Digitale Trends auf der #DiWoDo20

Digitale Trends auf der #DiWoDo20

Du wohnst weit weg von Dortmund und möchtest das Event trotzdem nicht verpassen? Das ist in diesem Jahr möglich. In den letzten drei Jahren wurde die Digitale Woche Dortmund analog durchgeführt, doch Corona stellt die Weichen neu. Statt lokaler Begrenzung sind die Türen dieses Mal weit offen: Dank Streaming ist die Teilnahme an allen Events möglich – und davon gibt es viele. Knapp 200 Veranstaltungen sind es im vierten Jahr dieser Veranstaltungsreihe, die von der Wirtschaftsförderung Dortmund initiiert wird.

Themenvielfalt in der Digitalisierung

Erweitere Dein Wissen durch die Teilnahme an den Workshops oder vernetze Dich aktiv. Alles ist in der Woche vom 02. – 06.11.2020 möglich. Die Themen sind vielfältig:

  • Arbeitswelt der Zukunft
  • Bildung
  • Digitale Infrastruktur
  • Geschäftsprozesse
  • Software-Entwicklung
  • Strategie und Beratung
  • Vernetzung

Egal ob Du Dich interaktiv einbringst oder Dich zum aktuellen Entwicklungsstand informieren willst, leichter kannst Du am Wissenstransfer aus einem der führenden Digitalstandorte nicht teilnehmen.

Kurzer Blick auf die Geschichte

Im Jahr 2017 startete die #DiWoDo17 mit 50 Veranstaltungen und knapp 3.000 Fachbesucher:innen. Im Jahr darauf nahmen 4.500 Besucher:innen an über 80 Events teil. Die #DiWoDo19 toppte das Ergebnis mit über 100 Veranstaltungen und 6.500 Besucher:innen. Die steigenden Zahlen sprechen klare Worte, die Digitalisierung ist in unserem Alltag angekommen und gut sichtbar. Das hybride Format der #DiwoDo20 bietet neue Möglichkeiten über bisherige Grenzen hinaus und alle sind gespannt, welche positiven Begegnungen sich daraus ergeben werden.

Neue Horizonte: vom 02. bis zum 06.11.2020

Die #DiWoDo20 beginnt am Montag, 02.11.2020 mit der Auftaktveranstaltung von 10:00 – 17:00 Uhr. Lass Dich in dieser Woche von der dynamischen Mischung aus Ausstellung, interessanten Keynotes namhafter Speaker, Best Practice Beispielen und abwechslungsreichen Workshops inspirieren, von Menschen, die wissen was sie tun – und wie sie es tun.

Bis zur Offiziellen Abschlussveranstaltung am Freitag, 06.11.2020 um 18:00 Uhr kannst Du auf über 180 Events gespannt sein. Auf dieser Seite findest Du die Übersicht.

Einzelne Anmeldung erforderlich

Anders als bei einem Kongress besteht die #DiWoDo20 aus vielen individuellen Events rund um den Themenschwerpunkt „Digitalisierung“. Egal ob es um die Entwicklung, Gesundheit oder die praktische Umsetzung geht, eine Anmeldung ist für jedes einzelne Event erforderlich. Teilweise werden – unter Wahrung der Hygienevorschriften – auch Präsenzveranstaltungen stattfinden. Hast Du Fragen zur Veranstaltung, wende Dich direkt an den individuellen Anbieter. Damit steigt Deine Chance auf eine schnelle Rückantwort.

Wir sind gespannt, bei welchen Themen der #DiWoDo20 Deine Neugier geweckt ist und freuen uns auf einen Kommentar von Dir!

Titelbild: Copyright #DiWoDo20

Absolut empfehlenswert: Der Elvie Beckenbodentrainer

Absolut empfehlenswert: Der Elvie Beckenbodentrainer

Ein Erfahrungsbericht von Stephanie Budde-Thoms

Im Januar 2019 habe ich als Spätgebärende mit 39 Jahren meinen Sohn zur Welt gebracht. Diese Entscheidung habe ich im frühen Erwachsenenalter getroffen: Meine eigene Familie ist mir wichtig, doch alles zu seiner Zeit. Vorher war ich Profisportlerin, zeitweise im Ausland tätig und habe meine eigene Tanzschule geleitet. Meine Passion, das Tanzen, stand ganz oben auf meiner Prioritätenliste. Mein Leben wurde stets von Entscheidungen und Struktur begleitet, so dass ich meine Ziele ebenso konkret geplant und umgesetzt habe.

