Abnehmen ohne Diät

Abnehmen ohne Diät

Das Maßband ist das Maß aller Dinge

Alexander Nöpel (43) ist Vital- und Motivationscoach. Er begleitet u. a. übergewichtige Menschen, die fitter werden wollen, in ein leichteres Leben. Er hat in 2 Jahren 51 kg und 47 cm Bauchumfang verloren. Heute hält er Vorträge und Workshops zum Thema „Gesünder und fitter werden“.

Antrieb durch den eigenen Leidensweg

Als er die Nase vom Jojo-Effekt gestrichen voll hatte und 135 kg auf die Waage brachte, schlug Alexander Nöpel einen anderen Weg ein. Er beschäftigte sich intensiv mit medizinischen Studien und ging den körperlichen (Stoffwechsel-)Prozessen auf den Grund, um die bisher wirkenden Mechanismen aushebeln zu können.

Er hat geschafft, sein Gewicht erfolgreich und dauerhaft zu reduzieren und sagt: „Zum Abnehmen braucht man ein Maßband und keine Waage.“ Er spricht über das von ihm entwickelte Programm und klärt über den Teufelskreis der Wechselwirkung von Hormonen, wie z. B. Insulin, und Light-Produkten auf.

Hallo Alexander, herzlichen Dank für Deine Bereitschaft, unseren Leser:innen mehr über Dein Programm „Abnehmen ohne Diät“ zu erzählen. Wie ist es zu der Entwicklung des Programms gekommen?

Mein eigener Leidensweg begann, als ich (mit dem Ausscheiden aus dem Dienst bei der Bundeswehr) meine körperliche Aktivität rapide verringerte, mein Essverhalten jedoch konstant beibehielt. Während ich bis dahin gut trainierte und mit einem hohen Muskelanteil versehene 87 kg auf die Waage brachte, nahm mein Gewicht stetig zu und ich startete mit einer Diät, um die Pfunde wieder runterzubekommen. Trotz erster Erfolge begleitete mich der Jojo-Effekt von nun an dauerhaft. Ich nahm bei jedem Versuch 10 – 12 kg ab und nach einiger Zeit war mein Ausgangsgewicht plus einige Kilos on Top wieder da.

Ich habe mit weniger Essen nicht abgenommen, nicht mit LowCarb oder anderen Programmen, selbst meine wöchentlichen Sporteinheiten haben keine bleibende Wirkung gezeigt. Das ständige Auf- und Ab bescherte mir ein Reizdarmsyndrom und ich musste in 10 Jahren etliche Magen-Darm-Spiegelungen (ohne Befund) über mich ergehen lassen. Der Teufelskreis hatte mich im Griff und erst bei einem Endgewicht von 135 kg sowie einem Bauchumfang von 1,47 Metern konnte ich ihn durchbrechen.

2017 habe ich mich über ein halbes Jahr intensiv mit medizinischen Studien zu Stoffwechselprozessen und Ernährung auseinandergesetzt, um der Sache auf den Grund zu gehen. Meine damalige Frau ist Fachärztin für Onkologie, Innere Medizin sowie Naturheilkunde und konnte mir wichtige Fragen beantworten. Ich lernte den Profisportler und Sportwissenschaftler Daniel Schulte-Kump kennen, der sich ebenfalls intensiv mit Ernährung beschäftigt hat. Aus dem gesammelten Wissen entwickelte ich mein Programm. Ab Februar 2018 habe ich es für mich selbst umgesetzt. Seit dieser Zeit habe ich viele Menschen in ein leichteres Leben begleiten dürfen, was mich sehr glücklich macht.

Du klärst auf, sprichst über die Wirkung des Insulins und über die Insulinresistenz. Wie hängt das mit Deinem Programm zusammen?

