauglichkeit. Erlaube Dir Nähe und Eigenständigkeit. Es ist nicht die große Liebe, von der wir geliebt werden – wir lieben uns, wenn wir füreinander da sind.
Wenn Du diesen einen Menschen gefunden hast, bei dem Dein Herz ruhig wird – halte ihn fest, aber nicht mit Druck. Lass ihm Raum, die Luft zum Atmen, bleib selbst frei. Und wenn Du noch auf der Suche bist: Bleib offen, sei authentisch. Die große Liebe findet sich, wenn wir am wenigsten mit ihr rechnen.
Wenn Du einen Partner oder eine Partnerin an Deiner Seite hast, frag ihn oder sie ruhig: „Was bedeutet für dich große Liebe?“ Höre zu. Denn dieses Bild davon mag anders sein als Deins – aber womöglich ergänzen sich eure Bilder, eure Vorstellungen.
Ich hoffe, dieser Beitrag hat Dich inspiriert, Deine eigene Vorstellung von großer Liebe zu reflektieren. Denn sie ist nicht nur da draußen – sie ist auch hier, in Dir, in uns.
Das Sonnenlicht glitzert über den Nordseewellen und im Wind kreischen die Möwen – Sintje Lorenzen steht in ihrem kleinen Laden auf der Nordseeinsel Föhr zwischen alten Kleidern und neuen Ideen. Wo andere Frauen Ferien machen, hat sie sich ihr Leben aufgebaut. Mitten auf der Insel, verkauft sie Vintage-Mode und nachhaltige Textilien in ihrem Geschäft. Alte Stoffe werden bei ihr zu neuen Lieblingsstücken, gebrauchte Kleider zu kleinen Kunstwerken. Moderne Shopping-Malls sind weit weg und so hat Sintje etwas geschaffen, das genau zu dieser Insel passt: ehrlich, kreativ, regional.
Doch ihre Tage sind nicht so idyllisch, wie sie auf Postkarten aussehen. Sind die Touristen im Winter weg und alles wieder fest in der Hand die Insulaner:innen, wird es ruhiger. Dann sitzt Sintje an ihrer Nähmaschine, tüftelt an neuen Ideen, macht Inventur und plant ihre Zukunft -oder sie geht mit ihrem Kite aufs Wasser. Sie sagt „Man ist in der Natur und fühlt sich frei“ – ein perfekter Ausgleich, der ihr immer wieder neue Inspirationen bringt.
Ihr Leben spielt sich zwischen Laden, Familie und Meerblick ab. Bald bekommt sie ihr Kind, und die große Frage steht im Raum: Wie funktioniert Selbstständigkeit mit Baby auf einer Insel, die manchmal mehr Wind als Internet hat? Ihr Traum: weiter zu wachsen, ohne Kompromisse – für sinnvolle Mode und ein Familienleben, das bleibt.
Josephine von Hedemann-Heespen – Guthofleiterin
In Schleswig-Holstein, gut 130 Kilometer südöstlich von Föhr, wacht Josephine von Hedemann-Heespen auf einem geschichtsträchtigen Gutshof auf, der sich für die Zukunft vorbereitet.
Auf dem Gut Deutsch-Nienhof hat sie sich einer Aufgabe verschrieben, die weit über landwirtschaftliche Tradition hinausgeht. Wo früher Kornsäcke gestapelt wurden, finden heute Veranstaltungen statt; wo alte Mauern standen, entstehen Räume für Neues. Josephine hat die Strukturen ihres Familienbetriebs neu gedacht. Nicht aus Nostalgie, sondern aus Überzeugung. Sie schätzt es, gemeinsam mit ihrem Mann zu arbeiten und einen modernen Betrieb zu betreiben. Ihr Hofcafé ist inzwischen ein gern besuchtes (Ausflugs-)Ziel und die Künstler aus der Region schätzen es sehr, dort ihre Werke ausstellen zu dürfen. Es gibt nicht viele Kulturstätten in der Region.
Josephines Alltag ist ein Spagat zwischen Stall und Strategie, zwischen Traktor und Teamleitung. Sie führt Gespräche mit Handwerkern, plant Events, verhandelt mit Partnern und sieht dabei immer das große Ganze: Wie lässt sich das Landleben modern gestalten, ohne seine Seele zu verlieren? Auf dem Gut sollen Menschen zusammenkommen – Stadt- und Dorfbewohner, Jung und Alt. Sie möchte zeigen, dass das Land kein Ort des Rückzugs ist, sondern reif für neue Ideen.
