Fürs Leben lernen – in der Schule?

Fürs Leben lernen – in der Schule?

Machen die Schule oder der Sport wirklich fit für das Leben? Sind die Jahre der Jugend (also quasi die Ausbildungszeit) wirklich darauf ausgelegt, junge Menschen auf die Realität im Alltag vorzubereiten? Was hilft den Lernenden in der Vorbereitung auf das Leben, welche Fächer machen Sinn? Gibt es alternative Konzepte? Und wenn ja, wie erfolgreich ist die Umsetzung und wo sind die (politischen) Grenzen des Lernens durch die Lehrpläne festgelegt?

Das Bildungssystem steht immer wieder in der Kritik. Ob das schlechte Abschneiden in der Pisa-Studie, Aussagen von Unternehmen, die über den unzureichenden Wissensstand der Auszubildenden klagen oder von Abiturienten, die nicht wissen, welchen Studiengang sie aus der unübersichtlichen Fülle auswählen sollen, um einen „Treffer“ zu landen. Doch das ist schon das Ende der Schulzeit, wie sieht es vorher aus?

Selbst 14-jährigen Schülern ist klar, dass sie vieles nicht wissen, wenn sie später mit der Schule fertig sind. Die Herausforderung der Wäschesortierung und der Bedienung der Waschmaschine, die Verwaltung der eigenen Finanzen oder allgemeine Kenntnisse zu (notwendigen) Versicherungen – alles Themen, die im Unterricht kaum vermittelt werden. Im WDR Beitrag „Lernen fürs Leben: Diese Schule unterrichtet in Haushalt, Handwerk & Kochen | neuneinhalb | WDR“ verneinen junge Menschen die Frage, ob sie sich für das Leben gut gerüstet fühlen.

Fragt man junge Sportler:innen danach, werden positive Lernerfahrungen genannt, wie Disziplin, Teamgeist, Durchhaltevermögen, die Freude am Gewinnen und das Aufstehen, wenn man verloren hat. Das sind durchaus wichtige Aspekte, die zukünftig sicher helfen werden. Doch was ist mit praktischen Dingen, wie selbst Kochen, Schränke zusammenbauen, Tapezieren und Gärtnern? Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Das Gymnasium in Würselen hat in einem Workshop mit Eltern, Schülern und Lehrkräften eine Lösung erarbeitet und das Lehrfach „Fit for Life“ etabliert. Ein Fach, das bei den Jugendlichen sehr gut ankommt.

Am Gymnasium Mainz-Mombach ist alles anders. Die Schule gibt es seit 2023 und Klassenzimmer sucht man hier vergeblich. Es sieht eher wie in einem Start-Up-Bereich aus, in dem es viele Einzel-Arbeitsplätze nebeneinander und anders gestaltete Räume gibt. Die Schüler lernen selbstständig und wählen selbst, was sie lernen möchten. Anhand verschiedener Themen wird der Lernstoff fächerübergreifend in Projektarbeiten vermittelt. Die Pausen können selbst gewählt und an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Die Regel ist: Wer eine Pause braucht, verlässt den Arbeitsplatz und sucht andere Räumlichkeiten auf. Das Schöne ist, dass auch Kinder, die in einem klassischen Schulsystem untergehen würden, sich in diesem Konzept gut integrieren können und sich wohlfühlen.

Im themenorientierten Lernen (TOL), werden verschiedene Kompetenzen erarbeitet, die für das Leben nach der Schule hilfreich sind. Soziale Interaktion in der Gruppenarbeit, Kreativität und die Orientierung an den Timelines bilden ein kurzweiliges „Programm“, in dem das Lernen leichter fällt als im Frontalunterricht. An dieser Schule hat sich das Lehrerkollegium überlegt, wie sie den Lernstoff vermitteln wollen. Diese Freiheiten gibt es im Lehrplan, sie erfordern aber auch ein hohes Maß an Engagement der Lehrenden. In der Vorbereitung war es sehr überraschend, dass sich fast alle Fächer aus dem Lehrplan in den TOLs abbilden lassen. Der SWR hat die 5. Klasse ein Jahr begleitet. Der Anfang war ein bisschen holprig, der Umgang mit selbstorganisiertem Lernen war für viele Schüler:innen durchaus fordernd. Doch nach der Eingewöhnung waren alle begeistert. Sogar für die Lehrer war es bereichernd zu sehen, was sich in einem Jahr bewegt hat und wie sie jungen Menschen helfen konnten, selbstverantwortlich aktiv zu sein. Der SWR-Beitrag „Schule in Deutschland: Dieses Gymnasium macht alles anders | Doku“ macht diese Entwicklung sichtbar.

Ein etwas anderes Konzept gibt es in der Goethe-Realschule Plus in Koblenz. An vier Tagen gibt es den „normalen“ Unterricht – und dann ist da der FreiDay. Der wird auch in der Schule verbracht, aber die Schüler:innen arbeiten an eigenen Projekten. Das Oberthema ist je Klasse und Halbjahr vorgegeben, die Ausführung ist dann Schülersache. Hier findet sich das fachübergreifende Lernen wieder. Positiv aufgefallen ist, dass Kompetenzen der Lernenden sichtbar werden, die ohne die Projektarbeit nicht aufgefallen wären. Diese Erkenntnis und noch weitere Einblicke in unterschiedliche Schulkonzepte in Rheinland-Pfalz gibt es im SWR-Beitrag „Die 4-Tage-Schule: Wie der FreiDay alles verändert | Doku“.

