Digitale Trends auf der #DiWoDo20

Digitale Trends auf der #DiWoDo20

Du wohnst weit weg von Dortmund und möchtest das Event trotzdem nicht verpassen? Das ist in diesem Jahr möglich. In den letzten drei Jahren wurde die Digitale Woche Dortmund analog durchgeführt, doch Corona stellt die Weichen neu. Statt lokaler Begrenzung sind die Türen dieses Mal weit offen: Dank Streaming ist die Teilnahme an allen Events möglich – und davon gibt es viele. Knapp 200 Veranstaltungen sind es im vierten Jahr dieser Veranstaltungsreihe, die von der Wirtschaftsförderung Dortmund initiiert wird.

Themenvielfalt in der Digitalisierung

Erweitere Dein Wissen durch die Teilnahme an den Workshops oder vernetze Dich aktiv. Alles ist in der Woche vom 02. – 06.11.2020 möglich. Die Themen sind vielfältig:

  • Arbeitswelt der Zukunft
  • Bildung
  • Digitale Infrastruktur
  • Geschäftsprozesse
  • Software-Entwicklung
  • Strategie und Beratung
  • Vernetzung

Egal ob Du Dich interaktiv einbringst oder Dich zum aktuellen Entwicklungsstand informieren willst, leichter kannst Du am Wissenstransfer aus einem der führenden Digitalstandorte nicht teilnehmen.

Kurzer Blick auf die Geschichte

Im Jahr 2017 startete die #DiWoDo17 mit 50 Veranstaltungen und knapp 3.000 Fachbesucher:innen. Im Jahr darauf nahmen 4.500 Besucher:innen an über 80 Events teil. Die #DiWoDo19 toppte das Ergebnis mit über 100 Veranstaltungen und 6.500 Besucher:innen. Die steigenden Zahlen sprechen klare Worte, die Digitalisierung ist in unserem Alltag angekommen und gut sichtbar. Das hybride Format der #DiwoDo20 bietet neue Möglichkeiten über bisherige Grenzen hinaus und alle sind gespannt, welche positiven Begegnungen sich daraus ergeben werden.

Neue Horizonte: vom 02. bis zum 06.11.2020

Die #DiWoDo20 beginnt am Montag, 02.11.2020 mit der Auftaktveranstaltung von 10:00 – 17:00 Uhr. Lass Dich in dieser Woche von der dynamischen Mischung aus Ausstellung, interessanten Keynotes namhafter Speaker, Best Practice Beispielen und abwechslungsreichen Workshops inspirieren, von Menschen, die wissen was sie tun – und wie sie es tun.

Bis zur Offiziellen Abschlussveranstaltung am Freitag, 06.11.2020 um 18:00 Uhr kannst Du auf über 180 Events gespannt sein. Auf dieser Seite findest Du die Übersicht.

Einzelne Anmeldung erforderlich

Anders als bei einem Kongress besteht die #DiWoDo20 aus vielen individuellen Events rund um den Themenschwerpunkt „Digitalisierung“. Egal ob es um die Entwicklung, Gesundheit oder die praktische Umsetzung geht, eine Anmeldung ist für jedes einzelne Event erforderlich. Teilweise werden – unter Wahrung der Hygienevorschriften – auch Präsenzveranstaltungen stattfinden. Hast Du Fragen zur Veranstaltung, wende Dich direkt an den individuellen Anbieter. Damit steigt Deine Chance auf eine schnelle Rückantwort.

Wir sind gespannt, bei welchen Themen der #DiWoDo20 Deine Neugier geweckt ist und freuen uns auf einen Kommentar von Dir!

