„Jugendwahn war gestern – heute rockt das Alter“

„Jugendwahn war gestern – heute rockt das Alter“

So betitelt Greta Silver ihre Website. Ein Statement, das die Youtuberin, Bestsellerautorin, Keynotespeakerin und Markenbotschafterin in vielen ihrer Auftritte und Videos immer wieder unterstreicht.

Diese Frau ist mit Anfang 70 jünger als die meisten 30jährigen. Die Videos auf ihrem Youtube-Kanal motivieren, fesseln und machen sprachlos. Sie behandelt Themen, die Frauen jeder Altersklasse betreffen – Frauenpower, Leidenschaft, Liebe, Mode, Abnehmen, Reisen und und und.

Mit Aussagen wie „Alter ist einfach spannend“ und „Von 30 bis 60 Jahre ist es genau so lang wie von 60 bis 90“ macht sie uns Mut und nimmt uns die Angst vor dem alt werden.

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Greta Silver bei Tietjen und Bommes

Schon vor zwei Jahren war Greta Silver bei Tietjen und Bommes – ein wie wir finden toller Auftritt, der allen Frauen Lust aufs Leben macht – in jedem Alter, also unbedingt ansehen.

Spätes Mutterglück

Spätes Mutterglück

„Mit 66 Jahren, da fängt da Leben an…“
Gilt das bald auch für die Familienplanung?

Älter bei der ersten Geburt

Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, ihr Mutterglück nach hinten zu verschieben. Waren in den 70er Jahren westdeutsche Frauen bei der Geburt des ersten Kindes im Schnitt unter 25 Jahre alt, in der ehemaligen DDR sogar unter 22 Jahren, sind die Erstgebärenden jetzt deutlich älter. Heute beträgt das Durchschnittsalter in Deutschland 30,5 Jahre .

2018 hatten 42.800 Neugeborene eine Mutter, die 40 Jahre oder älter war. Damit hat sich die Zahl der späten Mütter (40+) seit 1990 fast vervierfacht!

Statistisch betrachtet …

Warum auch nicht? Unsere Lebenserwartung ist in den letzten 140 Jahren deutlich gestiegen. Im Deutschen Reich (1871-1881) betrug die Lebenserwartung bei der Geburt für einen Jungen 35,6 Jahre und für ein Mädchen 38,4 Jahre. Hatten diese Kinder das Alter von fünf Jahren erreicht, konnten die Jungs 49,4 Jahre und die Mädchen 51,0 Jahre alt werden. Das sechzigste Lebensjahr erreichten in dieser Zeit allerdings nur 31 % der Männer und 36 % der Frauen.

… steigt die Lebenserwartung

Als Frau kannst Du Dich an Deinem 60. Geburtstag auf weitere 25 Lebensjahre freuen, und als Mann sind es ab diesem Zeitpunkt noch 22 Jahre. Auch diese Zahlen sind in den letzten 140 Jahren deutlich gestiegen.

Copyright Pixabay – sathyatripodi

Genug Zeit für das Familienglück

Warum dann nicht die Familienplanung nach hinten schieben? Bekommst Du Dein Kind um den 40. Geburtstag, bleiben Dir selbst unter ungünstigsten Umständen im Schnitt noch fast 40 Jahre, um Deinen Nachwuchs sicher ins Leben zu begleiten.

Abnehmende Fruchtbarkeit

Dies ist eine Seite der Medaille. Leider weiß die Natur von den gestiegenen Lebenserwartungen recht wenig und behandelt uns noch wie im Kaiserreich: mit 51 Jahren war da Schluss und die Menopause setzte ein. 

Und so zeichnet die Statistik ein düsteres Bild von unserer abnehmenden Fruchtbarkeit. Mit 35 Jahren knickt die Kurve nach unten und endet bei knapp 5 % Schwangerschaftsrate pro Monat um das 44. Lebensjahr. Bist du 25 Jahre alt, liegen die Schwangerschaftsraten bei 25 % pro Monat. 

Mit 35 Jahren schon zu alt für Kinder?

