Nachhaltigkeit – kann das weg?

Nachhaltigkeit – kann das weg?

Und warum moderne Frauen längst anders denken.

„Nachhaltig? Ich kann’s nicht mehr hören.“
Ein Satz, der oft fällt – am Stammtisch, in Team-Meetings, auf Podien. Und er ist verständlich. Kaum ein Begriff wurde in den letzten Jahren so überstrapaziert, so entkernt, so oft auf Dinge geklebt, die alles sein wollen – nur nicht wirklich nachhaltig. Bio-Wasser in Plastikflaschen. Aktienfonds mit grünem Anstrich. Billigmode mit Recyclinglogo.

Aber was bedeutet „nachhaltig“ denn tatsächlich?

Nachhaltig ist alles, was auch dann noch gut funktioniert, wenn unsere Enkelkinder so alt sind wie wir. Der Satz stammt sinngemäß von Unternehmerin Christiane Underberg, die den Begriff „enkelfähig“ geprägt hat. Dieses Wort passt besser. Weil es Bilder weckt. Weil es Verantwortung fühlbar macht. Weil es die Zukunft ganz persönlich nimmt.

Stell Dir vor: Du baust Möbel aus Holz. Enkelfähig sind die nur, wenn Deine Enkel noch immer gutes Holz finden – weil dafür gesorgt wurde, dass neuer Wald entsteht. Der Begriff „Enkelfähigkeit“ denkt weiter, fühlt mit, rechnet langfristig.

Genau diese Denkweise steckt in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen.
2015 von allen UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet, ist sie ein globaler Plan, wie gutes Leben für alle möglich werden kann – überall auf der Welt. Ihr Ziel ist radikal einfach: Keiner wird zurückgelassen. Ob Bildung, Gesundheit, Gleichstellung, Frieden oder Klimaschutz – die 17 Ziele der Agenda umfassen alle Aspekte des Lebens. Sie wollen sicherstellen, dass jeder Mensch versorgt, geschützt und frei leben kann – da, wo er lebt. Und das, ohne die Erde dafür auszubeuten.

Aber: Wo stehen wir damit wirklich?

Status heute

2015, im Jahr der Agenda-2030-Verabschiedung, wurden weltweit etwa 35,4 Milliarden Tonnen CO₂ ausgestoßen. Das war der Ausgangspunkt – und der Wendepunkt, zumindest auf dem Papier.
Bis 2030, so fordern es die UN-Klimaziele, müssten diese Emissionen um 43 % sinken, um die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Doch passiert ist fast das Gegenteil.
2023 lag der weltweite CO₂-Ausstoß bei 37,8 Milliarden Tonnen – das sind 2,4 Milliarden Tonnen mehr als 2015. Statt minus 43 % bewegen wir uns auf ein Plus von knapp 7 % zu. Und mit jedem weiteren Jahr wird es schwieriger, die Lücke noch zu schließen.

Viele Maßnahmen verlieren sich im Klein-Klein der Bürokratie, andere versanden im globalen Machtgerangel. Und selbst gut gemeinte Initiativen verlieren an Glaubwürdigkeit, wenn CO₂-Zertifikate verkauft werden, die keine reale Basis haben – oder Bäume, die die Kompensation übernehmen sollen, nie gepflanzt wurden.

Was fehlt, ist Verbindlichkeit.
Was fehlt, ist ein System, das Wirkung sichtbar macht – und Vertrauen weckt.

Was wir wirklich brauchen

Die Agenda 2030 ist kein Geheimvertrag, der hinter verschlossenen Türen unterschrieben wurde. Sie ist öffentlich, global beschlossen – und dennoch erschreckend unbekannt.
Fragt man auf der Straße, was die Abkürzung SDG bedeutet, erntet man meist Schulterzucken. Sie steht für Sustainable Development Goals – jene benannten 17 Nachhaltigkeitsziele, die die Grundlage für eine bessere Welt legen sollen.

 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

 

 

 

17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

2015 von allen UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet, ist die Agenda 2030 ein globaler Plan, wie gutes Leben für alle möglich werden kann – überall auf der Welt. Ihr Ziel ist radikal einfach: Keiner wird zurückgelassen. Ob Bildung, Gesundheit, Gleichstellung, Frieden oder Klimaschutz – die 17 Ziele der Agenda umfassen alle Aspekte des Lebens. (Quelle: United Nations Information Service, Wien)

Woran es fehlt, ist Bekanntheit.

