In der WDR Sendung Quarks „Aua! Die Wissenschaft vom Schmerz“ wird das Thema Schmerz genauer unter die Lupe genommen. Zum einen sind Schmerzen ein Warnsignal des Körpers, zum anderen behindern sie uns im Alltag. Sie schränken unsere Bewegungsfreiheit ein, verursachen einen dichten „Nebel“ im Kopf oder treiben Menschen in die Isolation. Wie ist der aktuelle Stand der Medizin und welche anderen Möglichkeiten stehen heute zur Verfügung, mit (dauerhaften) Schmerzen umzugehen?
Die kurzweilige Sendung ermöglich einen guten Einblick in den aktuellen Stand von Medizin und Forschung – von der Entstehung der Schmerzen, über die Wirkung von Schmerzmitteln und Placebos bis zu neuen Therapiemöglichkeiten bei chronischen Schmerzen.
Im Beitrag werden u. a. diese Fragen beantwortet:
Wie entsteht Schmerz?
Was ist der Unterschied zu chronischen Schmerzen?
Was passiert bei Akkupunktur?
Wie wirksam ist Hypnose zur Schmerzlinderung bei Endometriose?
Wie kann VR (Virtuelle Realität) bei der Schmerzreduktion unterstützen?
Wie wirkungsvoll ist die geistige Forderung, die Konzentration auf andere Themen (also quasi eine Ablenkung), hinsichtlich des Schmerzempfindens?
Wie gut funktionieren Placebos bei echten Schmerzen?
Mach Dich schlau und erfahre in knackigen 45 Minuten viel Wissenswertes rund um das Thema Schmerz.
„Nachhaltig? Ich kann’s nicht mehr hören.“ Ein Satz, der oft fällt – am Stammtisch, in Team-Meetings, auf Podien. Und er ist verständlich. Kaum ein Begriff wurde in den letzten Jahren so überstrapaziert, so entkernt, so oft auf Dinge geklebt, die alles sein wollen – nur nicht wirklich nachhaltig. Bio-Wasser in Plastikflaschen. Aktienfonds mit grünem Anstrich. Billigmode mit Recyclinglogo.
Aber was bedeutet „nachhaltig“ denn tatsächlich?
Nachhaltig ist alles, was auch dann noch gut funktioniert, wenn unsere Enkelkinder so alt sind wie wir. Der Satz stammt sinngemäß von Unternehmerin Christiane Underberg, die den Begriff „enkelfähig“ geprägt hat. Dieses Wort passt besser. Weil es Bilder weckt. Weil es Verantwortung fühlbar macht. Weil es die Zukunft ganz persönlich nimmt.
Stell Dir vor: Du baust Möbel aus Holz. Enkelfähig sind die nur, wenn Deine Enkel noch immer gutes Holz finden – weil dafür gesorgt wurde, dass neuer Wald entsteht. Der Begriff „Enkelfähigkeit“ denkt weiter, fühlt mit, rechnet langfristig.
Genau diese Denkweise steckt in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. 2015 von allen UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet, ist sie ein globaler Plan, wie gutes Leben für alle möglich werden kann – überall auf der Welt. Ihr Ziel ist radikal einfach: Keiner wird zurückgelassen. Ob Bildung, Gesundheit, Gleichstellung, Frieden oder Klimaschutz – die 17 Ziele der Agenda umfassen alle Aspekte des Lebens. Sie wollen sicherstellen, dass jeder Mensch versorgt, geschützt und frei leben kann – da, wo er lebt. Und das, ohne die Erde dafür auszubeuten.
Aber: Wo stehen wir damit wirklich?
Status heute
2015, im Jahr der Agenda-2030-Verabschiedung, wurden weltweit etwa 35,4 Milliarden Tonnen CO₂ ausgestoßen. Das war der Ausgangspunkt – und der Wendepunkt, zumindest auf dem Papier. Bis 2030, so fordern es die UN-Klimaziele, müssten diese Emissionen um 43 % sinken, um die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.
Doch passiert ist fast das Gegenteil. 2023 lag der weltweite CO₂-Ausstoß bei 37,8 Milliarden Tonnen – das sind 2,4 Milliarden Tonnen mehr als 2015. Statt minus 43 % bewegen wir uns auf ein Plus von knapp 7 % zu. Und mit jedem weiteren Jahr wird es schwieriger, die Lücke noch zu schließen.
