„Einszweidrei, im Sauseschritt. Läuft die Zeit; wir laufen mit.“ Entspricht dieser Reim von Wilhelm Busch der Realität? Können wir die Zeit beeinflussen oder müssen wir einfach mitgehen?
Der Journalist Bauer spricht mit Marc Wittmann, einem Psychologen aus Freiburg. Er hat unser Zeitempfinden erforscht und erklärt, dass Menschen in ihrer individuellen Zeitwahrnehmung oft weit auseinander liegen. Ob man in etwas vertieft ist, sich im Flow befindet oder das Gegenteil der Fall ist, hängt mit dem eigenen Körperempfinden zusammen. Je vertiefter man ist, desto weniger nimmt man die Signale des Körpers wie Hunger und Durst wahr. Seine Forschungen haben ergeben, dass das Gefühl von Zeit erst durch das Erleben der eigenen Körperlichkeit im Hier und Jetzt entsteht.
Intensive und neue Erlebnisse verbessern die Merkfähigkeit
Ingolf Baur macht den Test und springt zum ersten Mal von einer Skischanze. Bei intensiven Erlebnissen entsteht oft das Gefühl, dass sich die Zeit ausdehnt und die Gedanken sich wesentlich schneller bewegen. Doch das ist nicht korrekt. Bei außergewöhnlichen Erlebnissen nehmen wir besser wahr, wir merken uns mehr Details und können uns im Anschluss besser erinnern. Also definiert die Intensität des Erlebens, wie schnell die Zeit verrinnt – wieder sehr individuell.
Die Ansicht, dass die Welt nur aus Ereignissen besteht, die miteinander verbunden sind und dass eine Uhr nur den Zeitraum zwischen den Ereignissen misst, vertritt Carlo Rovelli, Professor für theoretische Physik. Auch Virgine van Wassenhove, kognitive Neurowissenschaftlerin am Institut für Lebenswissenschaften Frédéric Joliot, weiß, dass aus Sicht der Hirnforschung, das Gehirn die Zeit selbst konstruiert.
Das „Jetzt“ lässt sich nicht festhalten, es gibt nur eine fließende Bewegung, ähnlich einem Fluss. Der Buddhist Lama Tilmann Borghardt meditiert täglich und vertritt die Ansicht, dass der konkrete Augenblick – das „Jetzt“ – keinen definierten Anfang und kein definierbares Ende hat und somit eher wie eine fließende Entwicklung oder ein gleitendes Erleben zu betrachten ist.
Die Manipulation des Gehirns
Im Bereich bis zu einer drittel Sekunde agiert das Gehirn sehr frei, man könnte auch sagen, es manipuliert die Sinneswahrnehmungen. Es verschiebt, verzögert und macht passend, was sonst nicht zusammenpasst.
Da z. B. die haptischen oder akustischen Eindrücke länger brauchen, während die Bilder schneller angekommen sind, sorgt unser Gehirn für die zeitliche Angleichung, damit die Wahrnehmung einen möglichst logischen Sinn ergibt. Dabei ist es wichtiger, den ankommenden Ereignissen eine Bedeutung beizumessen, als einen „korrekten“ zeitlichen Ablauf. Das hört sich kompliziert an, wird aber in der Dokumentation ab Minute 19:17 sehr anschaulich dargestellt.
Fazit
Das Zeitempfinden ist immer individuell geprägt und hängt mit unserem Körperempfinden zusammen. Wissenswert ist, dass die Bedeutungsvergabe im Gehirn eine Verfälschung der Realität darstellen kann und dass auch ein Floating Tank nicht unbedingt zum langsameren Verrinnen der Zeit beiträgt. Vielleicht sollten wir die Zeit einfach nicht so wichtig nehmen …
Diese Dokumentation bekommt von der Redaktion ein „sehr interessant“!
Nicht jeder Mensch, der übergewichtig aussieht, isst zu viel und bewegt sich zu wenig. Viele dieser Menschen leiden an einer krankhaften und chronischen Störung der Fettverteilung, vor allem an Beinen und Armen – an einem Lipödem. Es sind fast ausschließlich Frauen von dieser Erkrankung betroffen. Bei ihnen vermehren sich Fettzellen im Unterhautfettgewebe der Extremitäten. Zwischen den Fettzellen kann sich Wasser ansammeln und dadurch ein Druck- und Spannungsschmerz auftreten. Je nach Lipödem-Stadium (siehe unten) ist langes Sitzen, Gehen oder Stehen sehr schmerzhaft. Die Lebensqualität sinkt und erschwerend hinzu kommt die Erkenntnis, dass es keine Heilung gibt.