Spätes Familienglück

Meine Schwangerschaft gab ich bekannt, nachdem ich mit meinem Tanzpartner eine letzte Tanzshow mit Akrobatik-Kür beendet hatte. Das war der Schlussstrich unter meine aktive Tanzkarriere und ich habe mich auf die Arbeit in der Tanzschule konzentriert. Bis ich in Mutterschutz gegangen bin, habe ich Tanzschüler trainiert und Zumba-, Yoga- bzw. Pilates-Kurse gegeben. Auch ich habe in dieser Zeit einen wesentlichen Teil meines Trainings absolviert und fühlte mich während der Schwangerschaft entsprechend fit.

Copyright Andreas-Joachim Lins

Bittere Erkenntnis nach der Geburt

Sechs Wochen nach der Geburt gaben mir Gynäkologin und Hebamme das Go und ich startete mit der Rückbildung. Zu diesem Zeitpunkt war mir schon klar, dass mein Beckenboden äußerst geschwächt war. Die durch meine Schwangerschaft entstandene Blasensenkung hatte Auswirkungen auf den Beckenboden. Unerwarteter Harnverlust begleitete mich durch den Tag. Während des Tages versuchte ich immer wieder, die komplizierte Muskelgruppe anzuspannen. Nichts. Keine Reaktion. Das war ein richtig schlimmes Gefühl.

Start des Beckenbodentrainings

Meine Frauenärztin riet mir zu einem Beckenbodentraining in einer Physiotherapiepraxis. Sie bietet spezielle Kurse, in denen die Trainerin „Hand anlegt“ und konkrete Anweisungen gibt, wie welche der Muskelbereiche anzuspannen sind. Das hat mir im ersten Jahr nach der Geburt weitergeholfen und die Harninkontinenz verringerte sich. Doch zufrieden war ich bei Weitem noch nicht, denn längere Termine konnte ich nur unter der Verwendung von (großen) Einlagen wahrnehmen.

Ich übte, auf der Toilette den Mittelstrahl anzuhalten, also erst etwas Harn abfließen zu lassen und bevor die Blase leer ist, den Harnfluss kurz bewusst zu stoppen. Die Menge verringerte sich, aber als „kontrolliert“ konnte man das noch nicht bezeichnen.

Copyright Stephanie Budde-Thoms

Einsatz des Elvie Beckenbodentrainers

Im April 2020 stieß ich auf den Elvie Beckenbodentrainer. Nach Rücksprache mit und Untersuchung durch die Frauenärztin, bekam ich ein Rezept und war neugierig, ob mich das Hilfsmittel meinem Ziel, der kompletten Kontrolle meiner Harnausscheidung, näher bringen kann.

Mein Fazit: Der Elvie ist super empfehlenswert!

Mir hat er geholfen, die Kraft meines Beckenbodens wieder herzustellen. Der Elvie Trainer wird in die Scheide eingeführt und bietet der Muskelgruppe einen konkreten Anhaltspunkt, wo angespannt werden soll. Gleichzeitig misst der Elvie Trainer die Stärke der Anspannung, weil er kabellos mit der App auf dem Handy verbunden ist. Dadurch hatte ich nicht nur das spürbare Feedback in der Scheide, sondern bekam auf dem Smartphone eine visuelle Darstellung meines „Fitness-Levels“. Das spornte mich an und das tägliche Training war sehr zielführend. Die Workouts der App bieten Übungen in verschiedenen Variationen: das fest Anspannen, Halten und Entspannen – in veränderten Rhythmen.

Der Zeitaufwand ist überschaubar, die App ist unkompliziert und die Verbindung des Elvies mit der App war ganz einfach. Für das Training habe ich jeden Tag nur etwa 5 Minuten gebraucht und die Wirkung war schnell spürbar.

Lieber früher als später

Ich hätte mich gefreut, wenn mir der Elvie Trainer früher begegnet wäre. Das hätte einige Situationen in meinem Leben leichter gemacht. Daher kann ich nur jeder Frau raten, sich aktiv darum zu kümmern und mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin darüber zu sprechen. Das ausgestellte Rezept habe ich direkt an Medizintechnik Kaasen geschickt und kurze Zeit später habe ich mit dem ersten Workout begonnen.

Copyright Andreas-Joachim Lins

Zur Person:

Stephanie Budde-Thoms gibt Kurse in Tanzschulen & Fitnessstudios. Kontakt zu ihr kannst Du über ihre Website aufnehmen oder über Facebook.