Wenn sich diese Konzepte erfolgreich weiterentwickeln, hat die Politik wohl kaum eine andere Möglichkeit, als die Lehrpläne und Freiräume für Schulen anzupassen, um solche innovativen Lernkonzepte ermöglichen. Deutlich wird jedenfalls, dass Lernen leichter fällt und noch Spaß macht. So wird Wissen vermittelt, das junge Menschen auf ein nachhaltigeres und selbstbestimmtes Leben vorbereitet – und das wirkt sich auf die berufliche und private Zukunft sicherlich positiv aus.

Wie siehst Du das? Welche Schulkonzepte sind Dir schon begegnet? Lass uns gern einen Kommentar da 😊.

Linkübersicht und weiterer Beitrag

SWR Aktuell auf Youtube: Schule in Deutschland: Dieses Gymnasium macht alles anders | Doku

WDR auf Youtube: Lernen fürs Leben: Diese Schule unterrichtet in Haushalt, Handwerk & Kochen | neuneinhalb | WDR

SWR auf Youtube „Die 4-Tage-Schule: Wie der FreiDay alles verändert | Doku

ARD Alpha Mediathek – Tagesgespräch: Joggen, Tanzen, Fußballspielen: Was kann man vom Sport fürs Leben lernen? (verfügbar bis 18.09.2030)

Schwelgen oder Bedauern? – Erinnerungen, die nicht wiederkommen!

Schwelgen oder Bedauern? – Erinnerungen, die nicht wiederkommen!

Irgendwie sitze ich vor dem Fernseher und zappe während einer Werbepause durch die Programme. Zack – ein Telefonbuch groß im Bild. Erinnerungen werden wach. Ich stehe in einer gelben (!) Telefonzelle, es riecht, wie es damals in allen Telefonzellen gerochen hat: Nach Papier, abgestandener Luft, nach Hundepipi und nach etwas Privatsphäre trotz der Straßenecke. Die Münzen zurechtgelegt, fehlt nur noch die Telefonnummer. Hm, das richtige der aufgehängten Telefonbücher nach oben klappen und den Namen suchen. Sofern die richtige Seite zur Abwechslung mal nicht fehlte, den Hörer nehmen, aufs Freizeichen warten, Münzen einwerfen und jede einzelne Zahl (meist ohne Vorwahl) drehen und dem Geräusch lauschen. Chillig, wenn ich heute so darüber nachdenke. Nicht so charmant, wenn die Schlange vor der Privatsphäre zu groß wurde.

Ich bleibe an der Sendung hängen. Vergessen ist der Blockbuster. Lieber schwelge in Dingen, die es irgendwie nur selten oder gar nicht mehr gibt. Teilweise witzig, teilweise schade – und bei einigen Produkten ist das „Vorbei“ tatsächlich das Beste. Beispiel gefällig? Die radioaktive Zahnpasta. War wohl ein Verkaufsschlager, aber dankenswerterweise vor meiner Zeit.

Die Dokuserie des ZDF „Das war dann mal weg“ macht einfach gute Laune. Bekannte Gesichter wie Michael Kessler, Florian Martens, Rhea Harder-Vennewald, Jessica Ginkel oder Anneke-Kim Sarnau, teilen bereitwillig ihre Erfahrungen – sehr kurzweilig.

In den 14 Folgen kann ich gut schwelgen. Ich sehe einen Tankwart und denke „Ja, so war das.“ Der freundliche Mensch an der Tankstelle war gelebter Service. Er sorgte nicht nur dafür, dass der Tank wieder befüllt und die Fahrt reibungslos fortgesetzt werden konnte. Er kümmerte sich zudem um saubere Scheiben und prüfte den Ölstand.

Und plötzlich war sie wieder da, die Aufregung. Der Geruch von klebrigen Flaschen und die Jagd nach der Dichtung in den Deckeln. Knibbelbilder, ein längst in Vergessenheit geratenes Highlight meiner Kindheit, verbunden mit dem Ziel, die Serie endlich zu vervollständigen.

Das Schwelgen überwiegt, auch wenn ich dem allseits beliebten Mettigel etwas hinterher weinen muss. Der Muckefuck reißt es wieder raus und erinnert mich an meine Konfirmandenfreizeit und das Frühstück in Jugendherbergen. Froh bin ich, dass mir der wohl unbeliebte Lebertran nur in Büchern und nicht auf einem Löffel im Mund begegnet ist.

Als es um runde Werbeflächen geht, sehe ich mich mit meiner Schwester nachts im Winter vor der weiß beklebten Litfaßsäule stehen. Mit Sprühdosen, einer Leiter und einer laufenden Videokamera „bewaffnet“, wurde der Glückwunsch zur Silberhochzeit unserer Eltern auf die Fläche gebracht, die im direkten Blickfeld vom Elternschlafzimmer lag. Auch vorbeikommende Hundebesitzer sind geringfügig irritiert, warum wir unser vermutlich illegales Tun mit einem Scheinwerfer beleuchten, aber na ja, wer’s bezahlt, darf‘s auch besprühen 😊.