Wer über die inneren, meist unbemerkt ablaufenden Prozesse im Körper informiert ist, dem fällt es leichter, aus alten Gewohnheiten und Verhaltensmustern auszusteigen. Indem ich meine Klienten aufkläre, öffnen sie sich für Möglichkeiten, die außerhalb üblicher Standardaussagen wie z. B. „Du musst weniger Fett essen!“, „Du musst mehr Sport treiben!“, „Lass den Süßkram doch einfach weg!“ liegen.

Zum Thema Insulin mache ich meinen Klienten bewusst, dass es ein Hormon ist, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird, sobald die Zunge „süß“ schmeckt. Insulin sammelt Zucker bzw. Kohlenhydrate ein und schleust diese in die Zellen, wo sie für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen genutzt werden.  

Insulin ist allerdings ein Masthormon, dass für die Einlagerung der zugeführten Nahrung (Kohlenhydrate und Fett) im Körper sorgt. Damit werden Nährstoffe in die Zellen gebracht: zum Teil zu den Organen, die Glucose (Zucker) zum Funktionieren benötigen. Der Rest wird als Fett in das Unterhautfettgewebe eingelagert, um von dort direkt bei Beanspruchung (z.B. sportlicher Aktivität) wieder abgerufen und verbrannt zu werden. Dafür wird der Speicher zwischen Haut und Muskulatur genutzt.

Durch die industrielle Verarbeitung unserer Nahrungsmittel, mit Zusätzen, zu viel Fett und Zucker in den Produkten, führen wir unserem Körper häufig eine Überdosis an Nährstoffen zu. Unsere Körperzellen werden unempfindlicher und es ist mehr Insulin notwendig, um den Transport zu ermöglichen.

Ich will es an einem Beispiel verdeutlichen. Süßstoff ist sehr beliebt und die Umsätze bei „Zero“-Softdrinks nehmen beständig zu. Beim Verzehr produziert die Bauchspeicheldrüse sofort Insulin, um den von der Zunge angekündigten Zucker in die Zellen zu transportieren. Das Insulin ist als Art Transportunternehmen im Blutkreislauf unterwegs, um den Zucker aufzunehmen und in die Zelle zu transportieren. Da statt Zucker nur Süßstoff in den Körper gekommen ist, gibt es keine Ladung, die aufgenommen werden kann – das Insulin bleibt weiterhin im Blutkreislauf.

Durch den ständigen Insulinüberschuss entsteht eine Insulinresistenz. Diese sorgt dafür, dass immer mehr Insulin im Kreislauf vorhanden ist. Dann zieht der Körper die „Notbremse“ und lagert die zugeführten Nährstoffe als viszerales Fett im Bauchraum ein – eine Schicht tiefer als vorgesehen, nämlich zwischen der Muskulatur und den Organen. Dort kommt es seiner Aufgabe als Masthormon trotzdem nach, sorgt für den Fettaufbau, der sich im Bauchumfang bemerkbar macht, und bildet damit die Basis für viele Krankheiten. Insulin ist für Fett wie Anabolika für die Muskeln: mit der falschen Ernährung mästet man sich selbst.

Für eine erste Einschätzung kann der BMI (Body-Mass-Index), genutzt werden. Ab einem BMI von 28 und höher steigt das Erkrankungsrisiko. Doch das Maßband ist mir als Indikator lieber. Gemessen auf Bauchnabelhöhe steigt das Gesundheitsrisiko bei Frauen ab einem Bauchumfang von 85 – 95 cm und bei Männern von 95 – 100 cm.

Du hast bereits vielen Menschen geholfen und hältst Vorträge in Zentren für Adipositas-Erkrankungen. Was macht Deine medizinisch fundierte Methode so umsetzungsstark?

Mit meinen Klienten arbeite ich im ersten Schritt daran, die entstandene Insulinresistenz in den Griff zu bekommen, um den Bauchumfang überhaupt reduzieren zu können. Das dauert ca. 4-5 Monate und während dieser Phase werden bereits sichtbare Ergebnisse erzielt. Auch einige Krankheitsbilder, wie z.B. die Insulinresistenz an den Eierstöcken gehen zurück.