Viele Maßnahmen verlieren sich im Klein-Klein der Bürokratie, andere versanden im globalen Machtgerangel. Und selbst gut gemeinte Initiativen verlieren an Glaubwürdigkeit, wenn CO₂-Zertifikate verkauft werden, die keine reale Basis haben – oder Bäume, die die Kompensation übernehmen sollen, nie gepflanzt wurden.
Was fehlt, ist Verbindlichkeit. Was fehlt, ist ein System, das Wirkung sichtbar macht – und Vertrauen weckt.
Was wir wirklich brauchen
Die Agenda 2030 ist kein Geheimvertrag, der hinter verschlossenen Türen unterschrieben wurde. Sie ist öffentlich, global beschlossen – und dennoch erschreckend unbekannt. Fragt man auf der Straße, was die Abkürzung SDG bedeutet, erntet man meist Schulterzucken. Sie steht für Sustainable Development Goals – jene benannten 17 Nachhaltigkeitsziele, die die Grundlage für eine bessere Welt legen sollen.
17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung
2015 von allen UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet, ist die Agenda 2030 ein globaler Plan, wie gutes Leben für alle möglich werden kann – überall auf der Welt. Ihr Ziel ist radikal einfach: Keiner wird zurückgelassen. Ob Bildung, Gesundheit, Gleichstellung, Frieden oder Klimaschutz – die 17 Ziele der Agenda umfassen alle Aspekte des Lebens. (Quelle: United Nations Information Service, Wien)
Woran es fehlt, ist Bekanntheit.
Diese Ziele gehören nicht in Regierungsdokumente, sondern ins Klassenzimmer – am besten in den Kindergarten. Warum lernen Kinder das Alphabet, aber nicht, wie man gemeinsam auf einem Planeten lebt, ohne ihn zu zerstören? Warum gibt es kein Schulfach „Zukunft“, in dem erklärt wird, was globale Gerechtigkeit bedeutet?
Zum Glück ändert sich etwas. Immer mehr bekannte Persönlichkeiten verleihen dem Thema Gesicht und Stimme: Die frühere RTL-Moderatorin Janine Steeger, heute als Green Janine unterwegs, macht Nachhaltigkeit zum Medienformat. Dr. Eckart von Hirschhausen erklärt mit seiner Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen, wie Klima- und Gesundheitsschutz zusammengehören.
Denn eines ist klar: Nachhaltigkeit ist kein Luxus für Privilegierte. Sie darf kein Trend für Bio-Supermärkte und Wohlstandsblasen bleiben. Wenn sie ernst gemeint ist, muss sie alle erreichen – in jeder Lebensrealität, auf jedem Kontinent.
TRACA – Wenn Verantwortung sichtbar und bekannt wird
Wie aber kann das konkret aussehen – diese neue Form von Nachhaltigkeit, die wirkt, die messbar ist, die Menschen einlädt, mitzuwirken?
Eine Antwort darauf kommt aus dem Ruhrgebiet: TRACA – kurz für Transparency and Climate Action – ist eine digitale Plattform, die Klimaschutz, Bildungsarbeit und CO₂-Ausgleich auf neue Füße stellt. Entwickelt wird sie von der Genossenschaft visibleRuhr eG, einem Netzwerk von Expert:innen für digitale Transformation und Nachhaltigkeit.
„TRACA ist für uns mehr als nur ein Projekt“, erklärt Katja Kohlstedt, Vorständin der visibleRuhr eG. „Für mich ist es die persönliche Antwort auf die Frage, was wir tun können, um zukünftigen Generationen – meinem Sohn und vielleicht auch meinen Enkeln – später einmal mit gutem Gewissen in die Augen schauen zu können. Ich möchte sagen können: Ich war Teil der Lösung – nicht nur Zuschauerin.“
TRACA dokumentiert Umwelt- und Bildungsprojekte mithilfe modernster Technologien – von Satellitendaten über KI bis zur Blockchain. So lässt sich beispielsweise bei Aufforstungsprojekten genau nachvollziehen, welcher Baum wo wächst und gedeiht, wie viel CO₂ er speichert – und ob das Versprechen einer Kompensation wirklich eingehalten wird.