Titelbild: Copyright #DiWoDo20

Narben, Spuren unseres Lebens

Narben, Spuren unseres Lebens

Unser Leben hinterlässt Spuren, nicht nur an unserem Äußeren. Auch im Inneren finden wir Spuren in Form von Erfahrungen, Meinungen und Reife. Ständig erweitern wir unser Wissen und entdecken neue Horizonte. Wir erfüllen uns Träume und stellen uns Herausforderungen. Wir fallen hin, stehen wieder auf. Schicksalsschläge werfen uns zurück, wir rappeln uns auf, gehen weiter. Erkenntnisse – positive wie negative – begleiten unser Leben und einige sind als Narbe an unserem Körper sichtbar.

Narben – ein Makel?

Narben werden häufig als Makel einer reinen Haut gesehen. Für mich sind sie Zeichen eines aktiven Lebens. Jede erkennbare Hautveränderung birgt eine Erinnerung: eine Phase des Lebens, ein bestimmtes Jahr, eine spannende Zeit oder ein bemerkenswertes Ereignis. Ob es der Sturz mit dem Fahrrad war, ein Sportunfall, ein Ausrutscher bei Glätte oder eine Operation, wir erinnern uns an diese Zeit und an die Gefühle, die damit einhergingen.

Im Laufe unseres Lebens sammeln wir hunderte kleiner und großer Narben, auch solche, die keinen bleibenden Eindruck hinterlassen: ein immer wieder aufgekratzter Mückenstich, das Abrutschen mit dem Messer bei Apfel schälen oder ein kleiner Schnitt beim Aufsammeln von Scherben.

Narben machen unverwechselbar

Ich erinnere mich an die Beantragung meines ersten Personalausweises. Der Beamte fragte mich: „Haben Sie besondere Kennzeichen?“ Ich durchforstete meinen Kopf, um etwas zu finden, was mich unverwechselbar macht. Dann hatte ich es: „Hier, eine kleine Narbe, neben meinem linken Nasenflügel.“ Der Beamte schaute prüfend in mein Gesicht, machte einen Strich auf den Antrag und sagte „Keine!“

Ein bisschen beleidigt war ich schon, stand diese Narbe doch für einen dramatischen Tag meiner Kindergartenzeit. Ich war auf dem Spielplatz etwas unachtsam und bekam die Schaukel an den Kopf. Als der Schreck langsam schwand und die Blutung (die ich zum Glück nicht sehen konnte) nachließ, bemerkte ich, dass mein Wackelzahn, der mich seit drei Tagen beschäftigte, verschwunden war. Gefühlt habe ich den kompletten Sand unter der Schaukel erfolglos durchgesiebt, um ihn zu finden – und der Beamte sagt „Keine“!

1000 Narben

Nach und nach verblassen die Narben, bis sie nach einigen Jahren nur noch ein dünner weißer Strich sind. Auch unsere Erinnerungen verblassen, rücken in den Hintergrund, um neuen Dingen Platz zu machen. Doch sobald wir unsere Narben anschauen, lebt die Erinnerung in voller Farbe und Emotion wieder auf.

Die Lyrics vom Song „1000 Narben“ der Band „Eisbrecher“ machte mir das vor einigen Jahren nochmal deutlich. Im Refrain des Songs heißt es

„1000 Narben auf meiner Haut
Ich habe keine einzige bereut
Und wir zählen die Wunden
Es hört nie auf
Jede ist ein Teil von uns
Jede Narbe zeichnet uns aus“

Vom Eisbrecher-Song ‚1000 Narben

Ich teile diese Meinung, dass Narben eine Art Abzeichen sind, die belegen, dass wir unser Leben aktiv bewältigen und aus Erfahrungen lernen.

Wir können mit den negativen Erinnerungen in Frieden leben oder wir können damit hadern. Doch ganz ehrlich: Wie sinnvoll ist das?

Die Narbe wird uns immer wieder an die „negative“ Situation erinnern. Dann bin ich lieber stolz darauf, meine Lernerfahrung gemacht zu haben, wie am Ende des letzten Refrains gesungen wird

„Jede ist ein Meisterwerk,
Jede Narbe zeichnet uns aus.“

Weiterer Auszug aus ‚1000 Narben‘ von Eisbrecher

Schau Dir das Video zu Eisbrechers ‚1000 Narben‘ auf YouTube.
Schreibe uns, wie Du Deine Narben siehst, wie Du damit umgehst und welche Erinnerungen Dich begleiten.

