Es sieht von außen betrachtet ganz alltäglich aus: Die Organisation einer Familie als Alleinerziehende:r . Doch dieser Eindruck täuscht über die Realität hinweg. Anders als Eltern in einer Paarbeziehung tragen sie die alleinige Verantwortung für die (minderjährigen) Kinder. Teilweise ohne Unterstützung durch Großeltern oder Geschwister, wuppen sie das tägliche Leben zwischen Erziehung, Haushalt und Erwerbstätigkeit, die oft schlecht- oder unterbezahlt ist. Finanzielle Sorgen schweben wie dunkle Wolken über dem ständigen Funktionieren müssen. Es ist kaum Zeit für eigene Bedürfnisse. Das Wohl der Kinder steht immer an erster Stelle.
„Ich schlafe im Wohnzimmer, damit meine drei Kinder ein eigenes Zimmer haben.“
„Wenn Du glaubst du kannst nicht mehr, dann darfst Du dich nicht hinsetzen und musst Dir eine neue Aufgabe suchen.“
„Man kann versuchen, die Rolle (der Mutter) mit zu übernehmen und ich habe auch gelernt aufzupassen, dass die Große (Tochter) nicht die Mutterrolle für die Kleine (Tochter) übernimmt.“
Drei Dokumentationen über den Alltag von Alleinerziehenden
Wir haben drei Dokumentationen aus vielen Sendungen herausgegriffen, die das Spannungsfeld von alleinerziehenden Elternteilen bodenständig, real und nachvollziehbar darlegen, ohne eine künstliche Dramatik.
Die zu Wort kommenden Alleinerziehenden stehen parat, müssen stets funktionieren und managen den Familienalltag. Zeit für sich können sich die wenigsten nehmen. Eher wird die Wochenarbeitszeit im Teilzeitjob aufgestockt oder ein Minijob noch dazu genommen, damit sich die finanzielle Lage verbessert.
Es tauchen Fragen auf, die sich Paare nicht stellen müssen. Was tun, wenn ein Kind mit dem Notarzt ins Krankenhaus muss und das zweite Kind nicht mitgenommen werden kann? Wie entscheidet sich (in diesem Fall) die Mutter? Warum werden die politischen Weichen nicht so gestellt, dass in solchen Fällen schnelle Unterstützung erfolgen kann? Was kann man ausrichten, wenn man als taubstummes Elternteil den Kindergarten erreichen muss, es aber nur eine Telefonnummer gibt?
In den Sendungen wird deutlich, dass fehlende Zugänge zu Hilfsangeboten, unüberwindbare Barrieren sind. Es geht um Menschen, die Unterstützung benötigen und die oft dafür kämpfen müssen, um zu bekommen, was ihnen zusteht. Zahlt ein Elternteil keinen Unterhalt, müssen für jedes Kind separate Formulare ausgefüllt und ein Rechtsbeistand beantragt werden, damit dieser das Geld einfordern kann. Die Bürokratie macht es nur noch schwerer.
Einige Fakten:
Im Jahr 2024 waren laut des Statistischen Bundesamtes rund 2,3 Millionen Mütter und etwa 496.000 Väter in Deutschland alleinerziehend (Quelle: Statista, abgerufen am 16.10.2025). Mehr als jeder dritte Haushalt von Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern ist auf staatliche Hilfe angewiesen.
Über 40% der Alleinerziehenden fühlen sich finanziell unter Druck.
Lt. Bertelsmann Stiftung sind 43% der Alleinerziehenden arm.
Rund 15% der alleinerziehenden Mütter haben Depressionen, bei Müttern in Partnerschaften sind es nur 6%. (RKI)
Alleinerziehende sind doppelt so oft unzufrieden mit ihrem Leben, wie Eltern in einer Partnerschaft.
Fazit
Was von außen betrachtet normal zu sein scheint, ist ein riesiger Kraftakt für die Elternteile, die sich ohne Partner:in um die Kinder kümmern. Die jederzeit mit dem Schlimmsten rechnen und hoffen, dass alles gut geht. Das ist eine starke mentale und körperliche Belastung, die große Achtung, viel Beachtung und schnellstmöglich andere Rahmenbedingungen braucht!