Gleichzeitig begleitet TRACA auch Bildungsinitiativen, etwa in Bangladesch – mit der ersten Modellschule für Klimabildung von Klasse 1 bis 13. Wirkung ist hier kein Slogan, sondern System.
Du kannst mitmachen
TRACA ist kein Konzernprodukt, sondern eine Plattform, die noch wachsen will – ein Startup, das gerade in die Finanzierungsphase geht. Im Juni 2025 startet die Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter (Anm. der Redaktion: Die Verlinkung folgt, sobald die Kampagne freigeschaltet wurde), bei der man schon mit 15 Euro mitmachen kann: Für jede Beteiligung wird ein Baum in Tansania oder Bangladesch gepflanzt – durch Partner wie die Mikoko Development Foundation, die mit Schulen, Gemeinden und Jugendlichen langfristige Klimaprojekte aufbaut.
Mitglieder des Verein Madaripur-Hilfe e.V. aus Werl besuchen zusammen mit Bürgern einer Dorfgemeinschaft in Madaripur, Bangladesch, ein potentielles Grundstück für eine Aufforstung mit lokalen Bäumen, wie Mahagoni, Mango oder Jackfrucht. (Quelle: Madaripur-Hilfe e.V., Werl)
Wer mehr tun möchte, hat weitere Möglichkeiten:
Unternehmen, die an der Entwicklung der Plattform mitwirken wollen, können sich an die visibleRuhr eG wenden.
Privatpersonen, die mit Zukunftswirkung investieren möchten, können dem TRACA.CLUB beitreten. Für 20.000 € (Mezzanine-Kapital) werden sie Teil eines globalen Netzwerks. Hier geht es zu mehr Informationen.
Der Tag ihrer großen Show ist gekommen. Nach über 30 Jahren in der Unterhaltungsbranche wird ihr zu Ehren eine Gala ausgerichtet. Die Entertainerin Maren Kroymann ist begeistert und will die Show, die zur besten Sendezeit läuft, rocken. Sie trifft auf viele bekannte Gesichter und Wegbegleiterinnen, u. a. Katrin Bauerfeind, Denise M’Baye, Meret Becker, Gesine Cukrowski, Hazel Brugger und Annette Frier. Doch schon bei ihrer Ankunft im Studio gibt es die ersten Irritationen und es wird klar, das dieser Abend nicht so rund laufen wird, wie sie sich das gedacht hat.
„Kroymann – Ist die noch gut“ gibt einen tiefen Blick hinter die Kulissen der Film- und Fernsehbranche. Etwas überzogen und mit einem Augenzwinkern – und dennoch bleibt einem das Lachen irgendwie im Halse stecken. Vielleicht liegt es zu dicht an der Wahrheit, denn machen wir uns nichts vor, Altersdiskriminierung ist keine Seltenheit und hatte oft die „Regel“.
Grimme-Preis 2025 für Maren Kroymann
Das fanden wohl auch die Grimme-Juroren im April 2025. So erhielt Maren Kroymann für die Folge 20 den renommierten deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Unterhaltung“, insgesamt ist es ihr vierter Grimme-Preis.
In ihrer Serie „Kroymann“ verkörpert sie unterschiedlichste Frauenrollen und rückt die Absurditäten des Alltags ins helle Scheinwerferlicht. Meist in kurzen Dialogen, in Folge 20 jedoch als durchgehende Story. Maren Kroymann hält unserer Gesellschaft einen Spiegel vor. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger, sprechen die Szenen mit einer guten Prise Humor für sich. Was auf den ersten Blick politisch korrekt wirkt, hält beim genauen Hinsehen nicht lange Stand. Das Abstellgleis ist näher als man denkt, gerade in der Unterhaltungsbranche.
Dieser Dokumentarfilm von Torsten Körner hat es in sich. Er lief bereits 2021 für 37 Wochen in deutschen Kinos und das zu Recht. Seine Botschaft ist eindeutig: Den allseits bekannten, männlich geprägten Blickwinkel auf die Helden der Bonner Republik korrigieren und die Perspektive der damals aktiven Politikerinnen einnehmen. Ohne künstliches Drama oder weitere Kommentare, stehen die Aussagen der Politikerinnen und das Archivmaterial für sich selbst, so dass sich Zuschauende ihre eigene Meinung bilden können.