Diese Ziele gehören nicht in Regierungsdokumente, sondern ins Klassenzimmer – am besten in den Kindergarten. Warum lernen Kinder das Alphabet, aber nicht, wie man gemeinsam auf einem Planeten lebt, ohne ihn zu zerstören? Warum gibt es kein Schulfach „Zukunft“, in dem erklärt wird, was globale Gerechtigkeit bedeutet?

Zum Glück ändert sich etwas.
Immer mehr bekannte Persönlichkeiten verleihen dem Thema Gesicht und Stimme:
Die frühere RTL-Moderatorin Janine Steeger, heute als Green Janine unterwegs, macht Nachhaltigkeit zum Medienformat. Dr. Eckart von Hirschhausen erklärt mit seiner Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen, wie Klima- und Gesundheitsschutz zusammengehören.

Denn eines ist klar:
Nachhaltigkeit ist kein Luxus für Privilegierte.
Sie darf kein Trend für Bio-Supermärkte und Wohlstandsblasen bleiben. Wenn sie ernst gemeint ist, muss sie alle erreichen – in jeder Lebensrealität, auf jedem Kontinent.

TRACA – Wenn Verantwortung sichtbar und bekannt wird

Wie aber kann das konkret aussehen – diese neue Form von Nachhaltigkeit, die wirkt, die messbar ist, die Menschen einlädt, mitzuwirken?

Eine Antwort darauf kommt aus dem Ruhrgebiet: TRACA – kurz für Transparency and Climate Action – ist eine digitale Plattform, die Klimaschutz, Bildungsarbeit und CO₂-Ausgleich auf neue Füße stellt. Entwickelt wird sie von der Genossenschaft visibleRuhr eG, einem Netzwerk von Expert:innen für digitale Transformation und Nachhaltigkeit.

„TRACA ist für uns mehr als nur ein Projekt“, erklärt Katja Kohlstedt, Vorständin der visibleRuhr eG. „Für mich ist es die persönliche Antwort auf die Frage, was wir tun können, um zukünftigen Generationen – meinem Sohn und vielleicht auch meinen Enkeln – später einmal mit gutem Gewissen in die Augen schauen zu können. Ich möchte sagen können: Ich war Teil der Lösung – nicht nur Zuschauerin.“

TRACA dokumentiert Umwelt- und Bildungsprojekte mithilfe modernster Technologien – von Satellitendaten über KI bis zur Blockchain. So lässt sich beispielsweise bei Aufforstungsprojekten genau nachvollziehen, welcher Baum wo wächst und gedeiht, wie viel CO₂ er speichert – und ob das Versprechen einer Kompensation wirklich eingehalten wird.

Gleichzeitig begleitet TRACA auch Bildungsinitiativen, etwa in Bangladesch – mit der ersten Modellschule für Klimabildung von Klasse 1 bis 13.
Wirkung ist hier kein Slogan, sondern System.

Du kannst mitmachen

TRACA ist kein Konzernprodukt, sondern eine Plattform, die noch wachsen will – ein Startup, das gerade in die Finanzierungsphase geht. Im Juni 2025 startet die Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter (Anm. der Redaktion: Die Verlinkung folgt, sobald die Kampagne freigeschaltet wurde), bei der man schon mit 15 Euro mitmachen kann: Für jede Beteiligung wird ein Baum in Tansania oder Bangladesch gepflanzt – durch Partner wie die Mikoko Development Foundation, die mit Schulen, Gemeinden und Jugendlichen langfristige Klimaprojekte aufbaut.

Mitglieder des Verein Madaripur-Hilfe e.V. besuchen mit Bürgern einer Dorfgemeinschaft in Madaripur, Bangladesch, ein potentielles Grundstück für eine Aufforstung

Mitglieder des Verein Madaripur-Hilfe e.V. aus Werl besuchen zusammen mit Bürgern einer Dorfgemeinschaft in Madaripur, Bangladesch, ein potentielles Grundstück für eine Aufforstung mit lokalen Bäumen, wie Mahagoni, Mango oder Jackfrucht. (Quelle: Madaripur-Hilfe e.V., Werl)

Wer mehr tun möchte, hat weitere Möglichkeiten:

Denn eines ist sicher:
Die Zukunft wird nicht von denen gestaltet, die zuschauen – sondern von denen, die mitmachen.

