Im Stern Interview von Wiebke Tomescheit berichtet die Gründerin des FemTech-StartUps „Elvie“ von ihrem Weg, die Frauengesundheit in den Fokus zu rücken.
Ihre erste Schwangerschaft hat der Britin Tania Boler deutlich gemacht, wie sehr Frauen nach der Geburt mit ihren gesundheitlichen Problemen alleine gelassen werden. Durch einen Pilates-Kurs in Frankreich, wo sie während ihrer Schwangerschaft mit ihrem französischen Mann lebte, wurde sie auf die Wichtigkeit des Beckenbodens aufmerksam und hat sich umfassend informiert. „Frauen werden kaum auf mögliche Geburtsrisiken, wie Blasenschwäche oder einem Gebärmuttervorfall hingewiesen.“ erkannte sie da. Ein Blick in die Statistiken machte ihr klar, dass man dieser „unsichtbare Epidemie“ begegnen kann, indem man Frauen über die Funktion ihres Beckenbodens aufklärt und ihnen Möglichkeiten aufzeigt, ihn zu trainieren. Grundsätzlich braucht es dafür praktikable Ansätze und niedrige Hürden, wie z. B.:
nicht irgendwohin gehen zu müssen,
mit geringem Zeitaufwand verbunden zu sein,
zuhause nebenbei andere Dinge erledigen zu können,
Spaß dabei zu haben und leicht benutzbar zu sein.
Ihre Idee vom Elvie Beckenbodentrainer gewann einen Innovationswettbewerb, der mit 100.000 Pfund dotiert war. Für sie war das die offizielle Bestätigung, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Das FemTech-StartUP Elvie und die entwickelten Produkte verschob den Fokus der Benutzerinnen: weg von ihren Gesundheitsproblemen, hin zum Lifestyle. Die Produkte bieten die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden: mit einem schönen Design – von Frauen für Frauen – und zukunftsweisender Technologie, damit das Leben einfacher wird.
Das ganze Interview von Wiebke Tomescheit liest Du im Stern vom 11.03.2021
Hinweis der Redaktion In Deutschland ist der Elvie Trainer bei Frauenärtz:innen als Hilfsmittel auf Rezept erhältlich. Weitere Informationen haben wir für Dich hier zusammengestellt.
Andrea Hitzke ist Sozialarbeiterin und leitet seit 2012 die Dortmunder Mitternachtsmission e.V., die eine Beratungsstelle für Prostituierte, Ehemalige und Opfer von Menschenhandel unterhält. Der Verein ist bundesweit anerkannt und Mitglied im Dachverband des Diakonischen Werks. Hier geht es zum ersten Teil des Interviews.
Hallo Andrea, herzlichen Dank für Deine Zeit, uns ein Interview zu geben. Im ersten Teil haben wir über die Hilfe von Sexarbeiter:innengesprochen. Jetzt wollen wir über die Hilfen für Opfer von Menschenhandel sprechen. Warum betrachtet ihr diese beiden Bereiche separat?
Wir sehen die beiden Bereiche getrennt, da die jeweilige Situation unterschiedlich ist. Mit der Prostituiertenhilfe unterstützen wir Sexarbeiter:innen, die sich aus unterschiedlichen Gründen zur Ausübung der Prostitution entschieden haben. Sie treffen eigene Entscheidungen in Bezug auf ihre Arbeitsbedingungen. Opfer von Menschenhandel sind jedoch Betroffene eines Verbrechens, die zum Zweck der sexuellen Ausbeutung zur Prostitution gezwungen werden. Sie sind meist stark traumatisiert. Diesen Menschen bieten wir, als spezialisierte Fachberatungsstelle (FBS) für Opfer von Menschenhandel im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen, Hilfe und Schutz an und arbeiten dabei gut mit den Behörden und der Polizei zusammen.
Die Notwendigkeit der Zusammenarbeit ist durch die Schutzbedürftigkeit der Opfer nachvollziehbar. Doch bevor wir darauf weiter eingehen, möchte ich die Begrifflichkeiten klären: Menschenhandel wird häufig mit dem Begriff der „Schleusung“ in Verbindung gebracht. Was ist der Unterschied?
Mit „Schleusung“ ist die Hilfe bei einem illegalen Übertreten einer nationalen Grenze gemeint. Dazu gehört auch, den illegalen Aufenthalt in Deutschland zu unterstützen. Die Schleuser:innen schlagen Profit aus dem Grenzübertritt.
Beim Menschenhandel resultiert der Profit aus der Ausbeutung einer Tätigkeit der Person. Beim Menschenhandel kann auch Schleusung eine Rolle spielen, es sind aber separate Straftatbestände.
