Ausmisten befreit – und macht sogar glücklich?

Ausmisten befreit – und macht sogar glücklich?

Das Sprichwort „Nur ein Genie beherrscht das Chaos“ habe ich in der Vergangenheit gern bemüht. Doch ich musste vereinzelt feststellen, dass mein Genie auch schwächeln kann, wenn ich meinen Schlüssel oder das Headset mal wieder „verlegt“ hatte und länger danach suchen musste. Dann ärgere ich mich jedes Mal und stelle mir vor, wie entspannt es wäre, wenn alles seinen Stammplatz hätte – und dort auch zu finden wäre 😊.

Aber mit dem Ausmisten ist das so eine Sache: Es fühlt sich an wie ein riesiger Berg Arbeit, der überwunden werden muss und die Lust dazu kommt auch nicht so richtig in Schwung. Doch vielleicht trügt der Schein?

Ich will der Sache auf den Grund gehen und recherchiere. Ich finde Listen und Vorschläge, Vorgehensweisen und mehr oder weniger hilfreiche Tipps. Bei manchem gruselts mich schon beim Durchlesen und einige lassen in mir das Gefühl von „könnte bei mir funktionieren“ entstehen.

Erste Ideen

Was mir gut gefällt, ist die Idee, das Ausmisten in mehrere (kleine) Etappen aufzuteilen und jeweils Zeiteinheiten festzulegen. Ob es 10 Minuten für eine Schublade im Sideboard oder eine ganze Stunde für den Kleiderschrank sein sollten – für mich muss es alltagstauglich sein. Eine Liste mit einer Gesamtübersicht, wo ich für Ordnung sorgen möchte, macht auf jeden Fall auch Sinn.

Wenn ich dann loslege, werde ich viele Entscheidungen treffen müssen – und die werden vermutlich anstrengend und herausfordernd. Um mir das zu erleichtern, überlege ich mir im Vorfeld, was ich mit den Sachen mache, die ich loslassen werde: verkaufen, verschenken, spenden, abgeben usw. Das bringt Klarheit – und schon eine leise Vorahnung, wie es sich anfühlt, wenn ich mit der Aktion fertig bin.

Einen weiteren guten Tipp habe ich bei Ordnungswunder gefunden: Wenn es mir schwerfällt, eine Entscheidung zu treffen und ich es voraussichtlich auf den „behalte ich vielleicht“-Stapel lege, soll ich mir eine Frage stellen: „Habe ich Lust dazu, mich später NOCHMAL mit diesem Gegenstand zu beschäftigen?“ – Ich glaube, das wird meine Entscheidungsfindung um einiges beschleunigen.

Spannend ist für mich auch der Denkansatz „Umgekehrt Ausmisten“, den ich bei deine klare Linie gefunden habe. Dabei geht es um die Fragestellung „Würde ich es nochmal kaufen, wenn es kaputt gehen würde?“ Das macht mir die Entscheidung bei vielen Dingen einfacher, doch mir ist klar, bei den Gegenständen mit einer emotionalen Verbindung, wie Geschenken, Urlaubsandenken, Erbstücken usw. komme ich auch damit nicht weiter.

Mir kommt der Gedanke, dass ich es dann so machen kann, wie mit alten T-Shirts, die ich als Erinnerung von tollen Veranstaltungen und Konzerten mitgenommen habe. Die Trennung fiel mir sehr schwer, obwohl ich sie nicht mehr tragen konnte, so ausgewaschen und löchrig waren sie schon. Damals habe ich mich entschieden, Fotos davon zu machen und habe diese in einen „Andenken-Ordner“ auf dem Rechner gespeichert. Damit fühlte ich mich damals ganz wohl und denke, dass das auch mit anderen emotional behafteten Gegenständen funktionieren wird.

Meine ungelösten Probleme

Damit ist der Anfang durchdacht, jetzt muss ich nur noch zwei „Probleme“ lösen.

