Mit diesem Satz beginnt das Interview mit Alice Westphal, die als selbstständige Gesundheitscoachin tätig ist. Alice ist Mutexpertin und ein Garant für klare Worte. Das ehemalige Model der Kampagne „pro-age“ von Dove geht mit Tabuthemen in die Öffentlichkeit.
Für ihren Mut und ihr gesellschaftliches Engagement wurde sie im letzten Jahr mit dem Genius-Award „Woman of the Year“ ausgezeichnet. Sie spricht öffentlich über ihr Leben, um mit Prävention und Aufklärung gegen Gewalttaten gegenüber Frauen und Mädchen vorzugehen. Heute ist sie 64 Jahre alt und spricht mit uns über ein anderes schambesetztes Thema: ihre Probleme und Erfahrungen mit Inkontinenz.
Mutexpertin Alice Westphal über ihre Erfahrungen mit Inkontinenz
Hallo Alice, herzlichen Dank für Deine Bereitschaft, unseren Leser innen das Thema „Inkontinenz“ aus der Sicht einer Betroffenen nahe zu bringen. Das Thema wird oft tabuisiert. Was bewegt Dich, darüber öffentlich zu sprechen?
Inkontinenz, ein Thema, das so viele Frauen betrifft und worüber selbst heute noch nicht offen gesprochen wird, fing an, mich vor ca. 15 Jahren zu interessieren. Ich lief damals noch aktiv Marathon und es kam immer wieder vor, dass ich Urin verlor. Daraufhin habe ich das Thema „Inkontinenz“ in verschiedenen Situationen offen angesprochen. Nach meiner Erfahrung haben viele Frauen das Bedürfnis, sich untereinander auszutauschen sobald sie erkennen, dass andere ebenfalls betroffen sind.
Als Gründungs- und Vorstandsmitglied des S.I.G.N.A.L. e.V. habe ich es mir auch zur Aufgabe gemacht, den Frauen eine Stimme zu geben, die (noch) verstummt sind. Damit unterstütze ich Frauen und Mädchen im Bereich der gesundheitlichen Intervention gegen häusliche und sexualisierte Gewalt.
Wann hattest Du die ersten Einschränkungen?
Wie gesagt, vor ca. 15 Jahren fing es an, dass ich an manchen Tagen nicht nur nach dem Lauftraining den Slip wechseln musste. Ich habe versucht, den Mechanismus und genauen Auslöser zu ergründen. Denn einerseits kann ich stundenlang einhalten und an anderen Tagen ist die Blase nicht mal halbvoll und der Harndrang ist übermächtig, anschließend heißt es duschen und umziehen. Doch leider bin ich noch nicht fündig geworden.
Während des Lauftrainings verlor ich immer wieder mal etwas Flüssigkeit, da die Belastung des Beckenbodens durch die Bewegung permanent vorhanden ist. Erst als ich das Thema angesprochen habe, bekam ich Zuspruch und Hinweise durch einige der Frauen aus unserer Marathon-Trainingsgruppe, die auch darunter litten. Bei einigen entwickelte sich die Beckenbodenschwäche erst nachdem sie Kinder zur Welt gebracht hatten.
Wie bist Du auf eine Lösung gekommen?
Ich kaufte ich mir Beckenbodenhanteln in einem Sexshop, mit dem Ziel, meinen Beckenboden regelmäßig und aktiv zu trainieren. Doch meine Freude nahm ein jähes Ende als die „Hantel“ nach den ersten Schritten einfach rausfiel. Ein klärendes Gespräch ergab, dass das Gewicht der Hanteln viel zu groß war, aber im ersten Moment war ich sehr betroffen. Ich dachte mir, das passiert, wenn man sich nicht darum kümmert und machte mich auf die Suche nach einer anderen Lösung.
