Nehmen wir durch Sport wirklich ab?

Nehmen wir durch Sport wirklich ab?

Die letzten zwei Jahre haben bei uns allen Spuren hinterlassen. Wir können froh sein, wenn wir das nur auf unseren Hüften zu spüren bekommen. Um den Corona-Speck wieder loszuwerden, machen wir einfach ein bisschen Sport, dann funktioniert das schon, denken Viele. Du auch?

Da kommt sofort die Frage auf
„Nimmt man durch das bisschen Sport wirklich ab“?

Jasmina Neudecker ist Biologin und weiß, dass unser Körper von der Evolution getrimmt ist und sich als Vorsorge für die schlechten Zeiten an jedes Gramm Fett klammert. Sie trainiert mit Prof. Karsten Köhler, Ernährungswissenschaftler an der TU München, und deckt gemeinsam mit ihm drei Irrtümer zum Thema „Sport und Abnehmen“ auf.

  • Irrtum 1: Beim Sport verbrennen wir wahnsinnig viele Kalorien
  • Irrtum 2: Sportler:innen verbrennen viel mehr Kalorien als Couch-Potatoes
  • Irrtum 3: Sport hat keinen Einfluss auf unser Essverhalten

Was hinter diesen Irrtümern steckt? Die Auflösung und Erklärungen bringt die Folge Nehmen wir durch Sport wirklich ab? von ZDF Terra Xplore.

Das Video ist in der ZDF Mediathek bis 19.07.2031 verfügbar.

Raus aus dem Mama-Stress im Alltag

Raus aus dem Mama-Stress im Alltag

„Mir geht es nicht gut! Ich fühle mich psychisch überfordert. Ständig bin ich so schnell gestresst und meine Belastbarkeit ist gesunken. Ich bin nicht glücklich.“ Mit diesen Worten ist 2015 mein Gedankenkarussell immer wieder angesprungen. Ich konnte als neugebackene Mama den Spagat zwischen Familie-Beruf und mir selbst nicht schaffen. Ich habe mir beruflich zu viel Druck gemacht, hatte ständig ein schlechtes Gewissen meiner Tochter gegenüber (die Angst ihr nicht gerecht zu werden) und keine Energie für die Partnerschaft. Aber erst recht keine Zeit und liebevolle Gedanken mehr für mich! Mein Mama Alltag war definitiv nicht so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Was war passiert? Mir geht es ja grundsätzlich gut. Meine Familie ist gesund, ich kann arbeiten… Eigentlich alles bestens. Aber es fühlt sich nicht so an!

Heute weiß ich, dass es durch die vielen kleinen Dinge, Todos und „Rollen“ im Mama-Alltag schnell zu solchen emotionalen Belastungen kommen kann. Es war eine Mischung aus Hilflosigkeit, Stress, falschen Werten und fehlender Selbstliebe. Heute bin ich dankbar für diese Situation, denn sie war der Anstoß für mein neues Leben, meinen Gang in die Selbstständigkeit und meine persönliche Entwicklung.

Achtsamkeit

Ich war durch mein intensives Sporttreiben oft extrem zu mir und meinem Körper. Ich hörte nicht auf seine Rückmeldungen, sondern wollte mit Disziplin mein Programm abspulen und funktionieren: „Das muss doch alles klappen!“ Tat es aber nicht, das merkte ich besonders in der Stillzeit. Sport treiben, die Figur formen, das Kind ernähren, mich im Job beweisen, glücklich wirken und eine gute Partnerin sein. Mich überrollte irgendwann ein Zug. Zum Glück hatte ich zuvor die Achtsamkeit und Dankbarkeit kennen gelernt. Ich begann, wieder die Stimme meines Körpers zu hören und gab mir das, was ich brauchte. Legte den Fokus auf Positives und erkannte, für wie viele Dinge ich täglich dankbar sein konnte. Das hat ehrlich gesagt etwas gedauert, war mit vielen Aufs und Abs verbunden.