Doch Insulin ist nur eins von drei Hormonen, die für das Zunehmen verantwortlich sind. Leptin sorgt im Regelfall für die Informationsweiterleitung, dass man satt ist. Ist zu viel Bauchfett vorhanden, entsteht im Gehirn für diese „Meldung“ ein blinder Fleck, der einen Leptinüberschuss zur Folge hat. Damit ist eine zweite Station der Gewichtszunahme im Körper vorhanden.

Das dritte Hormon ist Ghrelin, das u. a. für das Hungergefühl verantwortlich ist. Es wird im Magen-Darm-Trakt gebildet und entsteht, wenn nicht richtig gegessen wird. Damit meine ich vorrangig das schnelle Essen, das häufig mit dem Runterschlucken von großen Brocken (Schlingen), wenig Kauleistung, Hetze und viel Trinken einhergeht. Das Trinken zum Essen ist beispielsweise keine gute Idee, da auf diesem Weg die Magensäure verdünnt wird und die Nährstoffverwertung verlangsamt wird.

Ich bringe meinen Klienten bei, sich mit richtigen Lebensmitteln zu ernähren und überwiegend auf industriell gefertigte oder verarbeitete Produkte zu verzichten, denn eine gesteigerte Vitamin- und Mineralstoffzufuhr ist für das Abnehmen extrem wichtig. Sie sollen langsam essen und gut kauen, bei Fleisch gern 32 Mal. Es ist gut, größtenteils auf zuckerhaltige Lebensmittel zu verzichten. Wenn man Zucker verwendet, dann „echten“ Zucker und keine Süßstoffe. Eine salzarme Kost ist ebenfalls hilfreich.

Bei mir geht es nicht darum, Kalorien zu zählen, denn deren Aussagekraft ist unzureichend. Es geht um die Erkenntnis, welches die guten Lebensmittel sind. „Fisch ist gesund“ heißt es oft, gemeint sind die Omega3-Fettsäuren. Doch die Dosis macht das Gift, z. B. hat Wildlachs 1 gr. Fett , das sind 9 kcal und Zuchtlachs hat 15 gr. Fett, damit liegt er bei 135 kcal. Das sollte nicht außer Acht gelassen werden.

Jeder Mensch ist anders und nur das Verständnis von Wechselwirkungen bietet Erkenntnisse. Es geht nicht darum, sich die Freude am Essen zu nehmen, sondern eine neue und realistische Wahrnehmung zu bekommen.

Zusammenfassend kann ich sagen, ein Anfang mit einem leichten Einstieg, um die Veränderungen nachhaltig und angepasst an den Menschen und seine Lebensart umzusetzen ist nachhaltig und wichtig. Das sind meine Grundelemente, die mit einer individuellen Beratung einen langen Leidensweg beenden können. Ich dränge auch keinen in eine sportliche Betätigung. Jeder kann das machen, muss es aber nicht, denn die richtige Ernährung macht mit 2/3 den größeren Anteil des Abnehmens aus.

Alexander, wir haben von Dir tiefe Einblicke in unsere körperlichen Prozesse gewinnen können. Welche Tipps kannst Du unseren interessierten Leser:innen an die Hand geben?

  • Kaufe so natürliche Lebensmittel ein wie möglich und verarbeite sie selbst. Wurst ist z. B. kein natürliches Lebensmittel, Maggi-Tüten übrigens auch nicht. Lass möglichst alle industriell verarbeiteten Produkte weg, denn die darin enthaltenden Zusatzstoffe wirken sich negativ auf den Stoffwechsel aus.
  • Iss möglichst wenig Fleisch, wenn dann Hühnchen oder Fisch, selten Rind.
  • Vermeide alle Light- oder Leichtprodukte. Damit verhinderst Du einen ungewollten Insulin-Überschuss im Körper.
  • Nimm Dir Zeit für dein Essen und kaue die Nahrung gründlich. Du wirst schnell merken, welche positiven Auswirkungen das auf Deinen Körper hat.
  • Triff eine Entscheidung, wenn Du abnehmen möchtest. Viele Menschen haben Angst vor dem Scheitern und fangen aus diesem Grund erst gar nicht an.