Auch Personen, die sich freiwillig zur Prostitution entschieden haben, können Opfer von Menschenhandel werden. Durch fiktive Schulden werden sie in ein Abhängigkeitsverhältnis gezwungen, in dem sie nicht selbst über ihre Arbeitsbedingungen entscheiden können.
Wie kommen die Betroffenen zu Euch und wie geht es dann weiter?
Die Betroffenen nehmen teilweise direkt Kontakt zu uns auf, über unsere Streetworkerinnen, per Telefon oder über das Internet. Meistens werden sie jedoch von anderen Personen auf das Angebot der Fachberatungsstellen hingewiesen, von medizinischem Personal, von Bekannten, von Freiern oder von Behörden, wenn sie den Mut haben sich zu öffnen.
Überwiegend sind es weibliche Personen, die zu uns in die Beratung kommen und die Opfer von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung sind. Doch auch Männer und Transgender-Personen sind unter den Betroffenen. Wir haben viele Klient:innen, die hier oder in anderen europäischen Ländern sexuell ausgebeutet wurden und aus Drittländern, meist aus westafrikanischen Ländern, stammen. Sie konnten sich aus der Zwangslage befreien und suchen Schutz bei uns.
Wir versuchen dann herauszufinden, was passiert ist. Die Beratungsgespräche finden nach Möglichkeit in der Muttersprache statt. Glücklicherweise beschäftigen wir, durch Projektförderungen durch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung und des DW RWL (Diakonisches Werk Rheinland Westfalen Lippe), muttersprachliche Mitarbeiterinnen, ohne die die Arbeit nicht möglich wäre. Wir arbeiten mit den Behörden und der Polizei zusammen, um eine sichere Unterbringung und die psycho-soziale Betreuung zu gewährleisten.
Die Gesetzeslage schreibt eine Bedenk- und Stabilisierungsfrist für die – meist schwer traumatisierten – Menschen von mindestens drei Monaten vor. In diesem Zeitraum können sie sich erholen und überlegen, ob sie mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten wollen, damit den Menschenhändlern das Handwerk gelegt werden kann. Wir helfen den Betroffenen einen Asylantrag zu stellen, bei Behördengängen und bei der Integration in ein normales Leben. Unsere Aufgabe ist es auch, die Öffentlichkeit für die Situation der Betroffenen zu sensibilisieren.
Der Menschenhandel ist in den letzten Jahren verstärkt öffentlich thematisiert worden. Trotzdem gibt es immer wieder neue Opfer, die auf die „Masche“ reinfallen. Wie kommt das?
In einigen Ländern gibt es Öffentlichkeitskampagnen, die aber die Betroffenen häufig nicht erreichen. Oder sie denken, dass diejenigen, die Opfer von Menschenhandel und Ausbeutung wurden, etwas falsch gemacht haben. Die Vorschläge nach Deutschland zu gehen, um Geld zu verdienen und die Familie damit zu unterstützen, klingen glaubhaft, kommen oftmals aus dem sozialen Umfeld, manchmal werden konkrete Arbeitsstellen benannt, wo sie arbeiten werden.
Hoffnungsvoll treten sie die Reise nach Europa oder direkt nach Deutschland an und haben auf dem Weg meist schon massive Gewalterfahrungen gemacht. Sie werden nicht als Menschen, sondern als Ware betrachtet und so behandelt. Sie werden in verschiedenen Ländern der Prostitution zugeführt und gezwungen, die Kosten für die „Reise“ abzuarbeiten. Das verdiente Geld wird ihnen abgenommen oder sie dürfen nur einen kleinen Anteil behalten.
Viele Frauen und junge Männer kommen aus Afrika zu uns. Vor der Abreise werden insbesondere Nigerianerinnen in einer Voodoo-Zeremonie zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet. Sie müssen schwören, dass sie nichts gegen die Täter:innen unternehmen werden. Teilweise wird der Schwur bei der Ankunft in Europa nochmal erneuert. Ihnen wird gedroht, dass sie, falls sie sich nicht daran halten, einen schrecklichen schmerzhaften Tod sterben würden. Auch die Familien werden bedroht. Dadurch wird eine solche Angst erzeugt, dass die Opfer tatsächlich schweigen und eine Strafverfolgung der Täter:innen sehr schwierig ist.
Andrea, die Mitternachtsmission ist Mitglied im KOK (Bundesweiter koordinierungskreis gegen Menschenhandel) e.V.. Kannst Du unseren Leser:innen dazu etwas sagen?
