Naturkosmetik – was ist das eigentlich?

Naturkosmetik – was ist das eigentlich?

Maxime einer Ganzheitskosmetikerin

Gesundheitsbewusste Frauen gehen voller Freude los und kaufen Naturkosmetik. Die Zeiten der puren Chemie in Kosmetikprodukten scheinen vorbei, denn die Marketingkampagnen der Hersteller versprechen das ja schließlich. Außerdem redet jeder darüber – auch ohne „vom Fach“ zu sein. Wirklich schön, wenn es da nicht mindestens einen Haken gäbe.

Das Denken aus diesem Selbstverständnis heraus bewirkt, sogar bei den aufgeklärten Frauen der heutigen Zeit, die Annahme, dass in den mit „Natur“ betitelten Produkten nur natürliche und qualitativ hochwertige Inhaltsstoffe zu einem erstklassigen Produkt zusammen gemischt wurden. Und das noch zu einem wirklich niedrigen Preis.

Woher kommt dieses selbstverständliche Denken?

Ich möchte das an einem Beispiel verdeutlichen. Es gibt Babybrei und es gibt Erdbeermarmelade. Kein Mensch geht davon aus, dass in Babybrei Babys enthalten sind und Erdbeermarmelade für Erdbeeren gemacht ist. Weil es entweder unsinnig oder entsetzlich wäre, erschließt sich die Logik.

Bei Naturkosmetik ist es nicht ganz so „krass“, jedoch absolut vergleichbar. Wir gehen bei Naturkosmetik einfach – ohne explizite Erklärung – davon aus, dass sie „aus Natur“ besteht und für die „Natur des Menschen“ gemacht wurde. Demnach muss sie gesund und ganz ohne Nebenwirkungen für Mensch, Tier und Umwelt sein.

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Wirkung der Manipulation

Kann jemand „nicht-manipuliert“ werden? Die Antwort ist ein klares Nein! Der Mensch manipuliert immer und wird immer manipuliert. Nur das eigene Verständnis, der eigene Charakter und die eigene Wahl entscheidet, ob wir verwerflich oder gut mit uns und dem Gegenüber umgehen. Leider vergessen wir manchmal, bestimmte Dinge zu hinterfragen und unterwerfen uns den Manipulationsversuchen.

Die aufgeklärte Frau geht zudem häufig davon aus, dass alle Menschen genauso gut sind wie sie selbst. Hier grätsche ich mal hinein, selbst auf die Gefahr eines vielleicht bösen Erwachens hin. Das ist der hauptverantwortliche Haken, dass Hersteller mit ihrer Naturkosmetik durchkommen und weiterhin die umwelt- und oft auch gesundheitsschädlichen Chemiebomben verkaufen. Diesmal jedoch absolut green-washed.

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Nicht nur Fastfoodketten verkaufen sich mit Farben, Slogans und Verpackungen gesünder! Wer das glaubt, legt diesen Gedanken hoffentlich spätestens an dieser Stelle ab. Auto-, Mineralöl- und Lebensmittelkonzerne gaukeln uns vor, dass ihre Produkte gesund für alles und jeden auf der Welt sind. Mit der Pharmazie, dem Steinkohleabbau und den Kosmetikherstellern ist das nicht anders.

Es ist der Trend der Zeit, der die Marketingstrategien bestimmt. Den Trend beeinflussen wir als Verbraucher und werden von ihm beeinflusst.

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Was ist Naturkosmetik?

Der Begriff Naturkosmetik ist nicht definiert und das ist das große Problem – seit über 20 Jahren. Ein Problem für die Gesundheit und ein Problem für die Umwelt.

Es wurden Natursiegel ersehnt. Und ja – die gibt es zwischenzeitlich, denn auch das ist ein Geschäftskonzept! Jedoch bekommt kein Hersteller diese Auszeichnung selbstverständlich aufgrund seiner Leistungen bei der Produktrezeptur. Er bekommt das Siegel nur, wenn er das Produkt nach den Bedingungen des Labels herstellt. Da stellt sich direkt die Frage, ob das denn wirklich sinnig ist. Zusätzlich muss der, der mit dem Siegel werben möchte, auch noch das Label bezahlen. So läuft das, eine Gelddruckmaschine, ohne Mehrwert für die Verbraucher:innen.

