Ja, ich gestehe, auch ich gehöre zu den 46% der Frauen in Deutschland, deren Körper wissenschaftlich als überwichtig und adipös bezeichnet wird. Ich habe Übergewicht, bin mehrgewichtig oder böse ausgedrückt fettleibig.
Mir wurde das Übergewicht nicht in die Wiege gelegt, mir wurde es angefüttert – von Eltern, die zur Kriegsgeneration gehörten und Hunger erfahren mussten. Ihrem Kind, mir, sollte es besser gehen. So wurde ich ab dem Säuglingsalter mit ausreichend und hochwertiger Nahrung versorgt, „damit es ein Prachtkind wird“ wie die Werbung damals lautstark verkündete.
Fettie, Dickerchen, Moppel, Fettarsch und schlimmere Schimpfworte haben mich in meiner Jugend verfolgt. Diese Bezeichnungen haben mich getroffen, haben weh getan. Sie haben dazu geführt, dass ich den Teufelskreis nicht unterbrechen konnte und mir weiter einen Fettpanzer angefressen habe, der mein Inneres vor den bösen Kommentaren schützen sollte. Nach außen war ich selbstbewusst – wie es innen aussah ging niemanden etwas an.
Meine Geschichte – Mobbing und Fatshaming
An meinem ersten Arbeitstag wog ich 80 kg und trug Größe 46 – das werde ich nie vergessen. Mein erster Chef sagte zu mir: „Frau Hüttemann, sie sind phlegmatisch, das sieht man an ihrem Körper“.
Heute könnte man gegen diese pure Diskriminierung und die Menschen vorgehen. Vor 36 Jahren habe ich es hingenommen und meine Wut und Scham mit Süßigkeiten betäubt. Nach 15 Jahren in diesem Unternehmen wog ich 148 kg und trug Kleidergröße 58. Es hat Jahre gedauert und viel Verständnis meines privaten Umfeldes gebraucht, bis ich gelernt habe, mich so zu akzeptieren, wie ich nun mal gefüttert wurde – übergewichtig, mehrgewichtig, adipös.
Der Spruch meines besten Freundes „Wer Dich dick nicht mag, hat Dich dünn nicht verdient“ hat mir geholfen, mit mir ins Reine zu kommen. Inzwischen liebe ich mich so, wie ich bin. Keine Diäten mehr – die bringen per Jojo-Effekt nur noch mehr Kilos auf die Hüften und als Zahl auf die Waage. Ich habe gelernt, mit meinen Hungerattacken umzugehen, mich ausgewogen zu ernähren und mit meinem geliebten Zweirad „Hexenbesen“ durch die Landschaft zu düsen. Bewegung mit dem Fahrrad (ja, es ist ein E-Bike) fordert mich genug, um nicht zuzunehmen und die Bewegung hilft mir, beweglich zu bleiben. Meine langjährige Ärztin ist mit meinen „inneren“ Werten zufrieden, die sind nämlich absolut im grünen Bereich. Solange das so bleibt, lebe ich glücklich mit inzwischen „nur noch“ 125 kg und liebe mein Leben.
Plädoyer für die Vielfalt der Körper
Die ZDF-Dokumentation 37° „Glück kennt kein Gewicht“ beschäftigt sich mit genau diesen Themen. Sie stellt Nicole und Sebastian vor, die mehrgewichtig sind und Frieden mit ihren Körpern schießen wollen. Der Film ist ein Plädoyer gegen Bodyshaming, Ausgrenzung und Diskriminierung von mehrgewichtigen Menschen und für die bereichernde Vielfalt der Körperformen.
Nicole wird auf ihren Körper reduziert und im Beruf nicht als Frau, sondern nur als übergewichtige Person wahrgenommen. Sie fühlt sich ausgelacht, beleidigt und ungehört.
Erst mit Hilfe einer Coachin lernt sie, sich in ihrem Körper wohlzufühlen. Am Ende bringt sie den Mut auf, sich und ihren nackten Körper in der Kunstschule als Aktmodell zu präsentieren.
Sebastian war mit seiner Körpergröße von 2,10 m immer schon übergewichtig. Essen und Gewicht waren in seiner Familie, die einen Bauernhof bewirtschaftet, nie ein Thema. Als die Personenwaage sein Gewicht nicht mehr anzeigen kann und die Viehwaage 275 kg anzeigt, zieht er die Reißleine. Mit Hilfe eines Ernährungsberaters stellt er sein Essen um und beginnt, sich sportlich zu betätigen. Er stellt sich dem „Zuviel“ an Haut, das sich mit der Gewichtsreduzierung einstellt, stellt sich damit künstlerisch als Bild auf Leinwand mit Pinsel und Farbe dar. Er geht offen mit seinem Körpergewicht um und war nie ein Opfer von Anfeindungen und Spott.
Die Dokumentation „Glück kennt kein Gewicht“ zeigt auf, dass Frauen viel häufiger als Männer wegen ihres Gewichts gemobbt werden. Sie macht auch deutlich, wie wichtig es ist, mehr echte und authentische Fotos zu zeigen und in den Medien darzustellen.
Denn jeder Körper ist einzigartig und schön wie er ist.
Mich hat diese Dokumentation angeregt, meine Geschichte zu erzählen. Sie passt perfekt zu den Inhalten, die das ZDF zeigt. Ich will damit allen Menschen Mut machen, sich so anzunehmen, wie sie sind:
Denn wer Dich dick nicht mag, hat Dich dünn nicht verdient.
Danke fürs Lesen!
Iris Hüttemann
Die ZDF-Doku „Glück kennt kein Gewicht“ ist noch bis 01.08.2028 als Video in der ZDF-Mediathek verfügbar und ist eine unbedingte Seh-Empfehlung, auch wenn Du nicht zu den Mehrgewichtigen gehörst.
Am Montagabend blieb ich vor dem Fernseher beim NDR Ratgeber hängen: Die Tricks mit gesunder Ernährung. Es ging um die Ernährung und die freiwilligen Angaben zum Nutri-Score. Ich habe gelernt, dass Tiefkühl-Pommes und Bonbons „gesünder“ als Hummus und Lachs sind. Die Bewertung nach dem Gesamt-Energiegehalt führt zu Verwirrung. Statt den Verbraucher zu unterstützen, wird die Definition im Rahmen der Bedingungen schön gerechnet. Die Position des Lebensmittelverbands Deutschland ist klar. Wer sich gesund ernähren möchte, soll in die Nährwerttabelle schauen, also quasi das Kleingedruckte lesen.