Der KOK e.V. wurde 1987 gegründet und vereint heute 38 Mitgliedsorganisationen, u. a. Fachberatungsstellen, Migrantinnen-Projekte, Frauenhäuser, Prostituiertenberatungsstellen und andere Organisationen, die sich gegen Menschenhandel engagieren, unter seinem Dach. Mit dem Fokus auf die Bekämpfung von Menschenhandel und Ausbeutung sowie auf die Durchsetzung der Rechte von Betroffenen hat der KOK e.V. einen wichtigen Stellenwert. Wir, die Mitgliedsorganisationen, bringen das Fachwissen aus der Praxis mit und legen das Fundament der langjährigen Expertise. Der KOK vertritt unsere politischen und gesellschaftlichen Interessen in der Bundespolitik und in der Öffentlichkeit. Damit ist eine praxisbasierte Arbeit möglich, um weitere Verbesserungen für die Rechte der Opfer einzufordern.
Herzlichen Dank für das bewegende Gespräch. Ich möchte unsere Leser:innen noch darauf hinweisen, dass Ihr ein Spendenkonto habt. Aber Sachspenden, wie z.B. Kleidung, Schuhe, Hausrat usw. helfen Euch ebenfalls. Wir wünschen Dir und Deinem Team viel Erfolg bei dieser wichtigen Aufgabe!
Andrea Hitzke, Leiterin der Dortmunder Mitternachtsmission e.V.
Kontakt zur Dortmunder Mitternachtsmission e.V.
Dortmunder Mitternachtsmission e. V. Dudenstraße 2-4 44137 Dortmund Tel.: 0231/14 44 91 Website: https://mitternachtsmission.de/
Wenn Du einer zukünftigen Inkontinenz vorbeugen möchtest oder bestehende Probleme abmildern möchtest, kannst Du Deiner Harnblase etwas Gutes tun. Was das ist und wie Du das machen kannst, stelle ich Dir in diesem Beitrag vor.
Etwas Anatomie vorweg
Die Harnblase ist einer Vielzahl von äußeren Belastungen ausgesetzt. Sie bekommt Zugbelastung beim Gehen und Druckbelastung durch ihr eigenes Speichervolumen, sowie Gewicht aus der Nachbarschaft (Uterus, Darm). Um die Belastung auszubalancieren ist die Umgebung der Blase sehr wichtig. Die Harnblase ist elastisch an Nabel, den Leisten und im Kreuzbeinbereich aufgehängt und federt bei Bewegung. Die Blase ist eine muskuläre Tüte und sie ist mobil, um Urin zu speichern und auszuscheiden. Zur Druckentlastung wird sie auf einer stabilen muskulären Unterlage, dem Beckenboden getragen. Dieser wirkt wie ein federndes Trampolin und stützt den Uterus und die Blase. Ein weit verzweigtes Nervengeflecht vegetativer und sakraler Nerven reguliert die Blasenfunktion. Sie regeln den Harnröhrenverschluss, wenn sich die Blase beim Füllen ausdehnt und öffnen die Harnröhre, um das Volumen auszuscheiden. Viele automatisch ablaufende und hormonell gesteuerte Manöver greifen hier ineinander.
Inkontinenz vorbeugen – kein Kraftakt
Durch äußere Einflüsse, wie etwa hormonelle Umstellungen, muskuläre Dysbalancen, Operationen im Urogenitaltrakt oder Infektionen, können Störungen in der Blasenfunktion auftreten.
Inkontinenz durch Stress
Die Probleme möchte ich hier grob in zwei Gruppen unterteilen. In die erste Gruppe gehören Funktionsstörungen wie Inkontinenz durch Stress, wobei Stress physisch und psychisch sein kann. Als Stress wird in der Regel eine ansteigende körperliche Belastung eingestuft, etwa eine schnelle Bewegung, oder ein plötzlicher Druckanstieg durch Lachen, Niesen oder Husten. Der Druck übersteigt kurzfristig das normale Maß und überfordert den Verschlussapparat der Blase. Unwillkürlicher Harnabgang ist die Folge.
Restharn: Er muss raus
In der zweiten Gruppe fasse ich Funktionsstörungen zusammen, die den Abfluss behindern. Das Problem ist hier der Restharn. Die Blase speichert Unmengen von Urin, der aber nicht abläuft. Entweder, weil es kein Signal zur Entleerung gibt, oder es überhört wird. Viele weitere Möglichkeiten seien hier ausgeklammert. Frauen sind Meisterinnen darin, Entleerungssignale zu überhören. Viele können Unmengen speichern und gehen ohne Anlass mal zur Toilette um nachzusehen, aber nicht, weil sie unbedingt müssten. In der Regel sind vegetative Einflüsse ursächlich dafür verantwortlich. Selten gibt es strukturell bedingte Verengungen des Harnabflusses, etwa durch Blasensteine. Obwohl die Ursachen vielfältig sein können, gibt es das Problem des „stehenden Gewässers“. Wenn Urin nicht abfließen kann, dann steigt er hoch in Richtung Niere oder er bläht die Blase über ein gesundes Maß auf. Restharnmengen von 200-300 ml oder noch mehr sind gefährlich, weil sie Entzündungen hervorrufen können und die Blase überdehnen.