Vom HB-Männchen über den Melitta-Mann (Egon Wellenbrink) bis zur Klementine, die von Johanna König dargestellt wurde und für Ariel geworben hat. „Hallo Herr Kaiser“ darf dabei natürlich auch nicht fehlen. Ob Dauerwellen, Poesiealbum, Rollschuhe, CB-Funk oder Kegelabende, die kleinen Ausflüge in die Vergangenheit sind gespickt mit wissenswerten Details und machen Lust auf mehr. Jetzt hoffe ich sehr, dass es weitere Folgen in einer zweiten Staffel geben wird.

Taucht bei Dir auch eine Erinnerung auf – und wenn ja, lässt sie Dich schwelgen oder bedauern?

Herzlichst

Helga

Link zur ZDF Dokuserie „Das war dann mal weg“

Zwischen Zelle und Zukunft

Zwischen Zelle und Zukunft

Frauen im Gefängnis – zwischen Schuld, Alltag und der Hoffnung auf ein neues Leben

Hohe Mauern, schwere Türen, sterile Flure. Wer an Gefängnisse denkt, hat oft Bilder aus Krimiserien im Kopf: harte Gesichter, Gewalt, Isolation. Doch die Dokumentation „Zwischen Zelle und Zukunft – Frauenknast in Frankfurt“ zeigt eine andere Perspektive. Sie blickt hinter die Mauern der JVA Frankfurt-Preungesheim und erzählt von Frauen, deren Leben aus den Fugen geraten ist – und die trotzdem versuchen, sich eine Zukunft aufzubauen.

Der Film begleitet mehrere Inhaftierte durch ihren Alltag, ohne ihre Taten zu entschuldigen oder Mitgefühl zu wecken. Vielmehr zeigt die Dokumentation Menschen, die zwischen Schuld, Reue, Hoffnung und Verzweiflung leben. Frauen, die arbeiten, Freundschaften schließen, Therapien machen und die lernen müssen, mit ihrer Vergangenheit umzugehen.

Besonders auffällig ist dabei: Das Frauengefängnis funktioniert anders, als viele es erwarten würden. Weniger Gewalt und mehr emotionale Spannungen. Mehr Gespräche. Mehr Nähe. Und oft eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie.

Strafvollzug in Zahlen (Informationen vom BAG-S)

Frauen sind im Strafvollzug zahlenmäßig stark unterrepräsentiert. Mit einem Anteil von etwa 5 % an inhaftierten Personen stehen ihre spezifischen Lebensrealitäten oft im Schatten eines überwiegend auf Männer ausgerichteten Strafvollzugssystems. 2024 verbüßen ca. 3.000 weibliche Inhaftierte eine Freiheitsstrafe im geschlossenen Vollzug, während es rund 60.000 männliche waren.

Frauenkriminalität unterscheidet sich in vielen Aspekten von der Kriminalität von Männern: Sie wird oft durch sozioökonomische Notlagen, Erfahrungen von Gewalt und Traumatisierungen sowie durch Verantwortlichkeiten in der Familie geprägt. Viele straffällig gewordene Frauen haben eine Geschichte von Abhängigkeiten, Missbrauch oder Armut hinter sich. Häufig sind sie die Hauptverantwortlichen für die Pflege und Erziehung der Kinder, was ihre Inhaftierung nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Familien besonders belastend macht.

Trotz dieser besonderen Ausgangslage orientieren sich Maßnahmen im Strafvollzug, vorwiegend an den Bedürfnissen von Männern. Geschlechtsspezifische Angebote sind oft nur unzureichend vorhanden. Die BAG-S (Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffälligenhilfe e.V.) sieht es als zentrale Aufgabe die Perspektiven und Lebenslagen straffällig gewordener Frauen in den Fokus zu rücken. Sie setzen sich dafür ein, dass Frauenkriminalität nicht nur als Randthema behandelt wird, sondern als soziale Realität, die spezifische Lösungen erfordert.

Die JVA Frankfurt-Preungesheim hat dabei eine besondere Geschichte: Sie gilt als erstes Frauengefängnis Deutschlands und wurde bereits 1955 gegründet. Heute sitzen dort Frauen mit ganz unterschiedlichen Geschichten ein – von Drogendelikten bis hin zu schweren Gewaltverbrechen.

Der geregelte Alltag hinter Gittern

Eine der zentralen Figuren der Dokumentation ist Tuba. Sie arbeitet in der Großküche der JVA und beschreibt das Gefängnis als den ersten Ort in ihrem Leben, an dem sie überhaupt Strukturen kennengelernt hat. Ein Satz, der hängen bleibt. Während draußen Freiheit herrscht, erlebt sie hinter Gittern zum ersten Mal einen geregelten Tagesablauf.

Tuba wurde wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Jahrelang habe sie ihre Taten verdrängt, erzählt sie. Heute spricht sie offen darüber. Die Kamera zeigt sie nicht als sensationsheischende „Mörderin“, sondern als Frau mit Vergangenheit, Brüchen und einer späten Erkenntnis darüber, was sie angerichtet hat.