Mutig und stark mussten sie sein, die Frauen, die sich und etwas auf dem politischen Parkett bewegen wollten. Sie alle kommen zu Wort und lassen uns teilhaben, an ihrer Sicht auf die damalige Zeit: Carola von Braun (FDP), Herta Däubler-Gmelin (SPD), Elisabeth Haines (SPD), Renate Hellwig (CDU), Marie-Elisabeth Klee (CDU), Ingrid Matthäus-Maier (FDP/SPD), Ursula Männle (CSU), Roswitha Verhülsdonk (CDU), Renate Schmidt (SPD), Helga Schuchardt (FDP), Waltraut Schoppe (Die Grünen), Aenne Brauksiepe (CDU), Rita Süssmuth (CDU) und Christa Nickels (Die Grünen).
Die Beschreibung der Autorin Luc-Carolin Ziemann am 12. März 2020 in Vision Kino 2020 fasst es gut zusammen:
„Die Unbeugsamen“ erzählt von mutigen Frauen, die die Politik der Bundesrepublik Deutschland nicht allein den Männern überlassen wollen. Waren es in den Anfangsjahren der Bonner Republik zunächst nur Einzelkämpferinnen, bestanden seit den 1960er Jahren immer mehr Frauen darauf, als Politikerinnen ernstgenommen zu werden. Sie waren konfrontiert mit massiven männlichen Abwehrreaktionen, die von Vorurteilen bis zu offener sexueller Diskriminierung reichten. Die teilweise schockierenden Archivaufnahmen belegen, wie ungeniert viele Männer die Politikerinnen verhöhnten, beleidigten und bedrohten. Der Journalist Torsten Körner hat mit vielen Frauen, die die westdeutsche Politik bis zur Wiedervereinigung entscheidend geprägt haben, gesprochen. Entstanden ist eine emotional bewegende Chronik, die nichts an Aktualität eingebüßt hat: 2020 ist der Frauenanteil im Bundestag erstmals seit langem wieder gesunken. Daher endet der Film nicht von ungefähr mit der deutlichen Warnung: „Frauen, wenn wir heute nichts tun, dann leben wir morgen wie vorgestern.“
Damit ist schon vieles gesagt und dennoch drückt es so wenig aus, warum mich die Intensität des Films so beeindruckt hat und bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.
Einige Zitate aus dem Film
Ich möchte Deine Neugier mit einigen Zitaten wecken und Dich dazu ermutigen, Dir den Film und das Bonusmaterial anzuschauen. Er ist überraschend, erschreckend, unaufgeregt, reflektiert, demütigend, absurd und zeigt den Mut und die Unerschütterlichkeit dieser Pionierinnen.
„Zum Teil ist sie erfüllt, zum anderen Teil nicht. Und wenn die Leute nicht weiterkämpfen, werden sie das, was sie haben, wieder verlieren.“ – Dr. Marie-Elisabeth Lüders, FDP, 1958 auf die Frage, was sie heute über die Verwirklichung ihres großen Anliegens, der Gleichberechtigung der Frau, denke.