Im Beitrag wird deutlich: wenn man das macht, sind die Angaben dort ebenfalls „aufgehübscht“. Die Basis der empfohlenen Tagesdosis bezieht sich beispielsweise auf den Richtwert der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Pro erwachsener Person sind das 90 g Zucker. Dazu zählt etwa zur Hälfte der harmlosere Zucker aus Kohlenhydraten, Milch und Obst. Vom reinen Industriezucker sollte man viel weniger essen, aber das wird in den Nährwertangaben gern verschwiegen. Die Weltgesundheitsorganisation gibt die Tagesdosis mit max. 50 g Zucker pro Person an, die Empfehlung lautet sogar nur 25 g zu sich zu nehmen. Auf Rückfrage zur Empfehlung der WHO verweist der Lebensmittelverband auf die gesetzlichen Vorgaben. Der Mensch muss demnach alles selbst im Blick haben, um eine korrekte Bewertung des Lebensmittels vornehmen zu können …
Werbeversprechen und Assoziationen
Im Beitrag geht es um dubiose Versprechen der Nahrungsergänzungsmittel sowie durch Namen und Designs assoziierte Wellnessgefühle. Spannend ist auch der Vergleich der Werbung aus den 80-ern mit dem aktuellen Status. Dabei ist deutlich festzustellen, dass Worte zwingend auf die Goldwaage gelegt werden müssen.
Die Ernährungsmedizinerin Constanze Lohse sagt klar, dass dem Käufer durch Begriffe wie Wellness-Wasser vorgegaukelt wird, dass er seinem Köper etwas Gutes tut. Doch der ungesunde Fructose-Sirup wird künstlich aus Mais hergestellt und ist ein günstiges Produkt für die Lebensmittelhersteller. Halten wir also fest, wenn etwas sehr wellnessartig, gesund und gut klingt, lohnt es sich auf die Nährwerttabelle zu schauen und die Empfehlung der WHO hinsichtlich der Zuckerempfehlung im Kopf zu haben. Denn ein erhöhter Zuckerkonsum ist für viele Zivilisationskrankheiten mitverantwortlich.
Gefährliche Versprechen in Social-Media-Kanälen
Superfood, das gegen Krebs hilft, Pflanzenextrakte und Vitamine als Heilmittel – die Versprechen in den sozialen Medien sind vielfältig. Prof. Jutta Hübner vom Universitätsklinikum Jena hält Ansätze aus der Naturheilpraxis für nicht verkehrt, aber die angepriesenen Wundermittel sind für sie Scharlatanerie. Die Hersteller wissen, dass sie dem Menschen Schaden zufügen, nur um finanzielle Gewinne zu erzielen. Sie macht klar, dass ein vorhandener Mangel durch die selbstständige Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel die notwendigen medizinischen Therapien boykottieren können. Wissenschaftliche Studien, die häufig in den Anpreisungen benannt werden, werden losgelöst von den körperlichen Zusammenhängen durchgeführt. Damit ist die Aussagekraft tatsächlich gleich Null, aber mit dem Begriff „wissenschaftliche Studie“ ist es viel einfacher, dem Verbraucher das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Nahrungsergänzungsmittel kann jeder herstellen
Besonders erschreckend sind die Beispiele zu den Nahrungsergänzungsmitteln. Der Beitrag zeigt, wie ein Mittel während der Aufnahmen zusammengemischt und in ein schönes, lebensfrohes Design verpackt wird.
Der Name des Mittels braucht dann nur online angemeldet zu werden – und zack, schon kann es verkauft werden. Was drin ist – völlig egal. Ob es hilft oder die Kombination im Körper überhaupt funktionieren kann – egal. Ob das Mittel eine Wechselwirkung mit den verschreibungspflichtigen Medikamenten hervorruft, Therapien dadurch nicht anschlagen und ggf. sogar ein schnelleres Tumorwachstum hervorgerufen wird – auch egal. Jetzt nur noch eine coole Werbekampagne und eine „wissenschaftliche Studie“, schon können die Geldmittel eingesammelt werden. Die Behörden prüfen das anmeldete Mittel vielleicht irgendwann, vielleicht auch nicht.
Fazit
Der Beitrag macht deutlich, dass sich jeder Verbraucher selbst mit dem Thema Ernährung befassen und das Kleingedruckte lesen muss, um für sich einen wirklich gesunden Weg zu finden. Mein Learning: Nichts glauben, selbst informieren und ggf. mit dem Hausarzt Rücksprache nehmen. Denn nur wer durchblickt, hat den Wissensvorsprung, seinen Körper mit guten Nahrungsmitteln zu versorgen.
Die Redaktion fand den Beitrag so spannend, dass er ihn Dir nicht vorenthalten wollte. Gönn Dir die 45 Minuten, um Dich und Dein Wissen um die Ernährung zu erweitern. Das ist gut für Deine Gesundheit.
Der Einkauf in einem Hofladen ist eine völlig andere Erfahrung als der gewohnte Einkauf in einem Supermarkt. Wer es mal ausprobiert, wird feststellen, dass das Kauferlebnis mit dem Besuch früherer Tante-Emma-Läden vergleichbar ist. Oftmals kommt man vor Ort sofort ins Gespräch, lässt sich bei der Auswahl beraten oder bekommt Tipps für die Zubereitung. Der nahrungstechnische Mehrwert liegt darin, dass die Produkte auf dem Bauernhof produziert oder aus der jeweiligen Region frisch zugeliefert werden. Die räumliche Nähe sorgt für feld-frische Ware und schont gleichzeitig die Umwelt.
Das Flair der Bauernhöfe, die Umgebung, die Innenausstattung der Hofläden sowie die Produkte selbst machen den Unterschied zum herkömmlichen Supermarkt-Einkauf. Geschmacklich sind Kartoffeln, Gemüse, Fleisch oder Eier viel intensiver und der Besuch des Hofladens fühlt sich irgendwie persönlicher an. Sei es der Größe oder der persönlichen Ansprache geschuldet, dieser Einkauf ist eine bewusste Verbindung zur Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln.
Wer sich gesund und bewusst ernähren möchte und dabei die heimische Landwirtschaft unterstützen will, kommt hier genauso auf seine Kosten, wie diejenigen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen. Denn, auch wenn nicht alle Produkte von dem jeweiligen Bauernhof stammen, so werden sie in der Regel unmittelbar aus der Region angeliefert. Es entstehen wesentlich weniger CO2-Emissionen als bei den Lebensmitteltransporten per Schiff oder Flugzeug oft um die halbe Welt für die Supermärkte.