Das Gespräch mit der Frauenärztin bot mir erste Anhaltspunkte, es könnte sich um eine Stressinkontinenz handeln und ich meldete mich zu einer Beckenbodenschulung an. Dort wurde alles in schönen Bildern beschrieben, jedoch hatte ich keine Ahnung, wie ich die Kontrolle über diesen Teil meines Körpers bekommen sollte, ein Erfolg stellte sich daher nicht ein. Auch ein zweiter Kurs brachte nicht das gewünschte Ergebnis, so dass ich mich mit der Situation vorerst arrangierte.
Danach fand ich eine Beckenboden-Trainingshilfe von Elanee, die ein Set von vier unterschiedlichen Gewichten beinhaltete. Durch regelmäßiges Training habe ich erste Erfolge erzielt. Aktuell habe ich das Training wieder vernachlässigt und merke das auch direkt.
Beckenbodentraining – für mehr Mut im Leben
Der Elvie Beckenbodentrainer und die dazugehörigen App helfen gegen Inkontinenz.
Im Zuge unseres Gespräches bin ich auf den Elvie-Trainer gekommen, der eine Funktion der Messbarkeit beinhaltet. Damit hoffe ich, eine bessere Stabilität und Regelmäßigkeit hinzubekommen. Ich werde mit meiner Frauenärztin beim nächsten Besuch darüber sprechen.
Alice, als Mutexpertin beschäftigst Du Dich auf verschiedenen Ebenen mit Tabu-Themen. Was ist Dein Wunsch an unsere Gesellschaft?
Ich wünsche mir, dass wir mutiger sind, mehr Haltung zeigen, gerade bei den sogenannten „Tabuthemen“, und dass wir uns trauen, offen darüber zu sprechen. Ich möchte die Welt ein Stück gesünder, sicherer und vor allem für Frauen und Mädchen würdevoller machen. Das ist meine Berufung und die Geburt meiner Enkeltochter hat mich den Weg in die Öffentlichkeit gehen lassen.
Mit der Kampagne #ichbinjededrittefrau geht es mir um öffentliche Aufmerksamkeit in Bezug auf häusliche und sexualisierte Gewalt. Denn jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens 1 x von sexualisierter und/oder häuslicher Gewalt betroffen und ich möchte ein Umdenken in der Gesellschaft und in der Politik erreichen. Mit diesem Thema bin ich demnächst in der WDR Sendung „Frau TV“ zu Gast. Der Sendetermin steht noch nicht fest, aber ich werde ihn über meine Kanäle rechtzeitig kommunizieren.
Ich möchte anderen Frauen Mut machen, sich nicht von einem „Tabu“ abschrecken zu lassen. Auch Inkontinenz ist stark schambehaftet, jedoch gibt es Möglichkeiten, die unerwünschten Auswirkungen zu minimieren. Gespräche mit Ärzt:innenoder anderen Frauen bewirken eine Veränderung in unserem Denken und bieten neue Perspektiven, häufig sogar bessere Optionen.
Herzlichen Dank für Deine offenen Worte! Wir wünschen Dir für Dein Engagement und der Kampagne #ichbinjededrittefrau alles Gute und dem wichtigen Thema einen weitreichenden Erfolg und tragen den Sendetermin gerne nach, sobald er feststeht.
Ist uns Frauen eigentlich bewusst, wie sehr nicht nur wir, sondern auch die Umwelt unter unserer monatlichen Blutung leiden? Sind wir uns bewusst, was wir unserem Körper mit den Hygieneprodukten, wie z.B. Tampons, Binden oder Slipeinlagen, antun? Wie viele Gifte das Plastik und die Chemikalien, die in diesen Produkten enthalten sind, ausdünsten während wir die Produkte auf und unter der Haut tragen? Und am Ende, wieviel wir davon in unserem „fruchtbaren“ Leben verbrauchen?
Ehrlich gesagt: mir war das auch bis zum Beginn der Menopause nicht bewusst. Ich habe fast 40 Jahre lang konsumiert, was mir in den Regalen der Drogeriemärkte angeboten wurde. Ich habe nicht darüber nachgedacht, dass es Alternativen geben könnte.