Szenenwechsel. Kinderwunschtage in Köln 2018. Mein erster Besuch einer solchen Veranstaltung. Ich bin entsetzt. In fast jedem Vortrag bist Du mit 35+ und einem Kinderwunsch ein schwerer Fall. Ganz forsche Referenten fordern Dich sogar dazu auf, über eine Eizellspende nachzudenken. Ich sitze im Auditorium und traue mich nicht, dazu Stellung zu nehmen, so platt bin ich. Wer meine Geschichte kennt, weiß warum.

Die Kinderwunschtage finden in verschiedenen deutschen Städten statt. Mehrheitlich ausländische Kliniken bieten hier ihre Leistungen an. Unter anderem Therapien wie Eizellspenden, die in Deutschland verboten sind. Moralisch mag man dazu stehen, wie man will. Für viele Paare ist es eine Chance, sich zu informieren und vielleicht doch noch eine Lösung für ihren Kinderwunsch zu finden.

Vorbereitung und Begleitung

Auch mit 35+ ist die Erfüllung des Kinderwunsches noch möglich! Allerdings solltest Du ein paar Dinge beachten. Denn ja, die Uhr tickt. Mit 25 Jahren hast Du alle Zeit der Welt, wenn Du mal einen Zyklus „versemmelst“, der nächste kommt bestimmt. Je älter Du wirst, desto weniger Eisprünge stehen Dir noch zur Verfügung. Deshalb sind eine gute Vorbereitung und Begleitung die halbe Miete.

Copyright- Pixabay – Satya Tiwari

Gut vorbereitet zum Wunschkind

Eine gesunde, pflanzenbasierte Ernährung mit wenig Fleisch bietet eine gute Grundlage. Verwende gesunde Fette und Öle, dafür wenig künstliche Aromen und Konservierungsstoffe. Obst und Gemüse sollten frisch sein und kurze Transportwege haben. Das garantiert Dir ein Maximum an Vitaminen und Mineralstoffen. Und besser ist es, wenn Du dann noch selbst zum Kochlöffel greifst. Fastfood und Lieferservice sollten eher die Ausnahme auf dem Speisezettel sein.

Wichtige Vitamine und Mineralstoffe

Um Nahrungsergänzungsmittel kommst Du meiner Meinung nach nicht herum, denn der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen in den Lebensmitteln ist in letzten Jahren drastisch gesunken. Fast jede Frau leidet unter einem Mangel an Folsäure, Vitamin D3 und Omega 3 Fettsäuren. Lasse sicherheitshalber die Werte vor Deinem Kinderwunsch bestimmen. Denn diese Vitamine und Fette sind ganz wichtig für den Erfolg Deines Kinderwunsches und eine gesunde Schwangerschaft.

Dinge, die Du meiden solltest

Auf Genussgifte wie Alkohol, übermäßigen Kaffeegenuss oder Nikotin solltest Du weitestgehend verzichten. Aber auch Weichmacher und Konservierungsstoffe gehören auf die Liste der Dinge, die Du meiden solltest. Denn diese Stoffe können in Deinem Körper eine hormonartige Wirkung entfalten und so Dein Hormongleichgewicht durcheinanderbringen. Hier ist weniger mehr.

Untersuchungen zur Standortbestimmung

Ein weiterer Punkt ist die Diagnostik. Auch hier solltest Du nicht zu lange warten. Gerade, wenn Du über 35 Jahre alt bist, musst Du wissen, wieviel Zeit Dir für die Realisierung des Kinderwunsches bleibt. Wenn bei den Untersuchungen alles in Ordnung ist, kannst Du es immer noch langsam angehen lassen.

Weil das ein Punkt ist, der oft vernachlässigt wird, habe ich dazu einen Online-Kurs zusammengestellt. Hier erfährst Du, wie Du alle wichtigen Untersuchungen in nur einem Monat durchführen kannst.

Mehr Infos dazu findest du auf meiner Internetseite.

Copyright Pixabay – Blanka Šejdová

Spätes Mutterglück:  doch nicht so aussichtslos?

Es gibt drei echte Lichtblicke, die Mut machen, wenn es um spätes Mutterglück geht.