Zudem lassen sich viele Produkte unverpackt einkaufen. Einige Hofläden verkaufen alte, heimische Obst- und Gemüsesorten, die nur in kleinen Mengen produziert werden und daher im Supermarkt nicht mehr zu finden sind.
Doch dieser erlebnisorientierte Hofladeneinkauf scheint nicht in jeder Region ganz einfach zu sein, obwohl laut hofladen.info rund 1.252 Hofläden in Deutschland existieren. Gibt man bei https://hofladen.info/ beispielsweise als Region Dortmund ein, taucht nur ein Hofladen direkt in Dortmund im Umkreis von 25 km auf. Im https://www.hofladen-portal.de/ dagegen erscheinen lediglich Hofläden in Schwerte und Hagen, aber kein einziger aus Dortmund.
Dieses scheint ein digitales Problem zu sein. Vermutlich strebt nicht jeder Landwirt die Vermarktung seiner Produkte über Website und Portale an, denn auch das kostet Zeit, die er vielleicht lieber in die Qualität seiner Waren investiert. Daher lohnt sich häufig das Gespräch mit Ortskundigen oder die aufmerksame Suche nach kleinen Hinweisschildern am Straßenrand.
Herausforderung: Hofläden in Dortmund und Umgebung finden und sie mit dem Fahrrad anfahren
Aufgrund der Suchergebnisse der überregionalen Hofläden-Portale könnte man schnell zu dem Schluss kommen, Dortmund ist eben kein guter Standort für einen Hofladen.
Aber so leicht aufgeben? – Nein! Also starte ich eine neue Suchanfrage.
Diesmal allgemeiner gehalten und außerhalb der Hofladenportale – mit den Stichwörtern „Hofladen, Dortmund, Produkte aus der Region, bewusster ernähren“. Sogleich sieht das Ergebnis ganz anders aus: mehr als 15 Hofläden tauchen in Dortmund und der Umgebung auf.
Recherchiert man die Adressen im Detail lässt sich daraus eine Radtour über ca. 50 km rund um Dortmund kreieren. Nachfolgend die von ausgewählten Dortmunder Hofläden:
Startpunkt und Endpunkt: Hof Prein, Brücherhofstrasse 144, 44267 Dortmund, Homepage Produkte: Eier, kein echter Hofladen aber ein Verkaufsautomat
Hofladen Steffenhof, Am Steffenhof 10, 44269 Dortmund, Internetauftritt auf Facebook Produkte: Eier, Wurstwaren, Fruchtaufstriche aus eigener Herstellung sowie saisonal unbehandelter Grünspargel aus eigenem Anbau
Hofladen Sprave, Husener Str. 131 44319 Dortmund, Internet Produkte: Eier und Geflügel vom eigenen Hof sowie Obst, Gemüse und saisonabhängig Kartoffeln von Bauern aus der Region. Mittwoch und Freitag frisches Biolandbrot
Hof Lüning, Am Burghag 51, 44329 Dortmund, Homepage Produkte: u. a. Wurst, Eier aus Bodenhaltung, Fleischkaninchen
Hof Mertin, Bönninghauser Str. 5, 44329 Dortmund, Homepage Produkte: Erdbeeren, Himbeeren, Äpfel, Pflaumen, Mais und Buschbohnen sowie Marmeladen und mehr
Hof Kuse, Baukamp 68, 44329 Dortmund, Internet Produkte: Eier, saisonal Gänse sowie Kartoffeln und Honig
Schultenhof, Stockumer Str. 109, 44225 Dortmund, Homepage Produkte: Kartoffeln, Gemüse, Bio-Eier, Wurst, Käse, hausgemachte Biowürstchen und Steaks sowie Kuchen und Heiß- und Kaltgetränke
Dann heißt es nur noch, für die entsprechende Transportmöglichkeiten zu sorgen und los geht’s mit dem Fahrrad: In ein Einkaufserlebnis der bewussten und nachhaltigen Art.
Euer Jan Untiedt
PS: Für mich war es das. Wie siehst Du das? Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich freue mich über einen Kommentar von Dir.
Stress – Jeder kennt ihn, jeder hat ihn. Ich bin total im Stress! Es scheint modern zu sein, ein gestresstes Leben zu führen. Doch was ist Stress eigentlich? Sind wir selbst durch unsere Lebensweise für den Stress verantwortlich? Und weshalb sollten wir Stress ganzheitlich betrachten?
Stressfrei leben – mein Selbstexperiment
Da stand ich nun. In Gummistiefeln, mitten im Marschland, um mich herum die leuchtend grünen Salzwiesen und eine unendliche Weite. Nur ein paar Kilometer entfernt der Deich mit den Schafen, dahinter die Nordsee.
Meine Wohnung hatte ich aufgelöst, den gesamten Hausrat abgegeben, 20 Kartons mit Dingen, die ich glaubte, noch zu brauchen, in einen Lagerraum eingelagert. Das Wichtigstes wurde in einen Van gepackt, unter dem Schlafplatz anstatt Werkzeug und Reservekanister eine große Kiste gefüllt mit Schuhen – Frau muss ja schließlich Prioritäten setzen.
Die Idee, den Minimalismus als Lebensexperiment zu praktizieren, war schon länger in meinem Kopf. Was brauche ich zum Glücklichsein? Was braucht mein Körper, um gesund zu sein? Was bringt mich in die innere Ruhe? „Mama, mach’s jetzt!“, meinten meine drei Jungs. Mein Herz sagte „Ja“, ein Van musste her!
Und dann? Wohin? Das wusste ich damals auch noch nicht so genau. Der Norden musste es sein. Seit meiner Kindheit hatte ich die Nordsee kennen und lieben gelernt. Ein Traum, den ich mir jetzt erfüllen wollte. Und hier stand ich nun mitten in der Natur und schrieb an meinem Buch MACH DICH STRESSFREI. „Die meisten Menschen bleiben hilflos und krank, weil sie nicht wissen, wie sie sich selbst helfen können.“ So der erste Satz im Buch, in dem ich Wissen und Erfahrung zu ganzheitlichem Gesundsein mit praxiserprobten, machbaren und wissenschaftlich fundierten Methoden niedergeschrieben habe.
Was ist eigentlich Stress?
Wir fühlen uns gestresst. Wir hören ständig von Stress im Zusammenhang mit der Arbeit, in der Familie, in Beziehungen oder im Sport. „Ich bin total im Stress!“ Es scheint modern zu sein, ein gestresstes Leben zu führen. Wir haben berufliche und private Verpflichtungen, hetzen geschäftig von einem Termin zum anderen und sind permanent angespannt. Das nimmt unsere Aufmerksamkeit in Anspruch und raubt uns zusätzlich Energie. Für die Selbstfürsorge von Körper und Geist ist weder Zeit noch Kraft vorhanden. Und für die Seele schon mal gar nicht.
