Spinnenphobie: Der Angst ins Netz gegangen

Spinnenphobie: Der Angst ins Netz gegangen

Angst vor Spinnen ist, gerade bei Frauen, weit verbreitet und geht mit hohem Leiden und starker Vermeidung einher. Durch die Vermeidung (z. B. von Wiesen und Wäldern) wird die Freiheit im Alltag zunehmend eingeschränkt. Obwohl Spinnenangst gut durch so genannte „Konfrontationstherapien“ behandelbar ist, suchen nur wenige Betroffene Hilfe.

Fallbeispiel

Louisa steht vor dem gekippten Fenster. Sie ist wie erstarrt. Ihr Puls schnellt in die Höhe, das Herz schlägt ihr bis zum Hals und sie beginnt zu zittern. Mit den Augen fixiert sie die Spinne, die langsam oberhalb des Fensters entlang krabbelt. Hätte sie doch bloß das Fenster nicht geöffnet. Als sie sich aus der Schockstarre lösen kann, greift sie panisch nach ihrem Mobiltelefon. Mit angstvoller Stimme bittet sie die Freundin vorbeizukommen, um die Spinne zu entfernen. Sie hat Glück, die Freundin hat Zeit und ist in wenigen Minuten da.

Wie Louisa berichten Betroffene von Spinnenangst oder gar Spinnenphobie immer wieder davon, Hilfe beim Entfernen von Spinnen zu benötigen. Auch auf andere Art und Weise kann eine Spinnenangst einschränkend und belastend sein. Betroffene erleben starke Angst und Furcht bei einer (erwarteten) Begegnung mit einer Spinne. Das Umfeld nimmt Betroffene oft nicht ernst und reagiert mit Unverständnis. Die Betroffenen selbst suchen die Umgebung in regelmäßigen Abständen auf Spinnen ab und interpretieren bereits schwarze Flecken an der Wand als Spinnen. Dachböden und Keller werden nicht betreten, da dort häufig Spinnen sind. Die Spinnenphobie kann den Tagesablauf Betroffener empfindlich stören. Ist eine Spinne im Weg, kann etwa das Haus nicht verlassen werden, sind Umwege zu gehen oder es wird Hilfe benötigt. Diese Schwierigkeiten wiederum führen zu Verspätungen, Stress und Schamgefühl. Wenn abends im Bett die Spinnen auch noch die Hauptdarsteller im eigenen Kopfkino sind, fällt auch noch das Einschlafen schwer.

Was genau ist eine Spinnenphobie?

Ist die Angst vor Spinnen besonders ausgeprägt, kann es sich um eine Spinnenphobie handeln. Von einer Spinnenphobie wird gesprochen, wenn eine deutliche Angst oder Furcht vor Spinnen besteht. Die Angst geht dabei deutlich über die tatsächliche Gefahr hinaus, die eine Spinne birgt. Begegnen Betroffene einer Spinne, zeigen sie fast immer eine deutliche und sofortige Angstreaktion. Spinnen werden bei einer Spinnenphobie aktiv vermieden, das heißt, der Kontakt mit Spinnen wird absichtlich verhindert oder so weit wie möglich minimiert. Ist die Begegnung mit einer Spinne unumgänglich, wird diese nur unter starker Angst durchgestanden. Dabei können auch Panikattacken auftreten. Die Angst und die Vermeidung haben einen negativen Einfluss auf wichtige Lebensbereiche, wie den Beruf oder soziale Beziehungen. Beispielsweise nehmen Betroffene nicht mehr an Veranstaltungen in Parks und Gärten teil oder lehnen ein ersehntes Stellenangebot aufgrund örtlicher Gegebenheiten ab.1

Wie viele Personen sind betroffen?

Angsterkrankungen, zu denen die Spinnenphobie zählt, sind weit verbreitet. Die verschiedenen Phobien stellen dabei die häufigsten aller Angsterkrankungen dar. Etwa 12.5% der Bevölkerung leiden einmal in ihrem Leben an einer Phobie. Die meisten Phobien entstehen bereits im Kindes- und Jugendalter – im Schnitt im Alter von zehn Jahren. Dennoch kann eine Phobie in jedem Alter neu auftreten. Wie bei den Phobien insgesamt sind auch bei der Spinnenphobie etwa doppelt so viele Frauen als Männer betroffen.1, 2

Wie entsteht eine Spinnenphobie?