Parfüm – Der große Duftraub?

Parfüm – Der große Duftraub?

Hand aufs Herz:  Wie viele Parfüm-Flakons stehen bei Dir im Regal, im Bad oder auf Deinem Schminktisch? – Keine, nur ein paar oder jede Menge? Bei mir hält sich die Anzahl der Flakons inzwischen in Grenzen.

Hast Du Dich schon einmal gefragt, wie die Parfüms hergestellt werden? Weißt Du, aus welchen Rohstoffen die Öle hergestellt werden, die die Basis des Duftes ist?

Nein? – Mir geht es auch so. Ich gehöre zu den Frauen, die Parfüms nach dem Duft kaufen – passt er zu mir und unterstreicht es mein Wesen. Mir war bisher nicht bewusst, dass den Parfümeuren über 2.000 Öle und Essenzen zur Verfügung stehen, wenn sie einen Duft kreieren. Leider stehen viele der Pflanzen, die dort verwendet werden, auf der Liste der bedrohten Arten.

Die Rohstoffe der edlen Düfte

Wie zum Beispiel das wilde Adlerholz, das in Südostasien wächst. Besser bekannt ist er als Rosenholz oder Aloeholz. Der Baum steht auf der CITES Liste der geschützten Arten. Er wird aber oft von Wilderer angeritzt, damit sein Harz mit den in die Wunde eindringenden Pilzen reagiert. Nur so produziert der Baum das wohlriechende Harz, das in der Parfümindustrie so begehrt ist. Dann fällen die Wilderer den sehr langsam wachsenden Baum – und bekommen für sein Holz auf dem Schwarzmarkt 30.000 € bis 100.000 € … pro Kilogramm! Offiziell gehandelt werden darf es nur mit Sondergenehmigung. Aber der wertvolle Rohstoff landet auch in deutschen Parfümen und den Ölen, die zur Aromatherapie genutzt werden.

Das Problem: der Rohstoffhandel in der Parfümindustrie ist ein globales Phänomen und ist vor Ort schwer zu kontrollieren. Die Kontrollen haben viele Schwachstellen. Nicht allein die Rohstofflieferanten stehen in der Verantwortung, sondern auch die Parfümeure und Parfümhersteller. Denn die machten zum Beispiel 2021 46,5 Mrd. Euro Umsatz.

Stehen wir als Nutzer der Parfüms mit in der Verantwortung?

Der Bedarf an natürlichen Inhaltsstoffen ist groß – stehen sie doch für „natürlich“ und „qualitativ hochwertig“. Dabei werden ca. 26.000 Pflanzenarten zur Parfümherstellung verwendet. Leider stammen viele Pflanzen aus der Wildnis und stehen auf der Liste der gefährdeten Arten. Das mag zwar „natürlich“ sein, aber wo ist da die Nachhaltigkeit?

Fragst Du beim Kauf eines Parfüms nach den Inhaltsstoffen, deren Herkunft oder ob sie synthetisch oder natürlich hergestellt wurden? Ich habe das noch nie getan … das Thema Nachhaltigkeit hat bei meiner Kaufentscheidung bisher keine Rolle gespielt.

Das wird sich jetzt ändern, denn die ZDF-Dokumentation „planet e“ hat mir bewusst gemacht, dass Nachhaltigkeit auch an dieser Stelle ein wichtiges Thema ist. Der Raubbau an der Natur, nur um wieder einen neuen, nie dagewesenen Duft zu kreieren, muss aufhören.

Inzwischen gibt es Parfümeure, die auf Öle, die aus geschützten Pflanzen hergestellt werden, ganz bewusst verzichten. Auch wenn ihnen dann „nur“ noch ungefähr 250 Öle für ihre Duftkreationen zur Verfügung stehen. Auf den Flakons werden lediglich die Düfte angegeben. Die Parfümeure und die Parfümindustrie geben ihre „Rezepte“ und die Arten der Inhaltsstoffe und deren Herkunft nicht preis. Dabei können für ein Parfüm zwischen 20 und 100 Substanzen verwendet werden. Nur Eingeweihte erkennen, woher sie kommen und ob sie nachhaltig sind.

Ist das ein Thema, dass Dich interessiert? Willst Du mehr über die Welt der Parfümherstellung erfahren? Oder was Riechstoffe sind und mit welchen Verfahren man Düfte von lebenden Pflanzen nehmen kann? Und wie Parfüm in Zukunft nachhaltig hergestellt werden könnte?