Ein Plausch über Mode mit Ranja Ristea-Makdisi

Ein Plausch über Mode mit Ranja Ristea-Makdisi

„Mode ist leichter geworden“, sagt meine Freundin Ranja. Meine hochgezogene Augenbraue ist fragend, die Erklärung folgt sofort: „Du hast heute alle Freiheiten der Welt, du kannst sämtliche Stile miteinander kombinieren und absolut vielfältig damit umgehen.“

Die Aussage gibt mir zu denken und mir fällt eine Marketing-Expertin ein, die in einem Seminar erklärt hat, dass sich die Farben ihres Logos in ihrer Kleidung wiederfinden. Das sorge für einen großen Wiedererkennungswert in ihren Businessterminen. Ich war skeptisch und bin es immer noch. Ich frage nach. „Das kann man durchaus machen, aber mein Fall ist das nicht“, sagt Ranja. „Für mich ist Kleidung häufig der Ausdruck innerer Werte oder unserer Stimmung. Das lässt sich nicht immer in den gleichen Farben darstellen, denn jeder Tag ist anders.“

Mode, die Kommunikation mit dem Umfeld

Sie erklärt weiter: „Was wir anziehen ist eine Art der Kommunikation, eine Basisaussage, die wir für diesen Tag treffen. Doch ebenso können wir damit eine Schutzschicht aufbauen, wenn wir uns unwohl oder unsicher fühlen. Dazu eigenen sich Lieblingsstücke, sie geben uns Sicherheit.“ Das hätte ich mal früher wissen müssen, dann wären wohl hin und wieder andere Ergebnisse bei den Gehaltsverhandlungen rausgekommen. „Das sehe ich anders“, sagt sie. „Wenn du dich z.B. für ein Bewerbungsgespräch einkleidest und du mit dem Stil etwas „Besseres“ darstellen willst als deine Körpersprache zum Ausdruck bringt, dann wirkst du nicht authentisch und das Gespräch kann ein Misserfolg werden.“

Authentizität in der Kleiderwahl

Das leuchtet mir ein. Schon mehrfach sind mir Menschen begegnet, die sich sichtbar unwohl gefühlt haben, vielleicht lag es nicht nur an der Situation sondern auch an der falschen Kleiderwahl. „Mode bietet mir die Möglichkeit der Verkleidung. Ich stelle mich heute mal ganz anders dar und ob es tatsächlich eine Verkleidung ist, entscheidet man selbst.“ Ranja sagt: „Beim Fasching wird das ganz deutlich. Die Verkleidung ist ein Ausstieg aus dem Alltag und dem „So-sein-müssen“. Man gibt sich anders, verhält sich anders und ist allein durch das Kostüm ein ganz anderer Mensch.“

So kann man das auch betrachten und mein Rückblick auf unterschiedliche Karnevalsfeiern bestätigen ihre Aussage. Doch hat das was mit Mode zu tun? Entfernt auf jeden Fall, denn die Mode umfasst alles: Bekleidungsstile jeder Art, Schuhe und Accessoires gehören schließlich auch dazu.

Anzug und Sneakers – den eigenen Stil entwickeln

Sie erzählt, wie das mit der Mode vor 10 Jahren war. „Damals war es ein No-Go, ein Kleid oder einen Anzug mit Sneakers zu tragen. Heute ist alles möglich. Du kannst mit verschiedenen Stilen spielen und frei experimentieren.“ Sie selbst hat keinen festgelegten Modestil, sie wählt ihre Kleidung überwiegend anlassbezogen aus. „Habe ich einen Workshop-Termin kleide ich mich eher sportlich, damit ich mich gut bewegen kann. Gibt es einen feierlichen Anlass, darf es ein auffallendes Gala-Kleid sein, mit passenden hohen Schuhen und viel Bling-Bling.“ Ihre Augen strahlen und sie lächelt: „Es ist so schön, dass ich die ganze Bandbreite bespielen darf. Gehe ich aus, schaue ich nach den passenden Klamotten zur Location. Zu einem Rock-Konzert gehe ich mit zerrissener schwarzer Jeans, T-Shirt, Boots und Lederjacke. Zu einem gemütlichen Treffen in einer Kneipe gehe ich Tagesform-abhängig, eher lässig als stylisch.“

