Restlos glücklich

Restlos glücklich

Weihnachten ist vorbei! Die Tage der Festessen und des Überflusses liegen hinter uns und viele Menschen sind mit neuen Vorsätzen ins Jahr gestartet. Eine gute Idee dafür haben wir im Mittagsmagazin gefunden: Lebensmittel wertschätzen und damit die Welt ein bisschen besser machen! In der Sendung vom 07.12.2020 berichtet Hanna Legleitner vom Verein „Restlos Glücklich“ über ihre Art, das Weltklima zu verbessern.

Ressourcenverschwendung durch weggeworfene Lebensmittel

In Deutschland landen jedes Jahr 75 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, dadurch werden wichtige Ressourcen vernichtet. Hanna ist seit 4 Jahren Foodsaverin. Sie und ihre Mitstreiter:innen retten aussortierte, aber noch verwendbare Lebensmittel in großen und kleinen Supermärkten und Betrieben. Einen kleinen Teil behalten sie für sich, alles andere bringen sie in sogenannte „Fair-teiler“, öffentlich zugängliche Kühlschränke der Initiative Foodsharing. Hier dürfen die Lebensmittel gratis mitgenommen werden.

Der Verein „Restlos Glücklich“

Hanna Legleitner ist Geschäftsführerin des gemeinnützigen Vereins „Restlos Glücklich“ aus Berlin, der sich für mehr Wertschätzung und gegen die Verschwendung von Lebensmitteln engagiert. Mit Vorträgen, Events und digitalen Kochworkshops (Anmeldung) soll das Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln gestärkt und mehr Menschen fit gemacht werden, sich im Alltag nachhaltig zu ernähren.

Zum Beitrag „ZDF Mittagsmagazin vom 07.12.2020“ (Minute 39:34 bis Minute 44:00)
(Verfügbar bis zum 07.12.2021)

Bye Bye Arschgeweih

Bye Bye Arschgeweih

Der Song von Ina Müller aus dem Album von 2006 „Weiblich, ledig, 40“ hatte es mir damals schon angetan. Das Lied handelt (sachlich betrachtet) davon, dass der Modetrend „Arschgeweih“ vorbei und es nun an der Zeit ist, sich einer entfernenden Laserbehandlung zu unterziehen. Beim Zuhören entstehen witzige Bilder im Kopf und ich finde das gesamte Album nach wie vor sehr hörenswert.

Kunstwerke unter der Haut

Schon immer hatte ich Menschen in meinem Umfeld, die der Körperkunst des Tattoos frönen. Eigene Erfahrung habe ich nicht, doch großen Respekt vor den Personen, die sich ihre Wunschbilder in der Haut verankern lassen.

Veränderungen

Das Leben verändert sich. Ob man Modetrends mitmacht, eine Fehlentscheidung getroffen hat oder Lebensphasen abgeschlossen sind, manchmal möchte man das Tattoo oder die Erinnerung an das damit verbundene Ereignis wieder loslassen. Das ist nicht ganz einfach und ich habe noch Worte im Ohr wie „Die Haut war nach der Behandlung ganz vernarbt!“.

Daher habe ich mich auf die Suche gemacht, um mehr über die Entfernung von Tattoos zu erfahren. Während meiner Recherche ist mir klar geworden, dass es hier nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern durchaus sämtliche Schattierungen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Entscheidung auf Dauer

Es gibt mehrere Möglichkeiten der Entfernung. Da ist es wichtig, die Wahl gut zu überdenken. Von Laserbehandlung über Cover Up bis zum Blast-over, jede Option ist ein neuer Angriff auf die Haut und kann zu Schwierigkeiten führen.

Es gilt, die mentale Seite des vorhandenen Kunstwerks zu berücksichtigen:

  • Soll das Tattoo ganz weg?
  • Sind schöne Momente damit verbunden und es soll doch bleiben?
  • Will ich die Fehlentscheidung „rückgängig“ machen oder soll ein misslungenes Tattoo verschwinden?

Und auch die körperliche Betrachtung sollte nicht vernachlässigt werden:

  • Eignet sich das vorhandene Tattoo für die jeweilige Entfernungs-Methode?
  • Welche Risiken gibt es – sowohl optisch als auch hauttechnisch?
  • Ist genügend Platz (für ein Cover Up oder Blast-over) vorhanden?
  • Ist eine Kombination aus Lasern und Überstechen sinnvoll?