Bei der Entstehung einer Spinnenphobie spielen verschiedene Aspekte eine Rolle. Ein Aspekt sind negative Erlebnisse in der Vergangenheit. So ein Erlebnis kann etwa das Hineinlaufen in ein Spinnennetz sein oder eine beinahe verspeiste Spinne im Salat. Relevant ist bei dem Erlebnis nicht, ob die Situation tatsächlich gefährlich war, sondern dass Betroffene selbst die Situation als bedrohlich erlebten. Teilweise erinnern sich Personen noch genau an das Ereignis, mit dem ihre Spinnenangst begann. Andere berichten, die Angst sei immer schon da gewesen und können keinen konkreten Anfangspunkt berichten.

Ein besonders wichtiger Aspekt ist das sogenannte Modelllernen. Damit ist das Lernen durch Beobachten anderer gemeint. Kinder lernen besonders viel durch das Beobachten elterlichen Verhaltens. Zeigt nun ein Elternteil immer wieder starke Angst beim Anblick einer Spinne, lernt ein Kind, dass es vor Spinnen Angst haben sollte.

Auch die Angstsensitivität, ein Persönlichkeitsmerkmal, ist ein relevanter Faktor. Personen die angstsensitiver sind, entwickeln eher eine Phobie.3

Es wird heute zudem davon ausgegangen, dass eine sogenannte Preparedness die Entwicklung von Phobien begünstigt. Die Preparedness ist eine biologisch angelegte Neigung, gewisse Assoziationen besonders schnell zu erlernen. Der Grund dafür ist, dass es evolutionsgeschichtlich von Vorteil war, sich vor Spinnen zu fürchten. Wer sich vor Spinnen in Acht nahm, hatte bessere Chancen zu überleben und sich fortzupflanzen.4 Heutzutage sind die Spinnen in unseren Breitengraden ungefährlich. Objektiv gesehen macht es daher wenig Sinn, sich vor ihnen zu fürchten.3

Schlussendlich spielt das Vermeidungsverhalten eine Rolle dabei, dass Ängste bestehen bleiben. Aufgrund der dauerhaften Vermeidung, also dem Ausweichen von Spinnen, ist es unmöglich, relativierende und korrigierende Erfahrungen zu machen, welche die Angst mindern würden. Im Gegenteil: meistens weitet sich die Angst noch aus.3

Wie kann eine Spinnenphobie behandelt werden?

Die gute Nachricht ist, dass es trotz der großen Belastung wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeiten für die Spinnenphobie gibt. Die Behandlung der Wahl ist die sogenannte Exposition – Betroffene konfrontieren sich mit dem Objekt der Angst, also der Spinne. Im ersten Moment hört sich dies möglicherweise beängstigend und unüberwindbar an. Daher kann es sinnvoll sein, sich professionell begleiten zu lassen. Es gibt die Möglichkeit, eine Exposition in der Vorstellung (in sensu) oder in der Realität (in vivo) durchzuführen. Neuerdings werden auch Möglichkeiten zur virtuellen Exposition entwickelt. Dadurch können sich Betroffene selbständig mit einer App ihrer Spinnenphobie stellen.5

Ein Gruppentherapiekonzept gegen Spinnenphobie

In einem neuen Gruppentherapiekonzept der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit dem Walterzoo Gossau können Betroffene einer Spinnenangst oder Spinnenphobie sich ihrer Angst stellen. Dabei werden die Teilnehmer während vier Stunden durch Fachpersonen aus Biologie und besonders Psychologie eng begleitet. Zu Beginn gibt es eine Wissenseinheit zu Angst und Spinnen. Danach beginnt die eigentliche Konfrontation. Als erstes wird mit Spinnenbildern gearbeitet. Diese sollen genau betrachtet und berührt werden. Dann geht es weiter mit Spinnenhäuten und toten Spinnen, die betrachtet und angefasst werden (können), bevor schlussendlich mit lebenden Spinnen geübt wird. Jeder Teilnehmer geht so weit er das möchte. Die Fachpersonen ermutigen die Teilnehmer bei jedem Schritt, es wird aber nichts erzwungen. Der Kurs soll möglichst alltagsrelevant sein, daher findet die Konfrontation mit einheimischen Spinnen statt. In Zusammenarbeit mit diesem Programm läuft aktuell auch eine Studie der Universität Zürich, die den Einfluss von Hormonen auf die Wirksamkeit der Expositionstherapie untersucht. Dadurch soll das Therapieangebot in Zukunft noch weiter verbessert werden.