Meine 10 Tipps für gestresste Mütter

1. Gelassenheitsgedanken

Wer ist schon wirklich vorbereitet aufs Mamasein? Vorbereitet auf alle Altersklassen mit ihren Höhen und Tiefen. Keine. Oder? Tief in unserem Herzen, wissen wir, was Mamasein bedeutet. Was Du für Dein Kind tust, machst Du aus Liebe und um das Beste zu bewirken. Du bist eine wunderbare Mama! Dieses Urvertrauen schenkt Dir immer wieder Gelassenheit.

2. Sich um sich selbst kümmern

Höre auf Deinen Körper, er hat Bedürfnisse, die erfüllt werden wollen. Gönne ihm regelmäßige Pausen und sorge für den richtigen Ausgleich zu Belastungen und stressigen Situationen. Oft hilft es, Dir alles zu notieren, was Dir durch den Kopf geht. Bedürfnisse, Gefühle, Wünsche…

Höre auf deinen Körper!

3. Der erste Schritt zu Deinem Mama Care Paket – Das Visionsbild

Stelle Dir Fragen. Was möchte ich eigentlich? Welche Dinge müssen in meinen Alltag kommen, damit ich erfüllt lebe? Was soll meiner Meinung nach anders sein, damit ich glücklich bin?

Antworten auf diese Fragen sind nicht immer einfach zu finden. Gestalte Dir ein Visionsbild, welches alles zum Ausdruck bringt. Nutze dazu Bilder aus Zeitschriften und schneide aus, was Dir entspricht und Dich anspricht. Danach sortierst Du durch und kommst dabei immer mehr in Deine Klarheit. 

Eine Vision vom Wunschalltag gestalten.

4. Meditationen und Entspannungsübungen

Regelmäßige Übungen helfen Dir, in das Gefühl Deines Wunschalltags zu spüren. Das kann ein Schlüsselmoment werden, durch den Dir vieles klarer wird. Ich kann Dich nur ermutigen zu überlegen, welche Gefühle Deinen Alltag bestimmen sollen. Dann findest Du die passenden Dinge, die diese Gefühle auslösen und Schwups hast Du Deine Vorstellung, Deine Vision vom Wunschalltag. Ach so, diese Vision kann natürlich immer wieder angepasst werden.

5. Was sind die nächsten Schritte?

Ist die Vision für Dich klar, setze sie langsam aber sicher in die Tat um. Was kannst Du heute, morgen, in einem Jahr, in fünf Jahren umsetzen, damit Du zu Deinem Ziel kommst? Erstelle Dir einen Schritt für Schritt Fahrplan z. B. mit einzelnen Sachen, wie regelmäßig kleine Pausen mit Entspannungsübungen einbauen, ein kurzes Journal führen, ein Dankbarkeitstagebuch schreiben usw.

6. Nicht den Kopf in den Sand stecken

Auch wenn es sich für Dich jetzt schrecklich kompliziert oder viel anfühlt. Gehe einen Schritt nach dem anderen und bleibe auch mal stehen. Es ist auch nicht schlimm, wenn Du sogar manchmal gefühlt rückwärtsläufst, denn Du machst es für Dein Ziel, Dich glücklich und frei zu fühlen. Tu Du es – für dich!

Nimm Dir Zeit für Dich!

7. Reflektieren

Was tut Dir gut, was schadet Dir. Das kannst Du auf die Ernährung, auf Sport, auf Beziehungen, auf alle möglichen Dinge in Deinem Leben beziehen. Schreibe Dir auf, was Energieräuber und nutzlose Zeitfresser sind und ersetze sie, wenn möglich durch Energietankstellen und Dinge, die Dir Lebensfreude schenken.

Energietankstellen sind Dinge, die Dir Lebensfreude, Energie, Gesundheit und Liebe schenken. Liste sie auf und baue täglich etwas davon in Deinen Alltag ein.

8. Erfolge feiern

Mit dem Perspektivwechsel auf den Wunschalltag stellen sich die ersten Erfolge ein. Feiere sie auf Deine Art und Weise, egal, welches Ziel Du hast. Ob Gewichtsreduktion, einen beruflichen Wechsel, gelassener und ruhiger zu werden (Persönlichkeitsentwicklung) oder Sonstiges. Du bist genial, so wie Du bist. Denn Du kannst alles erreichen, was Du möchtest und Deine Erfolge geben Dir Recht.