In jedem Fall sollte eine ausführliche Beratung und sorgfältige Auswahl der ausführenden Personen das A und O sein.

Veränderung eines Tattoos nach mehrfacher Laserbandlung – Copyright AdobeStock 187863385

Tattoo-Entfernung per Laser

Die Grundlage: Mit dem Laser werden energiereiche, gebündelte Lichtstrahlen für Sekundenbruchteile auf die betroffenen Stellen geschossen. Damit werden die Farbpigmente, die in der Lederhaut sind, aufgesprengt. Sie zerfallen in kleine Teilstücke, die dann vom Lymphsystems des Körpers nach und nach abtransportiert werden. Das braucht Zeit und ein funktionierendes Immunsystem.

Mehrfarbige Tattoos müssen mit unterschiedlichen Wellenlängen des Lichts behandelt werden und halten vielleicht eine Überraschung bereit. Farbintensive Tattoos werden unter Umständen nicht komplett zu entfernen sein und als Schatten unter der Haut bleiben.

Im Regelfall werden für die Entfernung mehrere Sitzungen benötigt, so dass die Kosten um einiges höher liegen als das Stechen. Der Zeitfaktor kommt noch dazu, so dass sich die komplette Entfernung über Monate hinziehen kann.

Auf der Website infoMedizin gibt es ein kurzes Video von der Hautärztin Dr. Heike Heise mit einer verständlichen Erklärung zur Entfernung von Tattoos.

Einen sehr informativen und breit aufgestellten Artikel „Tattoo lasern: Vorzüge, Risiken und Kosten“ habe ich bei Feelfarbig gefunden.

Laserbehandlung und Cover Up – Copyright Pixabay Herco-Roelofs

Cover Up und Blast-over

Einige Sendungen suchen in Castings nach Menschen, mit „schlechten“ Tattoos. Die Personen werden dann mit der Kamera beim Prozess des Cover Ups begleitet. Das Entfernen eines ungewollten Tattoos erfolgt dabei so, dass das alte Bild in einem größeren neuen Kunstwerk „versteckt“ wird und nicht mehr sichtbar ist. Das ist die Königsdisziplin bei Tätowierern und erfordert jahrelange Erfahrung, großes Können und sehr viel gestalterisches Geschick.

Diese Methode ist im Regelfall günstiger als eine Laserbehandlung. Trotzdem gehört auch hier eine ausführliche Beratung im Vorfeld dazu. Wichtig ist auch, sich über die Arbeiten des Tätowierers zu informieren und so sicherzustellen, dass die erforderlichen Fähigkeiten vorhanden sind.

Einen sehr ausführlichen und lesenswerten Beitrag zum Thema „Cover up – Tattoos – Das solltest du wissen“ habe ich auf einer Singlebörse für tätowierte Singles entdeckt, wirklich charmant.

Inas Lösung

Ina Müller hat sich Gedanken über ihre Möglichkeiten gemacht und ihre individuelle Lösung gefunden:

„Die Trennung wird bestimmt nicht billig
Ich werd‘ mein Konto überzieh’n,
Aber wenn alles klappt, dann kann ich
Mir ’n bisschen Geld dazu verdien’n.
Denn über meinem Hinterteil,
Da wird jetzt Werbefläche frei.“

Textauszug, Quelle: https://www.songtexte.com/songtext/ina-muller/bye-bye-arschgeweih-bcfd17a.html

Copyright Titelbild: AdobeStock 261546191

Was schenkt man Männern zu Weihnachten?

Was schenkt man Männern zu Weihnachten?

Ich sitze so in meinem Ohrensessel, das Kaminfeuer prasselt und die gemütliche Wärme lässt mich auf eine Reihe von Gedanken zurückblicken. Einer davon betrifft Weihnachten und die Frage: Was schenkt man Männern zu Weihnachten?

Ob sich Frauen so etwas fragen? Offensichtlich, denn mir wurde diese Frage konkret gestellt. Verbunden mit der Bitte, das bitte einmal schriftlich zu fixieren – aus Männersicht sozusagen. Tja, und so bin ich in meiner Erinnerung die Weihnachtsgeschenke der letzten Jahrzehnte durchgegangen.

Krawatten, Wäsche & Co.