Doch Stress entsteht nicht nur durch unser äußeres Umfeld und Herausforderungen, die das Leben uns stellt. Wenn wir ihn fühlen, befindet sich bereits unser ganzer Körper im Stress.
Es beginnt im Inneren, in unseren Zellen. Man unterscheidet zwischen drei unterschiedlichen Arten von Stress, welche den Körper negativ beeinflussen: Emotionaler Stress, wie z. B. psychische Belastungen oder Traumata. Laut offiziellen Studien sind die meisten Menschen 70% ihrer Zeit emotional gestresst. Dann gibt es den physischen Stress, hervorgerufen durch körperliche Belastungen. Und den chemischen Stress, welcher in unseren Zellen durch Toxine z. B. in Nahrungsmitteln, Kosmetik und Produkten oder auch in der Umwelt wie z. B. im Wasser und der Luft befinden.
Stress ist demnach viel mehr als innere Unruhe oder Nervosität, und nicht immer die Ursache oder Folge einer Erkrankung. Wo liegt der Ursprung und was sind potenzielle Stressursachen?
Die Antworten auf diese Fragen findest du in Dir selbst: in Deinem Körper. Denn Dein Körper zeigt Dir genau, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Um gesund zu sein, sollten wir Körper, Geist und Seele gleichermaßen stärken. Dafür müssen wir die Verbindung zwischen Gesundheit, Denken und Gewohnheiten erkennen. Das erste, was es dafür braucht, ist Wissen, und das zweite ist, dieses Wissen selbstwirksam anzuwenden.
Frauen gehen anders mit Stress um
Die häufigsten stressbedingten Krankheitssymptome sind Schlafstörungen, Verdauungsprobleme, chronische Rückenschmerzen, Beziehungsprobleme, sexuelle Funktionsstörungen bis hin zu Burnout und Depressionen. Männer fühlen sich durch Konkurrenzkampf, mangelnde Anerkennung oder das Gefühl, etwas nicht unter Kontrolle zu haben, gestresst. Die Ursachen für Stress bei Frauen sind vor allem die Mehrfachbelastung von Beruf, Kindererziehung und Haushalt. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erleiden 5,2 Prozent aller Frauen ein Burnout, bei Männern sind es lediglich 3,3 Prozent. Doch die Zahlen täuschen, denn Frauen sprechen häufiger über ihre Überforderungssituation und suchen früher professionelle Hilfe, entsprechend erhöht das die Statistik psychischer Erkrankungen.
Ursachen von Stress
Doch egal, ob Mann oder Frau: Ein gesunder Lebensstil versinkt leicht in der Bedeutungslosigkeit zwischen To-Go-Ernährung, Maus-Klicks und zu vielen nicht dienlichen Gewohnheiten. Wir konsumieren, was uns Industrie und Medien vorsetzen. Aufreißen, reinbeißen und wegschmeißen. Oder per Klick: Anstellen, anschauen und (den Geist) abstellen. Die Menschen leiden nicht an Mangel, sondern an Überfluss. Überfluss in einer durchkonsumierten, high-speed gesteuerten Welt, Überfluss an materiellen Dingen, Überfluss an Seelenmüll, der durch geistlosen Medieninput unsere Seele verkümmern lässt. Überfluss an Angst, welche die Menschen zu angstgetriebenen Handlungen verleitet. Eine Art Wohlstandsverwahrlosung, geprägt von short-wins, Kurzlebigkeit und scheinbarem Glück, dessen unvermeidliche und eindeutige Folge körperliche und seelische Krankheit ist. Die Hauptursache: Stress.
Alles, was wir täglich denken, fühlen und tun, wirkt sich langfristig auf unsere Gesundheit aus – im Guten wie im Schlechten. Ganz offensichtlich hilft der Überfluss an Therapien und Medikamenten dagegen nicht. Wäre es nicht sinnvoller, den wirklichen Mangel zu erkennen? Wenn der jetzige Zustand uns krank macht, dann können wir diesen durch eine bewusste Veränderung unserer Gedanken, Emotionen und unserer Persönlichkeit hinter uns lassen.
Detox für Körper und Geist: Damit kannst du sofort beginnen!
Was sich Körper und Geist wünschen, ist gar nicht so kompliziert! Gesundsein und stressfrei zu leben darf Spaß machen! Wenn man die Basics kennt, ist das ganz einfach. Hier sind drei simple und effektive Methoden, die Du sofort in Deinen Alltag integrieren kannst:
Handy Detox
Schalte Dein Smartphone regelmäßig aus. Das kann erst mal nur eine Stunde in der Woche, dann eine Stunde täglich bis hin zu einem Tag oder einer ganzen Woche sein, wenn du zum Beispiel im Urlaub bist. Oder Du gehst den umgekehrten Weg, indem Du Dein Handy nur morgens, mittags und abends für einen bestimmen Zeitraum nutzt, den Du dann immer weiter reduzierst. Das Leben geht trotzdem weiter, auch wenn Du glaubst, durch das ruhende Smartphone komplett von der Welt abgeschnitten zu sein.
Gedanken Detox:
Gerade wenn wir von nichts mehr abgelenkt werden, nehmen wir die Gedanken im Kopf besonders wahr. Das ist meistens der Moment, an dem wir uns zum Schlafen legen. Plötzlich ist Ruhe um einen herum und im Kopf beginnt es zu arbeiten. Um diese Gedanken aus dem Kopf zu bringen, kannst du sie aufschreiben. So wie sie im Kopf herumschwirren, keine grammatikalisch korrekten Sätze, einfach Worte ohne Zusammenhang. Was zählt, ist, dass es aus dem Kopf herauskommt. Du fühlst Dich danach viel ruhiger. Ist der Kopf wieder frei, entsteht Raum für innere Ruhe und einen gesunden Schlaf.
Sekundenmeditation:
Halte inne und schließe die Augen. Atme einmal tief ein und aus. Schenke Dir selbst ein Lächeln. Atme ruhig und zähle bis 10. Mit dem nächsten Ausatmen öffnest Du wieder die Augen. Diese Sekundenmeditation kannst du jederzeit und überall machen.
Meditation ist die einfachste und effektivste Methode, den Geist zur Ruhe zu bringen. Im ZEN Buddhismus heißt es: Wenn du Zeit hast, sitze und meditiere täglich 20 Minuten. Wenn Du keine Zeit hast, 2 Stunden. Den Geist zur Ruhe zu bringen, erfordert Willenskraft und Ausdauer, doch Du kannst den Geist trainieren wie einen körperlichen Muskel.