Zum einen muss ich mir überlegen, wie ich das Thema „einsortieren“ und das Endprodukt „jedes Ding hat seinen Platz“ angehen kann. Davor graut es mir am meisten, weil mir beim Aufräumen in mehreren Etappen die Übersicht für den Platzbedarf fehlt. Und ich habe keine Lust, alles mehrfach ein- oder umzuräumen, weil ich im Laufe der Aktion feststelle, dass räumlich doch nicht alles in die geplante Schublade passt und ich einen etwas höheren Platzbedarf benötige, um alles Zusammengehörige an einem Ort zu haben.

Zum anderen frage ich mich, wohin mit den aussortieren Gegenständen, bis ich endgültig fertig bin? Denn die Abfuhr-, Wegbring-, Spenden- und Verkaufsaktionen möchte ich nicht mehrmals in Angriff nehmen. Ich werde wohl einen Platz finden müssen, an dem ich alles sammeln kann, ohne dass es mich über die Zeit der Gesamt-Aktion massiv stört.

Meine Frage an Dich

Also bin ich von „glücklich“ noch etwas weiter weg, denn zur Lösung meiner beiden Probleme habe ich bei meinen Recherchen nichts gefunden. Und offen gesprochen: Die ganze Aktion wird bei mir einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen, weil ich kleinere Etappen viel besser in meinen Alltag einbauen kann. Du hast bestimmt schon Erfahrungen gesammelt und Lösungsansätze gefunden, die mir und vielleicht auch anderen Leser:innen helfen werden.

Hast Du einen Tipp für mich?

Ich freue mich darauf von Dir zu lesen, Deine

Helga

Interessante Links:

Ordnungswunder: „17 Profi-Tipps, die dir garantiert beim Ausmisten und Entrümpeln helfen, wenn du nicht weiterkommst“

Flowers & Candies: „Für mehr Luft im Leben – warum Ausmisten der Knaller ist!“

Das Haus: „Ausmisten: Die 7 besten Tipps, die wirklich funktionieren“

Deine klare Linie: „Umgekehrt ausmisten“

Flowers & Candies: „Mein überraschender Weg in den Minimalismus“

WDR Mediathek – Der Haushaltscheck: „Ausmisten, aufräumen, Ordnung schaffen – sechs Regeln zum Erfolg“ (Verfügbar bis 26.07.2025)

HR Mediathek – Die Aufräumexpertin: „Wie entrümple ich meinen Keller“ (S01/E01) (verfügbar bis 20.11.2024)

Freundschaften halten dich gesund

Freundschaften halten dich gesund

Freunde – sie begleiten uns ein Leben lang oder manchmal auch „nur“ ein paar Jahre. Wir teilen bereitwillig Freude und Leid und vertrauen ihnen unsere intimsten Geheimnisse an. Sie sind da, wenn wir sie brauchen, und sie verraten uns nie.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man Freundschaften pflegen muss, sonst gehen sie ein wie eine Pflanze, die nicht gegossen wird. Andererseits habe ich aus Studienzeiten sieben sehr gute Freunde, die ich nur selten sehe. Kennengelernt haben wir uns am Anfang unseres Studiums in Dortmund und sind gemeinsam durch alle Semester gegangen. Sogar eine WG hat es gegeben. Mit dem Abschluss haben wir uns in ganz Deutschland zerstreut, wir haben Arbeit gefunden, Familien gegründet und unser Leben gelebt. Bis heute schreiben wir uns Nachrichten und telefonieren gelegentlich. Aber einmal im Jahr treffen wir uns und sofort ist die Vertrautheit wieder da. Wir quatschen über alles, was uns (heute) wichtig ist und nicht nur über „weißt du noch damals“. Unsere Freundschaft hat unser Erwachsenwerden, das Familie gründen und Trennungen überlebt. Wir teilen nicht mehr alle Geheimnisse – nur noch die wichtigsten und sind trotzdem immer noch eng verbunden.