Copyright Ranja Ristea-Makdisi

Schuhe machen einen Outfit aus

Schuhe sind auch wichtig. Sie hat ihre Meinung, die sie kundtut: „Schuhe sind unser Begleiter über viele Jahre. Im Regelfall verändert sich die Schuhgröße nicht, daher bleiben uns Schuhe, die wir gut behandeln auch lange erhalten.“
Ich verstehe sie. Ich liebe es Schuhe zu tragen, in denen ich bei der ersten Anprobe das Gefühl von „Oh! Hausschuhe!“ habe. Erfahrungsgemäß sitzt der Geldbeutel dann ziemlich locker und im Nachhinein gestaltet sich die Suche nach einem guten Schuster als ziemlich schwierig.

Ich komme nochmal auf die Bekleidung zurück und schaue Ranja an. Sie kann ungefähr alles tragen, daher fällt ihr die tägliche Auswahl bestimmt leicht, während ich länger überlege, wonach mir der Sinn steht. Ich frage nach. Sie zögert kurz: „Nein, das ist nicht immer so. Viele meiner Klamotten sind sehr stark mit Erinnerungen und schönen Momenten verbunden. Die ziehe ich zwar häufig aus dem Schrank, doch beim Ergebnis bin ich unentschlossen. Nicht selten kommt es vor, dass ich mich dann doch anders entscheide.“ Wir sind uns doch etwas ähnlicher, als ich vermutet habe.

Mit Mode als Kommunikation spielen

Sie unterbricht meine Gedanken und ich höre nur: „Nutze die Spielmöglichkeit. Spiele mit den Dingen, die Du magst und gerne anziehst, kombiniere Ungewöhnliches miteinander und du wirst deine Freude daran entdecken.

Nun gut, das werde ich ausprobieren. Es klingt auf jeden Fall spannend und wenn ich mit diesem gut gemeinten Rat wieder etwas Abwechslung reinbringe, ist das definitiv nachhaltiger statt immer neue Dinge zu kaufen. Vielleicht entwickele ich auf diese Art einen eigenen Stil, der vielseitig ist und meinen umfangreichen Kleiderschrank einbezieht. Mal schauen, was ich in den nächsten Tagen dort finde. Einen Poncho habe ich noch, ein „Lieblingsteil“, dass mit wundervollen Kindheitserinnerungen verbunden ist. Den könnte ich doch wieder mal rausholen, sobald die Temperaturen das wieder erforderlich machen.

Wie ist Dein Umgang mit Mode? Schreib uns Deine Ideen gern in die Kommentare.

Die heilende Kraft der Natur

Die heilende Kraft der Natur

Im SWR Nachtcafé geht es um Menschen, die mit der Natur bzw. der Naturheilkunde verbunden sind. Die unterschiedlichen Blickwinkel werfen interessante Fragen auf.

  • Wieviel Natürlichkeit ist heute bei einer Geburt möglich?
  • Was ist mit Bienenluft gemeint?
  • Warum wird Homöopathie häufig mit Naturheilkunde „verwechselt“?
  • Wieviel Wirkung liegt im Reichtum des Gartens?
  • Wie können Schulmedizin und Naturheilkunde Hand in Hand gehen?

Durch die spannende Interaktion der Gäste untereinander und die individuellen Sichtweisen auf die heilende Kraft Natur, wird diese Talkshow zu einem empfehlenswerten Tipp. Mit verschiedenen, bisher sicherlich wenig bekannten Fakten, erscheinen viele Aspekte in einem ganz neuem Licht.