Vermeide die Vermeidung!

Betroffene von Spinnenphobie suchen oft erst nach langer Zeit des Leidens und Vermeidens Hilfe. Ob seit kurzer oder langer Zeit eine Spinnenangst besteht, die Erfahrung hat gezeigt, eine Behandlung lohnt sich! Betroffene finden dadurch einen entspannteren Umgang mit Spinnen und erlangen verlorene Freiheiten zurück. Verschiedene Programme zur Behandlung von Spinnenphobie sind dabei leicht im Internet zu finden.

„Mut ist nicht, keine Angst zu haben; Mut ist, sich seiner Angst zu stellen.“

(Verfasser:in unbekannt)

Weiterführende Informationen und Spinnenphobiekurs

Universität Zürich

Zoo Gossau

Ratgeber: Galli, U., Pallich, G. & Pörtner, L. (2020). Keine Angst vor Spinnen. Der Ratgeber für Menschen mit Spinnenphobie (1. Auflage). Bern, Schweiz: Hogrefe Verlag.


Quellen

1 Falkai, P. (Hrsg.). (2015). Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen DSM-5®. Göttingen; Bern ; Wien [u.a.]: Hogrefe.

2 Michael, T., Zetsche, U., & Margraf, J. (2007). Epidemiology of anxiety disorders. Psychiatry, 6(4), 136–142. 

3 Galli, U., Pallich, G. & Pörtner, L. (2020). Keine Angst vor Spinnen. Der Ratgeber für Menschen mit Spinnenphobie (1. Auflage). Bern, Schweiz: Hogrefe Verlag.

4 Hoyer, J.& Knappe, S. (2020), Klinische Psychologie & Psychotherapie, Heidelberg: Springer.

5 Bandelow, B, et al. M. (Eds.): S3-Leitlinie Angststörungen. Berlin 2015: Springer.


Die Autorin: Aline Hafner, BSc

Aline Hafner absolviert gerade den Master of Science in Psychologie an der Universität Zürich. Nach ihrem Abitur an einem Kunstgymnasium war ihr klar: Kunst ist interessant, aber noch interessanter ist der Mensch und warum er ist, wie er ist. Im Rahmen ihrer Masterarbeit wirkt sie an der Studie „Hormone und Psychotherapieerfolg bei Spinnenangst“ mit. Dadurch beschäftigt Sie sich intensiv mit Angsterkrankungen und insbesondere mit der Spinnenphobie.

„Es ist begeisternd zu sehen, wie Menschen in der Expositionstherapie sich mutig ihrer Angst stellen und schnelle Erfolge verzeichnen können.“

Kontaktdaten:

Aline Hafner, BSc
Universität Zürich
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Brustkrebs: Fragen und Antworten

Brustkrebs: Fragen und Antworten

Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung der Frau. Brustkrebs (medizinisch Mammakarzinom) ist ein bösartiger Tumor der Brustdrüse des Menschen. Was aber bedeutet genau Brustkrebs? Wie laufen eine Brustkrebs-Untersuchung sowie Behandlung ab? Wie bereitest Du Dich auf eine Chemotherapie vor? Und welche Entscheidungen müssen nach einer Brustoperation, Brustrekonstruktion, Brustentfernung, Mastektomie getroffen werden? Wie sieht eine Brutprothese aus und gibt es spezielle BHs für die Zeit nach einer Strahlentherapie?

Zahlen und Fakten

„Jedes Jahr erkranken in Deutschland 167,7 von 100.000 Frauen und 1,8 von 100.000 Männern an Brustkrebs. Mit etwa 69.700 Neuerkrankungen insgesamt ist Brustkrebs in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 64 Jahren“, so die Deutsche Krebshilfe.

Was bedeutet Brustkrebs medizinisch gesehen?

Brustkrebs beginnt in den Zellen der Brust. Dort befinden sich krankhaft veränderte Zellen, die die natürlichen Gewebegrenzen überschreiten (Invasive Tumore). Sie wachsen aus dem Drüsengewebe oder den Milchgängen in angrenzendes Gewebe. Ohne Behandlung ist das Risiko hoch, dass sie weiterwachsen, und sich Metastasen bilden.