Bewusstheit ist angesagt!
Wir suchen ständig nach schnellen Lösungen für unsere Probleme. Weil wir uns meist nur kurzfristig auf die kleinen und körperlichen Bedürfnisse konzentrieren, vergessen wir leicht, dass Leistungsfähigkeit und Bewusstheit viel größere Bedürfnisse sind. Die Versuchung ist groß, bei Herausforderungen den Kopf in den Sand zu stecken oder die Dinge zu verdrängen. Damit wird der Stapel des Selbstbetruges und der Illusionen immer größer. Der Weg zu Klarheit und innerer Ruhe erfordert Mut und Willenskraft. Erschaffe Klarheit. Triff Entscheidungen. Selbsterkenntnis fängt bei dir selbst an! Stärke Deinen Körper von innen heraus und nutze die Macht Deines Geistes. Es ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, das Vergangene hinter sich zu lassen und sich von schlechten Gewohnheiten zu trennen.
Gehe Deinen Weg
Mein Selbstexperiment in der heilsamen Natur ist mein ganz persönlicher Weg – und nicht für jeden geeignet oder machbar. Meine Erfahrungen und Erkenntnisse daraus liefern Stoff für ein neues Buch. Und ich bemerke: Es verändert den Geist, das Bewusstsein und den Bezug zur Natur. Die kleine Spinne, die nachts über die Matratze krabbelt, ist nicht mehr eklig, sondern ein Lebewesen, das ich wieder in die freie Natur setze. Und dann gibt es da noch diese einzigartigen, unvergesslichen Momente, die Vollmondnächte, die Erfahrung des Loslassens und des inneren Friedens. Materiellen Reichtum zu besitzen, ohne inneren Frieden zu haben, ist etwa so, wie neben einer Wasserquelle zu leben und zu verdursten.
Sich für Neues zu interessieren, etwas Ungewohntes auszuprobieren oder neue Erfahrungen und Emotionen zu erschaffen, ermöglicht ein „update“, um nicht in Gedankenmustern und wenig dienlichen Gewohnheiten stecken zu bleiben. Es gibt keinen einzigen Grund, warum man seinem Herzen nicht folgen sollte. Es gibt auch nicht die richtige Gelegenheit. Der beste Zeitpunkt ist immer dann, wenn wir etwas erkennen und es uns bewusst wird. Egal, wie alt wir sind – es ist nie zu spät! Und wenn etwas nicht sofort klappt – aufstehen, Krönchen richten und weiter machen.
Glückliche, gelassene und gesunde Menschen folgen ihrer Intuition, finden die Erfüllung in ihrem täglichen Tun und in der Entfaltung der eignen Persönlichkeit. Go for it!
Die Autorin: Ute Schlieper, Impulsgeberin für GesundSEIN
Ihre Mission ist es, Millionen von Menschen für GesundSEIN zu inspirieren.
Ute Schlieper ist Gesundheitscoach, Trainerin, Buchautorin sowie begeisterte Naturliebhaberin und stolze Mutter von drei erwachsenen Söhnen. Sie selbst bezeichnet sich gerne als „Erfahrungswissenschaftlerin“ und vermittelt auf pragmatische Weise nützliche Inspirationen für Körper, Geist und Seele.
In ihrer langjährigen Tätigkeit in der Gesundheitsbranche erkannte sie, dass Menschen hilflos und krank bleiben, weil sie nicht wissen, wie sie sich selbst helfen können. Die holistische Betrachtung des Menschen und die damit verbunden Balance von Körper, Geist und Seele ist unerlässlich, um dauerhaft körperlich und mental stark zu sein.
Die wissenschaftlich fundierten und wirksamen Methoden erläutert Ute Schlieper seit über 30 Jahren auf authentische Weise in Coachings, Trainings und Workshops und lebt diese alltäglich als Mutter einer Patchworkfamilie, Partnerin und Unternehmerin vor. Ihre klaren, machbaren und praxiserprobten Tools sind die Grundlagen ihres Prinzips des dynamischen Tuns und bilden ein stabiles Fundament für mehr Leichtigkeit im Leben.
Die Deutschen Kinderhospiz Dienste (DKD) stehen an der Seite von Familien, die ein lebensverkürzend erkranktes Kind haben.
„Es ist einfach alles zu viel und es ist kein Ende in Sicht – ich kann einfach nicht mehr und mache trotzdem weiter, es macht ja kein anderer“.
Die Frau, die das gesagt hat, hat ein lebensverkürzend erkranktes Kind. Im Klartext: Sie ist Mutter eines Kindes, das vermutlich sterben wird, bevor es erwachsen ist. Aber bis dahin hat das Kind, hat die Familie einen Alltag. Einen schweren, bis an die Grenzen und oft darüber hinaus belastenden Alltag. Mit Schulbesuchen, Arztbesuchen, Pflege des kranken Kindes und der Fürsorge für die gesunden Geschwister. Einen Alltag, in dem sich die Eltern fühlen wie Anfänger-Skipper im Sturm auf einem Segelboot, das ein Leck hat.
Es ist ein Alltag, in dem ambulante Kinderhospizarbeit, wie sie zum Beispiel unter dem Dach der Deutschen Kinderhospiz Dienste angeboten wird, helfen kann: Denn über sie kommen gut ausgebildete Ehrenamtliche regelmäßig in die betroffenen Familien, bringen Abwechslung, Lebensfreude und Zeit für etwas Selbstfürsorge der Eltern mit.
Die Besuche sind heiß ersehnt!
Das ist oft ein heiß ersehnter Besuch: Da kommt jemand, der mit allen Uno spielt. Oder der mit auf den Spielplatz geht. Da ist jemand, der Zeit zum Vorlesen hat. Oder für eine Bootsfahrt. Oder einen Ausflug. Ganz so wie es sich das Kind und die Familie wünschen.
Das sind doch alltägliche Freuden, sollte man meinen. Aber für die betroffenen Familien sind es Sternstunden. Ein Ausflug mit der ganzen Familie ist zum Beispiel oft undenkbar: Der Aufwand zu groß, das Auto zu klein für den Rollstuhl und was macht man, wenn der mehrfach schwer behinderte mannsgroße Jugendliche unterwegs eine neue Windel braucht?
