Verschwenden wir Periodenblut?

Verschwenden wir Periodenblut?

Stell dir vor, jeden Monat gehen Millionen Liter einer Ressource verloren, die im besten Fall mehr kann als nur „lästig“ zu sein. Klingt das nach einem ökologischen Skandal oder einem verpassten medizinischen Durchbruch? In der neuen ARTE-Doku „Verschwenden wir Periodenblut?“ wird genau diese Frage gestellt: Wieso schmeißen wir eigentlich etwas weg, das uns so natürlich begleitet, aber vielleicht so viel mehr sein könnte als nur der nervige Teil des Monats? Kann es sein, dass es nicht erforscht oder genutzt wird, weil es „aus“ einer Frau kommt? In der Vergangenheit standen die Männer im Fokus, wenn es zum Beispiel um die Entwicklung von Medikamenten oder Untersuchungen zu Heilungsmöglichkeiten ging.

Menstruationsblut, dieser rote Fluss, der immerhin 43 Mio. Frauen in Deutschland monatlich über viele Jahre begleitet, gilt in unserer Gesellschaft meist als lästig, eklig oder schlichtweg als Abfall.

Grundlegendes

Frauen verlieren während ihrer Periode zwischen 30 und 120 ml Blut, jeden Monat; rund 400mal, bevor die Menopause einsetzt. Sie verlieren also 12 bis 48 Liter Blut in ihrem Leben. Monatlich landen weltweit mehr als 100 Millionen Liter des sogenannten Periodenbluts im Müll oder im Abwasser – nur, weil wir es nicht anders kennen und es als „unnütze Flüssigkeit“ betrachten. Dabei ist es längst klar, dass wir hier etwas völlig unterschätzt haben.

Ein kleiner Blick ins Grundlegende sei gestattet: Menstruation, die sogenannte Regelblutung oder schlicht „Periode“, ist ein ganz natürlicher Teil des weiblichen Körpers und seines Zyklus. Der Begriff beschreibt eine periodisch wiederkehrende Blutung aus der Gebärmutter, bei der die vorher aufgebaute Schleimhaut abgestoßen wird – ein Vorgang, der im Durchschnitt vier bis fünf Tage dauert und etwa einmal im Monat stattfindet.

Ein Schild mit der Aufschrift "Ich blute also bin ich?" hängt an einer Wand.
Screenshot aus der Dokumentation – Copyright: ARTE

Period Shaming – warum wir uns immer noch schämen

Menstruation ist biologisch banal, gesellschaftlich aber noch immer aufgeladen. Der Begriff „Period Shaming“ beschreibt genau dieses Phänomen: das Beschämen, Tabuisieren oder Lächerlich machen von Menschen, die menstruieren. Period Shaming führt weltweit dazu, dass Betroffene ihre Periode verstecken, nicht darüber sprechen oder sogar von Bildung und Arbeit ausgeschlossen werden. In manchen Kulturen gelten menstruierende Frauen als „unrein“, dürfen bestimmte Orte nicht betreten oder werden sozial isoliert. Aber auch bei uns zeigt sich das, nur subtiler: blaue Flüssigkeiten in Werbespots, peinliches Schweigen auf der Arbeit oder das reflexartige Verbergen des Tampons auf dem Weg zur Toilette. Diese Scham befeuert das Mindset, dass Menstruation ein Störfaktor ist – und genau das bremst Forschung, Aufklärung und medizinischen Fortschritt.

Rote Blutkörperchen, eng gepackt unter der Mikroskop
Screenshot aus der Dokumentation – Copyright: ARTE

Fortschritte durch intensive Forschung

Besonders spannend ist die Frage nach dem, was dieses Periodenblut sein könnte. Forscherinnen und Forscher schauen genauer hin: Was, wenn sie ein unterschätztes medizinisches Potenzial erkennen? In der Doku erzählen Medizinerinnen, Start-ups und Wissenschaftlerinnen von Projekten, die genau das versuchen.

