Was schenkt man Männern zu Weihnachten?

Was schenkt man Männern zu Weihnachten?

Ich sitze so in meinem Ohrensessel, das Kaminfeuer prasselt und die gemütliche Wärme lässt mich auf eine Reihe von Gedanken zurückblicken. Einer davon betrifft Weihnachten und die Frage: Was schenkt man Männern zu Weihnachten?

Ob sich Frauen so etwas fragen? Offensichtlich, denn mir wurde diese Frage konkret gestellt. Verbunden mit der Bitte, das bitte einmal schriftlich zu fixieren – aus Männersicht sozusagen. Tja, und so bin ich in meiner Erinnerung die Weihnachtsgeschenke der letzten Jahrzehnte durchgegangen.

Krawatten, Wäsche & Co.

Schöne Krawatten fallen mir ein, die Abwechslung in den damaligen Arbeitsalltag gebracht haben. Zugleich ein Geschenk, das mir beim Umbinden jener Krawatte in Erinnerung rief, wer sie mir geschenkt hatte. Ich denke nur kurz, dass das bestimmt glatte Absicht war! Doch tatsächlich habe ich mich gefreut. Sie hat mir so gut gefallen, womöglich hätte ich sie mir selbst gekauft. Doch es gab auch die hässlichen Varianten. Diese haben dann zu Weiberfasching gepasst. Schnipp, schnapp – Krawatte ab. Die Frauen hatten ihren Spaß und ich war das Ding los!

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Sonstige Wäsche, wie z. B. warme Strümpfe mit eingenähtem Button, der, wenn man ihn drückt, eine Weihnachtsmusik erklingen lässt … komplett daneben. Ebenso (un-)passende Pullover oder Jacken. Diese Geschenke entlocken meiner Erinnerung lediglich ein: Hmpf!? Mein rückblickendes Urteil:  solche Dinge sind aus meiner Sicht überhaupt nicht weihnachtsgeschenk-tauglich.

Geld ist eher unpersönlich

Geldgeschenke? Gehen doch eigentlich immer und eigenen sich ideal, um sich persönliche Wünsche zu erfüllen. Aber: der Anspruch des Schenkenden ist ja, dass man sich auch als Beschenkter daran erinnert, wer das Geld geschenkt hat – bevor man es ausgibt. Das kann zur persönlichen Herausforderung werden …  außerdem: zu unpersönlich. Es sei denn, sie sind besonders gestaltet, gefaltet oder verpackt.

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Also lieber einen Gutschein! Wobei… ein Gutschein, den ich für einen Besuch im Fitness-Studio einlösen soll … das ist doch fast ein Wink mit dem Zaunpfahl, oder?! Ich könnte das kontern, in dem ich einen Gutschein für Kosmetika verschenke. Mit dem kleinen Zusatz: „… auch für die Anschaffung einer Falten-Creme einsetzbar …“ Zack, so kann man die weihnachtliche Stimmung abrupt kippen. Besser nicht!

Uhren bzw. Schmuck finde ich großartig, aber ist so etwas auch als Weihnachtsgeschenk tauglich? Ohne ausreichende Kommunikation führen solche Geschenke eher dazu, das Umtauschgeschäft wesentlich zu beleben. Ich könnte konkrete Wünsche formulieren. Allerdings sind beispielsweise Uhren sehr speziell, weil sie aus meinem Blickwinkel betrachtet, kein Alltagsgegenstand, sondern – mit zunehmendem Alter – Schmuckstücke sind. Zudem ist eine Uhr doch eher ein besonderer Wunsch, über den man sich vorher mit der Partnerin ausgetauscht hatte. Daher auch kein geeignetes – jährliches – Weihnachtsgeschenk. 

Ah, mir fällt noch ein absolutes No-Go-Geschenk ein: die Krawatten-Nadel! Es war bestimmt ein gut gemeintes Accessoire, ist aber mehr oder weniger direkt in eine Schublade gewandert und „schlummert“ dort – bis heute. Höflich bedankt habe ich mich damals trotzdem.

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Lesestoff zum Abtauchen

Buch-Geschenke?! Guter Lesestoff entführt mich in andere Welten und sorgt auf wunderbare Art und Weise dafür, für einen Moment aus dem Alltag auszusteigen. Dabei kann ich die äußere Stille und die Geschichte sehr genießen. Bei der Formulierung des Wunsches beobachtete ich hier und da einen gequälten Gesichtsausdruck: ein Buch als Geschenk zu Weihnachten? Das war von Mitleid nicht weit entfernt! Dennoch lasse ich mich sehr gerne per Buch zum Beispiel ins Mittelalter „versetzen“. Die Kombination aus historischen Betrachtungen gekoppelt mit einer fesselnden Geschichte ist mit Sicherheit ein guter Hinweis auf ein Weihnachtsgeschenk. Warum also nicht?

Mangels fehlenden Enthusiasmus‘ auf der Gegenseite ergänzte ich, dass ich mich auch über ein Hörbuch sehr freuen würde. Hörbücher finde ich großartig, weil sie sich auf längeren Fahrten als wunderbarer Begleiter eignen. In Verbindung mit meinem bereits erwähnten „Buchgeschmack“ ein schönes Geschenk, das ich sehr genossen habe. 

Der Fluch der Maschinen

Mein Versuch, mir ein technisches Gerät zu wünschen, hat nicht gut funktioniert. Obwohl ich sogar eine Bild-Kopie des Gerätes aus dem Internet dezent in der Wohnung platziert hatte. Ein unerfüllter Wunsch. Ob er zu speziell war?

„Frauen und Technik“ kommt es mir in den Sinn – interessiert Frauen Technik nicht?