Weitere interessante Links:
Die Entfremdung verfremden – Ein Artikel auf „nd Journalismus von links“ über die Retrospektive des Werks von Margaret Raspé, einer Pionierin der Videokunst, die bereits in den 70er-Jahren eine Alleinerziehende war.
In der WDR Sendung Quarks „Aua! Die Wissenschaft vom Schmerz“ wird das Thema Schmerz genauer unter die Lupe genommen. Zum einen sind Schmerzen ein Warnsignal des Körpers, zum anderen behindern sie uns im Alltag. Sie schränken unsere Bewegungsfreiheit ein, verursachen einen dichten „Nebel“ im Kopf oder treiben Menschen in die Isolation. Wie ist der aktuelle Stand der Medizin und welche anderen Möglichkeiten stehen heute zur Verfügung, mit (dauerhaften) Schmerzen umzugehen?
Die kurzweilige Sendung ermöglich einen guten Einblick in den aktuellen Stand von Medizin und Forschung – von der Entstehung der Schmerzen, über die Wirkung von Schmerzmitteln und Placebos bis zu neuen Therapiemöglichkeiten bei chronischen Schmerzen.
Im Beitrag werden u. a. diese Fragen beantwortet:
Wie entsteht Schmerz?
Was ist der Unterschied zu chronischen Schmerzen?
Was passiert bei Akkupunktur?
Wie wirksam ist Hypnose zur Schmerzlinderung bei Endometriose?
Wie kann VR (Virtuelle Realität) bei der Schmerzreduktion unterstützen?
Wie wirkungsvoll ist die geistige Forderung, die Konzentration auf andere Themen (also quasi eine Ablenkung), hinsichtlich des Schmerzempfindens?
Wie gut funktionieren Placebos bei echten Schmerzen?
Mach Dich schlau und erfahre in knackigen 45 Minuten viel Wissenswertes rund um das Thema Schmerz.
Hebammen haben eine wichtige Aufgabe in der Geburtshilfe und der Betreuung werdender Mütter. Für werdende Mütter wird es immer schwieriger, eine Hebamme zu finden, die sie durch ihre Schwangerschaft begleitet. Dabei ist der Hebammenmangel längst kein neues Thema mehr. In ländlichen Regionen gibt es oft nur wenige Hebammen, die eine große Anzahl an Frauen versorgen müssen. Die freiberuflichen Hebammen haben mit schwierigen Arbeitsbedingungen zu kämpfen, darunter hohe Versicherungskosten, unzureichende Honorare und unregelmäßige Arbeitszeiten.
Gerade die Geburtshilfe ist für viele Hebammen nicht mehr tragbar, weil die Kosten für die Berufshaftpflichtversicherung immens hoch sind. Das führt dazu, dass immer weniger Hebammen Geburtshilfe anbieten und den Fokus auf die Vor- und Nachsorge legen. In vielen ländlichen Regionen gibt es mittlerweile kaum noch Hebammen, sodass Hebammen und Schwangere weite Strecken fahren müssen, um eine entsprechende Betreuung rund um die Geburt zu geben und zu erhalten. Auch die Arbeit in abgelegenen Regionen ist häufig mit großen Herausforderungen verbunden. Während die Hebammen in den Städten meist in Kliniken oder Geburtshäusern arbeiten, müssen sie auf dem Land oft lange Wegstrecken zurücklegen, um Frauen in der Schwangerschaft, unter der Geburt oder im Wochenbett zu betreuen. Das bedeutet nicht nur eine hohe zeitliche Belastung, sondern auch eine große logistische Herausforderung.
Daniela Becherer – Hebamme mit Herz und Haltung im Schwarzwald
In der SWR-Dokumentation „Friederike klopft an: Daniela – die Hebamme auf dem Land“ gibt Daniela Einblicke in ihren Alltag. Sie spricht über die Herausforderungen, die mit ihrer Arbeit verbunden sind, und darüber, wie sie versucht, sich selbst dabei nicht zu verlieren. Die Dokumentation zeigt, mit wie viel Herzblut sie sich für die bestmögliche Versorgung schwangerer Frauen auf dem Land einsetzt.