Copyright Adobe Stock
Kürzlich habe ich Zahlen zum Müllproblem der Periode gefunden, die mich getroffen haben. Ich denke, Dir wird es vielleicht genau so gehen. Folgende Fakten möchte ich an Dich weitergeben:
Eine menstruierende Frau verbraucht in ihrem Leben 10.000 – 17.000 Monatshygieneprodukte!
Alleine in Österreich verbrauchen alle Frauen gemeinsam pro Jahr ca. 460 Millionen Produkte für die Menstruation!
In Deutschland, Österreich und der Schweiz entstehen durch Monatshygiene-Produkte jährlich ca. 75.000 – 125.000 Tonnen Müll! Das entspricht mehr als 600.000 gefüllten Badewannen.
In der EU jährlich werden über 49 Milliarden Tampons, Binden und Slipeinlagen benutzt!
Verbrauch an Tampons, Binden und Slipeinlagen
Rechne doch einfach mal Deinen Verbrauch von Tampons, Binden und Slipeinlagen pro Monat aus. Multipliziere das mit 12 Monaten – nun kennst Du Deinen „jährlichen Regelmüllberg“. Wenn Du jetzt zu den älteren unter uns gehörst, kannst Du ungefähr einschätzen, wie lange Du Deine Periode noch haben wirst und damit auch, wie Du in Deinem Leben zum Müllberg Monatshygiene beiträgst.
Ich habe es für mich ausgerechnet: mit 11 Jahren bekam ich zum ersten Mal meine Periode, ungefähr alle 2 Monate am Anfang, und es reichten Binden (ca. 100 St.). Die fand ich allerdings sehr schnell unangenehm und habe schon 1 Jahr später angefangen, Tampons zu benutzen. Irgendwann bekam ich dann meine Periode mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerks – 12 Mal im Jahr und immer 5 Tage lang. Das ging, trotz Einnahme der Pille weiter, bis ich Ende 49 war. Da kamen plötzlich die Wechseljahre. In meinen 38 „fruchtbaren“ Jahren habe ich ca. 13.200 Tampons benutzt … und entsorgt. Hinzu kamen unzählige Slipenlagen.
In Schnitt verbraucht jede Frau in ihrem Leben 16.800 Hygieneprodukte. 96% davon sind Einwegartikel, die zu großen Teilen aus Plastik bestehen, in Plastik verpackt sind und nicht recycelt werden können. Das bedeutet, jede Frau produziert pro Jahr bis zu 6 kg Müll – einen Müllberg aus Monatshygiene in ihrem Leben. In meinem Fall waren es etwa 5 kg Müll pro Jahr … also 190 kg in 38 Jahren.
Hier versuchen ausnahmsweise einmal Männer, die Menge an Monatshygiene, die eine Frau pro Jahr verbraucht, zu schätzen.
Entsorgung ist ein anderes Problem
Ein weiteres Problem ist die Entsorgung der Hygieneartikel und ihrer Verpackungen. Viel zu viele Tampons werden einfach in der Toilette entsorgt – aus Unwissenheit oder aus Mangel an Mülleimern z. B. in öffentlichen Toiletten. In viele Fällen führt das zu Verstopfungen der Abwasserleitungen, die Tampons landen am Ende in den städtischen Kläranlagen und müssen mühsam aus den Filtern entfernt werden. Ein kostenintensiver Aufwand für jede Stadt.
Dass die Plastikanteile der Verpackungen und Binden bzw. Slipeinlagen irgendwann als Mikroplastik in unseren Gewässern und am Ende in unseren Meeren landen und dort zu weitreichenden Problemen führen, muss ich hier wohl nicht extra erklären.
Gibt es Alternativen?
Jetzt frage ich mich und Dich: muss das denn sein? Gibt es denn nur die Produkte, die wir fast täglich in der Werbung sehen? Gibt es keine umweltverträglicheren Alternativen?
Doch, die gibt es. Allerdings liegen sie im Allgemeinen nicht in den Regalen der Drogeriemärkte und Werbung wird dafür auch nicht gemacht.