Besuch auch Ihren Youtube-Channel  

Derzeit ist sie auch unterwegs zu treffen. Sie gibt Kurse bei:

Move & Style Academy in Hannover
Gesundheitswerkstatt in Hameln
Mark’s Tanzschule Bückeburg

Hast Du hilfreiche Tipps für unsere Leser:innen? Hinterlass uns einen Kommentar oder nimm Kontakt zu uns auf.

Bildnachweis:
Titelbild: Andreas-Joachim Lins

Spätes Mutterglück

Spätes Mutterglück

„Mit 66 Jahren, da fängt da Leben an…“
Gilt das bald auch für die Familienplanung?

Älter bei der ersten Geburt

Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, ihr Mutterglück nach hinten zu verschieben. Waren in den 70er Jahren westdeutsche Frauen bei der Geburt des ersten Kindes im Schnitt unter 25 Jahre alt, in der ehemaligen DDR sogar unter 22 Jahren, sind die Erstgebärenden jetzt deutlich älter. Heute beträgt das Durchschnittsalter in Deutschland 30,5 Jahre .

2018 hatten 42.800 Neugeborene eine Mutter, die 40 Jahre oder älter war. Damit hat sich die Zahl der späten Mütter (40+) seit 1990 fast vervierfacht!

Statistisch betrachtet …

Warum auch nicht? Unsere Lebenserwartung ist in den letzten 140 Jahren deutlich gestiegen. Im Deutschen Reich (1871-1881) betrug die Lebenserwartung bei der Geburt für einen Jungen 35,6 Jahre und für ein Mädchen 38,4 Jahre. Hatten diese Kinder das Alter von fünf Jahren erreicht, konnten die Jungs 49,4 Jahre und die Mädchen 51,0 Jahre alt werden. Das sechzigste Lebensjahr erreichten in dieser Zeit allerdings nur 31 % der Männer und 36 % der Frauen.

… steigt die Lebenserwartung

Als Frau kannst Du Dich an Deinem 60. Geburtstag auf weitere 25 Lebensjahre freuen, und als Mann sind es ab diesem Zeitpunkt noch 22 Jahre. Auch diese Zahlen sind in den letzten 140 Jahren deutlich gestiegen.

Copyright Pixabay – sathyatripodi

Genug Zeit für das Familienglück

Warum dann nicht die Familienplanung nach hinten schieben? Bekommst Du Dein Kind um den 40. Geburtstag, bleiben Dir selbst unter ungünstigsten Umständen im Schnitt noch fast 40 Jahre, um Deinen Nachwuchs sicher ins Leben zu begleiten.

Abnehmende Fruchtbarkeit

Dies ist eine Seite der Medaille. Leider weiß die Natur von den gestiegenen Lebenserwartungen recht wenig und behandelt uns noch wie im Kaiserreich: mit 51 Jahren war da Schluss und die Menopause setzte ein. 

Und so zeichnet die Statistik ein düsteres Bild von unserer abnehmenden Fruchtbarkeit. Mit 35 Jahren knickt die Kurve nach unten und endet bei knapp 5 % Schwangerschaftsrate pro Monat um das 44. Lebensjahr. Bist du 25 Jahre alt, liegen die Schwangerschaftsraten bei 25 % pro Monat. 

Mit 35 Jahren schon zu alt für Kinder?

Szenenwechsel. Kinderwunschtage in Köln 2018. Mein erster Besuch einer solchen Veranstaltung. Ich bin entsetzt. In fast jedem Vortrag bist Du mit 35+ und einem Kinderwunsch ein schwerer Fall. Ganz forsche Referenten fordern Dich sogar dazu auf, über eine Eizellspende nachzudenken. Ich sitze im Auditorium und traue mich nicht, dazu Stellung zu nehmen, so platt bin ich. Wer meine Geschichte kennt, weiß warum.

Die Kinderwunschtage finden in verschiedenen deutschen Städten statt. Mehrheitlich ausländische Kliniken bieten hier ihre Leistungen an. Unter anderem Therapien wie Eizellspenden, die in Deutschland verboten sind. Moralisch mag man dazu stehen, wie man will. Für viele Paare ist es eine Chance, sich zu informieren und vielleicht doch noch eine Lösung für ihren Kinderwunsch zu finden.

Vorbereitung und Begleitung

Auch mit 35+ ist die Erfüllung des Kinderwunsches noch möglich! Allerdings solltest Du ein paar Dinge beachten. Denn ja, die Uhr tickt. Mit 25 Jahren hast Du alle Zeit der Welt, wenn Du mal einen Zyklus „versemmelst“, der nächste kommt bestimmt. Je älter Du wirst, desto weniger Eisprünge stehen Dir noch zur Verfügung. Deshalb sind eine gute Vorbereitung und Begleitung die halbe Miete.