Als Schlusswort möchte ich noch eine Antwort zu einer Frage geben, die mir immer wieder gestellt wird. „Kann ich danach wieder „normal“ (also wie vorher) essen?“ Meine Gegenfrage lautet: „Wenn du dein Übergewicht durch „normales“ Essen und Trinken aufgebaut hast, könnte es sein, dass „normal“ dann einfach falsch ist?“


Mehr zu diesem Thema kannst Du in den kostenlosen Vorträgen von Alexander Nöpel erfahren. Alexander verzichtet bewusst auf eine Website oder Social-Media-Kanäle, da er konsequent den Menschen im Fokus hat und die Anonymität des Internets nicht unterstützen möchte.

Möchtest Du die Termine zu seinen Vorträgen und Workshops erfahren oder hast Du Fragen an ihn? Dann kannst Du das zum einen über eine Nachricht per WhatsApp an die Handy-Nummer +49 151 540 33 764 schicken oder ihm eine E-Mail schreiben.

Du kannst auch gern hier einen Kommentar hinterlassen, wir leiten die Information an ihn weiter.



Alle Bildrechte: Alexander Nöpel

Narben, Spuren unseres Lebens

Narben, Spuren unseres Lebens

Unser Leben hinterlässt Spuren, nicht nur an unserem Äußeren. Auch im Inneren finden wir Spuren in Form von Erfahrungen, Meinungen und Reife. Ständig erweitern wir unser Wissen und entdecken neue Horizonte. Wir erfüllen uns Träume und stellen uns Herausforderungen. Wir fallen hin, stehen wieder auf. Schicksalsschläge werfen uns zurück, wir rappeln uns auf, gehen weiter. Erkenntnisse – positive wie negative – begleiten unser Leben und einige sind als Narbe an unserem Körper sichtbar.

Narben – ein Makel?

Narben werden häufig als Makel einer reinen Haut gesehen. Für mich sind sie Zeichen eines aktiven Lebens. Jede erkennbare Hautveränderung birgt eine Erinnerung: eine Phase des Lebens, ein bestimmtes Jahr, eine spannende Zeit oder ein bemerkenswertes Ereignis. Ob es der Sturz mit dem Fahrrad war, ein Sportunfall, ein Ausrutscher bei Glätte oder eine Operation, wir erinnern uns an diese Zeit und an die Gefühle, die damit einhergingen.

Im Laufe unseres Lebens sammeln wir hunderte kleiner und großer Narben, auch solche, die keinen bleibenden Eindruck hinterlassen: ein immer wieder aufgekratzter Mückenstich, das Abrutschen mit dem Messer bei Apfel schälen oder ein kleiner Schnitt beim Aufsammeln von Scherben.

Narben machen unverwechselbar

Ich erinnere mich an die Beantragung meines ersten Personalausweises. Der Beamte fragte mich: „Haben Sie besondere Kennzeichen?“ Ich durchforstete meinen Kopf, um etwas zu finden, was mich unverwechselbar macht. Dann hatte ich es: „Hier, eine kleine Narbe, neben meinem linken Nasenflügel.“ Der Beamte schaute prüfend in mein Gesicht, machte einen Strich auf den Antrag und sagte „Keine!“

Ein bisschen beleidigt war ich schon, stand diese Narbe doch für einen dramatischen Tag meiner Kindergartenzeit. Ich war auf dem Spielplatz etwas unachtsam und bekam die Schaukel an den Kopf. Als der Schreck langsam schwand und die Blutung (die ich zum Glück nicht sehen konnte) nachließ, bemerkte ich, dass mein Wackelzahn, der mich seit drei Tagen beschäftigte, verschwunden war. Gefühlt habe ich den kompletten Sand unter der Schaukel erfolglos durchgesiebt, um ihn zu finden – und der Beamte sagt „Keine“!