Selbstfürsorge im Blick
Die gute Nachricht, Du kannst viel für Deine Blasengesundheit tun, auch schon lange bevor eine Störung auftritt. Vier Aspekte stelle ich in den Vordergrund.
1. Blase stützen und schützen
Mach es Dir falsch herum auf einem Stuhl oder vor einem Tisch bequem. Setz Dich in den Kutschersitz, die Beine wie ein „V“ etwas weiter als hüftbreit geöffnet. Verschränke Deine Unterarme und lege sie vor dir auf die Stuhllehne oder auf den Tisch. Neige Deinen Oberkörper vor und lege Deine Stirn auf die Arme. Schließe die Augen und konzentriere dich auf Deine Bauchblase. Lass sie los.
Stöhnen erlaubt
Atme durch die Nase ein und durch den Mund (hörbar) aus. Du spürst, wie Dein Brustkorb weit wird, wenn Du einatmest und wieder schmal wird, wenn Du ausatmest. Wiederhole die Atembewegung etwa 5-mal.
Bauch lass los
Atme nun in Deine Bauchblase. Sie ruht weit vorne über Deinem Hosenbund. Lass sie los. Schiebe die Bauchblase weit nach vorne heraus, wenn Du durch die Nase einatmest. Lass die Luft durch den leicht geöffneten Mund ausströmen und hol den Bauchnabel zu Dir. Mach das ein paar Mal hintereinander, dann hast Du den Rhythmus.
Nabel einziehen … Bauchblase entspannt
Mach die Welle
Schließe die Augen. Stelle Dir einen Tropfen vor, der gerade dabei ist, durch die Harnröhre zu rollen. Halte den Tropfen 1 Sekunde fest und lass ihn los, dann halte erneut und löse, halte, löse, halte und löse. 10 x hintereinander in einer Serie. Du spürst eine leichte Aufwärtsbewegung (Beckenboden hebt sich), wenn Du den Tropfen anhältst und eine Abwärtsbewegung, wenn Du wieder loslässt (Beckenboden entspannt sich). Du spürst eine leichte wellenartige Bewegung. Es fühlt sich an, als ob Du einen Tampon festhalten und nach oben schieben wolltest. Es breitet sich ein Wärmegefühl aus.
Halt mal!
Starte noch einmal mit der Wellenbewegung, die Du eben gefühlt hast. Du siehst jeden Tropfen gedanklich vor Deinem geistigen Auge. Halte den nächsten Tropfen für 5 Sekunden an, bevor Du ihn loslässt. Atme dabei weiter. Versuche den nächsten Tropfen für 10 Sekunden anzuhalten. Spürst Du wie sich der Beckenboden hebt?
Big Five, die Kombination
Du kombinierst die Atemübung mit dem gedanklichen Tropfen und der Bauchblase. Atme durch die Nase in den Bauch ein und hörbar durch den Mund aus. Zieh den Nabel ein, während Du ausatmest. Wiederhole das ein paar Mal. Atme weiter und halte den Tropfen fest, während Du ausatmest. Lass ihn los beim Einatmen. Kombiniere weiter und halte beim Ausatmen den Tropfen fest und zieh den Nabel ein. Das musst Du ein paar Mal üben, dann ist es ganz leicht. Du merkst, dass Dein Bauch flach wird und der Beckenboden anspannt.
Die Übungen steigern Deine Wahrnehmung und die Durchblutung, sie geben Dir Kraft und Stabilität. Das ist schon mal ein guter Anfang. Du kannst die Übungen in jeder Position im Alltag durchführen, vor einer roten Ampel beispielsweise.
2. Verhaltenstipps bei Harndrang und Restharn
Geeignete Verhaltenstipps können in zwei Gruppen gegliedert werden. Zum einen, um unwillkürlichen Harnverlust zu vermeiden und zum anderen, um die Blase restharnfrei zu entleeren. Beides kannst Du selbst beeinflussen.
Dreh den Harn ab
Beim Niesen
Wenn Du niesen musst, dann drehe Dich und niese über Deine Schulter. Mit diesem Trick „schnürst“ Du Deine Harnröhre zu und die Blase ist stabilisiert. Eine Rumpfdrehung führt immer zum Harnröhrenverschluss.
Aufschub-Strategie
Sollest Du einmal Harndrang verspüren und eine Toilette ist nicht in Sicht, dann probiere die folgende Aufschub-Strategie: Lutsche ein zuckerfreies Bonbon, oder kaue (ausnahmsweise) ein Kaugummi. Lutsch- oder Kaubewegungen provozieren Speichelfluss und lenken das vegetative Nervensystem von der Blase ab.