Mühsamer Alltag
Also bleibt die Familie in der Regel in ihren vier Wänden. Die Mütter kämpfen sich durch ihren Alltag, für sie ist es undenkbar, ihre gesunden Kinder zu Freunden, zum Sport, zum Musikunterricht zu bringen, wie es für andere Mütter normal ist. Sie sind es, die in der Regel den Alltag allein stemmten, sie sind im Zweifel Tag und Nacht im Einsatz. Ihre einzige Pause: Die Zeit, wenn der Besuch vom Kinderhospizdienst kommt.
Darüber hinaus haben die Familien noch viele weitere Probleme: Da sind die finanziellen Auseinandersetzungen mit den Kostenträgern, da fehlen Informationen zu Hilfsmitteln, die den Alltag und die Pflege des kranken Kindes erleichtern. Da ist die oft erfolglose Suche nach spezialisierten Ärzten, Pflegediensten, therapeutischen Angeboten und und und. Die hauptamtlichen Mitarbeiter:innen der Dienste helfen hier jederzeit weiter und unterstützen als Lots:innen.
Hört sich doch gut an. Aber die traurige Wirklichkeit ist, dass weniger als zehn Prozent der rund 50.000 betroffenen Familien in Deutschland kinderhospizlich begleitet werden. Und viele Familien haben auch gar keine Chance auf Hilfe, weil der nächste Hospizdienst unerreichbar weit entfernt ist. Das lässt sich nur durch die Gründung neuer Dienste verbessern.
Kostenlose Hilfe für die Familien
Selbst wenn es einen ambulanten Kinderhospizdienst in der Nähe gibt, bleiben die Familien oft allein. Denn sie wissen nicht, dass es diese Hilfe gibt oder dass sie ihnen zusteht und dass diese für sie kostenlos ist.
Die Deutschen Kinderhospiz Dienste sind dabei, diese Situation zu ändern. Mithilfe eines Netzwerkes, zu dem Schulen, Kindergärten und andere Institutionen, zu denen die Familien ohnehin Kontakt haben, gehören. Mit Aktionen und Informationen, mit Präsenz und aktiver Hilfe: All das trägt dazu bei, dass Kinderhospizarbeit immer mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit dringt – und die Hilfe damit auch für die betroffenen Familien sichtbar wird.
Ein Konzept, das Erfolg hat: In Dortmund wurde 2018 durch den neuen, privaten Trägerverein Forum Dunkelbunt e. V. der erste Dienst gegründet und dort innerhalb eines Jahres zu einer sicheren Stütze der Kinderhospizarbeit. Bochum, Frankfurt, Regensburg und Schwerin folgten.
Doch damit ist der Bedarf noch lange nicht gedeckt. Bis es so weit ist, dass eine bedarfsgerechte Versorgung in Deutschland in Präsenz sichergestellt ist, hilft unter anderem das Online-Familien-Netzwerk „You never walk alone“ der Deutschen Kinderhospiz Dienste, in dem eine betroffene Mutter betroffene Familien vernetzt, informiert und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Zum Beispiel bei der Suche nach einer Stiftung, die ein rollstuhlgerechtes Auto für eine Familie finanziert, die sich ansonsten ein solches Fahrzeug nie leisten könnten. Damit auch Familien mit einem lebensverkürzend erkrankten Kind wieder Ausflüge machen können, vielleicht sogar einen Urlaub.
Familienurlaub – durch eine Betreuung im Kinderhospiz
Urlaub? Wie soll das gehen mit einem Kind, das intensive Pflege braucht, vielleicht sogar rund um die Uhr oder mit Beatmung?
Dafür gibt es stationäre Kinderhospize. Es sind – anders als Erwachsenenhospize – keine Häuser für die letzten Lebenswochen, sondern Entlastungseinrichtungen für die Familien. Die Häuser sind medizinisch und pflegerisch optimal ausgestattet. Für viele Familie sind die Kinderhospize die einzige Chance, ihr krankes Kind von Fremden betreuen zu lassen – und so endlich einmal Zeit für sich und die anderen Kinder zu haben. Doch auch hier wiederholt sich das Drama der Kinderhospizarbeit: Die Kapazitäten reichen gerade, um jeder zehnten Familie eine Woche Urlaub im Jahr zu ermöglichen, obwohl es für jedes erkrankte Kind einen Anspruch auf vier Wochen kostenlosen Aufenthalt in einem stationären Kinderhospiz gibt.
Kinderhospizarbeit lebt von Spenden
Für die Familien sind die kinderhospizlichen Angebote kostenlos. Doch finanziell ist die Versorgung mit kinderhospizlichen Leistungen nicht gesichert. Die Kostenerstattungen der Krankenkassen decken nur rund 20 bis 30 Prozent der Ausgaben, die in den Diensten allein für die Begleitung der erkrankten Kinder anfallen.
Aber die Ausbildung der Ehrenamtlichen, die Bezahlung der Hauptamtlichen, die Miete, das Telefon und der Strom: All das kostet Geld.
Damit Geschwisterkinder nicht zu kurz kommen
Die Deutschen Kinderhospiz Dienste kümmern sich darüber hinaus intensiv um die Geschwister der kranken Kinder, die oft zurückstecken müssen. Da gibt es Gruppen, in denen sich die Kinder treffen und zusammen etwas unternehmen, sei es Klettern, Kanufahren oder Theater spielen. Immer begleitet von Ehrenamtlichen, die sie von zuhause abholen und auch zurückbringen. Oder auch Mentoren, die ein Geschwisterkind regelmäßig besuchen und eine Beziehung zu ihm aufbauen. Denn die gesunden Kinder haben ihren kranken Geschwistern gegenüber oft widerstreitende Gefühle, mit denen sie allein nicht gut zurechtkommen. Da hilft es, wenn jemand von außen kommt, einfach da ist und zuhört.
All das kostet Geld. Geld, das private Spender, Institutionen, Stiftungen und Unternehmen geben, um eine umfassende kinderhospizliche Arbeit überhaupt möglich zu machen. Ohne diese Unterstützung ist die Kinderhospizarbeit nicht machbar.
Die Autorin: Irene Steiner, Deutsche Kinderhospiz Dienste, Teamleitung Öffentlichkeitsarbeit
Engagement für Menschen, die keine Stimme haben: Das war eins der Motive, die mich 2019 zum damals neu gegründeten Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Löwenzahn geführt haben. Das war gegen Ende meiner Berufstätigkeit: Ich bin studierte Wirtschaftswissenschaftlerin und habe dann 35 Jahre als Redakteurin bei einer regionalen Tageszeitung gearbeitet.