Gerade diese ruhigen Momente machen die Dokumentation so eindringlich. Wenn Tuba Gemüse schneidet, Essen ausgibt oder über Verantwortung spricht, wird deutlich, weshalb Arbeit im Gefängnis mehr sein kann als bloßer Zeitvertreib. Sie gibt Struktur, Selbstwertgefühl und manchmal sogar erstmals das Gefühl, gebraucht zu werden.

Arbeit gehört in deutschen Gefängnissen zum Alltag, Strafgefangene haben nach hessischem Strafvollzugsgesetz eine Arbeitspflicht, Untersuchungsgefangene nicht. Die Leiterin der JVA, Nora Strang-Albrecht sagt „Eigentlich durchgängig möchten alle (Frauen) hier arbeiten, denn Arbeit ist Beschäftigung, man kann zusätzlich auch Geld verdienen. Und es bringt im Tagesablauf einfach Struktur.“

Viele Insassinnen arbeiten in Küchen, Wäschereien oder Werkstätten. Manche machen Schulabschlüsse oder Ausbildungen. Das Ziel dahinter ist Resozialisierung – also die Vorbereitung auf ein Leben nach der Haft. Denn irgendwann kehren die meisten Gefangenen zurück in die Gesellschaft.

Doch genau dort beginnt oft das nächste Problem.

Die Angst vor dem Leben danach

Wer viele Jahre im Gefängnis verbracht hat, verliert oft den Anschluss an die Außenwelt. Technik verändert sich, Beziehungen zerbrechen, Familien gehen auseinander. Manche Frauen haben keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern oder Angehörigen. Andere wissen nicht einmal, wo sie nach der Entlassung wohnen sollen.

Angel ist ein Beispiel dafür. Sie hat insgesamt bereits mehr als zwei Jahrzehnte ihres Lebens in Haft verbracht und sitzt wegen schwerer Raubdelikte sogar in Sicherungsverwahrung. Eine Maßnahme, die bei Frauen in Deutschland nur äußerst selten verhängt wird.

Im Film wirkt Angel gleichzeitig hart und verletzlich. Sie arbeitet an ihrer Aggressivität, besucht therapeutische Angebote und hofft auf eine Entlassung. Doch man spürt ihre Unsicherheit. Was passiert, wenn die Gefängnistür tatsächlich aufgeht? Wie lebt man ein normales Leben, wenn man einen Großteil seiner Erwachsenenjahre hinter hohen Mauern verbracht hat?

Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch die Dokumentation. Es wird klar: Freiheit ist nicht automatisch Erlösung. Für viele ehemalige Inhaftierte beginnt draußen ein neuer Kampf: gegen Vorurteile, Einsamkeit und Perspektivlosigkeit.

Besonders Frauen stehen nach einer Haftstrafe oft unter sozialem Druck. Während männliche Straftaten gesellschaftlich fast erwartbar erscheinen, sieht es bei kriminellen Frauen häufig nach einer „doppelten Grenzüberschreitung“ aus. – Sie haben nicht „nur“ gegen Gesetze verstoßen, sondern auch gegen gesellschaftliche Erwartungen an Weiblichkeit, Fürsorge und Mutterrolle.

Das macht den Weg zurück besonders schwer.

Freundschaft als Überlebensstrategie

Neben Tuba und Angel begleitet die Dokumentation auch Alexandra und Melissa, die wegen Drogendelikten inhaftiert sind. Zwischen den beiden ist t eine enge Freundschaft entstanden. Sie lachen zusammen, reden über ihre Fehler und geben sich gegenseitig Halt.

Gerade diese Beziehung zeigt, wie wichtig emotionale Bindungen im Gefängnisalltag sind. Viele Frauen leiden stärker unter Isolation als männliche Häftlinge. Häufig kreisen ihre Gedanken um Kinder, Familien oder verlorene Beziehungen. Freundschaften innerhalb der Haftanstalt können deshalb als emotionaler Rettungsanker fungieren.

Der Film zeigt dabei keine romantisierte Gefängniswelt. Konflikte, Spannungen und psychische Belastungen bleiben sichtbar. Doch er macht deutlich, dass Empathie und Menschlichkeit selbst an Orten existieren, die viele nur mit Strafe verbinden.

Interessant ist, wie offen einige der Frauen über ihre Vergangenheit sprechen. Viele erzählen von Drogenproblemen, Gewalt in Beziehungen oder schwierigen Kindheiten. Das bedeutet nicht, dass Kriminalität entschuldbar wird. Aber die Dokumentation zeigt, dass Straftaten selten isoliert entstehen. Oft stehen unruhige Lebensläufe mit vielen unglücklichen Ereignissen dahinter.

Themenvielfalt vs. Sparmaßnahmen

Da Frauen nur einen kleinen Teil der Gefängnisinsassen in Deutschland ausmachen, wird über ihre Bedürfnisse vergleichsweise selten gesprochen. Sie haben andere Themen und beispielsweise spielen Mutterschaft, Traumata oder psychische Erkrankungen eine deutlich größere Rolle als bei männlichen Inhaftierten. Zudem haben viele weibliche Gefangene vor ihrer Inhaftierung selbst Gewalt erlebt. Einige kämpfen mit Suchterkrankungen oder Depressionen.