9. Der dankbare und positive Blick

Stelle Dir täglich die Frage, für was Du heute dankbar bist. Was gibt es positives, besonders in schlechteren Zeiten? Halte diese Gedanken in einem Journal fest oder baue es in ein Ritual mit Deinen Kindern (bei den Mahlzeiten oder beim Zubettgehen) ein.

10. Tagesablauf planen

Strukturiere Deinen Familienalltag. Dadurch sparst Du Zeit, Nerven und Diskussionen. Plane den Tagesablauf direkt für eine ganze Woche. Stelle einen Essensplan auf, sodass nur ein Großeinkauf pro Woche ansteht. Arbeitszeit, Freizeit und Familienzeit werden ebenfalls soweit wie möglich vorgeplant. Das bewirkt, dass man sich gegenseitig den Rücken freihalten kann, ohne täglich darüber zu diskutieren, wer, wann, wie viel Me-Time hat.

Ich hoffe, dass für Dich hilfreiche Punkte unter den Mama-Tipps waren. Lass mich gerne wissen, was Du für Dich mitgenommen hast. 

Deine Jenny


Die Autorin: Jenny Weber, Preventlia

Ich bin Jenny, selbstständig mit unserem Unternehmen Preventlia seit 2016, Gesundheitsmanagerin und gesundzufriedene 2-fache Mama. Ich zeige Familien und im Speziellen Müttern, wie sie ihr Wohlbefinden und die Familiengesundheit in die eigene Hand nehmen. Durch meine langjährige Erfahrung weiß ich, worauf es ankommt, und helfe gerne auch Dir zu mehr Energie, Ruhe und Entspannung im Familienalltag. Ich bin kein Freund von Pauschallösungen und viele Konzepte setzen meiner Meinung nach nicht an der richtigen Stelle an. Bei mir geht es in aller erster Linie um DICH und DEINE Wünsche. Der Rest kommt dann meist von selbst …

Preventlia GbR
Friedrichstraße 9
54531 Manderscheid

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Der Elternpodcast von Preventlia: Gesund und entspannt im Familienalltag
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Mein Geschenk an dich: www.preventlia.de/hoerbuch

Diagnose Brustkrebs: Plötzlich steht das Leben still

Diagnose Brustkrebs: Plötzlich steht das Leben still

„Bei mir wurde vor 20 Jahren Brustkrebs diagnostiziert. Das haut einen so richtig um! Auch dem eigenen Umfeld macht das zu schaffen“, sagt Brigitte Dillenhöfer vom Verein LebensLäufe e.V. „Man fällt in ein extrem tiefes Loch und fühlt sich ausgeliefert, da man nicht weiß, was jetzt passiert. Das gewohnte Dasein ist Geschichte, alles ist verloren und man muss seine Unabhängigkeit aufgeben, da man komplett fremdbestimmt von einer Klinik gemanagt wird. Man kommt sich schnell ohnmächtig vor: Termine werden verschoben, man fühlt sich abgefertigt und bekommt keinerlei Stabilität oder Sicherheit in dieser Situation.“

Doch die heute 85-Jährige ist froh, da sich das zum Teil verbessert hat. Sie erklärt, dass es mittlerweile in vielen Städten Brustkrebszentren gibt, die die Betroffenen in vielerlei Hinsicht unterstützen. In Dortmund gibt es drei und alle genießen einen sehr guten Ruf.

Aufgaben der Brustkrebszentren

„In den Brustkrebszentren wird die Anfangsuntersuchung durchgeführt, die Krebsart bestimmt und der Behandlungs- und Therapieplan erstellt. Meistens stehen sind es Bestrahlungen, Operationen und Chemotherapien auf dem Behandlungsplan. Ob das einzeln oder in einer Kombination und in welcher Reihenfolge durchgeführt wird, ist von den Untersuchungsergebnissen abhängig.“

Der Vorteil dieser Zentren: jede Patientin hat einen Ansprechpartner und alle Unterlagen liegen an einer Stelle. Die Betroffenen brauchen sich nicht um die Koordination zu kümmern, d. h. sie müssen sich nicht mit den einzelnen Fachärzten und der Terminfindung rumärgern. Der Umgang mit der eigenen Situation kostet schon extrem viel Kraft.