In den meisten Fällen dauert die Entwicklung von Brustkrebs mehrere Monate oder sogar Jahre.

Wie läuft eine Brustkrebs-Untersuchung ab?

Tastuntersuchung

Wenn wir von einer Früherkennungsuntersuchung bei Brustkrebs sprechen, denken wir an eine Tastuntersuchung. Gesetzliche Krankenkassen in Deutschland bieten Frauen ab 30 Jahren 1-mal im Jahr ihre Brust von Ärzt:innen abtasten zu lassen. Diese Maßnahme reicht zur Brustkrebsfrüherkennung allein nicht aus, kann aber dazu führen, dass weiterführende Untersuchungen veranlasst werden.

Desweiteren bieten die gesetzlichen Krankenkassen Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zur Früherkennung von Brustkrebs alle 2 Jahre ein Mammographie-Screening an.

Mammographie-Screening

Die Mammographie ist eine medizinische Bildgebungstechnik, mit der die innere Struktur der Brust mithilfe von Röntgenstrahlen sichtbar gemacht wird. Sie ist die erste Untersuchung in der Brustbildgebung. Es können mögliche Läsionen oder Knötchen erkannt werden, bevor schwerwiegende Symptome von Brustkrebs auftreten. Wenn in Deiner Familie Fälle von Brustkrebs aufgetreten sind, wird Deine Ärzt:in eine bilaterale Mammographie beider Brüste anordnen. Aber Vorsicht, die Mammographie allein bestätigt die Diagnose von Brustkrebs nicht, es ist wichtig sich die Ergebnisse von Spezialist:innen erklären zu lassen.

Behandlung von Brustkrebs

Je früher der Brustkrebs diagnostiziert wird, desto höher sind die Chancen auf einen Behandlungserfolg. Natürlich ist die Art der Behandlung von der Größe des Tumors abhängig sowie von der Frage, ob der Krebs bereits Metastasen gebildet hat.

Sehr häufig ist eine operative Entfernung des Tumorgewebes der erste Schritt. Nach der Operation wird dann unter Umständen noch eine Strahlentherapie erfolgen.

Zwei Operationstypen

Bei der brusterhaltenden Operation, werden nur der Tumor und zur Sicherheit die umgebenden Zellen entfernt. Der Rest der Brust wird erhalten. Eine brusterhaltende Operation wird immer durch eine Strahlentherapie ergänzt.

Bei einer sogenannten Mastektomie wird die gesamte Brust entfernt. In diesem Fall kann über eine Brustrekonstruktion nachgedacht werden.

Bei einem tastbaren Lymphknoten müssen zusätzlich ein oder mehrere axilläre Lymphknoten entfernt werden. In diesem Fall soll festgestellt werden, ob der Tumor über die Brust hinausreicht, ob eine weitere Behandlung mit Chemo- oder Hormontherapie erforderlich ist oder ob eine Bestrahlung der Lymphknoten angebracht ist. Die Lymphknotenentfernung reduziert bei Bedarf das Rezidivrisiko, das Risiko, dass der Krebs erneut auftritt.

Strahlentherapie

Meistens wird die Strahlentherapie nach der Operation (adjuvante Therapie) eingesetzt, um gegebenenfalls nicht entfernte Tumorzellen abzutöten und so einen Rückfall zu verhindern.

Nach einer Strahlentherapie ist die Haut äußerst empfindlich bis verbrannt. Daher ist es während und einige Wochen nach der Strahlentherapie empfehlenswert, einen angepassten BH zu tragen. Beispiele für Spezial BHs findest Du u. a. hier.

Chemotherapie

Bei Brustkrebs kann zusätzlich zur Operation eine Chemotherapie nötig sein, um die Tumorzellen intensiv zu bekämpfen. Hierbei handelt es sich um sogenannte Zytostatika, Wirkstoffe, die das Wachsen von Krebszellen hemmen.

Diese Wirkstoffe können leider auch gesunde Zellen befallen. Deshalb sind Haarausfall und Übelkeit zwei der häufigsten Nebenwirkungen, die bei einer Chemotherapie auftreten können.

Wie bereitest Du Dich am besten auf eine Chemotherapie vor?