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Gibt es überhaupt Naturkosmetik?

Uff. Diesmal ein klares Vielleicht. Oder doch eher ein Nein …
Naturkosmetik wächst auf keinem Baum. Ganz genau betrachtet, ist auch Mineralöl aus der Natur und demnach Natur. Mineralölcremes müssten aus dieser Logik heraus gesund sein. Sind sie jedoch nicht.

Wenn ich zwei Substanzen verbinden möchte und dann noch den Anspruch habe, dass das Ergebnis genauso bleibt, dann befinde ich mich schon irgendwie in dem Bereich der Chemie, zumindest jedoch in der Alchemie.

Aus diesem Wissen heraus ist es absolut egal, ob es Naturkosmetik gibt oder nicht. Das Wort ist und bleibt für mich pure Manipulation. Viel wichtiger ist es, dass nichts drin ist, was die Natur von allem was auf der Welt ist, schädigt und trotzdem wirkt. Das gilt aus meiner Sicht für jedes kosmetische Produkt. Doch dafür ist noch kein Name gefunden.

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Was gibt es an gesunden Produkten?

Viele Hersteller und Produkte gibt es nicht, die meinen Anspruch, als Kosmetikerin und Verbraucherin gesund zu bleiben, erfüllen. Leider.

Außerdem ist für mich noch etwas unglaublich wichtig: Nicht nur die Produkte müssen verträglich für den Menschen sein, auch das Wesen des Herstellers muss annähernd verträglich für den Menschen sein. Erst dann erfüllt der Hersteller für mich den ganzheitlichen und gesunden Gedanken.

Was ist mit Empfehlungen?

Empfehlungen kann und werde ich in diesem Artikel nicht aussprechen, denn das muss immer individuell betrachtet werden und bezieht sich auf die Person, die die Kosmetik nutzt. In unserem ganzheitlichen Unternehmen, welches ein Verbindungsglied zwischen herkömmlicher Kosmetik und Dermatologie darstellt, gibt es nur Produkte, die ich mir jederzeit unbedenklich und dauerhaft auf die Haut tun würde. Wir sind nicht abhängig von einem Hersteller, denn auch in dem Bereich der Kosmetikhersteller gibt es keine „eierlegende Wollmilchsau“. Daher schauen wir im Vorfeld, welche Produkte die o.g. Kriterien erfüllen und die gewünschte Wirkung auf der Haut „entfalten“ können.

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Vertrauen zählt!

Deswegen meine einzige Empfehlung: Wende Dich immer an die Fachkraft Deines Vertrauens. Das machst Du auch bei allen anderen Dingen Deines Lebens, in denen Du nicht wirklich Bescheid weißt. Eine erste Unterstützung können Codecheck und ähnliche Portale bieten, doch auch da gibt es Einschränkungen. Darüber berichte ich in einem anderen Artikel.

Bitte bleib gesund – und clever!

Deine Wiebke Katzenberger


Die Autorin: Wiebke Katzenberger, Kosmetikerin und Unternehmerin

Seit über 30 Jahren ist Wiebke Katzenberger in Hautsachen unterwegs. Knapp nach Millennium gründete sie ihr eigenes Unternehmen Beauty & Balance. In diesem Unternehmen sind Kosmetik und Coaching vereint, denn durch Selbstfindung auf jeder Ebene ist der Mensch authentisch schön. „Kosmetik kommt von Kosmos und nicht von Creme schmieren“, erklärt sie jedem Kunden „und demnach ist Kosmetik das Handwerk und die Kunst mit allem was da ist umzugehen – um dann, quasi ‚so ganz aus Versehen‘, schön zu sein!“

Sie begleitet ihre Kunden online und vor Ort.

Beauty & Balance
Bahnhofstrasse 43
69256 Mauer 06226 9299531

Mehr von Wiebke Katzenberger, Beauty & Balance findest Du unter www.kosmetik-mauer.de.
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Spätes Mutterglück

Spätes Mutterglück

„Mit 66 Jahren, da fängt da Leben an…“
Gilt das bald auch für die Familienplanung?