Schöne Krawatten fallen mir ein, die Abwechslung in den damaligen Arbeitsalltag gebracht haben. Zugleich ein Geschenk, das mir beim Umbinden jener Krawatte in Erinnerung rief, wer sie mir geschenkt hatte. Ich denke nur kurz, dass das bestimmt glatte Absicht war! Doch tatsächlich habe ich mich gefreut. Sie hat mir so gut gefallen, womöglich hätte ich sie mir selbst gekauft. Doch es gab auch die hässlichen Varianten. Diese haben dann zu Weiberfasching gepasst. Schnipp, schnapp – Krawatte ab. Die Frauen hatten ihren Spaß und ich war das Ding los!

Copyright – Pixabay Stocksnap

Sonstige Wäsche, wie z. B. warme Strümpfe mit eingenähtem Button, der, wenn man ihn drückt, eine Weihnachtsmusik erklingen lässt … komplett daneben. Ebenso (un-)passende Pullover oder Jacken. Diese Geschenke entlocken meiner Erinnerung lediglich ein: Hmpf!? Mein rückblickendes Urteil:  solche Dinge sind aus meiner Sicht überhaupt nicht weihnachtsgeschenk-tauglich.

Geld ist eher unpersönlich

Geldgeschenke? Gehen doch eigentlich immer und eigenen sich ideal, um sich persönliche Wünsche zu erfüllen. Aber: der Anspruch des Schenkenden ist ja, dass man sich auch als Beschenkter daran erinnert, wer das Geld geschenkt hat – bevor man es ausgibt. Das kann zur persönlichen Herausforderung werden …  außerdem: zu unpersönlich. Es sei denn, sie sind besonders gestaltet, gefaltet oder verpackt.

Copyright – Jan Untiedt

Also lieber einen Gutschein! Wobei… ein Gutschein, den ich für einen Besuch im Fitness-Studio einlösen soll … das ist doch fast ein Wink mit dem Zaunpfahl, oder?! Ich könnte das kontern, in dem ich einen Gutschein für Kosmetika verschenke. Mit dem kleinen Zusatz: „… auch für die Anschaffung einer Falten-Creme einsetzbar …“ Zack, so kann man die weihnachtliche Stimmung abrupt kippen. Besser nicht!

Uhren bzw. Schmuck finde ich großartig, aber ist so etwas auch als Weihnachtsgeschenk tauglich? Ohne ausreichende Kommunikation führen solche Geschenke eher dazu, das Umtauschgeschäft wesentlich zu beleben. Ich könnte konkrete Wünsche formulieren. Allerdings sind beispielsweise Uhren sehr speziell, weil sie aus meinem Blickwinkel betrachtet, kein Alltagsgegenstand, sondern – mit zunehmendem Alter – Schmuckstücke sind. Zudem ist eine Uhr doch eher ein besonderer Wunsch, über den man sich vorher mit der Partnerin ausgetauscht hatte. Daher auch kein geeignetes – jährliches – Weihnachtsgeschenk. 

Ah, mir fällt noch ein absolutes No-Go-Geschenk ein: die Krawatten-Nadel! Es war bestimmt ein gut gemeintes Accessoire, ist aber mehr oder weniger direkt in eine Schublade gewandert und „schlummert“ dort – bis heute. Höflich bedankt habe ich mich damals trotzdem.

Copyright – Pixabay LaPorte

Lesestoff zum Abtauchen

Buch-Geschenke?! Guter Lesestoff entführt mich in andere Welten und sorgt auf wunderbare Art und Weise dafür, für einen Moment aus dem Alltag auszusteigen. Dabei kann ich die äußere Stille und die Geschichte sehr genießen. Bei der Formulierung des Wunsches beobachtete ich hier und da einen gequälten Gesichtsausdruck: ein Buch als Geschenk zu Weihnachten? Das war von Mitleid nicht weit entfernt! Dennoch lasse ich mich sehr gerne per Buch zum Beispiel ins Mittelalter „versetzen“. Die Kombination aus historischen Betrachtungen gekoppelt mit einer fesselnden Geschichte ist mit Sicherheit ein guter Hinweis auf ein Weihnachtsgeschenk. Warum also nicht?

