Embrace – Du bist schön! – Filmempfehlung

Embrace – Du bist schön! – Filmempfehlung

Die australische Fotografin und dreifache Mutter Taryn Brumfitt hat mit ihrem Dokumentarfilm „Embrace – Du bist schön!“ den Zahn der Zeit getroffen. Sie hat gelernt ihren Körper zu lieben, auch wenn er nicht perfekt ist.

Die meisten Frauen sind mit dem eigenen Körper unzufrieden.

91 Prozent aller deutschen Frauen sind laut einer aktuellen Studie unzufrieden mit ihrem Körper. Auch Taryn Brumfitt hasste ihren Körper und wollte nach dem dritten Kind wieder wie vorher aussehen. Nachdem sie sich im letzten Moment gegen eine Schönheits-OP entschieden hatte, stellte sie ihre Ernährung um und trainierte bereits morgens um 5 Uhr, um ihr Ziel zu erreichen. 15 Wochen später stand sie mit der perfekten Bikini-Figur auf der Bühne eines Bodybuilding-Wettbewerbs – und war unglücklich. Auch die anderen Teilnehmerinnen waren unzufrieden mit ihrer Figur und sie dachte: „Wie soll dann irgendwer mit dem eigenen Körper glücklich sein?“

Sie änderte ihren Lebensstil, aß gesunde Sachen und trainierte weniger. Ihr Körper veränderte sich wieder, doch sie fühlte sich wohl und begann, ihren Körper zu lieben.

Embrace - Du bist schön!
Nachher-Vorher Foto von Taryn Brumfitt

Schönheitsideale gibt es nur im Computer.

Ein Gespräch mit Freundinnen zum Thema „Körperbild“ bewog sie, ein Nachher-Vorher-Foto in den sozialen Medien zu posten. Es ging viral und über 100 Mio. Menschen haben das Bild gesehen. Unzählige Reaktionen rückten das Problem in den Fokus der breiten Masse und machten ihr deutlich, dass das Thema viel weitreichender ist, als sie vermutet hatte. Zwei Monate reiste Taryn um die Welt, um sich mit anderen Menschen darüber auszutauschen. Sie zeigt im Film, dass es nicht darum geht, seinen Körper auf das Aussehen zu reduzieren und macht deutlich, dass es die Model-Figuren nur im Computer gibt. Sie zeigt die Vielfalt und die Einzigartigkeit der Menschen.

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Deutsche Trailer zum Film „Embrace – Du bist schön!“

Wir finden den Film inspirierend, er hat unseren Blick auf den eigenen Körper verändert – und das macht den Dokumentarfilm „Embrace – Du bist schön!“ (erhältlich als DVD oder Video on Demand) aus dem Jahr 2017 in unseren Augen empfehlenswert.

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Empowerment für ein selbstbestimmtes Leben

Empowerment für ein selbstbestimmtes Leben

Das Wort Empowerment taucht häufig auf und ist in vielen unterschiedlichen Bereichen ein feststehender Begriff: Im beruflichen Kontext geht es um die Befähigung der Mitarbeiter:innen oder Teams, als Konzept stellt er sich im Gesundheitsbereich dar, im politischen Umfeld steht er u. a. für bürgerschaftliches Engagement, als ressourcenorientierter Arbeitsansatz findet er in der Sozialen Arbeit seine Anwendung und auch im medizinischen Kontext hat der Begriff einen festen Platz. Doch was genau verbirgt sich dahinter?

Die Bedeutung von „Empowerment“

Mitte der 1980er Jahre wurde der Begriff „Empowerment“ als Konzept vom US-amerikanischen Sozialwissenschaftler Julian Rappaport in Bezug auf gesellschaftliche Ungleichheiten eingebracht. Doch seit dieser Zeit hat die Bedeutung eine massive Erweiterung erfahren.

Im Grundsatz bedeutet Empowerment die Stärkung von Eigenmacht und Autonomie sowie Selbstbefähigung und Selbstermächtigung, die jeder Mensch für sich in Anspruch nehmen kann. Die Kindheit und Erziehung, Lebenserfahrungen und traumatische Erlebnisse haben in mancher Vergangenheit tiefe Spuren hinterlassen, sodass es nachvollziehbar ist, dass diese Eigenschaften abgelegt wurden oder verloren gingen.