Älter bei der ersten Geburt

Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, ihr Mutterglück nach hinten zu verschieben. Waren in den 70er Jahren westdeutsche Frauen bei der Geburt des ersten Kindes im Schnitt unter 25 Jahre alt, in der ehemaligen DDR sogar unter 22 Jahren, sind die Erstgebärenden jetzt deutlich älter. Heute beträgt das Durchschnittsalter in Deutschland 30,5 Jahre .

2018 hatten 42.800 Neugeborene eine Mutter, die 40 Jahre oder älter war. Damit hat sich die Zahl der späten Mütter (40+) seit 1990 fast vervierfacht!

Statistisch betrachtet …

Warum auch nicht? Unsere Lebenserwartung ist in den letzten 140 Jahren deutlich gestiegen. Im Deutschen Reich (1871-1881) betrug die Lebenserwartung bei der Geburt für einen Jungen 35,6 Jahre und für ein Mädchen 38,4 Jahre. Hatten diese Kinder das Alter von fünf Jahren erreicht, konnten die Jungs 49,4 Jahre und die Mädchen 51,0 Jahre alt werden. Das sechzigste Lebensjahr erreichten in dieser Zeit allerdings nur 31 % der Männer und 36 % der Frauen.

… steigt die Lebenserwartung

Als Frau kannst Du Dich an Deinem 60. Geburtstag auf weitere 25 Lebensjahre freuen, und als Mann sind es ab diesem Zeitpunkt noch 22 Jahre. Auch diese Zahlen sind in den letzten 140 Jahren deutlich gestiegen.

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Genug Zeit für das Familienglück

Warum dann nicht die Familienplanung nach hinten schieben? Bekommst Du Dein Kind um den 40. Geburtstag, bleiben Dir selbst unter ungünstigsten Umständen im Schnitt noch fast 40 Jahre, um Deinen Nachwuchs sicher ins Leben zu begleiten.

Abnehmende Fruchtbarkeit

Dies ist eine Seite der Medaille. Leider weiß die Natur von den gestiegenen Lebenserwartungen recht wenig und behandelt uns noch wie im Kaiserreich: mit 51 Jahren war da Schluss und die Menopause setzte ein. 

Und so zeichnet die Statistik ein düsteres Bild von unserer abnehmenden Fruchtbarkeit. Mit 35 Jahren knickt die Kurve nach unten und endet bei knapp 5 % Schwangerschaftsrate pro Monat um das 44. Lebensjahr. Bist du 25 Jahre alt, liegen die Schwangerschaftsraten bei 25 % pro Monat. 

Mit 35 Jahren schon zu alt für Kinder?

Szenenwechsel. Kinderwunschtage in Köln 2018. Mein erster Besuch einer solchen Veranstaltung. Ich bin entsetzt. In fast jedem Vortrag bist Du mit 35+ und einem Kinderwunsch ein schwerer Fall. Ganz forsche Referenten fordern Dich sogar dazu auf, über eine Eizellspende nachzudenken. Ich sitze im Auditorium und traue mich nicht, dazu Stellung zu nehmen, so platt bin ich. Wer meine Geschichte kennt, weiß warum.

Die Kinderwunschtage finden in verschiedenen deutschen Städten statt. Mehrheitlich ausländische Kliniken bieten hier ihre Leistungen an. Unter anderem Therapien wie Eizellspenden, die in Deutschland verboten sind. Moralisch mag man dazu stehen, wie man will. Für viele Paare ist es eine Chance, sich zu informieren und vielleicht doch noch eine Lösung für ihren Kinderwunsch zu finden.

Vorbereitung und Begleitung

Auch mit 35+ ist die Erfüllung des Kinderwunsches noch möglich! Allerdings solltest Du ein paar Dinge beachten. Denn ja, die Uhr tickt. Mit 25 Jahren hast Du alle Zeit der Welt, wenn Du mal einen Zyklus „versemmelst“, der nächste kommt bestimmt. Je älter Du wirst, desto weniger Eisprünge stehen Dir noch zur Verfügung. Deshalb sind eine gute Vorbereitung und Begleitung die halbe Miete.