Hohe Absätze
Vielleicht ist Dir schon mal aufgefallen, dass Du mit Absätzen einen anderen Gang hast. Mit High-Heels stehst Du aufrechter. Du belastest verstärkt Deine Vorfüße und insbesondere Deine Großzehen. Die Harnröhre wird dadurch stabilisiert und der Harndrang verschwindet. Mach daraus eine Übung und drücke Dich beim Gehen in Deinen Turnschuhen (flache Sohlen) mal ganz bewusst mit den großen Zehen ab. Du wirst spüren, wie Du Dich mehr streckst und mehr Stabilität im Beckenboden gewinnst.
Den Zehenabdruck kannst Du in Dein Trainingsprogramm integrieren. Übe die Big Five im Stehen und drücke Dich auf die Zehenspitzen hoch.
Lass es raus!
Zwei Tipps noch, wie Du restharnfrei entleerst und dabei nicht presst. Wenn Du viel trinkst und den Blasendruck „überhörst“ trainierst du Dir eine überdehnte Blase an, die keine Signale mehr von sich gibt. Stell Dir den Wecker auf ein Zwei-Stunden-Intervall und entleere!
Nimm auf der vorderen Hälfte der Toilettenschüssel Platz. Die Beine etwas weiter auseinander wie ein „V“. Platziere die Fäuste in die Leisten dicht an der Blase. Neige dich mit gestrecktem Oberkörper weit nach vorne und bringe Druck auf die Blase. Wenn du die Bewegung durchführst, nachdem du aktiv entleert hast, kann es sein, dass durch den Druckanstieg noch ein paar Milliliter herauskommen. Eine weitere Methode ist ebenso einfach. Nimm die Arme hoch und kreise das Becken. Die Bewegung presst automatisch die Blase aus.
3. Bakterien Milieu und Hygiene
Der Säure-Schutzmantel im äußeren und inneren Genital, der unter anderem von Milchsäurebakterien aufrechterhalten wird, spielt bei der Frau eine ganz wesentliche Rolle zur Abwehr von Bakterien. Hier sollte auf jegliche parfümierte Intimpflege verzichtet werden, um den pH-Wert nicht zu zerstören.
Schützen statt putzen
Lauwarmes Wasser und ein weicher Microfaser Waschlappen genügen für die Säuberung. Allenfalls milde Seifen aus der Baby Abteilung mit einem hohen Aloe- oder Avocado Anteil sind akzeptabel. Typische Seifen sind alkalisch und vernichten den Bakterien-Schutzschild der Scheidenflora. Problematisch ist alles, was parfümiert ist.
Von einer kompletten Rasur des Intimbereiches muss leider gewarnt werden. Rasieren des Venushügels, oder im Leistenbereich (Bikinizone) mit entsprechend geeignetem Zubehör ist in Ordnung. Die innere Schambehaarung entlang der Schamlippen dient dem Säureschutz und sollte bleiben, wo sie ist.
Wer gerne schwimmt kennt das Problem – Schwimmbadwasser kontra Scheidenflora. Tunke vor dem Schwimmen ein Tampon, dass gerne eine Nummer größer sein darf, in Quark und führe es ein. Der Quark übernimmt die Abwehr und den Schutz der Scheidenflora. Noch wichtiger nach dem Schwimmen sind warme Füße. Darauf kommen wir gleich, wenn es um die Nachbarschaft der Blase geht.
4. Auf gute Nachbarschaft!
Nervöser Darm, nervöse Blase!
Zur Nachbarschaft der Blase gehört vor allem ein gut funktionierender Darm, der ein vielfältiges Mikrobiom hat und keine Blähungen kennt. Dazu ist tägliche, mühelose Entleerung wichtig und gutes Futter! 80 % der gesamten Immunabwehr befindet sich im Darm. Blase und Darm hängen am selben Nervenstrang, deshalb reagieren sie aufeinander. Ist der Darm ruhig, ist es die Blase auch.
Ohne zu weit auszuholen, hier meine (Ernährungs-)Tipps:
Kauen, Kauen, Kauen. Alles was gut zerkleinert ist, kann auch gut verwertete werden.
Grünzeug und rohes Obst in Maßen und wenn, dann mittags essen und nicht abends. Morgens Kohlehydrate, abends Proteine.
Gute Fette (Nüsse, fetter Käse, Avocado), wenig Milch, wenig Weizen, wenig Zucker.
Vitamin D sowie probiotische Bakterien für die Immunabwehr und Konsistenz des Stuhls.
Essenpausen machen, um gut zu schlafen
Darmentleerung ohne Widerstand
Neige Dich zur Darmentleerung zurück und lehne Dich an den Spülkasten. Atme den Darminhalt „raus“ und vermeide es zu pressen. Das destabilisiert nicht nur den After, sondern auch die Haltestrukturen der Blase und des Uterus.