Ich hatte auch das Glück, im Alter von 56 Jahren noch eine tolle Freundin zu finden, die sogar in meiner Nähe wohnt. Bettina und ich waren vor einigen Jahren nach einer Operation in derselben REHA-Klinik. Wir haben uns gesehen, ein bisschen unterhalten und uns sofort wie Schwestern gefühlt. Seitdem verbringen wir viel Zeit zusammen und genießen unsere „Schwestern-Auszeit“.  Mal im Wellnesshotel, mal in der Sauna oder wir quatschen einfach stundenlang am Telefon oder bei einem Glas Sekt – BFF halt – best friends forever. Es fühlt sich an, als ob wir uns schon seit unserer Kindheit kennen würden.

Warum tun uns Freundinnen so gut?

Gute Freunde, die uns ein Leben lang geleiten – das wünschen wir uns. Freundschaften vermitteln uns das Gefühl, sozial eingebunden zu sein. Sie geben uns Halt, Energie und Wärme. Sie sind wichtig für bzw. gegen unseren Stresslevel, denn je enger und intensiver wir Freundschaften empfinden, desto entspannter gehen wir mit Stress um. Studien zeigen, dass uns Freunde bzw. Freundschaften tatsächlich gesünder machen.

Soziale Beziehungen sind so wichtig für unsere Gesundheit, dass es sich negativ auswirkt, wenn wir keine Freunde haben. Das geht so weit, dass Forschende Einsamkeit für schädlicher halten als keinen Sport zu betreiben.

Freundschaften nehmen wir als positive Zuwendung oder soziale Unterstützung wahr.  Wenn wir Hilfe brauchen, bekommen wir sie selbstverständlich von unseren Freunden und das vermindert unseren Stress.  Unser Körper schüttet weniger Stresshormone aus, wir schlafen besser und unser Immunsystem ist stabiler.

Freundschaften geben uns ein Gefühl der Sicherheit und das sorgt für einen entspannten Gesamtzustand!

Wie halten Freundschaften über Jahre bzw. Jahrzehnte?

Schon im Kindesalter miteinander spielen, nah beieinander wohnen, viele gemeinsame Erlebnisse – positive wie negative, buchstäblich durch dick und dünn gehen und etwas haben, was uns verbindet. Das sind gute Voraussetzungen für eine lebenslange Freundschaft. Wir Menschen brauchen diese sozialen Beziehungen, denn verschiedene Studien beweisen, dass wir so länger leben. Je mehr wir unsere Freunde und Freundschaften wertschätzen, desto gesünder, physisch fit und mental stark, schätzen wir uns selbst ein.

Am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit forscht man seit vielen Jahren am Ursache-Wirkung-Zusammenhang für diese Erkenntnisse. Die Terra X Plore Redakteurin Jasmina Neudecker wagt mit ihrer besten Freundin Laura Spindler das Experiment, mit dem die Forschenden des Institutes in ihrer Studie arbeiten. Jasmina und Laura schreiben jede für sich 4 Komplimente auf, die sie der Freundin später geben. Danach legen sich beide Frauen in ein MRT. Dort sind sie per Video miteinander verbunden und können sich sehen. Die Wissenschaftler spielen jetzt nacheinander die Komplimente ein, die die Freundinnen vorher aufgeschrieben haben. Das MRT ermittelt währenddessen, was sich in den Gehirnen der beiden abspielt.

Das Ergebnis

Ganz besonders werden die Regionen im Gehirn aktiviert, die mit Emotionen zu tun haben. Sehr aktiv ist auch das Belohnungssystem der Gehirne – es schüttet fleißig das Glückshormon Dopamin aus. Die Forschenden haben bei anderen Probanden herausgefunden, dass die Ausschüttung des Hormons sogar schon einsetzt, während diese die Komplimente aufschreiben. Unser Gehirn freut sich also schon darüber, dass wir unserer Freundin etwas Schönes sagen oder geben wollen, bevor wir es getan haben.

Also: Über häufige Komplimente freuen sich Senderin und Empfängerin!