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Gut vorbereitet zum Wunschkind

Eine gesunde, pflanzenbasierte Ernährung mit wenig Fleisch bietet eine gute Grundlage. Verwende gesunde Fette und Öle, dafür wenig künstliche Aromen und Konservierungsstoffe. Obst und Gemüse sollten frisch sein und kurze Transportwege haben. Das garantiert Dir ein Maximum an Vitaminen und Mineralstoffen. Und besser ist es, wenn Du dann noch selbst zum Kochlöffel greifst. Fastfood und Lieferservice sollten eher die Ausnahme auf dem Speisezettel sein.

Wichtige Vitamine und Mineralstoffe

Um Nahrungsergänzungsmittel kommst Du meiner Meinung nach nicht herum, denn der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen in den Lebensmitteln ist in letzten Jahren drastisch gesunken. Fast jede Frau leidet unter einem Mangel an Folsäure, Vitamin D3 und Omega 3 Fettsäuren. Lasse sicherheitshalber die Werte vor Deinem Kinderwunsch bestimmen. Denn diese Vitamine und Fette sind ganz wichtig für den Erfolg Deines Kinderwunsches und eine gesunde Schwangerschaft.

Dinge, die Du meiden solltest

Auf Genussgifte wie Alkohol, übermäßigen Kaffeegenuss oder Nikotin solltest Du weitestgehend verzichten. Aber auch Weichmacher und Konservierungsstoffe gehören auf die Liste der Dinge, die Du meiden solltest. Denn diese Stoffe können in Deinem Körper eine hormonartige Wirkung entfalten und so Dein Hormongleichgewicht durcheinanderbringen. Hier ist weniger mehr.

Untersuchungen zur Standortbestimmung

Ein weiterer Punkt ist die Diagnostik. Auch hier solltest Du nicht zu lange warten. Gerade, wenn Du über 35 Jahre alt bist, musst Du wissen, wieviel Zeit Dir für die Realisierung des Kinderwunsches bleibt. Wenn bei den Untersuchungen alles in Ordnung ist, kannst Du es immer noch langsam angehen lassen.

Weil das ein Punkt ist, der oft vernachlässigt wird, habe ich dazu einen Online-Kurs zusammengestellt. Hier erfährst Du, wie Du alle wichtigen Untersuchungen in nur einem Monat durchführen kannst.

Mehr Infos dazu findest du auf meiner Internetseite.

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Spätes Mutterglück:  doch nicht so aussichtslos?

Es gibt drei echte Lichtblicke, die Mut machen, wenn es um spätes Mutterglück geht.

Zum einen gibt es eine Studie aus dem Jahr 2004 von David Dunson, der die Daten von 770 europäischen Frauen ausgewertet hat. Danach unterscheidet sich die Fruchtbarkeit von Frauen um 35 Jahre nur um 4 % von der von Frauen um das 25. Lebensjahr. Eine Studie von Anne Steiner, Universität von North Carolina, kommt zu dem Ergebnis, dass die Fruchtbarkeit erst mit 40 Jahren deutlich abnimmt. Vorausgesetzt, Du hast zweimal pro Woche ungeschützten Sex.

Und da ist noch die Studie der Boston School of Medicine. Die besagt, dass späte Mütter länger leben. Wenn das mal kein Ansporn ist…

Ich betreue viele Patientinnen, die über 40 noch schwanger geworden sind – ohne Probleme und Komplikationen in der Schwangerschaft. Auch ich selbst bin mit 48 Jahren unerwartet noch schwanger geworden. Gearbeitet habe ich bis zum letzten Tag ohne größere Zipperlein. Walk your talk…

Weltrekord…

Eine Inderin mit 72 Jahren ist übrigens die älteste Mutter. Das finde ich nicht nachahmenswert, aber es schon erstaunlich, was ein weiblicher Körper so leisten kann!

Lass Dich nicht aufhalten!

Also, wenn Du einen Kinderwunsch hast und schon älter bist, lass Dich nicht aufhalten. Und vor allen Dingen, lass es Dir nicht ausreden! Einen Versuch ist es wert. Sonst bereust Du es später vielleicht.

Brauchst Du dazu weitere Informationen, schau gerne auf meiner Webseite https://spaetes-mutterglueck.de oder in meinem YouTube Kanal nach!