1000 Narben

Nach und nach verblassen die Narben, bis sie nach einigen Jahren nur noch ein dünner weißer Strich sind. Auch unsere Erinnerungen verblassen, rücken in den Hintergrund, um neuen Dingen Platz zu machen. Doch sobald wir unsere Narben anschauen, lebt die Erinnerung in voller Farbe und Emotion wieder auf.

Die Lyrics vom Song „1000 Narben“ der Band „Eisbrecher“ machte mir das vor einigen Jahren nochmal deutlich. Im Refrain des Songs heißt es

„1000 Narben auf meiner Haut
Ich habe keine einzige bereut
Und wir zählen die Wunden
Es hört nie auf
Jede ist ein Teil von uns
Jede Narbe zeichnet uns aus“

Vom Eisbrecher-Song ‚1000 Narben

Ich teile diese Meinung, dass Narben eine Art Abzeichen sind, die belegen, dass wir unser Leben aktiv bewältigen und aus Erfahrungen lernen.

Wir können mit den negativen Erinnerungen in Frieden leben oder wir können damit hadern. Doch ganz ehrlich: Wie sinnvoll ist das?

Die Narbe wird uns immer wieder an die „negative“ Situation erinnern. Dann bin ich lieber stolz darauf, meine Lernerfahrung gemacht zu haben, wie am Ende des letzten Refrains gesungen wird

„Jede ist ein Meisterwerk,
Jede Narbe zeichnet uns aus.“

Weiterer Auszug aus ‚1000 Narben‘ von Eisbrecher

Schau Dir das Video zu Eisbrechers ‚1000 Narben‘ auf YouTube.
Schreibe uns, wie Du Deine Narben siehst, wie Du damit umgehst und welche Erinnerungen Dich begleiten.

Ein Plausch über Mode mit Ranja Ristea-Makdisi

Ein Plausch über Mode mit Ranja Ristea-Makdisi

„Mode ist leichter geworden“, sagt meine Freundin Ranja. Meine hochgezogene Augenbraue ist fragend, die Erklärung folgt sofort: „Du hast heute alle Freiheiten der Welt, du kannst sämtliche Stile miteinander kombinieren und absolut vielfältig damit umgehen.“

Die Aussage gibt mir zu denken und mir fällt eine Marketing-Expertin ein, die in einem Seminar erklärt hat, dass sich die Farben ihres Logos in ihrer Kleidung wiederfinden. Das sorge für einen großen Wiedererkennungswert in ihren Businessterminen. Ich war skeptisch und bin es immer noch. Ich frage nach. „Das kann man durchaus machen, aber mein Fall ist das nicht“, sagt Ranja. „Für mich ist Kleidung häufig der Ausdruck innerer Werte oder unserer Stimmung. Das lässt sich nicht immer in den gleichen Farben darstellen, denn jeder Tag ist anders.“

Mode, die Kommunikation mit dem Umfeld

Sie erklärt weiter: „Was wir anziehen ist eine Art der Kommunikation, eine Basisaussage, die wir für diesen Tag treffen. Doch ebenso können wir damit eine Schutzschicht aufbauen, wenn wir uns unwohl oder unsicher fühlen. Dazu eigenen sich Lieblingsstücke, sie geben uns Sicherheit.“ Das hätte ich mal früher wissen müssen, dann wären wohl hin und wieder andere Ergebnisse bei den Gehaltsverhandlungen rausgekommen. „Das sehe ich anders“, sagt sie. „Wenn du dich z.B. für ein Bewerbungsgespräch einkleidest und du mit dem Stil etwas „Besseres“ darstellen willst als deine Körpersprache zum Ausdruck bringt, dann wirkst du nicht authentisch und das Gespräch kann ein Misserfolg werden.“