Wer Daniela Becherer kennenlernt, merkt schnell: Diese Frau ist ganz in ihrem Element. Seit über 20 Jahren begleitet sie Frauen rund um Geburt, Schwangerschaft und Stillzeit – mit viel Engagement, medizinischem Wissen und menschlicher Wärme. Doch Daniela ist nicht nur Hebamme, sondern auch Mutter von zwei Töchtern. Sie weiß also genau, was diese Zeit für die Frauen bedeutet.
Familie als Rückhalt – und Herausforderung
Danielas Lebensmittelpunkt ist ihre Familie. Mit ihrem Mann und den zwei Kindern lebt sie in einem kleinen Ort im Schwarzwald. Ganz in der Nähe, in St. Georgen, hat sie gemeinsam mit einer Gynäkologin und einer Hebammen-Kollegin Praxisräume gemietet. Ihre Kinder sind inzwischen im Schulalter, was den Familienalltag abwechslungsreich – und manchmal auch chaotisch – gestaltet. Die morgendlichen Abläufe gleichen einem kleinen Orchester: Brotdosen packen, Turnbeutel kontrollieren, Kinder motivieren, anziehen, verabschieden. Und dann: ab ins Auto, oft direkt zum ersten Hausbesuch. Doch das System Becherer funktioniert. Klare Absprachen, feste Rituale und die Bereitschaft aller, mitanzupacken, helfen dabei, dass sich niemand verliert. Daniela und ihr Mann teilen sich die Care-Arbeit so auf, dass Freiräume entstehen – auch wenn spontane Notfälle manchmal alles über den Haufen werfen. „Flexibilität ist bei uns kein Schlagwort – sondern gelebte Realität“, sagt Daniela mit einem Schmunzeln.
Berufung mit System
In ihrer Hebammenpraxis bietet Daniela viele Leistungen an: Von der Schwangerenvorsorge über Geburtsvorbereitung bis zur Wochenbettbetreuung, Rückbildung und Stillberatung. Die Kurse finden entweder vor Ort oder – je nach Bedarf – auch online statt. Neben ihrem fachlichen Wissen hat sie eine zusätzliche Qualifikation als Krankenschwester, was ihr ermöglicht, über die Geburtsvorbereitung und -nachsorge hinaus, Müttern weitere Angebote zu machen
Auch die Naturheilkundliche Begleitung ist ihr wichtig. Akupunktur gehört für Daniela zur Vorbereitung der Mütter auf die Geburt dazu – nicht nur zur Linderung von Beschwerden, sondern auch zur mentalen Stärkung. Ihre Philosophie: Frauen in ihrer Selbstwirksamkeit zu unterstützen, deren Vertrauen in den eigenen Körper aufzubauen und Geburt nicht nur als medizinischen Vorgang, sondern als Lebensereignis zu begreifen.
Logistik trifft Herzarbeit
Der Alltag als Landhebamme bedeutet: viele Kilometer auf der Straße. Ihre Patientinnen wohnen weit verstreut in der ländlichen Region um Triberg, Schönwald und St. Georgen. Manchmal sind es täglich über 100 Kilometer, die sie zwischen Kursen, Hausbesuchen und Notfällen zurücklegt. In der Doku „Friederike klopft an“ schildert Daniela, wie ihre Arbeit sie manchmal bis an die Grenze der Erschöpfung bringt – weil sie nicht nur ihren Beruf liebt, sondern auch spürt, wie dringend sie gebraucht wird. Die Gesundheitsversorgung auf dem Land ist lückenhaft, Hebammen sind rar. Daniela steht oft unter Druck – emotional wie organisatorisch. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen. Um nicht auszubrennen, hat sich die Familie kleine, aber wirkungsvolle Routinen geschaffen: Gemeinsame Abendessen, Waldspaziergänge am Wochenende, Zeitfenster ohne Handy oder Dienstbereitschaft. Daniela nennt das „Anker im Alltag“. Und wenn ihr alles zu viel wird, geht sie zu ihren Bienen. Hier findet sie die Ruhe, die sie braucht, um ihre Akkus wieder aufzuladen.
Politisches Engagement als Teil der Lösung
Über ihre Arbeit hinaus engagiert sich Daniela für bessere Rahmenbedingungen in der Geburtshilfe. Sie war mehrere Jahre im Vorstand des Landesverbandes der Hebammen Baden-Württemberg tätig. Ihr Ziel: die Arbeitsbedingungen für Hebammen zu verbessern und die Versorgungslage auf dem Land weiter auszubauen.