Details über das Lipödem
Die Verteilung der Fetteinlagerungen betrifft stets beide Körperseiten gleichmäßig, z. B. am Po oder an den Beinen. Bei etwa 30% der Frauen sind auch die Arme betroffen, die Hände und Füße verändern sich nicht.
Vorbeugung ist nicht möglich. Wird die Diagnose frühzeitig gestellt, können die Betroffenen die Symptome im Griff behalten und für eine lange Zeit schmerzfrei bleiben. Um eine Verschlimmerung des Lipödems aufzuhalten, ist es förderlich, das Normalgewichtige ihr Gewicht halten bzw. Übergewichtige ihr Gewicht reduzieren. Es ist wichtig, regelmäßig zwei- bis dreimal wöchentlich Sport zu treiben und eine Kompressionsbehandlung durchführen zu lassen.
Lipödemerkrankte werden nicht selten als Adipositas-Patienten (Fettleibigkeit) eingeordnet. Die Fehlinterpretation verhindert leider die zeitnahe Umsetzung der richtigen Behandlung. Eine Diät kann den Unterschied ggf. verdeutlichen, da sich die erkrankten Stellen beim Abnehmen nicht verändern.
Das Lipödem wird in drei Stadien eingeteilt. Während im ersten Stadium (Anfangsstadium) die Haut noch glatt ist und sich das Fett im Gewebe der Unterhaut gleichmäßig verteilt, lassen sich im zweiten Stadium Unebenheiten und größere Dellen erkennen. Im dritten Stadium bilden sich mehr und mehr Überhänge und Furchen aus dem stark vermehrten und verhärteten Fettgewebe, vorwiegend im Bereich der inneren Oberschenkel und an den Knien.
Symptome und Behandlungen bei Lipödem
Die körperlichen Symptome sind schmerzhaft und reichen von schweren und geschwollenen Extremitäten, Druckempfindlichkeit, Neigung zu Blutergüssen, Wundscheuern, Probleme beim Gehen bis zum Lymphödem. Die angestauten Flüssigkeiten können dabei nicht mehr vom Körper abtransportiert werden. Auch die Seele leidet, es können sich Ängste und Depressionen entwickeln.
Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen z. B. Lymphdrainage, Kompressionstherapie, regelmäßigen Sport, Physiotherapie und Gewichtskontrolle. Auch eine Fettabsaugung, eine sogenannte Liposuktion, die ausschließlich der Schmerzreduzierung dient und keinen kosmetischen Hintergrund hat, kann Linderung schaffen.
Nur auf diesem Weg kann die schmerzhafte Frauenkrankheit Endometriose in die Mitte der Gesellschaft getragen werden – und das ist zwingend notwendig. Das gesellschaftliche Unverständnis gegenüber Betroffenen ist aufgrund der geringen Aufklärung zwar objektiv nachvollziehbar, aber für die Erkrankten ist es ein ständiger Kampf gegen Vorverurteilungen. Der Druck, unter dem sie stehen, ist kaum auszuhalten und dann kommt noch ein schwer zu greifendes Krankheitsbild dazu. Das verdeutlichen die Zahlen: von den ersten Beschwerden bis zur Diagnose dauert es im Schnitt ca. 7 – 10 Jahre (!!!).
In diesem Zeitraum verschlimmern sich die Schmerzen, die als normale Regelschmerzen abgetan werden, obwohl die Betroffenen an diesen Tagen nicht in der Lage sind, ihren Alltag halbwegs normal zu gestalten.
Aufklärung ist also dringend erforderlich:
… damit sich Endeometriosebetroffene und Angehörige einen langen Leidensweg auf der Suche nach den richtigen Ärzten und Therapien ersparen können.
… damit Betroffene NICHT mehr dem gesellschaftlichen Druck ausgesetzt sind und aufgefordert werden, doch bitte endlich eine Schmerztablette zu nehmen und dann so zu funktionieren, wie alle anderen Frauen auch.
… damit Endometriose Patientinnen umfangreiche und zielführende Beratung, Behandlung und Therapie zugute kommen, die das Leiden lindern. Denn eine Heilung gibt es nicht!
… damit ein Verständnis in der Gesellschaft für die Erkrankung und Schmerzen der Betroffenen entstehen kann.
… damit Ärzten und Therapeuten passende Weiterbildungen angeboten werden.
Was ist Endometriose?