Trink rot!
Schütze die Schleimhaut in der Harnröhre und trinke ca. 2 Liter am Tag. Zur Gesamtmenge gehören morgens ein Glas lauwarmes Wasser für den Darm, Aromawasser mit Früchten und Kräutern angereichert, Früchtetee, etwas Kaffee und Beeren Smoothies. Mixe Dir einen Beerencocktail und trinke schluckweise. Am besten jeden Schluck „kauen“ nicht runterstürzen. Ungezuckerter selbstgepresster Granatapfelsaft hat eine schützende Wirkung auf das Harnröhrenepithel. Alles was gut ist und schützt ist meistens rot.
Warme Füße liebt die Blase
Harndrang und Harnröhreninfekte werden durch kalte Füße noch befeuert. Die Heizung für warme Füße sitzt im Kreuzbein. Thermische Stimuli durch Wechselduschen im Sakralbereich beleben die Durchblutung. Ebenso das Training der Beckenbodenmuskulatur (Big Five). Eine Fußmassage mit durchblutungsfördernder Creme mit Eukalyptus und Kampfer eignet sich für die äußere Anwendung. Anschließend dicke Wollsocken drüber. Eine Wohltat für die Blase!
Hast Du Fragen oder Erfahrungen, die Du teilen möchtest? Hinterlasse mir einen Kommentar.
Herzlichst
Ute Schmuck
Die Autorin: Ute Schmuck, Praxis für urologische Rehabilitation
Seit über vierzig Jahren ist Ute Schmuck Physiotherapeutin. Nebenher unterrichtet sie, hält Vorträge, berät ihre Patienten Online und behandelt sie vor Ort in ihrer Praxis für urologische Rehabilitation im Rheingau.
Ihr Schwerpunkt ist die Behandlung urologischer Funktionsstörungen bei Männern und Frauen, insbesondere die Nachsorge nach operativen Eingriffen. Ute Schmuck hat 2003 im Elsevier Verlag ein Trainingsbuch „Beckenbodentraining für Männer“ veröffentlicht, welches nun schon in die 6. Auflage geht. Darüber hinaus hat sie einen Online-Kurs „Trocken in 6 Wochen“ herausgebracht, der eine Rehabilitation zuhause ermöglicht.
Ute Schmuck lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Wiesbaden.
„Kannst Du Dich an das Gefühl erinnern, als Du das letzte Mal gezeichnet oder Figuren aus Knete geformt hast?“ Die meisten Menschen, denen ich diese Frage stelle, bekommen zwar einen wehmütigen Blick, schütteln aber den Kopf. „Schade“, denke ich, denn mir hilft kreatives Arbeiten beim Abschalten und beim Stressabbau. Male ich an einem Bild, egal ob mit Acryl, Pastellkreide oder einfach nur mit Buntstiften kommen meine Gedanken endlich zur Ruhe und ich lande ganz bei mir: Das ist Entspannung für die Seele. Das Ergebnis ist nicht wichtig, wichtig ist die innere Freude, die beim Erschaffen mit den eigenen Händen entsteht.
Die Pandemie hält uns weiter in ihrem festen Griff und es ist wichtiger denn je, sich Zeit für sich zu nehmen und aus dem Alltag auch mal auszusteigen. Viele Menschen können das mit kreativen Tätigkeiten, doch das haben wir im Laufe der Zeit einfach vergessen. Die Knete hatte doch auch immer so einen besonderen Geruch…
Kreativ mit alltäglichen Dingen
Ich lade Dich ein: Nimm Dir Zeit für Dich, denn Du bist wichtig! Mache etwas Kreatives und Du wirst sehen, dass es Dir gut tun wird. Ausreden gibt es nicht, denn Du brauchst nichts Besonderes. Für die folgenden Ideen kannst Du einfache Dinge aus Deinem Haushalt nehmen, um Dir eine Auszeit zu gönnen.
Das Kaffee-Bild
Das brauchst Du:
löslichen Kaffee
Wasser
Pinsel
Weißes Papier, wie z. B. einen Malblock (gut wäre eine Stärke von mind. 80 g / m2)
Malwasser
Aus den Kaffeekörnchen und Wasser machst Du Dir ein eher dickflüssiges Gemisch und dann kann es auch schon losgehen …. Mit mehr Wasser ist der Braunton heller und durch mehrschichtiges Malen kannst Du eine dunklere Farbe erhalten.
Wie Du siehst kannst Du ein abstraktes Bild oder auch eine Fantasielandschaft malen, ganz wie es Dir gefällt.
Mein Tipp:
Wenn Du mit Kaffee und Wasser malst, lass einen Rand stehen, der trocken bleibt. Dann wellt sich das Papier während des Malens nicht so sehr und ist – nachdem es getrocknet ist – wieder glatt.