Nein, ich glaube nicht. Es liegt wohl die Befürchtung in der Luft, dass sich der pragmatische Mann sofort mit einem Herd, einer Spülmaschine oder einer Waschmaschine revanchiert. Kompliment, diese Falle umschifft Frau auf diese Art sehr elegant.

Was also bleibt als Weihnachtsgeschenk für mich als Mann übrig? Möglicherweise etwas, was Frau und Mann vielleicht nicht immer miteinander teilen können, weil der Alltag so vieles überdeckt? Aus diesem Grund empfinde ich es als etwas Besonderes, sich gegenseitig Zeit zu schenken. Gemeinsam – Zeit – ohne Kinder!

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Zeit verschenken

In der aktuellen Corona-Zeit funktioniert ja nicht mal ein Gutschein für ein Restaurant. Aber symbolisch könnte es eine Flasche Wein sein, die für einen noch zu bestimmenden Zeitpunkt, mit noch einzukaufenden Lebensmitteln – Baguette, Käse, Weintrauben, Mozzarella, Tomaten oder was auch immer – ein Signal setzt, das wir uns diese Zeit bewusst gemeinsam suchen – und nehmen. Womöglich als Picknick bei einer Cabrio-Tour? Ein Erlebnis, das auf jeden Fall im Gedächtnis des Beschenkten bleibt!

Beim Wandern? Für mich eher nicht die erste Wahl. Mir wäre definitiv eine Radtour lieber. Okay, genauer gesagt eine Pedelec-Tour. Wir wollen ja schließlich an dem Picknick-Ort ohne Nutzung eines Sauerstoff-Zeltes ankommen und auch möglichst ohne Taxi wieder zurückgelangen.

Das Zeit-Geschenk empfinde ich als besonders geeignet, um für den Moment – bewusst – zusammen – zu entschleunigen. Dabei kann die Flasche Wein im Alltag so platziert werden, dass sie immer wieder auf diesen Moment hinweist, um ihn gemeinsam zu planen und zu erleben. Für mich ein tolles Weihnachtsgeschenk, weil sich damit viel verbinden lässt und weil es nochmal „Weihnachten sein kann“, wenn es zur Umsetzung kommt.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen: frohe Weihnachten – nicht nur an Weihnachten!

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Gewalt macht krank!

Gewalt macht krank!

Jede 3. Frau in Deutschland hat mindestens 1 Mal in ihrem Leben sexualisierte und/oder häusliche Gewalt erlebt. Das sind 12 Millionen Frauen! Auch ich bin eine 3. Frau. Ich habe Missbrauch, häusliche Gewalt erfahren und einen Überfall mit Vergewaltigung in einem öffentlichen Park überlebt.

Ich bin Alice Westphal, 64 Jahre alt, seit 10 Jahren selbstständige Resilienztrainerin und Coach für Frauen. Seit 2 Jahren bin ich Speakerin (Vortragsrednerin) und Aktivistin in der Metoogermany-Bewegung und Vorstandsvorsitzende im Verein S.I.G.N.A.L. e.V.

Außen wirkte alles „normal“

Im Außen wirkte mein Leben „normal“, wie so häufig bei komplex traumatisierten Frauen. Ich machte Karriere, wurde zur ersten weiblichen Personalratsvorsitzenden einer großen Berliner Uniklinik gewählt, wechselte später in die Stabsstelle „Interne Öffentlichkeitsarbeit“. Es erfüllte mich, mich für andere Menschen, insbesondere Frauen, einzusetzen und für ihre Rechte zu kämpfen.
Nach einer Fusion „musste“ ich erkennen, dass ich nicht hierarchiekompatibel bin, meine Werte passten nicht mehr und ich verließ nach 25 Jahren „mein „Klinikum“. Und machte mich mit 54 Jahren als Trainerin und Präventologin selbstständig.

Im Inneren ein tosender Sturm …

Im meinem Inneren sah es ganz anders aus. Mein Weg war bis dahin mit häufigen Suizidgedanken, Depressionen, Angstzuständen, Alkoholmissbrauch, Hörstürzen, Essstörungen, Bandscheibenvorfällen, Erschöpfungszuständen gepflastert.

Meine innere Wahrnehmung hatte sich verschoben. Das ich krank war, habe ich nicht als Krankheit wahrgenommen, trotz meiner damals chronischen, sehr schmerzhaften Nasenneben- und Kieferhöhlenentzündung, dem Pfeiffer’schen Drüsenfieber, der Lungenentzündung und immer wieder auftretenden Nierenbecken- und Blasenentzündungen!

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… oder totale Starre

Es gab Zeiten, da fühlte ich mich nicht, ich war erstarrt, kannte keine Spannungskopfschmerzen, Schmerzen überhaupt waren mir fremd. Ich befand mich permanent in einem inneren Kriegszustand: „Niemand schafft es, mich erneut zu verletzen!“ Das war meine damalige Überlebensdevise.

Vor einem halben Jahr habe ich mit einer Traumatherapie begonnen. Erst jetzt beginne ich zu fühlen und zu verstehen, wie viel Kraft es gekostet hat, mich so hart zu machen, mich so von meinen Gefühlen abzuspalten. Um zu überleben.

Ich zeige mich, um anderen zu helfen

Seit ich mich vor 2 Jahren entschieden habe, mit meiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, habe ich sehr viele Frauen mit unterschiedlichsten Gewalterfahrungen kennengelernt. Frauen, die sich nicht spürten, irgendwie ihren Alltag bewältigten. Viele brauchen regelmäßig Medikamente, trinken zu viel Alkohol, machen exzessiv Sport oder haben chronische Schmerzen. Das sind alles Folgen der seelischen Qualen, die die Frauen immer wieder versuchen, zu verdrängen. So wie ich auch.
Doch das funktioniert nicht auf Dauer! Ganz im Gegenteil, es kostet so unglaublich viel Energie, gegen seine Bedürfnisse oder Wahrheiten zu leben.