Copyright- Pixabay – Satya Tiwari

Gut vorbereitet zum Wunschkind

Eine gesunde, pflanzenbasierte Ernährung mit wenig Fleisch bietet eine gute Grundlage. Verwende gesunde Fette und Öle, dafür wenig künstliche Aromen und Konservierungsstoffe. Obst und Gemüse sollten frisch sein und kurze Transportwege haben. Das garantiert Dir ein Maximum an Vitaminen und Mineralstoffen. Und besser ist es, wenn Du dann noch selbst zum Kochlöffel greifst. Fastfood und Lieferservice sollten eher die Ausnahme auf dem Speisezettel sein.

Wichtige Vitamine und Mineralstoffe

Um Nahrungsergänzungsmittel kommst Du meiner Meinung nach nicht herum, denn der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen in den Lebensmitteln ist in letzten Jahren drastisch gesunken. Fast jede Frau leidet unter einem Mangel an Folsäure, Vitamin D3 und Omega 3 Fettsäuren. Lasse sicherheitshalber die Werte vor Deinem Kinderwunsch bestimmen. Denn diese Vitamine und Fette sind ganz wichtig für den Erfolg Deines Kinderwunsches und eine gesunde Schwangerschaft.

Dinge, die Du meiden solltest

Auf Genussgifte wie Alkohol, übermäßigen Kaffeegenuss oder Nikotin solltest Du weitestgehend verzichten. Aber auch Weichmacher und Konservierungsstoffe gehören auf die Liste der Dinge, die Du meiden solltest. Denn diese Stoffe können in Deinem Körper eine hormonartige Wirkung entfalten und so Dein Hormongleichgewicht durcheinanderbringen. Hier ist weniger mehr.

Untersuchungen zur Standortbestimmung

Ein weiterer Punkt ist die Diagnostik. Auch hier solltest Du nicht zu lange warten. Gerade, wenn Du über 35 Jahre alt bist, musst Du wissen, wieviel Zeit Dir für die Realisierung des Kinderwunsches bleibt. Wenn bei den Untersuchungen alles in Ordnung ist, kannst Du es immer noch langsam angehen lassen.

Weil das ein Punkt ist, der oft vernachlässigt wird, habe ich dazu einen Online-Kurs zusammengestellt. Hier erfährst Du, wie Du alle wichtigen Untersuchungen in nur einem Monat durchführen kannst.

Mehr Infos dazu findest du auf meiner Internetseite.

Copyright Pixabay – Blanka Šejdová

Spätes Mutterglück:  doch nicht so aussichtslos?

Es gibt drei echte Lichtblicke, die Mut machen, wenn es um spätes Mutterglück geht.

Zum einen gibt es eine Studie aus dem Jahr 2004 von David Dunson, der die Daten von 770 europäischen Frauen ausgewertet hat. Danach unterscheidet sich die Fruchtbarkeit von Frauen um 35 Jahre nur um 4 % von der von Frauen um das 25. Lebensjahr. Eine Studie von Anne Steiner, Universität von North Carolina, kommt zu dem Ergebnis, dass die Fruchtbarkeit erst mit 40 Jahren deutlich abnimmt. Vorausgesetzt, Du hast zweimal pro Woche ungeschützten Sex.

Und da ist noch die Studie der Boston School of Medicine. Die besagt, dass späte Mütter länger leben. Wenn das mal kein Ansporn ist…

Ich betreue viele Patientinnen, die über 40 noch schwanger geworden sind – ohne Probleme und Komplikationen in der Schwangerschaft. Auch ich selbst bin mit 48 Jahren unerwartet noch schwanger geworden. Gearbeitet habe ich bis zum letzten Tag ohne größere Zipperlein. Walk your talk…

Weltrekord…

Eine Inderin mit 72 Jahren ist übrigens die älteste Mutter. Das finde ich nicht nachahmenswert, aber es schon erstaunlich, was ein weiblicher Körper so leisten kann!

Lass Dich nicht aufhalten!

Also, wenn Du einen Kinderwunsch hast und schon älter bist, lass Dich nicht aufhalten. Und vor allen Dingen, lass es Dir nicht ausreden! Einen Versuch ist es wert. Sonst bereust Du es später vielleicht.

Brauchst Du dazu weitere Informationen, schau gerne auf meiner Webseite https://spaetes-mutterglueck.de oder in meinem YouTube Kanal nach!