Biologisch abbaubare Tampons, Binden und Slipeinlagen aus 100% Bio-Baumwolle. Aber Achtung: Auch diese Produkte müssen in den Restmüll und können nicht über den Kompost oder das WC entsorgt werden.
Die Menstruationstasse und wiederverwendbare Stoffbinden
Perioden-Unterwäsche
Wir werden uns in weiteren Beiträgen mit diesem Thema beschäftigen und Dir die Alternativen vorstellen.
Wie sehen Deine Erfahrungen aus? Schreibe uns gern einen Kommentar.
Die Senkung der „Tamponsteuer“ ist ein längst fälliger Fortschritt der deutschen Gesellschaft.
Menstruationsprodukte gehören zum Alltag der Hälfte der Bevölkerung. Trotzdem wurden sie in Deutschland bis Ende 2019 nicht als „Produkte des täglichen Bedarfs“ anerkannt und höher als andere Notwendigkeiten wie z. B. Lebensmittel und medizinische Artikel, besteuert.
Mit viel Kreativität und einer gewissen Hartnäckigkeit haben Yasemin Kotra und Nanna-Josephine Roloff in Deutschland die Senkung des Regelsteuersatzes für Tampons von 19% auf 7% vorangetrieben und Geschichte geschrieben.
Weltweit werden Steuersätze für Menstruationsprodukte abgeschafft oder gesenkt
Ähnlich wie das Thema Inkontinenz heute, war auch die Menstruation lange kein Thema für die große Öffentlichkeit – und noch weniger für die Politik. Bis Kenia 2004 den Steuersatz für Menstruationsprodukte komplett abschaffte. Weitere Länder haben seitdem – obwohl mit erheblicher Verspätung – ähnliche Gesetze erlassen, unter anderen:
Kanada schaffte 2015 die Tampon-Steuer ab
Irland ist das einzige EU-Mitglied, das keine Steuer auf Menstruationsprodukte erhebt, da diese Regelung schon vor ihrem Beitritt in die Europäische Union bestand
Kolumbien schaffte 2018 ihren fünf-prozentigen Steuersatz mit der Begründung ab, dass diese Steuer gegen die Gleichberechtigung von Frauen verstieß
Australien hat 2018 nach einer 18-jährigen Kampagne die Zusatzsteuer auf Menstruationsprodukte in Höhe von zehn Prozent gekippt
In Deutschland fallen Tampons und Binden nicht mehr unter „Luxusgüter“
„Die Periode ist kein Luxus“ lautete das Motto der deutschen Aktivistinnen Kotra und Roloff. Denn ähnlich wie Lebensmittel und medizinische Artikel sind Tampons und Binden unvermeidliche Notwendigkeiten für Frauen und andere menstruierende Menschen, die es ihnen ermöglichen regulär an Bildung, Arbeit und sozialem Leben teilzunehmen.
Die Aktivistinnen haben ihr politisches Engagement 2018 mit einer Petition kundgetan und ihr Anliegen in den Bundestag weitergetragen – mit einem Buch voller Tampons. Bekanntermaßen sind Bücher vom Regelsteuersatz von 19% ausgenommen und die kreative Lösung, in einer solchen Verpackung die Steuerregelung von Tampons zu umgehen, setzte ein starkes Zeichen in der Politik und in den sozialen Medien. Ende 2019 wurde die Abschaffung dieser Steuerdiskriminierung in Deutschland offiziell beschlossen – dank der harten Arbeit von Kotra, Roloff und ihren Unterstützer:innen, wie The Female Company, Hersteller von Bio-Tampons und dem Tamponbuch (Link zum Magazin auf der Website).
Die Senkung der Tamponsteuer ist ein wichtiger Schritt des langen Weges zur Gleichberechtigung aller Geschlechter
Unsere Gesellschaft ist seit dem 1. Januar 2020 einen Schritt weitergekommen in Richtung wirtschaftlicher und politischer Gleichbehandlung aller in Deutschland lebenden Menschen. Jedoch ist es fraglich, ob die Steuersenkung wirklich weitergegeben wird, denn die Hersteller von Menstruationsprodukten haben die Verkaufspreise im Handel erhöht.