Die Autorin: Dr. med. Heidi Gößlinghoff

Als Frauenärztin und Kinderwunschexpertin habe ich mich auf die Beratung und Betreuung von Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch spezialisiert. Neben den schulmedizinischen Maßnahmen arbeite ich gerne unterstützend mit Naturheilverfahren und Ernährungsmedizin.

Möchtest Du mehr über mich und meine Arbeit erfahren, schau einfach mal bei www.spaetes-mutterglueck.de vorbei.

Oder bei YouTube unter Dr. med. Heidi Gößlinghoff, hier gibt es jede Woche zwei Videos zum Thema Kinderwunsch.

Auf Instagram findest Du mich unter „babyglueck“.

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Profilbild: Dr. med. Heidi Gößlinghoff

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Titelbild: Pixabay – fancycrave1

Was isst man denn in Korea?

Was isst man denn in Korea?

Ein Gastbeitrag von Sun-Mi Jung, Miss Seoulfood

„Was isst man denn so in Korea?“, ist eine Frage, die ich ziemlich häufig zu hören bekomme. Ich liebe diese Frage übrigens sehr, dann kann ich endlich zu meinem Lieblingsthema kommen und ausschweifend über das schönste Thema der Welt sprechen – Essen!

Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten ist. Es kommt, wie so häufig im Leben, auf das Vorwissen des Fragenden an. So ähnlich wie die Frage „Ist Koreanisch eine schwierige Sprache?“. „Kommt drauf an, welche Muttersprache Du sprichst. Ein Japaner lernt Koreanisch sehr schnell, ein Deutscher eher nicht. Und das hat nichts mit Intelligenz zu tun.“

Dashima, Miyeok, Lotuswurzel & Co.

Viele Dinge, die in der koreanischen Küche selbstverständlich sind, sind hier im Westen völlig unbekannt. Zum Beispiel Dashima (getrocknete Alge, daraus wird meist eine aromatische Brühe gekocht), Miyeok (eine andere Alge, die gekocht gegessen wird), Lotuswurzel, Doenjang (fermentierte Sojabohnenpaste, ein wichtiges Würzmittel) und manchmal sogar Kimchi (das koreanische Sauerkraut). Entsprechend viele Erklärungen muss ich dann liefern.

Bei anderen Zutaten, Zubereitungen und Essensgewohnheiten gibt es noch vieles, womit Europäer fremdeln: „Tofu? Schmeckt nicht!“ oder „100 Gramm Fleisch pro Person, wie soll ich da satt werden?“ oder „So viel Gemüse? Gemüse esse ich nicht.“ „Lebendige Babyoktopusse?!?! Oh, mein Gott!!“ (Das mit den Babyoktopussen ist übrigens von mir…)

Aber ich will nicht nur meckern. Viele Europäer kennen sich mittlerweile ziemlich gut, wenn nicht sogar hervorragend mit der asiatischen und auch koreanischen Küche aus! Manchmal viel besser als ich. Sie schreiben sogar Bücher darüber und führen umfangreiche Foodblogs! Aber warum auch nicht. Nur, weil man keine koreanischen Vorfahren hat, bedeutet das ja nicht, dass man sich nicht für gutes Essen interessieren kann…

Reis ist immer dabei

Nun willst Du bestimmt wissen, was man denn in Korea so isst? Also, alles aufzählen kann ich jetzt nicht. Aber ich versuche es mal mit einem anschaulichen Beispiel: Morgens, mittags, abends gibt es eine Schale gekochten weißen Reis. Dazu eine Schüssel Suppe, gern mit gekochten Algen, Gemüse oder Kimchi. Aber natürlich auch mit Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten.

Banchan – wichtige Beilagen

Serviert werden außerdem jede Menge Beilagen, genannt Banchan, die in kleinen Schälchen auf den Tisch kommen und von denen sich jeder nach Herzenslust bedienen darf. Das sieht dann ein bisschen aus wie in einer spanischen Tapasbar und braucht jede Menge Platz und zahlreiche kleine Schüsselchen. Der Esstisch sollte also möglichst groß sein. Vergiss französische Bistrotische, die sind für Banchan völlig ungeeignet. 