„Was stimmt nicht mit mir?“

Das sind alles Dinge, die ich nicht gewusst habe, die mir auch niemand gezeigt hat. Ich dachte immer, mit mir stimmt etwas nicht! Ich bin nicht richtig! Ist doch klar, dass es immer wieder Streit geben muss, so wie ich mich immer verhalte!
Dann kamen immer intensiver werdende Schuld- und auch Schamgefühle dazu. Ich habe mich so geschämt, wenn ich mal wieder zu viel getrunken habe und endlich mal meine – meistens sehr wütenden – Gefühle, meinen Schmerz kurz gezeigt habe.

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Verdrängen um zu überleben

Es berührt und erschüttert mich heute, was komplex traumatisierte Frauen alles tun, um die Grausamkeiten, die ihnen so häufig schon im Kindesalter angetan wurden, nicht zu spüren.

Viele Frauen verdrängen die Taten so sehr, dass sie sich nicht mehr an sie erinnern können, weil es ihre einzige Chance war, um zu Überleben. Frauen, die Missbrauch erfahren haben, werden auch „Überlebende“ genannt – und die Tat als „Seelenmord“ bezeichnet.

Mutige Entscheidung

Es gehört sehr viel Mut dazu, sich zu entscheiden: Ich bin kein Opfer mehr!
Immer wieder erfahre ich von den Frauen, dass es einen Wendepunkt in ihrem Leben gab, an dem sie sich entschieden haben, leben zu wollen. Und zwar frei und selbstbestimmt.
Erst dann kann der Heilungsprozess im Innen und im Außen beginnen.

Mein Weg

Ich habe mich mit dem Thema „Gesundheitliche Folgen häuslicher, finanzieller, sexualisierter Gewalt und Missbrauch“ intensiv auseinandergesetzt. Es gibt viele Missstände, die aufgedeckt und in die Öffentlichkeit transportiert werden müssen, damit Veränderungen in Gang kommen.

Es fehlen Frauenhäuser, die Täter werden nicht ausreichend bestraft, es gibt kaum Qualifizierungsangebote für Fachpersonen aus dem Gesundheitsbereich. Die Einrichtungen der Gesundheitsversorgung wie Arztpraxen, Kliniken oder Zentren für Familienplanung spielen eine wichtige Rolle, wenn es um das Erkennen von Gewalt und die Versorgung der Betroffenen geht. 

Vereinslogo S.I.G.N.A.L. e.V.

Der Verein S.I.G.N.A.L. e.V.

Aus diesem Grund bin ich Mitbegründerin, heute auch Vorstandsmitglied, des Vereins S.I.G.N.A.L. e.V. ( S.I.G.N.A.L. e.V. – Intervention im Gesundheitsbereich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen) in Berlin.

Handlungsleitfaden: Schritte in der Intervention

Als Hilfestellung für Gesundheitsfachpersonen wurde der S.I.G.N.A.L.-Handlungsleitfaden entwickelt und wissenschaftlich evaluiert. Er entspricht internationalen Standards. Jeder Buchstabe steht für einen Schritt in der Intervention.

  • S – Setzen Sie ein Signal, sprechen Sie Gewalterfahrungen an
  • I – Interview mit konkreten einfachen Fragen
  • G – Gründliche Untersuchung alter und neuer Verletzungen
  • N – Notieren und dokumentieren aller Ergebnisse, damit sie gerichtsverwertbar sind
  • A – Abklären des aktuellen Schutzbedürfnisses
  • L – Leitfaden mit Notrufnummern und Unterstützungsangeboten

Dazu zählen, Warnhinweise häuslicher Gewalt zu (er-)kennen, Patientinnen und Patienten bei Verdacht aktiv anzusprechen, Verletzungen in einer gerichtsverwertbaren Weise zu dokumentieren, Schutzbedarfe abzuklären und an spezialisierte Hilfsdienste zu verweisen.

Copyright Pixabay – claude star

Als Trainerin viel bewirken

Seit letztem Jahr bin ich innerlich bereit und führe als S.I.G.N.A.L.-Trainerin die Schulungen für das Pflegepersonal mit großem Engagement durch. Ich zeige mich hier als Betroffene und biete den Teilnehmenden an, mir viele Fragen zu stellen. Dass das wichtig ist, zeigt die aktive Beteiligung und Inanspruchnahme meines Angebots. Mein Wunsch und Ziel ist es aufzuklären, die Gewaltmythen und Glaubenssätze der Teilnehmenden zu hinterfragen und zu verändern.

I have a dream!

Auch ich habe einen Traum! Einen Traum, in dem es keine Frauenhäuser mehr braucht – weil es keine Gewalt mehr zwischen den Menschen gibt! Weil wir gleichberechtigt, wertschätzend und respektvoll auf Augenhöhe in Liebe miteinander umgehen, lieben, arbeiten und leben!

Das Buch: unSICHTBAR – Wir zeigen Gesicht

„Sexualisierte und häusliche Gewalt, Missbrauch und Vergewaltigungen wird oft mit anonymen Geschichten erzählt, oder scheint nur öffentliche Personen zu betreffen. Wir sind echt. Wir erzählen unsere Geschichten und wir zeigen Gesicht.“

Das Thema ist wichtig und gehört in die Öffentlichkeit. Mit dem Buch gehen wir einen Weg, um anderen Frauen Mut zu machen und Wege aufzuzeigen.