Darüberhinaus liegt nach diesem historischen Meilenstein noch ein langer Weg vor uns. Der Weg zur Gleichberechtigung und Gleichbehandlung aller Menschen ist lang und wir können ihn alle vorantreiben: ob mit Diskussionen im kleineren, persönlichen Rahmen oder auf der großen Bühne der internationalen Politik – mit Tampons oder anderen Formen von Engagement.
Was ist nur mit mir los? Diese Frage taucht auf, wenn man sich in der Wir-bleiben-Zuhause-Zeit selbst zuhört. Das häufig ausgesprochene „Nein“ soll eine Struktur erschaffen und neue Wege in eng gewordenen Lebensräumen bieten, die sich in Corona-Zeiten für viele Menschen nur auf Wohnung, Haus und ggf. noch den Garten erstrecken.
Familiäres Leben in der Corona-Krise
Die gesamte Situation der Quarantäne, fehlende Freiräume durch Kontaktbeschränkungen und nur wenige Möglichkeiten, sich aus dem Weg zu gehen, kosten uns viel Energie und Kraft. Im ungünstigen Fall schwächen wir damit unser Immunsystem, ohne es zu bemerken.
Mit einem „Nein“ werden Kinder in ihre Schranken gewiesen und störungsfreie Zeiten im Homeoffice gesichert. Im Leben vor Corona positiv eingestellt, kommt man jetzt an seine Grenzen. Gefühlte Abgründe tun sich auf und fordern uns auf, Anlauf zu nehmen und loszuspringen. Der eigene Anspruch, alles gut bis perfekt zu managen, lässt den Wunsch nach mehr Leichtigkeit und einem Trampolin auftauchen.
Nein, ich muss jetzt arbeiten.
Nein, es gibt nicht schon wieder Spaghetti.
Nein, ich habe jetzt keine Zeit, mit dir zu spielen.
Nein, die Bügelwäsche ist noch nicht fertig.
Nein, der Fernseher bleibt aus, mal doch ein Bild.
Nein, ich kann mich jetzt nicht um die Kinder kümmern, mach Du das bitte.
Nein, es gibt nichts zu Naschen, das Essen ist gleich fertig.
Nein, erst werden die Hausaufgaben gemacht.
Erschöpftes Herz und Immunsystem
Das „Nein“ kostet Kraft und zerrt an der Gesundheit
Das „Nein“-sagen ist eine Reaktion auf diese eine Forderung und kostet uns richtig Kraft. Wir lehnen die vorgeschlagenen Dinge ab, um den Tagesablauf oder die Struktur aufrecht zu halten. „Nein“ heißt es außerhalb der Familienzeit, wenn der Schreibtisch ruft und der Krise zum Trotz der Laden laufen muss. Über den Tag verteilt, wird der Akku leerer und das Nervenkostüm dünner.
Kontaktbeschränkungen verhindern das gemeinsame Spielen und Austoben der Kinder. Die ganze Aufgedrehtheit bleibt in der Familie und wenn es rausgeht, bleibt die Konstellation bestehen. Familienzeit bedeutet: „Ja, wir machen etwas.“ Ob Fahrrad gefahren, spazieren gegangen oder gespielt wird: Arbeit und Haushalt werden hinten angestellt und der Fokus liegt auf Spaß und Abwechslung.
Doch wie lässt sich verhindern, dass uns die Negativität am Abend müde, schlapp oder genervt sein lässt?
Veränderung für ein besseres Immunsystem
Was ist der Grund der Frage, auf die ein „Nein“ geantwortet wird? Wurde sie aus Langeweile gestellt und die Forderung von Aufmerksamkeit steckt dahinter? Dann suchen Sie nach einer Antwort ohne ein „Nein“ zum Ausdruck zu bringen, z. B. mit einer kleinen Aufgabe wie einem Rätsel oder einer Denksportaufgabe. Oder di
Bei anderen Fragen kann ein „Nein“ aufgeweicht – also der Kraftaufwand reduziert – werden. „Ich sitze jetzt noch bis um 15 Uhr am Schreibtisch, danach machen wir …“ Konkret benannte Zeiten sind hilfreich und sorgen für Verständnis, wenn man sich an seine Zusagen hält.