Dr. Anna-Lea Comba – Tierärztin
Und dann ist da Anna-Lea Comba – Tierärztin im niedersächsischen Ammerland, die sich mit einer Partnerin eine Großtierpraxis aufgebaut hat. Das Frauen Tierärztinnen sind, ist inzwischen an der Tagesordnung, trotzdem wurden sie nicht von allen Bauern mit offenen Armen empfangen. Ihre Aufgaben beginnen im Morgengrauen, wenn die Stalllichter angehen und das erste Kalb nach Futter ruft. Mit ihrer Partnerin betreut sie rund 6.000 Rinder und fährt Tag für Tag zu Landwirten, die auf ihre Erfahrung zählen. Anna-Lea steht mit Gummistiefeln im Matsch, hält ein neugeborenes Kalb im Arm, redet mit Bauern über Gesundheit, Haltung und Zukunft.
Der Job ist körperlich, fordernd, nie planbar und doch ihr Traum. Zwischen Notfällen, Nachtfahrten und Dokumentationen bleibt kaum Zeit zum Durchatmen, aber genau das liebt sie: die Nähe zu den Tieren, das Vertrauen der Menschen, das Gefühl, gebraucht zu werden. Nebenbei stemmt sie mit ihrem Mann gemeinsam die fünfköpfige Familie, den Haushalt und die Organisation – alles mit einer Selbstverständlichkeit, die Respekt verdient. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, ein Netzwerk von Tierärztinnen ins Leben zu rufen. Frauen, die zeigen, dass moderne Landwirtschaft und weibliche Stärke zusammenpassen.
Solche Frauen braucht das Land
Die drei Frauen haben mehr gemeinsam als ihren Wohnort auf dem Land. Sie tragen Verantwortung, treffen Entscheidungen, etablieren Neues in einem Umfeld, das oft unterschätzt wird. Wo andere sagen „Da ist ja nichts“, entdecken sie Möglichkeiten. Sie gestalten, reparieren, pflanzen, nähen, planen. Und sie beweisen, dass das „platte Land“ ein Ort ist, an dem man ankommt – und keiner, an dem man hängen bleibt.
„Frauen braucht das Land“ ist keine romantische Floskel, sondern ein realistischer Blick auf eine Bewegung. Denn während in Städten Coworking-Spaces sprießen und Start-ups vorankommen, ist der Wandel auch auf dem Land sichtbar angekommen. Sehr viel leiser und dauerhaft nachhaltig. Frauen wie Sintje, Josephine und Anna-Lea zeigen, dass Veränderung nicht immer laut sein muss. Manchmal genügen Mut, Ideen und die Entscheidung, einfach anzufangen.
Deutschland braucht solche Frauen, nicht nur auf dem Land. Und vielleicht brauchen wir alle ein Bisschen mehr dieser Entschlossenheit. Denn Zukunft entsteht nicht nur in Metropolen. Sie wächst auch zwischen Wiesen, Weiden und Werkstätten, einfach überall, wo Menschen sie gestalten.
Warum das Land Frauen braucht – und umgekehrt
In unseren Städten spricht man oft vom Mangel an Fachkräften, Ideen, Unternehmerinnen – doch das Land? Dort steckt ein enormes Potenzial. Der Film Frauen braucht das Land macht klar: Frauen wie Sintje, Josephine und Anna-Lea sind nicht nur Einzelgeschichten – sie sind Wegbereiterinnen. Frei vom Tempo der Großstadt, mit mehr Raum, aber auch mehr Herausforderungen.
Sie zeigen, dass Frau auf dem Land unternehmerisch ist, auch wenn die „Szene“ kleiner anmutet. Ländliche Orte können Rückzug-, und Aktivraum sein, sie sind interessant für kreative Firmen, moderne Landwirtschaft und neue Lebenskonzepte. Frauen bringen Perspektiven ein, die Wandel ermöglichen – nachhaltig, familienfreundlich, innovativ.
Die drei Protagonistinnen leben diesen Wandel. Sie beugen sich nicht den Umständen, sie sind Macherinnen – mutig, entschlossen, flexibel. Und ihr Alltag? Kein Glamour-Szenario, sondern harte Arbeit, Verantwortung, aber auch Erfüllung.