  • Organisiere Deinen Transport zu jeder Sitzung. Am besten lässt Du Dich die ersten Male begleiten, da die Behandlung enorm anstrengt. Die Unterstützung von Nahestehenden ist von sehr großer Bedeutung.
  • Trage gemütliche Klamotten, manche Chemotherapie Sitzungen können bis zu 4 Stunden dauern.
  • Denke daran Deine Nägel zu pflegen und zu schützen, da sie sich durch die Chemotherapie verändern könnten.
  • Trinke genug, sowohl vor als auch während der Sitzung.
  • Nimm leichte Kost zu Dir.
  • Vermeide das Auftragen von Parfüm, Gerüche können unerträglich werden. Was Du mitbringen solltest: Thermalwasserspray, Zeitschriften, Musikplayer, Akupressur-Armband gegen Übelkeit, Decke für die Kälteempfindlicheren, etwas zum Knabbern.


Postoperative- und Prothesen-BHs

In der Chirurgie bleiben bei Krebs in der Regel Narben auf der Brust oder auf dem Brustkorb zurück. Diese Narben können sichtbar und in den ersten Monaten nach der Operation sehr empfindlich sein.

Um so gut wie möglich mit den gegebenen Umständen zurecht zu kommen und um eine Reizung der Narben durch den BH zu vermeiden, solltest Du Dich nach bequemer, zu Deiner Morphologie passender Unterwäsche umschauen. Während den ersten Wochen nach der Mastektomie (bis zur Wundheilung) ist das Tragen eines postoperativen BHs empfehlenswert. Damit ist ausgeschlossen, dass sich Nähte auf der Höhe eventueller Narben befinden. Es gibt bequeme Modelle ohne Bügel mit Taschen für Teil- bzw. Ausgleichsprothesen, das vermeidet die Reizung der Narbe. Möglichst breite Träger nehmen viel Druck von den Schultern und ein höher geschnittener BH versteckt Deine Narbe auf dem Brustkorb.

Und eine passende Brustprothese?

Egal ob es sich hier um eine Übergangslösung oder um eine endgültige Lösung handelt, die Brustprothese ist ein ästhetisches und psychologisches Mittel, um sich weiterhin weiblich zu fühlen. Entscheide Dich für eine Brustprothese, die zu Deiner Körperform passt (Beispiele findest Du hier). Sobald die Wundheilung abgeschlossen ist, raten wir davon ab, eine mit Silikongel gefüllte Prothese zu verwenden. Beim Verlassen des Krankenhauses bekommest Du normalerweise eine Stoffprothese. Es liegt ganz bei Dir welche Prothese am besten für Dich geeignet ist.

Nachstehend findest Du ein paar Kriterien, die Dir bei Deiner Entscheidung helfen können: 

Das Material: Stoff (wird nach der Operation empfohlen) oder Silikon für die Optik und das vertraute Gefühl. Wähle Deine Prothesenform je nach Form und Kontur Deiner Brüste aus (symmetrisch, asymmetrisch…). Entscheide Dich zwischen einer selbsthaftenden Brustprothese, das Gewicht wird von der Brustwand getragen und daher gleichmäßiger verteilt oder einer externen Brustprothese, die in einer Tasche des BHs getragen wird. Außerdem gibt es leichtere Brustprothesen, die für eine Teilentfernung, große Brüste oder sportliche Aktivitäten geeignet sind.

Nachsorge

Vergiss bitte nicht, Dich um eine angemessen Nachsorge zu kümmern. Viele Einrichtungen bieten verschiedene Entspannungsprogramme an. Gönne Dir zum Beispiel eine Spa-Behandlung, übe eine angepasste körperliche Aktivität aus oder lasse Dich von Spezialist:innen in Deinem Leben nach dem Krebs unterstützen und begleiten.

Verschiedene begleitende Behandlungen und alternative Medizin sind sehr hilfreich: geeigneter Sport, Akupunktur, Sophrologie, Kunsttherapie, Yoga, …


Die Autorin: Kira Hollmann

Kira Hollmann ist Brandmanagerin für das Unternehmen Oncovia.com

Seit vielen Jahren engagiert sie sich Tag für Tag im Kampf gegen Krebs bei Frauen.

Oncovia.com dient mit einem breiten Angebot (Kosmetikprodukte, Unterwäsche, Perücken sowie Accessoires) dem Komfort und dem Wohlbefinden von Krebsleidenden.