Es ist also besser, sich im Raster der Brustkrebszentren zu befinden. Viele andere Krebsarten sind nicht so gut aufgestellt, es gibt riesigen Nachholbedarf.

Dauerhaft aus dem Leben geworfen

Nach der Diagnose folgt die Therapie mit zahlreichen Terminen und Zwischenuntersuchungen. In dieser Zeit richten die Frauen ihren Fokus auf die Krankheit, das vorherige Leben ist quasi nicht mehr präsent. Das macht es auch für die Angehörigen schwierig. Sie müssen – und wollen natürlich – helfen und nehmen Rücksicht, doch das kann enormen Stress verursachen. Erschwerend kommt hinzu, dass meist noch Medikamente eingenommen werden, die nur selten gut verträglich sind.

Die Anschlussheilbehandlung

Die Krankenkassen bieten nach der Therapie eine Anschlussheilbehandlung (AHB) an. In diesen drei bis vier Wochen soll die Psyche, der Geist und der Körper wieder aufgebaut werden, um gut zurück ins eigene Leben zu kommen. Doch das funktioniert meist nur begrenzt. Denn in diese Wochen müssen sich die Betroffenen eingestehen, dass sie nicht nahtlos an das Leben vor der Diagnose anzuknüpfen können. Durch die Erkenntnis, dass sie immer noch mental und körperlich geschwächt sind, fallen sie häufig in das nächste tiefe Loch.

„Einige Frauen“, so Brigitte Dillenhöfer, „möchten nicht länger von der Familie getrennt sein und lehnen diese Behandlung ab. Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass es besser ist, die Zeit zu nutzen und sich auf das Angebot einzulassen. Damit kann man sich etwas besser auf die Zeit nach der Therapie vorbereiten und teilweise können die Kinder auch mitgenommen werden.“

Mehr als „nur“ Laufen gegen den Krebs

In Dortmund hatten einige Frauen mit einer Brustkrebsdiagnose im Jahr 2001die Idee, einen Verein „LebensLäufe e.V.“ zu gründen. „Wir – das sind vom Krebs Betroffene und Nicht-Betroffene – hatten eine Idee: wenn es medizinisch-wissenschaftlich sicher ist, dass sich durch ein gezieltes Lauftraining ein Großteil aller Tumore verhindern lässt, dann ist es einen Versuch wert, einfach mit dem Laufen zu beginnen.“

Sie erklärt, dass der Sport den körperlichen und mentalen Aufbau wunderbar fördert. „Uns geht es nicht nur ums Laufen, dazu kommen der Austausch während der Bewegung und die Sportübungen, die an das gesundheitliche Level der Teilnehmerinnen angepasst sind. Besonders hilfreich für die Frauen sind die ungezwungenen Gespräche, die sich um die „Kleinigkeiten“ drehen, die im Alltag eine enorme Belastung darstellen.

Während vieles wund ist und schmerzt, der Körper, die Kleidung, die Psyche, findet während der Sportstunde eine aktive Gestaltung des Austausches statt. Ob zu zweit, in einer Kleingruppe oder sogar in der großen Runde – die Hilfe von Menschen, die das schon erlebt haben, hat eine hohe Qualität und lässt sich leichter annehmen als die Hilfe der Familie und der Ärzte.

Gespräche die die Welt verbessern

Dabei geht es z. B. um Haare, Perücken, Fußpflege und Probleme mit den Lymphen, die noch lange Zeit nach der Anschlussheilbehandlung auftreten können. Dann wird der Arm dick, weil Lymphknoten entfernt wurden und der Lymphfluss unterbrochen ist. In der Sportstunde erfährt man auf kleinem „Dienstweg“, dass die Krankenkassen die Kosten für die Lymphdrainage übernehmen und es werden Übungen gezeigt, die einen besseren Lymphabfluss unterstützen.