Wenn Du das unterstützen möchtest, vernetze Dich mit mir, schau Dich auf den Internetseiten um oder erwerbe das E-Book. Unser erklärtes Ziel ist es, mit dem Sprung auf die Bestsellerlistenmehr öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen und mehr betroffene Frauen zu erreichen.  

Das E-Book „unSICHTBAR – wir zeigen Gesicht wird am 25.11.2020 bei Amazon veröffentlicht.

Kontakt

Kontakt zu mir findest Du unter meiner neuen Website www.alice-westphal.de oder auf den Social Media Kanälen Instagram, Facebook, LinkedIn, Xing oder auf Twitter.

Bei S.I.G.N.A.L. e.V. gibt es Intervention im Gesundheitsbereich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen.

Videobeiträge und Interviews

Copyright Titelbild – Denise van Diesen

Naturkosmetik – was ist das eigentlich?

Naturkosmetik – was ist das eigentlich?

Maxime einer Ganzheitskosmetikerin

Gesundheitsbewusste Frauen gehen voller Freude los und kaufen Naturkosmetik. Die Zeiten der puren Chemie in Kosmetikprodukten scheinen vorbei, denn die Marketingkampagnen der Hersteller versprechen das ja schließlich. Außerdem redet jeder darüber – auch ohne „vom Fach“ zu sein. Wirklich schön, wenn es da nicht mindestens einen Haken gäbe.

Das Denken aus diesem Selbstverständnis heraus bewirkt, sogar bei den aufgeklärten Frauen der heutigen Zeit, die Annahme, dass in den mit „Natur“ betitelten Produkten nur natürliche und qualitativ hochwertige Inhaltsstoffe zu einem erstklassigen Produkt zusammen gemischt wurden. Und das noch zu einem wirklich niedrigen Preis.

Woher kommt dieses selbstverständliche Denken?

Ich möchte das an einem Beispiel verdeutlichen. Es gibt Babybrei und es gibt Erdbeermarmelade. Kein Mensch geht davon aus, dass in Babybrei Babys enthalten sind und Erdbeermarmelade für Erdbeeren gemacht ist. Weil es entweder unsinnig oder entsetzlich wäre, erschließt sich die Logik.

Bei Naturkosmetik ist es nicht ganz so „krass“, jedoch absolut vergleichbar. Wir gehen bei Naturkosmetik einfach – ohne explizite Erklärung – davon aus, dass sie „aus Natur“ besteht und für die „Natur des Menschen“ gemacht wurde. Demnach muss sie gesund und ganz ohne Nebenwirkungen für Mensch, Tier und Umwelt sein.

Copyright Pixabay – vschoenpos

Wirkung der Manipulation

Kann jemand „nicht-manipuliert“ werden? Die Antwort ist ein klares Nein! Der Mensch manipuliert immer und wird immer manipuliert. Nur das eigene Verständnis, der eigene Charakter und die eigene Wahl entscheidet, ob wir verwerflich oder gut mit uns und dem Gegenüber umgehen. Leider vergessen wir manchmal, bestimmte Dinge zu hinterfragen und unterwerfen uns den Manipulationsversuchen.

Die aufgeklärte Frau geht zudem häufig davon aus, dass alle Menschen genauso gut sind wie sie selbst. Hier grätsche ich mal hinein, selbst auf die Gefahr eines vielleicht bösen Erwachens hin. Das ist der hauptverantwortliche Haken, dass Hersteller mit ihrer Naturkosmetik durchkommen und weiterhin die umwelt- und oft auch gesundheitsschädlichen Chemiebomben verkaufen. Diesmal jedoch absolut green-washed.

Copyright Pixabay – adege

Nicht nur Fastfoodketten verkaufen sich mit Farben, Slogans und Verpackungen gesünder! Wer das glaubt, legt diesen Gedanken hoffentlich spätestens an dieser Stelle ab. Auto-, Mineralöl- und Lebensmittelkonzerne gaukeln uns vor, dass ihre Produkte gesund für alles und jeden auf der Welt sind. Mit der Pharmazie, dem Steinkohleabbau und den Kosmetikherstellern ist das nicht anders.

Es ist der Trend der Zeit, der die Marketingstrategien bestimmt. Den Trend beeinflussen wir als Verbraucher und werden von ihm beeinflusst.

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Was ist Naturkosmetik?

Der Begriff Naturkosmetik ist nicht definiert und das ist das große Problem – seit über 20 Jahren. Ein Problem für die Gesundheit und ein Problem für die Umwelt.

Es wurden Natursiegel ersehnt. Und ja – die gibt es zwischenzeitlich, denn auch das ist ein Geschäftskonzept! Jedoch bekommt kein Hersteller diese Auszeichnung selbstverständlich aufgrund seiner Leistungen bei der Produktrezeptur. Er bekommt das Siegel nur, wenn er das Produkt nach den Bedingungen des Labels herstellt. Da stellt sich direkt die Frage, ob das denn wirklich sinnig ist. Zusätzlich muss der, der mit dem Siegel werben möchte, auch noch das Label bezahlen. So läuft das, eine Gelddruckmaschine, ohne Mehrwert für die Verbraucher:innen.

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Gibt es überhaupt Naturkosmetik?

Uff. Diesmal ein klares Vielleicht. Oder doch eher ein Nein …
Naturkosmetik wächst auf keinem Baum. Ganz genau betrachtet, ist auch Mineralöl aus der Natur und demnach Natur. Mineralölcremes müssten aus dieser Logik heraus gesund sein. Sind sie jedoch nicht.