Die Gäste im Detail

  • Iris Hundertmark, Apothekerin
  • Susanne Krämer, Schamanin, Heilpraktikerin und Homöopathin
  • Prof. Dr. Jost Langhorst, Gastroenterologe und Arzt für Naturheilkunde
  • Hans Musch, Imker
  • Sarah Schmid, Mutter von acht Kindern
  • Sebastian Viellechner, zertifizierter Kräuterpädagoge

Der Reichtum von Mutter Natur

Der zertifizierte Kräuterpädagoge Sebastian Viellechner, auch bekannt als der Kräuterwastl, liebt und nutzt die Natur, um fit zu bleiben und seine positive Einstellung zum Leben zu behalten. Bereits in der Kindheit hat er den Reichtum des Gartens für sich genutzt und dadurch seine Selbstheilungskräfte aktivieren können. Er macht Führungen durch die Natur, um Interessierten sowohl die Heilkräfte der Pflanzen als auch die Erholung für den Geist nahe zu bringen.

Natürlich gebären

Sarah Schmid ist achtfache Mutter und ihr war es wichtig, ihre Kinder in einer natürlichen Umgebung zur Welt zur bringen. Nach der ersten anstrengenden Hausgeburt hat sie sich gut auf das zweite Kind vorbereitet – und es allein im Wald zur Welt gebracht. „Wenn mittlerweile 30% der Geburten per Kaiserschnitt durchgeführt werden, dann ist unsere moderne Geburtshilfe nicht in der Lage, Frauen zu einer natürlichen Geburt zu verhelfen.“

Copyright Pixabay - Onkel Ramirez

Heilende Bienenluft

Der leidenschaftliche Imker Hans Musch hatte bereits mit 12 Jahren seinen ersten Bienenstock. Nach einer Hirnhautentzündung hing sein Leben am seidenen Faden. Er stellte fest, dass er im Bienenhaus Linderung verspürte. Er konnte es kaum fassen, und führte weitere Testreihen durch. Daraus hat er eine Therapieform entwickelt, die sich auf viele Beschwerden positiv auswirkt.

Homöopathie vs. Apotheke

„Aus der Natur kommen gesunde Lebensmittel, mit Kräutern können viele Beschwerden gelindert werden und Homöopathie hat nichts mit Naturheilkunde zu tun“, das sagt zumindest die Apothekerin Iris Hundertmark. Zu ihrem Beruf gehört die Beratung, die nur auf Basis von belegbaren Daten möglich ist. Diese gibt es für Homöopathie mit den minimalen Wirkstoffanteilen jedoch nicht  – eine C30-Potenz ist eine Dezillionen-Verdünnung, das ist eine 1 mit 60 Nullen. Sie hat sich entschieden, diese Produkte nicht anzubieten und hat dafür Umsatzeinbußen sowie einen Shitstorm in Kauf genommen.

Copyright Pixabay - Dani_La

Hand in Hand

Professor Dr. Jost Langhorst kommt von der integrativen Klinik in Bamberg, ist Internist und Arzt für Naturheilkunde. Er erlebt jeden Tag, wie hilfreich es für die Patienten ist, wenn Schulmedizin und die Naturheilkunde Hand in Hand arbeiten. Er ist froh darüber, dass die Naturheilkunde an Seriosität gewonnen hat.

Mein Weg ist kein Vorbild für Andere

Diagnose Brustkrebs, das erfuhr Susanne Krämer mit Mitte 30. Die Schamanin, ausgebildete Heilpraktikerin und Homöopathin setzte auf eine strenge Diät statt Schulmedizin, um den Krebs erfolgreich zu besiegen. „Ich bin kein Vorbild für andere, das war eine Entscheidung, die ich für mich getroffen habe.“ Heute kommen Hilfesuchende zu ihr, um Unterstützung für Seele und Psyche zu erhalten. 