Wenn wir also sagen „Frauen braucht das Land“, ist damit kein Zurück in eine romantische Nostalgie gemeint. Das Land braucht die Energie, Ideen und das Engagement von Frauen, damit es lebendig bleibt, zukunftsfähig ist und sich für Veränderungen öffnet.
Ich freue mich darauf, in weiteren Folgen über Frauen zu erfahren, die das Land neu denken. Heute sind es drei starke Stimmen – und ein klares Signal: Das Land kann Zukunft sein.
Wenn alle Menschen in eine Schublade gesteckt werden, wird die innenwohnende Dramatik selten wahrgenommen, doch emotional docken wir schnell an: „Sind alle jungen Menschen heute nicht in der Lage, zu arbeiten, im realen Laden einzukaufen oder soziale Interaktionen zu betreiben?“ Was bewirken Generalisierungen, wem nutzen sie und was darf zur Kenntnis genommen werden, wenn sie in Gesprächen immer wieder als Stilmittel genutzt werden?
In meiner Wahrnehmung nimmt die Verallgemeinerung in der Kommunikation deutlich zu. Ob in der Berichterstattung, in Gesprächen oder in den Sozialen Medien, häufig geht es um Personengruppen, die mit einer oder mehreren Eigenschaften in Verbindung gebracht werden, die generalisierend wirken. Bei den Worten „jeder“, „immer“, „nie“, „alle“ oder „keiner“ werde ich hellhörig, dann geht es beispielsweise so weiter.
Immer sind es Frauen, die schlecht parken können!
Die jungen Menschen hocken doch alle nur noch vor dem Handy, die schreiben sich eher eine Nachricht als miteinander zu sprechen.
Du hörst mir nie zu!
Ab Ende 50 bekommt doch keiner mehr einen neuen Job, dann ist der Zug schon längst abgefahren.
Sobald das Studium abgeschlossen ist, fordert jeder Bewerber ein völlig überzogenes Jahresgehalt und will nur 30 Stunden in der Woche arbeiten.
Die Liste lässt sich beliebig weiterführen, doch ich möchte auf zwei unterschiedliche Aspekte besonders hinweisen: die Vor- und die Nachteile von Generalisierungen.
Nachteile von Generalisierungen
Die eben genannten Beispiele sind eher negativ und sollen zu einer bestätigenden Reaktion verleiten. Zusätzlich lassen sich diese Formulierungen gut nutzen, um (frech in den Raum gestellte) Behauptungen massiver und faktischer aussehen zu lassen. Ein Beispiel: „Die ganze Schule sagt, dass XY komisch ist – und Du hast das noch nicht gehört?“ Da wird der Gleichaltrige, der nicht in diese Mobbing-Mentalität einsteigen möchte, schon sehr in eine Ecke gedrängt. Gefühlt muss er es beim Dagegenhalten mit der ganzen Schule aufnehmen. Oder er fügt sich in die angebliche Gruppendynamik, um nicht als Außenseiter dazustehen.
Eine Ableitung aus dieser generalisierenden Aussage über alle Schüler könnte plötzlich in Elternforen auftauchen: „Auf der Schule XY wird grundsätzlich viel gemobbt. Da möchte ich mein Kind nicht hinschicken.“ Die Schule bekommt einen schlechten Ruf, die Schüler werden nur ungern als Bewerber angenommen … usw.
Pauschale Urteile verknüpfen Menschen, Gruppen, Institutionen oder Unternehmen mit einer Eigenschaft, durch die sie dann – häufig ausschließlich – definiert werden. Das kann positiv („Die Deutschen sind immer pünktlich.“) oder auch negativ sein („Die Politiker halten sich doch sowieso nicht an ihre Wahlversprechen“). Und schon werden alle über einen Kamm geschoren, völlig egal, ob die allgemeinen Aussagen zutreffen oder nicht.
Wer in Verallgemeinerungen denkt, trifft vielleicht falsche Entscheidungen. Wichtige Details bleiben unberücksichtigt, weil der Blick durch die Generalisierungsbrille getrübt wurde.
Ein Mitarbeiter fühlt sich vermutlich ungerecht behandelt, wenn er als unmotiviert beschrieben und (unbegründet) vom Chef mit allen Abteilungskollegen in einen Topf geworfen wird. Wird seine individuelle Motivation übersehen, kann das kann zu Konflikten und Missstimmungen führen, die aufwendig wieder gelöst werden müssen.