Da ist zum Beispiel die Ärztin, die eine Menstruationsbinde entwickelt hat, die mehr kann, als nur Blut aufsaugen: Sie misst damit den Blutzuckerspiegel – ein völlig neuer Blick auf einen Alltagsgegenstand. Oder die Idee, dass Periodenblut helfen könnte, Krankheiten wie Gebärmutterhalskrebs oder sogar Endometriose leichter zu erkennen.

Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen und gleichzeitig eine der am schlechtesten verstandenen. Es handelt es sich dabei um eine Krankheit, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst. Dieses Gewebe reagiert auf den Zyklus, blutet mit – kann aber nicht abfließen. Die Folge sind oft starke Schmerzen, Entzündungen, Verwachsungen und in manchen Fällen Unfruchtbarkeit. Das Bittere daran: Viele Betroffene hören jahrelang, dass ihre Schmerzen „normal“ seien. Die durchschnittliche Zeit bis zur Diagnose liegt bei fünf bis sieben Jahren. Gerade hier könnte Periodenblut künftig eine Schlüsselrolle spielen, weil es Hinweise auf Entzündungen, hormonelle Veränderungen oder krankhafte Prozesse liefern kann, die bisher unsichtbar sind.

Gerade bei für Endometriose-Betroffene liegt eine großartige Verbesserung darin, wenn die Forschenden etwas im Periodenblut finden könnten, das auf solche Erkrankungen hinweist. Dann wäre das nicht nur ein medizinischer Fortschritt – es wäre ein sozialer Fortschritt für alle, die jahrelang leiden mussten und nicht ernst genommen wurden.

Dass die Forschung dieses Potenzial erst jetzt entdeckt – oder besser: ernsthaft erforscht – liegt nicht nur an der Wissenschaft selbst, sondern auch an gesellschaftlichen Hürden. Jahrhunderte lang galt Menstruationsblut als giftig oder gefährlich. Selbst renommierte Mediziner:innen des frühen 20. Jahrhunderts gingen davon aus, dass ein sogenanntes Menotoxin existiert, ein „Gift“, das im Blut menstruierender Frauen stecken könnte. Für diese Theorie gab es keinerlei wissenschaftliche Belege und sie gilt heute als überholter Irrglaube.

Wissenschaftlich betrachtet ist Menstruationsblut weit mehr als nur Blut. Es enthält auch Teile der Gebärmutterschleimhaut, die während des Zyklus aufgebaut und wieder abgestoßen wird, gemischt mit Schleim und weiteren Zellen. Diese Mischung macht es zu einem einzigartigen Biomaterial, das Forscherinnen und Forscher inzwischen mit neuen Augen sehen. Ein bisschen verrückt klingt es ja: Wir haben jahrzehntelang einen Teil unseres Körpers einfach als Abfall betrachtet, während sich darin vielleicht Hinweise auf unsere Gesundheit verbergen, vielleicht sogar Bausteine, die zur Heilung beitragen könnten. In Australien haben Studien gezeigt, dass Periodenblut bei der Wundheilung helfen kann. In Berlin untersucht man darin gefundene Stammzellen für mögliche therapeutische Anwendungen bei Arthrose.

Und dann ist da noch dieser Gedanke, der nach dem Schauen der Doku bleibt: Warum hat sich überhaupt so lange niemand ernsthaft darum gekümmert? Ein Grund ist sicher, dass medizinische Forschung lange Zeit männlich dominiert war. Dieser Umstand hat auch bei anderen Gesundheitsbelangen von Frauen dazu geführt, dass Untersuchungen als nachgelagerte Prioritäten eingestuft wurden. Vieles klingt ein bisschen nach Zukunftsmusik. Aber genau darin liegt der Reiz: Dieses vermeintlich „lästige“ monatliche Ereignis könnte uns helfen, Krankheiten früher zu erkennen, Schmerzen zu lindern und ein Stück weit mehr Verständnis für unseren eigenen Körper zu entwickeln. Und je mehr wir dieses Thema enttabuisieren, desto eher verlässt es die Ecke des „Schamvollen“ und geht dorthin, wo es hingehört: ins Licht der Forschung, ins Gespräch und mitten in unser Leben.