Mangels fehlenden Enthusiasmus‘ auf der Gegenseite ergänzte ich, dass ich mich auch über ein Hörbuch sehr freuen würde. Hörbücher finde ich großartig, weil sie sich auf längeren Fahrten als wunderbarer Begleiter eignen. In Verbindung mit meinem bereits erwähnten „Buchgeschmack“ ein schönes Geschenk, das ich sehr genossen habe. 

Der Fluch der Maschinen

Mein Versuch, mir ein technisches Gerät zu wünschen, hat nicht gut funktioniert. Obwohl ich sogar eine Bild-Kopie des Gerätes aus dem Internet dezent in der Wohnung platziert hatte. Ein unerfüllter Wunsch. Ob er zu speziell war?

„Frauen und Technik“ kommt es mir in den Sinn – interessiert Frauen Technik nicht?

Nein, ich glaube nicht. Es liegt wohl die Befürchtung in der Luft, dass sich der pragmatische Mann sofort mit einem Herd, einer Spülmaschine oder einer Waschmaschine revanchiert. Kompliment, diese Falle umschifft Frau auf diese Art sehr elegant.

Was also bleibt als Weihnachtsgeschenk für mich als Mann übrig? Möglicherweise etwas, was Frau und Mann vielleicht nicht immer miteinander teilen können, weil der Alltag so vieles überdeckt? Aus diesem Grund empfinde ich es als etwas Besonderes, sich gegenseitig Zeit zu schenken. Gemeinsam – Zeit – ohne Kinder!

Copyright – Pixabay Oldiefan

Zeit verschenken

In der aktuellen Corona-Zeit funktioniert ja nicht mal ein Gutschein für ein Restaurant. Aber symbolisch könnte es eine Flasche Wein sein, die für einen noch zu bestimmenden Zeitpunkt, mit noch einzukaufenden Lebensmitteln – Baguette, Käse, Weintrauben, Mozzarella, Tomaten oder was auch immer – ein Signal setzt, das wir uns diese Zeit bewusst gemeinsam suchen – und nehmen. Womöglich als Picknick bei einer Cabrio-Tour? Ein Erlebnis, das auf jeden Fall im Gedächtnis des Beschenkten bleibt!

Beim Wandern? Für mich eher nicht die erste Wahl. Mir wäre definitiv eine Radtour lieber. Okay, genauer gesagt eine Pedelec-Tour. Wir wollen ja schließlich an dem Picknick-Ort ohne Nutzung eines Sauerstoff-Zeltes ankommen und auch möglichst ohne Taxi wieder zurückgelangen.

Das Zeit-Geschenk empfinde ich als besonders geeignet, um für den Moment – bewusst – zusammen – zu entschleunigen. Dabei kann die Flasche Wein im Alltag so platziert werden, dass sie immer wieder auf diesen Moment hinweist, um ihn gemeinsam zu planen und zu erleben. Für mich ein tolles Weihnachtsgeschenk, weil sich damit viel verbinden lässt und weil es nochmal „Weihnachten sein kann“, wenn es zur Umsetzung kommt.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen: frohe Weihnachten – nicht nur an Weihnachten!

Copyright Titelbild – Pixabay tookapic

Gewalt macht krank!

Gewalt macht krank!

Jede 3. Frau in Deutschland hat mindestens 1 Mal in ihrem Leben sexualisierte und/oder häusliche Gewalt erlebt. Das sind 12 Millionen Frauen! Auch ich bin eine 3. Frau. Ich habe Missbrauch, häusliche Gewalt erfahren und einen Überfall mit Vergewaltigung in einem öffentlichen Park überlebt.

Ich bin Alice Westphal, 64 Jahre alt, seit 10 Jahren selbstständige Resilienztrainerin und Coach für Frauen. Seit 2 Jahren bin ich Speakerin (Vortragsrednerin) und Aktivistin in der Metoogermany-Bewegung und Vorstandsvorsitzende im Verein S.I.G.N.A.L. e.V.

Außen wirkte alles „normal“

Im Außen wirkte mein Leben „normal“, wie so häufig bei komplex traumatisierten Frauen. Ich machte Karriere, wurde zur ersten weiblichen Personalratsvorsitzenden einer großen Berliner Uniklinik gewählt, wechselte später in die Stabsstelle „Interne Öffentlichkeitsarbeit“. Es erfüllte mich, mich für andere Menschen, insbesondere Frauen, einzusetzen und für ihre Rechte zu kämpfen.
Nach einer Fusion „musste“ ich erkennen, dass ich nicht hierarchiekompatibel bin, meine Werte passten nicht mehr und ich verließ nach 25 Jahren „mein „Klinikum“. Und machte mich mit 54 Jahren als Trainerin und Präventologin selbstständig.