Wird ein Kind ständig damit aufgezogen, dass es tollpatschig ist, wird sich die Aussage in seinem Denken festsetzen: „Ist ja klar, dass mir das passiert, ich bin ja auch ein Tollpatsch!“ Was aus einer Situation entstanden ist, hat sich auf einmal verselbstständigt, beeinträchtigt das Selbstwertgefühl und kann große Auswirkungen auf gesellschaftliche Interaktionen mit sich bringen.
Wie entkommen wir der Generalisierungsfalle?
Wir können unsere eigene Wortwahl überprüfen und Formulierungen wie „manche“ (statt „alle“), „einige“ (statt „jeder“), „häufig“ (statt „immer“) oder „selten“ (statt „nie“) nutzen. Wir können die Behauptung hinterfragen: „Wer sagt denn genau, dass XY komisch ist?“ und uns an belegbaren Fakten orientieren.
Ein Perspektivwechsel ist ebenfalls hilfreich: Wie sieht sich der Mensch wohl selbst, der dieser Gruppe zugeordnet wurde? Hat er nicht auch andere Eigenschaften? Vielleicht teilen wir auch einige Vorlieben, z. B. unsere Liebe zum Sport? Wie würden wir uns begegnen, wenn wir uns dort das erste Mal treffen würde?
Versucht man, diesen Menschen als Individuum zu sehen, verändert sich die bisherige „Klassifizierung“: Leben seine Eltern noch, hat er Kinder, ein Hobby, in dem er aufgeht, wo verbringt er seinen Urlaub?
Vorteile von Generalisierungen
Ja – Du hast richtig gelesen. Es gibt sie, die positiven Aspekte der Verallgemeinerung.
Sie sparen Zeit, da viele Details nicht erklärt werden müssen. „Alle Schüler gehen nach dem Gong in ihre Klassenzimmer.“ Jeder wird sich die Klassenräume vorstellen können und weiß was gemeint ist. Auch wenn diese unterschiedlich sein könnten (Größe, Wandfarbe, Standort des Lehrerpults …), wäre das in dieser Aussage unwichtig.
Generalisierungen vereinfachen z. B. komplizierte Themen, wie „Stress macht krank“. Dahinter steckt medizinisches Fachwissen, aber durch die Verallgemeinerung bekommt der Laie einen Bezug dazu und kann das leicht verinnerlichen. Ebenso vereinfachen hilfreiche Faustregeln, wie „Starte Deinen Rechner wieder neu, wenn er Probleme macht.“ oder „Wenn Du Fieber hast, gönne Dir Ruhe und trinke viel.“, grundsätzliches Wissen leicht zu verankern.
Wir können über eher positive Generalisierungen aus bereits gemachten Erfahrungen lernen, um sie später auf ähnliche Situationen anwenden zu können.
Wie ist das mit KI?
Auch KI-Systeme (Künstliche Intelligenz) arbeiten mit Generalisierungen. Im Glossar des KI-Echo’s steht es wie folgt: „Die Generalisierung ist eines der wichtigsten Ziele in der KI. Sie bezieht sich auf die Fähigkeit eines KI-Systems, aus Erfahrungen zu lernen. Das System nimmt das Wissen und die Erkenntnisse, die es während des Trainings erworben hat, und wendet sie auf neue, unbekannte Probleme oder Situationen an. Die Fähigkeit zur Generalisierung ist das, was ein KI-Modell nützlich macht und verhindert, dass Systeme nur auf bestimmte Aufgaben beschränkt sind.“
Ich habe dazu ein schönes Beispiel. Wenn ich mit dem Navi in einen Stadtteil von Dortmund fahren möchte, sagt mir die Stimme an bestimmten Stellen, dass ich die „Abfahrt Donnerstag-Mengede“ nehmen soll. Anstatt die Beschilderung „DO-Mengede“ in den richtigen Kontext zu stellen, haben die antrainierten Generalisierungsmechanismen festgestellt, dass „DO- “ höchstwahrscheinlich „Donnerstag“ heißt, was mir dann ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Dennoch – beim Navigieren kann das sicher vernachlässigt werden, wenn man sich in der Region, in der man gerade unterwegs ist, auskennt. Aber was bedeutet das bei anderen Interaktionen mit der KI, wo die Verallgemeinerungen nicht so offensichtlich erkennbar sind?