Wie Marion. Sie hatte einen guten Mann, der sie aus der Sucht herausgeholt hat. Dann hatte er einen Schlaganfall und Marion hat ihn ein Jahr lang liebevoll in den Tod begleitet. Die Trauer und das nicht wissen, wie es weitergehen soll, haben sie wieder in altbekannte und vertraute Muster abrutschen lassen – ihre Drogensucht. Für sie ist es das zweite Mal hinter Gittern. Sie arbeitet in der Wäscherei und weiß inzwischen, dass sie ihr Leben nach dem Gefängnis in den Griff bekommen wird.

Deshalb setzen viele Frauengefängnisse stärker auf Therapie, soziale Betreuung und Gesprächsangebote. Doch auch dort fehlen häufig Personal und finanzielle Mittel. Immer wieder wird kritisiert, dass Resozialisierung zwar politisch gewünscht sei, in der Praxis aber an Überlastung und Sparmaßnahmen scheitere.

Diskussionen darüber finden auch gesellschaftlich immer häufiger statt. In öffentlichen Debatten wird betont, dass ein funktionierender Strafvollzug nicht nur bestrafen, sondern vor allem verhindern soll, dass Menschen erneut straffällig werden. Genau darin liegt letztlich auch ein Schutz für die Gesellschaft.

Zwischen Schuld und Menschlichkeit

Was die Dokumentation besonders sehenswert macht, ist ihr Blick auf die Menschen hinter den Urteilen. Sie zeigt keine reißerischen Bilder und keine künstliche Dramatik. Stattdessen beobachtet sie ruhig und aufmerksam.

Gerade dadurch wird ein unangenehmer, aber wichtiger Aspekt deutlich: Menschen können schwere Schuld auf sich laden und trotzdem mehr sein als ihre Tat.

Tuba bleibt eine verurteilte Mörderin. Angel hat schwere Straftaten begangen. Doch gleichzeitig sieht man Frauen, die arbeiten, lachen, hoffen oder an sich scheitern. Die Dokumentation zwingt den Zuschauer dazu, diese Widersprüche auszuhalten.

Vielleicht liegt genau darin ihre größte Stärke. Sie zeigt, dass Resozialisierung nicht bedeutet, Taten zu vergessen. Sondern anzuerkennen, dass die Gesellschaft entscheiden muss, was nach der Strafe kommt.

Denn wenn Haft ausschließlich Wegsperren bedeutet, entsteht keine Zukunft. Weder für die Inhaftierten noch für die Gesellschaft.

Hoffnung hinter Mauern

Am Ende bleibt kein einfaches Fazit. Nicht jede Frau im Gefängnis wird ein neues Leben beginnen. Nicht jede Geschichte endet hoffnungsvoll. Manche werden rückfällig, andere bleiben dauerhaft traumatisiert oder isoliert.

Und doch erzählt „Zwischen Zelle und Zukunft“ von kleinen Chancen. Von Menschen, die lernen, Verantwortung zu übernehmen. Von Frauen, die zum ersten Mal Stabilität erleben. Von Freundschaften, die Halt geben. Und von der schwierigen Hoffnung, dass ein Mensch mehr sein kann als seine schlimmste Tat.

Gerade weil die Dokumentation keine einfachen Antworten liefert, wirkt sie lange nach. Sie erinnert daran, dass hinter Gefängnismauern keine abstrakten „Fälle“ leben, sondern Menschen – mit Fehlern, Brüchen und manchmal dem ehrlichen Wunsch nach einem anderen Leben.

Anmerkung der Redaktion:
Nicht die Dokumentation empfinden wir als schockierend, sondern die Kommentare auf YouTube dazu. Sie zeigen nur selten Offenheit für die Situation der Frauen in der JVA, dafür umso häufiger Hass und Unverständnis. Damit zeichnen sie ein deutlicheres Bild unserer Gesellschaft als die Dokumentation selbst.


Quellen und weiterführende Links:

Körpersprache – Wir können nicht nicht kommunizieren

Körpersprache – Wir können nicht nicht kommunizieren

Warum unser Körper manchmal lauter spricht als unsere Stimme

Manchmal reicht ein einziger Blick und wir wissen sofort, woran wir sind. Ein Lächeln, das nicht ganz die Augen erreicht, verschränkte Arme, obwohl jemand „alles gut“ sagt. Oder der eine Moment im Gespräch, in dem die Worte perfekt klingen – aber sich trotzdem irgendwie falsch anhören.

Stell Dir folgende Szene vor: Du sitzt im Vorstellungsgespräch, bist perfekt vorbereitet, kennst Deinen Lebenslauf und hast sogar drei kluge Fragen parat, die Du am Ende stellen willst. Alles läuft nach Plan – zumindest verbal. Doch während Du von Deinen Stärken erzählst, zupfst Du nervös an Deinem Ohrläppchen, Deine Schultern sind hochgezogen, und Dein Blick wandert immer wieder zur Tür, als würdest Du am liebsten flüchten. Welche Botschaft kommt bei Deinem Gegenüber wohl an?

Willkommen in der faszinierenden Welt der Körpersprache – jenem schweigenden Orchester, das fortwährend im Hintergrund spielt, während wir glauben, die Hauptmelodie mit unseren Worten zu dirigieren.

Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick brachte es auf den Punkt: „Wir können nicht nicht kommunizieren.“ Dieser Satz klingt zunächst paradox, ist aber im Alltag absolut nachvollziehbar. Selbst wenn wir schweigen, senden wir Signale – durch unsere Haltung, unsere Mimik, unseren Blick. Unser Körper spricht immer, ob wir wollen oder nicht.

Der berühmte Pantomime und Körpersprache-Experte Samy Molcho formuliert es etwas anders: „Der Körper ist der Handschuh der Seele.“ Was er damit meint: Unsere Gefühle, unsere wahren Absichten, unsere echten Emotionen – all das spiegelt sich in unserer Körpersprache wider, oft ohne unser Wissen und unsere Kontrolle.

Was ist Körpersprache – die Grammatik des Körpers

Körpersprache ist keine Fremdsprache, die wir mühsam lernen müssen – wir beherrschen sie von Geburt an intuitiv. Schon Babys kommunizieren nonverbal, lange bevor sie das erste Wort sprechen. Sie lächeln, weinen, strecken die Arme aus, wenden sich ab. Und auch im Erwachsenenalter verstehen wir die meisten körpersprachlichen Signale instinktiv, ohne darüber nachdenken zu müssen.

Aber was genau gehört alles zur Körpersprache? Da wäre die Mimik – das Spiel der Gesichtsmuskeln, das Freude, Ärger, Überraschung, Ekel, Angst oder Traurigkeit ausdrücken kann. Der amerikanische Psychologe Paul Ekman hat nachgewiesen, dass diese Basis-Emotionen kulturübergreifend auf die gleiche Weise im Gesicht ablesbar sind. Ein echtes Lächeln erkennst Du in Tokio genauso wie in Berlin oder Buenos Aires.

Dann gibt es die Gestik – also die Bewegungen unserer Hände und Arme. Interessanterweise gestikulieren wir sogar dann, wenn uns niemand sieht, etwa beim Telefonieren. Ja, selbst Menschen, die von Geburt an blind sind, begleiten ihre Worte mit Gesten, obwohl sie diese nie bei anderen beobachten konnten. Das zeigt, wie tief der Ausdruck im Köper verankert ist.

Zur Körpersprache gehört außerdem unsere Körperhaltung: Stehen wir aufrecht und offen oder zusammengesunken und verschlossen? Sind wir unserem Gesprächspartner zugewandt oder lehnen wir uns zurück? Und schließlich spielt auch die Proxemik eine Rolle. Dahinter verbirgt sich unser Distanzverhalten, also die Frage, wie nah wir anderen Menschen kommen und welche unsichtbaren Grenzen wir dabei respektieren oder überschreiten.

Die Magie der kleinen Gesten

Es sind oft die kleinen Dinge, die große Wirkung haben. Ein leichtes Nicken signalisiert Aufmerksamkeit. Ein offener Blick schafft Vertrauen. Ein Schritt zurück kann benötigte Distanz ausdrücken, ohne ein Wort zu sagen. Doch Vorsicht: Körpersprache ist kein Wörterbuch, das sich eins zu eins übersetzen lässt. Verschränkte Arme bedeuten nicht automatisch Ablehnung – vielleicht ist der Person einfach kalt. Entscheidend ist immer der Kontext. Das macht das Thema so komplex und gleichzeitig sehr spannend. Körpersprache ist kein festgezurrtes System, sondern ein Zusammenspiel aus Situation, Persönlichkeit und Kultur.

Du hast vielleicht schon mal gehört oder gelesen, dass Körpersprache für 55 % unserer Wirkung verantwortlich sei, die Stimme für 38 % und die Worte selbst nur für klägliche 7 %. Diese Zahlen stammen vom US-amerikanischen Psychologieprofessor Albert Mehrabian und werden in Kommunikationsseminaren und Ratgeberbüchern geradezu inflationär zitiert. Auch wenn diese Zahlen oft vereinfacht dargestellt werden, steckt ein wichtiger Kern darin: Kommunikation ist immer ein Zusammenspiel aus mehreren Ebenen. Was wir sagen, wie wir es sagen – und wie der Körper den Inhalt transportiert.

Das bedeutet auch: Eine Botschaft kann anders aufgenommen werden, wenn Körpersprache und Worte nicht zusammenpassen. Ein Kompliment mit gelangweiltem Blick? Wirkt eher wie Kritik. Ein schlichtes „Danke“ mit einem warmen Lächeln? Bleibt im Gedächtnis.

Wenn der erste Eindruck zählt: Dating, Job und Freundschaft

Wusstest Du, dass wir uns innerhalb von Sekundenbruchteilen ein Urteil über einen Menschen bilden? Studien zeigen, dass dieser erste Eindruck bereits nach etwa 100 Millisekunden feststeht – das ist schneller, als du „Hallo“ sagen kannst. Und dieser erste Eindruck basiert natürlich ausschließlich auf dem, was wir wahrnehmen: Aussehen, Haltung, Mimik, Gestik, Kleidung.