Denn am Ende ist Periodenblut nichts anderes als ein natürlicher Teil unseres Körpers – erstmal eben Menstruation, ein Zyklus, der uns begleitet und formt. Und vielleicht bald auch ein Schatz, der uns besser verstehen lässt, was in unserem Körper passiert. Wir verlieren jeden Monat ein kleines Stück von uns selbst – und gewinnen zukünftig neue, weitreichende Erkenntnisse, die das Leben ein Stück besser machen.

Eine Hand hält eine Menstruationstasse und schüttet den Inhalt in eine Toilette


Weitere Quellen

ARTE –  42 – Die Antwort auf fast alles – Verschwenden wir Periodenblut? (verfügbar bis 22.03.2028)

Wikipedia – Menstruation

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Müllberg Monatshygiene

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Ist uns Frauen eigentlich bewusst, wie sehr nicht nur wir, sondern auch die Umwelt unter unserer monatlichen Blutung leiden? Sind wir uns bewusst, was wir unserem Körper mit den Hygieneprodukten, wie z.B. Tampons, Binden oder Slipeinlagen, antun? Wie viele Gifte das Plastik und die Chemikalien, die in diesen Produkten enthalten sind, ausdünsten während wir die Produkte auf und unter der Haut tragen? Und am Ende, wieviel wir davon in unserem „fruchtbaren“ Leben verbrauchen?

Ehrlich gesagt: mir war das auch bis zum Beginn der Menopause nicht bewusst. Ich habe fast 40 Jahre lang konsumiert, was mir in den Regalen der Drogeriemärkte angeboten wurde. Ich habe nicht darüber nachgedacht, dass es Alternativen geben könnte.

Monatshygiene Drogerie
Copyright Adobe Stock

Kürzlich habe ich Zahlen zum Müllproblem der Periode gefunden, die mich getroffen haben. Ich denke, Dir wird es vielleicht genau so gehen. Folgende Fakten möchte ich an Dich weitergeben:

  1. Eine menstruierende Frau verbraucht in ihrem Leben 10.000 – 17.000 Monatshygieneprodukte!
  2. Alleine in Österreich verbrauchen alle Frauen gemeinsam pro Jahr ca. 460 Millionen Produkte für die Menstruation!
  3. In Deutschland, Österreich und der Schweiz entstehen durch Monatshygiene-Produkte jährlich ca. 75.000 – 125.000 Tonnen Müll! Das entspricht mehr als 600.000 gefüllten Badewannen.
  4. In der EU jährlich werden über 49 Milliarden Tampons, Binden und Slipeinlagen benutzt!

Verbrauch an Tampons, Binden und Slipeinlagen

Rechne doch einfach mal Deinen Verbrauch von Tampons, Binden und Slipeinlagen pro Monat aus. Multipliziere das mit 12 Monaten – nun kennst Du Deinen „jährlichen Regelmüllberg“. Wenn Du jetzt zu den älteren unter uns gehörst, kannst Du ungefähr einschätzen, wie lange Du Deine Periode noch haben wirst und damit auch, wie Du in Deinem Leben zum Müllberg Monatshygiene beiträgst.

Ich habe es für mich ausgerechnet: mit 11 Jahren bekam ich zum ersten Mal meine Periode, ungefähr alle 2 Monate am Anfang, und es reichten Binden (ca. 100 St.). Die fand ich allerdings sehr schnell unangenehm und habe schon 1 Jahr später angefangen, Tampons zu benutzen. Irgendwann bekam ich dann meine Periode mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerks – 12 Mal im Jahr und immer 5 Tage lang. Das ging, trotz Einnahme der Pille weiter, bis ich Ende 49 war. Da kamen plötzlich die Wechseljahre. In meinen 38 „fruchtbaren“ Jahren habe ich ca. 13.200 Tampons benutzt … und entsorgt. Hinzu kamen unzählige Slipenlagen.  