Stimmen der betreuten Familien: Nähe, die bleibt
Wer mit Daniela gearbeitet hat, bleibt oft lange mit ihr verbunden. Die Rückmeldungen der Eltern sind voller Dankbarkeit – für ihre ruhige, stärkende Art, für die offenen Gespräche, die praktischen Tipps und den Humor, wenn’s mal schwierig wurde. Und nicht selten hört Daniela beim Hausbesuch ein fröhliches Kinderlachen: „Mama, die Hebamme ist wieder da!“
Zwischen Kraftakt und Herzenssache
Daniela Becherer ist eine Frau, die mit ihrer Arbeit einen echten Unterschied macht. Als Mutter, Partnerin, Hebamme und Netzwerkerin lebt sie ein Modell, das zeigt: Mit Organisation, Teamgeist – und ganz viel Herz – lässt sich auch ein scheinbar unmöglicher Alltag meistern. Ihre Geschichte ist eine, die Mut macht. Sie zeigt, wie wertvoll Hebammenarbeit ist – für jede einzelne Familie und für unsere Gesellschaft.
Bei ungefähr jeder vierten Frau in Deutschland treten unangenehme Erfahrungen mit Inkontinenz auf. Dabei betrifft ungewollter Harnverlust nicht nur Frauen ab 55 Jahren, sondern kann ebenso bei Frauen nach einer Schwangerschaft auftreten – also im Alter zwischen 20 bis 45 Jahren. Sportlerinnen und besonders Leistungssportlerinnen aller Altersklassen können ebenfalls betroffen sein. (Mehr dazu findest Du in unserem Beitrag: Inkontinenz trifft auch junge Sportlerinnen).
Der Beckenboden ist ein starker kleiner Muskelapparat, der wie eine Hängematte zwischen Steißbein und Schambein sitzt. Ist dieser Muskelapparat gesund und fest, ist Dein Körper optimal auf Schwangerschaft, Entbindung und Älterwerden vorbereitet. Im Laufe der Zeit, nach einer Entbindung oder bei anstrengendem Sport, lässt die Flexibilität des Muskels nach. Das Ergebnis der Muskelschwäche ist meistens Inkontinenz.
Auf dem deutschen Markt werden viele Inkontinenz-Produkte angeboten. Die Palette reicht von aufsaugenden Damenbinden und Harnverlustprodukten bis hin zu physiotherapeutischen Anwendungen. Diese Mittel „vertuschen“ nur die Auswirkungen einer Inkontinenz, können den Beckenboden aber nicht stärken. Außerdem ist es schwierig, einen Muskel zu trainieren, den man nicht sieht – und hier kommt ein Beckenbodentrainer ins Spiel!
Speziell in Deutschland ist es möglich, Beckenbodentrainer für eine nachhaltige Verbesserung der Beckenbodenmuskulatur per Rezept zu erhalten. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Beckenbodentrainer Elvie (Chiaro Technology Ltd) und den Emy (Fizimed SAS), die beide über eine Hilfsmittel-Nummer verfügen. Bis auf die Rezeptgebühr werden die Kosten von den meisten Krankenkassen übernommen. (Solltest Du ein Privatrezept haben, kannst Du die Kostenübernahme im Vorfeld klären.)
Elvie Trainer: Hilfsmittel-Nr. 15.25.19.2026
Emy: Hilfsmittel-Nr. 15.25.19.2027
Der Vergleich
Wir haben die beiden Beckenbodentrainer genauer unter die Lupe genommen, ihre Anwendung und Funktionen getestet und sie miteinander verglichen.
Beide bieten Dir eine effektive Lösung bei einer Beckenbodenschwäche und Harninkontinenz.
Beide Beckenbodentrainer arbeiten in Verbindung mit Apps, bieten Dir unterschiedliche Trainingspläne, die Deine spezifischen Bedürfnisse berücksichtigen und Dir die Fortschritte anzeigen.
Der große Vorteil: Du bist auf keinen Termin festgelegt, sondern kannst das Training ganz individuell in Deinen Alltag einbauen.