Das klingt vielleicht oberflächlich, hat aber evolutionäre Gründe. Unsere Vorfahren mussten blitzschnell einschätzen können, ob ein Fremder Freund oder Feind ist. Diese Fähigkeit zur raschen Einschätzung hat sich bis heute gehalten – auch wenn es heute nicht mehr um Leben und Tod geht, sondern um Vorstellungsgespräche, erste Dates oder Netzwerktreffen.

„You never get a second chance to make a first impression “- für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Aber die gute Nachricht ist: Mit ein bisschen Wissen über Körpersprache kannst Du dafür sorgen, dass der erste Eindruck, den andere von Dir haben, positiv ausfällt. Und Du kannst lernen, die ersten Eindrücke, die Du von anderen Menschen hast, kritisch zu hinterfragen, statt ihnen blind zu vertrauen.

Gerade im Alltag spielt Körpersprache eine größere Rolle, als wir denken. Beim ersten Date entscheidet oft nicht das Gespräch allein, sondern wie wir wirken. Ein offenes Lächeln, ein zugewandter Körper – das alles signalisiert Interesse.

Im Job kann Körpersprache sogar über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Wer sicher auftritt, wirkt kompetenter. Wer Blickkontakt hält, wird eher ernst genommen. Und wer nervös wirkt, obwohl er gut vorbereitet ist, verliert schnell an Überzeugungskraft.

Auch in Freundschaften ist Körpersprache ein stiller Begleiter. Wir spüren sofort, wenn etwas nicht stimmt – selbst wenn niemand es ausspricht. Der Körper verrät oft, was Worte verschweigen.

Können wir Körpersprache lernen?

Die Deutung der Körpersprache ist vielschichtig und wir können lernen, bewusster damit umzugehen. Der erste Schritt ist Beobachtung. Wie wirken andere Menschen? Und wie wirke ich auf andere? Oft hilft es schon, im Gespräch kurz zu reflektieren. Sitze ich angespannt? Schaue ich mein Gegenüber an? Wirke ich offen oder verschlossen?

Der zweite Schritt ist Übung. Körpersprache lässt sich trainieren – ähnlich wie eine Sprache. Wer sich seiner eigenen Signale bewusst wird, kann sie gezielter einsetzen und Missverständnisse vermeiden.

Aber: Es geht nicht darum, sich zu verstellen. Authentizität bleibt der Schlüssel. Denn aufgesetzte Körpersprache wirkt schnell unecht – und wird meistens auch so wahrgenommen.

So hilfreich Körpersprache auch ist, sie kann Missverständnisse befeuern. Denn wir interpretieren Signale stets durch unsere eigene Brille. Was für den einen freundlich wirkt, kann für den anderen distanziert erscheinen. Hinzu kommt: Körpersprache ist kulturell geprägt. Ein direkter Blick gilt in manchen Kulturen als Zeichen von Interesse, in anderen als unhöflich.

Deshalb ist es wichtig, Körpersprache nie isoliert zu betrachten. Sie ist immer Teil eines größeren Gesamtbildes – gemeinsam mit dem gesprochenen Wort, der Stimme und der Situation.

Fazit: Der Körper spricht immer mit

Körpersprache ist wie eine zweite, stille Sprache, die ständig mitschwingt. Sie ergänzt unsere Worte, widerspricht ihnen manchmal und verrät oft mehr, als uns lieb ist.

„Wir können nicht nicht kommunizieren“ bedeutet am Ende: Es gibt keinen Aus-Knopf für Kommunikation. Selbst Schweigen ist eine Botschaft.

Und vielleicht liegt genau darin die Chance. Wenn Du lernst, diese leisen Signale wahrzunehmen – bei dir selbst und bei anderen – verstehst Du Menschen ein Stück besser. Und Du erscheinst selbst klarer, authentischer und wirkungsvoller.

Denn am Ende zählt nicht nur, was wir sagen. Sondern vor allem, wie wir es präsentieren.


Quellen:

Carsten Möhrke – Was Watzlawicks Axion für Deinen Führungsalltag bedeutet
Meet Your Master – Körpersprache – nonverbale Kommunikation deuten und verbessern
Focus – So beeinflusst Ihre Körpersprache die Kommunikation

Ergänzende Videos:

ZDF – Terra Xplore – Körpersprache: Ich sehe, was du fühlst (Youtube)
Lars Bobach – Die Macht der Körpersprache – Tipps und Beispiele (Youtube)

Wenn Frauen zurückschlagen

Wenn Frauen zurückschlagen

Bei meinen Recherchen zu Uma Thurman, bin ich auf einen Arte Beitrag – oder eher eine ganze Serie von Mini-Dokumentationen – gestoßen. Die komprimierten Informationsbeiträge haben mich begeistert. Nur 5 min lang und sehr kurzweilig, informativ und witzig. Ehe ich mich versah, hatte ich mir drei Dokus angesehen, bevor ich mich wieder dem Schreiben zuwenden konnte 😊.