Zum einen gibt es eine Studie aus dem Jahr 2004 von David Dunson, der die Daten von 770 europäischen Frauen ausgewertet hat. Danach unterscheidet sich die Fruchtbarkeit von Frauen um 35 Jahre nur um 4 % von der von Frauen um das 25. Lebensjahr. Eine Studie von Anne Steiner, Universität von North Carolina, kommt zu dem Ergebnis, dass die Fruchtbarkeit erst mit 40 Jahren deutlich abnimmt. Vorausgesetzt, Du hast zweimal pro Woche ungeschützten Sex.

Und da ist noch die Studie der Boston School of Medicine. Die besagt, dass späte Mütter länger leben. Wenn das mal kein Ansporn ist…

Ich betreue viele Patientinnen, die über 40 noch schwanger geworden sind – ohne Probleme und Komplikationen in der Schwangerschaft. Auch ich selbst bin mit 48 Jahren unerwartet noch schwanger geworden. Gearbeitet habe ich bis zum letzten Tag ohne größere Zipperlein. Walk your talk…

Weltrekord…

Eine Inderin mit 72 Jahren ist übrigens die älteste Mutter. Das finde ich nicht nachahmenswert, aber es schon erstaunlich, was ein weiblicher Körper so leisten kann!

Lass Dich nicht aufhalten!

Also, wenn Du einen Kinderwunsch hast und schon älter bist, lass Dich nicht aufhalten. Und vor allen Dingen, lass es Dir nicht ausreden! Einen Versuch ist es wert. Sonst bereust Du es später vielleicht.

Brauchst Du dazu weitere Informationen, schau gerne auf meiner Webseite https://spaetes-mutterglueck.de oder in meinem YouTube Kanal nach!


Die Autorin: Dr. med. Heidi Gößlinghoff

Als Frauenärztin und Kinderwunschexpertin habe ich mich auf die Beratung und Betreuung von Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch spezialisiert. Neben den schulmedizinischen Maßnahmen arbeite ich gerne unterstützend mit Naturheilverfahren und Ernährungsmedizin.

Möchtest Du mehr über mich und meine Arbeit erfahren, schau einfach mal bei www.spaetes-mutterglueck.de vorbei.

Oder bei YouTube unter Dr. med. Heidi Gößlinghoff, hier gibt es jede Woche zwei Videos zum Thema Kinderwunsch.

Auf Instagram findest Du mich unter „babyglueck“.

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Profilbild: Dr. med. Heidi Gößlinghoff

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Titelbild: Pixabay – fancycrave1

Narben, Spuren unseres Lebens

Narben, Spuren unseres Lebens

Unser Leben hinterlässt Spuren, nicht nur an unserem Äußeren. Auch im Inneren finden wir Spuren in Form von Erfahrungen, Meinungen und Reife. Ständig erweitern wir unser Wissen und entdecken neue Horizonte. Wir erfüllen uns Träume und stellen uns Herausforderungen. Wir fallen hin, stehen wieder auf. Schicksalsschläge werfen uns zurück, wir rappeln uns auf, gehen weiter. Erkenntnisse – positive wie negative – begleiten unser Leben und einige sind als Narbe an unserem Körper sichtbar.

Narben – ein Makel?

Narben werden häufig als Makel einer reinen Haut gesehen. Für mich sind sie Zeichen eines aktiven Lebens. Jede erkennbare Hautveränderung birgt eine Erinnerung: eine Phase des Lebens, ein bestimmtes Jahr, eine spannende Zeit oder ein bemerkenswertes Ereignis. Ob es der Sturz mit dem Fahrrad war, ein Sportunfall, ein Ausrutscher bei Glätte oder eine Operation, wir erinnern uns an diese Zeit und an die Gefühle, die damit einhergingen.

Im Laufe unseres Lebens sammeln wir hunderte kleiner und großer Narben, auch solche, die keinen bleibenden Eindruck hinterlassen: ein immer wieder aufgekratzter Mückenstich, das Abrutschen mit dem Messer bei Apfel schälen oder ein kleiner Schnitt beim Aufsammeln von Scherben.