Vielleicht haben wir das gut gelernt und im Hinterkopf …
Fazit
Wenn mir auffällt, dass alle über einen Kamm geschoren werden, versuche ich, meine Mitmenschen darauf hinzuweisen. Das hat in der Vergangenheit auch zu Gesprächsabbrüchen geführt: „Du weißt doch, wie ich das meine!“ – Und ganz ehrlich – vielleicht weiß ich das, vielleicht aber auch nicht. Dennoch möchte ich mich diesen globalen Aussagen ungern anschließen und lasse es selten auf sich beruhen. Doch jeder Einwand – egal ob das Gespräch weitergeht oder nicht – hilft mir, daran zu denken und meine Wortwahl ständig auf den Prüfstand zu stellen. Das geht bestimmt immer noch etwas besser 😊.
Auch wenn ich, Redakteurin der Frauengesundheit, es in meinem Umfeld schon erlebt habe, kann ich mir nicht ansatzweise vorstellen, wie es ist, im falschen Körper gefangen zu sein. Ebenso wenig wie es sein muss, einen Teil der eigenen Identität abzustreifen, um sich zu finden: den alten Namen, die Bilder aus der Vergangenheit und das ganze bisherige Leben alles endgültig hinter sich zu lassen. Gleichzeitig muss das unglaublich befreiend sein, endlich die sein zu können, die immer schon da sein wollte.
Das ist ein Grund, warum Dir heute die ZDF- Dokumentation „Friederike klopft an – Simona, die queere Weinmacherin“ nahelege. Sie erzählt die Geschichte eines Jungen, der sich schon früh im falschen Körper gefangen fühlt. Während der Pubertät wird er von Gleichaltrigen gemobbt und abgelehnt. Heimlich probiert er die Unterwäsche seiner Mutter an, um zu spüren, wie es als Frau sein könnte.
Simon wächst in einem kleinen Dorf auf. Die queere Welt mit Lesben und Homosexuellen, trans Frauen und Männern ist hier noch fremd. Menschen, die aus dem Rahmen fallen, werden gemieden und haben im Dorf nichts zu suchen. Gemeinsam mit seinem Vater pflegt er die Weinstöcke des elterlichen Weinguts, eine Arbeit, die ihm Spaß macht und bei der er sich wohl fühlt. Nach dem plötzlichen Tod des Vaters übernimmt Simon sehr jung die Verantwortung für das Weingut und wird Winzer. Nach und nach beginnt sein steiniger Weg zur Frau. Trotz aller Widerstände ist er in der Heimat geblieben – Simon ist heute Simona, eine Weinmacherin.
Simona, Winzerin und Kellermeisterin
Simona, die queere Winzerin und Kellermeisterin
Heute ist Simona ist nicht nur eine Winzerin, die ihr Handwerk versteht. Sie ist eine der wenigen deutschen Kellermeisterinnen, die mit jedem Schluck ihrer Weine eine Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die von Mut, Leidenschaft und der unerschütterlichen Kraft handelt, den eigenen Weg zu gehen – auch und gerade, wenn dieser anders ist.
Ihr Aufstieg ist alles andere als geradlinig. Lange fühlt sie sich wie ein Fremdkörper in der traditionellen, von Männern dominierten Winzerbranche. Die Erwartungen, die Normen, die starren Regeln – nichts davon passt zu ihrer lebhaften Persönlichkeit und zu ihrem Wesen. Lange verbirgt sie ihre queere Identität, aus Angst, abgelehnt zu werden. Sie kämpft gegen Unsicherheiten und Vorurteile, die ihr sowohl von der dörflichen Gemeinschaft, von der Gesellschaft als auch von der Branche entgegengebracht werden.
Die Befreiung in der Flasche
Doch anstatt sich unterkriegen zu lassen, findet Simona ihre Befreiung in den Weinbergen. Sie erkennt, dass der Wein selbst keine Vorurteile hat. Er unterscheidet nicht zwischen Mann und Frau, zwischen heterosexuell und queer. Er ist einfach nur das, was er ist: ein Produkt von Erde, Klima und menschlicher Handwerkskunst. In dieser Erkenntnis findet Simona ihre wahre Stärke. Sie beginnt, ihre Weine nicht nur als Getränk zu sehen, sondern als Ausdruck ihrer Seele.
Sie experimentiert mit unkonventionellen Rebsorten und neuen Gärungsmethoden. Sie bricht mit alten Traditionen und schafft Weine, die genauso einzigartig und vielschichtig sind wie sie selbst. Ihre Weine sind frisch und kühn, mit überraschenden Aromen und einer Tiefe, die unter die Haut geht. Sie weigern sich, in eine Schublade gesteckt zu werden – genau wie Simona selbst.