Ein wichtiger Faktor ist u. a. die Konstanz in den Lebensumständen, die zu langen Freundschaften beiträgt. Lebensumbrüche wie häufige Umzüge und Jobwechsel oder Trennungen in der Partnerschaft sorgen dafür, dass Freundschaften einschlafen oder auseinander gehen. Aus den Wechseln im Leben ergibt sich so etwas wie ein „Schichtkuchen“ – eine Schicht Jugendfreunde, je eine mit Studienfreunden, Partnerschaft, Ehe, Arbeit, Trennung und so weiter. Jede Änderung ist eine Schicht – am Ende ist unsere Biografie eine Ansammlung der verschiedenen Schichten. Besteht unser Leben aus wenigen Schichten, ist es wahrscheinlicher, dass wir auch lange Freundschaften pflegen können. Bei „vielschichtigen“ Leben werden es tendenziell eher wenige dauerhafte Freundschaften sein.

Was macht eine enge Freundschaft aus?

Die wechselseitig empfundene hohe Qualität einer Freundschaft ist uns wichtig. Die gemeinsam verbrachte Zeit, das gemeinsame Erleben, eine gemeinsame Vergangenheit sind wichtige Faktoren und Indizien für eine enge Freundschaft. Die Anzahl der Freunde ist unwichtig, es geht um die Intensität der Beziehung. Es gibt eben nichts, was Freunde nicht für den oder die andere tun würden.

Das Alter bringt häufig noch einmal eine Veränderung der Freundschaften. Ältere Menschen wünschen sich eher einen kleinen Freundeskreis. Jede Freundschaft ist dabei aber intensiver und bedeutsamer. Der Wunsch und die Möglichkeiten, neue Freunde zu finden, werden weniger. Wichtiger ist, sich auf die vorhandenen Freunde zu konzentrieren und positive Kontakte mit wenig Konfliktpotential zu pflegen. Mit zunehmendem Alter verlieren wir unsere Freunde auch auf „natürliche“ Weise, was sicherlich die schwierigste Art ist, den Freundeskreis zu verkleinern.

Fazit

Mich hat die Dokumentation des ZDF „Diese Freundschaften halten dich gesund“ aus der Reihe Terra Xplore inspiriert, über die Freunde und Freundschaften, die ich habe, nachzudenken. Daraus ist dieser Beitrag entstanden.

Mir ist bewusst geworden, dass ich nur wenige enge Freundinnen habe. Meinen besten Freund habe ich vor einigen Jahren verloren – er ist einfach eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht. Noch heute fehlt er mir jeden Tag. In Zukunft werde ich mich noch mehr um die Freundinnen, die mir geblieben sind, kümmern.

Ich kann mir nur wünschen, dass Du so eine intensive Freundschaft, wie ich sie mit Bettina habe, erleben darfst.

Wenn Du magst, erzähle uns gerne von Deinen Freundinnen und Freundschaften. Hast Du eine enge Freundin, mit der Du das letzte Hemd teilen würdest?

Deine

Iris Hüttemann


Terra Xplore „Diese Freundschaften halten dich gesund“
Die Biologin Jasmina Neudecker will wissen, warum Freundschaften zu einem langen, glücklichen Leben beitragen
(Video verfügbar bis 18.03.2034)

Wie geht man mit ADHS-Kindern um? Tipps für Mütter

Wie geht man mit ADHS-Kindern um? Tipps für Mütter

Eltern stehen oft vor einzigartigen und anspruchsvollen Herausforderungen. Wenn bei Deinem Kind ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) diagnostiziert wurde, können diese Herausforderungen noch komplexer werden. Es gibt jedoch viele Tipps, die Dir den Alltag erleichtern und einen positiven Umgang mit Deinem Kind fördern können.