Im Inneren ein tosender Sturm …

Im meinem Inneren sah es ganz anders aus. Mein Weg war bis dahin mit häufigen Suizidgedanken, Depressionen, Angstzuständen, Alkoholmissbrauch, Hörstürzen, Essstörungen, Bandscheibenvorfällen, Erschöpfungszuständen gepflastert.

Meine innere Wahrnehmung hatte sich verschoben. Das ich krank war, habe ich nicht als Krankheit wahrgenommen, trotz meiner damals chronischen, sehr schmerzhaften Nasenneben- und Kieferhöhlenentzündung, dem Pfeiffer’schen Drüsenfieber, der Lungenentzündung und immer wieder auftretenden Nierenbecken- und Blasenentzündungen!

Copyright Pixabay – 1388843

… oder totale Starre

Es gab Zeiten, da fühlte ich mich nicht, ich war erstarrt, kannte keine Spannungskopfschmerzen, Schmerzen überhaupt waren mir fremd. Ich befand mich permanent in einem inneren Kriegszustand: „Niemand schafft es, mich erneut zu verletzen!“ Das war meine damalige Überlebensdevise.

Vor einem halben Jahr habe ich mit einer Traumatherapie begonnen. Erst jetzt beginne ich zu fühlen und zu verstehen, wie viel Kraft es gekostet hat, mich so hart zu machen, mich so von meinen Gefühlen abzuspalten. Um zu überleben.

Ich zeige mich, um anderen zu helfen

Seit ich mich vor 2 Jahren entschieden habe, mit meiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, habe ich sehr viele Frauen mit unterschiedlichsten Gewalterfahrungen kennengelernt. Frauen, die sich nicht spürten, irgendwie ihren Alltag bewältigten. Viele brauchen regelmäßig Medikamente, trinken zu viel Alkohol, machen exzessiv Sport oder haben chronische Schmerzen. Das sind alles Folgen der seelischen Qualen, die die Frauen immer wieder versuchen, zu verdrängen. So wie ich auch.
Doch das funktioniert nicht auf Dauer! Ganz im Gegenteil, es kostet so unglaublich viel Energie, gegen seine Bedürfnisse oder Wahrheiten zu leben.

„Was stimmt nicht mit mir?“

Das sind alles Dinge, die ich nicht gewusst habe, die mir auch niemand gezeigt hat. Ich dachte immer, mit mir stimmt etwas nicht! Ich bin nicht richtig! Ist doch klar, dass es immer wieder Streit geben muss, so wie ich mich immer verhalte!
Dann kamen immer intensiver werdende Schuld- und auch Schamgefühle dazu. Ich habe mich so geschämt, wenn ich mal wieder zu viel getrunken habe und endlich mal meine – meistens sehr wütenden – Gefühle, meinen Schmerz kurz gezeigt habe.

Copyright Pixabay – Mandy Fontana

Verdrängen um zu überleben

Es berührt und erschüttert mich heute, was komplex traumatisierte Frauen alles tun, um die Grausamkeiten, die ihnen so häufig schon im Kindesalter angetan wurden, nicht zu spüren.

Viele Frauen verdrängen die Taten so sehr, dass sie sich nicht mehr an sie erinnern können, weil es ihre einzige Chance war, um zu Überleben. Frauen, die Missbrauch erfahren haben, werden auch „Überlebende“ genannt – und die Tat als „Seelenmord“ bezeichnet.

Mutige Entscheidung

Es gehört sehr viel Mut dazu, sich zu entscheiden: Ich bin kein Opfer mehr!
Immer wieder erfahre ich von den Frauen, dass es einen Wendepunkt in ihrem Leben gab, an dem sie sich entschieden haben, leben zu wollen. Und zwar frei und selbstbestimmt.
Erst dann kann der Heilungsprozess im Innen und im Außen beginnen.

Mein Weg

Ich habe mich mit dem Thema „Gesundheitliche Folgen häuslicher, finanzieller, sexualisierter Gewalt und Missbrauch“ intensiv auseinandergesetzt. Es gibt viele Missstände, die aufgedeckt und in die Öffentlichkeit transportiert werden müssen, damit Veränderungen in Gang kommen.