Endometriose bleibt oft unerkannt, dabei ist es die häufigste gynäkologische Erkrankung der Frau im gebärfähigen Alter. Die individuell auftretenden Beschwerden und Schmerzen machen eine Diagnose meist schwierig. Bei Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnlich ist, außerhalb der Gebärmutter und löst an vielen Stellen im Körper äußerst schmerzhafte Entzündungen, Verklebungen oder Verwachsungen aus.
Das tückische an dieser Krankheit ist, dass die Beschwerden an verschiedenen Körperstellen auftreten können, je nachdem wo sich die Zellen festgesetzt haben. Häufig geschieht das im Beckenbereich oder am Bauchfell, doch auch in den Muskeln oder im Gehirn können sich Endometrioseherde befinden. Das Gewebe unterliegt den zyklischen, hormonellen Veränderungen, ähnlich der weiblichen Periode. Dadurch verändern sich die Symptome, was die Diagnose zusätzlich erschwert.
Das Gewebe kann schwere Schädigungen an Organen verursachen und oft ist eine Operation notwendig, um einen Endometrioseherd zu entfernen. Doch zusätzlich sollte eine wirkungsvolle Begleitung mit Medikamenten, einer guten Ernährung und einer Physiotherapie bzw. körperlicher Bewegung erfolgen.
Die Symptome: sehr individuell und schmerzhaft
Durch die unterschiedlichen Symptomatiken ist das Krankheitsbild schlecht greifbar und eine bildgebenden Diagnostik allein gibt in der Regel keine Hinweise auf eine Endometrioseerkrankung. Anzeichen für Dich können u. a. sein:
starke Regelschmerzen (auch schon an den Tagen vorher)
Schmerzen beim Stuhlgang
Schmerzen beim Wasserlassen
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
undefinierte Schmerzen, auch außerhalb der Periode
Lange Suche nach einer Diagnose
Frau Prof. Dr. med. Sylvia Mechsner, Leiterin des Endometriosezentrums der Charité Berlin führt im Film „Endo gut alles gut“ Ergebnisse von Studien an, dass etwa 60 % der später diagnostizierten Endometriose-Erkankungen bei Menschen aufgetreten sind, die ihren Beschwerdebeginn bereits vor dem 20. Lebensjahr hatten.
Da die Symptome so unterschiedlich und individuell sein können, sind Weiterbildungen gefragt, die Medizinern ermöglichen, ihren Patienten schneller zu helfen. Zum Beispiel hat sich Nicole Talbot, eine niedergelassene Gynäkologin, auf Endometriose spezialisiert und bietet eine separate Endo-Sprechstunde an. Ihrer Erfahrung nach, brauchen diese Gespräche wesentlich mehr Zeit, da viele Patientinnen mittlerweile ihr Vertrauen in die Ärzte verloren haben.
Betroffene müssen immer wieder erleben, dass ihnen nicht geglaubt wird, sie angeblich übertreiben oder sich wegen „normaler“ Regelschmerzen anstellen. Trotz diverser Arztwechsel erleben sie immer wieder ähnliches. Das Infragestellen der Glaubwürdigkeit, weitere Fehldiagnosen bzw. -behandlungen, wachsende Schmerzen und das Ausbleiben einer Verbesserung bringen die Frauen an ihre Grenzen. Nicole Talbot nimmt sich Zeit und beginnt in der Endo-Sprechstunde mit dem Vertrauensaufbau, vermittelt Wissen und bespricht mit den Patientinnen den Schmerzkalender. Doch das zeitliche Engagement wird seitens der Krankenkasse nicht bezahlt, die Kosten bleiben an den Patientinnen hängen.
Vielleicht ist das auch eine Auswirkung, warum Mediziner die am häufigsten auftretende Krankheit von Frauen im gebärfähigen Alter nicht im Blick haben. Deshalb lohnt es sich, in die Liste von zertifizierten Endometriosezentren zu schauen, um fachkundige Hilfe zu erhalten.
Ein Mutmacherfilm für Endometriosebetroffene
Empfehlen können wir den Dokumentarfilm von Nadine Grotjahn „Endo gut, alles gut – ein Mutmacherfilm über Endometriose“. Sie ist persönlich betroffen und hat sich zur Aufgabe gemacht, das Krankheitsbild vom Rand in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. In dem privat finanzierten Film kommen Betroffene zu Wort und es wird viel Wissenswertes über die Möglichkeiten für Endometriosepatientinnen vermittelt. Auch für Angehörige ist der Film absolut sehenswert, gibt er doch einen guten Ein- und Überblick.