Es geht auch um peinliche Situationen, wie z. B. im Schwimmbad. Die Brustprothese ist recht schwer, um optisch „normal“ zu wirken. Sie wird in eine extra dafür vorgesehene Tasche eines teuren Badeanzugs gesteckt. Doch bei der Wassergymnastik rutscht sie immer tiefer Richtung Bauchnabel. Der Stoff am oberen Körperende wird weniger, die Narbe ist deutlich zu sehen. Von außen betrachtet mag das eine Kleinigkeit sein, doch durch die Erkrankung und das gesamte Drumherum, ist das Nervenkostüm dünn und in solchen Momenten bricht eine ganze Welt zusammen.

Es geht um mehr als „nur“ Laufen, denn die Gespräche tun gut und helfen bei der Bewältigung des Alltags. Die Krankenkassen haben das erkannt und übernehmen die Teilnahmekosten als Reha-Maßnahme für 1,5 Jahre. 

Der Verein „LebensLäufe e.V.“

Brigitte Dillenhöfer erzählt, das häufig davon gesprochen wird, schon während der Therapie mit dem Sport zu beginnen. Ihrer Erfahrung nach sollte das individuell dosierte sein, um mögliche Ausfallzeiten berücksichtigen zu können. In der Gruppe steigen jedoch die Erfolgsaussichten ein gutes Level zu erreichen, wenn die Betroffenen erst im Anschluss an die AHB damit starten. „Während man früher mit der Diagnose in Rente geschickt wurde, geht es heute wieder zurück ins Arbeitsleben. Während der beruflichen Wiedereingliederung sind viele Arbeitgeber bereit, die Frauen für den gesundheitlichen Aufbau im Verein freizustellen.“

Augenblicklich laufen freitags unter Coronabedingungen zwei Gruppen mit zusätzlichem Walking-Training. „Aktuell fehlen uns Trainer:innen, die im Reha-Sport tätig sind und Interesse daran haben, in einem gewissen Rahmen auf die Teilnehmenden einzugehen. Die aktiven Teilnehmer sind coronabedingt weniger geworden“, bedauert sie. „Viele Betroffene, Frauen oder Männer, genieren sich und wollen nicht über ihren Kummer sprechen. Sie öffnen sich leichter bei Menschen, die ähnliches erlebt haben und die Situation verstehen können, daher ist unser Angebot so wichtig.“

Der Verein hat Perspektiven auf eine neue Räumlichkeit. Dort könnte die Bewegung auch unter Corona-Auflagen stattfinden. Brigitte Dillenhöfer freut sich darauf und hofft, dass die Teilnehmerzahlen wieder steigen. Denn auch wenn die Krankenkasse nicht mehr zahlt, kann man dem Verein treu bleiben und mitmachen. „Der Mitgliedsbeitrag liegt bei 10,00 Euro im Monat“, schmunzelt sie, „dass das gut angelegt ist, sieht man an den Frauen, die schon viele Jahre dabei sind und mit ihrer Erfahrung und wertvollem Input unsere „Neuzugänge“ begleiten.“

Anmerkung der Redaktion:
Nach unserem Wissenstand, hat sich der Dortmunder Verein „Lebensläufe e.V.“ aufgelöst. Es gibt jedoch viele Vereine in anderen Städten, in denen Betroffene aktiv sein können, wie z. B. den Förderverein Brustzentrum e.V. „Die Revierinitiative“, c/o Evangelische Kliniken Gelsenkirchen GmbH in Gelsenkirchen.

Weitere Links:

Deutsche Krebshilfe: Brustkrebs 

Deutsche Gesellschaft für Senologie: Liste der Brustzentren in Deutschland 

Ratgeber Brustkrebszentrum, GFMK GmbH & Co. KG in Bergisch Gladbach 

Ärztekammer Westfalen-Lippe, Brustzentren in NRW 

Deutsche Krebsgesellschaft – Zertifizierte Zentren 

Brustkrebs: Fragen und Antworten auf Frauengesundheit.life 

Brustkrebslauf 2025 – Deutsche Krebshilfe 

Verlorene Kindheit: Wenn Kinder ihre Eltern pflegen

Verlorene Kindheit: Wenn Kinder ihre Eltern pflegen

Im Beitrag von ZDF „Volle Kanne“ (Video nicht mehr verfügbar)wird deutlich, dass weitaus mehr Kinder und Jugendliche eine Pflegetätigkeit in der Familie ausüben, als bekannt ist. Über 500.000 Kinder und Jugendliche pflegen ihre Eltern, das sind 6% aller 10 – 18-Jährigen, statistisch betrachtet zwei Kinder pro Schulklasse.