Zur Sendung

Die komplette Sendung findest Du auf dem Youtube Kanal von SWR Nachtcafé oder in der ARD-Mediathek.

Wie denkst Du über diese Themen? Schreib uns gerne einen Kommentar mit Deiner Meinung!

Was isst man denn in Korea?

Was isst man denn in Korea?

Ein Gastbeitrag von Sun-Mi Jung, Miss Seoulfood

„Was isst man denn so in Korea?“, ist eine Frage, die ich ziemlich häufig zu hören bekomme. Ich liebe diese Frage übrigens sehr, dann kann ich endlich zu meinem Lieblingsthema kommen und ausschweifend über das schönste Thema der Welt sprechen – Essen!

Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten ist. Es kommt, wie so häufig im Leben, auf das Vorwissen des Fragenden an. So ähnlich wie die Frage „Ist Koreanisch eine schwierige Sprache?“. „Kommt drauf an, welche Muttersprache Du sprichst. Ein Japaner lernt Koreanisch sehr schnell, ein Deutscher eher nicht. Und das hat nichts mit Intelligenz zu tun.“

Dashima, Miyeok, Lotuswurzel & Co.

Viele Dinge, die in der koreanischen Küche selbstverständlich sind, sind hier im Westen völlig unbekannt. Zum Beispiel Dashima (getrocknete Alge, daraus wird meist eine aromatische Brühe gekocht), Miyeok (eine andere Alge, die gekocht gegessen wird), Lotuswurzel, Doenjang (fermentierte Sojabohnenpaste, ein wichtiges Würzmittel) und manchmal sogar Kimchi (das koreanische Sauerkraut). Entsprechend viele Erklärungen muss ich dann liefern.

Bei anderen Zutaten, Zubereitungen und Essensgewohnheiten gibt es noch vieles, womit Europäer fremdeln: „Tofu? Schmeckt nicht!“ oder „100 Gramm Fleisch pro Person, wie soll ich da satt werden?“ oder „So viel Gemüse? Gemüse esse ich nicht.“ „Lebendige Babyoktopusse?!?! Oh, mein Gott!!“ (Das mit den Babyoktopussen ist übrigens von mir…)

Aber ich will nicht nur meckern. Viele Europäer kennen sich mittlerweile ziemlich gut, wenn nicht sogar hervorragend mit der asiatischen und auch koreanischen Küche aus! Manchmal viel besser als ich. Sie schreiben sogar Bücher darüber und führen umfangreiche Foodblogs! Aber warum auch nicht. Nur, weil man keine koreanischen Vorfahren hat, bedeutet das ja nicht, dass man sich nicht für gutes Essen interessieren kann…

Reis ist immer dabei

Nun willst Du bestimmt wissen, was man denn in Korea so isst? Also, alles aufzählen kann ich jetzt nicht. Aber ich versuche es mal mit einem anschaulichen Beispiel: Morgens, mittags, abends gibt es eine Schale gekochten weißen Reis. Dazu eine Schüssel Suppe, gern mit gekochten Algen, Gemüse oder Kimchi. Aber natürlich auch mit Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten.

Banchan – wichtige Beilagen

Serviert werden außerdem jede Menge Beilagen, genannt Banchan, die in kleinen Schälchen auf den Tisch kommen und von denen sich jeder nach Herzenslust bedienen darf. Das sieht dann ein bisschen aus wie in einer spanischen Tapasbar und braucht jede Menge Platz und zahlreiche kleine Schüsselchen. Der Esstisch sollte also möglichst groß sein. Vergiss französische Bistrotische, die sind für Banchan völlig ungeeignet. 

Banchan machen einen sehr wichtigen Teil der koreanischen Küche aus. Die meisten Koreaner empfinden ein Gericht als unvollständig, wenn es keine Banchan gibt. So als würde es Schnitzel mit Kartoffeln und Erbsen und Möhren ohne Schnitzel geben. Quasi unvorstellbar!