Im Vordergrund steht für mich stets die Unterstützung von Krebspatienten: „Ich und unser ganzes Team wollen dabei helfen, besser mit den Belastungen des Krebses umgehen zu können. Wir stehen Dir zur Seite, wenn es darum geht, der Krankheit und ihren Nebenwirkungen zu begegnen, die Lebensqualität zu steigern und das innere Gleichgewicht wieder herzustellen.“

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Pornographie – Das Gift in unseren Beziehungen?

Pornographie – Das Gift in unseren Beziehungen?

Ich bin im Grunde meines Herzens ein Mensch, der die Welt besser machen möchte und naiv genug ist, zu glauben, dass es Menschen gibt, die hören mögen, was ich zu sagen habe.
Frieden beginnt für mich in meinem Inneren. Damit, dass ich auf mich achte und darauf, was ich ausspreche. Und es ist so viel leichter, bei einem „funktionierenden“ System zu bleiben als aufzustehen und zu sagen, was und wie ich es mir wünsche. Ich habe mich fürs Aufstehen entschieden!

Erkannt habe ich folgendes: Durch Pornographie machen wir uns gegenseitig zu Objekten unserer Begierde und Bewertung. Das hinterlässt Spuren, auch in unserem Gehirn, die wir gern kleinreden, weil Pornographie allgegenwärtig ist. Und doch hat sie Einfluss darauf, wie wir uns „lieben“.

Das Finden der eigenen Schönheit

Wenn mir ein Mann heute sagt, wie schön er mich findet, kann ich das nur annehmen, weil ich diese Schönheit in mir selbst gefunden habe. Nicht mit Vergleichen mit dem Außen. Die Schönheit anderer Frauen bedeutet jetzt nicht mehr die Abwesenheit meiner eigenen Schönheit. Ich kann heute den Blick eines Mannes, der mich begehrt, auf meinem nackten Körper genießen. Ich empfinde Hingabe zu meiner Vagina und seinem Penis. Ich kann ihre und seine Schönheit sehen und jeden Zentimeter wertschätzen. Ich kann den Blick in seine Augen genießen, wenn er meine Vagina küsst – das war verdammt viel Arbeit!

Ich wünsche mir, dass wir uns der Schönheit des Geschenks von hingebungsvoller Sexualität bewusst sind – einer Schönheit, die zwischen zwei Menschen immer wieder geschaffen werden kann. Die sehr viel Vertrauen, Gefühl und Worte braucht und nicht die Bilderautobahn der Pornographie im Kopf.

Die Challenge

90 Tage ohne pornographische Inhalte. Selbstliebe und Selbstannahme ohne fremde Bilder. Nur Spüren.

Das war meine Challenge. Und gespürt habe ich zunächst sehr wenig. Es war wie beim Meditieren. Du kannst nur mitreden, wenn Du es selbst erfahren hast. Und das Geschenk ist so viel größer als ich mir vorstellen konnte.

Für diesen Frieden in mir und zwischen Frauen und Männern stehe ich gern auf und teile, was ich mir für uns alle wünsche.

Ich lade Dich ein: Probiere es aus! Schreibe mir gern von Deinen Erkenntnissen oder hinterlasse einen Kommentar. Ich bin sehr gespannt, was die Challenge mit Dir macht.

Herzliche Grüße

Monika Schilling


Die Autorin: Monika Schilling, Coachin und Controllerin

Das Leben mit jedem Atemzug leben – das tue ich. Meistens jedenfalls. Manchmal bin ich ungeduldig. Und wenn ich in einer Sackgasse stecke … dann probiere ich, die Aussicht zu genießen.

Ich blicke dankbar auf über zehn Jahre Controlling-Expertise zurück. Heute bin ich selbständige Coachin. Allen Widrigkeiten zum Trotz und sehr lebendig. Meine Vision sind Organisationen und (Beziehungs-) Systeme, die uns glücklich machen. Und ich betrachte es als Geschenk – gesellschaftliche, familiäre, organisatorische, religiöse – Rahmenbedingungen immer wieder neu zu gestalten. Es sind Humor, Mut und selbstbestimmte Disziplin, die mich in meinem Tun begleiten. Und es trägt mich der liebevolle, ganzheitliche Blick auf das, was DICH staunen lässt.