Verständnis ist der Schlüssel

Der erste Schritt im Umgang mit ADHS-Kindern besteht darin, die Störung zu verstehen. Bei ADHS ist das Verhalten meist durch viel Energie und Unruhe gekennzeichnet. Sie lässt sich in drei Hauptpunkte unterteilen:

  1. Aufmerksamkeit: Kinder mit ADHS haben oft Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit zu bündeln. Sie sind leicht ablenkbar und finden es anstrengend, Aufgaben zu vollenden.
  2. Hyperaktivität: Insbesondere bei Kindern fällt Hyperaktivität oft auf. Sie sind unruhig, können nicht stillsitzen und verspüren einen starken Bewegungsdrang.
  3. Impulsivität: Impulsive Handlungen und Schwierigkeiten, Gefühle zu kontrollieren, sind typisch für ADHS. Das äußert sich oft durch unüberlegte Aktionen, bei denen die Konsequenzen nicht im Voraus bedacht werden.

Bei den Symptomen gibt es die unterschiedlichsten Unterformen. Eine genaue Kenntnis der Symptome ist wichtig, um die Bedürfnisse Deines Kindes zu erkennen und darauf gezielt zu reagieren.

Individuelle Betreuung & Struktur

Kinder mit ADHS profitieren von einer individuellen Betreuung und klaren Strukturen. Deshalb ist es wichtig, Routinen zu schaffen, die dem Kind eine Tagesstruktur ermöglichen. So fällt der Alltag in der Schule als auch im Familienumfeld leichter.

Setze dafür klare Regeln und Grenzen, aber sei auch flexibel, um den Tagesablauf zu planen. Ein ADHS Tagesplan kann dabei helfen, die Zeiten für Schule, Hausaufgaben und Spielen zu erkennen. Auch beim Aufräumen des Kinderzimmers kann ein solcher Plan helfen.

Kommunikation & Empathie

Die Kommunikation mit einem Kind mit ADHS erfordert Geduld und Einfühlungsvermögen. Nimm Dir Zeit, um Deinem Kind zuzuhören und es zu verstehen. Versetze Dich in die Lage Deines Kindes. Lobe positives Verhalten und erkläre deutlich, verständlich und einfühlsam, welches Verhalten unangemessen ist.

Eine unterstützende und positive Kommunikation ist wichtig. So kannst Du das Selbstwertgefühl deines Kindes stärken.

Vermeide Konflikte

Vielleicht hast Du schon einmal einen Konflikt mit Deinem Kind erlebt. Das Kind will etwas nicht machen oder schreit. Wichtig ist jetzt, dass Du ruhig bleibst. Erhebst Du die Stimme, wird die aggressive Stimmung oft noch verstärkt.

Nimm Deinem Kind den Wind aus den Segeln und reagiere ruhig und gelassen. Wenn sich die Stimmung nicht bessert, verlasse den Ort des Geschehens und gib ihr/ihm Zeit, sich zu beruhigen. Das Kind kennt diese Reaktion nicht, bei der es keine Aufmerksamkeit mehr bekommt. In den meisten Fällen könnt ihr nach 15 bis 30 Minuten wieder ruhig miteinander sprechen.

Kooperation mit Lehrern & Fachleuten

Die Zusammenarbeit mit Lehrern und Fachleuten ist wichtig, um sicherzustellen, dass Dein Kind in der Schule angemessen unterstützt wird. Erkläre den Lehrern die Diagnose und beschreibe die individuellen Bedürfnissen Deines Kindes, damit im Unterricht Anpassungen vorgenommen werden können.

Wenn dein Kind z. B. Schwierigkeiten mit Aufgaben hat, kann der Lehrer 5 bis 10 Minuten mehr Zeit für eine Aufgabe geben. Auch außerschulische Unterstützung durch eine Fachkraft kann in schwierigen Fällen hilfreich sein.

Förderung von Interessen & Begabungen

Kinder mit ADHS haben oft besondere Interessen. Fördere diese, um das Selbstbewusstsein Deines Kindes zu stärken. Ob Kunst, Sport oder Musik – wichtig ist, dass es Unterstützung bei der Tätigkeit bekommt. Dadurch können Kinder mit ADHS lernen, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Du solltest Dein Kind auch unterstützen, indem Du es zum Training/Sport fährst oder ihm neue Malutensilien kaufst.