In Schnitt verbraucht jede Frau in ihrem Leben 16.800 Hygieneprodukte. 96% davon sind Einwegartikel, die zu großen Teilen aus Plastik bestehen, in Plastik verpackt sind und nicht recycelt werden können. Das bedeutet, jede Frau produziert pro Jahr bis zu 6 kg Müll – einen Müllberg aus Monatshygiene in ihrem Leben. In meinem Fall waren es etwa 5 kg Müll pro Jahr … also 190 kg in 38 Jahren.

Hier versuchen ausnahmsweise einmal Männer, die Menge an Monatshygiene, die eine Frau pro Jahr verbraucht, zu schätzen.

Entsorgung ist ein anderes Problem

Ein weiteres Problem ist die Entsorgung der Hygieneartikel und ihrer Verpackungen. Viel zu viele Tampons werden einfach in der Toilette entsorgt – aus Unwissenheit oder aus Mangel an Mülleimern z. B. in öffentlichen Toiletten. In viele Fällen führt das zu Verstopfungen der Abwasserleitungen, die Tampons landen am Ende in den städtischen Kläranlagen und müssen mühsam aus den Filtern entfernt werden. Ein kostenintensiver Aufwand für jede Stadt.

Dass die Plastikanteile der Verpackungen und Binden bzw. Slipeinlagen irgendwann als Mikroplastik in unseren Gewässern und am Ende in unseren Meeren landen und dort zu weitreichenden Problemen führen, muss ich hier wohl nicht extra erklären.

Gibt es Alternativen?

Jetzt frage ich mich und Dich: muss das denn sein? Gibt es denn nur die Produkte, die wir fast täglich in der Werbung sehen? Gibt es keine umweltverträglicheren Alternativen?

Doch, die gibt es. Allerdings liegen sie im Allgemeinen nicht in den Regalen der Drogeriemärkte und Werbung wird dafür auch nicht gemacht.

Hier habe ich drei Alternativen für deine „Zero Waste Periode“ gefunden:

  1. Biologisch abbaubare Tampons, Binden und Slipeinlagen aus 100% Bio-Baumwolle. Aber Achtung: Auch diese Produkte müssen in den Restmüll und können nicht über den Kompost oder das WC entsorgt werden.
  2. Die Menstruationstasse und wiederverwendbare Stoffbinden
  3. Perioden-Unterwäsche

Wir werden uns in weiteren Beiträgen mit diesem Thema beschäftigen und Dir die Alternativen vorstellen.

Wie sehen Deine Erfahrungen aus? Schreibe uns gern einen Kommentar.

Tampon-Aktivismus für Gerechtigkeit

Tampon-Aktivismus für Gerechtigkeit

Die Senkung der „Tamponsteuer“ ist ein längst fälliger Fortschritt der deutschen Gesellschaft.

Menstruationsprodukte gehören zum Alltag der Hälfte der Bevölkerung. Trotzdem wurden sie in Deutschland bis Ende 2019 nicht als „Produkte des täglichen Bedarfs“ anerkannt und höher als andere Notwendigkeiten wie z. B. Lebensmittel und medizinische Artikel, besteuert. 

Mit viel Kreativität und einer gewissen Hartnäckigkeit haben Yasemin Kotra und Nanna-Josephine Roloff in Deutschland die Senkung des Regelsteuersatzes für Tampons von 19% auf 7% vorangetrieben und Geschichte geschrieben. 