Auch feste Essenszeiten bieten eine Struktur im Alltag. Wir essen um 13 Uhr und um 18 Uhr, Frühstück gibt es um 8 Uhr. Das „Nein“ wird durch den Satz ersetzt: „Schau mal auf die Uhr“ oder „Such dir aus, was wir nach dem Mittagessen zusammen spielen wollen.“
Fröhliche Familie
Dass die Situation für alle Beteiligten anstrengend ist, steht außer Frage. Verständnis und gegenseitiger Respekt helfen ebenfalls dabei, nicht gleich ein „Nein“ rauszugeben, sondern mit einem „Ja, das machen wir um … Uhr“ zu antworten und sich dann auch mal auf neue Ideen einzulassen.
Suchst Du nach weiteren Möglichkeiten, aus dem müde machenden „Nein“ herauszukommen. Dann hast Du am Abend noch genügend Energie, um Dich mit schönen Dingen zu beschäftigen und diesen Freiraum vollumfänglich genießen zu können. So bleibst Du in Deiner Kraft und sorgst für ein stabiles Immunsystem – für Deine Gesundheit.
Schreib uns Deine Fragen, Ideen oder Lösungen gern in die Kommentare. Wir werden kurzfristig darauf antworten.
Michael Polte gehört zu Deutschlands bekanntesten Fitness- und Personal-Trainern. Für unser Magazin frauengesundheit.life hat er uns das Thema Yoga näher gebracht.
Hallo Michael, schön, dass Du Dir die Zeit genommen hast, unseren Leser:innen einige Fragen zum Thema Yoga zu beantworten. Fangen wir vorne an: Wie bist Du zum Yoga gekommen?
Tatsächlich habe ich einen äußerst sportiven Hintergrund, bei dem lange Zeit Höchstleistungen in einem professionellen Bereich gefordert wurden. Erst mit 30 Jahren kam ich erstmals mit Yoga in Berührung und stellte fest, dass Yoga neben der körperlichen Forderung vor allen Dingen eine mentale Anforderung darstellte, die mir sehr gut tat. Zu diesem Zeitpunkt fing ich an, regelmäßiger Yoga zu machen und seit ca. zehn Jahren biete ich – inzwischen in verschiedenen Ländern weltweit – eigene Yoga-Kurse an.
Kannst Du kurz zusammenfassen, welcher Mehrwert durch ein Yoga-Training entsteht?
Yoga ist ein wirklich großartiger Weg, fit zu werden oder fit zu bleiben. Insbesondere Menschen, die noch nie Yoga gemacht haben, werden überrascht sein, wie vielfältig und fordernd diese Art des Trainings ist. Je nach Art, z. B. Vinyasa- oder Hatha-Yoga, kann es eine dynamisch-kraftvolle Einheit oder auch eine ruhige, fast meditative Stunde werden. Zudem kann man als Yoga-Lehrer ganz gezielt bestimmte Muskelgruppen innerhalb der Stunde ansteuern. In jedem Fall – und dies ist ein Mehrwert, den so kaum ein anderer Sport bietet – ist es ein mentales Einlassen auf sich selbst. Man wird ruhiger, konzentrierter, sich selbst-bewusster!
Das klingt sehr spannend und erstrebenswert. Welche Gründe bewegen Deine Teilnehmer:innen zusätzlich, diesen Sport auszuüben?
Das ist ganz unterschiedlich: Einige Teilnehmer:innen wünschen sich, mehr Flexibilität zu erreichen, wollen die Muskulatur kräftigen oder einen neuen Trainingsreiz zu einem anderen Training setzen. Die meisten Teilnehmer:innen kommen jedoch, weil es eine ruhige Trainingsform ist, bei der sie sich auf sich, die eigene Atmung und Haltung konzentrieren können.