Die Autorin: Dr. med. Heidi Gößlinghoff

Als Frauenärztin und Kinderwunschexpertin habe ich mich auf die Beratung und Betreuung von Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch spezialisiert. Neben den schulmedizinischen Maßnahmen arbeite ich gerne unterstützend mit Naturheilverfahren und Ernährungsmedizin.

Möchtest Du mehr über mich und meine Arbeit erfahren, schau einfach mal bei www.spaetes-mutterglueck.de vorbei.

Oder bei YouTube unter Dr. med. Heidi Gößlinghoff, hier gibt es jede Woche zwei Videos zum Thema Kinderwunsch.

Auf Instagram findest Du mich unter „babyglueck“.

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Profilbild: Dr. med. Heidi Gößlinghoff

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Titelbild: Pixabay – fancycrave1

Abnehmen ohne Diät

Abnehmen ohne Diät

Das Maßband ist das Maß aller Dinge

Alexander Nöpel (43) ist Vital- und Motivationscoach. Er begleitet u. a. übergewichtige Menschen, die fitter werden wollen, in ein leichteres Leben. Er hat in 2 Jahren 51 kg und 47 cm Bauchumfang verloren. Heute hält er Vorträge und Workshops zum Thema „Gesünder und fitter werden“.

Antrieb durch den eigenen Leidensweg

Als er die Nase vom Jojo-Effekt gestrichen voll hatte und 135 kg auf die Waage brachte, schlug Alexander Nöpel einen anderen Weg ein. Er beschäftigte sich intensiv mit medizinischen Studien und ging den körperlichen (Stoffwechsel-)Prozessen auf den Grund, um die bisher wirkenden Mechanismen aushebeln zu können.

Er hat geschafft, sein Gewicht erfolgreich und dauerhaft zu reduzieren und sagt: „Zum Abnehmen braucht man ein Maßband und keine Waage.“ Er spricht über das von ihm entwickelte Programm und klärt über den Teufelskreis der Wechselwirkung von Hormonen, wie z. B. Insulin, und Light-Produkten auf.

Hallo Alexander, herzlichen Dank für Deine Bereitschaft, unseren Leser:innen mehr über Dein Programm „Abnehmen ohne Diät“ zu erzählen. Wie ist es zu der Entwicklung des Programms gekommen?

Mein eigener Leidensweg begann, als ich (mit dem Ausscheiden aus dem Dienst bei der Bundeswehr) meine körperliche Aktivität rapide verringerte, mein Essverhalten jedoch konstant beibehielt. Während ich bis dahin gut trainierte und mit einem hohen Muskelanteil versehene 87 kg auf die Waage brachte, nahm mein Gewicht stetig zu und ich startete mit einer Diät, um die Pfunde wieder runterzubekommen. Trotz erster Erfolge begleitete mich der Jojo-Effekt von nun an dauerhaft. Ich nahm bei jedem Versuch 10 – 12 kg ab und nach einiger Zeit war mein Ausgangsgewicht plus einige Kilos on Top wieder da.

Ich habe mit weniger Essen nicht abgenommen, nicht mit LowCarb oder anderen Programmen, selbst meine wöchentlichen Sporteinheiten haben keine bleibende Wirkung gezeigt. Das ständige Auf- und Ab bescherte mir ein Reizdarmsyndrom und ich musste in 10 Jahren etliche Magen-Darm-Spiegelungen (ohne Befund) über mich ergehen lassen. Der Teufelskreis hatte mich im Griff und erst bei einem Endgewicht von 135 kg sowie einem Bauchumfang von 1,47 Metern konnte ich ihn durchbrechen.

2017 habe ich mich über ein halbes Jahr intensiv mit medizinischen Studien zu Stoffwechselprozessen und Ernährung auseinandergesetzt, um der Sache auf den Grund zu gehen. Meine damalige Frau ist Fachärztin für Onkologie, Innere Medizin sowie Naturheilkunde und konnte mir wichtige Fragen beantworten. Ich lernte den Profisportler und Sportwissenschaftler Daniel Schulte-Kump kennen, der sich ebenfalls intensiv mit Ernährung beschäftigt hat. Aus dem gesammelten Wissen entwickelte ich mein Programm. Ab Februar 2018 habe ich es für mich selbst umgesetzt. Seit dieser Zeit habe ich viele Menschen in ein leichteres Leben begleiten dürfen, was mich sehr glücklich macht.

Du klärst auf, sprichst über die Wirkung des Insulins und über die Insulinresistenz. Wie hängt das mit Deinem Programm zusammen?