2019 ließ ich mich zur ehrenamtlichen Kinderhospizbegleiterin ausbilden und begleite seitdem ein lebensverkürzend erkranktes Mädchen aus Afghanistan, das inzwischen elf Jahre alt ist. Wöchentlich verbringe ich zwei bis drei Stunden mit ihr, erlebe ihre Lebensfreude, aber auch die alltägliche Not der Familie und weiß daher, wie wichtig ambulante Kinder- und Jugendhospizarbeit ist. Ich weiß aber auch, dass das kinderhospizliche Angebot in Deutschland den tatsächlichen Bedarf bei Weitem nicht deckt. Dass es viele Familien gibt, die ihren schweren Alltag allein meistern müssen, obwohl ihnen Unterstützung zusteht.
Um das zu ändern, engagiere ich mich nun in dem bundesweiten Projekt Deutsche Kinderhospiz Dienste. Ich habe 2020/21/22 bei der Gründung der neuen ambulanten Kinderhospizdienste mitgeholfen und koordiniere nun die anstehenden Aufgaben innerhalb der Öffentlichkeitsarbeit.
Irene Steiner Deutsche Kinderhospiz Dienste Märkische Str. 60 44141 Dortmund Telefon: 0231- 99 99 75 10 Mobil: 0178 – 119 82 16 E-Mail Website Deutsche Kinderhospiz Dienste
Der Chatbot ChatGPT ist im Moment in aller Munde. Vielen gibt er medienwirksam Grund zu verschiedenen Befürchtungen. So ruft er etwa die Datenschützer auf den Plan und die Universitäten und Schulen sorgen sich, dass viele Hausarbeiten nicht von den Lernenden, sondern von der Künstlichen Intelligenz (KI) geschrieben werden. Einer repräsentativen Umfrage der Bochumer Forschungseinrichtung CAIS (Center for Advanced Internet Studies) vom 02.02.2023 zufolge, ist ChatGPT mittlerweile jeder vierte Person in Deutschland ein Begriff, doch aktuell sagen nur drei Prozent der Befragten, dass sie die KI regelmäßig nutzen.
Ein weiteres Problem sind die Daten, die ChatGPT für seine „Recherche“ nutzt – sie enden im Jahr 2021 … ob und wann sie aktualisiert werden, ist nicht bekannt. Wer den Chatbot also aktuelle, neue Themen recherchieren lässt, könnte enttäuscht werden. Hinzu kommt, dass das Ergebnis ohne jegliche Informationen zu den genutzten Datenquellen daherkommt. Ich kann mir also kein Bild von den verwendeten Quellen machen und so auch den Wahrheitsgehalt und die Richtigkeit der Informationen nicht überprüfen.
Redaktionsarbeit: Kann uns ChatGPT unterstützen?
Als Redaktion haben wir oft sehr spezielle Themen auf unserer Agenda. Um entscheiden zu können, ob Chat GPT uns in Zukunft bei unserer Arbeit unterstützen kann, haben wir die Qualität der KI getestet. Wir haben vier Fragen und eine Ergänzung aus unseren Inhalten FAQ zum Elvie Beckenbodentrainer herausgesucht und diese von ChatGPT beantworten lassen.
Irritierende Bedingungen
Als erstes fanden wir es ziemlich irritierend, dass die Nutzung ohne ein registriertes Konto nicht möglich ist und haben dann in der Privacy-Policy u. a. folgendes gefunden (von Google übersetzt):
„Nutzungsdaten: Wir können automatisch Informationen über Ihre Nutzung der Dienste sammeln, wie z. B. die Arten von Inhalten, die Sie anzeigen oder mit denen Sie sich beschäftigen, die von Ihnen verwendeten Funktionen und die von Ihnen ergriffenen Maßnahmen […]“
„Online-Tracking und Do-Not-Track-Signale: Wir und unsere Drittanbieter können Cookies oder andere Tracking-Technologien verwenden, um Informationen über Ihre Browsing-Aktivitäten im Laufe der Zeit und auf verschiedenen Websites nach Ihrer Nutzung der Website zu sammeln. Unsere Website reagiert derzeit nicht auf „Do Not Track“ („DNT“)-Signale und funktioniert wie in dieser Datenschutzrichtlinie beschrieben, unabhängig davon, ob ein DNT-Signal empfangen wird oder nicht.“
Also, getrackt werden wir auf jeden Fall, ob wir wollen oder nicht und die gesammelten Daten werden allen möglichen Interessenten – äh, sorry Drittanbietern zur Verfügung gestellt. Aus dieser Perspektive können wir den Aufschrei der Datenschützer gut verstehen …
Der Test
Doch nun zum eigentlichen Test. Die Antworten waren aus unserer Sicht grundsätzlich in Ordnung, jedoch ziemlich oberflächlich und allgemeingültig. Das erklärt sich u. a. dadurch, dass wir die KI bisher nicht zum Schreiben von Texten genutzt haben. Sie hat somit noch keinerlei Daten, die sie zum Lernen verwenden konnte, um die Antworten für uns zu verbessern.
Die letzten beiden der ausgewählten Fragen sind bis auf die Ergänzung „auf Rezept“ identisch. Daran lässt sich wunderbar erkennen, welche Auswirkungen das auf den Inhalt hat.
Doch siehe selbst: unter dem Fazit findest Du unsere Fragen und die Antworten. Bilde Dir Dein eigenes Urteil und hinterlasse uns gern einen Kommentar dazu.
Fazit des Redaktionsteams
Uns ist klargeworden, dass eine echte Recherche (noch?) nicht ersetzt werden kann. Wir hinterfragen auch, was mit den im Hintergrund gesammelten Inhalten passiert und woher sie stammen.
Wollen wir mit Krankheitsbildern, über die wir schreiben und aufklären, in einen direkten Zusammenhang gebracht werden? Gerade in einer Redaktion ist die Bandbreite der Themen sehr vielfältig und hat nicht zwingend mit einer persönlichen „Betroffenheit“ zu tun. Doch genau diese wird beim Sammeln der Daten hergestellt.
Unser Fazit: Wir bleiben vorerst auf unserem Old-School-Weg und behalten die Entwicklung aber weiterhin kritisch im Auge.
Ein Beckenbodentrainer ist ein Gerät, das dazu verwendet wird, die Beckenbodenmuskulatur zu stärken. Der Beckenboden ist ein wichtiger Muskelkomplex im Körper, der für die Unterstützung der inneren Organe, die Kontrolle der Blase und des Darms sowie für die sexuelle Funktion wichtig ist.
Ein Beckenbodentrainer kann verwendet werden, um die Beckenbodenmuskulatur zu trainieren und zu stärken. Dies kann besonders nützlich sein für:
Frauen, die Schwierigkeiten haben, nach der Schwangerschaft oder Geburt wieder Kontrolle über ihre Blase zu erlangen oder Probleme mit vaginalem Prolaps haben.