Auf ihrem Instagram-Account informiert Nadine Grotjahn aktuell über neue Erkenntnisse, Wissenswertes und Hilfsangebote. Sie sagt, dass es wichtig ist, aufmerksam sein und kritische Fragen zu stellen, denn auch in Fachkreisen fehlt es noch an Weiterbildungen und Erfahrungen.
Was können Endometiosebetroffene tun?
Wir haben für Dich einige gute und wichtige Informationen zusammengetragen.
Zudem kannst Du Dich auf die Warteliste für die Endometriose-App setzen lassen. Dort bekommst Du Anleitungen und Übungen zu Selbstmanagement und Selbstfürsorge, dazu gibt es noch weitere Infos und eine Tagebuchfunktion.
Die häufig auftretende, psychische Auffälligkeit der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird meist Kindern und Jugendlichen zugesprochen, die sehr unruhig und zappelig sind – oft sogar auch ohne ärztliche Diagnose.
Weltweit sind etwa 6% der Kinder und Jugendlichen betroffen, bei den Erwachsenen sind es etwa 2,5%. In den letzten Jahren hat sich schon einiges getan, um Falschdiagnosen zu verhindern, doch Aufklärung ist weiterhin notwendig.
Nur so lassen sich Vorurteile ausräumen und die Bereitschaft erzeugen, tägliche Abläufe – auch im Berufsleben – auf das Krankheitsbild abzustimmen. Den Betroffenen kann eine große Last abgenommen und das stetige Anecken verringert werden. Zudem unterstützt ein erweitertes Schulungsangebot für Lehrer:innen und Betreuer:innen, die Kinder und Jugendlichen gut in ihrer Situation aufzufangen.
Du interessierst Dich für diese Krankheit? Wir haben für Dich einige Links mit weiteren Informationen zum Thema ADHS zusammengestellt:
Geburten, Übergewicht, schweres Tragen und auch Sport mit vielen Sprungbewegungen lassen den Beckenboden leiden. Du musst häufiger „Piesel”-Stopps einlegen, ab und an (oder regelmäßig) passieren Dir trotzdem „Unfälle“. Einige Warnsignale, die auf einen geschwächten Beckenboden deuten, werden aber nicht wahrgenommen: Zum Beispiel, wenn Du Dich beim Sex nicht mehr so fühlst wie früher und Deine Orgasmen wesentlich schwächer oder nicht mehr spürbar sind. Auch wiederkehrende Hüft- oder Rückenschmerzen können ein Hinweis auf einen schwachen Beckenboden sein.
Zum Glück ist der Beckenboden ein Muskel. Das heißt, Du kannst ihn trainieren, wie jeden anderen Muskel. Ideal für die Beckenboden-Fitness ist, wenn man einen Beckenbodentrainer (wie z. B. Elvie) mit einem gezielten Krafttraining kombiniert.
„Aber mein Arzt sagt, Krafttraining ist schlecht für meinen Beckenboden!“
Beim Stichwort „Krafttraining“ schrillen bei vielen Frauen (und leider auch Ärzt:innen) die Alarmglocken. Es hält sich der Mythos, dass Frauen mit Beckenbodenproblemen bloß kein Krafttraining machen sollen, um den Beckenboden nicht noch weiter zu schädigen. Das ist schade, denn Krafttraining ist nicht gleich Krafttraining!
Dauerhaftes Herumspringen (z. B. beim Crossfit oder auf dem Trampolin) kann den Beckenboden tatsächlich weiter schwächen. Auch beim plötzlichen Hochreißen schwerer Gewichte solltest Du aufpassen.
Stärke Deine Mitte
Krafttraining an einem Gerät kann, eine korrekte Ausführung ist die Voraussetzung, Harndrang, Inkontinenz und Schlimmerem vorbeugen. Denn eine Stärkung der Core-Muskeln, also aller Muskeln der Körpermitte zwischen Zwerchfell und Hüfte, führt automatisch zu einer leistungsfähigeren Beckenbodenmuskulatur. Vor allem ein Training der tieferliegenden Bauchmuskeln hilft dem Beckenboden.