Rollentausch in der Fürsorge

Dahinter steht ein Rollentausch: Während die „Young Carers“, wie sie genannt werden, selbst noch elterliche Fürsorge bekommen sollten, sehen sie sich in der Verantwortung, sich um ihre Eltern kümmern zu müssen. Dabei geht es nicht nur um die medizinische Versorgung und Unterstützung bei der täglichen (Intim-)Pflege. Häufig übernehmen sie Aufgaben wie Haushaltsführung, die Versorgung der Familienmitglieder und die Erziehung von jüngeren Geschwistern.

Unterstützung gibt es nicht. Sie sind allein mit den Problemen, die sich aus dieser Verantwortung ergeben. Sie stehen stets auf Abruf bereit, haben keinen zum Reden und leben ständig in der Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren. Der Beitrag macht deutlich, dass die emotionale Belastung enorm ist: Von einem Notfall-Verhaltensplan für eine 8-jährige am Kühlschrank bis zu Scham und auch Ekel, wenn man die eigenen Eltern wie Kleinkinder windeln muss. Dazu kommt, dass die Spätfolgen der Young Carers unterschätzt werden. Sie reichen vom Schulversagen bis zur psychischen Überlastung – und das noch viele Jahre später.

Mangel an offizieller Hilfe

Frau Prof. Sabine Metzing, Pflegewissenschaftlerin an der Universität Witten-Herdecke, hat das mit einer Langzeitstudie belegt und fordert die notwendige Vernetzung der Sozialsysteme und Hilfsangebote für die Young Carers. Während das Jugendamt nur aktiv wird, wenn das Kindeswohl offensichtlich gefährdet ist, sehen die Krankenkassen nur die erkrankten Eltern. Es gibt keine Institutionen oder Träger, die eine Familie als Ganzes betrachten und die pflegenden Kinder unterstützen. Und auch die Politik reagiert langsam. Ein erstes Angebot ist die Website „Pausentaste“. Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht erklärt dazu, dass die Plattform Aufklärungsarbeit leistet und den jungen Menschen aufzeigt, dass sie nicht bis an ihre Grenzen gehen müssen. Sie erklärt die Möglichkeiten, eine Pflegestufe zu beantragen, was in der Folge die Unterstützungsleistungen der Krankenkassen für z. B. Pflege oder eine Haushaltshilfe nach sich zieht.

Austausch und Sichtbarkeit

Doch an praktischer Unterstützung mangelt es weiterhin. Lena Rebhahns Vater erkrankte als sie 7 Jahre alt war. Seit dieser Zeit pflegt sie ihn tagsüber, da ihre Mutter arbeiten muss. Sie fühlte sich alleingelassen und überfordert. Aus diesem Grund hat im Alter von 14 Jahren die Website „Young Carers“ in Leben gerufen. Darauf sammelt sie hilfreiche Informationen und ermöglicht eine gegenseitige Unterstützung der jungen Menschen untereinander. Zusätzlich ermöglicht dieses Netzwerk eine bessere Sichtbarkeit in der öffentlichen Wahrnehmung.

Pilotprojekt

An einer Berliner Schule startet das erste Pilotprojekt. Während die Young Carers in anderen Ländern, wie z. B. Österreich und England, von der Öffentlichkeit unterstützt werden, hoffen wir darauf, dass sich in naher Zukunft auch Deutschland dazu zählen kann.

Zum kompletten Beitrag „Verlorene Kindheit: Wenn Kinder ihre Eltern pflegen“ in der ZDF Mediathek (Das Video war nur bis 27.10.2023 verfügbar)

Website Young Carers

Website Pausentaste des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Hormonspiegel des Horrors

Hormonspiegel des Horrors

Warum wir um 3 Uhr morgens häufig aufwachen und nicht mehr einschlafen können!