Wer über die inneren, meist unbemerkt ablaufenden Prozesse im Körper informiert ist, dem fällt es leichter, aus alten Gewohnheiten und Verhaltensmustern auszusteigen. Indem ich meine Klienten aufkläre, öffnen sie sich für Möglichkeiten, die außerhalb üblicher Standardaussagen wie z. B. „Du musst weniger Fett essen!“, „Du musst mehr Sport treiben!“, „Lass den Süßkram doch einfach weg!“ liegen.

Zum Thema Insulin mache ich meinen Klienten bewusst, dass es ein Hormon ist, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird, sobald die Zunge „süß“ schmeckt. Insulin sammelt Zucker bzw. Kohlenhydrate ein und schleust diese in die Zellen, wo sie für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen genutzt werden.  

Insulin ist allerdings ein Masthormon, dass für die Einlagerung der zugeführten Nahrung (Kohlenhydrate und Fett) im Körper sorgt. Damit werden Nährstoffe in die Zellen gebracht: zum Teil zu den Organen, die Glucose (Zucker) zum Funktionieren benötigen. Der Rest wird als Fett in das Unterhautfettgewebe eingelagert, um von dort direkt bei Beanspruchung (z.B. sportlicher Aktivität) wieder abgerufen und verbrannt zu werden. Dafür wird der Speicher zwischen Haut und Muskulatur genutzt.

Durch die industrielle Verarbeitung unserer Nahrungsmittel, mit Zusätzen, zu viel Fett und Zucker in den Produkten, führen wir unserem Körper häufig eine Überdosis an Nährstoffen zu. Unsere Körperzellen werden unempfindlicher und es ist mehr Insulin notwendig, um den Transport zu ermöglichen.

Ich will es an einem Beispiel verdeutlichen. Süßstoff ist sehr beliebt und die Umsätze bei „Zero“-Softdrinks nehmen beständig zu. Beim Verzehr produziert die Bauchspeicheldrüse sofort Insulin, um den von der Zunge angekündigten Zucker in die Zellen zu transportieren. Das Insulin ist als Art Transportunternehmen im Blutkreislauf unterwegs, um den Zucker aufzunehmen und in die Zelle zu transportieren. Da statt Zucker nur Süßstoff in den Körper gekommen ist, gibt es keine Ladung, die aufgenommen werden kann – das Insulin bleibt weiterhin im Blutkreislauf.

Durch den ständigen Insulinüberschuss entsteht eine Insulinresistenz. Diese sorgt dafür, dass immer mehr Insulin im Kreislauf vorhanden ist. Dann zieht der Körper die „Notbremse“ und lagert die zugeführten Nährstoffe als viszerales Fett im Bauchraum ein – eine Schicht tiefer als vorgesehen, nämlich zwischen der Muskulatur und den Organen. Dort kommt es seiner Aufgabe als Masthormon trotzdem nach, sorgt für den Fettaufbau, der sich im Bauchumfang bemerkbar macht, und bildet damit die Basis für viele Krankheiten. Insulin ist für Fett wie Anabolika für die Muskeln: mit der falschen Ernährung mästet man sich selbst.

Für eine erste Einschätzung kann der BMI (Body-Mass-Index), genutzt werden. Ab einem BMI von 28 und höher steigt das Erkrankungsrisiko. Doch das Maßband ist mir als Indikator lieber. Gemessen auf Bauchnabelhöhe steigt das Gesundheitsrisiko bei Frauen ab einem Bauchumfang von 85 – 95 cm und bei Männern von 95 – 100 cm.

Du hast bereits vielen Menschen geholfen und hältst Vorträge in Zentren für Adipositas-Erkrankungen. Was macht Deine medizinisch fundierte Methode so umsetzungsstark?

Mit meinen Klienten arbeite ich im ersten Schritt daran, die entstandene Insulinresistenz in den Griff zu bekommen, um den Bauchumfang überhaupt reduzieren zu können. Das dauert ca. 4-5 Monate und während dieser Phase werden bereits sichtbare Ergebnisse erzielt. Auch einige Krankheitsbilder, wie z.B. die Insulinresistenz an den Eierstöcken gehen zurück.

Doch Insulin ist nur eins von drei Hormonen, die für das Zunehmen verantwortlich sind. Leptin sorgt im Regelfall für die Informationsweiterleitung, dass man satt ist. Ist zu viel Bauchfett vorhanden, entsteht im Gehirn für diese „Meldung“ ein blinder Fleck, der einen Leptinüberschuss zur Folge hat. Damit ist eine zweite Station der Gewichtszunahme im Körper vorhanden.