Narben machen unverwechselbar

Ich erinnere mich an die Beantragung meines ersten Personalausweises. Der Beamte fragte mich: „Haben Sie besondere Kennzeichen?“ Ich durchforstete meinen Kopf, um etwas zu finden, was mich unverwechselbar macht. Dann hatte ich es: „Hier, eine kleine Narbe, neben meinem linken Nasenflügel.“ Der Beamte schaute prüfend in mein Gesicht, machte einen Strich auf den Antrag und sagte „Keine!“

Ein bisschen beleidigt war ich schon, stand diese Narbe doch für einen dramatischen Tag meiner Kindergartenzeit. Ich war auf dem Spielplatz etwas unachtsam und bekam die Schaukel an den Kopf. Als der Schreck langsam schwand und die Blutung (die ich zum Glück nicht sehen konnte) nachließ, bemerkte ich, dass mein Wackelzahn, der mich seit drei Tagen beschäftigte, verschwunden war. Gefühlt habe ich den kompletten Sand unter der Schaukel erfolglos durchgesiebt, um ihn zu finden – und der Beamte sagt „Keine“!

1000 Narben

Nach und nach verblassen die Narben, bis sie nach einigen Jahren nur noch ein dünner weißer Strich sind. Auch unsere Erinnerungen verblassen, rücken in den Hintergrund, um neuen Dingen Platz zu machen. Doch sobald wir unsere Narben anschauen, lebt die Erinnerung in voller Farbe und Emotion wieder auf.

Die Lyrics vom Song „1000 Narben“ der Band „Eisbrecher“ machte mir das vor einigen Jahren nochmal deutlich. Im Refrain des Songs heißt es

„1000 Narben auf meiner Haut
Ich habe keine einzige bereut
Und wir zählen die Wunden
Es hört nie auf
Jede ist ein Teil von uns
Jede Narbe zeichnet uns aus“

Vom Eisbrecher-Song ‚1000 Narben

Ich teile diese Meinung, dass Narben eine Art Abzeichen sind, die belegen, dass wir unser Leben aktiv bewältigen und aus Erfahrungen lernen.

Wir können mit den negativen Erinnerungen in Frieden leben oder wir können damit hadern. Doch ganz ehrlich: Wie sinnvoll ist das?

Die Narbe wird uns immer wieder an die „negative“ Situation erinnern. Dann bin ich lieber stolz darauf, meine Lernerfahrung gemacht zu haben, wie am Ende des letzten Refrains gesungen wird

„Jede ist ein Meisterwerk,
Jede Narbe zeichnet uns aus.“

Weiterer Auszug aus ‚1000 Narben‘ von Eisbrecher

Schau Dir das Video zu Eisbrechers ‚1000 Narben‘ auf YouTube.
Schreibe uns, wie Du Deine Narben siehst, wie Du damit umgehst und welche Erinnerungen Dich begleiten.

Ein Plausch über Mode mit Ranja Ristea-Makdisi

Ein Plausch über Mode mit Ranja Ristea-Makdisi

„Mode ist leichter geworden“, sagt meine Freundin Ranja. Meine hochgezogene Augenbraue ist fragend, die Erklärung folgt sofort: „Du hast heute alle Freiheiten der Welt, du kannst sämtliche Stile miteinander kombinieren und absolut vielfältig damit umgehen.“

Die Aussage gibt mir zu denken und mir fällt eine Marketing-Expertin ein, die in einem Seminar erklärt hat, dass sich die Farben ihres Logos in ihrer Kleidung wiederfinden. Das sorge für einen großen Wiedererkennungswert in ihren Businessterminen. Ich war skeptisch und bin es immer noch. Ich frage nach. „Das kann man durchaus machen, aber mein Fall ist das nicht“, sagt Ranja. „Für mich ist Kleidung häufig der Ausdruck innerer Werte oder unserer Stimmung. Das lässt sich nicht immer in den gleichen Farben darstellen, denn jeder Tag ist anders.“