Wenn ich zwei Substanzen verbinden möchte und dann noch den Anspruch habe, dass das Ergebnis genauso bleibt, dann befinde ich mich schon irgendwie in dem Bereich der Chemie, zumindest jedoch in der Alchemie.

Aus diesem Wissen heraus ist es absolut egal, ob es Naturkosmetik gibt oder nicht. Das Wort ist und bleibt für mich pure Manipulation. Viel wichtiger ist es, dass nichts drin ist, was die Natur von allem was auf der Welt ist, schädigt und trotzdem wirkt. Das gilt aus meiner Sicht für jedes kosmetische Produkt. Doch dafür ist noch kein Name gefunden.

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Was gibt es an gesunden Produkten?

Viele Hersteller und Produkte gibt es nicht, die meinen Anspruch, als Kosmetikerin und Verbraucherin gesund zu bleiben, erfüllen. Leider.

Außerdem ist für mich noch etwas unglaublich wichtig: Nicht nur die Produkte müssen verträglich für den Menschen sein, auch das Wesen des Herstellers muss annähernd verträglich für den Menschen sein. Erst dann erfüllt der Hersteller für mich den ganzheitlichen und gesunden Gedanken.

Was ist mit Empfehlungen?

Empfehlungen kann und werde ich in diesem Artikel nicht aussprechen, denn das muss immer individuell betrachtet werden und bezieht sich auf die Person, die die Kosmetik nutzt. In unserem ganzheitlichen Unternehmen, welches ein Verbindungsglied zwischen herkömmlicher Kosmetik und Dermatologie darstellt, gibt es nur Produkte, die ich mir jederzeit unbedenklich und dauerhaft auf die Haut tun würde. Wir sind nicht abhängig von einem Hersteller, denn auch in dem Bereich der Kosmetikhersteller gibt es keine „eierlegende Wollmilchsau“. Daher schauen wir im Vorfeld, welche Produkte die o.g. Kriterien erfüllen und die gewünschte Wirkung auf der Haut „entfalten“ können.

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Vertrauen zählt!

Deswegen meine einzige Empfehlung: Wende Dich immer an die Fachkraft Deines Vertrauens. Das machst Du auch bei allen anderen Dingen Deines Lebens, in denen Du nicht wirklich Bescheid weißt. Eine erste Unterstützung können Codecheck und ähnliche Portale bieten, doch auch da gibt es Einschränkungen. Darüber berichte ich in einem anderen Artikel.

Bitte bleib gesund – und clever!

Deine Wiebke Katzenberger


Die Autorin: Wiebke Katzenberger, Kosmetikerin und Unternehmerin

Seit über 30 Jahren ist Wiebke Katzenberger in Hautsachen unterwegs. Knapp nach Millennium gründete sie ihr eigenes Unternehmen Beauty & Balance. In diesem Unternehmen sind Kosmetik und Coaching vereint, denn durch Selbstfindung auf jeder Ebene ist der Mensch authentisch schön. „Kosmetik kommt von Kosmos und nicht von Creme schmieren“, erklärt sie jedem Kunden „und demnach ist Kosmetik das Handwerk und die Kunst mit allem was da ist umzugehen – um dann, quasi ‚so ganz aus Versehen‘, schön zu sein!“

Sie begleitet ihre Kunden online und vor Ort.

Beauty & Balance
Bahnhofstrasse 43
69256 Mauer 06226 9299531

Mehr von Wiebke Katzenberger, Beauty & Balance findest Du unter www.kosmetik-mauer.de.
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WeiberWirtschaft eG: „Wir verändern die Welt!“

WeiberWirtschaft eG: „Wir verändern die Welt!“

Ein Einblick in eine Genossenschaft für Frauen, die etwas bewegen wollen.

Frau Dr. Katja von der Bey ist seit 1996 im Vorstand der Frauengenossenschaft WeiberWirtschaft eG und ist immer noch fasziniert von den Möglichkeiten, die sich durch den Zusammenschluss von Frauen ergeben. Die promovierte Kunsthistorikerin ist seit 1992 genossenschaftlich aktiv und wurde für ihre Verdienste bereits mehrfach ausgezeichnet. Sie gibt uns in einen Einblick in die Themenvielfalt der Genossenschaft, die vor über 30 Jahren gegründet wurde und aus einer kleinen Fraueninitiative entstanden ist.

Hallo Katja, herzlichen Dank für Deine Bereitschaft, uns für ein Interview zur Verfügung zu stehen. Als Vorstandsmitglied und Geschäftsführerin der WeiberWirtschaft eG kümmerst Du Dich unter anderem um die Öffentlichkeitsarbeit und das Gründerinnenzentrum. Kannst Du uns etwas zur Rechtsform sagen und uns die Entstehung und Zielsetzung der Genossenschaft etwas näherbringen?

Mitte der 1980-er Jahre nahm alles mit einer Studie seinen Anfang. Einige Frauen schlossen sich zu einer Initiative zusammen, um ein Trägermodell eines Gründerinnenzentrums zu entwickeln. Daraus entwickelte sich der Verein Weiberwirtschaft e.V., der Anfang der 1990-er Jahre in die Frauengenossenschaft „WeiberWirtschaft eG“ überging.

Die Rechtsform der Genossenschaft hat den Vorteil, dass alle Genossinnen – unabhängig vom Kapitaleinsatz – das gleiche Stimmrecht haben. Mittlerweile sind wir über 2000 Frauen aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Viele davon sind keine Existenzgründerinnen, sie unterstützen das Modellprojekt aus frauenpolitischem Interesse. Wir wollen die Welt verändern und zeigen, was Frauen auf die Beine stellen können. Frauen helfen Frauen, denn gemeinsam sind wir stärker – das haben wir mehrfach bewiesen.