Das dritte Hormon ist Ghrelin, das u. a. für das Hungergefühl verantwortlich ist. Es wird im Magen-Darm-Trakt gebildet und entsteht, wenn nicht richtig gegessen wird. Damit meine ich vorrangig das schnelle Essen, das häufig mit dem Runterschlucken von großen Brocken (Schlingen), wenig Kauleistung, Hetze und viel Trinken einhergeht. Das Trinken zum Essen ist beispielsweise keine gute Idee, da auf diesem Weg die Magensäure verdünnt wird und die Nährstoffverwertung verlangsamt wird.

Ich bringe meinen Klienten bei, sich mit richtigen Lebensmitteln zu ernähren und überwiegend auf industriell gefertigte oder verarbeitete Produkte zu verzichten, denn eine gesteigerte Vitamin- und Mineralstoffzufuhr ist für das Abnehmen extrem wichtig. Sie sollen langsam essen und gut kauen, bei Fleisch gern 32 Mal. Es ist gut, größtenteils auf zuckerhaltige Lebensmittel zu verzichten. Wenn man Zucker verwendet, dann „echten“ Zucker und keine Süßstoffe. Eine salzarme Kost ist ebenfalls hilfreich.

Bei mir geht es nicht darum, Kalorien zu zählen, denn deren Aussagekraft ist unzureichend. Es geht um die Erkenntnis, welches die guten Lebensmittel sind. „Fisch ist gesund“ heißt es oft, gemeint sind die Omega3-Fettsäuren. Doch die Dosis macht das Gift, z. B. hat Wildlachs 1 gr. Fett , das sind 9 kcal und Zuchtlachs hat 15 gr. Fett, damit liegt er bei 135 kcal. Das sollte nicht außer Acht gelassen werden.

Jeder Mensch ist anders und nur das Verständnis von Wechselwirkungen bietet Erkenntnisse. Es geht nicht darum, sich die Freude am Essen zu nehmen, sondern eine neue und realistische Wahrnehmung zu bekommen.

Zusammenfassend kann ich sagen, ein Anfang mit einem leichten Einstieg, um die Veränderungen nachhaltig und angepasst an den Menschen und seine Lebensart umzusetzen ist nachhaltig und wichtig. Das sind meine Grundelemente, die mit einer individuellen Beratung einen langen Leidensweg beenden können. Ich dränge auch keinen in eine sportliche Betätigung. Jeder kann das machen, muss es aber nicht, denn die richtige Ernährung macht mit 2/3 den größeren Anteil des Abnehmens aus.

Alexander, wir haben von Dir tiefe Einblicke in unsere körperlichen Prozesse gewinnen können. Welche Tipps kannst Du unseren interessierten Leser:innen an die Hand geben?

  • Kaufe so natürliche Lebensmittel ein wie möglich und verarbeite sie selbst. Wurst ist z. B. kein natürliches Lebensmittel, Maggi-Tüten übrigens auch nicht. Lass möglichst alle industriell verarbeiteten Produkte weg, denn die darin enthaltenden Zusatzstoffe wirken sich negativ auf den Stoffwechsel aus.
  • Iss möglichst wenig Fleisch, wenn dann Hühnchen oder Fisch, selten Rind.
  • Vermeide alle Light- oder Leichtprodukte. Damit verhinderst Du einen ungewollten Insulin-Überschuss im Körper.
  • Nimm Dir Zeit für dein Essen und kaue die Nahrung gründlich. Du wirst schnell merken, welche positiven Auswirkungen das auf Deinen Körper hat.
  • Triff eine Entscheidung, wenn Du abnehmen möchtest. Viele Menschen haben Angst vor dem Scheitern und fangen aus diesem Grund erst gar nicht an.

Als Schlusswort möchte ich noch eine Antwort zu einer Frage geben, die mir immer wieder gestellt wird. „Kann ich danach wieder „normal“ (also wie vorher) essen?“ Meine Gegenfrage lautet: „Wenn du dein Übergewicht durch „normales“ Essen und Trinken aufgebaut hast, könnte es sein, dass „normal“ dann einfach falsch ist?“


Mehr zu diesem Thema kannst Du in den kostenlosen Vorträgen von Alexander Nöpel erfahren. Alexander verzichtet bewusst auf eine Website oder Social-Media-Kanäle, da er konsequent den Menschen im Fokus hat und die Anonymität des Internets nicht unterstützen möchte.

Möchtest Du die Termine zu seinen Vorträgen und Workshops erfahren oder hast Du Fragen an ihn? Dann kannst Du das zum einen über eine Nachricht per WhatsApp an die Handy-Nummer +49 151 540 33 764 schicken oder ihm eine E-Mail schreiben.