Empowerment aus zwei Perspektiven

Zwei unterschiedliche Sichtweisen tauchen nun auf: Zum einen die Perspektive einer betroffenen Person, die einen Mangel dieser Eigenschaften bei sich erkennt. Dies äußert sich u. a. in der Unfähigkeit „Nein“ zu sagen, großer Passivität bezüglich Entscheidungen, dem Hang zum Perfektionismus, einer Werteanpassung an das individuelle Umfeld, einer direkten Abhängigkeit des Selbstwertes von der Meinung des Partners und vielleicht sogar in einer inneren (unbewussten) Überzeugung, dass Männer kompetenter sind.

Zum anderen ist es die Perspektive von außen, die bestimmte Mechanismen und Muster deutlicher erkennen lässt. Die Sicht aus der Unterstützerposition, das kann ein:e Freund:in, ein:e Coach:in, ein:e Arzt/Ärztin oder ein:e Psycholog:in sein, hilft der betroffenen Person, aus diesen lang etablierten Strukturen auszusteigen. Unterstützer:innen zeigen neue Wege auf, die aus dem bisherigen Leben voller Benachteiligungen, der mangelnden Wertschätzung oder der Selbstausbeutung herausführen. Sie begleiten Betroffene durch den Prozess zur Wiederherstellung der eigenen Ermächtigung, des autonomen Handelns, einer Inanspruchnahme der Kräfte für eigene Bedürfnisse und der Freiheit des Geistes.
Nicht unter den Tisch fallen sollen die kritischen Stimmen zur Unterstützerperspektive, die auf die Gefahr einer erneuten Abhängigkeit hinweisen.

Der Ausstieg aus dem Defizit.

Um als Betroffene:r aussteigen zu können ist klarzustellen, dass es sich hier um eine Defizitbetrachtung handelt. Es wird dargelegt, welche Eigenschaften gerade nicht aktiv gelebt werden – aus welchen Gründen auch immer. Diese Betrachtungsweise ist mangelorientiert und kann negative Gefühle hervorrufen. Eine stärkenorientierte Betrachtung erfolgt, wenn deutlich wird, dass Veränderungen ab sofort möglich sind – ohne eine negative Bewertung der bisherigen Lage vorzunehmen.

Das ist leichter gesagt als getan, letztendlich bewertet der Kopf gern alles, was ihm begegnet. Auch das Ablegen der Selbstermächtigung ist häufig erst daraus entstanden. Aus dem „sich Vergleichen“ und miteinander messen entstand ein „besser als“ oder „schlechter als“, was die mentale Abwärtsspirale immer wieder schön befeuert hat und in der Kombination mit Angst oder Unsicherheit ein (fast) unschlagbares Duo darstellte. Daraus resultiert eine Art der Selbstverleugnung: Eigene Bedürfnisse werden zurückgestellt und die Entstehung einer zukunftsfähigen Denk- und Handlungsstruktur ist gestoppt.

Der Weg, das Ziel und ein verändertes Leben.

Es gilt zu erkennen, dass der eigene Selbstwert weder vom Partner noch von Vorgesetzten abhängig ist – und auch Bescheidenheit ist nicht immer der optimale Weg. Gemocht werden fühlt sich vielleicht schön an, aber der Preis ist zu hoch.

Hier sind ein paar Denkanstöße, um im ersten Schritt mental in Bewegung zu kommen:

  • Was spricht dagegen, Dinge zu verändern und neue Impulse zu setzen?
  • Warum auf Veränderung im Außen warten, anstatt sie selbst herbeizuführen?
  • Wie fühlt es sich an, die eigenen wundervollen Fähigkeiten zu nutzen und die Welt damit ein Stück besser zu machen?
  • Welche Kraft resultiert bereits aus der Vorstellung, dieser Welt empathisch, nett und trotzdem konsequent entgegenzutreten?

Wird der Fokus auf die Stärken und auf das Ergebnis gelenkt, dann erleichtern Vorfreude und Veränderung den Weg in Richtung Empowerment. Jeder Erfolg darf gefeiert werden: hinfühlen, genießen und sich auf die eigene Schulter klopfen! Der Weg ist nicht immer einfach, es wird Umwege geben und Stolpersteine, doch mit der Wahrnehmung (auch kleiner) Erfolge, wird das Selbstbewusstsein unterstützt und gestärkt.

Raus aus der Ohnmacht und aus der Handlungsunfähigkeit, hinein in das selbstwirksame Machen. „Ich will“ lautet die Aussage, nicht „ich muss“! Das stärkt die seelische Widerstandskraft und sorgt für die eigene Standhaftigkeit und einem wahren Selbstverständnis aus dem tiefen inneren Wissen heraus.
Selbstbestimmt handeln, seine Fähigkeiten zu nutzen und die eigene Macht anzuerkennen – das ist Empowerment!