Authentizität in der Kleiderwahl

Das leuchtet mir ein. Schon mehrfach sind mir Menschen begegnet, die sich sichtbar unwohl gefühlt haben, vielleicht lag es nicht nur an der Situation sondern auch an der falschen Kleiderwahl. „Mode bietet mir die Möglichkeit der Verkleidung. Ich stelle mich heute mal ganz anders dar und ob es tatsächlich eine Verkleidung ist, entscheidet man selbst.“ Ranja sagt: „Beim Fasching wird das ganz deutlich. Die Verkleidung ist ein Ausstieg aus dem Alltag und dem „So-sein-müssen“. Man gibt sich anders, verhält sich anders und ist allein durch das Kostüm ein ganz anderer Mensch.“

So kann man das auch betrachten und mein Rückblick auf unterschiedliche Karnevalsfeiern bestätigen ihre Aussage. Doch hat das was mit Mode zu tun? Entfernt auf jeden Fall, denn die Mode umfasst alles: Bekleidungsstile jeder Art, Schuhe und Accessoires gehören schließlich auch dazu.

Anzug und Sneakers – den eigenen Stil entwickeln

Sie erzählt, wie das mit der Mode vor 10 Jahren war. „Damals war es ein No-Go, ein Kleid oder einen Anzug mit Sneakers zu tragen. Heute ist alles möglich. Du kannst mit verschiedenen Stilen spielen und frei experimentieren.“ Sie selbst hat keinen festgelegten Modestil, sie wählt ihre Kleidung überwiegend anlassbezogen aus. „Habe ich einen Workshop-Termin kleide ich mich eher sportlich, damit ich mich gut bewegen kann. Gibt es einen feierlichen Anlass, darf es ein auffallendes Gala-Kleid sein, mit passenden hohen Schuhen und viel Bling-Bling.“ Ihre Augen strahlen und sie lächelt: „Es ist so schön, dass ich die ganze Bandbreite bespielen darf. Gehe ich aus, schaue ich nach den passenden Klamotten zur Location. Zu einem Rock-Konzert gehe ich mit zerrissener schwarzer Jeans, T-Shirt, Boots und Lederjacke. Zu einem gemütlichen Treffen in einer Kneipe gehe ich Tagesform-abhängig, eher lässig als stylisch.“

Copyright Ranja Ristea-Makdisi

Schuhe machen einen Outfit aus

Schuhe sind auch wichtig. Sie hat ihre Meinung, die sie kundtut: „Schuhe sind unser Begleiter über viele Jahre. Im Regelfall verändert sich die Schuhgröße nicht, daher bleiben uns Schuhe, die wir gut behandeln auch lange erhalten.“
Ich verstehe sie. Ich liebe es Schuhe zu tragen, in denen ich bei der ersten Anprobe das Gefühl von „Oh! Hausschuhe!“ habe. Erfahrungsgemäß sitzt der Geldbeutel dann ziemlich locker und im Nachhinein gestaltet sich die Suche nach einem guten Schuster als ziemlich schwierig.

Ich komme nochmal auf die Bekleidung zurück und schaue Ranja an. Sie kann ungefähr alles tragen, daher fällt ihr die tägliche Auswahl bestimmt leicht, während ich länger überlege, wonach mir der Sinn steht. Ich frage nach. Sie zögert kurz: „Nein, das ist nicht immer so. Viele meiner Klamotten sind sehr stark mit Erinnerungen und schönen Momenten verbunden. Die ziehe ich zwar häufig aus dem Schrank, doch beim Ergebnis bin ich unentschlossen. Nicht selten kommt es vor, dass ich mich dann doch anders entscheide.“ Wir sind uns doch etwas ähnlicher, als ich vermutet habe.

Mit Mode als Kommunikation spielen

Sie unterbricht meine Gedanken und ich höre nur: „Nutze die Spielmöglichkeit. Spiele mit den Dingen, die Du magst und gerne anziehst, kombiniere Ungewöhnliches miteinander und du wirst deine Freude daran entdecken.