Hilfreich: Weitergehend Informieren

Weitere Informationen zum Thema ADHS und zum Umgang mit ADHS-Kindern findest Du bei uns. ADHS Kompakt ist ein deutschsprachiger Verein von Eltern und Menschen mit ADHS. Wir wollen über das Krankheitsbild aufklären und Betroffene im Alltag unterstützen. Auf unserer Website findest Du umfangreiche Informationen aktuelle Forschungsergebnisse und Tipps für Eltern und Geschwister.

Fazit:

Wir freuen uns, wenn Du mit unseren Tipps Deinen Alltag etwas besser bewältigen kannst. Wichtig ist die richtige Balance zwischen Struktur, Kommunikation und Förderung individueller Talente. Denk daran: Du bist nicht allein. Fachleute und Elterngruppen können Dir ebenfalls bei bestimmten Problemen im Familienalltag helfen.


Die Autoren: ADHS Kompakt Team

Die Kontaktdaten:

ADHS Kompakt e.V.
Landsberger Straße 155
D-80687 München
Telefon: +49 (0) 89 54558134

E-Mail

Internet

2023 – ein kurzer Jahresrückblick

2023 – ein kurzer Jahresrückblick

Liebe Leser:in, für uns ist wieder die Zeit des Rückblicks gekommen. Das ist wichtig, denn er hilft uns, den Fokus zu bewahren und wir überprüfen, ob wir in diesem Jahr in unserer Wunsch-Spur geblieben sind.

Durchgehend ist, dass wir uns 2023 wieder unterschiedlichsten Themen gewidmet haben, die sich selten nur in eine Kategorie einordnen lassen. Die Hauptkategorie legen wir über die jeweiligen Bereiche fest, nach denen sich im Archiv auch suchen lässt: Frauen, Leben, Gesund und Gastbeiträge. Dennoch sind häufig weitere Schwerpunkte in den Artikeln enthalten, die nur beim Lesen sichtbar werden.

Das war unser Jahr 2023

Wir haben über gesundheitliche Aspekte, über das Leben und den Tod berichtet. Wir hatten Lifestyle, Persönlichkeitsentwicklung und berufsbedingte Themen auf dem Schirm, über die wir – oder unsere Gastautoren geschrieben haben. Unsere Interviewpartner haben uns wieder einmal neue Blickwinkel eröffnet und unser Magazin mit ihren Ansichten bereichert.

Ob es der Test unserer Redaktion zum Thema Künstliche Intelligenz war „ChatGPT – der neue heiße Scheiß?“, es um die Tricks der Ernährungsindustrie „Gesunde Ernährung und Tricks der Hersteller“ oder um die Wechseljahressymptome „Wechseljahre – Frau on Fire“ ging. Ob wir den fortwährenden Alterungsprozess „Kannst Du das Altern aufhalten?“ oder kleine und feine Unterschiede von „Weiberfast und Altweibersommer“ unter die Lupe genommen haben – wir hatten viel Freude bei der Recherche und wir freuen uns, wenn Dir das aufgefallen ist 😉.

Wir hatten den geruchsintensiven Bericht „Parfüm – Der große Duftraub?“ und haben über den Vorteil und den Genuss von lokalen Einkäufen direkt beim Erzeuger „Hofläden: Wie bei Tante Emma – mit allen Sinnen regional einkaufen“ geschrieben. Wir haben Dir von unserem Selbstexperiment im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung „Das Human Design Experiment“ berichtet und Dich über die Hintergründe der Gesetzgebung „Der Schutz von Whistleblowern ist das Ziel des Hinweisgeberschutzgesetzes“ aufgeklärt, die Menschen Sicherheit geben soll, Gerechtigkeit bietet und durch die anonyme Meldemöglichkeit vor Repressalien schützt.