Vielseitig, auch vegetarisch oder vegan

Banchan sind häufig vegetarisch, wenn nicht sogar vegan. Das ist nicht nur besser für die Gesundheit, sondern auch für den Planeten und das Tierwohl. Verarbeitet wird fast alles, was der Boden so hergibt: Sojasprossen, Gurken, Rettich, Möhren, Tofu, Spinat, Salat, Kohl, Lotuswurzel, Auberginen, Zucchini, Adlerfarn und vieles mehr. Tomaten allerdings nicht, denn die gelten in Korea als Obst! Fleisch, Meeresfrüchte und Fisch werden eher selten als Banchan zubereitet, sondern bilden ein eigenes Hauptgericht, das zusätzlich serviert wird. In globalisierten Zeiten kann es durchaus auch mal ein paniertes Schnitzel sein…

Der Ursprung der vegetarisch-veganen Banchan geht übrigens auf den Einfluss des Buddhismus zurück. Zeitweise war Fleisch sogar offiziell verboten in Korea, daher entwickelte vor allem die koreanische Tempelküche zahlreiche schmackhafte vegetarisch-vegane Alternativen. Die Mönche und Nonnen mussten schließlich mit gutem Beispiel vorangehen und das geht nur, wenn das Essen gut ist. Ich glaube, das europäische Bier hat eine ähnliche Geschichte. Und das hat immerhin die ganze Welt erobert … 

Meine Foodempfehlung

Meine drei koreanischen Foodempfehlungen für Dich:

1.Chinakohl – Kimchi

DAS koreanische Superfood. Eigentlich nichts anderes als fermentierter Chinakohl, der stark und dennoch raffiniert gewürzt ist. Sauer, scharf, aromatisch, herzhaft und frisch zugleich. Jede Familie hat ihr eigenes Geheimrezept. Aber auch asiatische Supermärkte verkaufen mittlerweile Kimchi. Nimm das aus dem Frischepack, nicht aus der Konservendose. Und iss Kimchi zu einer Schale weißen Reis! Ach ja, schön und schlank soll Kimchi übrigens auch machen!

2. Bibimbab

Lustiger Name, oder? Heißt aber nichts anderes, als „verrührter Reis.“ Eigentlich ein Resteessen, denn übriggebliebene Banchan werden in eine Schüssel weißen Reis gegeben und untergemischt. Dazu eine Sauce aus Gochujang (fermentierte Chilipaste) und ein Spiegelei als Topping. Kann man vegetarisch, vegan oder auch mit Fleisch zubereiten. Nur Fisch und Meeresfrüchte sind nicht üblich. Keine Ahnung, warum…

3. Bulgogi

Auch bekannt als „Korean BBQ.“ Mariniertes Fleisch wird direkt am Tisch gegrillt, zusammen mit Reis und Banchan in ein frisches Salatblatt gewickelt und direkt aus der Hand gegessen. Also eine koreanische Mischung aus Grillen, Raclette, Fajitas und Fingerfood. Sehr gesellig und natürlich sehr lecker! Gesund sowieso, weil auch hier Banchan die heimliche Hauptrolle spielen.


Die Autorin: Sun-Mi Jung, Miss Seoulfood

Sun-Mi Jung wurde 1974 in Waltrop/NRW geboren und lebt heute in Bochum. Sie arbeitet als Pressereferentin für einen Wohlfahrtsverband in Recklinghausen und kocht gern (deutsch, koreanisch, japanisch, orientalisch, italienisch). Sie selbst isst gern (alles!), liest ebenfalls gern – vor allem Kochbücher und schreibt sehr gern, am liebsten übers Essen.Wenn Du mehr über Sun-Mi erfahren möchtest, kannst Du auf ihrer Ihre Website: Miss Seoulfood schauen, die Facebook-Seite von Miss Seoulfood liken oder auf Miss Seoulfood auf Instagram folgen.