Mode, die Kommunikation mit dem Umfeld

Sie erklärt weiter: „Was wir anziehen ist eine Art der Kommunikation, eine Basisaussage, die wir für diesen Tag treffen. Doch ebenso können wir damit eine Schutzschicht aufbauen, wenn wir uns unwohl oder unsicher fühlen. Dazu eigenen sich Lieblingsstücke, sie geben uns Sicherheit.“ Das hätte ich mal früher wissen müssen, dann wären wohl hin und wieder andere Ergebnisse bei den Gehaltsverhandlungen rausgekommen. „Das sehe ich anders“, sagt sie. „Wenn du dich z.B. für ein Bewerbungsgespräch einkleidest und du mit dem Stil etwas „Besseres“ darstellen willst als deine Körpersprache zum Ausdruck bringt, dann wirkst du nicht authentisch und das Gespräch kann ein Misserfolg werden.“

Authentizität in der Kleiderwahl

Das leuchtet mir ein. Schon mehrfach sind mir Menschen begegnet, die sich sichtbar unwohl gefühlt haben, vielleicht lag es nicht nur an der Situation sondern auch an der falschen Kleiderwahl. „Mode bietet mir die Möglichkeit der Verkleidung. Ich stelle mich heute mal ganz anders dar und ob es tatsächlich eine Verkleidung ist, entscheidet man selbst.“ Ranja sagt: „Beim Fasching wird das ganz deutlich. Die Verkleidung ist ein Ausstieg aus dem Alltag und dem „So-sein-müssen“. Man gibt sich anders, verhält sich anders und ist allein durch das Kostüm ein ganz anderer Mensch.“

So kann man das auch betrachten und mein Rückblick auf unterschiedliche Karnevalsfeiern bestätigen ihre Aussage. Doch hat das was mit Mode zu tun? Entfernt auf jeden Fall, denn die Mode umfasst alles: Bekleidungsstile jeder Art, Schuhe und Accessoires gehören schließlich auch dazu.

Anzug und Sneakers – den eigenen Stil entwickeln

Sie erzählt, wie das mit der Mode vor 10 Jahren war. „Damals war es ein No-Go, ein Kleid oder einen Anzug mit Sneakers zu tragen. Heute ist alles möglich. Du kannst mit verschiedenen Stilen spielen und frei experimentieren.“ Sie selbst hat keinen festgelegten Modestil, sie wählt ihre Kleidung überwiegend anlassbezogen aus. „Habe ich einen Workshop-Termin kleide ich mich eher sportlich, damit ich mich gut bewegen kann. Gibt es einen feierlichen Anlass, darf es ein auffallendes Gala-Kleid sein, mit passenden hohen Schuhen und viel Bling-Bling.“ Ihre Augen strahlen und sie lächelt: „Es ist so schön, dass ich die ganze Bandbreite bespielen darf. Gehe ich aus, schaue ich nach den passenden Klamotten zur Location. Zu einem Rock-Konzert gehe ich mit zerrissener schwarzer Jeans, T-Shirt, Boots und Lederjacke. Zu einem gemütlichen Treffen in einer Kneipe gehe ich Tagesform-abhängig, eher lässig als stylisch.“

Copyright Ranja Ristea-Makdisi

Schuhe machen einen Outfit aus

Schuhe sind auch wichtig. Sie hat ihre Meinung, die sie kundtut: „Schuhe sind unser Begleiter über viele Jahre. Im Regelfall verändert sich die Schuhgröße nicht, daher bleiben uns Schuhe, die wir gut behandeln auch lange erhalten.“
Ich verstehe sie. Ich liebe es Schuhe zu tragen, in denen ich bei der ersten Anprobe das Gefühl von „Oh! Hausschuhe!“ habe. Erfahrungsgemäß sitzt der Geldbeutel dann ziemlich locker und im Nachhinein gestaltet sich die Suche nach einem guten Schuster als ziemlich schwierig.