Freunde – sie begleiten uns ein Leben lang oder manchmal auch „nur“ ein paar Jahre. Wir teilen bereitwillig Freude und Leid und vertrauen ihnen unsere intimsten Geheimnisse an. Sie sind da, wenn wir sie brauchen, und sie verraten uns nie.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man Freundschaften pflegen muss, sonst gehen sie ein wie eine Pflanze, die nicht gegossen wird. Andererseits habe ich aus Studienzeiten sieben sehr gute Freunde, die ich nur selten sehe. Kennengelernt haben wir uns am Anfang unseres Studiums in Dortmund und sind gemeinsam durch alle Semester gegangen. Sogar eine WG hat es gegeben. Mit dem Abschluss haben wir uns in ganz Deutschland zerstreut, wir haben Arbeit gefunden, Familien gegründet und unser Leben gelebt. Bis heute schreiben wir uns Nachrichten und telefonieren gelegentlich. Aber einmal im Jahr treffen wir uns und sofort ist die Vertrautheit wieder da. Wir quatschen über alles, was uns (heute) wichtig ist und nicht nur über „weißt du noch damals“. Unsere Freundschaft hat unser Erwachsenwerden, das Familie gründen und Trennungen überlebt. Wir teilen nicht mehr alle Geheimnisse – nur noch die wichtigsten und sind trotzdem immer noch eng verbunden.
Ich hatte auch das Glück, im Alter von 56 Jahren noch eine tolle Freundin zu finden, die sogar in meiner Nähe wohnt. Bettina und ich waren vor einigen Jahren nach einer Operation in derselben REHA-Klinik. Wir haben uns gesehen, ein bisschen unterhalten und uns sofort wie Schwestern gefühlt. Seitdem verbringen wir viel Zeit zusammen und genießen unsere „Schwestern-Auszeit“. Mal im Wellnesshotel, mal in der Sauna oder wir quatschen einfach stundenlang am Telefon oder bei einem Glas Sekt – BFF halt – best friends forever. Es fühlt sich an, als ob wir uns schon seit unserer Kindheit kennen würden.
Warum tun uns Freundinnen so gut?
Gute Freunde, die uns ein Leben lang geleiten – das wünschen wir uns. Freundschaften vermitteln uns das Gefühl, sozial eingebunden zu sein. Sie geben uns Halt, Energie und Wärme. Sie sind wichtig für bzw. gegen unseren Stresslevel, denn je enger und intensiver wir Freundschaften empfinden, desto entspannter gehen wir mit Stress um. Studien zeigen, dass uns Freunde bzw. Freundschaften tatsächlich gesünder machen.
Soziale Beziehungen sind so wichtig für unsere Gesundheit, dass es sich negativ auswirkt, wenn wir keine Freunde haben. Das geht so weit, dass Forschende Einsamkeit für schädlicher halten als keinen Sport zu betreiben.
Freundschaften nehmen wir als positive Zuwendung oder soziale Unterstützung wahr. Wenn wir Hilfe brauchen, bekommen wir sie selbstverständlich von unseren Freunden und das vermindert unseren Stress. Unser Körper schüttet weniger Stresshormone aus, wir schlafen besser und unser Immunsystem ist stabiler.
Freundschaften geben uns ein Gefühl der Sicherheit und das sorgt für einen entspannten Gesamtzustand!
Wie halten Freundschaften über Jahre bzw. Jahrzehnte?
Schon im Kindesalter miteinander spielen, nah beieinander wohnen, viele gemeinsame Erlebnisse – positive wie negative, buchstäblich durch dick und dünn gehen und etwas haben, was uns verbindet. Das sind gute Voraussetzungen für eine lebenslange Freundschaft. Wir Menschen brauchen diese sozialen Beziehungen, denn verschiedene Studien beweisen, dass wir so länger leben. Je mehr wir unsere Freunde und Freundschaften wertschätzen, desto gesünder, physisch fit und mental stark, schätzen wir uns selbst ein.
Am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit forscht man seit vielen Jahren am Ursache-Wirkung-Zusammenhang für diese Erkenntnisse. Die Terra X Plore Redakteurin Jasmina Neudecker wagt mit ihrer besten Freundin Laura Spindler das Experiment, mit dem die Forschenden des Institutes in ihrer Studie arbeiten. Jasmina und Laura schreiben jede für sich 4 Komplimente auf, die sie der Freundin später geben. Danach legen sich beide Frauen in ein MRT. Dort sind sie per Video miteinander verbunden und können sich sehen. Die Wissenschaftler spielen jetzt nacheinander die Komplimente ein, die die Freundinnen vorher aufgeschrieben haben. Das MRT ermittelt währenddessen, was sich in den Gehirnen der beiden abspielt.