Dann kann ich Dir die Doku „Parfüm – Der große Duftraub?“ der ZDF-Reihe „planet e“ sehr ans Herz legen.

Sie ist in der Mediathek bis zum 2.6.2027 verfügbar.

Hofläden: Wie bei Tante Emma – mit allen Sinnen regional einkaufen

Hofläden: Wie bei Tante Emma – mit allen Sinnen regional einkaufen

Der Einkauf in einem Hofladen ist eine völlig andere Erfahrung als der gewohnte Einkauf in einem Supermarkt. Wer es mal ausprobiert, wird feststellen, dass das Kauferlebnis mit dem Besuch früherer Tante-Emma-Läden vergleichbar ist. Oftmals kommt man vor Ort sofort ins Gespräch, lässt sich bei der Auswahl beraten oder bekommt Tipps für die Zubereitung. Der nahrungstechnische Mehrwert liegt darin, dass die Produkte auf dem Bauernhof produziert oder aus der jeweiligen Region frisch zugeliefert werden. Die räumliche Nähe sorgt für feld-frische Ware und schont gleichzeitig die Umwelt.

Das Flair der Bauernhöfe, die Umgebung, die Innenausstattung der Hofläden sowie die Produkte selbst machen den Unterschied zum herkömmlichen Supermarkt-Einkauf. Geschmacklich sind Kartoffeln, Gemüse, Fleisch oder Eier viel intensiver und der Besuch des Hofladens fühlt sich irgendwie persönlicher an. Sei es der Größe oder der persönlichen Ansprache geschuldet, dieser Einkauf ist eine bewusste Verbindung zur Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln.

Wer sich gesund und bewusst ernähren möchte und dabei die heimische Landwirtschaft unterstützen will, kommt hier genauso auf seine Kosten, wie diejenigen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen. Denn, auch wenn nicht alle Produkte von dem jeweiligen Bauernhof stammen, so werden sie in der Regel unmittelbar aus der Region angeliefert. Es entstehen wesentlich weniger CO2-Emissionen als bei den Lebensmitteltransporten per Schiff oder Flugzeug oft um die halbe Welt für die Supermärkte.

Zudem lassen sich viele Produkte unverpackt einkaufen. Einige Hofläden verkaufen alte, heimische Obst- und Gemüsesorten, die nur in kleinen Mengen produziert werden und daher im Supermarkt nicht mehr zu finden sind.

Doch dieser erlebnisorientierte Hofladeneinkauf scheint nicht in jeder Region ganz einfach zu sein, obwohl laut hofladen.info rund 1.252 Hofläden in Deutschland existieren. Gibt man bei https://hofladen.info/ beispielsweise als Region Dortmund ein, taucht nur ein Hofladen direkt in Dortmund im Umkreis von 25 km auf. Dieses scheint ein digitales Problem zu sein. Vermutlich strebt nicht jeder Landwirt die Vermarktung seiner Produkte über Website und Portale an, denn auch das kostet Zeit, die er vielleicht lieber in die Qualität seiner Waren investiert. Daher lohnt sich häufig das Gespräch mit Ortskundigen oder die aufmerksame Suche nach kleinen Hinweisschildern am Straßenrand. (Anm. der Redaktion 2026: Auf https://www.mein-bauernhof.de/ gibt es viele Treffer und es lässt sich hervorragend nach Produkten suchen, nur die Werbeeinblendungen sind etwas nervig.)

Herausforderung: Hofläden in Dortmund und Umgebung finden und sie mit dem Fahrrad anfahren

Aufgrund der Suchergebnisse der überregionalen Hofläden-Portale könnte man schnell zu dem Schluss kommen, Dortmund ist eben kein guter Standort für einen Hofladen.

Aber so leicht aufgeben? – Nein! Also starte ich eine neue Suchanfrage.

Diesmal allgemeiner gehalten und außerhalb der Hofladenportale – mit den Stichwörtern „Hofladen, Dortmund, Produkte aus der Region, bewusster ernähren“. Sogleich sieht das Ergebnis ganz anders aus: mehr als 15 Hofläden tauchen in Dortmund und der Umgebung auf.