Eine Stimme für die Andersartigkeit
Mit der Zeit wächst ihr Selbstvertrauen. Simona beginnt, ihre Identität offen zu leben. Ihre Mutter akzeptiert den Wandel von Sohn zu Tochter, unterstützt ihn aber nie. Nach zehn teils schweren Operationen ist Simona angekommen, wo sie immer hinwollte – die ist eine junge Frau. Nach dem körperlichen Wandel geht sie offen damit um, eine trans* Frau zu sein. Sie wird eine Fürsprecherin, geht in Schulen und erzählt ihr Geschichte, macht anderen Mut, ihren eigenen Weg zu gehen. Ihre Botschaft ist einfach: Authentizität ist der Schlüssel. „Nur wenn du wirklich du selbst bist, kannst du etwas Einzigartiges und Echtes erschaffen.“
Simonas Zukunft ist queer und schmeckt nach Wein
Heute ist Simona eine Winzerin, die nicht nur für die Qualität ihrer Weine, sondern auch für ihren Mut und ihre Entschlossenheit gefeiert wird. Sie hat bewiesen, dass man nicht in eine Form passen muss, um erfolgreich zu sein. Im Gegenteil, es ist die eigene Einzigartigkeit, die einen zum Leuchten bringt.
Simonas Geschichte ist eine Inspiration. Sie erinnert uns daran, dass wahre Stärke nicht darin liegt, sich anzupassen, sondern darin, den Mut zu haben, den eigenen Weg zu gehen – ganz gleich, wohin er führt. Sie zeigt uns, dass die Zukunft der Weinwelt nicht nur von traditionellen Werten, sondern auch von einer neuen Generation von Winzerinnen und Winzern geformt wird, die bereit sind, die Regeln neu zu schreiben. Ein Ausblick, der queer ist und nach Freiheit und Abenteuer schmeckt.
Einen Wunsch hat sie noch – sie will nicht immer etwas Besonderes sein, sondern lieber nur eine Randnotiz, einfach eine Weinmacherin. Ehrlich gesagt hat sie mich beeindruckt, ihr so steiniger Weg und ihr Mut, trotz aller Widerstände in der Heimat zu bleiben.
* Die Redaktion der Frauengesundheit betrachtet das Wort trans als Adjektiv, das im Deutschen die Eigenschaften einer Person beschreibt: eine brünette Frau, ein kleiner Mann. Wir folgen dabei der Notation des Bundesverband Trans* e.V.
Das Video ist bis zum 27.03.2027 in den ARD- und ZDF-Mediatheken verfügbar. Auf Youtube sicher auch länger.
„Nachhaltig? Ich kann’s nicht mehr hören.“ Ein Satz, der oft fällt – am Stammtisch, in Team-Meetings, auf Podien. Und er ist verständlich. Kaum ein Begriff wurde in den letzten Jahren so überstrapaziert, so entkernt, so oft auf Dinge geklebt, die alles sein wollen – nur nicht wirklich nachhaltig. Bio-Wasser in Plastikflaschen. Aktienfonds mit grünem Anstrich. Billigmode mit Recyclinglogo.
Aber was bedeutet „nachhaltig“ denn tatsächlich?
Nachhaltig ist alles, was auch dann noch gut funktioniert, wenn unsere Enkelkinder so alt sind wie wir. Der Satz stammt sinngemäß von Unternehmerin Christiane Underberg, die den Begriff „enkelfähig“ geprägt hat. Dieses Wort passt besser. Weil es Bilder weckt. Weil es Verantwortung fühlbar macht. Weil es die Zukunft ganz persönlich nimmt.
Stell Dir vor: Du baust Möbel aus Holz. Enkelfähig sind die nur, wenn Deine Enkel noch immer gutes Holz finden – weil dafür gesorgt wurde, dass neuer Wald entsteht. Der Begriff „Enkelfähigkeit“ denkt weiter, fühlt mit, rechnet langfristig.
Genau diese Denkweise steckt in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. 2015 von allen UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet, ist sie ein globaler Plan, wie gutes Leben für alle möglich werden kann – überall auf der Welt. Ihr Ziel ist radikal einfach: Keiner wird zurückgelassen. Ob Bildung, Gesundheit, Gleichstellung, Frieden oder Klimaschutz – die 17 Ziele der Agenda umfassen alle Aspekte des Lebens. Sie wollen sicherstellen, dass jeder Mensch versorgt, geschützt und frei leben kann – da, wo er lebt. Und das, ohne die Erde dafür auszubeuten.