Das Ergebnis
Ganz besonders werden die Regionen im Gehirn aktiviert, die mit Emotionen zu tun haben. Sehr aktiv ist auch das Belohnungssystem der Gehirne – es schüttet fleißig das Glückshormon Dopamin aus. Die Forschenden haben bei anderen Probanden herausgefunden, dass die Ausschüttung des Hormons sogar schon einsetzt, während diese die Komplimente aufschreiben. Unser Gehirn freut sich also schon darüber, dass wir unserer Freundin etwas Schönes sagen oder geben wollen, bevor wir es getan haben.
Also: Über häufige Komplimente freuen sich Senderin und Empfängerin!
Ein wichtiger Faktor ist u. a. die Konstanz in den Lebensumständen, die zu langen Freundschaften beiträgt. Lebensumbrüche wie häufige Umzüge und Jobwechsel oder Trennungen in der Partnerschaft sorgen dafür, dass Freundschaften einschlafen oder auseinander gehen. Aus den Wechseln im Leben ergibt sich so etwas wie ein „Schichtkuchen“ – eine Schicht Jugendfreunde, je eine mit Studienfreunden, Partnerschaft, Ehe, Arbeit, Trennung und so weiter. Jede Änderung ist eine Schicht – am Ende ist unsere Biografie eine Ansammlung der verschiedenen Schichten. Besteht unser Leben aus wenigen Schichten, ist es wahrscheinlicher, dass wir auch lange Freundschaften pflegen können. Bei „vielschichtigen“ Leben werden es tendenziell eher wenige dauerhafte Freundschaften sein.
Was macht eine enge Freundschaft aus?
Die wechselseitig empfundene hohe Qualität einer Freundschaft ist uns wichtig. Die gemeinsam verbrachte Zeit, das gemeinsame Erleben, eine gemeinsame Vergangenheit sind wichtige Faktoren und Indizien für eine enge Freundschaft. Die Anzahl der Freunde ist unwichtig, es geht um die Intensität der Beziehung. Es gibt eben nichts, was Freunde nicht für den oder die andere tun würden.
Das Alter bringt häufig noch einmal eine Veränderung der Freundschaften. Ältere Menschen wünschen sich eher einen kleinen Freundeskreis. Jede Freundschaft ist dabei aber intensiver und bedeutsamer. Der Wunsch und die Möglichkeiten, neue Freunde zu finden, werden weniger. Wichtiger ist, sich auf die vorhandenen Freunde zu konzentrieren und positive Kontakte mit wenig Konfliktpotential zu pflegen. Mit zunehmendem Alter verlieren wir unsere Freunde auch auf „natürliche“ Weise, was sicherlich die schwierigste Art ist, den Freundeskreis zu verkleinern.
Fazit
Mich hat die Dokumentation des ZDF „Diese Freundschaften halten dich gesund“ aus der Reihe Terra Xplore inspiriert, über die Freunde und Freundschaften, die ich habe, nachzudenken. Daraus ist dieser Beitrag entstanden.
Mir ist bewusst geworden, dass ich nur wenige enge Freundinnen habe. Meinen besten Freund habe ich vor einigen Jahren verloren – er ist einfach eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht. Noch heute fehlt er mir jeden Tag. In Zukunft werde ich mich noch mehr um die Freundinnen, die mir geblieben sind, kümmern.
Ich kann mir nur wünschen, dass Du so eine intensive Freundschaft, wie ich sie mit Bettina habe, erleben darfst.
Wenn Du magst, erzähle uns gerne von Deinen Freundinnen und Freundschaften. Hast Du eine enge Freundin, mit der Du das letzte Hemd teilen würdest?
Deine
Iris Hüttemann
Terra Xplore „Diese Freundschaften halten dich gesund“ Die Biologin Jasmina Neudecker will wissen, warum Freundschaften zu einem langen, glücklichen Leben beitragen (Video verfügbar bis 18.03.2034)