Es fehlen Frauenhäuser, die Täter werden nicht ausreichend bestraft, es gibt kaum Qualifizierungsangebote für Fachpersonen aus dem Gesundheitsbereich. Die Einrichtungen der Gesundheitsversorgung wie Arztpraxen, Kliniken oder Zentren für Familienplanung spielen eine wichtige Rolle, wenn es um das Erkennen von Gewalt und die Versorgung der Betroffenen geht. 

Vereinslogo S.I.G.N.A.L. e.V.

Der Verein S.I.G.N.A.L. e.V.

Aus diesem Grund bin ich Mitbegründerin, heute auch Vorstandsmitglied, des Vereins S.I.G.N.A.L. e.V. ( S.I.G.N.A.L. e.V. – Intervention im Gesundheitsbereich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen) in Berlin.

Handlungsleitfaden: Schritte in der Intervention

Als Hilfestellung für Gesundheitsfachpersonen wurde der S.I.G.N.A.L.-Handlungsleitfaden entwickelt und wissenschaftlich evaluiert. Er entspricht internationalen Standards. Jeder Buchstabe steht für einen Schritt in der Intervention.

  • S – Setzen Sie ein Signal, sprechen Sie Gewalterfahrungen an
  • I – Interview mit konkreten einfachen Fragen
  • G – Gründliche Untersuchung alter und neuer Verletzungen
  • N – Notieren und dokumentieren aller Ergebnisse, damit sie gerichtsverwertbar sind
  • A – Abklären des aktuellen Schutzbedürfnisses
  • L – Leitfaden mit Notrufnummern und Unterstützungsangeboten

Dazu zählen, Warnhinweise häuslicher Gewalt zu (er-)kennen, Patientinnen und Patienten bei Verdacht aktiv anzusprechen, Verletzungen in einer gerichtsverwertbaren Weise zu dokumentieren, Schutzbedarfe abzuklären und an spezialisierte Hilfsdienste zu verweisen.

Copyright Pixabay – claude star

Als Trainerin viel bewirken

Seit letztem Jahr bin ich innerlich bereit und führe als S.I.G.N.A.L.-Trainerin die Schulungen für das Pflegepersonal mit großem Engagement durch. Ich zeige mich hier als Betroffene und biete den Teilnehmenden an, mir viele Fragen zu stellen. Dass das wichtig ist, zeigt die aktive Beteiligung und Inanspruchnahme meines Angebots. Mein Wunsch und Ziel ist es aufzuklären, die Gewaltmythen und Glaubenssätze der Teilnehmenden zu hinterfragen und zu verändern.

I have a dream!

Auch ich habe einen Traum! Einen Traum, in dem es keine Frauenhäuser mehr braucht – weil es keine Gewalt mehr zwischen den Menschen gibt! Weil wir gleichberechtigt, wertschätzend und respektvoll auf Augenhöhe in Liebe miteinander umgehen, lieben, arbeiten und leben!

Das Buch: unSICHTBAR – Wir zeigen Gesicht

„Sexualisierte und häusliche Gewalt, Missbrauch und Vergewaltigungen wird oft mit anonymen Geschichten erzählt, oder scheint nur öffentliche Personen zu betreffen. Wir sind echt. Wir erzählen unsere Geschichten und wir zeigen Gesicht.“

Das Thema ist wichtig und gehört in die Öffentlichkeit. Mit dem Buch gehen wir einen Weg, um anderen Frauen Mut zu machen und Wege aufzuzeigen.

Wenn Du das unterstützen möchtest, vernetze Dich mit mir, schau Dich auf den Internetseiten um oder erwerbe das E-Book. Unser erklärtes Ziel ist es, mit dem Sprung auf die Bestsellerlistenmehr öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen und mehr betroffene Frauen zu erreichen.  

Das E-Book „unSICHTBAR – wir zeigen Gesicht wird am 25.11.2020 bei Amazon veröffentlicht.

Kontakt

Kontakt zu mir findest Du unter meiner neuen Website www.alice-westphal.de (alt www.alice-gesundheitscoaching.de) oder auf den Social Media Kanälen Instagram, Facebook, LinkedIn, Xing oder auf Twitter.

Bei S.I.G.N.A.L. e.V. gibt es Intervention im Gesundheitsbereich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen.