Aber: Wo stehen wir damit wirklich?
Status heute
2015, im Jahr der Agenda-2030-Verabschiedung, wurden weltweit etwa 35,4 Milliarden Tonnen CO₂ ausgestoßen. Das war der Ausgangspunkt – und der Wendepunkt, zumindest auf dem Papier. Bis 2030, so fordern es die UN-Klimaziele, müssten diese Emissionen um 43 % sinken, um die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.
Doch passiert ist fast das Gegenteil. 2023 lag der weltweite CO₂-Ausstoß bei 37,8 Milliarden Tonnen – das sind 2,4 Milliarden Tonnen mehr als 2015. Statt minus 43 % bewegen wir uns auf ein Plus von knapp 7 % zu. Und mit jedem weiteren Jahr wird es schwieriger, die Lücke noch zu schließen.
Viele Maßnahmen verlieren sich im Klein-Klein der Bürokratie, andere versanden im globalen Machtgerangel. Und selbst gut gemeinte Initiativen verlieren an Glaubwürdigkeit, wenn CO₂-Zertifikate verkauft werden, die keine reale Basis haben – oder Bäume, die die Kompensation übernehmen sollen, nie gepflanzt wurden.
Was fehlt, ist Verbindlichkeit. Was fehlt, ist ein System, das Wirkung sichtbar macht – und Vertrauen weckt.
Was wir wirklich brauchen
Die Agenda 2030 ist kein Geheimvertrag, der hinter verschlossenen Türen unterschrieben wurde. Sie ist öffentlich, global beschlossen – und dennoch erschreckend unbekannt. Fragt man auf der Straße, was die Abkürzung SDG bedeutet, erntet man meist Schulterzucken. Sie steht für Sustainable Development Goals – jene benannten 17 Nachhaltigkeitsziele, die die Grundlage für eine bessere Welt legen sollen.
17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung
2015 von allen UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet, ist die Agenda 2030 ein globaler Plan, wie gutes Leben für alle möglich werden kann – überall auf der Welt. Ihr Ziel ist radikal einfach: Keiner wird zurückgelassen. Ob Bildung, Gesundheit, Gleichstellung, Frieden oder Klimaschutz – die 17 Ziele der Agenda umfassen alle Aspekte des Lebens. (Quelle: United Nations Information Service, Wien)
Woran es fehlt, ist Bekanntheit.
Diese Ziele gehören nicht in Regierungsdokumente, sondern ins Klassenzimmer – am besten in den Kindergarten. Warum lernen Kinder das Alphabet, aber nicht, wie man gemeinsam auf einem Planeten lebt, ohne ihn zu zerstören? Warum gibt es kein Schulfach „Zukunft“, in dem erklärt wird, was globale Gerechtigkeit bedeutet?
Zum Glück ändert sich etwas. Immer mehr bekannte Persönlichkeiten verleihen dem Thema Gesicht und Stimme: Die frühere RTL-Moderatorin Janine Steeger, heute als Green Janine unterwegs, macht Nachhaltigkeit zum Medienformat. Dr. Eckart von Hirschhausen erklärt mit seiner Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen, wie Klima- und Gesundheitsschutz zusammengehören.
Denn eines ist klar: Nachhaltigkeit ist kein Luxus für Privilegierte. Sie darf kein Trend für Bio-Supermärkte und Wohlstandsblasen bleiben. Wenn sie ernst gemeint ist, muss sie alle erreichen – in jeder Lebensrealität, auf jedem Kontinent.
TRACA – Wenn Verantwortung sichtbar und bekannt wird
Wie aber kann das konkret aussehen – diese neue Form von Nachhaltigkeit, die wirkt, die messbar ist, die Menschen einlädt, mitzuwirken?
Eine Antwort darauf kommt aus dem Ruhrgebiet: TRACA – kurz für Transparency and Climate Action – ist eine digitale Plattform, die Klimaschutz, Bildungsarbeit und CO₂-Ausgleich auf neue Füße stellt. Entwickelt wird sie von der Genossenschaft visibleRuhr eG, einem Netzwerk von Expert:innen für digitale Transformation und Nachhaltigkeit.