Willst Du weitere Farben in das Bild einbringen, kannst Du Dir diese mit Gewürzen wie Zimt, Paprika oder Curry anrühren. Dazu nimmst Du etwas Wasser und ein Gewürz mit Farbe Deiner Wahl und vermischt es, wie beim Kaffeepulver.
Schnurbild mal anders
Vielleicht macht Dir das Hantieren mit Wolle oder Schnüren mehr Spaß. Das ist mein zweiter Vorschlag. Diesmal geht es um ein Bild, dem Du sozusagen beim Wachsen zusehen kannst.
Das brauchst Du:
bunte Wolle oder Schnur in verschiedenen Farben oder Stärken
Bastelkleber oder (falls vorhanden) doppelseitiges Klebeband
eine kleine Schere
als Unterlage ein Stück Karton
Die Größe des Kartons definiert die Größe Deines Bildes. Wenn Du etwas Abstraktes gestalten willst, kannst Du einfach loslegen. Streiche Deine Fläche mit Bastelkleber ein, am besten immer nur kleinere Bereiche und klebe dann deine Schnüre auf, die Du in Spiralen oder auch in parallelen Linien aufbringen kannst. Bei doppelseitigem Klebeband beklebst Du die Fläche, löst jedoch die Schutzfolie in Etappen.
Möchtest Du ein konkretes Bild machen, ist es leichter, wenn Du Dir vorher eine Skizze machst und dann Feld für Feld beklebt.
Mein Tipp:
Fang intuitiv an einer Stelle an und lege verschiedene Formen und Strukturen. Du wirst hinterher überrascht sein, was dabei herauskommt.
Einen weiteren Vorschlag habe ich noch für Dich.
Kaltporzellan – nicht nur ein Spaß für Kinder
Eine andere Form der Kreativität ist das dreidimensionale Erschaffen mit den eigenen Händen und Werkzeugen, die aus der Besteckschublade kommen. Ein Kaltporzellan-DIY-Kit bietet auch Erwachsenen viel Spaß und gibt neue Impulse. Zum einen gibt es Dir den Freiraum, indem es Deine Kinder beschäftigt, zum anderen bietet es Deinen Kindern viel Raum für Fantasie, zum Spielen und zur Verbesserung der feinmotorischen Fähigkeiten. Kinder ab drei Jahren können sich – auch ohne Aufsicht der Eltern – damit beschäftigen.
Kaltporzellan – was ist das?
Kaltporzellan ist eine Art Knetmasse, die sich leicht verarbeiten lässt und an der Luft aushärtet.
Du kannst das Material im Internet bestellen, wobei ich die beste Erfahrung mit dem von mir – in Zusammenarbeit mit einem Jugendhaus entwickelten – selbst hergestellten Kaltporzellan gemacht habe. Es besteht aus haushaltsüblichen Zutaten wie Natron, Wasser, Speisestärke und Speisefarbe und ist eine kostengünstige Alternative zu fertigen Knetmassen. Der große Vorteil ist, dass die erschaffenen Werke nach der Trocknung haltbar sind und beispielsweise verschenkt werden können. Ich arbeite bereits an weiteren DIY-Sets, die andere kreative Seiten ansprechen und in den nächsten Wochen auch zum Versand bereitstehen.
Mein Tipp:
Wichtig – lege das Kaltporzellan nicht zum Trocknen auf die Heizung, sonst reißt die Masse!
Bei all meinen Vorschlägen geht es nicht um eine Bewertung der Ergebnisse. Ich möchte Dir an die Hand geben, dass der Schaffensprozess das ist, was Dir gut tut und wünsche Dir beim Ausprobieren viel Freude und Entspannung, eine gelungene Auszeit vom Alltag.
Kreativität kennt keine Altersbeschränkung.
– Irene Anding
Wie ist es Dir ergangen? Ich freue mich über Deine Erfahrung, Kommentare oder weitere Fragen in den Kommentaren.
Herzliche Grüße
Deine Irene
Die Autorin: Irene Anding – Atelier für Lebensfreude
Die ausgebildete Kunsttherapeutin bietet in ihrem Atelier für Lebensfreude allen Interessierten den Raum und die Möglichkeit, sich künstlerisch zu betätigen und neue Erfahrungen im kreativen Bereich zu machen. Vom „normalen“ Malen auf Leinwand über Filzen, Skulpturen-, Seifen- und Papierherstellung bis zum Action-Painting bietet sie eine breite Palette kreativer Selbstverwirklichung an. Ob Kindergeburtstage, Gruppenevents oder ArtNights, sie begleitet ihre Kunden individuell auf dem Weg zu einem eigenen oder einzigartigen Kunstwerk. Ihr ist es wichtig, den Raum für eine Auszeit vom Alltag anzubieten: zum Abschalten, zum Runterkommen, um sich selbst spüren können, um sich damit selbst ein Geschenk zu machen.