„Macht wird als unweiblich angesehen. Ich habe das noch nie verstanden. […] Dass ich Macht will, dass Macht etwas nicht per se Schlechtes ist, sondern nur die Art wie man Macht ausübt, schlecht sein kann, und natürlich dann kritisiert werden muss. Aber wenn ich machtlos bin, dann bin ich ohnmächtig. Und gerade, weil ich eine Frau bin, will ich nicht ohnmächtig sein, sondern ich möchte Macht, das heißt Einfluss haben, um die Dinge, die ich für richtig halte, durchsetzen zu können.“ – Renate Schmidt, SPD
„Man musste auch lernen, das Baggern so abzuwehren, dass der Herr nicht todbeleidigt und ab dann dein Todfeind ist in der Fraktion. […] Das war in allen Fraktionen so, auch bei uns.“ – Carola von Braun-Stützer, FDP, MdB
„Auftreten wie eine Lady und kämpfen wie ein Schlachtross.“ – Aenne Brauksiepe, CDU
„Es war schon so, dass die Kollegen nicht begriffen haben, wie sie mit uns eigentlich umgehen. Für die waren wir so eine Garnitur, so Blümchen, aber nicht unbedingt ernstzunehmende Politikerinnen, die genauso viel zu sagen haben wie sie.“ – Renate Schmidt, SPD
„Als Einzelne wirkt die Frau wie eine Blume im Parlament, aber in der Masse wie Unkraut.“ – Michael Horlacher, CSU
„Ich fing an, in politische Veranstaltungen zu gehen, und merkte plötzlich: Ach, die Leute hören dir ja zu, wenn du ein Argument vorbringst.“ – Carola von Braun-Stützer, FDP, MdB
„Ich bin der Auffassung, dass die Frau auf allen Gebieten ihren eigenen Anteil gibt, und darum auch in der Politik. […] Ich möchte glauben, dass es manche tüchtigen Frauen in unserem Land gibt, die fachlich und sachlich zu dem schweren Gespräch der Männer um die Ordnung, um die Zukunft ihren Teil hinzugeben könnten.“ – Aenne Brauksiepe, CDU – Vorsitzende der Frauen Union 1961
„In diesem Kreis sind auch Sie ein Herr!“ – Konrad Adenauer 1961 zur ersten weiblichen Ministerin Frau Dr. Schwarzhaupt, CDU
„Wissen Sie, es ist eine Frage, die hier auftaucht, wo immer man mitarbeitet. Aber ich persönlich habe doch die ermutigende Erfahrung gemacht, dass man Frauen auch etwas zutrauen kann, denn man mutet uns ja oft sehr viel zu.“ – Dr. Elisabeth Schwarzhaupt, CDU,im Fernsehinterview auf die Frage eines männlichen Journalisten: „[…] ist es nicht überlegenswert, sich zu fragen, ob eine Frau in der Politik eine ganz bestimmte Position einnehmen will, soll oder muss nur deshalb, weil sie eine Frau ist?“
„Zunächst waren die Frauen alle Einzelkämpferinnen, jede war für sich. Und dann, in den 70er Jahren, entdeckte man die anderen Frauen, die in der gleichen Situation waren. Und man hat nicht mehr gegeneinander um den einzigen Frauenplatz konkurriert, sondern man hat sich zusammengetan, um mehr „Frauenplätze“ zu bekommen.“ – Elisabeth Haines, Referatsleiterin im Familienministerium
„Sie müssen noch an sich arbeiten, meine Herren, damit die Würde dieses Hauses nicht ganz auf den Hund kommt. Die Diskussion um den §218 ist neu aufgebrochen. […] Wir bewegen uns in einer Gesellschaft, die Lebensverhältnisse normiert: auf Einheitsmoden, Einheitswohnungen, Einheitsmeinung, auch auf eine Einheitsmoral. Was dazu geführt hat, dass sich Menschen abends hinlegen und vor dem Einschlafen eine Einheitsübung vollführen. Wobei der Mann meist eine fahrlässige Penetration durchführt. Fahrlässig, denn die meisten Männer ergreifen keine Maßnahmen zur Schwangerschaftsverhütung. Wir fordern die Bestrafung bei Vergewaltigung in der Ehe. Wir fordern Sie auf, endlich zur Kenntnis zu nehmen, dass auch die Frauen ein Selbstbestimmungsrecht haben über ihren Körper und ihr Leben. Wir fordern Sie alle auf, den alltäglichen Sexismus hier im Parlament einzustellen.“ – Waltraut Schoppe, Die Grünen, am 05.05.1983 – Rede im Bundestag
„Ich habe sie bewundert, das sage ich ganz offen. Weil ich damals die gleichen Worte im Bundestag wahrscheinlich nicht gewählt hätte, aber ich fand die völlig richtig.“ – Herta Däubler-Gmelin, SPD, zur Rede von Waltraut Schoppe am 05.05.1983 zum §218
„Diese Rede war ein großes Fest für alle Frauen, die fraueninteressiert und frauenbewegt waren. So hat nie, noch nie jemand im Bundestag gesprochen.“ – Elisabeth Haines, SPD, zur Rede von Waltraut Schoppe am 05.05.1983 zum §218