Weltweit werden Steuersätze für Menstruationsprodukte abgeschafft oder gesenkt

Ähnlich wie das Thema Inkontinenz heute, war auch die Menstruation lange kein Thema für die große Öffentlichkeit – und noch weniger für die Politik. Bis Kenia 2004 den Steuersatz für Menstruationsprodukte komplett abschaffte. Weitere Länder haben seitdem – obwohl mit erheblicher Verspätung – ähnliche Gesetze erlassen, unter anderen:

  • Kanada schaffte 2015 die Tampon-Steuer ab
  • Irland ist das einzige EU-Mitglied, das keine Steuer auf Menstruationsprodukte erhebt, da diese Regelung schon vor ihrem Beitritt in die Europäische Union bestand
  • Kolumbien schaffte 2018 ihren fünf-prozentigen Steuersatz mit der Begründung ab, dass diese Steuer gegen die Gleichberechtigung von Frauen verstieß
  • Australien hat 2018 nach einer 18-jährigen Kampagne die Zusatzsteuer auf Menstruationsprodukte in Höhe von zehn Prozent gekippt
  • Einige US-Staaten wie Nevada, New York, Florida, Connecticut und Illinois haben zwischen 2016 und 2018 diese Steuer gestrichen und weitere haben entsprechende Gesetzesentwürfe vorgestellt.

In Deutschland fallen Tampons und Binden nicht mehr unter „Luxusgüter“

„Die Periode ist kein Luxus“ lautete das Motto der deutschen Aktivistinnen Kotra und Roloff. Denn ähnlich wie Lebensmittel und medizinische Artikel sind Tampons und Binden unvermeidliche Notwendigkeiten für Frauen und andere menstruierende Menschen, die es ihnen ermöglichen regulär an Bildung, Arbeit und sozialem Leben teilzunehmen. 

https://www.youtube.com/watch?v=Bz7btEE-bYM

Die Aktivistinnen haben ihr politisches Engagement 2018 mit einer Petition kundgetan und ihr Anliegen in den Bundestag weitergetragen – mit einem Buch voller Tampons. Bekanntermaßen sind Bücher vom Regelsteuersatz von 19% ausgenommen und die kreative Lösung, in einer solchen Verpackung die Steuerregelung von Tampons zu umgehen, setzte ein starkes Zeichen in der Politik und in den sozialen Medien. Ende 2019 wurde die Abschaffung dieser Steuerdiskriminierung in Deutschland offiziell beschlossen – dank der harten Arbeit von Kotra, Roloff und ihren Unterstützer:innen, wie The Female Company, Hersteller von Bio-Tampons und dem Tamponbuch (mit einem detaillierten Liveticker zur Tamponsteuersenkung auf ihrer Website).  

Die Senkung der Tamponsteuer ist ein wichtiger Schritt des langen Weges zur Gleichberechtigung aller Geschlechter

Während sich die Tamponsteuer-Aktivistinnen ihren nächsten Vorhaben widmen (dass in den öffentlichen Gebäuden Hamburgs Tampons und Binden kostenlos bereitliegen, wie Toilettenpapier), drängen andere Länder auch vorwärts. Das schottische Parlament hat im Februar beschlossen, Tampons und Binden künftig an öffentlichen Orten und in Apotheken kostenlos zur Verfügung zu stellen. Der Kampf gegen die sogenannte „Periodenarmut“ und anderen Formen von Benachteiligung von Frauen und menstruierende Menschen geht weltweit weiter. Tampons und andere „Produkte der Monatshygiene“ werden auf diese Art und Weise zum Symbol der Ungleichbehandlung der Geschlechter. 

Unsere Gesellschaft ist seit dem 1. Januar 2020 einen Schritt weitergekommen in Richtung wirtschaftlicher und politischer Gleichbehandlung aller in Deutschland lebenden Menschen. Jedoch ist es fraglich, ob die Steuersenkung wirklich weitergegeben wird, denn die Hersteller von Menstruationsprodukten haben die Verkaufspreise im Handel erhöht

Darüberhinaus liegt nach diesem historischen Meilenstein noch ein langer Weg vor uns. Der Weg zur Gleichberechtigung und Gleichbehandlung aller Menschen ist lang und wir können ihn alle vorantreiben: ob mit Diskussionen im kleineren, persönlichen Rahmen oder auf der großen Bühne der internationalen Politik – mit Tampons oder anderen Formen von Engagement.