Manuela Dziabel, Mastertrainerin bei fit20 Deutschland, empfiehlt: „Ideal für die Kräftigung des Beckenbodens ist ein hochintensives Krafttraining. Hochintensiv heißt in diesem Fall, dass man mit einem hohen Gewicht an einem Gerät trainiert, aber ganz langsam, quasi in Zeitlupe, mit wenigen Wiederholungen. Das Gewicht wird natürlich individuell an die Kund:innen angepasst. Der Körper soll herausgefordert, aber nicht geschwächt werden. Ruckartige Bewegungen sind ausgeschlossen und der Beckenboden wird geschützt. Durch die besondere Trainingsform beim hochintensiven Krafttraining werden die Core-Muskulatur und der Beckenboden bei den meisten Geräten automatisch mittrainiert. Das hilft besonders den Menschen, die nicht genau wissen, was sie wann und wie anspannen müssen, um ihren Beckenboden zu stärken.“
Um schädigende Ausweichbewegungen zu vermeiden, solltest Du nach Möglichkeit mit geschulten Personal-Trainer:innen arbeiten. Die kennen sich sehr gut aus und wissen genau, wann sie Dich korrigieren und wann sie Dich anfeuern müssen, damit Du Dein Ziel erreichst.“
Anspannen, atmen – wie geht das jetzt?
Die Übungen müssen korrekt ausgeführt und die Atmung richtig mit der Anspannung/Entspannung des Beckenbodens kombiniert werden. Es darf nicht das Gefühl entstehen, dass die Belastung durch das Gewicht „nach unten durchgereicht“ wird. Es gilt also, den Druckaufbau und das nach-unten-pressen zu vermeiden.
Den Beckenboden stärkst Du vor allem in der Bauchpresse und in der Abduktions- und Adduktionsmaschine. Spanne unbedingt den Beckenboden in der Belastungsphase der Übung an, um den Trainingseffekt zu verstärken und den Beckenboden zu schützen.
Wenn Du den Beckenboden noch nicht gezielt anspannen kannst, hilft es, bereits vor dem Start des Sportprogramms eine Weile mit einem Beckenbodentrainer zu arbeiten. Er veranschaulicht Dir per App, wie Du Deinen Beckenboden gezielt aktivieren kannst.
Lasse zwischen dem Krafttraining und dem Beckenbodentraining per Gerät/App jeweils ein paar Tage Pause, damit sich Dein Beckenboden erholen kann.
Mehr Lebensqualität und andere Effekte
Das Training zahlt sich aus: Du verspürst mehr Energie, vieles im Alltag (Schweres tragen, Treppen steigen) fällt Dir leichter und die „Piesel“-Stopps verringern sich. Ein schöner Nebeneffekt des Krafttrainings ist, dass die Figur geformt und gestrafft wird. Gerade bei einem hochintensiven Krafttraining gehen die positiven Effekte noch darüber hinaus: Durch die Kräftigung wird der Stoffwechsel angeregt und der Grundumsatz steigt. Das heißt, Du verbrennst sogar dann mehr Kalorien, wenn Du „nur“ auf der Couch liegst.
Lass Dich also nicht vom Krafttraining abschrecken, aber wähle Deine Trainingsmethode mit Bedacht. Wenn Du den Beckenbodenmuskel noch nicht gut spüren kannst, bereite das Training mindestens ein paar Monate mit einem Beckenbodentrainer per App vor, damit Du bei den Übungen an den Geräten gezielt anspannen und entspannen kannst.
Ein Testimonial
Ich bin eigentlich wegen starker Rückenschmerzen mit dem Krafttraining gestartet. Dass ich inzwischen, mit Mitte 50, heftige Probleme mit dem Beckenboden hatte, habe ich dort gar nicht erwähnt. Ich dachte, das tut ja nichts zur Sache. Es schränkte mich aber sogar bei der Arbeit ein. Ich bin beruflich viel unterwegs. Immer musste ich vorher auskundschaften: „Gibt es dort ein WC? Wie lang ist die Strecke dahin? Muss ich einen Zwischenstopp einplanen?“ Trotzdem ist es mehrfach in der Woche zu „Unfällen“ gekommen. Nach einem halben Jahr Krafttraining waren meine Rückenschmerzen verschwunden, deshalb bin ich dabeigeblieben. Nach einem Dreivierteljahr fiel mir auf einmal auf, dass ich schon seit Wochen keinen „Unfall“ mehr gehabt hatte und auch keine Zwischenstopps einlegen musste. Ich fühle mich jetzt viel wohler.
Sarah, fit20 Kundin (Name von der Redaktion geändert)
Die Autorin: Nina Weber – Personal Trainerin, Texterin, Schreibcoach und Buchberaterin
Nina Weber ist Personal Trainerin, Texterin, Schreibcoach und Buchberaterin. Sie hilft Dir, Deine Gedanken schnell und überzeugend in Texte zu packen. Ihre Spezialität ist das Journaling, geführte Schreibsessions, um beruflich und persönlich voranzukommen.