Der Blick in die Satzung legt dar, dass wir nicht auf Gewinnerzielung aus sind. Der Zweck der WeiberWirtschaft ist die Förderung ihrer Mitglieder, die Verbesserung der Ausgangsbedingungen von Frauenbetrieben und -projekten durch Bereitstellen von Gewerberäumen in einem Gründerinnenzentrum, die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen für Frauen sowie die Stärkung von Frauen auf wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet.

Unser Kerngeschäft ist die Vermietung von Gewerberäumen: Unsere Schwesterorganisation Gründerinnenzentrale bietet mit unserer finanziellen Unterstützung eine Orientierungsberatung an, wir haben ein Mentoring-Programm aufgelegt und neue Fortbildungsformate für Gründerinnen entwickelt. Wir wollten etwas Großes nach eigenen Regeln erschaffen – und der Erfolg gibt uns Recht: Wir betreiben Europas größtes Gründerinnen- und Unternehmerinnenzentrum mit rund 70 Mieterinnen.

Copyright Florian Bolk
Katja, die aus dem Satzungszweck resultierenden Themen sind vielfältig. Kannst Du uns einen kleinen Überblick zu den aktuellen Themen der WeiberWirtschaft geben?

Die deutsche Wirtschaft ist weder Familien- noch Frauenfreundlich aufgestellt. In der Vergangenheit wurden zwar einige „Schönheitsreparaturen“ vorgenommen, doch die Nachteile für Frauen liegen immer noch klar auf der Hand. Unsere Themen gehen in die Bereiche, in denen für Verbesserungen gesorgt werden muss. Das sind z. B.

  • Gründungsberatung von Frauen Die berufliche Option Selbständigkeit sollte für Frauen genauso selbstverständlich werden, wie sie für Männer schon lange ist. Wir setzen uns für eine Gründungskultur ein, in der Frauen genauso gefördert und unterstützt werden wie Männer.
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Chancengleichheit
  • Angleichung des Life Income Gap
    Frauen verdienen in ihrem Leben nur halb so viel wie Männer. Bei den abhängig Beschäftigten liegt der Gap bei 20%. Der Equal Pay Day ist ein Aktionstag zu diesem Thema. Bei den Selbständigen ist die Lücke noch viel größer.
  • Entwicklung einer zukunftsfähigen Form der Wirtschaft
    Dabei geht es um die Entwicklung von nachhaltigen Modellen, die eine größere Lebenszufriedenheit ermöglichen und um die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen mit Zukunftsperspektive.
  • Altersarmut
    Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit sind notwendig, weil immer noch viele Frauen kein eigenes Geld haben und später nicht abgesichert sind.
  • Vergabe von Mikrokrediten
    Wir sind als akkreditiertes Finanzinstitut in der Lage, Kredite zu vergeben und können Gründerinnen unterstützen.
  • Befürwortung einer angemessenen Bezahlung der erbrachten Leistung
    Bieterplattformen, auf denen der günstigste Anbieter den Zuschlag erhält, richten großen gesellschaftlichen Schaden an. Wir thematisieren und klären auf, um den Schaden dieser Art von „Lohndumping“ sichtbar zu machen.
Der amtierende Vorstand – Copyright Anke Großklaß
Die Themen sind breit gefächert. Bleiben wir mal bei dem Unterschied von Frauen und Männern. Das gilt für das Einkommen, aber auch für den Grund einer Existenzgründung. Was ist dabei besonders bemerkenswert?

Ein Beispiel ist die Vertrauenslücke „Confidence-Gap“. Das sehen wir im Gründungsbereich häufig.

Während Frauen sich eher unterschätzen machen Männer genau das Gegenteil. Ein gesellschaftliches Problem wird deutlich, denn Männern wird die Selbstständigkeit eher zutraut. Ihnen wird auf die Schulter geklopft, sie werden gefragt: „Und, wann hast Du die erste Million zusammen?“ Bei Frauen sieht das ganz anders aus. Sie werden gefragt, ob sie sich das zeitlich überhaupt erlauben können, sie müssen ja schließlich auch noch für die Familie sorgen.
Um es klar zu sagen: Männer haben die Familie im Rücken, während Frauen die Familie im Nacken haben. Diese altmodischen Ansichten lassen in ihrer Wirkung nur sehr langsam nach.

Frauen ticken anders, sie haben eine andere Vorstellung von der Welt und wollen sinnstiftenden Tätigkeiten nachgehen. Nicht umsonst sind viele im Care-Bereich und in der Sorge-Arbeit unterwegs. Frauen geht es weniger um den Profit, sie wollen der Gesellschaft etwas geben, etwas Gutes in die Welt tragen und anderen Menschen helfen. Männer sind eher gewinnorientiert, die nachhaltige oder soziale Komponente der Tätigkeit spielt dabei keine große Rolle.

Auffallend sind die kulturellen Unterschiede. Im Osten sind wesentlich mehr junge Frauen in technischen Berufen tätig und es gibt auch mehr Frauen in Führungspositionen. Durch die staatliche Regelung der Kinderversorgung konnten und mussten die Frauen immer arbeiten und auch selbstverständlich in allen Berufen. Das hat eine andere gesellschaftliche Wahrnehmung bewirkt.

Copyright Florian Bolk
Das bedeutet zwar lokal gesehen eine bessere Ausgangsposition für die Frauen, doch durchgängig ist das nicht. Du erwähnst hohe Hürden, die Frauen überwinden müssen, um aus gesellschaftlichen Rahmenbedingungen auszubrechen. Kannst Du das an einem Beispiel verdeutlichen?