Kontakt:
Atelier für Lebensfreude Irene Anding Jagdstr. 7 (Rückgebäude) 90419 Nürnberg M 0157 87305523 E-Mail: info@irene-anding.de www.irene-anding.de
Der boomende Online-Handel treibt die Betrugsfälle in die Höhe und die Tendenz steigt weiter, weil aufgrund der Pandemie viel mehr online bestellt wird. Im Jahr 2019 wurden von den deutschlandweit angezeigten 57.530 Betrugsfällen nicht einmal 30% aufgeklärt. Die ZDF Dokumentation (leider ist das Video nicht mehr verfügbar) von Maja Helmer macht deutlich, wie einfach es ist, Identitäten zu missbrauchen und wie schnell jeder zu einem Betrugsopfer werden kann!
Die Krux mit den Prioritäten
Mit verschiedenen Stellschrauben kann dem Bestellbetrug entgegengewirkt werden, doch die Interessenslage „Umsatz“ spricht dagegen. Die Hürde zum Kaufabschluss klein zu halten, ist das Ziel der Online-Händler und dazu wird häufig der riskante „Kauf auf Rechnung“ angeboten. Betrug ist dabei besonders einfach, weil wenige Daten zum Bestellen ausreichen, die nicht überprüft werden. Eine weitergehende Identifizierung des Bestellers ist seitens der Gesetzgebung auch nicht vorgeschrieben und zudem für die Händler sehr kostenaufwendig.
Die Folge: Unberechtigte benötigen nur wenige persönlichen Daten, um eine illegale Bestellung durchzuführen.
Im Darknet werden illegale Datensätze aus Phishing-Aktionen z. B. für PayPal Kunden ab 10 $ angeboten, mit Namen, Adressen, Bankverbindungen und Passworten. Mit diesen Angaben wird das Shoppen für einen Betrüger einfach, zumal die Identität nicht hinterfragt wird. Leidtragend sind die ahnungslosen Kunden, die erst dann mit der Realität konfrontiert werden, wenn Zahlungsaufforderungen von Anwälten und Inkassobüros ins Haus flattern.
Deutschland: Das schwächste Glied
Der Beitrag „Gestohlene Identität – Auf der Spur der Online-Betrüger“ macht deutlich, dass in Deutschland vergleichsweise schwache Sicherheitsvorkehrungen herrschen. Sowohl das Bundesfinanz- als auch das Bundeswirtschaftsministerium setzen aktuell auf freiwillige Lösungen. Somit werden dem Online-Handel keine höheren Vorgaben gemacht, obwohl die Justiz mit den steigenden Fallzahlen an ihre Grenzen stößt.
Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. sieht ebenfalls keinen Bedarf für erhöhte Sicherheitsvorkehrungen, denn die Betrugsfälle bewegen sich im Promille-Bereich. Maja Helmer zeigt, dass selbst die großen Zahlungsanbieter nur begrenzte Möglichkeiten haben. Zahlungsdienstleister wie z. B. Ratepay, Billpay oder Klarna übernehmen für Online-Händler zwar das Ausfallrisiko, doch auch ihnen fällt es schwer, die echten Käufer von den Bestell-Betrügern zu unterscheiden.
Immerhin konnte die Staatsanwaltschaft Dresden im Jahr 2018 nach fast 6 Jahren Arbeit einen internationalen Online-Bestell-Betrüger-Ring sprengen, der den deutschen Online-Handel um 13 Mio. Euro betrogen hat. Doch diese Erfolge sind selten.
Die Macht der potenziellen Opfer
Was sind die Folgen für die Betroffenen, den Opfern des Bestellbetrugs? Monatelang müssen sie Zeit, Geld und Nerven investieren, um sich gegen die unberechtigten Vorwürfe zu wehren und um gegen Anwälte und Inkassobüros anzugehen. Ein daraus resultierender schlechter Schufa-Eintrag kann weitreichende Folgen haben.
Was lässt sich also tun? Bessere Passwörter und die Aktivierung der 2-Faktor-Authentifizierung (sofern das angeboten wird) sind zumindest Möglichkeiten, die jeder für seine Sicherheit umsetzen kann. Auch kann das eigene Kaufverhalten auf den Prüfstand gestellt werden und der Fokus auf höhere Sicherheitsstandards gelegt werden.
Jeder Käufer hat die Macht, mit seinem Einkaufsverhalten Dinge zu verändern. Ich möchte meine Macht nutzen: Ich richte mein Augenmerk auf die Sicherheit des Online-Shops und nicht mehr auf ein einfaches Bestellerlebnis.