Nun gut, das werde ich ausprobieren. Es klingt auf jeden Fall spannend und wenn ich mit diesem gut gemeinten Rat wieder etwas Abwechslung reinbringe, ist das definitiv nachhaltiger statt immer neue Dinge zu kaufen. Vielleicht entwickele ich auf diese Art einen eigenen Stil, der vielseitig ist und meinen umfangreichen Kleiderschrank einbezieht. Mal schauen, was ich in den nächsten Tagen dort finde. Einen Poncho habe ich noch, ein „Lieblingsteil“, dass mit wundervollen Kindheitserinnerungen verbunden ist. Den könnte ich doch wieder mal rausholen, sobald die Temperaturen das wieder erforderlich machen.

Wie ist Dein Umgang mit Mode? Schreib uns Deine Ideen gern in die Kommentare.

Die heilende Kraft der Natur

Die heilende Kraft der Natur

Im SWR Nachtcafé geht es um Menschen, die mit der Natur bzw. der Naturheilkunde verbunden sind. Die unterschiedlichen Blickwinkel werfen interessante Fragen auf.

  • Wieviel Natürlichkeit ist heute bei einer Geburt möglich?
  • Was ist mit Bienenluft gemeint?
  • Warum wird Homöopathie häufig mit Naturheilkunde „verwechselt“?
  • Wieviel Wirkung liegt im Reichtum des Gartens?
  • Wie können Schulmedizin und Naturheilkunde Hand in Hand gehen?

Durch die spannende Interaktion der Gäste untereinander und die individuellen Sichtweisen auf die heilende Kraft Natur, wird diese Talkshow zu einem empfehlenswerten Tipp. Mit verschiedenen, bisher sicherlich wenig bekannten Fakten, erscheinen viele Aspekte in einem ganz neuem Licht.

Die Gäste im Detail

  • Iris Hundertmark, Apothekerin
  • Susanne Krämer, Schamanin, Heilpraktikerin und Homöopathin
  • Prof. Dr. Jost Langhorst, Gastroenterologe und Arzt für Naturheilkunde
  • Hans Musch, Imker
  • Sarah Schmid, Mutter von acht Kindern
  • Sebastian Viellechner, zertifizierter Kräuterpädagoge

Der Reichtum von Mutter Natur

Der zertifizierte Kräuterpädagoge Sebastian Viellechner, auch bekannt als der Kräuterwastl, liebt und nutzt die Natur, um fit zu bleiben und seine positive Einstellung zum Leben zu behalten. Bereits in der Kindheit hat er den Reichtum des Gartens für sich genutzt und dadurch seine Selbstheilungskräfte aktivieren können. Er macht Führungen durch die Natur, um Interessierten sowohl die Heilkräfte der Pflanzen als auch die Erholung für den Geist nahe zu bringen.

Natürlich gebären

Sarah Schmid ist achtfache Mutter und ihr war es wichtig, ihre Kinder in einer natürlichen Umgebung zur Welt zur bringen. Nach der ersten anstrengenden Hausgeburt hat sie sich gut auf das zweite Kind vorbereitet – und es allein im Wald zur Welt gebracht. „Wenn mittlerweile 30% der Geburten per Kaiserschnitt durchgeführt werden, dann ist unsere moderne Geburtshilfe nicht in der Lage, Frauen zu einer natürlichen Geburt zu verhelfen.“

Copyright Pixabay - Onkel Ramirez

Heilende Bienenluft

Der leidenschaftliche Imker Hans Musch hatte bereits mit 12 Jahren seinen ersten Bienenstock. Nach einer Hirnhautentzündung hing sein Leben am seidenen Faden. Er stellte fest, dass er im Bienenhaus Linderung verspürte. Er konnte es kaum fassen, und führte weitere Testreihen durch. Daraus hat er eine Therapieform entwickelt, die sich auf viele Beschwerden positiv auswirkt.

