Bye Bye Arschgeweih

Bye Bye Arschgeweih

Der Song von Ina Müller aus dem Album von 2006 „Weiblich, ledig, 40“ hatte es mir damals schon angetan. Das Lied handelt (sachlich betrachtet) davon, dass der Modetrend „Arschgeweih“ vorbei und es nun an der Zeit ist, sich einer entfernenden Laserbehandlung zu unterziehen. Beim Zuhören entstehen witzige Bilder im Kopf und ich finde das gesamte Album nach wie vor sehr hörenswert.

Kunstwerke unter der Haut

Schon immer hatte ich Menschen in meinem Umfeld, die der Körperkunst des Tattoos frönen. Eigene Erfahrung habe ich nicht, doch großen Respekt vor den Personen, die sich ihre Wunschbilder in der Haut verankern lassen.

Veränderungen

Das Leben verändert sich. Ob man Modetrends mitmacht, eine Fehlentscheidung getroffen hat oder Lebensphasen abgeschlossen sind, manchmal möchte man das Tattoo oder die Erinnerung an das damit verbundene Ereignis wieder loslassen. Das ist nicht ganz einfach und ich habe noch Worte im Ohr wie „Die Haut war nach der Behandlung ganz vernarbt!“.

Daher habe ich mich auf die Suche gemacht, um mehr über die Entfernung von Tattoos zu erfahren. Während meiner Recherche ist mir klar geworden, dass es hier nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern durchaus sämtliche Schattierungen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Entscheidung auf Dauer

Es gibt mehrere Möglichkeiten der Entfernung. Da ist es wichtig, die Wahl gut zu überdenken. Von Laserbehandlung über Cover Up bis zum Blast-over, jede Option ist ein neuer Angriff auf die Haut und kann zu Schwierigkeiten führen.

Es gilt, die mentale Seite des vorhandenen Kunstwerks zu berücksichtigen:

  • Soll das Tattoo ganz weg?
  • Sind schöne Momente damit verbunden und es soll doch bleiben?
  • Will ich die Fehlentscheidung „rückgängig“ machen oder soll ein misslungenes Tattoo verschwinden?

Und auch die körperliche Betrachtung sollte nicht vernachlässigt werden:

  • Eignet sich das vorhandene Tattoo für die jeweilige Entfernungs-Methode?
  • Welche Risiken gibt es – sowohl optisch als auch hauttechnisch?
  • Ist genügend Platz (für ein Cover Up oder Blast-over) vorhanden?
  • Ist eine Kombination aus Lasern und Überstechen sinnvoll?

In jedem Fall sollte eine ausführliche Beratung und sorgfältige Auswahl der ausführenden Personen das A und O sein.

Veränderung eines Tattoos nach mehrfacher Laserbandlung – Copyright AdobeStock 187863385

Tattoo-Entfernung per Laser

Die Grundlage: Mit dem Laser werden energiereiche, gebündelte Lichtstrahlen für Sekundenbruchteile auf die betroffenen Stellen geschossen. Damit werden die Farbpigmente, die in der Lederhaut sind, aufgesprengt. Sie zerfallen in kleine Teilstücke, die dann vom Lymphsystems des Körpers nach und nach abtransportiert werden. Das braucht Zeit und ein funktionierendes Immunsystem.

Mehrfarbige Tattoos müssen mit unterschiedlichen Wellenlängen des Lichts behandelt werden und halten vielleicht eine Überraschung bereit. Farbintensive Tattoos werden unter Umständen nicht komplett zu entfernen sein und als Schatten unter der Haut bleiben.

Im Regelfall werden für die Entfernung mehrere Sitzungen benötigt, so dass die Kosten um einiges höher liegen als das Stechen. Der Zeitfaktor kommt noch dazu, so dass sich die komplette Entfernung über Monate hinziehen kann.

Auf der Website infoMedizin gibt es ein kurzes Video von der Hautärztin Dr. Heike Heise mit einer verständlichen Erklärung zur Entfernung von Tattoos.

Einen sehr informativen und breit aufgestellten Artikel „Tattoo lasern: Vorzüge, Risiken und Kosten“ habe ich bei Feelfarbig gefunden.