Nehmen wir z. B. Corona, oder die Sorge- und Pflegearbeit. Es geht mir dabei um das Bewusstsein, dass die altbekannten Klischees ganz tief in der Gesellschaft verankert sind. Corona hat uns das im Frühjahr extrem deutlich gemacht.

Thema Homeschooling:
Der Lockdown kam und die Kinder mussten zu Haus unterrichtet werden. Wie viele Männer haben diese Aufgabe freiwillig übernommen? Die meisten Frauen hatten keine Wahl, das gesellschaftliche Denken ist sehr konservativ im Hinblick auf Veränderungen.

Thema Pflege der Eltern:
Häufig wird vorausgesetzt, dass Frauen die elterliche Pflege übernehmen. Manche kommen gar nicht auf den Gedanken, dass man darüber durchaus diskutieren kann. Sie übernehmen sowohl die Verantwortung als auch die körperliche Arbeit. Doch die Gesellschaft nimmt das nicht wahr und wertgeschätzt wird das auch nicht.

Thema Gendern:
Wir haben uns dafür eingesetzt, dass die sprachliche Umsetzung konsequent erfolgen muss. Damit sind Erfolge sichtbar geworden. Frauen fühlen sich eher angesprochen und reagieren auf entsprechende Formulierungen. Zum Beispiel wurde ein Online-Fragebogen mit einem Kooperationspartner gendergerecht angepasst. Die Konsequenz war eine wesentlich höhere Rücklaufquote von Frauen im Vergleich zu den Vorjahren.

Thema Familiengründung:
Das klingt nach einem privaten Thema, doch tatsächlich ist es politisch. Die Frage: „Wer kümmert sich um die Kinder“ ist berechtigt, doch die Antwort ist in Gesetzen verankert. Elternzeit 12/2: Das bedeutet, dass der Vater, wenn er die Elternzeit nicht verschenken möchte, mindestens 2 Monate nehmen muss. Seitens der Politik könnten hier doch auch 50:50 vorgesehen werden.

Nach der Generalversammlung – Copyright Anke Großklaß
Das waren schon wirklich viele Informationen zu der kleinen Themenauswahl. Herzlichen Dank Katja, für den spannenden Einblick. Wir wünschen Dir und allen Mitgliedern weiterhin viel Erfolg für die Zukunft, die uns alle betrifft.

Titelbild: Katja von der Bey WeiberWirtschaft eG – Copyright Anke Großklaß

7 Fakten zum Elvie auf Rezept

7 Fakten zum Elvie auf Rezept

Der Elvie Beckenbodentrainer mit Biofeedback eignet sich hervorragend, um Inkontinenzprobleme zu verbessern. Stephanie Budde-Thoms hat bereits von ihren Erfahrungen berichtet. Da der Elvie Trainer als Hilfsmittel gelistet ist, kann er ärztlich verschrieben werden – Du bekommst ihn dann auf Rezept. Doch immer wieder gibt es Rückfragen, weil der Arzt oder die Ärztin die Verschreibung ablehnt oder weil die Krankenkasse etwas anderes liefert. Wir nehmen das Thema genauer unter die Lupe, damit Du Deine Möglichkeiten kennst und die richtigen Antworten parat hast.

Fakt 1: Mit Rezept zum Elvie Beckenbodentrainer

Du kannst den Elvie Trainer auf Rezept bekommen, sofern Du eine medizinische Indikation hast. Das ist z. B. eine diagnostizierte Belastung- oder Stressinkontinenz.

Da der Elvie-Beckenbodentrainer als Hilfsmittel bei den gesetzlichen Krankenkassen gelistet ist, werden die Kosten im Regelfall von diesen übernommen. Dafür benötigst Du ein Rezept (= rosafarbene Verordnung) von Deinem Arzt oder Deiner Ärztin bzw. eine Verordnung aus der Klinik. Berücksichtige bitte, dass ein Rezept nur für vier Wochen gültig ist und danach verfällt. Mehr Informationen findest Du hier.

Bekommst Du ein blaues Rezept (= Privatrezept), musst Du die Kosten selbst tragen. Bist Du privat versichert, kannst Du die Kostenübernahme für den Elvie Trainer mit Deiner Krankenkasse abstimmen.

Auf der Verordnung sollten die Kennziffer „7“ = Hilfsmittel eingetragen und die 10-stellige Hilfsmittelnummer des Elvie Trainers (15.25.19.2026) aufgeführt sein. Dann besteht die größtmögliche Wahrscheinlichkeit, dass Du auch den Elvie Trainer bekommst. Stehen nur die ersten 7 Ziffern auf Deinem Rezept, wird damit die Hilfsmittelkategorie benannt und es ist unklar, welches Gerät Du bekommen sollst.

Der Elvie Beckenbodentrainer mit Biofeedback eignet sich hervorragend, um Inkontinenzprobleme zu verbessern. Stephanie Budde-Thoms hat bereits von ihren Erfahrungen berichtet Da der Elvie Trainer als Hilfsmittel gelistet ist, kann er ärztlich verschrieben werden – Du bekommst ihn dann auf Rezept. Doch immer wieder gibt es Rückfragen, weil der Arzt oder die Ärztin die Verschreibung ablehnt oder weil die Krankenkasse etwas anderes liefert. Wir nehmen das Thema genauer unter die Lupe, damit Du Deine Möglichkeiten kennst und die richtigen Antworten parat hast.

Elvie Trainer

Fakt 2: Wie bekommst Du den Elvie Beckenbodentrainer?