Männer, die Schwierigkeiten haben, ihre Blase oder ihren Darm zu kontrollieren oder erektile Dysfunktion haben.
Menschen jeden Geschlechts, die Inkontinenzprobleme haben oder ihr sexuelles Vergnügen steigern möchten.
Durch regelmäßiges Training mit einem Beckenbodentrainer können Sie Ihre Beckenbodenmuskulatur stärken und verbessern. Dies kann dazu beitragen, Blasen- und Darmprobleme zu reduzieren oder zu beseitigen, Ihre sexuelle Gesundheit zu verbessern und Ihre allgemeine Lebensqualität zu erhöhen.
Für wen ist der Elvie Trainer geeignet?
Antwort ChatGPT Der Elvie Trainer ist ein spezieller Typ von Beckenbodentrainer, der sich besonders für Frauen eignet. Er ist ein intelligentes, kabelloses Gerät, das entwickelt wurde, um Frauen beim gezielten Training ihrer Beckenbodenmuskulatur zu unterstützen.
Der Elvie Trainer eignet sich insbesondere für Frauen, die nach der Schwangerschaft oder Geburt Schwierigkeiten haben, ihre Blase oder ihren Darm zu kontrollieren, oder die unter vaginalem Prolaps leiden. Er ist auch geeignet für Frauen, die Probleme mit sexuellem Vergnügen haben oder einfach ihre Beckenbodenmuskulatur stärken möchten.
Das Besondere am Elvie Trainer ist seine fortschrittliche Technologie. Er verfügt über Sensoren, die die Beckenbodenmuskulatur während des Trainings messen und Rückmeldungen an eine App senden, die auf einem Smartphone oder Tablet installiert ist. Die App gibt Ihnen Feedback über Ihre Trainingsleistung und hilft Ihnen, Ihr Training zu optimieren.
Der Elvie Trainer ist einfach zu verwenden und kann von Frauen jeden Alters und Fitnessniveaus verwendet werden. Er ist auch diskret und bequem zu tragen, so dass Sie ihn jederzeit und überall verwenden können.
Kann ich den Elvie Trainer auch während der Schwangerschaft nutzen?
Antwort ChatGPT
Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie immer vor der Verwendung eines Beckenbodentrainers Ihren Arzt oder Ihre Hebamme konsultieren. In der Regel wird jedoch empfohlen, während der Schwangerschaft vorsichtig mit Beckenbodentraining umzugehen und es nur in Absprache mit einem medizinischen Fachpersonal durchzuführen.
Der Elvie Trainer kann während der Schwangerschaft in einigen Fällen verwendet werden, aber es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass die Verwendung von Beckenbodentrainern in der Schwangerschaft von Frau zu Frau unterschiedlich ausfallen kann.
In den frühen Stadien der Schwangerschaft kann das Training des Beckenbodens dazu beitragen, Ihre Beckenbodenmuskulatur zu stärken und zu unterstützen, insbesondere wenn Sie später im Verlauf der Schwangerschaft mit Inkontinenzproblemen oder vaginalem Prolaps zu kämpfen haben.
Später in der Schwangerschaft sollte jedoch die Verwendung von Beckenbodentrainern mit Vorsicht erfolgen und es ist besonders wichtig, auf Ihren Körper zu hören und keine Übungen auszuführen, die Schmerzen oder Unbehagen verursachen. Es ist auch wichtig, dass Sie sicherstellen, dass Sie keine Probleme mit Ihrem Gebärmutterhals oder anderen Geburtshilfeproblemen haben, bevor Sie den Elvie Trainer während der Schwangerschaft verwenden.
Es ist ratsam, vor der Verwendung des Elvie Trainers während der Schwangerschaft mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme zu sprechen, um festzustellen, ob es für Sie sicher und angemessen ist, ihn zu verwenden.
Welche Diagnosen müssen mir gestellt werden, um den Elvie Trainer zu erhalten?
Antwort ChatGPT
Der Elvie Trainer ist ein medizinisches Gerät, das für die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur entwickelt wurde. Im Allgemeinen benötigen Sie keine spezifische Diagnose, um den Elvie Trainer zu erhalten. Sie können den Elvie Trainer online oder in Geschäften erwerben, die ihn anbieten.
Es ist jedoch immer ratsam, vor der Verwendung eines Beckenbodentrainers Ihren Arzt oder Ihre Hebamme zu konsultieren, insbesondere wenn Sie spezifische gesundheitliche Probleme haben, die Ihren Beckenboden betreffen. Ihr Arzt oder Ihre Hebamme kann Ihnen eine Diagnose stellen und Sie beraten, ob der Elvie Trainer für Sie geeignet ist und wie Sie ihn am besten verwenden können, um Ihre spezifischen Bedürfnisse und Anforderungen zu erfüllen.
Wenn Sie beispielsweise während oder nach der Schwangerschaft Probleme mit Inkontinenz oder vaginalem Prolaps haben, kann Ihr Arzt oder Ihre Hebamme Ihnen spezifische Übungen und Empfehlungen geben, wie Sie den Elvie Trainer verwenden können, um Ihre Beckenbodenmuskulatur zu stärken und diese Probleme zu lösen.
Welche Diagnosen müssen mir gestellt werden, um den Elvie Trainer auf Rezept zu erhalten?
Antwort ChatGPT
Als Sprachmodell habe ich keinen Zugang zu den spezifischen Richtlinien oder Vorschriften einer bestimmten Gesundheitsbehörde oder Krankenversicherung. Die Voraussetzungen für die Verschreibung von medizinischen Geräten variieren von Land zu Land und können auch von der Art der Krankenversicherung abhängen.
In der Regel wird der Elvie Trainer als medizinisches Gerät zur Stärkung des Beckenbodens verschrieben. Die Diagnose oder der medizinische Zustand, der den Einsatz des Elvie Trainers rechtfertigt, kann von Land zu Land unterschiedlich sein. In der Regel sind jedoch einige der häufigsten Zustände, für die der Elvie Trainer verschrieben wird, die folgenden:
Belastungsinkontinenz
Dranginkontinenz
Senkungsbeschwerden
Beckenbodenprobleme nach der Geburt oder Operation
Chronische Beckenschmerzen
Um sicherzustellen, ob der Elvie Trainer für Ihre spezifischen medizinischen Bedürfnisse geeignet ist und ob er auf Rezept erhältlich ist, sollten Sie sich an einen qualifizierten Arzt oder medizinischen Fachmann wenden.