Kontaktdaten und Verlinkungen:

Dipl.-Kff. Monika Eleonore Schilling
DiePotentialEntfalterin
Coachin aus Bochum

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Gitti, der vegane Nagellack auf Wasserbasis

Gitti, der vegane Nagellack auf Wasserbasis

Jennifer Baum-Minkus startete mit umfassender Recherche in die Entwicklung, als sie sich – Ende 2017 – verändern wollte. Sie kündigte ihren guten Job und verfolgte die spontane Idee, einen Nagellack zu entwickeln, der ohne Chemie und tierische Farbpigmente auskommt.

Sie hat 18 Monate gebraucht, um die erste „Gitti“-Produktion auf den Markt zu bringen und der Erfolg sprach für sich. Innerhalb von 2 Stunden war der für 9 Monate geplante Vorrat von über 700 Fläschchen ausverkauft. Auch die Folgeproduktionen waren in kürzester Zeit vergriffen und haben dem Startup ein schnelles Wachstum ermöglicht.

Weiterentwicklung durch die Community

Vor der Marktreife gab es ein „Tasting“, zu Hause bei der Gründerin. Die Ergebnisse flossen in die Entwicklung ein, das hat sich auch bis heute nicht geändert. Anfangs waren nur die Farben gut und an allen anderen Dingen musste weitergearbeitet werden. Nun ergänzen zu 100% natürliche Nagellackentferner die Produktpalette. Die Feedbacks aus der Community sind wichtige Hinweise, die von „Gitti“ genutzt werden, um weitere Verbesserungen zu erarbeiten. Ihr Ziel ist, mit ihren vollständig natürlichen und veganen Nagelfarben die Beauty-Industrie grundlegend zu verändern.

Die Höhle der Löwen

Auf der Suche nach Unterstützung trat Jennifer Baum-Minkus mit „Gitti“ in der Höhle der Löwen an. Alle Investoren waren begeistert und machten ein Angebot, doch letzten Endes platzte der Deal, weil man sich nicht in allen Punkten einigen konnte. Dennoch hat sich der Auftritt für „Gitti“ gelohnt, denn ihre Community hat dadurch enormen Zuwachs bekommen.

Vor- und Nachteile von „Gitti“

Der Weg zu einem bewussteren Lebensstil war der Auslöser, denn für Nagellack gab es keine nachhaltige Alternative. Die Nagelfarben bestehen zu 55 % aus Wasser und sind geruchsfrei. Alternativ gibt es pflanzenbasierte Farben, die mit einer größeren Deckkraft aufwarten und langanhaltend (bei richtiger Anwendung 5 Tage), aber nicht völlig geruchsfrei sind. Bei wasserbasierten Farben sollte zudem innerhalb von zwei Stunden nach dem Auftragen der Kontakt mit heißem Wasser vermieden werden, damit die Haltbarkeit gegeben ist. Alle Nagelfarben sind 23-free, vegan und eco-friedly.

Was bedeutet „23-free“?

Für Nagellacke gibt es kein einheitliches Bewertungssystem. Häufig werden „x-free“-Claims verwendet. Die „Gitti“-Nagelfarben sind 23-free, das heißt, 23 bedenkliche Stoffe sind in den Produkten nicht enthalten. Alle verwendeten Inhaltsstoffe findest Du auf der Website. Übrigens: auch die Verpackungen sind nachhaltig.

Einige Videos zu den Themen findest Du auf Youtube und verschiedene Links haben wir Dir zusammengestellt. Falls Du Erfahrungen mit den Produkten hast, hinterlasse uns gern einen Kommentar.

Quellenangaben:

FAZ vom 19.09.2020: „Gitti“-Gründerin im Gespräch: Wir treffen den Nerv der Zeit

Business-Insider, Gründerszene (Aktualisierung vom 31.08.2020): Sie bekam noch vor dem Start ein Kaufangebot für ihre Nagellack-Formel

Business-Insider, Gründerszene: Warum der Gitti-Deal mit Judith Williams nicht zustande kam

OMR vom 22.10.2020: Gitti: Wieso das Nagelfarben-Startup schon vor „Die Höhle der Löwen“ immer ausverkauft war

Weitere Links:

Website Gitti

Anleitung von Gitti

Gitti auf Instagram

Mächtige Männer – Ohnmächtige Frauen?

Mächtige Männer – Ohnmächtige Frauen?