„TRACA ist für uns mehr als nur ein Projekt“, erklärt Katja Kohlstedt, Vorständin der visibleRuhr eG. „Für mich ist es die persönliche Antwort auf die Frage, was wir tun können, um zukünftigen Generationen – meinem Sohn und vielleicht auch meinen Enkeln – später einmal mit gutem Gewissen in die Augen schauen zu können. Ich möchte sagen können: Ich war Teil der Lösung – nicht nur Zuschauerin.“
TRACA dokumentiert Umwelt- und Bildungsprojekte mithilfe modernster Technologien – von Satellitendaten über KI bis zur Blockchain. So lässt sich beispielsweise bei Aufforstungsprojekten genau nachvollziehen, welcher Baum wo wächst und gedeiht, wie viel CO₂ er speichert – und ob das Versprechen einer Kompensation wirklich eingehalten wird.
Gleichzeitig begleitet TRACA auch Bildungsinitiativen, etwa in Bangladesch – mit der ersten Modellschule für Klimabildung von Klasse 1 bis 13. Wirkung ist hier kein Slogan, sondern System.
Du kannst mitmachen
TRACA ist kein Konzernprodukt, sondern eine Plattform, die noch wachsen will – ein Startup, das gerade in die Finanzierungsphase geht. Im Juni 2025 startet die Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter (Anm. der Redaktion: Die Verlinkung folgt, sobald die Kampagne freigeschaltet wurde), bei der man schon mit 15 Euro mitmachen kann: Für jede Beteiligung wird ein Baum in Tansania oder Bangladesch gepflanzt – durch Partner wie die Mikoko Development Foundation, die mit Schulen, Gemeinden und Jugendlichen langfristige Klimaprojekte aufbaut.
Mitglieder des Verein Madaripur-Hilfe e.V. aus Werl besuchen zusammen mit Bürgern einer Dorfgemeinschaft in Madaripur, Bangladesch, ein potentielles Grundstück für eine Aufforstung mit lokalen Bäumen, wie Mahagoni, Mango oder Jackfrucht. (Quelle: Madaripur-Hilfe e.V., Werl)
Wer mehr tun möchte, hat weitere Möglichkeiten:
Unternehmen, die an der Entwicklung der Plattform mitwirken wollen, können sich an die visibleRuhr eG wenden.
Privatpersonen, die mit Zukunftswirkung investieren möchten, können dem TRACA.CLUB beitreten. Für 20.000 € (Mezzanine-Kapital) werden sie Teil eines globalen Netzwerks. Hier geht es zu mehr Informationen.
Der Tag ihrer großen Show ist gekommen. Nach über 30 Jahren in der Unterhaltungsbranche wird ihr zu Ehren eine Gala ausgerichtet. Die Entertainerin Maren Kroymann ist begeistert und will die Show, die zur besten Sendezeit läuft, rocken. Sie trifft auf viele bekannte Gesichter und Wegbegleiterinnen, u. a. Katrin Bauerfeind, Denise M’Baye, Meret Becker, Gesine Cukrowski, Hazel Brugger und Annette Frier. Doch schon bei ihrer Ankunft im Studio gibt es die ersten Irritationen und es wird klar, das dieser Abend nicht so rund laufen wird, wie sie sich das gedacht hat.
„Kroymann – Ist die noch gut“ gibt einen tiefen Blick hinter die Kulissen der Film- und Fernsehbranche. Etwas überzogen und mit einem Augenzwinkern – und dennoch bleibt einem das Lachen irgendwie im Halse stecken. Vielleicht liegt es zu dicht an der Wahrheit, denn machen wir uns nichts vor, Altersdiskriminierung ist keine Seltenheit und hatte oft die „Regel“.
Grimme-Preis 2025 für Maren Kroymann
Das fanden wohl auch die Grimme-Juroren im April 2025. So erhielt Maren Kroymann für die Folge 20 den renommierten deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Unterhaltung“, insgesamt ist es ihr vierter Grimme-Preis.
In ihrer Serie „Kroymann“ verkörpert sie unterschiedlichste Frauenrollen und rückt die Absurditäten des Alltags ins helle Scheinwerferlicht. Meist in kurzen Dialogen, in Folge 20 jedoch als durchgehende Story. Maren Kroymann hält unserer Gesellschaft einen Spiegel vor. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger, sprechen die Szenen mit einer guten Prise Humor für sich. Was auf den ersten Blick politisch korrekt wirkt, hält beim genauen Hinsehen nicht lange Stand. Das Abstellgleis ist näher als man denkt, gerade in der Unterhaltungsbranche.