Homöopathie vs. Apotheke

„Aus der Natur kommen gesunde Lebensmittel, mit Kräutern können viele Beschwerden gelindert werden und Homöopathie hat nichts mit Naturheilkunde zu tun“, das sagt zumindest die Apothekerin Iris Hundertmark. Zu ihrem Beruf gehört die Beratung, die nur auf Basis von belegbaren Daten möglich ist. Diese gibt es für Homöopathie mit den minimalen Wirkstoffanteilen jedoch nicht  – eine C30-Potenz ist eine Dezillionen-Verdünnung, das ist eine 1 mit 60 Nullen. Sie hat sich entschieden, diese Produkte nicht anzubieten und hat dafür Umsatzeinbußen sowie einen Shitstorm in Kauf genommen.

Copyright Pixabay - Dani_La

Hand in Hand

Professor Dr. Jost Langhorst kommt von der integrativen Klinik in Bamberg, ist Internist und Arzt für Naturheilkunde. Er erlebt jeden Tag, wie hilfreich es für die Patienten ist, wenn Schulmedizin und die Naturheilkunde Hand in Hand arbeiten. Er ist froh darüber, dass die Naturheilkunde an Seriosität gewonnen hat.

Mein Weg ist kein Vorbild für Andere

Diagnose Brustkrebs, das erfuhr Susanne Krämer mit Mitte 30. Die Schamanin, ausgebildete Heilpraktikerin und Homöopathin setzte auf eine strenge Diät statt Schulmedizin, um den Krebs erfolgreich zu besiegen. „Ich bin kein Vorbild für andere, das war eine Entscheidung, die ich für mich getroffen habe.“ Heute kommen Hilfesuchende zu ihr, um Unterstützung für Seele und Psyche zu erhalten. 

Zur Sendung

Die komplette Sendung findest Du auf dem Youtube Kanal von SWR Nachtcafé oder in der ARD-Mediathek.

Wie denkst Du über diese Themen? Schreib uns gerne einen Kommentar mit Deiner Meinung!

Frauen und Gesundheit – der Onlinekongress

Frauen und Gesundheit – der Onlinekongress

„Gesundheit ist lebenswichtig“ – so lautet die Überschrift des Onlinekongresses „women & health“, der am Samstag, 05.09.2020 veranstaltet wird. Die Teilnahme ist kostenfrei und gibt – nicht nur Frauen – spannende Perspektiven, interessante Blickwinkel und hilfreiche Tipps rund um das lebenswichtige Thema „Gesundheit“. Über 20 Expert:innen geben vielschichtige Einsichten, die die Zuhörer in die Lage versetzen, aktuellen Belastungen entgegenzuwirken und präventiv agieren zu können.

Zwei Tage lang stehen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern verschiedene Video-Module nach der Anmeldung kostenfrei zur Verfügung. Die Veranstaltungen starten um 11 Uhr mit drei Live-Webinaren. Das gesamte Programm kann auf der Website von Women & Work heruntergeladen werden.

Kostenfreie Anmeldung für Teilnehmer:innen des Onlinekongresses „women & health“

Die Anmeldung ermöglicht den Teilnehmer:innen die kostenfreie Teilnahme am 05. + 06.09.2020, so dass ausreichend Zeit für die vielfältigen und spannenden Themen zur Verfügung steht. Bei zeitlicher Verhinderung an diesen beiden Tagen kann der Zugang zu allen Aufzeichnungen für einmalig EUR 29,00 erworben werden. Dieser steht ab dem 07.09.2020 zur Verfügung.

Wir vom Redaktionsteam empfehlen diese Veranstaltung und wünschen allen Interessierten neue spannende Erkenntnisse beim Onlinekongress „women&health“. Weitere Informationen und die Anmeldung findet ihr auf der Website vom Onlinekongress „women & health“.