„Der Mann jagte, verdient Geld, hat Erfolg. Die Frau sammelte Beeren, kümmert sich um Kinder und Haushalt.“ So beginnt eine Dokumentation des ZDF unter dem Titel „Mächtige Männer – Ohnmächtige Frauen?“

Doch wie ist eigentlich das Bild der Frau als schwaches Geschlecht geprägt worden? Wer ist schuld am Bild des Mannes als Bestimmer und der Frau als „Heimchen am Herd“? Entspricht dieses Bild der Realität oder muss die Geschichte neu geschrieben werden, um es ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen?

Heute wissen wir, dass Frauen in der frühen Vorgeschichte bei fast allen Völkern rund um den Globus die gleichen Rechte hatten wie die Männer. Kriegerinnen waren genauso selbstverständlich wie Krieger. Auch steinzeitliche Künstlerinnen, reiche Fürstinnen aus der Bronzezeit und Äxte schwingende Wikingerinnen gab es tatsächlich. Das alles konnte aber erst die moderne Archäologie beweisen, die begonnen hat, alte Ausgrabungen mit fortschrittlichen Methoden wissenschaftlich zu untersuchen.

Die Archäologen des 19. und frühen 20. Jh., durchweg Männer (!), haben die Inhalte der Ausgrabungen aus ihrer Perspektive interpretiert. In ihrer Gedankenwelt kamen Frauen als Clanführerinnen oder Kriegerinnen nicht vor. Hier wurde die „naturgegebene“ Denkweise jener Zeit auch auf Funde aus grauer Vorzeit angewandt. Also hielten sie reich ausgestattete Grabstellen für Gräber von Herrschern oder Clanchefs.

Das prägte die männliche Rolle als Führer und die weibliche Rolle als untergeordnete Person: Männer jagen, Frauen sammeln – das Leben in der Urzeit, in Büchern und Museen festgehalten und ausgestellt.

Fehlinterpretationen werden aufgedeckt

Dabei erkannte Charles Darwin schon früh, dass die Männer zwar Jäger waren und damit höher im Rang und Ansehen standen, die Frauen aber mit dem Sammeln von Früchten und Wurzeln etwa 80% der Nahrung für die Familie herbeischafften. Damit stellten in Wirklichkeit die Frauen die Ernährung und das Überleben der Familien sicher.

Mithilfe modernster Untersuchungsverfahren werden nach und nach die archäologischen Irrtümer des 19. und frühen 20 Jh. aufgedeckt und widerlegt. Damit beginnt auch die klassische Rollenverteilung zu bröckeln – mittlerweile kommen immer mehr Fehlinterpretationen ans Licht.

Frauen als Kriegerinnen und Chefinnen der Clans wurden in Schweden, Dänemark und Norwegen gefunden. Nicht nur bei den Wikingern übernahmen Frauen die Führung, auch die Kelten haben sich schon Frauen als Chefinnen untergeordnet.

Ein Beispiel ist die alte Wikingerstadt Birka in Schweden. Hier fanden die Archäologen zur Jahrhundertwende ein Grab mit Schwertern, Pferden, Pfeil und Bogen. Keine Frage – der Tote war ein Mann, ein Krieger. Erst 100 Jahre später wurde der Irrtum aufgedeckt, nachdem die Knochen per DNA-Analyse untersucht worden waren. Hier wurde eine Frau beerdigt. Kritiker und Presse bezweifelten, dass eine Wikingerin in einem so prunkvoll ausgestatteten Grab bestattet worden war. Eine zweite Untersuchung, bei der Archäologen, Biologen und Anthropologen zusammenarbeiteten, brachte ein zweifelsfreies Ergebnis: Im Grab lag eine Frau – und sie war eine Kriegerin.

Forscher gehen neue Wege

Es gibt eine ganze Reihe an weiteren Zweifelsfällen, die aktuell mit modernen Methoden neu untersucht werden. Dabei kommen immer mehr Überraschungen zutage.

Dieses spannende Thema, das ja auch heute noch immer im Gedankengut der Männer die Rolle der Frau beeinflusst, hat die Sendung Terra X des ZDF in einer Dokumentation zusammengefasst.

Schau Dir die interessante Dokumentation von Terra X im ZDF an. Du wirst verblüfft sein, wie sehr die Archäologie und ihre Irrtümer das Frauenbild geprägt haben, in dem es heute immer noch viele Hürden zu überwinden gilt.

Die Dokumentation ist noch bis zum 12.07.2030 verfügbar!