So landete ich bei Arte und der Doku-Serie „Flick Flack – Kultur über Kopf“ und zu meiner Suche wurde mir „Wenn Frauen zurückschlagen“ angezeigt. Inhaltlich geht es um Frauen, die für sich einstehen und sich verteidigen – auf der Leinwand. Diese Bilder sind in den letzten Jahrzehnten löblicherweise mehr geworden. Während es vorher nur den „sanften Weg“ in der weiblichen Darstellung gab, hat sich das mittlerweile deutlich gewandelt. Dennoch ist ein Unterschied erkennbar, ob die Filme von Männern gedreht werden oder ob Feministinnen Regie führen, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen und den „Male Gaze“ – den männlichen Blick – außen vorlassen.
Historisch betrachtet sind Gewaltakte von Frauen eine Reaktion auf ihre Unterdrückung. Die Suffragetten, die für das Wahlrecht der Frauen kämpften, wehrten sich u. a. mit Bomben. Diese Erkenntnis führt zu der Fragestellung, ob es sinnvoll sein könnte, Männern Angst zu machen. Virginie Despentes, Schriftstellerin, Regisseurin und Feministin, hat es so formuliert: „Doch an dem Tag, an dem die Männer Angst haben müssen, dass ihr Schwanz mit einem Cutter zerfetzt wird, wenn sie versuchen, einer Frau Gewalt anzutun, werden sie plötzlich ihre ‚männlichen Triebe‘ besser beherrschen können.“

Und da Uma Thurman in diesem Beitrag nur eine „Randerscheinung“ ist, werde ich ihr Thema später aufgreifen. In der Zwischenzeit möchte ich Dir die Doku-Serie von Arte „Flick Flack – Kultur über Kopf“ ans Herz legen. Mich haben die Informationsvielfalt und -dichte, die interessanten Perspektiven und die Würze der Kürze richtig begeistert. Daher habe ich Dir hier eine kleine Auswahl zusammengestellt.

„Diven – göttlich kapriziös“ stellt kurzweilig fest, dass Hildegard von Bingen unwissentlich die erste Diva (lat. Göttin) war, da ihre Stimme als göttlich galt. Doch der Begriff bekam im Laufe der Zeit einen sexistischen Beigeschmack. Zudem verschwand die männliche Form der Diva „Divo“ aus dem Sprachgebrauch und weibliche Diven galten als launenhaft und gefährlich. Der Begriff wurde immer negativer besetzt, so dass es in den 90-ern zu einer Umkehrung kam und die Bezeichnung „Diva“ zur positiven Selbstaneignung genutzt wurde. (verfügbar bis zum 26.07.2028)

„Michèle Lamy: Im Ringkampf gegen Konventionen“ – die Französin ist eine Königin der Popkultur und hat es geschafft, das Schönheitsideal auf den Mond zu schießen. (verfügbar bis zum 26.07.2028)

Der Frage „Ist Feminismus Science Fiction?“ geht dieser Beitrag nach. „Science-Fiction ist das Erzählen von „Was wäre wenn“: Was wäre, wenn alle Männer an einem Virus sterben würden und nur Frauen überleben würden? Was wäre, wenn organische Roboter mit Venusmenschen von einem anderen Planeten EINS wären? Was wäre, wenn die Gesellschaft für alle gleich wäre? Die SF ist keineswegs ein fiktionales Genre, das nur für Jungen interessant ist, sondern im Gegenteil ein mächtiges feministisches Werkzeug, das Autorinnen seit Jahrhunderten dazu dient, den realen Sexismus zu hinterfragen.“ (Quelle Arte) (verfügbar bis zum 11.09.2029)

In „Wendy Carlos: Elektro für alle“ erfährst Du, wie die erste Frau ein ganzes Album mit elektronischer Musik selbstständig komponiert, produziert und herausgebracht hat. Und das in den 70er Jahren und einer Männerdomäne. (verfügbar bis zum 31.07.2028)

In „Frauen zeigen Größe“ geht es um die Perspektive und das Körpergefühl mit der eigenen Körpergröße. Das Größe für Frauen herausfordernd sein kann, Hollywood nicht damit klarkommt, dass Schauspieler kleiner als Schauspielerinnen sein können und wie andere Weltsichten möglich sind, wird sehr charmant aufgezeigt. (verfügbar bis zum 18.09.2029)

Es gibt noch so viele Folgen mit unterschiedlichen Themen, so dass ich mir noch einige davon anschauen werde. Hast Du auch mal reingeschaut? Was meinst Du? Schreib mir gern einen Kommentar 😊.

Deine Helga

Verlinkungen

Arte – Kultur über Kopf: „Wenn Frauen zurückschlagen“ (verfügbar bis zum 26.07.2028)

Hintergrund zur Doku-Serie: Flick Flack | Kultur über Kopf

„Flick Flack – ist ein Kulturphänomen, ein Trend, ein Porträt … locker und witzig, aufgedröselt in 4 Minuten. Flick Flack will neugierig machen und unterhalten und gleichzeitig eine prägende Geschichte aus der Vergangenheit oder unserer Gegenwart erzählen. Über die Aktualität hinaus, interessiert sich Flick Flack für bleibende Ereignisse, große Paukenschläge und Verblüffendes aus verschiedensten Genres: Kino, Musik, Bildende Kunst, Bühne, Architektur, Design, Literatur… Kultur bei ARTE: unterhaltsam und zugänglich.“ (Quelle: Arte)

Hier findest Du alle Videos der Reihe „Flick Flack“ auf Arte TV

Arte Youtube Kanal