Videobeiträge und Interviews

Copyright Titelbild – Denise van Diesen

Naturkosmetik – was ist das eigentlich?

Naturkosmetik – was ist das eigentlich?

Maxime einer Ganzheitskosmetikerin

Gesundheitsbewusste Frauen gehen voller Freude los und kaufen Naturkosmetik. Die Zeiten der puren Chemie in Kosmetikprodukten scheinen vorbei, denn die Marketingkampagnen der Hersteller versprechen das ja schließlich. Außerdem redet jeder darüber – auch ohne „vom Fach“ zu sein. Wirklich schön, wenn es da nicht mindestens einen Haken gäbe.

Das Denken aus diesem Selbstverständnis heraus bewirkt, sogar bei den aufgeklärten Frauen der heutigen Zeit, die Annahme, dass in den mit „Natur“ betitelten Produkten nur natürliche und qualitativ hochwertige Inhaltsstoffe zu einem erstklassigen Produkt zusammen gemischt wurden. Und das noch zu einem wirklich niedrigen Preis.

Woher kommt dieses selbstverständliche Denken?

Ich möchte das an einem Beispiel verdeutlichen. Es gibt Babybrei und es gibt Erdbeermarmelade. Kein Mensch geht davon aus, dass in Babybrei Babys enthalten sind und Erdbeermarmelade für Erdbeeren gemacht ist. Weil es entweder unsinnig oder entsetzlich wäre, erschließt sich die Logik.

Bei Naturkosmetik ist es nicht ganz so „krass“, jedoch absolut vergleichbar. Wir gehen bei Naturkosmetik einfach – ohne explizite Erklärung – davon aus, dass sie „aus Natur“ besteht und für die „Natur des Menschen“ gemacht wurde. Demnach muss sie gesund und ganz ohne Nebenwirkungen für Mensch, Tier und Umwelt sein.

Copyright Pixabay – vschoenpos

Wirkung der Manipulation

Kann jemand „nicht-manipuliert“ werden? Die Antwort ist ein klares Nein! Der Mensch manipuliert immer und wird immer manipuliert. Nur das eigene Verständnis, der eigene Charakter und die eigene Wahl entscheidet, ob wir verwerflich oder gut mit uns und dem Gegenüber umgehen. Leider vergessen wir manchmal, bestimmte Dinge zu hinterfragen und unterwerfen uns den Manipulationsversuchen.

Die aufgeklärte Frau geht zudem häufig davon aus, dass alle Menschen genauso gut sind wie sie selbst. Hier grätsche ich mal hinein, selbst auf die Gefahr eines vielleicht bösen Erwachens hin. Das ist der hauptverantwortliche Haken, dass Hersteller mit ihrer Naturkosmetik durchkommen und weiterhin die umwelt- und oft auch gesundheitsschädlichen Chemiebomben verkaufen. Diesmal jedoch absolut green-washed.

Copyright Pixabay – adege

Nicht nur Fastfoodketten verkaufen sich mit Farben, Slogans und Verpackungen gesünder! Wer das glaubt, legt diesen Gedanken hoffentlich spätestens an dieser Stelle ab. Auto-, Mineralöl- und Lebensmittelkonzerne gaukeln uns vor, dass ihre Produkte gesund für alles und jeden auf der Welt sind. Mit der Pharmazie, dem Steinkohleabbau und den Kosmetikherstellern ist das nicht anders.

Es ist der Trend der Zeit, der die Marketingstrategien bestimmt. Den Trend beeinflussen wir als Verbraucher und werden von ihm beeinflusst.

Copyright Pixabay – Free-Photos

Was ist Naturkosmetik?

Der Begriff Naturkosmetik ist nicht definiert und das ist das große Problem – seit über 20 Jahren. Ein Problem für die Gesundheit und ein Problem für die Umwelt.

Es wurden Natursiegel ersehnt. Und ja – die gibt es zwischenzeitlich, denn auch das ist ein Geschäftskonzept! Jedoch bekommt kein Hersteller diese Auszeichnung selbstverständlich aufgrund seiner Leistungen bei der Produktrezeptur. Er bekommt das Siegel nur, wenn er das Produkt nach den Bedingungen des Labels herstellt. Da stellt sich direkt die Frage, ob das denn wirklich sinnig ist. Zusätzlich muss der, der mit dem Siegel werben möchte, auch noch das Label bezahlen. So läuft das, eine Gelddruckmaschine, ohne Mehrwert für die Verbraucher:innen.