„Die Stimmung, damals bei der Rede von Frau Schoppe, war einfach ekelhaft. Ich meine, so was wie „Hexe“ na gut, das ist nicht besonders schön, aber nicht unter der Gürtellinie. Da kamen aber Dinge, ganz eindeutig sexualisierter Art, die man ihr zurief. So etwas wie „Mit dir will ja sowieso keiner pennen“, also wirklich sehr hässlich. Ich hätte das von Abgeordneten nicht erwartet.“ – Ingrid Matthäus-Maier, SPD
„Das war manches Mal peinlich für die Männer. Man hatte richtig Mitleid mit den Männern, die da so grölen mussten bei bestimmten Passagen, weil sie so in ihrem innersten Sein angegriffen wurden und nicht mehr akzeptiert wurden als natürliche Herrscher in der Welt.“‘ – Elisabeth Haines, SPD
„[…] Und als das passiert ist, mit dem Lachen und auch mit den Aggressionen, da habe ich gedacht, jetzt gerade, hier muss noch viel Basisarbeit geleistet werden. Und das haben wir uns vorgenommen als Frauen.“ – Waltraut Schoppe, Die Grünen, im Gespräch mit der Journalistin Inge von Bönninghausen
„Frauen, ich meine das parteiübergreifend mit allen Frauen zusammen, dass sie z. B. auch gerade in der Nachrüstungsdebatte, doch viel intensiver auf die echten Probleme eingegangen sind als alle Männer da drin.“ – Petra Kelly, Die Grünen
„Solange uns Männer regieren, die Raketen vom Kopf tragen wie andere das Brett vor dem Kopf, wird es hier nicht besser werden und wir brauchen keine neuen Raketen. Wir brauchen neue Männer in diesem Land.“ – Waltraut Schoppe, Die Grünen
„Wenn sie aktiv und entscheidungsfreudig sind, wenn sie was wollen und das durchsetzen und sagen: „Jetzt krieg ich die Mehrheiten …“. Ich bin sicher, bei einem Mann wäre gesagt worden: „Der ist aber entscheidungsstark.“ „Der hat Ideen und Visionen, die will der umsetzen.“ Dies ist aber eine Erfahrung, die ich über all die Jahre gesammelt habe, wenn Frauen sagen: „Ich will das so und dafür kämpfe ich“, wird das eher kritisch gesehen, auch beim Zuschauer, als wenn Männer das machen. Da heißt das „entscheidungsstark“ und nicht „autoritär“.“ – Ingrid Matthäus-Maier, SPD
„Sie und Helmut Kohl, das war ja nun … Irgendwann wurde das ein ganz bekanntes Gegnerpaar. Er war stinksauer, dass sie so anders war, als er dachte, dass sie sein wird. Und sie war ziemlich fassungslos über die Machoallüren, die man nicht nur bei Kohl sondern in diesem Umfeld einfach erlebte.“ – Renate Faerber-Husemann, Journalistin, über Fr. Dr. Rita Süssmuth, CDU, Gesundheitsministerin
„Es muss geschmeidig wirken, aber hart erkämpft werden. Das habe ich auch gelernt. Ich weiß, dass dieses Wort „kämpfen“ unter Frauen und schon gar nicht in der Mann-Frau-Relation das richtige Wort ist, aber es ist die richtige Tat.“ – Prof. Rita Süssmuth, CDU
Fazit:
„1908 durften die Frauen nicht mal auf politische Veranstaltungen, sie durften keine politischen Vereine besuchen. 1918 haben sie erstmals das Wahlrecht bekommen. dann haben sie es wieder entzogen gekriegt. Standen ihre Frau während des Krieges, ließen sich dann aber wieder zurückdrängen an den Herd, machten Platz frei für diejenigen, die aus dem Krieg zurückgekommen sind. Es braucht halt alles einfach seine Zeit, weil es halt ein Kampf, ein Machtkampf ist. Jede Position, die heute von einer Frau eingenommen wird, wird nicht mehr von einem Mann eingenommen. Die haben natürlich etwas zu verlieren. Um es deutlich zu machen, dass man nichts verliert, sondern dass es vielleicht besser ist, wenn beide gemeinsam was tun, dieses Bewusstsein, dass das sich in den Köpfen wiederfindet, das ist schwer einzupflanzen. Aber vielleicht schaffen wir es in den nächsten 25 Jahren. Ich glaub schon.“ – Ursula Männle, CSU
Ein Stück Zeitgeschichte, das von innen heraus betrachtet deutlich anders aussieht als bisher angenommen. Ich bin dankbar für diesen Film und möchte mit der Botschaft des Films enden, wie es der Regisseur Torsten Körner dargelegt hat: „Der Film stellt starke Frauen, starke Erzählerinnen in den Mittelpunkt. Starke Frauen erzählen ihre Lebensgeschichte – das ist die Botschaft.“
Hier findest Du den Film:
Der Film:
Aktuell ist das Streaming kostenpflichtig verfügbar bei Netflix, Youtube, Apple TV, Google Play Film, Amazon Prime.