Laserbehandlung und Cover Up – Copyright Pixabay Herco-Roelofs

Cover Up und Blast-over

Einige Sendungen suchen in Castings nach Menschen, mit „schlechten“ Tattoos. Die Personen werden dann mit der Kamera beim Prozess des Cover Ups begleitet. Das Entfernen eines ungewollten Tattoos erfolgt dabei so, dass das alte Bild in einem größeren neuen Kunstwerk „versteckt“ wird und nicht mehr sichtbar ist. Das ist die Königsdisziplin bei Tätowierern und erfordert jahrelange Erfahrung, großes Können und sehr viel gestalterisches Geschick.

Diese Methode ist im Regelfall günstiger als eine Laserbehandlung. Trotzdem gehört auch hier eine ausführliche Beratung im Vorfeld dazu. Wichtig ist auch, sich über die Arbeiten des Tätowierers zu informieren und so sicherzustellen, dass die erforderlichen Fähigkeiten vorhanden sind.

Einen sehr ausführlichen und lesenswerten Beitrag zum Thema „Cover up – Tattoos – Das solltest du wissen“ habe ich auf einer Singlebörse für tätowierte Singles entdeckt, wirklich charmant.

Inas Lösung

Ina Müller hat sich Gedanken über ihre Möglichkeiten gemacht und ihre individuelle Lösung gefunden:

„Die Trennung wird bestimmt nicht billig
Ich werd‘ mein Konto überzieh’n,
Aber wenn alles klappt, dann kann ich
Mir ’n bisschen Geld dazu verdien’n.
Denn über meinem Hinterteil,
Da wird jetzt Werbefläche frei.“

Textauszug, Quelle: https://www.songtexte.com/songtext/ina-muller/bye-bye-arschgeweih-bcfd17a.html

Copyright Titelbild: AdobeStock 261546191

Embrace – Du bist schön! – Filmempfehlung

Embrace – Du bist schön! – Filmempfehlung

Die australische Fotografin und dreifache Mutter Taryn Brumfitt hat mit ihrem Dokumentarfilm „Embrace – Du bist schön!“ den Zahn der Zeit getroffen. Sie hat gelernt ihren Körper zu lieben, auch wenn er nicht perfekt ist.

Die meisten Frauen sind mit dem eigenen Körper unzufrieden.

91 Prozent aller deutschen Frauen sind laut einer aktuellen Studie unzufrieden mit ihrem Körper. Auch Taryn Brumfitt hasste ihren Körper und wollte nach dem dritten Kind wieder wie vorher aussehen. Nachdem sie sich im letzten Moment gegen eine Schönheits-OP entschieden hatte, stellte sie ihre Ernährung um und trainierte bereits morgens um 5 Uhr, um ihr Ziel zu erreichen. 15 Wochen später stand sie mit der perfekten Bikini-Figur auf der Bühne eines Bodybuilding-Wettbewerbs – und war unglücklich. Auch die anderen Teilnehmerinnen waren unzufrieden mit ihrer Figur und sie dachte: „Wie soll dann irgendwer mit dem eigenen Körper glücklich sein?“

Sie änderte ihren Lebensstil, aß gesunde Sachen und trainierte weniger. Ihr Körper veränderte sich wieder, doch sie fühlte sich wohl und begann, ihren Körper zu lieben.

Embrace - Du bist schön!
Nachher-Vorher Foto von Taryn Brumfitt

Schönheitsideale gibt es nur im Computer.

Ein Gespräch mit Freundinnen zum Thema „Körperbild“ bewog sie, ein Nachher-Vorher-Foto in den sozialen Medien zu posten. Es ging viral und über 100 Mio. Menschen haben das Bild gesehen. Unzählige Reaktionen rückten das Problem in den Fokus der breiten Masse und machten ihr deutlich, dass das Thema viel weitreichender ist, als sie vermutet hatte. Zwei Monate reiste Taryn um die Welt, um sich mit anderen Menschen darüber auszutauschen. Sie zeigt im Film, dass es nicht darum geht, seinen Körper auf das Aussehen zu reduzieren und macht deutlich, dass es die Model-Figuren nur im Computer gibt. Sie zeigt die Vielfalt und die Einzigartigkeit der Menschen.

Deutsche Trailer zum Film „Embrace – Du bist schön!“

Wir finden den Film inspirierend, er hat unseren Blick auf den eigenen Körper verändert – und das macht den Dokumentarfilm „Embrace – Du bist schön!“ (erhältlich als DVD oder Video on Demand) aus dem Jahr 2017 in unseren Augen empfehlenswert.

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