Copyright Pixabay – Pexels

Gibt es überhaupt Naturkosmetik?

Uff. Diesmal ein klares Vielleicht. Oder doch eher ein Nein …
Naturkosmetik wächst auf keinem Baum. Ganz genau betrachtet, ist auch Mineralöl aus der Natur und demnach Natur. Mineralölcremes müssten aus dieser Logik heraus gesund sein. Sind sie jedoch nicht.

Wenn ich zwei Substanzen verbinden möchte und dann noch den Anspruch habe, dass das Ergebnis genauso bleibt, dann befinde ich mich schon irgendwie in dem Bereich der Chemie, zumindest jedoch in der Alchemie.

Aus diesem Wissen heraus ist es absolut egal, ob es Naturkosmetik gibt oder nicht. Das Wort ist und bleibt für mich pure Manipulation. Viel wichtiger ist es, dass nichts drin ist, was die Natur von allem was auf der Welt ist, schädigt und trotzdem wirkt. Das gilt aus meiner Sicht für jedes kosmetische Produkt. Doch dafür ist noch kein Name gefunden.

Copyright Pixabay – congerdesign

Was gibt es an gesunden Produkten?

Viele Hersteller und Produkte gibt es nicht, die meinen Anspruch, als Kosmetikerin und Verbraucherin gesund zu bleiben, erfüllen. Leider.

Außerdem ist für mich noch etwas unglaublich wichtig: Nicht nur die Produkte müssen verträglich für den Menschen sein, auch das Wesen des Herstellers muss annähernd verträglich für den Menschen sein. Erst dann erfüllt der Hersteller für mich den ganzheitlichen und gesunden Gedanken.

Was ist mit Empfehlungen?

Empfehlungen kann und werde ich in diesem Artikel nicht aussprechen, denn das muss immer individuell betrachtet werden und bezieht sich auf die Person, die die Kosmetik nutzt. In unserem ganzheitlichen Unternehmen, welches ein Verbindungsglied zwischen herkömmlicher Kosmetik und Dermatologie darstellt, gibt es nur Produkte, die ich mir jederzeit unbedenklich und dauerhaft auf die Haut tun würde. Wir sind nicht abhängig von einem Hersteller, denn auch in dem Bereich der Kosmetikhersteller gibt es keine „eierlegende Wollmilchsau“. Daher schauen wir im Vorfeld, welche Produkte die o.g. Kriterien erfüllen und die gewünschte Wirkung auf der Haut „entfalten“ können.

Copyright Pixabay – TesaPhotography

Vertrauen zählt!

Deswegen meine einzige Empfehlung: Wende Dich immer an die Fachkraft Deines Vertrauens. Das machst Du auch bei allen anderen Dingen Deines Lebens, in denen Du nicht wirklich Bescheid weißt. Eine erste Unterstützung können Codecheck und ähnliche Portale bieten, doch auch da gibt es Einschränkungen. Darüber berichte ich in einem anderen Artikel.

Bitte bleib gesund – und clever!

Deine Wiebke Katzenberger


Die Autorin: Wiebke Katzenberger, Kosmetikerin und Unternehmerin

Seit über 30 Jahren ist Wiebke Katzenberger in Hautsachen unterwegs. Knapp nach Millennium gründete sie ihr eigenes Unternehmen Beauty & Balance. In diesem Unternehmen sind Kosmetik und Coaching vereint, denn durch Selbstfindung auf jeder Ebene ist der Mensch authentisch schön. „Kosmetik kommt von Kosmos und nicht von Creme schmieren“, erklärt sie jedem Kunden „und demnach ist Kosmetik das Handwerk und die Kunst mit allem was da ist umzugehen – um dann, quasi ‚so ganz aus Versehen‘, schön zu sein!“

Sie begleitet ihre Kunden online und vor Ort.

Beauty & Balance
Bahnhofstrasse 43
69256 Mauer 06226 9299531

Mehr von Wiebke Katzenberger, Beauty & Balance findest Du unter www.kosmetik-mauer.de.
Telegram
Instagram
Facebook

Copyright – Wiebke Katzenberger
Copyright Titelbild – StockSnap