Mit Deinem Rezept gehst Du zur Apotheke oder zum Sanitätshaus. Sollte Dein Arzt oder Deine Ärztin nur die 7-stellige Nummer der Hilfsmittelkategorie auf dem Rezept vermerkt haben, kannst Du bei der Abgabe direkt dazusagen, dass Du den Elvie Beckenbodentrainer haben möchtest. Im Regelfall wird das akzeptiert oder Du bekommst sofort eine Rückmeldung, wenn sie Dir diesen nicht liefern können. Grundsätzlich hast Du eine Alternative: Du kannst die Verordnung direkt an Medizintechnik Kaasen GmbH schicken. Das ist auch die schnellste Variante.

Diese sogenannten Leistungserbringer (Apotheke, Sanitätshaus, Medizintechnik Kaasen GmbH) senden dann einen Kostenvoranschlag an Deine Krankenkasse.

Kommst Du in eine Apotheke oder ein Sanitätshaus, wo Dein Rezept nicht eingelöst werden kann, stecke es in einen Umschlag und schicke es nach Lünen zu Medizintechnik Kaasen.

Sind alle Daten und Informationen auf der Verordnung korrekt eingetragen, wird das Hilfsmittel genehmigt, bei Medizintechnik Kaasen bestellt und ausgeliefert. Entweder kannst Du Deinen Elvie Trainer beim Leistungserbringer, wie z. B. der Apotheke abholen oder er wird Dir zugeschickt.

Bekommst Du ein anderes Gerät obwohl Du einen Elvie erwartest, schau bitte unter Fakt 5 nach. Dort steht, was Du in diesem Fall machen kannst. 

Fakt 3: Dein Arzt oder Deine Ärztin lehnt die Verschreibung ab!

Es kommt vor, dass Ärzte und Ärztinnen die Verschreibung des Elvie Beckenbodentrainers trotz der entsprechenden Indikation ablehnen. Das liegt zum einen daran, dass sie mit der Funktionsweise nicht vollständig vertraut und sich nicht sicher sind, ob es für Dich das richtige Hilfsmittel ist. Zum anderen liegt der Ablehnung häufig der Irrtum zugrunde, dass ein Hilfsmittel auf das Budget der Praxis angerechnet wird. Das ist jedoch nicht der Fall. Mehr dazu findest Du im Artikel „Hilfsmittel: Verordnung – Anspruch – Erstattung“ des BVMed.

Elvie Trainer App Rezept

Fakt 4: Die Krankenkasse lehnt die Kostenübernahme ab!

Sollte die Krankenkasse den beantragten Kostenvoranschlag ablehnen, bekommst Du eine Nachricht. Bestehe in diesem Fall immer auf einer schriftlichen Benachrichtigung durch die Krankenkasse, da Du nur auf diesem Weg den Grund der Ablehnung erfahren kannst. Häufig werden Formfehler bemängelt. Du hast jedoch die Möglichkeit, die fehlenden Daten in der Praxis nachtragen zu lassen und das Rezept – unter Beachtung der Widerspruchsfrist – erneut einzureichen (siehe Fakt 2).

Fakt 5: Du bekommst ein anderes Gerät ausgehändigt!

Händigt Dir die Apotheke oder das Sanitätshaus nicht den Elvie Beckenbodentrainer, sondern ein anderes Gerät aus, hängt das vielleicht damit zusammen, dass auf der Verordnung nur die ersten 7 Stellen der insgesamt 10-stelligen Hilfsmittelnummer gestanden haben, also nur die Hilfsmittelkategorie angegeben war. In diesem Fall kann die Apotheke oder das Sanitätshaus ein anderes Gerät aus der Liste auswählen und vorrätige Produkte liefern. Du hast die Möglichkeit, bei der Krankenkasse telefonisch Einspruch einzulegen und auf das mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin geführte Gespräch hinzuweisen. Im Regelfall bekommst Du eine neue Lieferung, sobald das falsche Gerät zurückgeschickt wurde.

Um Dir diesen ganzen Aufwand zu ersparen, kannst Du bereits bei der Einreichung des Rezepts deinen Wunsch äußern. Damit bist Du auf der sicheren Seite – siehe auch Fakt 2.

Fakt 6: Das Anspannungs-Feedback per App auf Deinem Smartphone

Der Elvie Beckenbodentrainer gibt Dir ein visuelles Feedback, dass auf Deinem Smartphone angezeigt wird. Dafür benötigst Du die kostenlose Elvie-App, die Du im entsprechenden Store herunterladen kannst. Die App ist übersichtlich und selbsterklärend. Sie hat verschiedene Workouts, die Dir zur Auswahl angeboten werden. Die Übungen passen sich Deinen Fortschritten automatisch an – und Du kannst auch eigene Ansprüche definieren.

Sollte die Verbindung zwischen dem Elvie Trainer und Deinem Smartphone nicht gelingen, kannst Du Dir bei Medizintechnik Kaasen GmbH unter der Telefon-Nummer +49 2306-306090 Hilfe holen. Bitte prüfe vorher, ob Dein Handy grundsätzlich kompatibel ist (ab iPhone 4S, iPad 3, Android 4.3 und neuere Versionen, die Bluetooth Smart und Bluetooth Low Energy unterstützen). Bei Huawei-Handys kann es zu Verbindungsproblemen kommen, daher prüfe im Vorfeld die technischen Bedingungen (siehe Fakt 7).

Fakt 7: Antwort auf alle Fragen

In diesem Artikel können wir nicht alle Konstellationen und Einzelfälle darstellen, Du kannst Dich aber mit allen Fragen an Medizintechnik Kaasen GmbH wenden. Der autorisierte Fachhändler kann Dir mit Sicherheit weiterhelfen.

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