Es war ein sonniger Tag und ich freute mich, das Haus endlich wieder ohne dicke Winterjacke, dafür in schöner sommerlicher Kleidung verlassen zu können. Ein heller Leinen-Einteiler und ein leichter blauer Blazer waren das Outfit meiner Wahl für diesen Tag. Es war der 23. Mai 2024, als mir mein Papa eine Nachricht schrieb, die für immer meinen Blick auf Kaffee und die Reise, die er zurücklegt, um in unseren Supermärkten, Büros und Lieblingscafés zu landen, verändern würde.
An diesem sonnigen Donnerstag war ich dabei, mich auf ein Frauennetzwerktreffen vorzubereiten. Als leidenschaftliche Erfinderin und Unternehmerin war ich zu dem Zeitpunkt sehr intensiv auf Vorträgen, Veranstaltungen und Netzwerktreffen unterwegs. Während mir also die Themen „Finanzielle Unabhängigkeit von Frauen“, „Frauen in der Wirtschaft“ und „Frauen und Innovation“ durch den Kopf schwirren, öffnete ich den Link, den mir mein Papa soeben geschickt hatte.
„Die Kaffee-Revolution ist weiblich! Kaffee, fair von Frauen produziert. Du repräsentierst ‘Angelique’s Finest – Strong Women. Strong Coffee.’ und bist das Sprachrohr der Produzentinnen aus Ruanda und Uganda in Deutschland. Zusammenarbeit mit einem interkulturellen Team auf zwei Kontinenten: Du arbeitest mit und für 2.000 hoch motivierte Kleinbäuerinnen daran, fair produzierten Kaffee in Deutschland zu vermarkten.“
Diese Sätze stachen mir sofort ins Auge. Es waren die Sätze aus einer Stellenausschreibung der Kaffee-Kooperative, die auf der Suche nach einer Geschäftsführerin war.
„Die Kaffee-Revolution ist weiblich!“ Eine weibliche Revolution? Was genau wird denn im Kaffee revolutioniert und was muss eigentlich revolutioniert werden? Diese und viele weitere Fragen brachten bei mir eine tiefgreifende Recherche ins Rollen.
Was ich herausfand, hat mich nicht mehr losgelassen.
Frauen in der Kaffeeindustrie – die ungeschminkte Wahrheit
Die Kaffeeindustrie ist eine der ältesten und größten Branchen der Welt. Jeden Tag werden weltweit über zwei Milliarden Tassen Kaffee getrunken. Doch was kaum jemand weiß: Weniger als 5% davon stammen aus fairem Handel. 70% der Arbeit auf den Kaffeeplantagen wird von Frauen verrichtet – und trotzdem landen weniger als 10% des Einkommens aus dem Kaffeehandel in ihren Händen. Frauen pflanzen die Kaffeepflanzen, pflegen sie, ernten die Bohnen und sortieren sie mit größter Sorgfalt. Aber wenn es um die Verhandlungen, den Verkauf und die Gewinne geht, stehen sie noch viel zu oft im Schatten.
Die Kaffee-Kooperative: So geht Welt verändern!
Angelique’s Finest macht es anders. Hier gehören die Frauen nicht nur zum Prozess – sie bestimmen ihn. Sie sind nicht nur Bäuerinnen, sondern selbstbestimmte Unternehmerinnen. Ihnen gehört der Kaffee. Ihnen gehört die Marke. Und damit gehört ihnen auch die Zukunft.