Recherchiert man die Adressen im Detail lässt sich daraus eine Radtour über ca. 50 km rund um Dortmund kreieren. Nachfolgend die von ausgewählten Dortmunder Hofläden:

  • Startpunkt und Endpunkt:
    Hof Prein, Brücherhofstrasse 144, 44267 Dortmund, Homepage
    Produkte: Eier, kein echter Hofladen aber ein Verkaufsautomat
  • Hofladen Steffenhof, Am Steffenhof 10, 44269 Dortmund, Internetauftritt auf Facebook
    Produkte: Eier, Wurstwaren, Fruchtaufstriche aus eigener Herstellung sowie saisonal unbehandelter Grünspargel aus eigenem Anbau
  • Hofladen Sprave, Husener Str. 131 44319 Dortmund, Internet
    Produkte: Eier und Geflügel vom eigenen Hof sowie Obst, Gemüse und saisonabhängig Kartoffeln von Bauern aus der Region. Mittwoch und Freitag frisches Biolandbrot
  • Hof Lüning, Am Burghag 51, 44329 Dortmund, Homepage
    Produkte: u. a. Wurst, Eier aus Bodenhaltung, Fleischkaninchen
  • Hof Mertin, Bönninghauser Str. 5, 44329 Dortmund, Homepage
    Produkte: Erdbeeren, Himbeeren, Äpfel, Pflaumen, Mais und Buschbohnen sowie Marmeladen und mehr
  • Hof Kuse, Baukamp 68, 44329 Dortmund, Internet
    Produkte: Eier, saisonal Gänse sowie Kartoffeln und Honig 
  • Schultenhof, Stockumer Str. 109, 44225 Dortmund, Homepage
    Produkte: Kartoffeln, Gemüse, Bio-Eier, Wurst, Käse, hausgemachte Biowürstchen und Steaks sowie Kuchen und Heiß- und Kaltgetränke

Dann heißt es nur noch, für die entsprechende Transportmöglichkeiten zu sorgen und los geht’s mit dem Fahrrad: In ein Einkaufserlebnis der bewussten und nachhaltigen Art.

Euer Jan Untiedt

PS: Für mich war es das. Wie siehst Du das? Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich freue mich über einen Kommentar von Dir.

Mehrwert Mietkleidung: Shopping war gestern

Mehrwert Mietkleidung: Shopping war gestern

[Ein Erfahrungsbericht und damit auch unbezahlte Werbung]

„Mietkleidung … ist das Dein Ernst?“ „Ja!“, sage ich, „macht mein Leben leichter und ist nachhaltiger.“ Ein kritischer Blick von der Seite lässt mich weiter ausholen: „Ich gehe nicht gern einkaufen und wenn doch, lande ich eh immer bei den gleichen Farben und Schnitten. Mit der Mietkleidung kann ich mich neu sehen und einkleiden, habe Abwechslung im Schrank, bin bei neuen Farbtrends flexibel, habe Designerstücke und fair produzierte Kleidung.“

Ich war nicht überrascht, denn ich habe ähnlich reagiert, als ich das Gespräch, noch als „Unwissende“, mit einer Kollegin geführt habe. Doch das Konzept des 2018 gegründeten Unternehmens FAIRNICA hat mich überzeugt.

Das Konzept der Mietkleidung

FAIRNICA hat zwischen 5 – 8 Designer-Bekleidungsstücke in sogenannten „Kapseln“ zusammengestellt, die auf monatlicher Basis vermietet werden. Insgesamt haben sie unterschiedliche Kapseln in verschiedenen Größen zur Auswahl. Der Begriff kommt aus der „Capsule Wardrobe“ Bewegung und bedeutet, dass die Garderobe aus wenigen Kleidungsstücken besteht, die aber alle untereinander kombinierbar sind.

Aus einer Kapsel lassen sich bis etwa 30 Outfits kreieren, doch dazu sollte man „die Basics“ bereits im Schrank haben. Mit einer blauen und einer schwarzen Jeans, einem schwarzen und einem weißen T-Shirt lassen sich viele unterschiedliche Stile zusammenstellen, doch auch mit den anderen Kleidungsstücken kann fleißig kombiniert werden.

Vermeiden von Fehlkäufen

Meine Testphase ist sehr spannend verlaufen und für mich liegen die Vorteile auf der Hand.