Gesundheit, Krankheit und einiges mehr

Zum großen Themenbereich Gesundheit gab es die offensichtlichen Artikel, wie „Alltägliche Möglichkeiten zur Verbesserung der Harninkontinenz“, „Schwangerschaftsdepression – Unglücklich trotz Wunschkind“, „Angst im Beruf“, „Erektionsstörungen: Nur noch Schlaf – ohne „Bei“…?“ und den Bericht zur „TVT-Operation bei Harninkontinenz“.

Doch es gab auch Artikel, die sowohl den gesundheitlichen Aspekt betreffen, aber auch in den Bereich Leben passen, wie „Glück kennt kein Gewicht“ oder die Gastbeiträge „Mach Dich stressfrei – Dein Weg zu innerer Ruhe“ und „Menstruationstassen – Vor- und Nachteile“.

Die Themen Krankheit und Sterben fanden in diesem Jahr mehrfach Erwähnung. Im erhellenden Gastbeitrag der Deutschen Kinderhospiz Dienste „Ein Leben wir im Sturm“ wurden wir darauf aufmerksam, dass Familien, die ein lebensverkürzend erkranktes Kind haben, ein Hilfsangebot zusteht!

Dann hatten wir das Interview mit Thomas Sell „Zeit zum Zuhören: eine Audio-Biographie für Jedermann“, der sowohl mit erkrankten als auch mit gesunden Menschen spricht und aus dieser Aufnahme eine hörbare Biographie erstellt. Mit der Bestatterin Patricia Tüchsen haben wir über die Trauerarbeit und über weitere, zum Teil wenig bekannte, Möglichkeiten einer Bestattung gesprochen „Das Sterben und der Tod dürfen keine Tabus mehr sein!“. Damit haben deutlich machen könne, dass wir uns den aktuellen Tabuthemen stellen und sie für Dich aufbereiten.

Fazit 2023

Als erstes schicken wir Dir an dieser Stelle ein großes Dankeschön als unsere treue Leser:in. Ohne Deinen Wissensdurst, Deine Neugier und Deine Lust an unseren Themen, würde es dieses Magazin nicht geben.

Als zweite Erkenntnis möchten wir uns für die entstandene Vielseitigkeit bei allen Beteiligten bedanken und betrachten das Jahr 2023 damit als erfolgreich abgeschlossen. Wir sind in unserer Wunschspur geblieben und Du darfst Dich im nächsten Jahr wieder auf neue Aspekte, Perspektiven und Tabuthemen freuen, die sich schon auf unsere Liste angesammelt haben.

Für 2024 wünschen wir Dir einen angenehmen Start und alles Gute: Gesundheit, Freude, eine gute Work-Life-Balance und Zufriedenheit. Du bist der Gestalter Deines Lebens und hast in der Hand, was Du daraus machst 😊.

Herzlichst

Das Redaktionsteam: Jan, Olli, Iris und Helga

Kannst Du das Altern aufhalten?

Kannst Du das Altern aufhalten?

Biohacker wollen ihre biologische Uhr zurückdrehen. Aber wie soll das gehen? Wir haben für Dich schon mal „vorgeschaut“, welche Informationen das ZDF in seiner Doku terra Xplore am 26.11.2023 dazu sendet.

Das Altern zu stoppen und die biologische Uhr zu verlangsamen sind Menschheitsträume – aber können wir es irgendwann auch schaffen, unsere biologische Uhr zurückzudrehen? Wissenschaftler haben ein Enzym gefunden, das der Schlüssel zur Langlebigkeit sein könnte.

Wo steht die Forschung heute? Was können wir aktiv und mit unserem eigenen Verhalten bewirken, um langsamer zu altern?

Im Garten der Biohackerin Beate Proske steht ein großes Fass voll mit Wasser und Eiswürfeln, in das sie mindestens dreimal pro Woche für jeweils zwei Minuten steigt. Sie will damit ihre Gesundheit optimieren und ihr Verhalten entsprechend anpassen, auch und besonders durch solch extreme Reize von außen. Ihr Ziel ist, die Verantwortung für die eigene Gesundheit und den individuellen Körper wieder selbst in die Hände zu nehmen und nicht an Ärzte abzugeben.