Die Kaffee-Kooperative ermöglicht es den Bäuerinnen, ihren Kaffee unter ihrer eigenen Marke zu verkaufen – direkt, ohne Zwischenhändler, ohne ausbeuterische Preise. Dadurch verdienen sie ein Vielfaches dessen, was sie auf dem herkömmlichen Markt bekommen würden. Und das bedeutet: finanzielle Unabhängigkeit, eigene Entscheidungen, Investitionen in Bildung, ihre Gemeinden, Gesundheit und Zukunftsperspektiven.
Ich erinnere mich noch genau an die ersten Geschichten, die ich über die Frauen aus Ruanda erfahren habe. Dative ist eine von ihnen und erzählte von ihrem Traum, ihren eigenen kleinen Kiosk zu eröffnen. Vor Angelique’s Finest war das undenkbar – heute hat sie sich von ihrem Ersparten nicht nur den Traum ihres eigenen Kiosks erfüllt, sondern hat zusätzlich ihre Plantage mit neuen Kaffeebäumen erweitert und eine eigene Schneiderei in ihrer Nachbarschaft eröffnet. Eine andere Frau, Rosette, erzählt: „Früher war Kaffee nur harte Arbeit. Heute ist Kaffee meine Zukunft.“
Das ist es, was mich antreibt. Was ich mir wünsche? Folgendes Bewusstsein: Wir trinken nicht nur Kaffee – wir treffen mit jeder Tasse eine Entscheidung. Unterstützen wir ein System, in dem die Arbeit von Frauen unsichtbar bleibt? Oder geben wir ihnen die Sichtbarkeit und die Kontrolle zurück?
Seit jenem sonnigen Tag im Mai hat sich mein Leben verändert. Ich habe mich der Mission von Angelique’s Finest verschrieben – nicht nur, weil der Kaffee unverschämt gut schmeckt, sondern weil jede Tasse ein Statement ist. Ein Statement für fairen Handel, für weibliche Selbstbestimmung, für eine gerechtere Zukunft. Und weil jede Tasse im Leben der Bäuerinnen einen echten Unterschied macht.
Und Du? Wenn Du das nächste Mal eine Tasse Kaffee in der Hand hältst – überleg Dir, woher er kommt und wessen Leben Du damit beeinflusst. Vielleicht ist es an der Zeit für eine Revolution – eine, die mit Deinem nächsten Schluck beginnt.
Die Autorin: Maura Oerding
Sie ist Erfinderin, Unternehmerin und seit September 2024 die Geschäftsführerin der Kaffee-Kooperative. Maura Oerding ist mit der Mission unterwegs, die Welt mit fairem, nachhaltigem Kaffee ein ,,Schlückchen besser zu machen“. Gemeinsam mit den beiden Co-Gründern Allan und Xaver leitet Maura die Geschäfte der Kaffee-Kooperative. Sie wollen die gesamte Ernte des Kaffees, der von den Partnerkooperativen in Ruanda produziert wird, als Endprodukt Angelique’s Finest verkaufen. Dadurch werden die Bäuerinnen und Bauern unabhängig von schwankenden Weltmarktpreisen! Für das Engagement wurden sie 2024 mit dem Fairtrade Award in der Kategorie Climate Hero Society ausgezeichnet (zusammen mit den FairActivists und der Abizerwa Women’s Association) und haben den Internationalen Deutschen Nachhaltigkeitspreis gemeinsam mit ihrem ruandischen Partnerunternehmen Rwashoscco gewonnen.
Bereits 2018 wurde die Kaffee-Kooperative auf dem 2. Platz des Fairtrade Awards ausgezeichnet (in der Kategorie ‘Handel’ hinter ALDI und vor der Deutschen Bahn Gastro) und war zusammen mit der Partnerrösterei in Ruanda für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. Darüber hinaus haben sie mit Angelique’s Finest Strong Women. Strong Coffee. eine zweite, eigenständige Kaffeemarke etabliert und damit den ersten komplett von Frauen in Eigenverantwortung produzierten Kaffee im deutschen Markt etabliert.
Kontaktdaten:
Maura Oerding Kaffeekoop GmbH Rollbergstr. 28a 12053 Berlin