  • keine Fehlkäufe
  • andere Farben kombinieren
  • neue Lieblingsstücke
  • überraschende Kombinationen
  • für Übergangsphasen wunderbar geeignet

Die Abwicklung ist einfach und niederschwellig. Das mitgelieferte Waschmittel ist auch für Allergiker geeignet und ich habe es auch schon für meine „normale“ Wäsche bestellt.

Mein Fazit: Die Idee ist super und es lohnt sich, das Konzept auszuprobieren – im Sinne der Nachhaltigkeit und auch, um mal über den eigenen „Kleiderrand“ zu schauen.

Falls Du interessiert bist, mehr darüber zu erfahren, kannst Du bei Fairnica GmbH selbst nachschauen.

Einen Hinweis noch:

Ähnliche Mietmodelle gibt es auch von anderen Anbietern.

Wie siehst Du das? Hast Du schon Erfahrungen gesammelt? Hinterlasse uns doch einen Kommentar.

Marktcheck checkt Amazon – Online-Gigant auf dem Prüfstand

Marktcheck checkt Amazon – Online-Gigant auf dem Prüfstand

Amazon hat 22.000.000 Kunden und mittlerweile mit den unterschiedlichsten lieferbaren Produkten und angebotenen Dienstleistungen ein wahres Fliegennetz aufgebaut, das die Kunden immer tiefer hineinzieht.

Für einige ist der Service und dass man alles „problemlos zurückschicken“ kann das entscheidende Argument. Für andere ist es die Vielfalt. Streaming, Warenlieferungen und Servicefreundlichkeit werden mit permanenten PR-Kampagnen, die das Unternehmen in einem tipptop Zustand abbilden, gepusht. So fällt es vielen Menschen schwer, sich dem Giganten zu entziehen.

Aber wie ist das wirklich? Wie steht es um die Nachhaltigkeit und was passiert mit zurückgeschickter, originalverpackter Ware? Amazon steht durchaus in der öffentlichen Kritik. Greenpeace hat einen Mitarbeiter eingeschleust, der sich auf die Suche gemacht hat – und fündig geworden ist.

Wie ist es um die CO²-Neutralität bestellt, die vom Online-Händler für 2040 angepeilt wird und von der E-Mobilität der Lieferfahrzeuge unterstützt wird? Ist Amazon der günstigste Anbieter, wie es bei vielen Menschen in der Wahrnehmung verankert ist? Der SWR hat über 5 Wochen ein Preismonitoring durchführen lassen – der daraus entstandene Bericht spricht eine andere Sprache.

Und das ungeliebte Thema Datenschutz. Natürlich sammelt auch dieser Händler sämtliche Daten, die seine treuen Kunden ja auch freiwillig liefern. Angefangen bei den Suchanfragen bis hin zu den (erlaubten, weil vom Anrufer freigegebenen) Aufzeichnungen der Hotline-Anrufe. Bei einer Familie, über die berichtet wird, würde all das seit 2005 etwa 8.000 Seiten eng bedrucktes Papier füllen. Eine Datenschutzexpertin erklärt, dass alle Daten über einen viel zu langen Zeitraum gespeichert werden.

Ursprünglich als Revolution eines Online-Buchhandels gedacht, ist Jeff Bezos, Eigentümer und Chef von Amazon, heute einer der reichsten Männer weltweit. Es ist offensichtlich, dass „ein solches Unternehmen nicht von Nachhaltigkeitsüberlegungen geprägt ist, sondern von ökonomischen Überlegungen.“

Fazit

Die Entsorgung von Neuware spart Lagerkosten. Das Preismonitoring im Bericht macht deutlich, dass Amazon nicht immer der günstigste Händler ist, auch nicht für Prime-Kunden, die für diesen Service zusätzlich noch eine „Gebühr“ zahlen. Die Eigenmarke des Konzerns ist ebenfalls nicht frei von kritischen Anmerkungen. Doch ebenso deutlich wird: der Online-Händler hat den besten Kundenservice. Ob das die Kritikpunkte aufwiegen kann, ist fraglich. Ob das die Messlatte ist, an der sich andere Händler messen lassen müssen? Sehr wahrscheinlich.

Schade eigentlich.

Wir finden, der Beitrag ist absolut sehenswert! Was meinst Du dazu?

Leider ist der Beitrag in der ARD Mediathek nur bis zum 17.08.2022 verfügbar gewesen, aber Du kannst Dir die Sendung auf YouTube anschauen.