Banchan machen einen sehr wichtigen Teil der koreanischen Küche aus. Die meisten Koreaner empfinden ein Gericht als unvollständig, wenn es keine Banchan gibt. So als würde es Schnitzel mit Kartoffeln und Erbsen und Möhren ohne Schnitzel geben. Quasi unvorstellbar!

Vielseitig, auch vegetarisch oder vegan

Banchan sind häufig vegetarisch, wenn nicht sogar vegan. Das ist nicht nur besser für die Gesundheit, sondern auch für den Planeten und das Tierwohl. Verarbeitet wird fast alles, was der Boden so hergibt: Sojasprossen, Gurken, Rettich, Möhren, Tofu, Spinat, Salat, Kohl, Lotuswurzel, Auberginen, Zucchini, Adlerfarn und vieles mehr. Tomaten allerdings nicht, denn die gelten in Korea als Obst! Fleisch, Meeresfrüchte und Fisch werden eher selten als Banchan zubereitet, sondern bilden ein eigenes Hauptgericht, das zusätzlich serviert wird. In globalisierten Zeiten kann es durchaus auch mal ein paniertes Schnitzel sein…

Der Ursprung der vegetarisch-veganen Banchan geht übrigens auf den Einfluss des Buddhismus zurück. Zeitweise war Fleisch sogar offiziell verboten in Korea, daher entwickelte vor allem die koreanische Tempelküche zahlreiche schmackhafte vegetarisch-vegane Alternativen. Die Mönche und Nonnen mussten schließlich mit gutem Beispiel vorangehen und das geht nur, wenn das Essen gut ist. Ich glaube, das europäische Bier hat eine ähnliche Geschichte. Und das hat immerhin die ganze Welt erobert … 

Meine Foodempfehlung

Meine drei koreanischen Foodempfehlungen für Dich:

1.Chinakohl – Kimchi

DAS koreanische Superfood. Eigentlich nichts anderes als fermentierter Chinakohl, der stark und dennoch raffiniert gewürzt ist. Sauer, scharf, aromatisch, herzhaft und frisch zugleich. Jede Familie hat ihr eigenes Geheimrezept. Aber auch asiatische Supermärkte verkaufen mittlerweile Kimchi. Nimm das aus dem Frischepack, nicht aus der Konservendose. Und iss Kimchi zu einer Schale weißen Reis! Ach ja, schön und schlank soll Kimchi übrigens auch machen!

2. Bibimbab

Lustiger Name, oder? Heißt aber nichts anderes, als „verrührter Reis.“ Eigentlich ein Resteessen, denn übriggebliebene Banchan werden in eine Schüssel weißen Reis gegeben und untergemischt. Dazu eine Sauce aus Gochujang (fermentierte Chilipaste) und ein Spiegelei als Topping. Kann man vegetarisch, vegan oder auch mit Fleisch zubereiten. Nur Fisch und Meeresfrüchte sind nicht üblich. Keine Ahnung, warum…

3. Bulgogi

Auch bekannt als „Korean BBQ.“ Mariniertes Fleisch wird direkt am Tisch gegrillt, zusammen mit Reis und Banchan in ein frisches Salatblatt gewickelt und direkt aus der Hand gegessen. Also eine koreanische Mischung aus Grillen, Raclette, Fajitas und Fingerfood. Sehr gesellig und natürlich sehr lecker! Gesund sowieso, weil auch hier Banchan die heimliche Hauptrolle spielen.


Die Autorin: Sun-Mi Jung, Miss Seoulfood

Sun-Mi Jung wurde 1974 in Waltrop/NRW geboren und lebt heute in Bochum. Sie arbeitet als Pressereferentin für einen Wohlfahrtsverband in Recklinghausen und kocht gern (deutsch, koreanisch, japanisch, orientalisch, italienisch). Sie selbst isst gern (alles!), liest ebenfalls gern – vor allem Kochbücher und schreibt sehr gern, am liebsten übers Essen.Wenn Du mehr über Sun-Mi erfahren möchtest, kannst Du auf ihrer Ihre Website: Miss Seoulfood schauen, die Facebook-Seite liken oder auf Miss Seoulfood auf Instagram folgen.