Ich komme nochmal auf die Bekleidung zurück und schaue Ranja an. Sie kann ungefähr alles tragen, daher fällt ihr die tägliche Auswahl bestimmt leicht, während ich länger überlege, wonach mir der Sinn steht. Ich frage nach. Sie zögert kurz: „Nein, das ist nicht immer so. Viele meiner Klamotten sind sehr stark mit Erinnerungen und schönen Momenten verbunden. Die ziehe ich zwar häufig aus dem Schrank, doch beim Ergebnis bin ich unentschlossen. Nicht selten kommt es vor, dass ich mich dann doch anders entscheide.“ Wir sind uns doch etwas ähnlicher, als ich vermutet habe.

Mit Mode als Kommunikation spielen

Sie unterbricht meine Gedanken und ich höre nur: „Nutze die Spielmöglichkeit. Spiele mit den Dingen, die Du magst und gerne anziehst, kombiniere Ungewöhnliches miteinander und du wirst deine Freude daran entdecken.

Nun gut, das werde ich ausprobieren. Es klingt auf jeden Fall spannend und wenn ich mit diesem gut gemeinten Rat wieder etwas Abwechslung reinbringe, ist das definitiv nachhaltiger statt immer neue Dinge zu kaufen. Vielleicht entwickele ich auf diese Art einen eigenen Stil, der vielseitig ist und meinen umfangreichen Kleiderschrank einbezieht. Mal schauen, was ich in den nächsten Tagen dort finde. Einen Poncho habe ich noch, ein „Lieblingsteil“, dass mit wundervollen Kindheitserinnerungen verbunden ist. Den könnte ich doch wieder mal rausholen, sobald die Temperaturen das wieder erforderlich machen.

Wie ist Dein Umgang mit Mode? Schreib uns Deine Ideen gern in die Kommentare.

Frauen und Gesundheit – der Onlinekongress

Frauen und Gesundheit – der Onlinekongress

„Gesundheit ist lebenswichtig“ – so lautet die Überschrift des Onlinekongresses „women & health“, der am Samstag, 05.09.2020 veranstaltet wird. Die Teilnahme ist kostenfrei und gibt – nicht nur Frauen – spannende Perspektiven, interessante Blickwinkel und hilfreiche Tipps rund um das lebenswichtige Thema „Gesundheit“. Über 20 Expert:innen geben vielschichtige Einsichten, die die Zuhörer in die Lage versetzen, aktuellen Belastungen entgegenzuwirken und präventiv agieren zu können.

Zwei Tage lang stehen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern verschiedene Video-Module nach der Anmeldung kostenfrei zur Verfügung. Die Veranstaltungen starten um 11 Uhr mit drei Live-Webinaren. Das gesamte Programm kann auf der Website von Women & Work heruntergeladen werden.

Kostenfreie Anmeldung für Teilnehmer:innen des Onlinekongresses „women & health“

Die Anmeldung ermöglicht den Teilnehmer:innen die kostenfreie Teilnahme am 05. + 06.09.2020, so dass ausreichend Zeit für die vielfältigen und spannenden Themen zur Verfügung steht. Bei zeitlicher Verhinderung an diesen beiden Tagen kann der Zugang zu allen Aufzeichnungen für einmalig EUR 29,00 erworben werden. Dieser steht ab dem 07.09.2020 zur Verfügung.

Wir vom Redaktionsteam empfehlen diese Veranstaltung und wünschen allen Interessierten neue spannende Erkenntnisse beim Onlinekongress „women&health“. Weitere Informationen und die Anmeldung findet ihr auf der Website vom Onlinekongress „women & health“.

Corona kam, sah und siegte!

Corona kam, sah und siegte!

Erfahrungsbericht einer Unternehmerin und Mutter von zwei Kindern.

„Corona kam sah und siegte“, so sagt Marion, die als Unternehmerin ein kleines Übersetzungsbüro führt. Als die Mutter von zwei Schulkindern Mitte März 2020 ihren Arbeitsplatz nach Hause verlegen muss, ist anfangs noch alles in Ordnung.

Herausforderung: Homeschooling und Homeoffice

Der neue Tagesablauf wird zur Gewohnheit und der Reiz des Neuen ist für die Kinder schnell vorbei. Mama hier, Mama da, wenn sie jetzt doch verfügbar ist, dann darf die entsprechende Aufmerksamkeit nicht fehlen. Kaum ein virtuelles Geschäftsmeeting, dass ohne Störungen abgehalten werden kann.