Zum Thema Beckenboden gibt es bekanntlich spezielle Angebote. Wie wirkt sich Yoga auf diesen Bereich aus?
Zunächst sollte man hier vorab stellen, dass sich der Beckenboden in der Körpermitte befindet und den Übergang zwischen Unterleib und Oberkörper darstellt. Nicht nur im Yoga kommt diesem Bereich also bei Frauen und Männern (!) zentrale Bedeutung zu und sollte gut, idealerweise mehrmals in der Woche, trainiert werden.
Yoga kann hier auf unterschiedliche Art Einfluss nehmen: Eine bessere Beweglichkeit öffnet Blockierungen und schafft Verbindung zwischen den oberen und unteren Körperteilen; ein durch Kräftigungsübungen gestärkter Beckenboden stabilisiert den Körper. Die ist nicht nur für z. B. Leichtathlet:innen und Jogger:innen interessant, sondern jede:r profitiert erkennbar davon: Die eigene Haltung ist aufrechter, die Bewegung elastischer; Rückenschmerzen werden reduziert. Zudem wirkt Beckenbodentraining als Prophylaxe gegen Blaseninkontinenz, lindert Knie- und Hüftprobleme und fördert eine veränderte Wahrnehmung im Liebesspiel!
Welche Rückmeldungen bekommst Du in Deinen Kursen und Veranstaltungen?
Die Teilnehmer:innen erleben das Yogatraining als körperlich fordernd, sind aber vor allen Dingen wiederkehrend begeistert vom Resultat in Bezug auf innere Ruhe. Einige Teilnehmer berichten hier von einer „Tiefenentspanntheit“ und dem Wunsch, gleich liegen bleiben zu können. Die tiefe Entspannung geht bei einigen, seltenen Fällen soweit, dass hier in der Phase der Tiefenentspannung zum Ende der Stunde Tränen der Entspannung fließen.
Das ist sehr beeindruckend und lädt zum Ausprobieren ein. Daher direkt die letzte Frage: Wo kann man Dich live bzw. persönlich erleben?
Aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie finden aktuell keine Yoga-Kurse statt (Anm. d. Red.: Stand März 2020). Grundsätzlich aber biete ich im Sommer nahezu wöchentlich ein bis zwei Einheiten am Phönix-See in Dortmund an – kostenfrei! Die nächsten Events finden dann ab Anfang Juli in Thailand, ab Mitte Juli auf den Malediven und im Oktober in Marokko statt. Diese Events sind allerdings kostenpflichtig!
Geplant sind zudem noch einige Eventtermine in Kooperation mit dem Dortmunder U. Hier sollen ebenfalls einige ausgesuchte Yogatermine auf der Außenterrasse des U mit Blick über Dortmund stattfinden.
Michael, herzlichen Dank für den Einblick, den Du unseren Leser:innen gegeben hast. Die Interessierten finden alle Termine und weitere Infos zu Deinen Events via Instagram oder per Facebook.
Michael Polte gehört zu den bekanntesten Fitness- und Personal-Trainern in Deutschland.
Als vielschichtig ausgebildeter Trainer und Top-Motivator entwickelt Michael Polte spezielle Trainingskonzepte für gesonderte Zielgruppen und hilft im 1:1-Training Stars und Sternchen, ihre Ziele punktgenau zu erreichen.
Verschiedene seiner Fitnesskonzepte wurden bereits im deutschen, schweizerischen und österreichischen Fernsehen einem breiten Publikum vorgestellt; in Buchform wurden ebenfalls einige seiner Sportkonzepte – u. a. Fit mit Baby, Hofmann-Verlag; Fit PRO Golf, Elsevier-Verlag – veröffentlicht.
Zudem bietet er in zahlreichen Ländern eigene Sport- und Yoga-Events an und bietet so Einsteigenden und ambitionierten Freizeitsportler:innen die Möglichkeit, an verschiedenen und energiegeladenen Sportkursen oder an seinen entspannend-meditativen Yoga-Einheiten im Urlaub teilzunehmen.
Fotorechte: Alle Aufnahmen Copyright Michael Polte.