Du kannst auch gern hier einen Kommentar hinterlassen, wir leiten die Information an ihn weiter.



Alle Bildrechte: Alexander Nöpel

Narben, Spuren unseres Lebens

Narben, Spuren unseres Lebens

Unser Leben hinterlässt Spuren, nicht nur an unserem Äußeren. Auch im Inneren finden wir Spuren in Form von Erfahrungen, Meinungen und Reife. Ständig erweitern wir unser Wissen und entdecken neue Horizonte. Wir erfüllen uns Träume und stellen uns Herausforderungen. Wir fallen hin, stehen wieder auf. Schicksalsschläge werfen uns zurück, wir rappeln uns auf, gehen weiter. Erkenntnisse – positive wie negative – begleiten unser Leben und einige sind als Narbe an unserem Körper sichtbar.

Narben – ein Makel?

Narben werden häufig als Makel einer reinen Haut gesehen. Für mich sind sie Zeichen eines aktiven Lebens. Jede erkennbare Hautveränderung birgt eine Erinnerung: eine Phase des Lebens, ein bestimmtes Jahr, eine spannende Zeit oder ein bemerkenswertes Ereignis. Ob es der Sturz mit dem Fahrrad war, ein Sportunfall, ein Ausrutscher bei Glätte oder eine Operation, wir erinnern uns an diese Zeit und an die Gefühle, die damit einhergingen.

Im Laufe unseres Lebens sammeln wir hunderte kleiner und großer Narben, auch solche, die keinen bleibenden Eindruck hinterlassen: ein immer wieder aufgekratzter Mückenstich, das Abrutschen mit dem Messer bei Apfel schälen oder ein kleiner Schnitt beim Aufsammeln von Scherben.

Narben machen unverwechselbar

Ich erinnere mich an die Beantragung meines ersten Personalausweises. Der Beamte fragte mich: „Haben Sie besondere Kennzeichen?“ Ich durchforstete meinen Kopf, um etwas zu finden, was mich unverwechselbar macht. Dann hatte ich es: „Hier, eine kleine Narbe, neben meinem linken Nasenflügel.“ Der Beamte schaute prüfend in mein Gesicht, machte einen Strich auf den Antrag und sagte „Keine!“

Ein bisschen beleidigt war ich schon, stand diese Narbe doch für einen dramatischen Tag meiner Kindergartenzeit. Ich war auf dem Spielplatz etwas unachtsam und bekam die Schaukel an den Kopf. Als der Schreck langsam schwand und die Blutung (die ich zum Glück nicht sehen konnte) nachließ, bemerkte ich, dass mein Wackelzahn, der mich seit drei Tagen beschäftigte, verschwunden war. Gefühlt habe ich den kompletten Sand unter der Schaukel erfolglos durchgesiebt, um ihn zu finden – und der Beamte sagt „Keine“!

1000 Narben

Nach und nach verblassen die Narben, bis sie nach einigen Jahren nur noch ein dünner weißer Strich sind. Auch unsere Erinnerungen verblassen, rücken in den Hintergrund, um neuen Dingen Platz zu machen. Doch sobald wir unsere Narben anschauen, lebt die Erinnerung in voller Farbe und Emotion wieder auf.

Die Lyrics vom Song „1000 Narben“ der Band „Eisbrecher“ machte mir das vor einigen Jahren nochmal deutlich. Im Refrain des Songs heißt es

„1000 Narben auf meiner Haut
Ich habe keine einzige bereut
Und wir zählen die Wunden
Es hört nie auf
Jede ist ein Teil von uns
Jede Narbe zeichnet uns aus“

Vom Eisbrecher-Song ‚1000 Narben

Ich teile diese Meinung, dass Narben eine Art Abzeichen sind, die belegen, dass wir unser Leben aktiv bewältigen und aus Erfahrungen lernen.

Wir können mit den negativen Erinnerungen in Frieden leben oder wir können damit hadern. Doch ganz ehrlich: Wie sinnvoll ist das?

Die Narbe wird uns immer wieder an die „negative“ Situation erinnern. Dann bin ich lieber stolz darauf, meine Lernerfahrung gemacht zu haben, wie am Ende des letzten Refrains gesungen wird

„Jede ist ein Meisterwerk,
Jede Narbe zeichnet uns aus.“

Weiterer Auszug aus ‚1000 Narben‘ von Eisbrecher

Schau Dir das Video zu Eisbrechers ‚1000 Narben‘ auf YouTube.
Schreibe uns, wie Du Deine Narben siehst, wie Du damit umgehst und welche Erinnerungen Dich begleiten.