Nun ist Eisbaden nicht für jeden Menschen geeignet. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann es dadurch zu Herz-Rhythmus-Beschwerden kommen. Es ist sinnvoll, das auf jeden Fall abklären zu lassen, bevor man Beates Beispiel folgt.

Was ist denn eigentlich Altern und wie verläuft der Alterungsprozess?

Alle menschlichen Zellen enthalten die gleichen Gene auf ihrem DNA-Strang, nutzen aber unterschiedliche Enzyme, die dieser Strang zur Verfügung stellt. Jede Zelle, also Herzzellen, Leberzellen, Muskelzellen und all die anderen Zellen in unserem Körper, lesen den für sie wichtigen Teil aus der langen Liste der Enzyme aus und nutzen sie. Wie das genau funktioniert, erklärt die Biologin Jasmina Neudecker in der Doku.

Mit fortschreitendem Alter verändern sich die Enzyme oder können nicht mehr richtig ausgelesen werden. Das führt zu einem Zerfall der Zellen. Doch ist das nur eine mögliche Theorie, warum wir dem Alterungsprozess unterliegen.

Übrigens: es gibt eine wissenschaftliche Methode, Dein biologisches Alter bestimmen zu lassen. Am besten suchst Du das mal unter dem Begriff „epiAge“.

Biohacking – ein Impuls von außen

Können äußere Impulse, wie zum Beispiel das Eisbaden, den Prozess des Verfalls verlangsamen oder aufhalten? Laut der Theorie schaltet unser Körper bei kurzzeitigem Stress in einen Überlebensmodus. Untersuchungen an Fadenwürmern und Mäusen haben gezeigt, dass Tiere, die beispielsweise dauerhaft einem Kältestress ausgesetzt sind, länger leben. Fadenwürmer werden in der Regel nicht älter als 18 Tage, jedoch überleben sie in kälterem Wasser bis zu einem Monat – und sind dabei sogar noch beweglicher als ihre Kollegen, die sich im warmen Wasser aufhalten.

Kann Kälte also menschliche Alterserscheinungen und Krankheiten reduzieren oder verhindern? Klar ist nur, dass ein biologisches Stressmoment wie ein Kälteschock in unseren Zellen eine Art Überlebensprogramm oder Verteidigungsmechanismus aktiviert. Weiter ist die Forschung bisher nicht.

Neben Eisbaden kann auch Intervallfasten kurzzeitigen Stress in unserem Körper auslösen. Dabei muss das Fasten nicht extrem sein und über mehrere Tage andauern, sondern bereits stundenweises Hungern kann eine ähnliche Wirkung erzeugen. Ein positiver Effekt des gelegentlichen Fastens konnte schon nachgewiesen werden.

Fazit

Jeder Mensch muss seinen individuellen Weg finden und ausprobieren, welcher positive Stress in sein Leben passt und welcher nicht. Wichtig ist bei allen Biohackern: Neben Impulsen von außen helfen auch Spaß und Lebensfreude dabei, gesund zu altern – ganz ohne Stress für den Körper.

Wenn Dich dieses Thema und weitere Details dazu interessieren, schau einfach am 26.11.2023 die Dokumentation im ZDF. Oder danach in der Mediathek – das Video ist bis zum 6.11.2033 verfügbar.

——————————————————————————————————————–

Wir haben bereits über das Thema Selbstoptimierung geschrieben.

Die Ich-Vermesser – Selbstoptimierung um jeden Preis (Video verfügbar bis 19.04.2027)

Embrace – Du bist schön (Video kann auf YouTube gekauft oder ausgeliehen werden)

Weitere Links zum Thema Biohacking

MDR – Selbstoptimierung durch Biohacking (Verfügbar bis 26.01.2024)

GEO – Biohacking: Was hinter dem System der Selbstoptimierung steckt

RND – Biohacking: Im Bann der eigenen Wertermittlung