„Ohne klare Grenzen geht es nicht mehr.“ Marion definiert, kommuniziert und kümmert sich um die Einhaltung der Vereinbarungen. Es kostet sie viel Kraft, die Kinder andauernd darauf hinzuweisen. „Man kommt sich so negativ vor und ist nur mit dem Maßregeln beschäftigt“, sagt sie. „Nur selten kann ich eine oder zwei Stunden durchgängig an einem wichtigen Projekt arbeiten.“

Dazu kommt Homeschooling. Die Aufgaben sind mühsam, das Lernpensum üppig. Sie wechselt den Arbeitsplatz vom Rechner an den Küchentisch und übernimmt die Rolle der Lehrerin. Den Kindern fällt es sichtlich schwer, die unterschiedlichen Rollen der Mutter zu akzeptieren. Mehrfach hört sie: „Nein, das mache ich nicht. Du bist schließlich nicht meine Lehrerin!“ Sie wechselt wieder ihre Rolle. Als Motivatorin versucht sie, die Kinder bei der Stange zu halten. „Wenn wir mit den Hausaufgaben durch sind, gehen wir in den Wald.“

Das ständige Springen, die schnellen Rollenwechsel zerren an ihren Nerven und die Qualität der Arbeit beginnt zu leiden.

Corona Homeschooling
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Familienzeit: Plötzlich durchgehend geöffnet!

Während vor Corona die gemeinsame Familienzeit erst nach der Arbeit um 16 Uhr anfing, ist der ständige Aufgabenwechsel eine echte Herausforderung. Marion kann sich immer schlechter konzentrieren, die Kinder sind gereizt und trotz kreativer Ideen und gemeinsamer Spielzeit nicht ausgelastet.

„Unsere Prinzipien, die wir vor Corona gelebt haben, mussten wir über Bord werfen, sonst hätte gar nichts mehr funktioniert. Die Beschränkung des Medienkonsums auf eine Stunde täglich konnten wir nicht mehr aufrecht halten. Saßen die Kinder vor dem Fernseher oder Rechner, hatte ich die Möglichkeit, mich auf ein Projekt oder Meeting zu fokussieren.“

Doch letzten Endes leiden alle unter der Situation und ihr bleibt nichts anderes übrig, als die Arbeit auf die späten Abendstunden zu verlagern, den Zeitraum, in dem der Körper grundsätzlich zur Ruhe kommen will.

Gesund ist das nicht

Es hilft nichts, Marion entgleiten wichtige Fähigkeiten. Das kreative Schreiben ist weg und innerlich breitet sich eine Art Ohnmacht aus, alles fühlt sich schwer an. Die Bereitschaft der Kinder, sich selbst zu beschäftigen, sinkt kontinuierlich und das Nervenkostüm wird dünner. Im Körper hinterlässt der Stress seine Spuren und die Waage zeigt kontinuierlich weniger an, was langsam an die Substanz geht. „Ich hatte kaum mal eine Minute für mich und merkte von Tag zu Tag, dass es mir schlechter ging.“ Rückzugsmöglichkeiten gibt es nicht in dem sich ständig drehenden Karussell von Hausfrau, Unternehmerin, Mutter und Lehrerin. Zum wirklichen Abschalten und Runterkommen braucht es mehr Zeit als einige Augenblicke.

Corona Verzweiflung Frau
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Auf der Suche nach Lösungen

Sie hadert mit der Corona-Krise, auch jetzt noch und eine Lösung ist nicht in Sicht. „Mittlerweile koche ich an einem Abend für die nächsten beiden Tage vor, damit ich nicht jeden Tag meine Zeit in der Küche verbringen muss. Aber das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich suche nach einer besseren Lösung, solange ich die Kraft noch habe. Doch gefunden habe ich noch keine.“


Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht? Hast Du einen Ansatz gefunden, wie Du mit dieser Herausforderung umgehst? Schreibe uns Deine Lösung und verhilf damit anderen Betroffenen zu einem gesünderen Umgang mit sich selbst.