Alfred Wiater, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin und Mitautor des Buchs „Ticken Sie richtig“ erklärt, dass viele Menschen nachts zu einer bestimmten Uhrzeit wachwerden und danach nicht mehr einschlafen können.

Das hängt mit unserem Schlaf-Wach-Rhythmus zusammen, der unter anderem von drei Hormonen bestimmt wird: vom Schlafhormon Melatonin, vom Wohlfühlhormon Serotonin und vom Stresshormon Cortisol.

Unser Körper bildet Cortisol, um sich vor Stress zu schützen, indem es den Stoffwechsel anregt. Um diese Wirkung zu erreichen, sollte der Cortisol-Spiegel aber nicht zu hoch und auch nicht zu niedrig sein. Ähnlich ist es bei Melatonin. Ist der Wert des Schlafhormons zu hoch, kann keine Balance im Zusammenspiel mit den anderen Hormonen hergestellt werden, d. h. es wird zum Störfaktor für einen guten Schlaf-Wach-Rhythmus.

Die Wolfsstunde

Im Verlauf der Nacht sinkt unsere Köpertemperatur ab und hat ihren Tiefstand um 3 Uhr erreicht. Gleichzeitig werden bestimmte Hirnbereiche nur gering durchblutet, der Melatoninwert ist sehr hoch, während Cortisol nur sehr gering vorhanden ist. Dieses Phänomen – auch als Stunde des Wolfs bezeichnet, kann ein Auslöser für das Aufwachen sein, häufig mit der Folge, nicht wieder einschlafen zu können.

Das Ungleichgewicht der Hormone und die verringerte Hirndurchblutung sorgen dafür, dass man sich dann eher dünnhäutig fühlt und Situationen eher pessimistisch betrachtet. Das ist häufig der Startschuss für endlose Gedankenspiralen, wie der Psychologieprofessor Greg Murray in einem Beitrag im Wissenschaftsjournal „The Conversation“ beschreibt. Viele nennen es auch ihr „Kopfkino“.

Licht bewirkt Veränderungen

Um in dieser Stimmung nicht lange wachzuliegen und sich den Grübeleien hingeben zu müssen, ist es – so Alfred Wiater – hilfreich, für einen kurzen Moment aufzustehen. Das sollte eher langsam geschehen, da die bessere Durchblutung des Hirns noch „in Arbeit“ ist. Dann bewirkt das kurze Einschalten des Lichts ein Ansteigen des Cortisols und eine Reduzierung des Melatoninwertes. Damit wird die Balance wieder hergestellt und das leichtere Einschlafen wieder möglich.

Psychologische Ursachen fürs Grübeln

Zu den psychologischen Ursachen der Einschlafschwierigkeiten schreibt der Australier Greg Murray, dass die körperlichen und kognitiven Ressourcen nachts um 3 Uhr erschöpft sind. Damit ist die Möglichkeit neue Lösungen zu finden, fast ohne Aussicht auf Erfolg. Erschwerend kommt hinzu, dass wir durch diese Konstellation Situationen viel dramatischer wahrnehmen, als sie – bei Tageslicht betrachtet – wirklich sind, was die Ausweglosigkeit ebenfalls erhöht.

Er rät dazu, sich wie in Achtsamkeitsübungen auf den Atem zu konzentrieren. Wenn das nicht hilft, sollte man spätestens nach 15 – 20 Minuten aufstehen, das Licht anmachen und sich mit anderen Dingen beschäftigen, z. B. etwas lesen.

Quelle: „Die „Wolfsstunde“: Warum wir um 3 Uhr nachts aufwachen“, RND, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (vom 28.10.2021)

Wenn Du positive Erfahrungen gesammelt hast, hinterlasse uns gern einen Kommentar.

Weitere Links, die Dich interessieren könnten:

„Stresshormone und Schlaf: Warum wir um 3 Uhr nachts aufwachen“, Resilienz-Akademie aus Göttingen (vom Januar 2020)

„5 Tipps vom Experten für besseres Durchschlafen in der Nacht“, Helios Magazin (vom 16.08.2019)